-K. 185 Mittwoch den 12. August 1891 HraLisöeikage: Gießener Kamitienölätter Alle Annonren-Mareaux de- Fn- und ÄnllenM nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- mtge,«. Neueste Nachrichten. WolftS telegraphisches Lorresporcdenz-Burecur. Berlin, 10. August. Die „Post" kann aus bester Quelle versichern, daß die während des Aufenthaltes des Kaisers in England verbreitete Nachricht, in der Unterredung des Kaisers mit Salisbury seien coloniale Frage berührt worden, jeder Begründung entbehrt und überhaupt keine Frage von solcher Bedeutung vorliegt, welche zu einer Aussprache darüber Anlaß gegeben hätte. ton Anzeige« zu der Nachmittags für dm Maralen Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. §. 5. (Zu §§ 100, 109 Absatz 2 und 3, 111 des Gesetzes und Nr. II. Ziffer 3 des Bundesrathsbeschlusses vom 27. November 1890, § 8 der Bekanntmachung vom 30. September 189Q.) Diejenigen Versicherten, welche nicht in einem regelmäßigen Arbeitsverhältniß zu einem bestimmten Arbeitgeber stehen (vorübergehend beschäftigte — unständige — Arbeiter) sind befugt, sofern durch das Statut der Versicherungsanstalt eine dem § 111 des Gesetzes entsprechende Bestimmung getroffen wird, die Versicherungsbeiträge statt der Arbeitgeber im Voraus durch Verwendung von Beitragsmarken selbst zu entrichten. m Die Beitragsmarke ist in diesem Falle von dem Versicherten spätestens bei Beendigung des ersten Arbeits- verhältniffes der Woche in die Quittungskarte einzukleben und zu entwerthen. Die Entwerthung der Marke geschieht dadurch, daß durch die Mitte derselben in die Hälfte ihrer Höhe ein schmaler schwarzer Querstrich gezogen, über denselben der Tag und unter denselben der Monat, in dem die Beschäftigung stattgesunden hat, gesetzt wird. Dem Versicherten, der auf Grund solcher Bestimmung den vollen Wochenbeitrag entrichtet hat, steht gegen denjenigen Arbeitgeber, der ihn zuerst in der Kalenderwoche in einem die Versicherungspflicht begründenden Arbeitsverhältniffe beschäftigt, der Anspruch aus Erstattung der Hälfte des geleisteten Wochenbeitrags in Gemäßheit des § 100 des Gesetzes zu. § 6 (Zu §§ 100, 109 des Gesetzes und Nr. II. Ziffer 3 des Bundesrathsbeschlusses vom 27. November 1890.) Für die im vorhergehenden Paragraphen bezeichneten Versicherten, welche von der durch das Statut der Versicherungsanstalt gegebenen Besugniß zur Selbstentrichtung der Beiträge keinen Gebrauch machen, hat derjenige Arbeitgeber, welcher dieselben zuerst in der Kalenderwoche beschäftigt, die Beitragsmarke für die Woche (im Nennwerth des ganzen Wochenbeitrags) bei der Lohnzahlung zu verwenden und nach Maßgabe der im vorigen Paragraphen getroffenen Vorschrift zu entwerthen. Das gleiche Verfahren greift Platz, falls durch das Statut der Versicherungsanstalt eine Bestimmung auf Grund des § 111 des Gesetzes nicht getroffen werden sollte. im Mansionhouse „wegen Zeitmangels" ab gelehnt. Die Admiralität wies die Flottenbehörden an, dem Geschwader den Besuch in jeder Weise angenehm zu machen. — Die „Reichs-Correspondenz" erfährt aus maßgebenden Kreisen, von einem noch in diesem Jahre stattfindenden Besuche des Kaisers in den Reichslanden sei nichts bekannt. Berlin, 10. August. Wie der „Reichs-Corr." aus Petersburg gemeldet wird, soll tun 11. August ein Ausfuhr- Verbot erscheinen für Roggen, Roggenmehl und Roggenkleie, weil die Roggen-Ernte absolut unbefriedigend sei. Berlin, 11. August. Die „Reichs-Corr." erfährt aus Bochum: Siegel und Schröter wurden in die deutschen Bergreviere behufs Agitation gesandt. Schröter in die Provinz Sachsen, Siegel nach Schlesien und Königreich Sachsen. — Der „Nationalzeitung" wird von wohlunterrichteter Seite die Meldung von Handelsvertragsverhandlungen Oesterreichs und Deutschlands mit Belgien bestätigt. Die Politik sei aus den Verhandlungen durchaus verbannt. Frankfurt a. M., 10. August. Redacteur Fusangel sendet dem Bureau „Herold" folgendes Telegramm aus Vaales (Holland): „Die in Berlin verbreitete Meldung, der todt aufgesundene Oberingenieur Steiger habe mir Material gegen Baare geliefert, ist unrichtig. Ich habe Steiger nicht gekannt und auch ihn durch meine, dem Untersuchungsrichter gegenüber gemachten Aussagen nicht belastet. Fusangel." Köln, 10. August. Die „Kölnische Ztg." meldet aus Petersburg: Der König von Serbien entgegnete gestern einer Abordnung des „Vereins bulgarischer Emigranten", er nehme keine Adresse an von Vertretern eines Volkes, dessen Regierung nicht im Einverständniß mit dem Willen des Czaren handle. Halle, 11. August. Der hiesige socialdemokratische Frauen-Verein wurde polizeilich geschlossen. Hamburg, 11. August. Der Verein der Petroleumhändler an der Hamburger Börse beabsichtigt eine Petition, betr. die Abschaffung des Faßzolles, an den Bundesrath ergehen zu lassen. Schwerin, 10. August. Das Allgemeinbefinden des Großherzogs ist u n v e r ä n d e r t. Die Asthma-Anfälle wiederholen sich häufig, der Appetit ist ungenügend. Wien, 10. August. Heute früh erschoß sich der Generalstabshauptmann Franz Khuen von Khuenfeld, ein Neffe des ehemaligen Kriegsministers. Als Motiv wird die demselben durch Zurückbleiben im Avancement widerfahrene Kränkung vermuthet. Budapest, 11. August. Ein der Ermordung Beltschews Verdächtiger, Ilia Georgevo, wurde von der Gendarmerie von Oedenburg nach Raab gebracht, von wo er nach Budapest befördert wird. Derselbe war früher Rechtshörer in München, er wurde der ungarischen Gendarmerie von der österreichischen ausgeliesert. Brüssel, 11. August. Die Theilarbeiten an der Maas- Befestigung kosteten bis jetzt 36 Millionen. Nantes, 10. August. Als es bekannt wurde, daß der Bilanzausweis des Bankier Rousselot ein Deficit von zwei Millionen aufweise, suchten dessen Gläubiger ihn in seiner Wohnung aus und erschlugen ihn fast. London, 10. August. Nach telegraphischen Berichten des „Standard" aus New York verspricht die Ernte alle Erwartungen zu übertreffen. Die geringste Schätzung der Weizenernte beträgt 600 Millionen Bushels, von denen 200 Millionen auf den Export kommen dürsten. In Chicago trifft siebenmal so viel Weizen ein als im vorigen Jahre, an Roggen das fünffache und an Gerste das zweifache Quantum. Man glaubt, daß die ausländische Nachfrage eine so starke sein wird, daß die Anhäufung der ungeheuren Vorräthe den stehenden Preis kaum drücken dürfte. Man schätzt, daß in Europa bereits für die Monate August und September 40 Millionen Bushels auf Lieferung gekauft sind. — Die Waareneinfuhr nimmt erheblich ab. Die Juliberichte allein weisen ein Minus von mehr als 10 Mill. Dollars in der Einfuhr aus. London, 10. August. Nach einer „Times"-Meldung aus Tirnowa erhielt Stambulow aus Odessa einen von Zankow, Rizow, Benderew und zwei Anderen unterzeichneten Bries, worin die bulgarische Groß-Sobranje zur Wahl eines von Rußland gebilligten Fürsten emzuberusen aufgefordert wird. Im Weigerungsfälle würden alle Mittel zur Herbeiführung von Stambulows Sturze als gesetzlich betrachtet werden. Bulgarien verlange von Rußland die Auslieferung Rizows wegen Betheiligung an der Ermordung Beltschews. Amtlicher Tbeil» Gießen, am 7. August 1891. Betr.: Ausführung deSJnvaüditäts- und Alters-Versicherungs- Gesetzes, hier die Versicherung der unständigen Arbeiter. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die örtlichen Jnvaliditäts- und Alters- Bersicherungsstellen. Es ist zu unserer Kenntniß gekommen, daß die.Quittungskarten der unständigen Arbeiter, d. h. solcher Arbeiter, welche nicht in einem regelmäßigen Arbeitsverhältniß zu einem bestimmten Arbeitgeber stehen, vielfach von den örtlichen Stellen aufbewahrt werden, welche alsdann auch die Beitragsmarken einkleben und entwerthen. Dieses Verfahren entspricht nicht den Bestimmungen der §§ 5 und 6 der Bekanntmachung betr. die Ausführung des Jnv.