1891 Freitag de« 13. Mär; fit. 61 Amts« imd Anzrigeblatt fflt den Uteb Gieren. 2lmtiid?sthnm täglich, o:il Lusnahm« des Montag«. Alle ÄimoÄCtn-Bureou? des In- und Auslandes nehm» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" mtgegte. abhänge. Diese Ausnahme soll, nach Berichten von nationalliberaler Seite, eine durchaus günstige sein und verspricht sich das Comite, welches die Sache in die Hand genommen hat, eine große Mehrheit für den Fürsten Bismarck. Auch soll letzterer keineswegs als Candidat der nationalliberalen Partei, sondern als politisch völlig unabhängiger Candidat ausgestellt werden, was sich eigentlich von selbst versteht. Ob sich freilich gerade der Wahlkreis Geestemünde-Lehe mit seinen zersplitterten Parteiverhältnissen zu diesem Versuche eignet, das wird immerhin noch abzuwarten sein. Kunstschätze wie Venedig, Mailand und viele andere große und berühmte Städte, daß aber nicht wenige wissenschaftliche Kostbarkeiten aus der Universitätsbibliothek geraubt wurden, ist an anderer Stelle schon erzählt worden. In dem Dörfchen Annerod, eine Stunde von Gießen, waren weder Schätze der Kunst noch der Wissenschaft- daß aber auch da die Herren Franzosen Gelegenheit hatten, wenn auch in kleinem und beschränktem Maße, sich zu bereichern, zeigen uns die Auszeichnungen des Schultheisen Lempp. Die Gemeinde Annerod hatte, als die Franzosen das Dors 1797 wieder besetzten — im Jahre vorher waren sie auch dagewesen — eine Reihe von kleineren Kapitalien ausgenommen im Gesammtbetrage von 1500 ff., dazu kamen 590 fl. 56 kr. 1796er Kriegskostenentschädigung, welche ihr bezahlt worden waren, so daß sich nebst einem kleinen Posten als Receß die Gesammteinnahme auf 9582 fl. belief. Die gegenüberstehenden Ausgaben gehen zum kleinen Theile noch in das Jahr 1796 zurück. Erzherzog Karl hatte im September die Franzosen aus unserer Gegend vertrieben, doch mußte die Gemeinde Annerod auch für die kaiserl. kgl. Armee in das Magazin nach Hachenburg Mehl, Hafer und Heu liefern (Oct. und Nov. 1796), wofür ein Betrag von 284 fl. zu bezahlen war. Als nun die Franzosen einrückten, kamen fast täglich Anforderungen an Naturallieferungen und Fuhren an die Gemeinde. Bei ersteren begnügten sich die Franzosen nicht mit Hafer, Stroh, Mehl, Buchenholz, auch Leinentuch, Knöpfe u. dgl. mußte die Gemeinde von Gießen beschaffen, damit die abgängigen Kleider der Franzosen geflickt werden konnten. Bei den Kriegssuhren kamen natürlich nur die wenigen Besitzer von Pferden in Betracht und mußten auch solche von Nachbardörfern dabei aushelfen. Die Entschädigungen, die für solche Fuhren bezahlt wurden, waren außerordentlich mäßig, besonders wenn man dabei berücksichtigt, daß Pferd, Schiff und Geschirr in Gefahr war, überhaupt nicht mehr, oder doch namentlich bei dem kläglichen Zustande der da- des Herrenhauses und Staatsrathes im Staatsdienste gestanden hat, in BiertWhriger 2 Mark 20 Pf,. «Ü Bringkrloya. Durch die Post bezog« 2 Mark 60 Psg. Webaction, und Druckerei: >4»f|lra| Aernjprecher 51« Die bereits seit längerer Zeit auf- wonach die Nationalliberalen des maligen Straßen verdorben und abgetrieben zurückzukehren. Einige Beispiele können dies belegen. „Joh. Phil. Otto von Großenbuseck vor eine 3 Tage lang gedauerte Fourage-Fahrt nach Wetzlar mit 1 Wagen und 2 Pferd — fl. 30. „Konrad Müller von 2tägiger Vorspann mit seinem Pferd bis hinter Laubach — fl. 10. „Demselben vor eine Fourage-Fahrt von Annerod bis Wetzlar — fl. 6. „Demselben von seinem bis Lich zum Reiten gegebenen Pferd — fl. 4. „Demselben von seinem Pferd, worauf ein französischer Osficier nach Lich geritten — fl. 4. „Demselben von seinem Pferd, welches er einem französischen Osficier zum Reiten gegeben und 8 Tage ausgeblieben, — fl. 40. „3. P. Otto von Großenbuseck vor eine Fahrt mit ausmarschirter französischer Einquartirung bis Kölln übern Rhein mit 3 Pferden — fl. 148 6 kr. „Demselben ferner von einer Fahrt mit Bagage bis Koblenz mit 3 Pferden, welche 8 Tage gedauert — fl. 120. „Demselben von 2 doppelten bespannten Vorspanns-Karn bis Lauterbach, von 4 Tagen accordsmäßig — fl. 80." Diese Beispiele genügen. Der kleinste der aufgesührten Posten beträgt 2 fl. für eine Fouragesahrt von Annerod ins französische Magazin in Gießen, der größte ist der oben aufgeführte für die Fahrt mit 3 Pferden nach Köln mit 148 st. 6 kr. Aber trotz der mäßigen Entschädigung für derartige Fuhren betrug die Gesammtsumme 1011 fl. 46 kr. Weit beträchtlicher aber ist das „Ausgab-Geld zu Bestreitung der Verpflegungs- und Einquartirungs - Kosten der französischen Truppen und zwar der Generals und übrigen sowohl höherer als niederer Osficiers." (Fortsetzung folgt.) Netteste Nachrichten. DolffS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 11. März. Der Kaiser ließ Mittags die hiesige Garnison zu einer größeren Uebung auf dem Tempel- Hofer Felde allarmiren, wobei er die zu zehntägiger Uebung eingezogenen Landwehrleute der Garde-Infanterie besichtigte. Berlin, 11. März. Der Reichstag erledigte heute Petitionen. Bei der Petition betr. Zulassung der Frauen zum Studium führt Schrader aus, die Regierung habe die Pflicht, den Frauen die Ausübung der ärztlichen Praxis durch Zulassung zum medicinischen Studium zu ermöglichen. Har- mening erklärt, die Universität Jena sei bereit, die Frauen zum Studium zuzulassen. Orterer spricht sich gegen die Zulassung aus und führt aus, Rußland habe die Erfahrung gemacht, daß aus den Studentinnen umstürzlerische Elemente hervorgingen. Bebel unterstützt die Petition