Nr. 290 Samstag den 12. Deeember 1891 tostyMM jun*#« täglich, <*fc ütaMalaw des SioirtaGs. 18M Oteßener ^«UitelUiUl bttn Anzeiger Ehrlich iMiml V^tk^L Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. virrtHNil Origer 2 Mark 20 Pfz. aaö Bringerlohn. Durch die Post bezvM 2 Mark 50 Pfg, Äebectien, LxpedMtt und Druckerei: -chnt-ratze M«''. Krrr frecher Li, Amt»- und Anzeigeblatt für den U«e» Gieren. jilUTirniTlillifl TIM ■Illi 1 III LL'^ULL-L-.'srrrr J ♦»•«**««« ♦<**« Jamuim«^. s ja^raaKsss: Arntlirhev Theil. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Schuhmacher Martin Erb von hier am 8. December l. I. als Hülfsschutzmann verpflichtet und in den Dienst eingewiesen worden ist. Gießen, den 10. December 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _________Fresenius.__________________ Bekanntmachung. Der aus Düsseldorf gebürtige, zuletzt in Bremen wohnhaft gewesene Agent Ernst Joseph Alfred Bürkel, geb. am 31. Januar 1862, wird von der Staatsanwaltschaft Bremen wegen Betrugs steckbrieflich verfolgt. Bürkel hat eine größere Anzahl Geschäftsleute, namentlich Brennereibesitzer und Bäcker dadurch betrogen, daß er dieselben durch Einsendung vielversprechender Prospecte und Garantiescheine veranlaßte, sich gegen Einsendung größerer Geldbeträge oder Postnachnahme Recepte für vortheil- hafte Hefebereitung schicken zu lassen, worauf Bürkel dann den Betreffenden ein werthloses, nichtssagendes Schriftstück zugestellt hat. Alle Diejenigen, welche von dem Bürkel etwa in gleicher Weise betrogen worden sind, werden aufgefordert, sich schriftlich oder mündlich bei der unterzeichneten Behörde zu melden. Gießen, Den 10. December 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. . Fresenius. Deutsches Reich. nn. Darmstadt, 10. December. Hessischer Landtag. Nach Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe und Berichts- anzeigen, worunter eine Vorlage der Regierung für die widerrufliche Anstellung von 40 Hilfsgerichtsschreibern, sowie Anforderung von 15000 Mk. für Schreibhilfe bei den Gerichten, tritt die Kammer sodann in die Berathung der Jagdgesetze, hier den Gesetzentwurf über denErsatz desWild- schadens, ein. Bei der General-Debatte zu den Vorlagen anerkennen sämmtliche Redner die Nothwendigkeit der Regelung dieser Jagdgesetze, welche seit 1806 keine Regierung zu ändern sich erlaubte. Es sei deßhalb um fo erfreulicher, daß die jetzige Regierung sich an diese Aufgabe heranwage, wenn auch nicht alle Wünsche berücksichtigt seien. Abg. Schröder führt bei dem Gesetzentwurf „Gemeindejagden" Klage, daß es seiner Ansicht nach nicht nöthig gewesen sei, hierfür ein besonderes Gesetz zu machen. Man jet ja bis jetzt mit dem vorhandenen ausgekommen und so könne es auch für die Folge bleiben, bis zu einer angeregten durchgreifenden Revisiion. Ministerialrath Emmerling kann dieser Ansicht nicht zustimmen. Die Theilung der Gemeindejagden in kleinere Districte von 400 Morgen werde damit erstrebt. An der Debatte betheiligen sich die Abgg. v. Rabenau, Schade, Vogt, Pfannftiel, Muth, Frank und Metz. Bei der nun folgenden Specialberathung des Wildschadensgesetzes wird Art. 1 nach kurzer Debatte mit 20 Stimmen, Art. 2 mit 23 Stimmen angenommen. Diese lauten in neuer Fassung: Art. 1. Der Schaden, welcher durch Wild an den Erzeugnissen von Feldern, Wiesen, Weinbergen und Gärten, sowie an Holzgewächsen angerichtet wird (Wildschaden), muß dem Beschädigten auf Verlangen ersetzt werden. Der von Federwild, mit Ausnahme der Fasanen, verursachte Schaden wird nicht vergütet. Art. 2. Niemand ist verbunden, seine Grundstücke einzufriedigen oder die Erzeugnisse in anderer Weise zu schützen. Jedoch ist ein Anspruch auf Ersatz von Wildschaden ausgeschlossen, wenn derselbe sich ereignet an Obstbäumen, deren Eigenthümer unterlassen hat, diese mit ausreichenden Schutzvorrichtungen zu versehen, an Baumschulen, Saat- und Pflanzbeeten zur Anzucht von Holzgewächsen aller Art, aus Grundstücken, welche mit einer Mauer, einem geschlossenen Zaun oder einer dergl. Hecke umgeben und mit Thür und Schloß versehen sind. Art. 3, welcher die Bestimmung enthält, daß zum Ersatz des Wildschadens der zur Ausübung der Jagd Berechtigte verpflichtet sein soll, findet keinen Anklang und wird an den Ausschuß nochmal verwiesen und die Debatte abgebrochen. Moraen wird auch über das Gesuch der Regierung wegen Aufhebung der Immunität des Abg. Müller (nocJ und aus gefängliche Vorführung vor hiesige Strafkammer entschieden werden. Bekanntlich hatte der Abg. Müller in einem gegen ihn schwebenden Preßpioceß sein Erscheinen vor der Strafkammer verweigert. Sicherem Vernehmen nach ist die Mehrheit des Ausschusses nicht abgeneigt, dem Ersuchen der Regierung entgegenzukommen. In den nächsten Tagen geht der Kammer eine Vorlage wegen Erbauung zweier fester Brücken über den Rhein bei Worms zu. Schluß Uhr. Morgen Sitzung. Berlin, 10. December. Seit langem hat kein politisches Ereigniß das allgemeine Interesse so nachdrücklich in Anspruch genommen, als der in den letzten Tagen erfolgte Abschluß der zwischen den mitteleuropäischen Staaten vereinbarten Zoll- und Handelsverträge und deren Veröffentlichung. Das Urtheil der öffentlichen Meinung in Deutschland über die neuen Verträge ist insofern ein ein- müthiges, als man anerkennt, daß die starre Schutzzollpolitik der Staaten durchbrochen ist und daß die abgeschlossenen Verträge die sich bereits politisch nahestehenden Staaten Mitteleuropas sich nun auch wirtschaftlich näher bringen werden. Ob jedoch die gewährten Zollvergünstigungen für alle Bevölkerungsklassen von Nutzen sind, darüber sind die Anschauungen nach den Parteischattirungen getheilr. Indessen wird kein vor- urtheissreier Beurtheiler der neuen Verträge leugnen wollen, daß sie eine festere Grundlage für die Entwickelung von Handel, Industrie und Gewerbe schaffen, als es die bisherige Basis war. Namentlich muß betont werden, daß die Industrie jetzt nicht mehr durch plötzliche Zollerhöhungen der Vertragsstaaten überrascht und geschädigt werden kann, nachdem in den getroffenen zoll- und handelspolitischen Abmachungen die Zollsätze auf eine lange Reihe von Jahren hinaus ermäßigt oder gebunden worden sind. Anderseits dürsten die Befürchtungen, daß die deutsche Landwirthschast infolge der neuen Verträge Schaden leiden könnte, vielfach über das Ziel hinausschießen, Denn wenn auch nicht geleugnet