- und Alters-Versicherungsgesetzes vom lO.December 1890 (Regbl. Nr. 50) und gibt zu vielen Mißständen und Beschwerden Anlaß. Wir bringen deßhalb diese Paragraphen hier nochmals mit dem Bemerken zum Abdruck, daß die unständigen Arbeiter die Quittungskarten stets selbst aufzubewahren und bezüglich Verwendung und Entwerthung der Marken das in den cit. Paragraphen vorgeschriebene Verehren einzuhalten haben. , Soweit die Qutttungskarten der unständigen Arbeiter noch in ihrem Besitze sind, wollen Sie dieselben unverzüglich den Berechtigten gegen Empfangsbescheinigung aushändigen. I. V.: Jost. Danzig, 10. August. Der hiesige Kauffahrtei-Schraubendampfer „Ella" ist im bottnischen Meerbusen gestrandet und gilt als vollständig verloren, ein Maschinist ist verunglückt, die übrige Mannschaft wurde gerettet. Helgoland, 10. August. Bei herrlichem Wetter sand heute die Enthüllung des Kaisersteins zwischen dem alten und neuen Leuchtthurm statt. Der Vorsitzende des Denkmalcomites, Panyens, hielt die Festrede. Die Weiherede sprach der Pastor Jans Kolbenbüttel. Der Gemeindevorsteher Michels übernahm alsdann dankend den Gedenkstein. Gesang leitete die Feier ein und schloß dieselbe. Das Denkmalcomite sandte an den Kaiser ein Huldigungstelegramm. Kopenhagen, 10. August. Ritzaus Bureau veröffentlicht einen Rechenschaftsbericht des zurückgetretenen Cultus- ministers Scavenius. Der Minister sieht in den neuen Vertheidigungsmaßregeln eine Nothwendigkeit und Pflicht der Regierung, um die Selbständigkeit des Landes zu wahren, ohne Revanchegedanken, was eine Lächerlichkeit gegenüber dem mächtigen Deutschland wäre. Er protestire gegen die Behauptung, daß sein Rücktritt durch französische Sympathien veranlaßt worden sei. Er bewundere zwar die weitreichende Bedeutung Frankreichs aus geistigem Gebiete, werde aber nicht mit Frankreich aus Abenteuer gehen, selbst wenn es von Rußland unterstützt würde. Er sehe in der entente cordiale beider Länder die vielleicht beste Garantie des Friedens. Er spreche sich zu Gunsten eines Verteidigungsbündnisses mit Schweden und Norwegen aus, da sonst die nördlichen Reiche jedes für sich ihre Selbstständigkeit nicht behaupten könnten. Der Kamps für die Religion und gegen den literarischen Radicalismus dürste wesentlich nur mit den Waffen des Geistes gesührt werden. Prag, 10. August. In der heutigen Versammlung von Delegirten des Verbandes der Bezirkskrankenkassen und der Arbeiterunfallversicherungsanstalt für Böhmen wurde nach heftigen Debatten ein Antrag der Deutschen betreffend die Trennung des Verbandes in einen deutschen und czechischen mit 84 gegen 74 Stimmen abgelehnt. Die Mehrzahl der Deutschen verließ hierauf den Saal. Paris, 10. August. Mehrere Morgenblätter fordern die Pariser auf, zu Ehren der Ankunft des Großfürsten Alexei ihre Häuser russisch zu beflaggen. Paris, 10. August. Türkische Räuber haben am 7./8. in der Nähe des Ortes, wo Anfang Juni der Ueberfall auf den Orientzug stattfand, einen Franzosen Namens Raymond, den Inhaber einer Farm, sowie dessen Verwalter Rusfie entführt. Letzterer wurde bald entlassen, um ein Schreiben Raymonds an den französischen Botschafter in Konstantinopel zu überbringen. Raymond bittet um 115 000 Francs Lösegeld, andernfalls er erschossen würde. Der Botschafter hat sofort eilige Schritte bei dem Sultan und der Pforte gethan, um den Gefangenen zu befreien. London, 10. August. Der Congreß für Hygiene und Demographie wurde heute Nachmittag im großen Saale der St. James-Halle durch den Prinzen von Wales eröffnet. Etwa 2300 Delegirte, darunter hervorragende Gelehrte Europas, sind zu demselben erschienen. Nach der Eröffnung des Congresses folgten Ansprachen der Vertreter der Nationen und zwar sprachen Roth-Dresden für Deutschland, Josef Koeroesi Noll für Oesterreich-Ungarn- beide spendeten England Lob für die übernommene Führung in allen Fragen der häuslichen Gesundheitspflege. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 10. August. Die „Nordd. Allg. Zt." meldet: Nach heute uns zugehender telegraphischer Meldung wurde die Reise des Kaiserpaares nach Stettin verschoben. Berlin, 11. August. Während der hessischen Manöver wohnt das Kaiserpaar auf Schloß Wilhelmshöhe, die Kaiserin wird die ehemaligen Zimmer Napoleons III. einnehmen. — Die „Nat.-Ztg." erfährt aus sicherer Quelle, daß eine große Anlage für Fabrikation von Sprengstoffen geplant sei, an welcher in erster Linie hervorragende Industrielle des Oberbergamts-Bezirks Dortmund sich betheiligen, um die Zechen vom jetzigen Sprengstoff-Monopol unabhängig zu machen. Diese Fabrik, deren Production der größten bis jetzt bestehenden gleichkommen soll, wird zwischen Deffau und Koswig erbaut. Die Concession ist bereits ertheilt. . f — Die „Voss. Ztg." meldet aus Paris: Admiral Gervais soll in einer privaten Unterredung erklärt haben, daß ein förmliches Bündniß mit Rußland nicht bestehe, aber auch bei der herzlichen Freundchast beider Völker un- nöthig sei. t nY. . r — Dasselbe Blatt erfährt aus London, Admiral Gervais habe eine Einladung des Lordmayors zum Festmahle M Glchener Anzeiger W __I C# Vf und Druckerei: Generalanzeiger. ’äse* Arntr- und Anzeigeblatt für den Areir Gieszen 1) 5) 6) 7) ill v undsknecht unb den Abzeichen der Die S 2) 3) der gar n einem durchbrochenen, "krönt. Die Flächen .e Blumensträuße und . ^ervorzuheben: ein von astiger Silberhumpen, die bestehend in Tafelbestecks Löffeln, alles in schwerem eine Kaminuhr in Bronce rie jen1 der Assistenz versität, H Der juir Opera^ liehen das Verbot der Verunreinigung des Fußbodens und der Wände durch Ausspucken des Auswurfs beim Husten; das Verbot des Spuckens in Taschentücher- die Aufstellung großer, zum Theil mit Wasser, nicht etwa mit Sand oder Sägespänen gefüllter Speibecken in möglichst großer Zahl in den Fabrikräumen, sowie auf Treppenabsätzen und in Aborten, unter Umständen mit einem Wache Ritterlichkeit. * Greifs»' Im Interesse der Gesundheitspflege und be- chuss Vermeidung einer zwangsweisen Anordnung benannter Maßregeln möchten wir den Arbeitgebern empfehlen, dieselben aus freien Stücken in Anwendung zu bringen und hierin möglichst einheitlich vorzugehen. Eine uns bekannte hiesige Firma hat bereits die sub 6 angeführten Plakate in Druck in den Abort und deren Reinigung mit kochendem Wasser durch hierzu besonders angewiesene Personen- die feuchte Reinigung des Fußbodens und das Verbot des trockenen Aufwischens- das Aushängen besonderer Anschläge, welche das sub 1 und 2 bezeichnete Verbot, sowie die Benutzung der Speibecken einschärfen und Zuwiderhandlungen unter Ordnungsstrafe stellen, in den Fabrikräumen- die Belehrung der Arbeiter über die Bedeutung der Behandlung des Auswurfs für die Verbreitung der Lungenschwindsucht, durch die Arbeitgeber oder deren Vertreter, unter Mitwirkung der Kassenärzte, denen auch die Unterweisung über die Entleerung der Speibecken anzuvertrauen ist. die Abgabe eines besonderen Spucknapss für jeden oder wenigstens jeden häufiger hustenden Arbeiter- 4) die häufige und regelmäßige Entleerung der Speibecken ugust. Ein Opfer seines Berufs ist athologischen Institut der hiesigen Uni- j o f. Lücken aus Dortmund, geworden, erst 27 Jahre alt, hatte sich bei einer vermischtes. *8. Breslau, 8. August. VIII. Bundestag des Deutschen Radfahrerbundes. Gestern, am 7. d. M. haben die fünftägigen Festlichkeiten anläßlich des VIII. deutschen Radsabrcrbundestages begonnen. Aus allen Gauen des Deutschen Reiches und