mit dem Hinweis daraus, daß die Anwesenheit von Frauen an der Universität die Sittlichkeit fördern werde. Hultzsch tritt gegen die Petition ein, Rickert dafür. Das Haus geht zur Tagesordnung über. (Ausführlicher Bericht folgt in nächster Nr.) Berlin, 11. März. Der „Reichsanzeiger" schreibt: In der Tagespresse ist mehrfach die Frage aufgeworfen worden, warum die Marineverwaltung von der Verwendung des amerikanischen Salzfleisches für die Verpflegung der Mannschaften abgesehen habe. Die Versuche der Marineverwaltung mit amerikanischem Salzfleisch sind bisher nichr günstig ausgefallen. Das Fleisch war sehnig, zu fett unfr bestand durchweg aus minderwerthigen Stücken, die Verpackung war mangelhaft. Die Marineverwaltung hatte die Mannschaften mit' nicht nur billiger, sondern auch guter Nahrung zu versehen, sie konnte deßhalb bisher den Bestrebungen der amerikanischen Exporteure, ihren Erzeugnissen in der Marine Eingang zu verschaffen, nicht nachgeben. Berlin, 11. März. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die von der Ministerialbaucommission unterm 5. dss. Mts. ausgestellten Bedingungen, die bei Vergebung von Arbeiten und Lieferungen im Bereiche der allgemeinen Bauverwaltung, der Staatseisenbahn- und Bergverwaltung zur Anwendung kommen. — Das Comito für den Wißmann-Dampfer erläßt einen neuen Aufruf zu Beiträgen. Der Bau des Dampfers werde in wenigen Tagen vollendet sein- daß er sicher zum Victoria Nyansa gelange, erheische aber weitere 200,000 Mk. Berlin, 11. März. Die Budgetcommission des Reichstags nahm heute mit 19 gegen 4 Stimmen den wurde. Minister von Goßler war in der gestrigen Sperr- gelder-Commission nicht erschienen, woraus aus baldigen Rücktritt desselben geschloffen wurde. Nach weiteren Meldungen gilt von Goßlers Rücktritt für vollzogen, lieber die Berufung seines Nachfolgers melden die Berliner „Pol. Nachr.", Cultusministers ein gemäßigt Con- GicßencrAnzeigcr Kemrat-Mnzeiger. Arbeit, It sw1**61 lSuA tc Mädchen Me Hannovers in einem chen Hause, unter der spe- L der Hausfrau, neben Aung U. Beaufsichtigung, n Unterricht iin HauM' saaÄ ***■ Bl' SÄ'« ichen, Ludwigstr^^ ;r Regiments Nr. 81 , den Major Retzlaff , Commandeur des Landwehr - Uebungs - Bataillons Nr. 117, den Major Kretzschmer, Commandeur des Land- wehr-Uebungs-Bataillons Nr. 118, den Professor Hünten von Düsseldorf, den Bergrath Weiß aus Bad Nauheim, den Kreisarzt Dr. Balser aus Alsfeld, den Pfarrer Haake von Wenings- zum Vortrag- den Staatsminister Finger, Frau Geheimerath Strecker, den Ministerialrath Rothe, den Oeco- nomierath Müller. Darmstadt, 11. März. Aus guter Quelle verlautet, Haß der Finanzausschuß erster Kammer sich der W ein st e ue r- ««»ahme *oa Anzeigen zu der Nachmittag« für bm Mgnibtn tag erscheinenden Nummer bi« Corrn. 10 Uhr. * >d.. $bab IL Gießen, am 11. März 1891. Betr.: Die Einlieferung der Sterbfallanzeigen. Das Großh. Kreis-Gesundheitsamt Gießen erinnert die Grobherzoglichen Bürgermeistereien Alte« Buseck, Bersrod, Birklar, Hungen, Klein« Linden, Langd, Lauter, Lindenstruth, Mainzlar, Ober-Besfingen und Staufenberg an die umgehende Einsendung der Sterbzählkarten und TodeS- Zeugnifse für die Monate Januar und Februar d. I. Dr. Follenius. Bekanntmachung, das Beschneiden der Hecken betreffend. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- und Feldbesitzer, die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- oder Fußwegen einsriedigenden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Meter Höhe und 0,50 Meter Breite zurückzuschneiden und im Laufe des Monats (September die neuen Sprößlinge wiederholt zu beschneiden -oder zurückzubinden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffenllichen Kenntniß gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Artikels 31 des Feldstrafgesetzes mit Geld- strafe von 1 bis 10 Mark bestraft werden. Gießen, den 9. März 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Antrag Manteuffel an, wonach je eine Million als erste Bauraten für zwei neue Panzerfahrzeuge 8 und U bewilligt werden sollen, desgl. den Antrag Rickert-Ballestrem, wonach im Etat 1890/91 die für eine neue Kreuzercorvette L bereits bewilligte erste Rate von 2300 000 Mk. in Wegfall kommt und als erspart nachzuweisen ist. Posen, 11. März. Die Warthe ist sowohl hier wie bei Pogorzelice in stetem Steigen- hier ist sie 4,74, in Pogorzelice 4,89 Meter hoch. Die Ueberschwemmung wächst, die Zahl der Obdachlosen nimmt zu. München, 11. März. Sämmtliche Abendblätter bringen aus Anlaß des 7 0. Geburtstages des Prinz- Regenten Festartikel und Huldigungsgedichte. In den prächtig geschmückten Straßen bewegt sich trotz des mit Schnee gemischten Regens eine dicht gedrängte Menschenmenge. Wien, 11. März. Gegenüber der Meldung von der Einberufung des Reichsraths aus den 10. April wird authentisch mitgetheilt, daß der Einberufungstermin noch keineswegs festgestellt sei. Paris, 11. März. Dem „Temps" wird aus Tunis gemeldet: InMenzel bei Gabes stürzte eine Synagoge ein- zahlreiche Kinder wurden verschüttet- bisher sind vier Leichen aufgefunden. London, 11. März. Das Unterhaus nahm einstimmig in zweiter Lesung die von Jesse Collings eingebrachte, von der Regierung im Princip gebilligte. Vorlage an, durch welche die Localbehörden ermächtigt werden, Land anzukausen und es in fünfzig Acker nicht übersteigenden Malereien zu verkaufen oder in Parzellen bis zu zehn Acker zu verpachten. Das Schatzamt foll die erforderlichen Gelder vorstrecken und die Kosten für die Ausführung des Gesetzes aus