werden kann, daß durch die Ermäßigung der Zölle für Getreide und andere landwirthschaftliche Producte die deutschen Landwirthe zunächst Opfer bringen müssen, so wird doch sicherlich die internationale Verrragsaclion auf handelspolitischem Gebiete schließlich auch ihnen zu Gute kommen. Was im Uebrigen das Schicksal Der Verträge mindestens im deutschen Reichstage anbelangt, wo am Donnerstag die erstmalige Erörterung der handelspolitischen Vorlagen begonnen hat, so ist es zweisellos, daß dieselben mit sehr großer Mehrheit zur Annahme gelangen werden. Eine Commissionsberathung soll nicht erst stattfinden, es wird demnach auch die zweite Lesung der Vorlagen gleich im Plenum erfolgen, so daß wahrscheinlich die parlamentarische Erledigung der Handelsverträge noch vor den Weihnachtsferien geschieht. — Während die Handels- und Zollverträge zwischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Italien und Belgien bereits am vergangenen Sonntag zur Unterzeichnung gelangt waren, hatte sich der definitive Abschluß des gleichen Vertragswerkes auch mit der Schweiz noch verzögert. Nunmehr ist dies ebenfalls geschehen, indem am Mittwoch Abend die Unterzeichnung des deutsch-österreichisch-schweizerischen Vertrages in Wien erfolgt ist. Als eine der hauptsächlichsten Bestimmungen genannten Vertrages ist diejenige betreffs des Käsezolles zu nennen, welcher künftig, soweit es sich um die Einfuhr von Käse aus der Schweiz nach Oesterreich handelt, nur noch fünf Gulden betragen wird. Inzwischen zieht das soeben abgeschlofsene hochbedeutsame handelspolitische Vertragswert zwilchen den mitteleuropäischen Staaten bereits weitere Kreise. Am 16. D. Mts. sollen die Handel-svertragsverhand- lungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien beginnen und anderseits stehen zollpolitische Abmachungen zwischen Deutschland und Nordamerika in Aussicht. Hierüber liegt aus Berlin folgende Meldung vom 10. d. Mts. vor: Dem Reichstage ging gestern die Correspondenz mit der amerikanischen Unions-Regierung über die Aufhebung des Schweine-Einfuhrverbotes zu. Darnach knüpfte Deutschland an Die Verbotaufhebung die Voraussetzung, der Unions-Präsident werde dann Die ihm zustehenden dis- cretionairen Befugnisse Deutschland gegenüber nicht mehr anwenden, zumal Deutschland den Unionsstaaten die Zollermäßigungen für die landwirthschaftlichen Erzeugnisse zuzugestehen geneigt fei, welche es in den Handelsverträgen mit Oesterreich-Ungarn und anderen Staaten gegenüber gewähre. Die Antwort besagt, Der Unions-Präsident werde, sobald Deutschland diese Zollermäßigungen zulasse, Vorschriften erlassen, welche den unter Section 3 des Zolltarifs fallenden Erzeugnissen Zollfreiheit sichern. Dresden, 9. December. Die Delegirten von 66 sächsischen Ortskrankenkassen hatten sich dieser Tage Hierselbst zusammen gesunden, um über verschiedene Verwal- tungssragen Beschlüsse zu fassen. In dieser Versammlung wurde u. a. einstimmig beschlossen, beim Ministerium wegen Erhöhung des jetzigen Vergütu ngSsatzes von 3pCt. für die Einziehung der Beiträge zur Alters- l.:d Jnvaliden-Versicherung vorstellig zu werden. In Leipzig hat die Erledigung dieses den Ortskrankenkassen übertragenen Geschäfts einen Mehraufwand der Verwaltungskosten von 20000 Mk. oder 5pCt. der eingezogenen Beiträge verursacht. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse auch anderwärts. Der in der Versammlung anwesende Regierungsoer- treter Geh.-Rath Böttcher gab die Erklärung ab, daß die Regierung bereit sein würde, die Vergütung zu erhöhen, falls sich Herausstellen sollte, daß mit 3 p Et. nicht auszukommen fei. Deutlicher Reichstag 137. Plenarsitzung. Donnerstag, 10. December 1891, 1 Uhr. Die Tribünen des Hauses sind überfüllt. Die Plätze im Hause zahlreich besetzt. — Am Tische des Bundesralhes Reichskanzler v. Caprivi und zahlreiche andere Bevollmächtigte und Commiffarien des Bundesralhes. Aus der Tagesordnung stehen die Handelsverträge mit Oesterreich, Italien und Belgien zur ersten Lesung. Reichskanzler v. Caprivi: Die vorliegenden drei Handelsverträge sind zur Stunde um den vierten, mit der Schweiz abgeschlossenen Handelsvertrag vermehrt. (Bravo!) Die bestehenden Zölle haben der Industrie genützt und ihre Entwickelung begünstigt, aber später den Absatz der hochentwickelten Industrie vielfach erschwert. (Hört! hört!) Um diesen Uebelftänden entgegenzutreten, entschloß sich unser westlicher Nachbar zu einschneidenden Maßnahmen, die auf uns zurückwtrkten. Wir sind durch die Maßnahmen unserer Nachbaren dahin gekommen, daß wir die für die Ernährung unseres Volkes erforderlichen Bedürfnisse und das Rohmaterial für unsere Industrie mit einer wirthschaftlichen Unterbilance von 800 Millionen jährlich erwerben mußten. Es kann sich bet der Erörterung von Abhilfsmitteln nicht um Befolgung doctrinärer Theorien vom Freihandel oder Schutzzoll handeln, vielmehr liegt es aus der Hand, daß wir für unsere Producte neue Märkte und Absatzgebiete suchen muffen. Dieser Grundsatz ist auch während der Zett der Zollerhöhung stets befolgt worden, wenn auch das Plincip durch Schlagworte vielfach gelitten haben mag. Wir müssen auch den Nachbarn Concessionen machen und nicht das persönliche Jntereffe, sondern die Vaterlandsliebe müssen der entscheidende Factor sein; dabei wird die Regierung nie vergessen, was fte der heimischen Landwirthschaft schuldig ist. — Was die Wirkung der neuen Verträge anbelangt, so darf man nicht erwarten, daß die Wirkung eine plötzliche ist. Eine Maschine, die 12 Jahre lang in demselben Geleise genügen ist, kann nicht so leicht in eine andere Gangart versetzt werden. Namentlich waren es auch Rücksichten auf die Landwirthschaft, welche die Regierung veranlassen, von Dem bisherigen System abzugehen. Finanziell wird allerdings der Zollausfall in Betracht kommen. Was Rußland anbelangt, so kann unter dem obwaltenden Nothstande, dessen Ende nicht abzusehen ist, ganz davon abgesehen werden, welche Maßnahmen für uns räthlich fein möchten. Mit den vereinigten Staaten ist ein Abkommen getroffen, das für unsere Zuckerausfuhr wichtige Vergünstigungen gewährt. Die Regierung hat Alles gethan. um sich über die beiden Verträgen in Betracht kommenden Interessen zu tnformiren. Was die vielerörterte Wäbrungsfrage anlangt, so kann Niemand behaupten, daß wir ohne Verständigung mit England einseitig unsere Währung ändern könnten. Die Vorwürfe