Deutsch-Oesterreichs sind die Ritter d-s Stahlrosses in unserer Stadt zusammengeströmt, um Kraft und Geschicklichkeit zu messen und die langjährige Bundesbruderschaft zu erneuern. Das von dem Ausschuß zusammengestellte Programm verspricht geradezu Großartiges, so daß auch den weitestgehenden Anforderungen Genüge geleistet wird. der Stadt Breslau gesti' Ehrengabe des schlesisch ' und Thee-, Dessert- ' * Silber - endlich der Anderen das Panorama, wieder von Anderen die Sehenswürdigkeiten der Stadt, soweit dies noch möglich war, in Augenschein genommen. Um ll^o Uhr Abends wurde in vergnügter Stimmung die Heimreise angetreten. Lange noch werden die Eindrücke vom National-Denkmal, vom Vater Rhein, den die Wenigsten noch gesehen, von Frankfurt u. s. w. besprochen werden. Aus dem Kreise Büdingen. Verkäufe von Leineabfällen im Juli und August v. I. zu Oberau an 18, zu Eckartshausen an 10 und zu Hainchen an 21 Landwirthe, mit einem Düngerwerth von kaum 50 Pfg. pro Centner, als Kunstdünger zu einem Preise von 5.75 Mk. pro Centner haben dem Händter eine zweimonatliche Gefängnißstrase eingebracht, die er gegenwärtig in dem Arresthaufe zu Michelstadt verbüßt. Hierbei hat er auch die sehr bedeutenden Untersuchungskosten zu tragen und außerdem noch die zu 600 Mk. anzuschlagenden Entschädigungsbeträge der Hereingefallenen zu leisten, so daß er sicherlich an seine bezüglichen merkantilen Leistungen in der Kunstdüngerbranche in der diesseitigen Provinz langesZeit denken wird. □ Vom Vogelsberg, 10. August. Die ersten Korn- haust en (-Haufen) stehen auf dem Felde. Mit dem Heutigen hat man in den meisten Gemarkungen mit dem Schneiden des Kornes begonnen, denn seit gestern, bezw. vorgestern herrscht endlich einmal besseres Wetter. Ein Gebiet höheren Lus- drucks, das meist oder immer aufklärendes Wetter mit sich bringt, ist aufgetreten - das Barometer steht nach langer Zeit wieder einmal über veränderlich. Allerdings ist sein gegenwärtiger Stand noch nicht so hoch, daß man mit Sicherheit nun anhaltendes, gutes Erntewetter Voraussagen könnte. Es ist die höchste Zeit, daß die Witterung endlich einmal eine Wendung zum Befferen erfahre, sollte anders nicht die Land- wirthschast schweren Schaden nehmen. Auf einzelnen Aeckern war das Korn bereits überreif und hätte schon vor acht Tagen geschnitten werden müssen, wäre die Witterung dazn angethan gewesen. Trotz der vorgeschrittenen Reife der Aehren ist der Halm durch die übermäßige Feuchtigkeit noch sehr wasserhaltig. Sonnenschein ist also auch hierfür sehr nöthig, wie überhaupt jetzt für alles. Tritt jetzt die ersehnte Wendung im Wetter ein, so hat die Regenperiode unserer Gegend keinen Schaden gebracht, vielmehr großen Nutzen. Die gerade nicht häufig austretende Fäulniß der Frühkartoffeln kann hierbei nicht ins Gewicht fallen, wird vielmehr durch den vorzüglichen Stand der Kartoffeln überhaupt mehr als ausgeglichen. In seltener Vollkommenheit steht der Sommerraps und blüht eben noch theilweise sehr schön. Noch nie ist er hier in gleicher Menge, wie in diesem Jahre, gesäet worden. Es kommt dies einmal durch den gänzlichen Ausfall des Winterraps, das anderemal aber auch durch die sich immer mehr Bahn brechende Erkenntniß, daß er ein viel besseres Oel als Winterraps liefert und demnach eine nicht zu unterschätzende Culturpflanze bildet. Gleich vollkommen blühen gegenwärtig im Felde Erbsen, in den Gärten Bohnen. Letztere versprechen einen reichen Ertrag, wenn eben gutes Wetter anhält. Den Gurken dagegen war es zu naß- es gibt hier wenig oder gar keine. Alle andere Küchengewächse, wie Ober- und Unterkohlraben, Kohl und Wirsing :c. entwickeln sich sehr üppig. Die Obsternte verspricht gleichfalls ein reiches Ergebniß, namentlich Birnen und Zwelschen Aepsel, die voriges Jahr sehr stark trugen, weniger. Alle-, in Allem, gute Aussichten sind vorbanden, jetzt nur warmer Sonnenschein, daß sie sich verwirklichen können. Ein kurzer Unberblick wird das beweisen. Freitag, 7. August, Vormittag von 9 bis 12 und Nachmittags von 2 bts 5 Uhr: Sitzung des Sportsausschusses. Nachmittags 5 Uhr großes Concert und Gartenfest mit Illumination und Feuerwerk am Abend auf dem Frieleberg. Samstag den 8. August, Vormittags 8 Uhr, feierliche Eröffnung des VIII. Bundestages im St. Vincenzhaus. 9 Uhr: Sitzung des Bundesausschusses. Mittags 1 2 Uhr: Essen. 6 Uhr- Ausführung der fünf Pflichtübungen für den Meisterschaftsbewerb im Kunstfahren. Abends 8 Uhr: Großes Begrüßungsfest auf der Liebigs- höhe (Concert, Illumination re.). Sonntag den 9. August, Vormittags IP/2 ühr, Corso durch die Stadt nach dem Scheitniger Park, woselbst gemeinschaftliches Mittagessen stattfindet. Nachmittags 3J/2 Uhr Wettrennen auf der Rennbahn. Abends 8 Uhr im Breslauer Concerthause Wettbewerb sm Gruppen- und Reigenfahren und um die Meisterschaft im Kunstfahren, hierauf Festball. Montag den 10. August, Vormittags 9 Uhr: Sitzung des Bundesausschusses- 11 Uhr Frühschoppen im Tivoli- Nachmittags 3 Uhr Wettrennen aus der Rennbahn- Abends 7 Uhr Concert und Festessen im Zoologischen Garten, Preisvertheilung an die Sieger und Feuerwerk aus der Oder, Rückfahrt per Dampfer. Dienstag den 11. August: Ausflug mittels Extrazuges nach Freiburg- Fürstenstein. Die Betheiligung an diesen Festlichkeiten von Seiten der Bewohner unserer Stadt verspricht eine außerordentliche zu werden, zumal schon im Ehrenausschuß alle Kreise vertreten sind. An der Spitze desselben stehen Se. Exc. der Oberpräsident v. Seydewitz, Se. Exc. der com- mandirende General des 6. Armeecorps, v. Lewinsky, und Se. Exc. der Stadtcommandant Generallieutenant v. Grote'- Vorsitzender des „Hauptausschusses" ist Herr Betriebs-Ingenieur Georg Teinert. Das Festbureau befindet sich im Hause des bekannten Pianofortefabrikanten Großpietsch. Die Rennen gewinnen sowohl durch die Theilnahme der bedeutendsten Radfahrer (u. A. August Lehr, der Meistersahrer der Welt-, wie auch durch den hohen Werth der Preise an Interesse. Obenan unter den letzteren steht die von unserem Kaiser gestiftete Vase. Von ansehnlicher Größe, ist sie im Roccocostil ausgeführt und wird gegeben, deren Abfassung und Inhalt die günstigste Beur- theilung des diesseitigen Fabrikinspectors gesunden hat. — Den in Fabriken beschäftigten Arbeitern aber empfehlen wir genaue Beobachtung der im Interesse ihrer Gesundheit getroffenen Maßnahmen mit dem Hinweise, den guten Willen, der hier zum Ausdruck gekommen, anzuerkennen und Durchführung keine Schwierigkeiten zu bereiten oder entgegen zu arbeiten. Blutvergiftung zugezogen, welche einen tödt- nahm. — Lefestücke über Gefährlichkeit des Spiels mit Feuer. .... seitens des preußischen Ministeriums der geistlichen re. Angelegenheiten an die Provinzial-Schul-Collegien unterm 12. Juni c. ergangene Anordnung, wonach eine Anzahl von Lesestücken, in welchen die Kinder über die Gefährlichkeit des Spiels mit Feuer oder Streichhölzern belehrt werden, in die Schulbücher der Monarchie ausgenommen werden soll, ist ein Verdienst der im Jahre 1889 in Berlin stattgehabten Deutschen Allgemeinen Ausstellung für Unfallverhütung. Letztere hatte einen Theil der ihr zur Verfügung gestellten Preise für das beste, diesen Gegenstand behandelnde Lesestück bestimmt. Von den ihr eingereichten zahlreichen Beiträgen wurden drei prämiirt. Der, vom Vorstande der Deutschen Allgemeinen Ausstellung für Unfallverhütung an das Ministerium der geistlichen Angelegenheiten gerichteten Bitte, diese Erzählungen in die Lesebücher sämmtlicher Schulen der Monarchie aufzunehmen, ist bereitwilligst entsprochen worden. Welche Wichtigkeit diese Frage übrigens besitzt, geht daraus