Localabgaben bestritten werden. Stockholm, 11. März. Die zweite Kammer nahm -ie Grundgesetzvorlage an, wodurch die Deputirtenzahl der ersten Kammer auf 150 und die der zweiten Kammer aus 225 festgestellt wird. Von den Deputirten der zweiten Kammer werden 75 von den Städten und 150 von den Provinzen gewählt. Dieser Beschluß 'entspricht dem vor einigen Tagen von der ersten Kammer gesüßten. Lüttich, 11. März. Der Strike in den Stahlwerken Cockerills dauert fort. Die Hälfte der Arbeiter feiert. Morgen ist Sitzung des Schiedsgerichts. Die Arbeiter sind ruhig. Konstantinopel, 11. März. Die Ratificationen des deutsch-türkischen Handelsvertrages vom 26. Sep- rember 1890 wurden gestern ausgetauschr. Dem Vernehmen nach werden die in dem Vertragstarif vorgesehenen Erhöhungen der türkischen Eingangszölle nicht sogleich in Krast Lesetzt. ______________ Berlin, 12. März. Das Befinden Windthorsts war gegen Morgen etwas besser. Gefahr bleibt jedoch nicht ausgeschlossen. , Der Kaiser fuhr Vormittags bei dem Patienten vor und erkundigte sich persönlich nach deffen Befinden. Locales und Keovinzielles. Gießen, 12. März. — Samstag den 14. März l. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungsgebäude zu Gießen eine Ifieutliche Sitzung des Provinzialausschuffes der Provinz Ober- Hessen statt, in welcher folgende Gegenstände verhandelt werden: 1. Gesuch des Christoph Wagner XX. von Großen- Buseck um Dispensation von der Errichtung einer Brandmauer. 2. Gesuch des Christoph Bäckel zu Bauernheim um Er- laubniß zum Betriebe einer Zapfwirthschast. 3. Gesuch des Adolf Heß von Vilbel um Erlaubniß zum Wirthschaftsbetrieb. 4. Anzeige gegen dte Gemeinderathsmitglieder Kaspar Scheerer und Consorten zu Ober-Mörlen wegen Fehlens in der Gemeinderathssitzung vom 25. October 1890. 5. Klage des Ortsarmenverbands Goddelau gegen den Ortsarmenverband Rockenberg wegen Uebernahme der hülfsbedürftigen Mathilde Handwerk. — Dem Jahresbericht des Großh. Realgymnasiums und der Realschule, welchem ein sehr lehrreicher und für die Entwickelung der Universität Gießen interessanter Beitrag zur Geschichte des chemischen Unterrichts an der Universität (von Herrn Director Weihrich) beigegeben ist, entnehmen wir folgende Ziffern: Es besuchten das Realgymnasium im ersten Viertel des Berichtsjahres 221 Schüler, wozu im Lause des Schuljahres noch 5 kamen- es gingen davon ab 17, so daß im letzten Vierteljahr die Zahl der Schüler 209 betrug. Davon waren 63 auswärtige Hessen und 47 auswärtige Reichsdeutsche. Der Religion nach waren von den Schülern 200 evangelisch, 11 katholisch, 15 israelitisch. — Die Realschule wurde im ersten Vierteljahre von 271 Schülern besucht, zu denen im Lause des Schuljahres noch 12 kamen- 12 gingen ab, so daß der Bestand im letzten Vierteljahre der gleiche war wie im ersten. Unter den Schülern befanden sich neben 186 einheimischen 51 auswärtige Hessen und 46 auswärtige Reichsangehörige. Nach der Religion vertheilten sich die Schüler aus 239 Evangelische, 11 Katholiken und 33 Israeliten. — Die Vorschule wies am Schluffe des Schuljahres 155 Schüler aus, darunter 138 Einheimische, 10 auswärtige Hessen und 12 auswärtige Reichsdeutsche. 144 Schüler waren evangelisch, 6 katholisch, 10 israelitisch. — Von den Abiturienten der Realschule von Ostern 1890 widmeten sich 3 dem Postfach, 1 dem Eisenbahnsach, 4 der Kaufmannschaft, 1 dem Bureau- dienst, 1 dem Geschäft und 1 der Müllerei. — Die öffentlichen Prüfungen finden am Freitag den 13. und Samstag den 14. März statt. — Zu dem in aller Kürze in Darmstadt stattfindenden tzxamen für das Finauzfach erster Sategorie sind, wie die „N. Hess. Volksbl." berichten, bis jetzt schon 80 Zulassungsgesuche eingelausen, eine bisher noch nicht erreichte Zahl. Im Vorjahre unterzogen sich 56 junge Leute diesem Examen, von denen indessen nur 13 bestanden. Die restirenden 43 sind in obiger Zahl nicht enthalten, weil dieselben, nach einer Ministerialversügung, nicht vor zwei Jahren zu einem neuen Examen zugelassen werden können. Der Zudrang zur Finanz- carriere scheint also immer noch stärker werden zu wollen. — lieber die gestrige Turnprüfnng der höheren und erweiterten Mädchenschule erhielten wir folgenden Bericht: Die Turnprüfung der höheren Mädchenschule begann gestern Nachmittag um 3 Uhr. Der Turnsaal war kaum im Stande, die Eltern der Mädchen, die Freunde und namentlich die Freundinnen des Mädchenturnens zu fassen, was uns als Beweis gilt, daß die Wichtigkeit des Turnens sich auch bei der Damenwelt Bahn gebrochen hat. Alle Anwesenden, besonders aber die Damen, folgten mit großer Aufmerksamkeit den Hebungen. Aber auch welch' liebliche Bilder entfalteten schon die kleinen Turnerinnen vor den Augen der Zuschauer durch die verschiedensten Gang- und Hüpsarten, denn mir freudestrahlenden Gesichtern durchzogen die Kleinen den Turnsaal auf schön gebogenen und geschlungenen Linien. Die größeren Mädchen entwickelten bei den verschiedensten Gangarten nach vielen Richtungen und in verschiedenen Gruppirungen eine geradezu bewunderungswürdige Mannigfaltigkeit und Fertigkeit. Sieben verschiedene Reigen wurden von den Mädchen mit dem größten Vergnügen, aber auch mit ernstlicher Bemühung wirklich wunderschön ausgesührr, und namentlich die präcise Ausführung des Ball- und Schwank- hüpsreigens imponirte allen Zuschauern. Die Hebungen an der Leiter, der Streckschaukel, der Rundlauf, die Gänge aus der Schwankschaukel wurden von den Turnerinnen in einer so schönen und sicheren Weise ausgesührt, daß alle Anwesenden nur Worte des Lobes hatten. Gegen 5 Hhr nahm die Prüfung der Mädchen aus der erweiterten Mädchenschule ihren Anfang, und wir haben nicht nöthig, über die Einzelheiten, wie oben, zu berichten, denn auch diese Schülerinnen haben fast alle oben angeführten Hebungen so nett, sicher und präcis zur Ausführung gebracht, daß darüber alle Anwesenden in das höchste Erstaunen versetzt wurden. — Schwurgerichts-Verhandlung vom 12. März 1891. Unter dem Vorsitze des Großh. Landgerichtsraths Pückel wurden die Schwurgerichtssitzungen für dieses Quartal eröffnet. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen Wilhelmine Müller von Usenborn wegen Kindestödtung. — Als Geschworene wurden ausgeloost die Herren: Heinrich Sehrt, Johann Friedrich Stoll, Wilhelm Kalbhenn, Bürgermeister Hensel, Ernst Eduard Vogt, Karl Hämmerle, Johann Georg Gernand II., Christoph Theodor Brück (Gießen), Johannes Frank, Karl Becker II. (Gießen), Johannes Peter Brach (Gießen) und Heinrich Euler. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlich- keit statt und endete mit der Vernrtheilung der Angeklagten in eine Gefäugnißstrafe von drei Jahren nebst Kosten, nachdem die Geschworenen (Obmann: Christoph Theodor Brück) die Schuldfrage sowie die auf mildernde Umstände gerichtete Nebenfrage bejaht hatten. — In vergangener Nacht kurz nach 12 Uhr wurden die Bewohner der Stadt durch die Sturmglocke aus dem Schlafe ausgefchreckt, und ein intensiver Feuerschein ließ auf den Ausbruch eines größeren Brandes schließen. Glücklicherweise war es nur eine im Garten Leihgesterner Weg Nr. 21 stehende größere Bretterbude, die zur Ansbewahrung von Stroh diente, welche in Brand gerathen war und bei dem herrschenden Sturmwinde und dem gänzlichen Mangel an Wasser in jener Gegend bis auf den Grund niederbrannte. Die Entstehungs- nrsache ist nicht bekannt. Es dürste auffallen, daß dieses schon der fünfte Brand innerhalb anderthalb Jahren in diesem Stadttheile ist. • Friedberg, 10. Mürz. Die hiesige Realschule und das Progymnasium waren im verflossenen Schuljahre von 274 Schülern besucht und zwar von 142 einheimischen und 140 auswärtigen. Der Consession nach vertheilen sich dieselben in 209 Evangelische, 29 Katholische und 44 Israelitische. Das Progymnasium besuchten 71 Schüler. Eröffnet wurde das Schuljahr mit 274 Schülern, eingetreten sind 8, abgegangen 8, so daß der Bestand am Schlüsse des Schuljahres 274 Schüler beträgt. Die Prüfungen finden am 12. und 13. März, der öffentliche Schulactus am 14. März, die Aufnahme neuer Schüler am 6. April statt. Friedberg, 11. März. Kürzlich unterzog ein königlich preuß. Landrath von Hofgeismar mit Kreisrath Dr. Braden unter Führung von Decan Meyer die hiesige „Herberge zur Heimath" einer eingehenden Besichtigung. Das für die Herberge selbst sowohl als für unsere Stadt sehr erfreuliche und ehrenvolle Ergebniß der Jnspection war, daß sich die genannten Beamten sehr befriedigt, sowohl über die innere Einrichtung, als die Führung der so segensreich wirkenden Anstalt aussprachen. Laubach, 10. März. Laubach wird nun auch eine Wasserleitung erhalten und soll mit dem Bau bei günstiger Witterung baldigst begonnen werden. Dieselbe wird noch in diesem Herbst vollendet und werden ihre wohlthätigen Einrichtungen dann sofort dem Publikum zu Gute kommen. Mit Ingenieur Hilliger in Frankfurt a. M. wurde der betr. Vertrag abgeschlossen. Alsfeld, 9. März. In einer seit Kurzem hier eröffneten Möbelfabrik ereignete sich dieser Tage ein trauriger Up glückssall. Dem an der Kreissäge beschäftigten Arbeiter Müller von Billertshausen wurden vier Finger der rechten Hand total abgesägt. Herr Dr. Dornseiff, welcher sofort gerufen wurde, mußte leider die Hand des Verunglückten amputiren und einen Nothverband anlegen, worauf Müller ins hiesige Spital verbracht wurde. — In hiesiger Gegend, namentlich in Romrod, ist seit einiger Zeit die gefürchtete > Influenza wieder aufgetreten. § Aus dem Kreise Alsfeld, 11. März. Unsere Befürchtung bezüglich Ausbreitung der wieder auftretenden Maul- nnd Klauenseuche im Kreise scheint sich leider bewahrheiten zu wollen. Nachdem Gr. Kreisamt anfangs nur über ein Gehöft in Leusel die Sperre angeordnet, wird jetzt dieselbe über die ganze Gemarkung Leusel verfügt. Daß der am 18. d. Mts. zu Homberg a. O. stattfindende Viehmarkt mit Rücksicht auf das Bestehen der Maul- und Klauenseuche in mehreren Gehöften daselbst untersagt ist, haben Sie bereits schon mitgetheilt. Unzweifelhaft geht hieraus hervor, daß die plagende Seuche wieder rasch an Verbreitung gewinnt. St. Ans dem Ohmthal, 11. März. „Die linden Lüfte sind erwacht" , warmer Regen träufelt auf die Fluren und wäscht die letzten Spuren des scheidenden Winters hinweg. „Der Schnee ist überall gewichen" und seine Neste verkriechen sich hinter Gräben und Rainen und schrumpfen jeden Tag mehr zusammen. Die Koppen des Vogelsbergs sehen nicht mehr weiß ins Thal. Im Morgengrauen ertönt der aup munternde Ruf der Meise an den Landmann „spitz die Schar!" und auch der Buchfink schinettert wieder fein hellklingendes Lied. Das sind die Vorboten des kommenden Frühlings. Endlich zeigt die Vegetation nach langem Winterschlaf wieder Leben, bereits ziehen sich grüne Streifen durch den falben Wiefengrund, es sind die sprossenden Gräser. Unter der Hecke knospet das Veilchen, noch getraut es das Auge nicht zu offnen vor den es blendenden, von nahen Rainen herüber leuchtenden einzelnen Schneestreifen. Das Schneeglöckchen aber, das heuer gar lange zurückgehalten, läßt schon die weißen