einzelner Agrarier find unberechtigt. Wir haben für die Landwirthschaft gethan, was wir konnten. Noch eine Mißernte und die Getreidezölle wären verschwunden auf Nimmerwiedersehen. (Sehr richtig!) Wir müssen den gegenwärtigen Zeitpunkt benutzen, wenn wir nicht herbeiführen wollten, daß die Nachbarstaaten immer mehr chinesische Zollmauern errichteten. Gleichwohl anerkenne ich, daß Die Landwirthschaft auch heute noch des Schutzes bedürftig ist. Alle an die Schutzzölle geknüpften Hoffnungen haben sich zwar nicht erfüllt, aber diese haben immerhin die Landwirthschaft vor einer Krisis bewahrt und uns damit vor allen mit einer solchen Krisis verbundenen Folgen behütet. Ein Vergleich unserer landwirthschaftlichen Verhältnisse mit denen Englands ist nicht zutreffend, denn den englischen Verhäitniffen gegenüber find unsere Großgrundbefitzer eigentlich nur kleine Besitzer, die sich kümmerlich durchschlagen müssm. (Heiterkeit.) Eine Krisis unserer Landwirthschaft wäre von den ver- hangnißoollften Folgen gewesen Es ist eben ein ungünstiges Ver- hältniß, daß unsere Landwirthschaft nicht unfern Bedarf an Brodkorn ganz deckt. Für einen künftigen Krieg wird die Frage der Ernährung der Armee von ausschlaggebender Bedeutung fein. Es ist nicht richtig, zu sagen, daß die Agrarier Opfer bringen, der Staat bringt Opfer für die Landwirthschaft, die allerdings nötbig waren. Der Zoll von 5 Mark war eine Kraftprobe, die der Staat nicht bestanden hat. (Hört, hört!) In den Festsetzungen der Weinzölle beabsichtigen wir, dem italienischen Weine ein Schlachtfeld gegen den französischen Wein auf deutschem Boden zu geben. (Bewegung.) Die deutsche Industrie, die sich heute als maschinelle Maffenproduction darstellt, macht eine massenhafte Ausfuhr, leider nur von geringem Werthe. Diese industrielle Production ist auch heute noch im Steigen und bedarf de8 Schutzes. Während der Landwirthschaft nur bis zum gewissen Grade der Schutz nützt, kommt er der Industrie im weiteren Umfange zu statten. Handel und Industrie bilden die Grundlagen unseres Reich- thums und wenn auch davon Kunst und Wissenschaft nicht abhängig sind — ich weiche in diesem Punkte von der Ansicht des Abg. Bebel, wie auch in manchen anderen Dingen ab — (Heiterkeit), so find diese Dinge doch wichtig für die Gestaltung unserer socialen Verhältnisse. Mit günsttgerkn Productionsbedingungen für die Industrie werden auch günstigere Bedingungen für die Arbeiter geschaffen, auf Deren Wohlergehen die Regierung Den größten Werth legt. Ich hege immer noch Die Hoffnung, daß sich diese Leute uns wieder nähern werden und ich stehe vollständig auf dem Boden des Abg. Stöcker, der einmal sagte, man müsse Den Arbeitern nicht blos entgegentreten, man müsse ihnen auch entgegenkom men. Die Verträge selbst roeiDen erst tiefer in Die Herzen Der Bevölkerung einDringen müssen, wenn sie zur vollen Wirkung sich entwickeln sollen; Denn ebenso wie heute keine Bündnisse, von Cabinet zu Cabinet einen Einfluß für den Fall eines Krieges haben, so kann ein Vertrag seine volle Wirkung erst «msüben, wenn er in die Herzen des Volkes übergegangen ist. Nach einer Zeitungsmeldung sollen sich Antisemiten nach Wien gewendet haben, um dort Stimmung gegen die Verträge zu machen. Es sei rief bedauerlich, daß es Leute gibt, die bei Slaven und Tschechen bausiren gehen, um Stimmung gegen die Absichten der heimischen Regierung zu machen. (Sehr richtig!) Es sei sehr wohl möglich, daß in dem künftigen Kriege nicht mit Waffen, sondern mit Paragraphen und Tarifpositionen gekämpft wird. Im Selbsterhaltungs- intereffe der europäischen Staaten aber wäre es gelegen, sich enger aneinander anzuschlteßen, als sich dos Blut gegenseitig auszusaugen. In diesem Sinne seien auch die Verträge abgeschlossen. Würden dieselben abgelehnt, so vermag ich nicht zu ermessen, bis zu welcher Grenze in den nächsten 10 Jahren der Nothftand im .Deutschen Reiche gewachsen sein würde. Die Verträge werden dazu beitragen, Deutschlands Weltftellung zu erhalten und zu befördern. (Beifall!) Abg. Dr. Reichensperger (Ctr.): Der Reichskanzler befindet sich in Uebereinstimmung mit der öffentlichen Meinung, wenn er für die vorliegenden Verträge eintritt, deren möglichst einstimmige Annahme zu wünschen sei; das Centrum werde nahezu einstimmig für die Verträge etntreten. Die Agrarier könnten zufrieden sein, daß von den Zöllen noch Etwas gerettet ist, denn die Gefahr, die Ge- treidezölle ganz schwinden zu sehen, war doch sehr naheliegend. Wenn nun gar behauptet wird, der frühere Reichskanzler versuche seinen Nachfolger an der Hand der Zollermäßigungen zu stürzen, so könne Fürst Bismarck sagen: Gott, behüte mich vor meinen Freunden! Der gegenwärtige Zoll sei noch immer sehr hoch. Er betrage bei den gegenwärtigen abnormen Getreidepreisen 20pCt., bei normalen Preisen sogar 25pCt. des Getreidemerths. Der Vertrag bringe einen Jn- teressen-Ausgleich zwischen Pcoducenten und Consumenten. Jedenfalls können die Agrarier zufrieden sein, daß sich bet den Handelsverträgen die Gelegenheit findet, den Getretdezoll zum Theil noch zu retten; ohne diese Gelegenheit würden die Zölle wahrscheinlich fallen, ohne daß das Ausland dafür auch nur die geringste Gegenleistung zu gewähren brauchte. Aber nicht bloß in wirthjchaftttcher, sondern auch in politischer Beziehung seien die Verträge von hoher Wichtigkeit; keine Partei würde die Verantwortung vor dem Lande zu tragen im Stande sein, wenn die Verträge nicht zu Stande kämen. Abg. Graf Kanitz (cons.): Es giebt nichts Vollkommenes in der Welt, auch diese Verträge sind es nicht; mit denselben degiebt sich die Regierung auf eine lange Reihe von Jahren des Rechts, die Zollsätze den vorhandenen Bedürfnissen anzupassen und nach eigener Entschließung festzusitzen. Es ist bedauerlich, daß die Regierung sich zu einem Bruch mit dem bisherigen System des Schutzes der nationalen Arbeit herbeigelassen hat. Wenn von den landwirthschastlicken Zöllen Etwas abbröckelt, werden sich auch die industriellen Zölle nicht mehr halten lassen. Heute spricht man von dem einseitigen Drucke der landwirthschaftlichen Zölle; aber hat denn die Landwtrth- schaft nicht die Industrie-Zölle auch getragen? Die gegenwärtigen Getreidezölle find nicht Schuld an den hohen Getreidepreisen; man hätte niedrige Preise durch zeitweilige Suspension herbeiführen können; daß in solchem Falle die Reactivirung der