hervor, daß, wie die Statistik des Verbandes deutscher Privat- Feuerversicherungs-Gesellschasten ergibt, während der Jahre 1880—1889 allein bei den zum Verbände gehörenden Anstalten, die indeß nur etwa die knappe Hälfte der in Deutschland gegen Feuer versicherten Werthe repräsentiren, circa 6000 Risiken durch Spielen mit Zündhölzern seitens dec Kinder dem Brande überliefert worden sind. — Die Tage sind schon bedeutend im Abnehmen begriffen. Am 1. August ging die Sonne um 4 Uhr 22 Min. auf Md um 7 Uhr 51 Min. unter, am 15. sind die entsprechenden Zeiten 4 Uhr 45 Min. und am 31. dauert der Tag nur noch von 5 Uhr 12 Min. bis 6 Uhr 50 Min. Die Tageslänge vermindert sich also von 15 Stunden 29 Min. am Anfänge auf 13 Stunden 3 Min. Alzey, 7. August. Die Stadwerordneten-Verfammlung dahier beschloß in ihrer gestrigen Sitzung die Aufnahme einer Stadtanleihe im Betrage von 300 000 Mk. tt Vom Kaifermanöver des 11. Armeecorps. Das Programm für die bevorstehenden Kaiserfesttage in Kassel ist nunmehr festgestellt und sind die Vorbereitungen für die zu treffenden Maßnahmen im vollen Gange. Die große Parade der gesammten Truppen des 11. Armeecorps vor dem Kaiser findet am 12. September, einem Samstag, statt. Das große Festmahl, welches die Landstände dem Kaiser und seinen Gästen geben, wird im Orangerieschloffe der Karlsaue am Tage vorher, am 11. September, Freitag, eingenommen. Das große Paradediner des Kaisers wird dagegen im Residenz-Palais am Friedrichsplatze stattfinden und zwar am Nachmittag nach -der Kaiser - Parade. Am folgenden Tage, Sonntag den 13. September, wird auf dem Bowlinggreen (großer runder Rasenplatz vor dem Orangerieschloffe, dem Karlsauepark gegenüber) ein allgemeiner Feldgottesdienst abgehalten, dem selbstverständlich auch der oberste Kriegsherr, Seine Majestät der Kaiser, beiwohnen wird. Die Abreise des Kaisers nach Erfurt ist auf Sonntag Nachmittag 3 Uhr bereits angesetzt. Eine große Anzahl fremder Fürstlichkeiten wird zu den Kaiser- manövern hier eintreffen und ist für dieselben in Kassel und auch in Wilhelmshöhe bereits Quartier bestellt. Ihren Besuch angemeldet haben, bezw. bestimmt werden bis jetzt erwartet u. A. der König von Rumänien, der Kronprinz von Rumänien, der König von Sachsen, der Großherzog von Sachsen-Weimar, der Großherzog von Heffen - Darmstadt, der Herzog von Sachsen-Meiningen , der Fürst von Waldeck - Pyrmont, der Fürst von Lippe, der regierende Fürst von Hohenzollern rc. Auch der Bruder des Kaisers, Prinz Heinrich von Preußen, trifft hier ein, ferner wird sich im Gefolge des Kaisers auch der Reichskanzler General v. Caprivi befinden. mit plastischen Blumen gezierten der Wandung schmücken vorzüc Früchte. Von anderen Pre' Lich, 10. August. Heute stürzte ein hier in Diensten stehender, aus Birklar gebürtiger Fuhrmann in der Oberstadt neben seinen Pferden nieder und war alsbald eine Leiche. Ein Herzschlag hatte demselben, welcher vorher noch anscheinend wohl und munter war, ein rasches Ende bereitet. Lich, 10. August. Nachdem die hier aufgetretene Mafern- epidemie als erloschen betrachtet wird, hat in den Volksschulen und auch in der Präparandenanstalt der Unterricht wieder begonnen. -1. Grüningen, 11. August. Am verflossenen Sonntag unternahm der hiesige Männergesangverein, dem sich noch eine Anzahl Nichtmitglieder angeschlossen, unter Leitung seines Dirigenten Lehrer Eckel einen Ausflug nach dem Niederwald-Denkmal. Nachdem Herr Lehrer Eckel eine Fahrpreisermäßigung erwirkt, ging es in corpore Nachts ■3 Uhr von hier weg. In Rüdesheim angelangt, wurde sich erst zum Aufstieg durch „echten Rüdesheimer" gestärkt. Oben angekommen, wurde das Denkmal eingehend besichtigt, woraus zwei patriotische Lieder vom Verein vorgetragen wurden. Nun stieg der eine Theil auf demselben Wege hinab, während die andere Hälfte über Aßmannshausen, Jagdschloß u. s. w. per Dampfboot bis Rüdesheim und von da nach Frankfurt zurückfuhr. Hier wurde von Vielen die Ausstellung, von Localer uttb provinzielles. Gießen, 11. August. — Gauturnfest in Butzbach. Am Montag sand in Fortsetzung des Festes das Turnen der Musterriegen des Gaues Hessen statt und erhielt die Riege des Turnvereins Gießen den zweiten Preis mit 19,335 Punkten. W — Maßregeln gegen die Verbreitung der Lungenschwindsucht. Wie wir bereits vor einiger Zeit mittheilten, haben die Großherzoglichen Fabrikinspectoren unter Hinweis auf die Gefahr der Ansteckung in geschlossenen Arbeitsräumen den Arbeitgebern für ihre Fabrikräume folgende Maßregeln als wirksam und practisch durchführbar empfohlen: * Antwerpen, 6. August. Die Auswanderung im Monat Juli über den Hafen Antwerpen betrug 3548 Personen. Hiervon gingen 3197 nach den Vereinigten (Staaten mit der Red Star Line, 211 nach Brasilien mit dem Norddeutschen Lloyd, 108 nach Australien, 32 nach Kanada. * Es heißt Manches Bier und ist keins! In Gräfenthal ist neulich durch eine Gerichtsverhandlung an den Tag gekommen, was alles unter dem Namen Bier den Durst zu löschen bestimmt ist. Es handelte sich um eine Anklage wegen Hinterziehung der Brausteuer und dabei zeigte es sich, daß manche Biere von allem möglichen Zeug zusammengebraut werden, nur nicht von Hopfen und Malz' Ein Apotheker auf dem Walde noch dazu war es, der die Ingredienzen, die man vulgär als Traubenzucker, Glycerin, Couleur, Salicylsäure, Galatine, Syrup, Hausenblase u. s. w. benennt, unter schönen lateinischen Namen an verschiedene Brauer für schweres Geld verkaufte zur Herstelllmg von Bier. Es ist auf eine hohe Strafe erkannt worden und es dürften noch mehrere ähnliche Prozesse folgen! — Unter solchen Umständen ist es allerdings kein Wunder, wenn man nach manchem Bier Kopfschmerzen und Manches andere bekommt. Das glückliche Bayern ist darin nun weiter- wenn auch Manches bei ihren Eisenbahnen faul ist, auf einen guten Tropfen aber halten sie und gesetzlich haben sie alle Beimengung von Surrogaten den Brauern strengstens verboten. — Der schöne Spruch: Hopfen und Malz, Gott erhalts! hört sich solchen Schmierereien gegenüber wie die reine Ironie an. * In der Auffindung unbestimmter Adreffen ist die Post manchmal recht glücklich. Ein neues Beispiel hierzu hat sich neuerdings in Mainz zugetragen. Ein Herr aus Köln, welcher sich kürzlich in einer hiesigen Wirthschast aufhielt unb wieder nach dorten zurückkehrte, hatte dem Wirch eine Mitteilung zu machen, da er aber dessen Namen nicht kannte,, schrteb er folgende Adresse: „An den Wirth mit dem groß en S chnurrb art tn Mainz." Der Brief gelangte an die rrchtige Adresse unb zwar an ben Gastwirth Mondrion auf bem Schillerplatz. * Zn der Menagerie. Wärter: „Der Löwe, ben Sie hier sehen, ist gelb unb großmüchig unb frißt lebenbige Ochsen bitte, Vorsicht, meine Herren, nicht so nahe herantreten." ' 1 } i, 4. August. Auch eine „Meisterschaft". Am oenb befanb sich eine Anzahl halbwüchsiger Jungen Platze, welcher sich bei ber Mulackstraße unb ber r^Wer Straße bilbet. Die Erregtheit ber Vaffanten herzu, welche im Kreise ein unter ben ermunternben Zurufen ber Ku-.. .ber kämpfte. „Um was gehts benn her?" fragte Hinzugetretenen. „Wohl gar um Gelb?" — „Nee, is nich," antwortete stolz einer ber soeben pausirenben Ringkämpfer, „et is von wegen ber Meisterschaft von bie Mulackstraße!" *88 "°n 5 ? 