Streifen des bald berstenden Köpfchens hervor- leuchteu- es wartet auf das Zeichen zum Einläuten des Frühlings. Hält die gegenwärtige linde Witterung an, dann wird es nicht mehr lang auf sich warten lassen. Frost haben wir, trifft die bekannte Wetterregel von den 40 Rittern zu, welche in der Nacht vom Montag auf den Dienstag nur ihre kurze Visite machten, auch nicht mehr zu erwarten- beim gefroren hat es in der Nacht nicht, anders hätten wir der Regel nach, noch 40 Frostnächte zu erwarten gehabt (?). Das anhaltende Regenwetter läßt die Ohm über ihre Ufer treten und schon droht ein See das Wiesenthal zu begraben. Auch in die Keller, Scheunen und Ställe dringt abermals das Wasser aus allen Fugen und die Leute haben wiederholt ihre Noth mit der leidigen Wassercalamität. Es steht aber sicher zu erwarten, daß diesmal die Wasserstauung nicht so lange anhält, denn der milde Regen wird bald die noch unten gefrorene Erde aufthauen. Der Winter hat Heuer in der That „sehr gedroht", aber „es muß doch Frühling werden!" Herbstem, 6. März. Ein Handelsmann und Viehhändler von Ulrichstein lieferte zu Ende vorigen Jahres einem Bauer mehrere Pfund Rindfleisch. Als der Bauer das Fleisch gekocht hatte und es genießen wollte, fand er, daß es kein Rindfleisch, sondern geringwerthiges Ziegenfleisch war, worauf derselbe Anzeige gegen den Handelsmann wegen Betrugs erhob. Letzterer, ein wohlhabender Mann, wurde nun heute am hiesigen Schöffengericht des Betrugs für schuldig erachtet und in eine Gefäugnißstrafe von vier Tagen und in die Kosten vernrtheilt. ________ — Kleine Mittheilungen aus dem Großherzogthum Heffeu. Der Weinhändler PH. Mattern in Wörrstadt wurde zu 100 M. Geldstrafe vernrtheilt, weil er im Jahre 1889 unter Verwendung von 3]/2 Ohm Wein, Zucker, Rosinen drei Stück — 3600 Liter Wein hergestellt hatte. Ferner hat er im Juni 1890 6—8 Ohm Drusen und aus einer Brühe, die er durch Einweichen von bereits gekeltertem Trester, unter Zusatz von ca. 22 Centner Zucker und etwa 60 Liter Sprit gewann, ca. 6600 Liter Wein hergestellt. Eingezogen wurde eigeu- thümlicher Weise diese Sorte „Wein" nicht. — Am Samstag wurden von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog die mit der Verdienstmedaille ausgezeichneten Arbeiter Hahn, Krost, Kriger, Kandier, Schreiber, Kandner, Hitter, Kaik, Kraft und Ditt, welche in den Mainzer Lederwerken über 45 Jahre beschäftigt sind, empfangen. — Im Tunnel zu Mainz riß am Samstag ein Güterzug auseinander, weil ein in demselben befindlicher Waggon zu hoch beladen gewesen. — In Babenhausen wurde am 6. dss. Mts. ein etwa 60 Jahre alter Mann verhaftet, der schon seit längerer Zeit im dortigen Gemeindewalde campirte. Der Mann gerirte sich bei seiner Festnahme als der zweite Schäfer Thomas und prophezeite für die nächste Zeit einen furchtbaren Krieg. Der Mann wurde zur weiteren Beobachtung feines Geisteszustandes ins Seligenstädter Amtsgericht abgeführt. — Vor Kurzem passirte ein fremder Mann hoch zu — auf den Schultern eines anderen Menschen die Stadt G a u-Al g e s he im, um an den Bahnhof zu kommen. Der Reiter war, wie man sagt, für 2 Mk. von Ober-Hilbersheim von dem Anderen den ganzen Weg (zwei Stunden) getragen worden. Der arme zweibeinige „Gaul" war, trotzdem er in Hemdärmeln ging, ganz in Schweiß gebadet. — In Flomborn wurden infolge des Gerüchtes, daß in dortiger Gegend falsches Geld sabrieirt würde, ein Spenglermeister nebst seinem Sohne verhaftet. — Eine mehr leichtsinnige als lustige Wette wurde neulich in Bischofsheim eontrahirt. Ein hetrathslustiger, junger Bursche von da wettete 50 Liter Wein, daß er bis kommende Ostern in den Stand der Ehe getreten sei, trotzdem er bis jetzt noch keine Wahl getroffen habe. Wenn der junge Mann auf diesem Wege nur nicht ein Weib erhält, das ihm nach der Hochzeit begreiflich macht, daß, wer sich in Gefahr begibt, darin umkommt. — Infolge Wegfalls der Weinsteuer soll in vielen Orten Rheinhessens der Schoppen Wein um 5 Psg. billiger verzapft werden. — In Büdesheim schoß am Sonntag Abend ein junger Mann nach vorher- gegangenem Wortwechsel mehrere Revolverschüsse auf seinen Schwiegervater ab. Die demselben zugefügten Verletzungen sollen indeß nicht gefährlich sein. — Infolge des günstigeren Wafferstandes des Rheines ist z. Z. der Transport von Kohlen ein recht reger. Am 9. dss. Mts. passirten z. B. 18 Kohlenschiffe Bingen. — Am Samstag Nachmittag steckten in Mainz einige Buben das hohe, aber gänzlich verdorrte leider [J • hu* nr o^ahrk-i.,.. Jer ’ lüe Über x r atn 1» ? er die öerelts {*ttn ^e- ,t- H wnnt. p*be °»s i'fcw ’ei1 SintFtn" ""k Ä S«Ä3 -L-sr M4 rK’ fomn’'nt>en M langem Wimri * Streifen L l*” ®tä[er. Unter Stt* -- das R°,nen «Witt, ll^on H-Mr- 1 Minuten desZM.. erun9Ql1/ dann toitb «• Krvst haben wir, ^0 Rittern welche 1,9tö9 nur ihre kurze lten/ denn gefroren wir der Regel nach, (?)• Das anhaltende br treten und tchvn jxaben. 