Zölle Schwierigkeiten machen würde, glaube ich nicht; wir sehen die entgegengesetzte Wirkung in Frankreich. Bei der Aufhebung der russischen Ausfuhr haben wir es ja gesehen, daß die Regierung keine Suspension der Zolle will. Ich bitte noch heute den Reichskanzler, lieber eine Suspension der Zölle vorzunehmen, sei es auf 1 oder 2 Jahre! (Abg. Richter ruft: auf 12 Jahre!) Der Zweck der Vertrages ist, unsere Bundesgenossen finanziell zu kräftigen; ich fürchte aber, daß die Sympathien für bas Bündniß nicht zunehmen werden. Es ist auch wichtig, daß nunmehr Klarheit darüber geschaffen ist, daß die Ge- treidezoll-Ermäßigung auch den Vereinigten Staaten Nordamerikas zu Gute kommt. Mit England stehen wir in dem Verhältnisse einer meistbegünstigten Nation, so daß die Einfuhr aus Indien und Canada, den meist Getreide produzirenden Ländern der Erde, bei uns zu den ermäßigten Zöllen stattfinden kann. Damit spitzt sich der Vertrag besonders gegen Rußland zu. Billiger wird das Getreide durch die Zollherabsetzung nicht werden, aber die Landwirthschaft wird den Schaden tragen müssen. Nicht eine Kraftprobe war der hohe Zollsatz, sondern eine Forderung der bitteren Nothwendigkeit; schon bei Mittelernten kam der Roggenpreis auf 100 Mark herunter, also auf einen Preis, den die Landwirthschaft nicht vertragen kann. Wenn dieser Fall eintritt, dann hat sich die Regierung auf zwölf Jahre die Hände gebunden. Nicht minder wird der Weinbau durch diese Verträge geschädigt werden. Auch die Industrie erleidet schwere Schäden in den verschiedensten Zweigen, namentlich einzelne kleinere Industrien. Die österreichische Jndustrre macht ein ganz gutes Geschäft. (Rufe: Wir auch!) Ich stelle den Argumenten für diesen Vertrag die früheren Aeußerungen einer anerkannten Autorität auf wirthschaftlichem Gebiet entgegen, nämlich die des Geh. Rath Unters staatssecretärs Schraubt. (Rufe: Lassen Ste'n stehen!) Die Schutzzölle waren auch kein Glück, aber sie waren eine Nothwendtg- keit. Entweder braucht die Landwirthschaft diese Zölle, dann müssen sie bleiben, oder sie braucht sie nicht, dann fort damit! (Sehr richtig!) Aber die Landwirthschaft stehl der Industrie gegenüber längst im Nachtheil; ich bedauere, daß dem Reichskanzler bei Abschluß dieses Vertrages die freihändlerischen Räthe zur Seite gestanden haben; so mag es gekommen sein, daß der Vertrag wie eine Societas Leonina geschlossen wurde; ich werde denselben aufs Entschiedenste bekämpfen und tröste mich mit dem Bewußtsein, daß ich in diesem Kampfe nicht allein stehe. (Beifall und Widerspruch). Reichskanzler v. Caprivi: Den gegen meine Beamten erhobenen Vorwurf muß ich entschieden und aufs Schroffste zurück- weisen. Die betreffenden Beamten haben schon unter dem Fürsten Bismarck gearbeitet, so daß man ihnen den Vorwurf der Freihändlerei nicht machen kann. (Beifall.) Das Haus vertagt sich. — Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. Fortsetzung der Debatte. Schluß 4 Uhr. Neueste N§lÄ?r^/i Ubr, ;f dem hiesigen Ortsgericht bU jur rsmaffe der Lehrer Heinrich I Nachmittags 2 Uhr, 99 Camürsmchs? der" Lehrer Heinrich | wird egrünbcrgerstraße 8 Wegzugs- Schmidt Eheleute in Gießen gehörige halber verftergert: 10883 Feste Preise. Reelle Bedienung. Hirschhornsalz Backpotasche, Backpulver, Backoblaten, Cardamomen, Vanillin, 99 99 99 99 99 ffst. 99 99 empfiehlt Kinder-Regenmänteln von 2 Mk. an, Herren-Anzügen von 20 Mk. an, Knaben-Anzügen von 3,50 Mk. an Katholische Gemeinde. 3. Advents-Sonntag, 13. December: Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V38 Uhr 1 großer zweitbür. Kleiderschrant, 1 Ausziehtisch, 1 Bett, 10 Stühle, 1 großer ovaler Spiegel, 1 Küchen- schrank mit Glasaufsatz, 1 Anricht, 2 Tische, 1 Wasser bank, sowie verschiedenes Hausgeräthe. - Plauderstündchen. Eine Festgabe zur Unterhaltung und Belehrung für Knaben und Mädchen von 8 bis 12 Jahren, herausgegeben von Helene Binder. Neue Folge! In zwei Theilen von je 184 Setten ü 3.50 DU. und in einem Bande zu dem sehr mäßigen Preise von 6 Mk. eleg. geb., ist dies ausgezeichnete Hausbuch ein wahrer Schatz und eine unerschöpfliche Fundgrube des Wissens und der Selbstbeschäftigung, ein verschwenderisch ausgestatteteS Füllhorn, das anziehende Geschichten, beilere Schwänke, nützliche Kenntnisse, köstliche Bilder in Farbendruck, neckische kleine Vignetten und liebliche Verse nur so ausschüttet über unsere kleinen Lieblinge, wie der Winter die Schneeflocken. Kein Wunder auch; denn etz sind die besten Schriftstellerinnen und die besten Künstler und Zeichner bemüht gewesen, hier etwas Einziges, Nutzendes und Gediegenes für den Weihnacht^ tisch zu schaffen. Aber dieser gewiß willkommenen Vielseitigkeit und Reichhaltigkeit muß man das bezeugen, daß nichts Unkindliches oder Anstoßendes sich da eingLschlichen hat, wo Eltern und Kinder eine ungetheilte wahre Freude unzähliger schöner und froher Stunden haben sollen und haben.werden. — »Deutscher Soldatenhort", illustrirte Zeitschrift für das deutsche geer. Preis pro Quartal 1.80 Mk. Verlag von Karl Siegismund, Berlin W., Mauerstraße 68. Heft 7 erschien soeben und enthält: „Bekehrt". Otiginal-Erzählung von Tanera. — Wer Andern eine Grube gräbt. Eine Jugenderinnerung von Robert von Hagen. — Der Tapferste. Original-Humoreske von A. I. Booz. — Bild: Griechische Kauffahrer. Mit Text. — Aus der Zeit der Befreiungskriege. Original Abhandlung von Fibor von Stoppen. Foruetzung. — Ein Muitärschriftstelllr vor 325 Jahren. Von Baron von Eschenbach. Fortsetzung. — Bild: Der „Cousin" der Köchin. Originalzeichnung nach dem Bilde von V. Rosenstand. Mit Text. — Die österreichische Armee, ihre Einrichtungen und ihr Dienst. Von Wolf von Metzsch-Schilbach. 