5 Ul)r: G8 be« °» d-s VIH Ä $«r. ‘9 des ^unh-a n e§tö9E8 r: AuSsühru^^"^s. -bewerb er fef Vsest 0JN>n. ®«»nt«9 bme ch die Stadt ' ^ust, L^Sü 7S'S«L "9 d-n Jfij’V“ ^Wusses •>■ »elf; ^*1 Freibmg- , W WiMen do» ” WW‘ eine Qu6er- E ^-lbm steh,,, & St. ®fc. bet MB|1 ecoW t>. Lewinskh, md nerattieutenant v. Grote) ' # Herr Bettiebs-Ä- Bureau befindet sich im ifanten Großpietsch, Die ' Theilnahme der bebeu» dehr, der Meisterfahrer en Werth der Preise an en steht die von unserem licher Größe, ist sie im n einem durchbrochenen, . "krönt. Die Flächen .e Blumensträuße und. Morzuheben: ein von Itiger Silberhumpen, die estehend in Taselbestecks rssein, alles in schwerem ine ^aminuhr in Bronce cht uub den Abzeichen der i Opfer seines Berufs ist Institut der hiesigen Uni- u§ ßortmunb, geworden, lt, hatte sich bei einer ogen, welche einen töbt?- ne „Mtersch^t". Am cht halbwüchsiger Jungen tx Mulaästtaße und der t, Die Erregtheit der zu, welche im Kreise ein xx bin ermunternden Zu- ämpste. „Um was gehts getretenen. „Wohl gar intwortete stolz einer der s von wegen der Wer Auswanderung im cpkn betrug 3548 ?®> ben Bereinigt« S“«‘® Btajtlien mit de« ^ril' 32 nach ffanaba. ' |ein8! g* Ml* m eine * und dabei Züchen M >Lj @jn -z»w“. X slb--nn, »"»'ft »ergebene ' R^Liellu"g s® fei? faul tf*/ aU’r gfc L-l- M h°ben ' gerb»«”; !tn itrengf«” M ® * bie * aenuber * il« $ei(PtelJ N'"' Ein ®'f.u[iieit“"!’ /de« ®,rtL to«"“' Le ttamenn deot " ®«®Ält,on , de» ®“ Der * lebendise . »-0,. fri6' nähr lb,g n"6 ,i»l I- ( V ’ Landwirthschaftlichk Winke und Rathschläge. △ tM Vberheffe«, Mitte August. Ueber richtige Berwerihung des 1891er vbstfege«O. In -unserem vorigen Aufsätze handetlen wir über den Verkauf des Obstes; heute wollen wir die Sacke damit besckltetzen, daß wir über das richtige rlvmachen, Einteller«, Trockne«, Latwergentoche« «Mb Obstweinfabriztren ewige Winke und Andeutungen folgen lassen. Aus den südlichen Provinzen unseres Großherzogthums, sowie von vielen Seilen Deutschlands kommen die Nachrichten, daß alle Bäume, ja alle Hecken voller Obst hangen. ES ist darum besonders auch das Augenmerk auf das Einteilern, Trocknen und Ausbewahren zu richten und zwar rechtzeitig, damit der Landwtrth von seinen Erträgen nicht überrascht wird, besonders aber, daß er in der Lage ist, die Gottesgabe unter Umständen für das nächste Jahr zu reserviren. Wir haben nun zum dritten Male Obsterträge, tn 1889, 1890 und 1891, wenn auch keine allgemeinen vollen Ernten; darum ist anzunehmen, daß Fehljahre kommen können, gegen die man in reichen Jahren Vorsorge treffen muß. c r. t Besprechen wir kurz da- Obstabmachen* Schon Bande sind voll davon geschrieben worden; in allen Versammlungen und Vor- trägen, die sich auf Obstbau und Baumpflege beziehen, wird davon gehandelt, dock nach wie vor wird mit dem Mißhandeln der Bäume durch zu frühes Abmachen «nd barbarische- D^aufloSharren mit den Stangen sortgefahren. Man lasse das Obst reif werden und hüte sich ja, durch andere ängstliche, engherzige Gemüther stch zznn rechtzeitigen Abernten treiben zu lassen. Es ist ein Jammer, wenn man die gewaltsam heruntergehauenen Tragästchen unter den Bäumen liegen sieht. Viele Centner Obst werden dadurch vernichtet, denn der so mißhandelte Baum wird im nächsten Jahre vielleicht nur die Hälfte dringen von dem was er gebracht hätte, wenn er rücksichtsvoll behandelt worden wäre. Wer einen practischen Blick hat, der erkennt sofort in diesem Jahre die im vorigen Herbste mißhandelten Bäume und der geringere Ertrag gegen richtig behandelte ist dem Besitzer zu zeigen, wenn er es will. Darum darf man nicht müde werden, auf diese Mißhandlung und Barbarei gegen die Fruchtbäume immer wieder htnzuweisen. Es ist wörllich wahr, daß diejenigen Menschen, welche zu frühe abmachen und den Baum mit der Stange schinden und zerfetzen, ebenso sehr schaden, als die blüthenzerstörenden Jnsecten im Frühjahre. Sonntägliche Besprechungen der Ortsbewohner mit den Lehrern und Bürgermeistern über die Obsternte sind dringend zu empfehlen. Man bespricht sich ja auch über das Mähen des Heu- und Grummetgrases, über den Schnitt deS Getreides, wo es flürlich gehalten wird, warum soll man stch nicht über die Obsternte verständigen können. Wer nur irgend kann, Lust und Beruf dazu hat, der versäume nicht, bet jeder Gelegenheit sein ceterum censeo damit zu schließen, daß er sagt: Lieber Landwtrth! Mißhandle deine Hauslhtere und Bäume nicht, denn du schneidest dir tief ins eigene Fleisch dadurch. Nicht unerwähnt soll gelassen werden, daß das unvollständig ausgereifte Obst bet weitem nicht so werthooll und haltbar ist, wie das vollständig ausgeretfte. Die Obsthändler drücken dies auch im Preise aus. Für Früchle, die Ende September oder Anfang October geerntet werden, zahlt man andere Preise als für solche, die Mitte September abgenommen wurden. Hinsichtlich desjenigen Quantums, welches man für den eigenen Bedarf zurückhalten will, wird dringend ein vollständiges Ausreifen empfohlen, weil es sich dadurch länger gefund erhält. Es ist sehr bitter, wenn die Hausfrau an das Odst- gerüfte kommt und vielfach schon um Weihnachten die Entdeckung machen muß, daß der Vorrath mit Dutzenden von faulen Exemplaren untermischt ist. Wir weisen noch weiter darauf hin, daß der 1891er Jahrgang ein kühler und feuchter ist, wenigstens bis heute, wo diese Zeilen geschrieben werden. Das Obst braucht also längere Zeit um vollständig durchzureifen, als in trocknen warmen Jahren. Die Früchte hängen ziemlich dicht beisammen, können also nicht so leicht durch- zettigen, als wenn sie weniger dicht hingen. Jedermann kann sich bei dem diesjährigen Frühobste, bei Frühkartoffeln und verschiedenen Gemüsearten davon überzeugen, daß sie einen wässerigen Geschmack haben, der sich nur durch völliges Ausreisen verliert. Man möge dies beim Obste nicht vergessen. lieber das Einteiler« des für die eigene Wtrthschaft bestimmt m Obstes mögen einige Worte hier folgen. Die Zeit ist jetzt gekommen, wo die Keller gereinigt werden müsse«. Vor allem ist tüchttaes Lüsten nothwcnvig; daneben muffen dre verfaulten lleberrcfte der Kartoffeln, Dickwurzeln und sonstiger Unrath htnauSgeschafft, die Spinnweben beseitigt und die mit allerhand Wurzelwerk und Schmutz durchsetzte Erde, welche durch die Kartoffeln und Rüben etngebracht wurde, aus dem Kellerraum beseitigt werden. Selbst der kleinste Landwtrth im obersten VoaelSberge weiß heutzutage, daß in solchem Unrath Millionen von Pilzen und Bacterien stecken, welche die gesunden Producte inficiren und schnell zu Grunde richten. Darum ist nicht blos für Wohnung und Ställe, für Mtlchkammer und Scheuer, sondern ganz besonders auch für den Keller Sorgfalt und Reinlichkeit geboten, damit die durch viele Arbeit und manchen Schweißtropfen erworbenen Producte nicht am Ende durch Fäulniß zu Grunde gehen. Um diesem gründlich vorzubeugen, scheuen manche Landwirthe die Kosten und Mühen nicht, ihre Keller vollständig zu desinficiren, die Wände abwaschen, abniben oder gar abwetjen zu lassen, was sehr zu empfehlen ist. Sorgfalt und Reinlichkeit im Kleinen wie im Großen lohnen in allen Lebensbranchen denjenigen, der sie übt. Recht zu empfehlen ist in diesem Jabre das Latwergentoche«, in Oberheffen Honig genannt. Da die Früchte, wie bereits oben angedeutet, wegen des feuchten Wetters und des Dtchtzustuumenhängens schwer durchreifen, ist bei dem Honig- und Latwergenkochen das Augenmerk darauf zu richten, daß das Product gründlich gar und durchgekocht wird. Geschieht dies nicht, fo geht die Latwerge später in Gühr««g über, sie säuert und geht bald zu Grunde. Die fleißige HauSftau wird auf diesen Punkt besonders aufmerksam gemacht und ein einfaches Mittel angedeutet, wie man der rechtzeitig entdeckten Gährung erfolgreich entgegentreten kann. Man bringt die in Gährung gerathenen, kleine Blasen treibenden Töpfe in einen heißen Backofen, aus dem gerade das Brod herausgenommen worden ist. Die Hitze des Backofens ist in diesem Stadium noch so bedeutend, daß