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Nur durch rasches Eingreifen der Soldaten wurden die Flammen zerstört, die die gefüllten Pulvermagazine umgaben. — Der Stadtvorstand zu Heppenheim har beschlossen, das electrische Licht zur Straßenbeleuchtung cinzusübren. vennischtes. * Darmstadt, 10. März. Die Hessische Staatsschuld betrug nach einer soeben im Regierungsblatt veröffentlichten Uebersicht am Schlüsse des Etatsjahres 1888/89 zusammen 35 700 686 Mk., hiervon ist der größte Theil, nämlich 35 246 752 Mk. zu 4pCt. verzinslich. — Die Aktiven der Hauptstaatskasse betrugen 6 109184 Mk., die Passiven 35 704 404 Mk., somit verblieb zu Ende des Etatsjahres 1888/89 ein Passivstand von 29 595 220 Mk. * Darmstadt, 10. März. Die Bank für Handel und Industrie wird bei einem Reingewinn von 8,445,370 Mk. 9 pkt. Dividende vertheileu. * Marburg, 10 März. Der am Sonntag Abend bei Niederweimar überfahrene Manu wurde als ein in Roth wohnhafter Knecht recognoscirt. Derselbe war vorher in einigen Wirthschaften Niederweimars gewesen. Er schien angetrunken zu sein und erzählte von seinem Bruder, der in Amerika durch Ueberfahren eines Eisenbahnzuges sein Leben verloren habe, sodaß man einen Selbstmord vermuthet. Der Verstorbene war verheirathet und Vater zweier Kinder. Verkehr, Land- nnd DolhuJinkjjcbaft Gedern, 10. März. D> heute hier stattgefundene erste diesjährige Vtehmarkt war trotz des herrschenden argen Regenwetters ziemlich stark deiahren, besonders mit Schweinen. Es waren aufgelrieben ca. 350 Schweine, worunter 300 Stück sogenannte Herbstferkel oder Läufer waren. Da wenig Käufer vorhanden waren, so glaubte man anfangs, es würde wenig verkauft werden, doch wurde immerhin ein beträchtlicher Theil verkauft, jedoch zu geringen Preisen, das Paar zu 60—75 Mark. Auch die wenig vorhandenen Zuchtschweine und fetten Schweine wurden billig verkauft. An Rindvieh waren nur ca. 60 Stück aufgetrieben. Ltmdvrg, 11. März. Fruchtmarkt. Rother Weizen JL 17.35, weiher Weizen JL —, Korn 13 45, Gerste JL 10.60, Hafer JL 7.60 Erbsen •* ——, Kartoffeln JL »rantfurt, 9. März. Vieh markt. ES waren angetrieben 347 Ochsen, 17 Bullen, 389 Kühe, Stiere und Rinder, 276 Kälber. 205 Hämmel und 521 Schweine. Die Preise stellten sich für Ochsen 1. Qual, auf JL 68—72 pr. Ctr- Schlachtgewicht, 2. Qual. JL 60—64, Bullen JL 49—51, Kühe und Rinder 1- Qual. JL 58—60, 2. Qual. JL 46-50, Kälber 1. Qual. 67—72 H, 2. Qual. 58-63 H, Hämmel 1. Qual. 67-70 H, 2. Qual. 58—60 H per Pfd , Schweine 1. Qual- 58—59 H, 2 Qual. 56—57 H pr. Psd- Schlachtgewicht.______________________________________________________ Rohseide»- Bastkleider Mk. 16.80 pr. Stoff zur compl. Robe und bessere Qualitäten vers. porto- und roll tret das Fabrik-DSpöt €L Henneberg (K. u. K. Hofltef.) Zürich. Muster umgehenend. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 2271 P"®ir machen unsere Leier auf die imAnnoncentheil unseres heutigen Blattes enibaltkne Bekanntmachung der Technischen Hochschule -a Darmstadt aufmerksam. Dieselbe gewährt eine vollständige wtssentchaitliche und künstlerische Ausbildung für die technischen Fächer. In besonderen Fachabtheilungcn werden Architecten, Bau- Ingenieure, Eultur-Ingenieure, Maschinen , Ingenieure, Electro- Ingenleure, Chemiker und Apotheker ausgebildet; desgl. in der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Schule Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften, sowie Geometer. Auch Fabrikanten, Kunst- und Gewerbetreibenden ist die Hochschule zur Erlangung der er- erfoderlichen Kenntnisse behülflich. Das akademische Studium an der Technischen Hochschule zu Darmstadt berechtigt zur Zu. lassung zur Staatsprüfung für Hochbau, Jngenirurwesen und Maschinentechnik insämmtlichen deutschen Staaten, welche solcheSlaats- prüsungen abhalten. Für die Retchsprüfung der Apotheker ist der Betuch der technischen Hochschule demjenigen einer Universität gleichgestellt; auch ist der pharmaceutischen Prüfungs-Commission in Darmstadt durch Bundrsraths-Beschlutz die Berechtigung zur Er- theilung für daS ganze Reich giltiger Approbationen gegeben worden. Bei Gebrüder Stamm (Markt- und Schulftraßen- Ecke I. und II. Stock) findet man die größte Auswahl der schönsten Herren- und Knabenkleider. Neueste Stoffe zur Anfertigung nach Maaß.! [421 | Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Freitag Abend 530 Uhr, SamStag Vormittag 830 Uhr, SamStag Nachmittag 3oo Uhr, Samstag Abend 6<° Uhr. ■ Die erledigte Stelle eines Kreis- straßenwartes mit dem Sitz in Garbenteich oder Hausen soll aus 1. April d. I. neu besetzt werden. Bewerber haben ihre Meldungen unter Angabe von Alter, Wohnort und seitheriger Beschäftigung, sowie Beifügung etwaiger Zeugniffe über ftühere Arbeitsleistungen ähnlicher Art schriftlich bei dem Bezirksbauausseher Rohrer in Gießen, welcher über die Dienstob- liegenheiten weitere Auskunft erthellt, bis längstens 22. März d. I. zu erstatten Gießen, am 9. März 1891. Der Kreisousfchuß des Kreises Gießen- 2283 v. Gagern. Submission. Die Abfubr deS Straßeu- kehvicht- auf das Jahr 1891/92 ioU auf dem Submissionsweg vergeben «erden. — Angebote hierfür find bis nächsten Montag Vormittags 11 Uhr auf dem Stadtbauamt einzureichen, woselbst die Betriebsbedingungen offen liege». Gießen, den 12. März 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 2274 Coilcllrsmfllhreu. Ueber den Nachlaß des Gr. Kreis- neteriniirarztes Dr. Julin- Geist in Gründers wird, da die Wittwe derselben, Marie, geb. Cellarius, Namens ihres minderjährigen Sohnes Karl Geist die Erbschaft auSge- fchlagen, auf Antrag des bestellten Nachlaßverwalters, nachdem er die Ueberfchuldung glaubhaft gemacht hat, heute am 10. März 1891, Nachmittags 5 Uhr, das Concursverfahren eröffnet. Der Herr Sparkafferechner Juliu- Sa¥l in Grünberg wird zum Con- eursverwalter ernannt. Concursforderungen sind bis zum 3. April 1891 bei dem Gerichte auzumelde» E« wird zur Beschlußfaffung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- biqerausfchuffes und eintretenden Falls über die in 8 120 der Concursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf SamStag den 11 April 1891, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Men Personen, welche eine zur Concnrsmaffe gehörige Sache in Besitz haben oder zur Concursmaffe etwas schuldig find, wird ausgegeben, nichts an de» Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auserlegt, von dem Befitz der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Coucursverwalter dis zum 1. April 1891 Anzeige zu machen. Das Großh. Amtsgericht zu Grünberg, (gez.) Mickel. Veröffentlicht gemäß S 103 der C.