3. Reichskriegsministerium und Generalstab. — Tapfere 37er. Von Curt Curt. — Zacharias Werny, der letzte Lützower. Mit Bild. — Ernste Gedanken über den Scherz. Gemeinnützige Betrachtungen von C. Trog. — Bild: Urlauber vom Brandenburgischen Armee-Corps. Originalzeichnung von G. Krickel. Mit Text. — Plauderecke. — Vaterländische Gedenktage. — Humoristisches. — Kameradschaftliches Plauderstündchen. — Preis-Arithmo- gryph. — Briefkasten. — Seit Jahren schon steht die WeihnachtSnummer der „Modernen Kunsts (Berlin W. 57, Verlag von Rich. Bong) auf dem deutschen Weihnachtsbüchermarkte als eine eigenartige, völlig concurrenzlose Erscheinung da, die durch den reichen Bilderschmuck, die werthvollen Kunstbeilagen und den interessanten, auf das Fest bezüglichen Inhalt das allgemeine Interesse des Publikums auf sich lenkt. Die diesjährige Weihnachtsnummer der „Modernen Kunst" übertrifft nun wiederum alle bisher gebotenen Leistungen. Die Ausstattung ist so glanzvoll, daß eine Steigerung nicht mehr gut denkbar ist. — Leipziger Carcer-Album, gewidmet den „alten Herren". Herausgegeben von Curt Müller. Commissions-Verlag von Oscar Gottwald in Leipzig. Preis 1 Mk. Das Büchlein bildet, wie schon sein Titel besagt, ein Album aller derartigen poetischen Ergüsse, die ihr Erstehen einem mehrtägigen unfreiwilligen Aufenthalt im Carcer verdanken. Es ist gerichtet an Alte Herren, Burschen, Füchse und auch an Philister; voll ächten Humors, alle Stände und Semester erheiternd, wird es sicher die verdiente Verbreitung finden. — „Abwechslung ergötzt" sagt schon der römische Dichter Horaz, der sangesfrohe Liebling der Musen, und stimmte in seinen herrlichen Liedern in bunter Reihenfolge heitere und ernste Weisen an. Ein Jeder fand in den poetischen Ergüssen des begeisterten Sängers das, was er suchte. Und deshalb haben diese Gedichte auch ihre Zeit überdauert; sie sind dem allgemeinen Verderben entgangen, welwes über das gewaltige römische Weltreich und seine großartigen Schöpfungen Hereinbrack und erfreuen noch heute die für das Schöne empfänglichen Gemüther. Den Eingangs erwähnten Grundsatz des Horaz hat sick nun auch schon feit ihrem Bestehen die altrenommirte und beliebte illustrirte Familienzeitung „Utbtt Land und Meer" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) zu eigen gemacht. Jedes neue Heft beweist das auf das Deutlichste, und das soeben erschienene dritte Heft der Großfolio-Ausgabe schließt sich darin würdig seinen Vorgängern an. Welch reiche Fülle von Bildern und Ereignissen ernster und heiterer Art entrollt sich da vor dem Leser! Schmerzlich bewegt siebt er an den Särgen des Königs Karl von Württemberg und der Fürstin Ida von Reutz, um dann fein Gemüth wieder zu erheben an den herrlichen Briefen Moltkes. In das Reich der Phantasie und doch zugleich mitten in das wirkliche Leben hinein führen ihn zwei außerordentlich feffelude Romane. Doch was sollen wir die kleineren ebenso interessanten Gaben noch einzeln erwähnen? Ein Jeder kann sich auf so unglaublich billige Weise (das schöne Heft kostet nur 50 Pfg.) selbst am besten von der reichen Mannigfaltigkeit des Gebotenen überzeugen und ein Jeder wird dann mit Freuden bestätigen, daß „lieber Land und Meer" das gediegenste und inhaltreichste aller illustrirten Familienjournale ist. u. A. m. Sind das nicht Gründe genug für ben Bauer, zu fragen: SSaft Kaden denn wir anno 1891 erfahren und erlebt? Soven wir uns nicht einmal ausfprechen, wenn man uns in freundlicher, anerkennenswertber Weife Gelegenheit dazu gibt! Also zur Sache! Was brachte uns das Jahr 1891 in meteorologischer Hinsicht, müssen wir zunächst fragen, weil der Bauer von Wolken, Wind und Wetter ganz besonders abhängt. Scharf kalt und trocken war es im Januar. Fast keine Schneeflocke fiel, tagelang zeigte sich keine Wolke am Himmel, das Lufimeer über Mitteldeutschland verharrte in Ruhe, nur ein leichter Nebelschleier verhüllte Morgens und Abends die aus- und niedergehende in großer Auswahl empfiehlt zu billigen Preisen [10281 Robert Ltuhl, Neustadt 23. kirchliche Anzeigen der Stadt Glotzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 3. Advent, Sonntag den 13. December: Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Beichte und heiliges Abendmahl im Abe ndgottes dienst. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Bibelstunde fallt am Montag den 14. December aus. 3. Adventswochengottesdienst am Donnerstag den 17. Dec-, Abends 8 Uhr in der Stadtkirche. Pfarrer Dingeldey. Am 4. Adventssonntag, den 20. December, findet der Nach- mittagsgottesdienft um 3Vs Uhr statt; derselbe wird zugleich als kirchliche Feier der Christbescheerung der Kleinkinder- bewahranftalt aögehalten. Die Pfarrgefchäfte in der Woche vom 13. bis 19. December besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Der Februar verhielt sich ähnlich wie sein Vorgänger. Der I idjarfe Frost drang immer tiefer in bi 2 Erde. Nach und nach wurde I der Boden so hart, daß selbst die Holzhauereien nicht mehr vorwärts konnten. Die Bache, Flüsse und großen Ströme bedeckten sich mit I starkem Eis, welches bald die schwersten Lasten zu tragen vermochte. I 2ßer feine Dickwurzel- und Kartoffelfeimen im Felde nicht sehr gut | verwahrt hatte, erlitt Frostschaden. Trotz alledem und alledem ließ | sich die Natur nicht zurückhalten, das bewies der Storch, welcher am I Petritag eintraf, aber den Rückzug antreten mußte, weil der hartgefrorene Boden absolut nichts Genießbares für Meister Langbein zu bieten vermochte. Selbst der März brachte noch keine Wendung zum Besseren. Die Holz- und Kohlenoorräthe schwanden bedenklich zusammen, denn so anhaltendes starkes Einheizen bringt die größten Vorräthe auf ein geringes herab; mit ben Futteroorräthen verhielt es sich ebenso. Enblich kam ber April heran, boch immer weiter herrschte bas frostige Wetter. Nicht einmal das Schmalzkraut, welches gerne zu Salat verwendet wirb unb vielen Unbemittelten einen kleinen I Nebenerwerb liefert, konnte gebeiben; es war ausgewinterl, wie die Winterfrüchte, Weizen, Roggen unb Spelz. Dadurch, daß der Boden keine Schneedecke hatte, konnte er durch bie Frühlingssonne in der Mittagszeit von 11 bis 3 Uhr schon stark erwärmt werden. In ber Nacht sank er bebeutenb unter Null unb bas bauerte wochenlang fort. Allgemein war die Klage Über Frostschaden; mancher Bauer mußte sämmtlichen Roggen umpflügen. Doppeltes Saatgut, doppelte Pflug-, Eggen- unb Säearbeiten, leere Scheuern unb Keller machten bem geplagten Lanbwirth manche bittere Stunbe. Der Wonnemonat Mai sollte enblich Besserung bringen. Was März unb Avril versäumt hatten, brachte ber Mai in zwei Wochen fast oollstanbig ein. Wie im Mai 1889 so erging es im Mai 1891. Man traute seinen Augen nicht, wenn man wenige Tage roieber nach feinen Grunbstücken sah, so herrlich war alles vorangegangen: Obst- baumblütbe Gras, Futtergewächse, Getreibearten unb Klee hielten Reichen Schritt. Am 16. Mai trat rauhe Witterung ein unb zu Pfingsten — ein höchst seltener Fall — war Mitteleuropa eingeschneit. Wir erfuhren wieber einmal, baß wir fett etlichen