die Gährungspilze gründlich zerstört, wodurch der Honig (die Latwerge) wieder haltbar wird. Das Erhitzen im Backofen kostet nichts; der Ofen würde nach und nach doch erkalten. Mit Salicyl läßt er sich ebenfalls gut und haltbar macken, allein erstens kostet das Geld und zweitens hat man diesen Stoff auf kleinen abgelegenen Dörfern nicht gleich zur Hand, während ein heißer Backofen jeden Tag zu haben ist. Zum Schluffe sei noch darauf hin- gewiesen, daß von vielen Hausfrauen der Saft von Zuckerrüben bei dem Honig- und Latwergenkochen angewandt wird und daß dieser Honig sich durch große Haltbarkeit und großen Wohlgeschmack auszeichnet. Wer keine Zuckerrüben baut, kauft den Centner zu 1 Mk. bei einem Nachbar. Versuche sind zu empfehlen, weil der Rübensaft sehr viel billiger ist, als der Most (Saft) von Obst. Literatur «nO1 Aunst. — Ein Gruß aus der Heimath, die Begegnung mit einem lieben alten Bekannten — wem, der draußen ist, wären sie nicht erfreulich? „Wie gut Du ausstehst!" Diese so beliebte Begrüßung wird Jedermann dem ersten Heft des soeben beginnenden neuen Jahrgangs der Jllustrirten Octav-Hefte von Land und Meer" (herausgegeben von Prof. Joseph Kürschner, redigirt von Otto Baisch, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) entgegenrufen, dem daffelbe zu Gesicht kommt. Denn diese Octav-Hefte haben ein nagelneues Gewand angelegt, das — wie die blühende Außenseite eines Menschen — auch auf geistiges Wohlbefinden schließen läßt. Zunächst fesselt uns der interessante Heiberg'sche Roman: „Wer trifft das Rechte?" von dem dieses eine Heft bereits annähernd den Inhalt eines halben Romanbandes bietet, sowie die gemüthvolle Erzählung: „Ein müdes Herz" von Ossip Schubin. Erheitern können wir uns an der prächtigen Roderich'schen Humoreske vom „Mäusekrieg" und athmen köstlich erquickende Luft in Gerhard Walters „In der Waldfrische", wandern ohne jede Anstrengung mit A. Trinius durch das reizende Thal der wilden Gera, machen mit Ludwig Thaden eine Bergfahrt in das von kerngesunden Menschen bewohnte Walserthal, statten dem gefeierten Dichter der „Ahnen" mit Friedr. Rueffer einen Besuch auf seinem idyllischen Landsitz in Siebleben ab und begleiten die Zöglinge des militärischen Erziehungsinstituts Annaburg in die Sommerfrische oder dampfen mit Otto Neubaur über den atlantischen Ocean. Daneben finden wir weitere höchst interessante Artikel von Karl Vogt, A. Lammers, Dr. Th. Wimmenauer, Klotilde v. Adelfeld, Dr. Löwenfeld u. a. Die hundertfältigen Anregungen aber, die in den an Stoffen unerschöpflichen Abthetlungen „Unter uns" und „Aus Zeit und Lcben" geboten werden, laffen sich hier nicht einmal anbeuten. Und wie hübsch nun, das Alles durch Abbildungen reizendster und anschaulichster Art belebt zu sehen, die bald 618 Meisterwerke deutscher Kunst eine hohe selbständige Stellung eÜi- nehmen, bald das geschriebene Wort in wirksamster Weise unterstützen. In der That, dieser neueste Jahrgang der Jllustrirten Octav- Hefte von „Heber Land und Meer" wird, nack diesem glänzenden ersten Hefte (Preis nur 1 Mk0 zu schließen, Alles, was bis jetzt an Verwandtem da war, in den Schatten stellen. Verkehr, £an$« ttnfr volkswirthfchaft. Gieße«, 11. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr- Pfd. X 1,10—1,15, Hühnereier 1 St. -, 2 St. 11-13 Enteneier 1 St. 6-7 H, 2 St. - 4, Käse pr. St. 5—8 H, Käsematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 18 4, Stufen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar X 0,70—1,00, Hühner pr. Stück X 1,00-130, Hahnen pr. St- X 0,60-1,00, Enten pr. Stück X 2,00—2,30, Ochsenfletsch pr. Md. 70—76 A. Kuh- und Rindfleisch 60—64 Schweinefleisch 60-70 4, Hammttfleisch 50—74 A, Kalb, fleisch 50-56 Kartoffeln pr. 100 ÄUp X 5,50-7,00, Weißkraut pr. St.--Ä, Zwiebeln per (Senfhcr X 6,50—7,00, Milch per Liter 12-18 H, Kirschen per Pfd. 16 H. — Zur Düuguug der Ovflbäume empfiehlt Pros. Wagner im Herbst eine gleichlheilige Mischung von Ehlorkaliurn und Superphosphat, im Februar Chilisalpeter zu geben. Die erstgenannte Mischung, von welcher bet starken Obstbäumen etwa 1 Kilogramm, bei Spalterbäumen 250 ©ranyp, bei Cordoubäumchen 60 Gramm pro Stamm genügen, wird, soweit die Baumkrone reicht, ausgestreut und mit dem gewöhnlichen Stalldünger untergegraben. Der EHUi- salpeter, von welchem gemäß den obigen Abstufungen 500 Gramm, 150 Gramm und 40 Gramm anzuwenden sind, braucht nur aufgestreut zu werden, da das Niederschlagungswasser ihn scknell den Wurzeln zuführt. Obstbäume mit üppigem Holz und Blättertrieb und geringer Frucktbarkeit bedürfen vorzugsweise der Mischung von Chlorkalium und Superphosphat. Bei schwachem Holz- und Laub- trteb ist dagegen auch die Anwendung des Chilisalpeters dringend geboten. Eingesandt. Gießen, 11. August 1891. Unser diesjähriges Jugendfest scheint seinen Glanzpunkt zu verlieren, um» jedenfalls allmählich dem Aussterben entgegengebracht zu werden. Wie aus den diesbezüglichen Bekanntmachungen zu ersehen, hat man es vorgezogen, den Festzug durch die Stadt, oas Vergnügen aller Eltern und Kinderfreunde, fallen zu lassen und von der Außen- ftadt, den Anlagen nach dem Philosophenwald zu marschiren. Wie man angibt, geschähe solches im Jntereffe der Kinder, welche durch den langen Zug durch die Sjadt ermüdet rpürden. Das löbliche Comiiv hat aber wohl nicht bedacht, daß durch das Passiren durch die Stadt Denjenigen eine Freude bereitet wurde und wird, welche nicht nach dem Festplatz gehen können, vielleicht durch Krankheit und sonstige Verhältnisse gezwungen sind, davon fern zu bleiben. Diese müssen demnach auf diese Freude Verzicht leisten. Wäre es nun nicht noch zu ermöglichen, daß man auch tn diesem Jahre, gleich wie früher, den Zug der Kinder von Oswaldsgarten abgehen ließe und so auch Denjenigen, welche nicht an den Anlagen wohnen und doch ihre Freude an der lieblichen Kinderschaar haben, auch diesmal ihre Freude an derselben erhalten bliebe. Im Interesse des vaterstädtischm Volksfestes fei hiermit sehr darum gebeten. Ei« «inderfreund. Ganz seid, bedruckte Itaalards STOB. 1.90 bis 7.25 pr. Met. — (ca. 450 versch. Disposit.) vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei in's Haus das Fabrik-D^M G. Henneberg: (K. u- K. Hoflief.) Zurich. Muster umgehend. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 1744 Temperatur der Lahn und Lust gemeffm am 11. August, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 13V2, Lust 15 Grad Reaumur. L. Ehr. Rübsamen Wwe. Bekanntmachung. Die Stelle eines Schuldieners an der neuen Stadtknabenschule auf der Nordanlage, mit welcher neben freier Wohnung und Heizung ein Gehalt von 600 bis 1100 sowie Pensionsberechtigung und Wittwenversorgung nach Maßgabe der Satzungen über die Dienstverhältnisie der Gemeindebeamten der Stadt Gießen verbunden ist, soll zu Anfang September d. I. mit einem verheiratheten Manne besetzt werden. Bewerber haben ihre Meldungen unter Beifügung von Lebenslauf und Zeugnissen und mit Angabe ihrer Gehaltsansprüche binnen acht Tagen hierher einzureichen; mit Rücksicht auf die Bedienung der Centralheizung werden solche Bewerber bevorzugt, weiche als Heizer oder Schlosser bereits thätig waren. Gießen, den 10. August 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth.______7258 Arbeitsversteigerung. Samstag den 15. l. Mts., Vorm. 9 Uhr, soll die Liefemng einer Anzahl Gewannsteine auf dem Stadtbauamt versteigert werden. Gießen, den 11. August 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth. 7257 Seilgeöotenes. ! Schweizer Stickereien in großer Auswahl, sowie eine Partie Reste bedeutend unter Preis empf. Geschw. Heerz, 6990 Neuenweg 7. Emser, Selters, Fachinger, Salzschlirfer, Friedriehshaller- and Hanyadi-Janos-Bitterwasser etc. Bezirks-Bauaufseher. 