-O. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. Wießner. 2256 Holz-Versteigerung. Montag de» 16. d. Mts kommt in dem Gemeindewald zu Crumbach in den Districten Himbach und Pfaffenmark folgender Holz zur Versteigerung: 1) 116 Rmtr. Buchen - Scheit- und Knüppel, 2) 60 Rmtr. Stockholz, 3) 7000 Buchen-Wellen (Durchforstung) und 4) circa 6 Festmtr. Ftchten-Stammholz. Der Anfang ist Morgens 10 Uhr am Eingang zur Pfaffenmark. Crumbach, den 11« März 1891. Der Bürgermeister: 2257 Wagner. Holzversteigerung I im Steinbacher Gemeindewald District Heiligenwald. Mittwoch den 18. März 1891, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Steinbacher Gemeindewald, District Helligenwald, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: a. Brennholz. 294 Rm. Buchen-Scheitholz, 198 „ Buchen-Knüppel, 4300 Buchen-Reisholz-Wellen, 70 Rm. Buchen-Stockhoh, 4 „ Etchen-Scheiter, 6 „ Eichen-Knüppel, 220 Wellen Eichen-Reisholz, 7 Rm. Eichen-Stöcke, 22 „ Nadel-Scheit, 40 „ Nadel-Knüppel, 1130 Wellen Nädel-Reirholz, 24 Rm. Nadel-Stöcke. b, Bau- uud Weskholz 26 Eichenstämme von 24—62 cm Durchmesser, 6—12 m Länge — 24 fm, 4 Buchenstämme von 38—43 cm Durchmesser, 4—13 m Länge — 5,80 fm, 50 Kiefernstämme von 16—32 cm Durchmesser, 14 m Länge — 15,70 fm, 35 Fichten-Derbstangen und 110 Fichten-Reisstangen. Bemerkt wird, daß das Bau-, Werk- und Nutzholz Nachmittags kurz nach 2 Uhr zum Ausgebot kommt. Die Zusammenkunft ist Morgens um die bestimmte Stunde am Vicinalweg von Steinbach nach Dorsgill. Steinbach, am 10. März 1891. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 2265 Cotjoerfleigmuig. Die diesjährige Lohernte aus dm Gemeinde-Waldungen von Dornholz- Hausen, Hörnsheim, Niederkleen, Oberkleen, Reiskirchen und Vollnkirchen ist auf schriftliche Gebote, welche bis zum 20. d. Mts., Borm. 10 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, hierhin einzureichen sind und zu welcher Stunde deren Eröffnung erfolgt, zu verkaufen. Jede bezügliche Auskunft hier zu erfahren. Groß-Rechtenbach, 11. März 1891. 2266 Das Bürgermeister-Amt. Holz-Versteigerung i im Gießener Stadtwalde.! Montag den 16. März 1.891, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Dachsbau, Dornstrauch und Strangswiese des Schutzbezirks Fernewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A Bau-, Werk- und Nutzholz. 219 Fichtenstämme mit 89,17 Festm. B Brennholz. Lcheith. Prügelh. Stockh. Rrish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Eichen 1 2 - 3350? Buchen — — — 930 Nadel 40 282 47 9590 Weichholz— - — 750 und Dornen Die Zusammmkunst ist am Oppm- röderweg auf der Hauptschneise. Gießen, am 7. März 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. __________Gnauth._____2108 Faselochsversteigerung. Montag den 16 März d. I. Vormittags 10 Uhr, soll ein der Gemeinde Alten-Buseck gehöriger fetter Faselochse im Gemeindehaus dahrer meistbietend versteigert werden. Dann sucht die Gemeinde einen jungen sprungfähigm Faselochsen Vogelsberger Raffe anzukaufen. Verkäufer können ihre Mitthellungen portofrei auf hiesige Bürgermeisterei gelangen lassen. Alten-Buseck, am 11. März 1891. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. __________Kräm er.______2258 Mittwoch den 18. Märf, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht erboer theilungshalber die den Philipp Dsniel Ockel Eheleaten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 363 — 56 Meter Hofraithe im Tiefenweg, Flur HI Nr. 24 — 1700 Meter Acker an der allen Leimenkaute, Flur III Nr 25 — 1700 Meter Acker daselbst, Flur IV Nr. 41 — 2525 Meter Acker am Wismarer Weg über dem Schulbachischen Acker, Flur 32 Nr. 160 — 1706 Meter Acker im Altenfeld auf das Bruch öffentlich fteiwillig versteigert werden. Gießen, 12. März 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: V-at. 2281 Aeikgeöotenes. Frische Schellfische, Kieler Sprotten, Kieler Bückinge und Eablia« treffen heute Abend ein. [297 E. Dort, Walltborstraße 45. 2263] 12—15 Ctr. Dickwurzeln ver- kaüft Wilhelm Lange, Bäcker. Conserven: Erbsen, Spargel, Schnittbohnen, Champignons und sämmtliche Compotfrüchle in Büchsen und Gläsern (nur beste Marken), verkaufe zu Orig.-Fabrikpreisen, also billigste Bezugsquelle bei 2292_________E. G. 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[1497 Theilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Bruder, Schwager und Onkel Theodor Makkomefius gestern Nachmittag V23 Uhr nach längerem Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Gießen, den 12. März 1891. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag den 13. März 1891, Vormittags 11 Uhr, vom Sterbehaus (Neustadt 35) aus statt. 2285 was Schön. 2260 Chr. Kosenberg (Lotz' Hinterhaus) befindet 2103 2259 rufen. Main-Weser-Hütte bei Lollar 2145 Unterricht Strohhüte A. Fangmann, Bahnhofstr. 29. Colonialwaaren-Geschäft für Töchterschulen geprüfte Lehrerin. heilen. 2?89 Reichsbank-DiScont 3 pCt. — Frankfurter Bank-DiScont 3 M. oder Lanfmädiyen Westanlage 28, I, 2267] Schneiderinnen wie Lehr- mLdchen gesucht bei Eh. Kurz, Damenschneider, Schulstr. 4. J Ketzler, Pferdemetzgerei. 2199] Ein Spenglerlehrling gesucht- Um stille Thellnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Bäcker Georg Heuser und Frau Großen L luden, den 11. März 1891. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag statt. ein tüchtiges Mädchen für -Küche und Hausarbeit auf Ostern. Näheres 2261 Südanlage 15, parterre. "T264r"3roet tücht SchneidergestNeir werden sof- auf dauernde Beschäft. ges. von Philipp Zeng. Schneidermstr., Lollar. 2280] Ein gesetzter Mann mit einer correcten Handschrift und Keim'nisse der Buchhaltung, als Copist und gewandter Zeichner geübt, sucht irgend welche Br- schäftigung, auch als Aufseher in einem technischen Geschäfte bei mäßigen An- i jprüchen. Anfragen schriftlich bei der Erpedition des „Gießener Anzeiger" unter , der Chiffre A. 0. niederzulegen. ■ Anmeldungen nehme ich in meiner Wohnung. Ludwigsplatz 13 II, täglich von 12 bis 2 Ubr entgegen. Prospekte sind in meiner Wohnung, sowie in der Exped- d. Bl. zu haben. Anna Stix, Hch. Adam Lindenstruth, Schmiedmeister.______ Rrdactiou: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. 8. z. T. 13. 3- Ab- 8 U. Bea. R- u. Cons- I. G Tagesord-: Bauangelegeu- Freunden, Verwandten und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unfer innigstgeliebtes Töchterchen und Schwester Katharina heute Morgen 10 Uhr nach einem kurzen, aber schweren Leiden im Alter von 3l/a Jahren zu sich in ein besseres Jenseits abzu- Strohhüte werden gewaschen und fa^onirt. [2181 Käthchen Weidig, Seltersweg 59, I. Alice-Schule. Montag den 16 und Dienstag den 17. März, findet die , ., 2290 MsAkilM, unfern $4nlmn««arbtiltn statt, morn die verehrten Eltern der Schülerinnen, sowie Freunde der Anstalt sieundlichst einladet b,t a3"rft*“6‘ Der neue Eursu» beginnt Montag den «. April. Nachhilfeunterricht Z in allen Lehrfächern des Gymnasiums (mit Ausnahme von Physik und Mathe- mattk in Oberklassen) zum Zwecke der Vorbereitung auf Nachprüfungen u. bergt- erthellt Wolfgang Textor »tud. phil. dass., Bletchstraße 14, I. 2469] Gesuch: wird eine Haushälterin bei einen einzelnen Herrn nach auswärts, sowie auch Mädchen für Küche unb1 Hausarbeit durch Frau Müller, Löwengasse 2268] Ein brav. Dienstmädchen für e- kl- Haush. ges. Näh. i- d Exp. d Bl- 2282] Ein ordentliches Dienstmädchen gesucht. Marktplatz 18. Frau Katharine Braun Wwe., geb. Hauff, wir Verwandten und Freunden tiefbetrübt mittheilen. Giessen und Darmstadt, den 11. März 1891. Die trauernden Hinterbliebenen: Georg Gernand, Margarethe Gernand, geb. Braun, Albert Gernand, Elisabeth Gernand, Johanna Gernand. Todes - Anzeige. Gestern Morgen 9y2 Uhr verschied im Alter von 81 Jahren nach längerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Tante 2057] Zwei elegant moblirte Zimmer, zusammen oder getrennt, zu vermiethen. Bleichstraße 4 per 1. April zu vermiethen- [2154 Ludw. Orth, Neuen Bäue 11. 2198] Laden mit großem Zimmer zu vermiethen. Näheres Bahnhofstraße 58, II. St. Für das Comptoir eines Fabrikgeschistes wird zu Ostern ein Lehrling gesucht- Vortheilhafte Bedingungen; bei entsprechender Leistung im dritten Jahre Salair. Näheres in der Exped d. Bl. 1862 2226] Ein Mädchen empfiehlt sich int Kleidermachen in und außer dem Hause. Marktplatz 8 (Hinterhaus). Gesucht ein braver Junge, der die Bäckerei ju erlernen wünscht. 2125 Christian Fatz, Neuen Baue- Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 12. März 1891. Schlußcovrse 1 Uhr 15 Min. ’lto Atm I 2278] Eine Dienstmagd auf sofort WerMlNYlMgeN. gegen guten Lohn gesucht. 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Maschinenwesen in Baden, Bayern, Braunschweig, Hessen, Preussen, Sachsen, \V urttem- Kero- Anmeldungen f- d. Sommersemester Ibis 11. April. deF 0 lesungen 14. April. Programme ▼. Secretariate unentgeltlich. Die PirectiOlL Meine werthen Badegäste, sowie ein verehrliches Publikum mache ich darauf aufmerksam, daß ich mit dem Heutigen ein Dampf-Schwitzbad in meiner Badeanstalt eingerichtet habe und empfehle solcher zur gefl. Be- nuduna. — Aller Nähere in der Badeanstalt zu erfragen- 1799 Andreas Euler* Th eile meiner Werth en Kundschaft hierdurch mit, daß sich meine Schmiede nunmehr Bürgerclub. ordentliche Generalversammlung AienAtag bnt 24 b* 9l66itb8 V2$ im Cafe Ebel- Taaesorduung: 1) Rechnungsablage. 2) Voranschlag. 3) Vorsiandswahl. 2275 Der Borstand. Im Interesse der Gesellschaft wird um zahlreiches Erscheinen gebeten. ^Ortsgewerbeverein Lich. Sonntag den 13. März l. I.. Mittags »'/, Uhr. wird Herr Ingenieur Brockmann aus Offenbach a. M. in hiesigem Verem un Lriland'fchen Saale einen Vortrag über Kleinmotoren und deren Be- deutung in der Kleinindustrie halten und beehren wir uns. bte Mitglieder und Freunde des Vereins hierzu ergebenst einzuladen. Lich, den 11. März 1891. , o., Der Vorstand des Ortsgewerbeverems Lich. 3% Reichsanlethe 372% do. 30/0 Preuß. Conscls 3Vi°/e do. 86 451 99.10 86 55 99.201 40/0 Ung. Gold-Rente 50/0 Jtal. Rente 4V5°/o Oest. Silber-Rente 5% Ruff. III. Orient -260 »4,30 81 50 77.00 Disconto-Command^Auth. Darmstädter Bank'Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankoer.-Act. Oeft. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. 203.20 148,10 152 80 127.50 103.50 27062 217 87 Lo«b. E.-B.-Act. Buschtherader E.-B.-Aet. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act. 118.25 43400 200.62 158.30 142.10 116.20 M.50 31/# °/o Gießener Gelsenk. Bergw.-Act. 96 — 160.00 i Ver. Königs-Laurah^Aet. Tendenz: rnhig. 124 50