Jahren unter 1 ercesstven Witterungserscheinungen zu leiben haben. Die schlechte Witterung hielt 12 Tage an; vom 28. bis 31. Mai würbe das Wetter aut, die kleinen Frostschaden konnte man verschmerzen. Der Juni brachte sofort tropische Hitze. Wir standen plötzlich im Sommer. Schwere Gewitter zogen herauf, boch ohne großen Schaben anzurichten. Auf Vollmond, 22. Juni, hatten wir eine Sonnenfinsterniß unb bas von Falb prophezeite Erbbeben, glücklicherweise nicht selbst, auszuftehen. Dagegen muß conftatirt werben, baß ber genannte Gelehrte es mit seinen voransges-tzten kritischen Tagen (22 Juni, 19. August u. v. A.) verschiebene Male getroffen hat. Im Juli sah man beutlich, daß sich die biesjährige Ernte bebeutenb verspäten würbe. Es wechselte gutes Wetter mit kräftigem Regen ab. Alle lanbwirthschaftlichen Culturgewächse, Obst, Gemüse, Getreibearten, Hanbels- unb Futtergewächse entwickelten sich sehr schön. Das Heugras würbe hochpreisig unb babei leider verregnet, ©in Fehljahr war wieder dem Weine, ber für Oberhessen nebensächlich ist zu prophezeien. Den armen Winzern wäre ein guter, reicher ertrag wirklich von Herzen zu gönnen unb wir übrigen Sterblichen molUen es gewiß gerne hinnehrnen, wenn uns ein guter trinkbarer Tropfen um billigeres Gelb crebenzt werben würbe. Recht schwer unb sauer machte ber August dem Bauer bas Ernten. Auf zwei gute Tage konnte man gewöhnlich fünf bis secks Regentage rechnen. Der Segen bes Felbes mußte ben neibischen Wolken förmlich abgerungen werben. Viele Landwirthe arbeiteten ah ben Sonntagen, doch sind sie nicht weiter gekommen als die- ienigen welche den Ruhetag hielten und sich für die Mühen und Arbeiten der neuen Woche ausrublen und stärkten. Zuletzt gelang ea alles unter Dach zu bringen. Wenn auch Vieles beregnet wurde, io'war der Schaden dock nicht groß, denn was an Güte verloren . ging brachte bie reiche Masse wieber ein. (Schluß folgt.) I Sichiffsnaeh richten. Bremen, 10. December. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnellbampfer Elbe, Capt. K. v. Gossel, vom Norbbeutfchen Lloyb in Bremen, welcher am 28. November von Bremen unb am 29. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen. . I. (sogenannter Rotbst-md;- tartf) ausgenommen. Nähere Auskunft ertbeilt die genannte Station Gießen, ben 8. December 1891. 108*9 Großherzogliche Direktion. I A.: Louis Rothenberger, Taxator. sämmtliche Zuthaten ’Ä®41""* tn Dor,fl[Ä Gottesdienst in der Synagoge. Samstag ben 12. December: Vorabenb 400 Uhr, Morgens 880 Uhr, Nachmittags 300 Uhr, Sabbathausgang 440 Uhr. Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag (Mariä Empfängniß): Morgens von 8/<6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr erste Frühmesse; um Vs8 Uhr zweite Frühmesse; um ^10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags Vi3 Uhr Christenlehre und Andacht. Der Voranschlag der Gemeinde Reinhardshain für 1892/93 liegt vom 14. d. Mts. an acht Tage lang auf unserem Geschäfts, zimmer zur Einsicht und Entgegennahme von Einwendungen offen. Reinhardshain, 10. December 1891. Großh. Bürgermeisterei. [10868 Fritz Flimm. Weihnachten ein schönes, gutes, vorteilhaftes Geschenk zu machen, empfehle mein reichassortirtes Lager in: fst. Caraburna-Rosinen, „ Sultana- „ „ Corinthen, „ Citronat, „ Orangeat, „ Vanille, Gewürze, garantirt rein gemahlen. • Alles, wie bekannt, nur in besten Qualitäten und billigsten Preisen. Anis- und Blechformen werden gratis ausgeliehen. W f k WB* direkt aus der Fabrik also auS erster Hand von co WtflMlFlIW von Elten & Keussen, Crefeld, Z Vjl lULllllUIIL in jedem Maaß zu beziehen. Man verlange >—« Muster mit Angabe des Gewünschten. Mandeln, Haselnüsse u. Haselnusskerne, Rosinen, Corinthen, Sultaninen, Citronen, Orangeat, Citronat, Vanille, Ammoniumu Pottasche gern. Raffinade, Puderzucker A. E. Spornhauer 10798 ar Neuenweg 17. tbg Verkehr, £att6* rrnd Volkswär.:'.- scherst- — Pommersche Hypotheken Aetien-Bank. Wie aus dem Jnseratentheile unserer heutigen Zeitung ersichtlich, werden die am 2. 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Cafsel 1202 127 347 809 1)61 1139 jOo 120 440 8^3*. 211 4M 621 741 768* H31 149 425 527 ß53 744 «59 925 1115. " “ - Marburg 1202 127 347 809 951 1139 105 120 251 440 736 853* 911. 741 246 (führt 2.-4. Liesse). Kronhausen (Localz.) 630 140 (führt 2.-4. Klasse) 91 > 1120 H3Z 1241 334 427 6ib 727 811 1124 1154, Wetzlar 506 625 80« 948 1000 H59 12'0 230 438 537 545 755 907 915 941 H32 1241 334 622 BH 1124. Ems—Covlenz 505 808 948 1159 438 537 755. 1120 427 727 UM. Deutz-Cöln 626 1000 1210 546. 757 111 423 1000. ^nlda 7>ö 1141 735 500 (b,9 Aiss.ld). 930 307 6)6. Gelnhausen 705 12°5 440 120 (hici föimnen). 930 3"‘ 621. Schotten 0«-u'.Nidda 705 1205 440 6 -8-j-) 9'0 AN 62«; Gedern, Zaubach dezw. Stockheim 703 1205 440 822. ff) Von einem größeren Fabrikanten ist mir für hiesige Gegend der Absatz von -= Schweizer Käse =- übertragen. Specereihandlungen, welche den Detail-Verkauf übernehmen wollen, sind gebeten, ihre Adressen, behufs Vereinbarung, einzusenden an Paul Zimmermann Neuhof, Großen - Linden 10875 (M.-W.-Bahn). Beilage «e St. 290.-1891 -er ihre gesunkenen ; »«3333 BekanmmZrchung. Paar an per Stiefel, sowie Reitstiefel 10289 o ■ 10843 10864 o B Bekanntmachung. Die Auffüllungs- u. Planir- ungsarbeiten des Realschulhofes sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebotsformulare liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 5 auf und werden daselbst un- * Dem Gegenstand von Doctor Rodes Träumen, dem trotzigen Prosessorentüchterchen, begann das Leben, ganz im Gegensatz zu dem jungen Arzte, in den kommenden Tagen und Wochen so recht sein prosaischstes Alltagsgesicht zu zeigen. Ilse Welten that in diesen Wochen weiter nichts, als Zeitungsannoncen studiren und Briefe in alle Weltgegenden versenden, die alle nur den einen Zweck hatten, ihr zu irgend einer Stellung zu verhelfen. Die Antworten aber — wenn überhaupt welche einliesen — waren stets abschlägig. Zahllose Meldungen, hieß es, waren aus die ausgeschriebenen Stellen stets eingelausen und zu der jugendlichen Profefforen. tochter schien Niemand rechtes Zutrauen zu haben. Der Professor lachte höhnisch über all die abschlägigen Antworten, die ins Haus kamen, und machte sein gebeugtes Töchterchen auf die verschiedenen Herrathsgesuche in der Zeitung aufmerksam, vielleicht, daß diese eher