7244 . = Soeben beginnt zu erscheinen: — C/2 N W N £ isitenk arten L2 Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig u. Wien. Bürgermeister Ruth. Telephon 105. 7243 Tierleben oi OD L 5 B Vorhandene Stempel können benutzt werden. dritte, neubearbeitete Auflage von Prof. Pechuel-Loesche, Dr. W. Haacke, Prof. W, Marshall und Prof. E. L, Taschcnberg, mit über igoo Abbild, im Text, y Karten, igo Tafeln in Holzschnitt u. Chromodruck von W. Kuhnert, Fr. 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August, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben der verstorbenen Karl Lang Wittwe in Gießen gehörigen Jmmo- bUien: Flur I Nr. 961 — 19 Meter Hofraum mit Stall auf dem Asterweg, Flur I Nr. 962 — 125 Meter Grabgarten daselbst, Flur 1 Nr. 968 — 56 Meter Hosraithe daselbst freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 10. August 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. ___________I. A-: Vogt.________7248 Montag den 17. August, Nachmittags 21 /2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben des verstorbenen Flurschützen Heinrich Bölter in Gießen gehörige Hosraithe: Flur I Nr. 536 — 62 Meter auf dem Selterswcg freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 10. August 1891. Großh- Ortsgericht Gießen. I. A-: Vogt. 7247 4*76 3MT Das Frankfurter Schublager befindet fich jetzt Mf* 12 Mäusburg 12 EMtzM Gießens größtes und billigstes Schnhlager. N. Reiss. 7249 C. F. Schwarz Söhne, 7240 Ausländische (dir. importirt). pr. Fl. JL 1.— „ (extraf.) 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Tribüne auf dem Rennplatz ä «X 5.— per Tag abgegeben. tMT Sämmtliche Karten sind sichtbar zu tragen I -HWGK 7149 Das Directorium des Rheinischen Renn-Vereins, Verein Creditreform. Generalversammlung Dienstag den 18. d. M., Abends V29 Uhr, Restauration Schnell. Tagesordnung: Verwaltungsbericht, Vorstandswahl. Anträge müssen mindestens drei Tage vorher dem Borstand ein- gereicht werden. [7256] Der Vorstand. Vom jetzt ab befindet fich mein Geschäft in meinem nenerbauten Hause Bahnhofstraße Rr. 37. 7076 Wollenspinnerei Ad. Bender. H. Schmidt Instrumentenmacher. Mein Laden befindet fich von heute an 7174 Neustadt 11, JWL im Hanse des Herrn Ernst Lotz. Meiner werlhen Kundschaft, sowie den hiesigen und auswärtigen Pferdebesitzern zur Nachricht, daß ich einen Nothstall zum Beschlagen bösartiger Pferde aufgestellt habe und bitte bei vorkommenden Fällen um gefällige Benutzung. 5995 Achtungsvoll *4. Walther, Schmirdemeifter, Th. 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Man muß anerkennen, daß es in Frankreich viele Bürger gibt, welche dem Flottenbesuche in Rußland und den französisch- russischen Verbrüderungsfesten in Kronstadt und Petersburg eine kühle Anschauung gegenübersetzen und keineswegs in die landesüblichen Begeisterungsaussprüche über die russischfranzösische Freundschaft verfallen sind. Dafür lieferten die ruhigen und zurückhaltenden Auslassungen der angesehenen französischen Blätter: „Soleil", „Soir" und „Journal des Debats" anläßlich der französisch-russischen Begegnung sehr deutliche Beweise, indem sie ausführten, daß die Lage für Frankreich unverändert sei und auch heute noch Niemand wisse, wie weit sich Frankreich im Ernstfälle aus Rußland verlassen könne. Diesen erfreulichen Beobachtungen steht aber auch die üble Erscheinung gegenüber, daß die Kronstädter Flottenbegegnung in der Mehrheit des französischen Volkes entschieden den Chauvinismus und die Revanchelust aufs Neue angesacht hat, denn man urtheilt^natürlich in Frankreich in Bezug aus einen Angriff gegen Deutschland jetzt viel zuversichtlicher, wenn man glaubt, daß gleichzeitig Rußland das Deutsche Reich im Rücken bedrohen werde. Ueberdies gibt die Vorstellung der Franzosen, daß ihr Heer wieder „erzbereit" sei, dem Chauvinismus neue Nahrung. Wozu soll Frankreich denn ein gewaltiges Heer rüsten und mit den Russen Waffenbrüderschaft schließen, wenn es nicht dabei die Erfüllung seines sehnlichsten Herzenswunsches, die Niederwerfung Deutschlands, die Zurückeroberung Elsaß-Lothringens und die Oberherrschaft Frankreichs in Westeuropa im Auge haben soll?! Ein wahrer Rausch ist ja unter 'bem Eindrücke dieser schönen Gedanken schon über chauvinistische Streife Frankreichs gekommen und bonapartistische und boulangistische Hetzblätter nebst der famosen Expatriotenliga, die im Geheimen noch fortbesteht, bemühen sich natürlich, diese Stimmung in Frankreich zu erhalten, und es kann nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, daß nach den russisch-französischen Verbrüderungsfesten der Chauvinismus in Frankreich an Gefahr gewonnen hat, wobei zumal in Betracht zu ziehen ist, daß die Franzosen ihre Politik mit Vorliebe nach aufbrausenden Gefühlen und Leidenschaften machen und daß diese Charactereigenschaft der Franzosen auch zu dem letzten Kriegsausbrüche sehr viel beigetragen hat. Nicht zu verkennen ist aber auch, daß eine ganze Reihe Factoren der französischen Revanchelust selbst jetzt noch, wo das Bündniß mit Rußland winkt, Zaum und Zügel anlegen. Es ist dies vor allen Dingen die Einsicht der republikanischen Staatslenker Frankreichs, daß sowohl ein glücklicher wie auch ein unglücklicher Krieg der Republik äußerst gefährlich werden kann, indem ein glücklicher wahrscheinlich einen General mit cäsaristischen Neigungen an Frankreichs Spitze führen und ein unglücklicher die französische Republik ganz unberechenbaren Katastrophen aussetzen würde. Dann gebietet aber auch die Rücksicht auf das gute Nachbarverbältniß zu England den Franzosen Zurückhaltung in ihren Revanchebestrebungen, denn so gern auch England mit dem jetzigen Frankreich Frieden und Freundschaft hält, so würde doch England niemals ruhig zusehen, wenn etwa Frankreich mit Rußland auf gemeinsame Eroberungspläne ausgehen und ganz Europa unterjochen wollen. Endlich ist nicht zu vergessen, daß der Dreibund den Kriegsgelüsten Frankreichs doch auch eine nahezu unüber- steigliche Schranke entgegensetzt und deshalb der französische Chauvinismus vorläufig noch keine Kriegsgefahr bildet. Vermischtes. * Zur Ausstellung des heiligen Rockes. In Trier ist man allenthalben mit der Errichtung von Verkaufs-, Wirth- schafts-, Schlaf- und ähnlichen Buden beschäftigt. Das Eisenbahn-Betriebsamt beabsichtigt, im Mittelpunkt der Stadt, zwischen den Bahnhöfen der rechten und linken Moselseite eine Verkaufsstelle für Fahrkarten zu errichten. Am 6. d. M. wurde eine Versammlung abgehalten, welche gegen die Kündigung möblirter Wohnungen wegen der Ausstellung des heiligen Rockes Stellung nehmen wollte. Die Versammlung war, wie die Trierer Ztg. berichtet, über Erwarten zahlreich besucht, ein Beweis, welche Ausdehnung die Kündigungen angenommen haben. Die Mittheilungen, welche von den Gekündigten gemacht wurden, überzeugten die Anwesenden, daß nur die Ausstellung des heiligen Rockes die Kündigung veranlaßt hatte. Besondere Theilnahme erregte die Erzählung eines 74jährigen Mannes, welchen der Wirth einfach auf die Straße gesetzt hat. Der Bedauernswerthe wußte nicht, wo er bleiben sollte, wenn nicht zwei Herren aus der Versammlung ihm eine Wohnung besorgt hätten. Man gedenkt, die rücksichtslosen Vermiether dadurch zu strafen, daß man ihre Namen in einer schwarzen Liste sammelt und ihnen späterhin ihre Wohnungen nicht wieder abmiethet. * Marburg, 8. August. Durch ein Schreiben vom 25. Juli fordert das Königliche Proviantamt sämmtliche Land- wirthe unseres Regierungsbezirks auf, Preis - Offerten