zu einem Resultat führten. . . Verzweiflungsvoll ließ Ilse selbst eine Annonce in die Feuilleton. Aus Umwrgrn Novelle von g. Störfett. (1. Fortsetzung.) dm 12 % ^6 10832 Westanlage 2. Neuheit: Utcotmsreie Cigaretten. Uebertrifft Souchongs zu viel bbheren Preisen. In Giessen bei: Ed JLind, Hof Conditorei (Telephon 69), H. Bettler, Conditor, Südanlage. stellung eines Betonbodens im Keller । der dortigen Turnhalle sollen im« Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebotssormulare liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 5 auf und werden dortselbst unentgeltlich abgegeben. Versiegelte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis^ Montag den 14. Deeember, Vormittags 10 Uhr, ebendorthin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Gießen, den 9. Deeember 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. G n a u t Ij.10867 von 4,50 Jt. „ 6,00 „ „ 10,00 „ „ 5,00 „ „ 4,50 „ „ 6,50 „ „ 0,40 „ „ 0,60 „ Kaieerl. K5nirl. HoiCferant FRANKFURT a. BL — BADEN-BADEN nicht gerecht geworden, Rechte " ftüf Poesie und Liebe, auch zum Träumen und Schwärmen war sie berechtigt, trotz des Materialismus, der ja überall sein Scepter schwingt. * ■ So wandelte er denn,^ ganz^ in Träumereivi verloren Ärrch'die Ä ' * ,N%!> ' W/ Ausverkauf Ob sie wohl hübsch war, diese Ilse? Ob blond oder brünett? so fragte sich der junge Doctor, wahrend er, nach- dem er einige Patienten besucht, im Thiergarten promenirte. Fast ärgerte er sich selbst darüber, daß seine Phantasie sich so unausgesetzt mit der jungen Dame beschäftigte, aber es schien, als wäre, seit er den Brief des Professors Welten gelesen und wieder gelesen, in seinem bisher ziemlich alltäglich verfloffenen Dasein plötzlich die blaue Blume der Ro- mantik emporgeschossen, Blatt für Blatt entfaltete sieund ihr Duft zog berauschend durch seine Seele. Er suhlte auf einmal, daß "er jung sei und daß die Jugend ihre ganz besonderen Rechte an das Leben habe, denen er bis fetzt noch Erklärung 31 December d. I. unterlasien, können bei einer im Laufe des Jahres 1892 nothwendig. wer beiden Wahl zur Stadtverordneten - Versammlung oder bet E solchen Wahl, für welche die Stimmberechtigung durch die Sttmmberechtlgung z Stadtverordnetenwahl bedingt ist. kein Stimmrecht nehmen Die Abgabe der Erklärung hat auf unserem Amtszimmer Nr. 10 im zweiten Stock des Bürgermeisterei-Gebäudes zu erfolgen. Gießen, den 16. November 1891 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h. ______ Stimmfähig sind: 1) alle in der Gemeinde wohnenden Ortsburger, 2) alle männlichen Einwohner, welche die deutsche Reichsangehorigkeit besitzen — unter Ausschluß der bayerischen Staatsangehörigen und derjenigen von Elsaß-Lothringen, weil dorten das Reichsgesetz vom 6. Juni 1870 nicht eingeführt ist — und seit zwei Jahren ihren Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde erworben haben, fedoch unter der Voraussetzung, daß sie zur Zeit der Wahl 2o Jahre alt und vom 1. April des dem Rcchnungchahre, in welchem bie Wahl statt- fmdet, vorhergehenden Jahres an in der Gemeinde communalsteuer- Slimmberechtigung jedes der unter 2) bezeichneten Stimmfahtgen davon abhängig, daß derselbe spätestens vor dem Schluß des wahres, welches dem Jahre, in welchem die Wahl stattfindct, vorhergegangen ist, bei dem Bürgermeister in deffen Amtslocal die mündliche Erklärung abge- aeben hak daß er sein Stimmrecht in Anspruch nehme, wobei er auch aleichzeitiq Jahr und Tag seiner Geburt, den Tag, leit welchem er m der Gemändk wohnt und den Zeitpunkt, seit welchem er communalsteuerpflicy- tia ist anruqeben und auf Erfordern nachzuweisen hat. 8 Stimmfähige der oben bezeichneten Art, welche dre Abgabe dieser <£>/ «einet X'&v Schuhwaaren jtt bedeutend herabgesetzten Preisen dauert vom 1. bis 25. Deeember. aU EZLdungen zum Bezüge derselben haben bis zum b Ja°uar 1892 auf unserem Armenamt, Zlwmer Nr. 6, unter ^ewrmgung hpA erforderlichen Nachweises zu geschehen. w Gießen, den 10. December 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Diejenigen hiesigen Einwohner, welche im Laufe dieses Jahres Hunde abaeschafft haben, wollen dies spätestens bis zum 31. December d. j. “ff oder mündlich in Selbstper on bei der unterzeichneten S w to. 3 «Zeige« inbem sonst die Verbindlichkeit zur Ent- richtung tot Hundeabgaben auch im folgenden Jahre und solange fortbauert, als diese Anzeige versäumt wird. Gießen, den 5. December 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.__ er denn, ganz, in Träumereien oernucn, , lauschigen Wege Les Thiergartens, und das Bild Ilse Weitens erschien ihm in einem so romantischen Lichte, wie nur je einem Ritter der Vorzeit ferne angebetete Schönheit. Er kam schließlich zu dem Entschluß, die kleine Universitätsstadt, wo Ilse weifte, einmal aufzusuchen, dort würde er sie dann sehen, und dort im Thüringer Walde, da gab es gewiß stille Wiesengründe, rauschende Bächlein, lauschige Waldgänge für — angehende Liebespaare. Er lachte plötzlich hell auf und blickte um sich. War es denn möglich, hier, angesichts der Pferdebahn, die soeben an ihm vorüberrasselte, angesichts des Brandenburger Thores, wo von den Linden her der Pulsschlag der großen Stadt mit dumpfem Brausen an sein Ohr schlug und seine Stirn ihr heißer Äthern streifte, — hier solche Träume zu haben! * * Neu emgetroffen 1891er Havanna-Cigarren Mkgeöolenes. „MESSMER® Mnehuefr sehr beliebt pro Pld. M. 3.60, kl. Packet« 80 Pfg. u. 1 Mk. besonders milb, in la. Qualitäten, sowie größtes Lager in MM Mexico- und andere« Cigarren | enMichlt i« eleganter Verpackung zu Weihnachtsgeschenken Wilhelm Fritsch m ^Eine ^oße^Partie abgesteppter Winterschuhe, Rahmen und Absatz sowie viele andere Artikel enorm billig. Reparaturen werden prompt und biuiflit besorgt. D. Süss Nachfolger, Marktsiraße Nr. 9. Bekanntwachnng. 136 Mk. Zinsen aus der Stiftung der dahier verstorbenen Elisa* , (SÄntiht sind ru aleichenTheilen an vier bedürftige, unbescholtene, $eififttg rücken," tn welcher 'sie ganz bescheiden ihre Absicht kund that, sich als Stütze der Hausfrau, Gesellschafterin aber Reisebegleiterin nützlich zu machen- aber auch das schien feinen Erfolg zu haben, und der jungen Hame begann nach- gerade aller Muth zu sinken, das ersehnte Ziel jemals zu^. erreichen. Da endlich langtt ein Brief an, Hoffnungen wieder ausleben ließ. Ein altes Fräulein aus der Residenz suchte einje Reisebegleiterin und bat Ilse, sich ihr vorzustellen, das Reisegeld würde ihr ersetzt werden. Ilse war glückselig über diese Aussicht und reifte schon am folgenden Tage, das Herz voll schöner Träume, nach der Residenz ab. Ilsens frisches, fröhliches, etwas originelles Wesen sagte dem alten Fräulein Berg, das selbst ein Original war, ungemein zu- die Bedingungen, die sie machte, erschienen Ilse in jeder Weise annehmbar, und so wurde denn alles zur gegenseitigen Zufriedenheit abgeschlossen. Das Prosefforen- töchterchen zog nun wirklich in die weite Welt. Ach, und wie war diese Welt so himmlisch schön! Ilse, die noch nicht viel aus ihrer Vaterstadt herausgekommen, erfaßte all das Schöne, was sie in der Hauptstadt sah, mit jugendlichem Enthusiasmus, und diese helle Freude an allem, diese Begeisterung hatte etwas Ansteckendes, das alte Fräulein Berg wurde auch ganz ausgelassen in Ilsens fröhlicher Gesellschaft- die beiden Damen waren jedenfalls die lustigsten Touristinnen, die im Sommer des Jahres 1886 die Welt durchzogen. Der Sommer war auch so wunderschön, so em echter Reisesommer, er wollte gar kein Ende machen. Der September brachte noch so herrliche, warme Tage, ^räuleiu Berg und Ilse verlebten dieselben am Rheine. Der Wein reifte, und es war so köstlich, sich selbst die süßen Trauben zu pflücken und mit dem lustigen Völkchen der Rheinländer fröhliche Feste zu feiern, mit Feuerwerk, Musik und Tanz, oder den Rhein herunter zu fahren in der stillen, klaren Septemberluft. (Fortsetzung folgt.) entgeltlich abgegeben. Versiegelte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag den 14. December, I Vormittags 10 Uhr, ebendorthin ein- zusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa er- |L schienenen Bieter erfolgt. Gießen, den 9. December 1891. P Großh. Bürgermeisterei Gießen. E? Gnauth. 10866 Ich verkaufe während dieser Zeit: Wichsleder-Damenzugstiefel . . ,, Herrenzugstiefel (Handarbeit) Kivleder-Damenknopfstiefel prima . ,, Herrenhalbschuhe ,, Damenhalbschiihe „ He-renschaftftiesel (Handarbeit) Filzschuhe für Kinder „ Damen • Sämmtlicke Sorten Arbeitsschuhe und So seinen Gedanken halblaut Worte leihend, rüstete sich der junge Doctor zum Ausgehen und als er dann stolz und stattlich durch die Straßen der Residenz schritt, da blickte manches schöne Auge ihm mit Interesse nach. Erich Rode aber hatte heute keinen Blick für die Schönen, die seine Wege kreuzten, ja, er versäumte es sogar, Bekannte zu grüßen, so beschäftigte ihn der Korb, den er erhalten. Derselbe verdroß ihn mehr, als er sich selbst eingestehen mochte. Den Trost hatte er ja, daß, wenn das Professorentöchterchen ihn gesehen, es wohl anders gehandelt haben würde, vielleicht hätte schon sein Bild genügt, ihn vor diesem ärgerlichen Korb zu bewahren. Die-Phowgraphie ober, die er zu dem Zwecke hatte unfertigen taffen, war so mißlungen, daß es seine Eitelkeit nicht zugelaffen hatte, das Bild in die Welt zu schicken, eine zweite Sitzung beim Photographen hatte Erichs Zett jetzt nicht erlaubt, und so war denn der Bries ohne sein schönes Conterfei nach der kleinen Universitätsstadt abgegangen, und Ilse Welten hatte zu ihrem Heil oder Unheil, wer mochte es entscheiden, nicht erfahren, was für ein schöner Mann Ina) Bekanntmachung. Die Mauerarbeiten zur (Sin* NB. Die berühmten Haar-Kalbleder-Hackenstiefel für Herren sind wieder eingetroffen,. die besten gegen kalte Füße, sowie gegen Rheumatismus. Aerztlich Gemäß Ar!. 13 tf^Stäbteorbnung wirb bie sriebigung bes Realschulhvses entlang! ung bezüglich bec Stimmfah.gkett hei ber Wahl bet ©tabtoerorbneten hier ir e bie mit bekannt gemacht: c* 10666 Christbaum Conftct Wir bemerken noch, daß wir unsere Apparate aus den namhaftesten 10822 Die Kunsthandlung und Vergolderei I Alk Bnrggraben 15 d I ■ ■■ WdF I hinter der Kirche Rademanns Neue Manns, Apotheker. 9640 11. W Wwe vermiethen. JohS. Sie«. lO »Lhrist- daum Mandeln, Haselnutzkerne, Orangeat, Citronat, Sultaninen, Rosinen, Corinthen, Citronen, Feigen, Puderzucker, Blüthenmehl fst. rr Burggraben 15 hinter der Kirche 1 671] Möbl. »Zimmer Anfangs Januar zu vermiethen. Frankfurterstratze 23. Als beste« Hausten«! i« der kälteren Jahreszeit emstfehlen mir «nfer m»r für den Verkauf in Flasche« extra kräftig eingebrautes Franziskaner (lieblicher, nicht bitterer Geschmack), M.I.20]| 5p® las Grabfteinlager. 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Nur die Nachbenannten verpflichteten sich schriftlich, keine Nachahmungen unserer allein echten Benedictine zu verkaufen: Emil Fischbach, Hr. Kinkel, Carl Schwaab. 84 HANS HOTTENKOTH, General-Agent, HAMBURG. Confect, Kiste 440 Stück Mk. 2.80, Nachnahme, bei 3 Kisten 1 Präsent. 10745] C. Posehl, Dresden N. 12. 10631 j In meinem Neubau, Krofdorfer- straße, ist ein kleines Logis zu vermiethen- ___Hch. Rinn V., Heuchelheim. 10710) Gne Wohnung im Neubau, Damm- und Steinstratze 39, alsbald zu Wegen Aufgabe des Geschäfts verkaufe sämmtliche Uhren, Gold- und Silber- waaren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Besonders mache auf eine schöne Auswahl Stand- u h r e n aufmerksam, welche zu billigem Preise abgebe. 9957 i*|, ober Flafche« für Mk. 3.— frei i«s Haus. Gebe*. Röhrte, Exportbierbrauerei GülichS ärztlich empfohlenen [10098 R-ttunIsst-rni Ilviebelbonbous. Beim Einkäufen auf Schutzmarke achten. In Beuteln ä 10 und 20 Pfg. zu haben in Gießen bei A. Voigt, Ed. Lind, Fr. Noll, W. Schomber; in Krofdorf bei Heinrich Rinn; in Grünberg bet F Schott; in Lau- back bei L. Heynemann; in Hungen bei K- Vogt; in Lollar bei A- Zimmermann, Consum-Verein- ________________ Sind Sie behaftet Schutzmarke: mit Husten,! B > p F B > v 2 ES ö Fabriken beziehen und nur bewährte Conftrnctionen führen. Die Kronleuchter sind in den neuesten Modellen verschiedener Stilformen und Metallfarben vorräthig. Da sich vorbezeichnete Gegenstände als ebenso nützliche wie schöne tVeihitactztssesehettke eignen, so sehen mir geschätztem Besuche entgegen. Städtisches Kas- und Wasserwerk Hießen ^eimrzeii- AasstelluiÄg von ft. Lachmann, Ludwtgstraste 12, gegenüber der Realschule, ist eröffnet. Allen Anforderungeu kann durch das reichhaltige Lager Genüge geleistet werden. Verkauf im Kleinen wie im Großen. [10700 O selchte Würstel mit Sauerkraut | täglich bei Arnold, Brauerei Förtsch. 10846] Eine Kaute Mist abzugeben. 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