für tadellose Schlachtochsen zu Manöverzwecken von nicht unter 10 Centner lebend Gewicht und nicht über 7 Jahre alt, einreichen zu wollen. Die Abnahme der Ochsen geschieht etwa in der Zeit vom 5. bis 8. September d. I. * Ein heiteres Censurstücklein aus den vormärzlichen Tagen erzählte der österreichische Justizminister Gras Schönborn in einer seiner letzten Parlamentsreden. Zur Zeit der Heiligen Allianz hatte ein Kriegsberichterstatter die verschiedenen alliirten Armeen besucht und in seiner Weise geschildert. Er kam auch zu der russischen Armee, zu einer Cosaken-Abtheilung und schilderte dieselbe mit folgendem Satze: „Die Cosaken sind eine ausgezeichnete Reitertruppe, wenn sie auch auf kleinen unansehnlichen struppigen Pferden reiten". Der Censor las das und fand, daß die Beiwörter „klein, unansehnbar, struppig" eine Art Beleidigung gegen die russische Armee enthielten. Er strich diese drei Beiworte und nun lautete der Satz: „Die Cosaken sind eine ausgezeichnete Reitertruppe, wenn sie auch auf Pferden reiten." Literatur unfc Kunft — Nr. 45 (2. Jahrgang) der Wochenschrift zur Unterhaltung und Belehrung für junge Mädchen »DaS HarrSmütterchen" ist erschienen und hat folgenden Inhalt: Hauswirthschaftlicher TheU: Selbsterkenntniß, Selbstbeherrschung, Selbstverleugnung. Vom Ge- sallenwolleu. Der Friede. Aus den Aufzeichnungen der Kochschülerin. Die Tugmd der Ordnungsliebe und der Reinlichkeit. Das Studium der Worte. Ein Wort über Magnetismus und Hypnotismus. Gesundheitspflege. Handarbeiten. Küchenzettel und Recepte. — Gemeinnütziges. — Unterhaltender Thetl: Die Strandliese. (Fortsetzung.) Die Kranke. Wie der Großvater Vie Großmutter nahm. (Fortsetzung). Bunte Ecke. Räthsel. Auskunftsecke. Briefkasten. Anzeigen. — Abonnemmts auf das „Hausmütterchen" nehmen sämmtliche Postanstalten und Buchhandlungen entgegen. Probenummern werden jederzeit gratis abgegeben von dem Verlage: Emil Kaul fuß, Ueckermünde. — So manche Schwester klagt, gerade für ihre innersten Kümmernisse und Bedürfnisse in Haus und Herz kein Verständniß bei ihren sogen. 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Nr. 275. 464. 786. 977. 1048. 1090. 1784. 1901. 1965. 2171 2425 2999. 3166. 3480. 4022. 4167. 4399. 4582. 4644. 5080 5111* 5245 5524. 6036. 6182. 6543. 6679. 6701. 6844. 7899. 8246. 8254* 8435 8802. 9159. 9452. 9860. 10923. 11163. 11168. 11624. 11759.11774 11775. 11985. 12031. 12093. 20335. 20379. 20585. 20952. 21563 22247. 22923. 23177. 23189. 23315. 23421. 23559. 24105. 24219 24603. 24682. 25145. 25354. 25483. 25746. 26248. 26302. ,Oft4 ^Rückzahlung dieser heute gekündigten Pfandbriefe erfolgt vom 1. October 1891 ab. Auf solche Stücke, welche erst nach dem 31. October 1891 zur Einlösung gelangen wird für die Zeit vom 1. October 1891 ab bis auf Weiteres ein Mia« Depositalzins vergütet. /ot0cr _ , Ans früheren Berloosungen find «och rückständig r Serie IX Lit. Q Nr. 5263. * Serie XII Lit. N Nr. 3606, 5664, 6143; Lit. 0 Nr. 232, 1104 2909 12935- Lit. P Nr. 1238, 1343, 1846, 3125; Lit Q Nr. 1885, 2674 6624- Lit. R Nr. 458, 1042, 1229, 1647, 2276. ' Serie XIII Lit. 0 Nr. 22649; Lit. P Nr. 21012, 22649; Lit. Q Nr. 20936 23088 23254, 23448; Lit. R Nr. 22966. ' ' Die Einlösung erfolgt bei unserer Kasse (Junghofstraße 12), wie auch durch Vermittelung unserer auswärtigen Einlösungsstellen, insbesondere: in Darmstadt bei der Bank für Handel und Industrie, „ Gießen bei Herrn A. Heichelheim, „ Mainz bei Herren Schmitz, Heidelberger & Co., „ Worms bei Herrn Ed. Herz. Ebendaselbst wird auf Wunsch der Umtausch der verloosten Stücke gegen neue 5 /2 % oder 4°/oige Pfandbriefe zum Tagescours besorgt. Die Controle über Berloosungen und Kündigungen unserer Pfandbriefe über- auf Antrag kostenfrei; Antragsformulare, aus welchen die Bedingungen erftchtucy sind, können an unserer Kasse, sowie bet unseren Einlösungsstellen bezogen werden. [5758 Frankfurt a. M., den 17. Juni 1891. Frankfurter Hypothekenbank. J. G. Houben Sohn Referenz: Jede Grosse Silber-Lotterie zu Gunsten des Ersten deutsch. Reichswaisenhauses zu Lahr. 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Desinfec- tionskästchen, Schwefel, Carbolfeffe, Creo- linseife, Uebermangansaures Kali, Holzessig, Schwefelcarbolsäure, Carbolwasser, Schwefel, Zinkoitriol rc. Gegen Ungeziefer und Juseeten: Fliegenpapier, Fliegenletm, Fliegenholz, Jnsectenpulver, Zacherlin, Campher, Naphtalin, Naphtalincampher, Schwaben- puloer, Wanzentod, Mottenspiritus, Glasspritzen, Schnakenkerzen, Ratten- und Mäuse-Gtst, Jnsectenpuloerspritzen, Ammoniakgläschen rc. Für Fische und Bögelr Ameiseneier, Vogelfutter, Canariensamen, Leinsamen, Hanfsamen, blauer Mohnsamen, Rübsamen, Anis, Ossa Sepia rc. Zum Badenr Nauheimer Badesalz, Seesalz, Mutterlauge, Fichtennadelexttact, Schwefelleber, Medicinische Seifen, Badekräuter, Bade- und Waschschwämme, Frottirlufah, Mandelkleie, Weizenkleie rc. Zur Kühlung und Beruhigung: Citronenessenz, Citronensäure, Medicin. Mineralwässer, Brausepulver, Brausebonbons, Himbeersaft, Eissalz zur Tafel- «tsberettung, Himbeeressig rc. Gegen aufgesprungene n. wunde Haut r Cacaobutter, Perubalsam, Hirschtalg, Salicyloaseline, Salicylstreupuloer, Präseroativcream rc. Für die Küche: Agar-Agar, Backpulver, Cacao, Chocolade, Cttronensaft, Fleischextract, Gelatine, Gewürze, Hafermehl, Salatöl, Essig, Essigessenz, Salpeter, Schmirgelvapier, Stärkemehl, Tafelsenf, Thee, Tafelsalz, Vanille, Würfelzucker, Spirituosen, Conservesalz, Saccharin, Zuthaten zur Feinbäckerei, Essenzen, Zuckerpräparate, Beleuchtungsartikel, Korke rc. Für Gartenfeste: Bengalische Flammen und vollständig gefahrlose Feuerwerkskörper. Für Touristen: Taschenapotheken, Salicylvaseline, Ammoniakgläser, Brausebonbons, Wasserdichte Stiefelschmiere, Feinster französischer Cognac, Vorzüglicher Rothwein rc. Düngemittel für Zimmer- und Garteupstanzen: Blumennahrung in 1 Blechbüchsen, enthält sämmtliche Pflanzennährstoffe in concentrirter Form, Knochen- I mehl, Leim rc. 1 Für den Garten: Baumwachs, Zinktinte, Oelfarben, Brumataleim, Pergamentpapier rc. Für Radfahrer: Schmieröle, Brennöle, Schmirgelleinen, schwarzer Lack, Gold- bronce rc. Für Photographier alle gebräuchliche Chemikalien rc. Einnehmeobladen, Medicinalweine, Medicin. Champagner, Verbandstoffe, Medicin. Seifen, Pastillen, Quellsalze, Medicin. Mineralwasser, Pepsinessenz, Bromkalium, Bromnattium, Medicinische Kräuter, -Wurzeln, -Rinden, -Hölzer, -Blüthen und -Blätter, Borsäure, Leber- • thran rc. Mittel für äußerlichen Gebrauch: Vaseline, Cold-Cream, Lanolin, Collo- dium, flüchtiges Liniment, Glycerin, . Campherspiritus, Seifenspiritus, Arnica- ’ tinctur, Myrrhentinctur, Petrvleumäther, Essigsäure, Senfpapier, Senfmehl, Leinsamenmehl, Gichtpapter, Salicylwatte, Haarwasser, Haaröle, Pomaden, Puder, > Schminken, flüssige Glycerinsetfe, Glycerin- Cream, feinste Toilettenmittel, Zahnpulver, Zahntinctur, Zahnpasta, Zahnwasser, Zahn- kttt, Zahnbürsten, Brillantine, Stanaen- pomade, Kölnisches Waffer und andere Taschentuchparfüms, Badeseife, Badeschwämme, Hühneraugenringe, Hühner- , augentinctur zur raschen Entfernung von Hühneraugen re. 7106 ’ Ötto Schaaf. ; 4807] Möblirte Zimmer zu vermiethen. ___Lindenplatz 12. ©in einfach möblirtes, freundl. Zimmer zu vermitthen. (6000 __Marktstraße lü, II. 4808] Schöner Laden zu vermiethen. Lindenplatz 12. 1. Haupttreffer im Werthe von Mk. 10000 2. Haupttreffer im Werthe von Mk. 5 000 3. Haupttreffer im Werthe von Mk. 3 000 4. Haupttreffer im Werthe von Mk. 2 000 5. Haupttreffer im Werthe von Mk. 1500 Redacttoa: L schetzda. — Dnrck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen,