Nr. 159. Erstes Blatt Sonntag den 12. Juli 1891 .*-~t— -mnamii I Tmim n~i i'mmnn ■mi i -i 1i-.nn.YfrTTiwnTTtlii*'T'**"" ' T ~~*v **-*-**1-'' E ' " ' '*'"*I,'TI l ' ' *• w-**-T*^fTrr7fMruT^^*TtfKirnj~mjMMr «wuchtocL>)»n_cr/m«un WBnzmnrr.rri/MMtfWMBWWMW——JMMfc D« Wchemr täglich, ■tt Wc-nahorr de» MsntLtz». Wt Gießener •Mte dem Anzeiger UchchcAtlich dreimal deigelegt. ießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Bletwmnrriyr AleimmadiimtM s M«rk 20 Pst. M Bringerloy«. Durch die Post bez»G« 2 Mark 50 Pst. «ebeetton, LxpeWst» und Druckerei: Homstrecher 61. Amts- rrnd Anzeigeblatt für den Areis Gieren. >«««h«e een Anzeigen zu der N«chmittag» für dm ststend« Lag erscheinenden Nummer biL Vor«. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamikienökätter. Alle LmEMtOnreaux de» In. «td NnMnndes Anzeigen für dm „Gießener Anzeiger^ Anrtlichev Theil. Gefunden: 4 Armbänder, 1 gehäkelte Tischdecke- 2 Kinderbetttücher, 1 Kinderschuh, 1 Hundehalsband, 1 Schuh, knöpfer, 2 Taschentücher, 1 Schablone, mehrere Postkarten, 1 Haarpfeil und 1 Peitsche. Zugelaufen: 1 kleiner Pinscherhund. Gießen, den 11. Juli 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Schliephake, Regierungsassessor. Aerreste Nachrichten. WolffS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 10. Juli. Die „Nordd. Allg. Zeitung" weist aus die gegenwärtige Getreidepreisvertheuerung am hiesigen Weizenmarkte hin und bemerkt, es bereite sich ein kräftiger Widerstand gegen diese „Machinationen" vor. Die ersten hiesigen Firmen bringen außergewöhnlich große Posten Weizen russischer und amerikanischer Provenienz nach Berlin, um dieselben zum Juli-Terminmarkte anzukündigen und abzuliefern. Es sei auch nicht ausgeschlossen, daß dem „wüsten Treiben" gewisser Speculanten noch von anderer Seite ein jähes Ende bereitet werde, zumal auch die Haupt- brodsrucht Roggen von rücksichtslosen Preistreibereien nicht verschont bleibe. Dem energischen Widerstande des soliden und loyalen Getreidehandels gegen ungesunde Auswüchse der Speculation sei der beste Erfolg zu wünschen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt gegenüber der Blättermeldung von der angeblich endgültigen Aushebung des Paßzwangcs für die aus Elsaß über Basel nach Deutschland Reisenden, von einer den Paßzwang betreffenden allgemeinen Anordnung sei an maßgebender Stelle nichts bekannt. Dortmund, 10. Juli. Auf der Zeche „Prinz von Preußen" derHarpenerBergbaugesellschaft ist das Pumpenge ft änge gerissen. Der Schaden ist unbedeutend, die Abwässerung erfolgt nach Zeche „Caroline", wo genügende Reserve für Wasserhaltung vorhanden ist. In der Kohlenförderung wird kein Ausfall eintreten. Mannheim, 10. Juli. Der Rhein und seine Nebenflüsse steigen stark und sind bereits an verschiedenen Stellen über die Ufer getreten. Der Neckar ist mehrfach ausgetreten. Weiteres Steigen in Aussicht. Hamburg, 10. Juli. Die Düsseldorfer Conserenz der Dampfercompagnieen beseitigte, wie der „Hamburgische Cor- respondent" zuverlässig erfährt, die Differenzen, welche in (letzter Zeit einen Tarifkamps heraufbeschwören zu wollen schienen. Die Red-Star-Line trat dem sog. Hamburgischen Cartell bei, das jetzt durch Hinzuziehung der niederländischen Gesellschaft weiter consolidirt wird. Pofen, 10. Juli. Zur gestrigen Warschauer Meldung, betreffend die Ermordung des Grasen Plater im Blitzzug, wird heute mitgetherlt: Die gerichtliche Section der Leiche ergab Herzschlag als Todesursache. Der Graf stürzte, erlitt mehrere Kopfwunden und wurde in einer großen Blutlache aufgesunden. Werthobjecte fehlten nicht. London, 10. Juli. Die ganze City ist bereits anläßlich des Besuches des Deutschen Kaisers in der Guildhall aufs Glänzendste geschmückt. Die Vorbereitungen übertreffen alles in London Gesehene. Guirlanden und Banner, englische und deutsche, mit Inschriften, schmücken die Straßen. Das Militär bildet von Buckingham nach der City Spalier. Der Wagenverkehr ist schon gesperrt. Die Straßen sind voll Neugieriger. Die reichgeschmückten Fenster sind mit Zuschauern, die von allen Seiten herbeigeströmt, besetzt. An dem Lunch in der Guildhall nehmen auch die Kaiserin, die anwesenden Prinzen und Prinzessinnen, das diplomatische Corps Theil. Heute Morgen hielt der Kaiser eine Revue über die Freiwilligen von Westminster ab. London, 10. Juli. Das Kaiserpaar wohnte gestern Abend der großen, von der Königin zu Ehren des Kaiserpaares anbesohlenen Concertfeier in der Alberthalle bei. Es erschien um 10 Uhr vor dem Beginne des zweiten Theiles des Concertes. Der Kaiser trug die englische Admiralsuniform. Bei dem Eintritt des Kaisers und der Kaiserin in den Saal erhob sich das Publikum und der Chor intonirte die deutsche und die englische Nationalhymne. Der Saal war von dem distinguirtesten Publikum ül-ersüllt. Anwesend waren der Prinz von Wales, die Herzöge von Edinburgh, Connaught, Clarence und Fife und Prinz Christtan. Der zweite von dem Kaiserpaare angehörte Theil des Concertes bestand aus dem Kaisermarsch von Wagner und Sullivans „Goldener Legende". Das Kaiserpaar wurde auf dem Wege zur Albert-Hall vom Publikum enthusiastisch begrüßt. London, 10. Juli. Während des Kaiserzuges vom Buckingham-Palace nach der Guild-Hall waren aus dem ganzen Wege und in den benachbarten Straßen die Läden geschloffen. Ueberall wurde das Kaiserpaar von der Menschenmenge jubelnd begrüßt. Der Kaiser äußerte nach Ueberreichung der A d r e s s e, er danke bestens der Corporation der City und hoffe, dieselbe werde unter der ruhmreichen Regierung seiner geliebten Großmutter stets gedeihen. Der Lordmayor sagte in dem Toast, den er auf die Königin und sodann auf das Kaiserpaar ausbrachte, die Stadt London habe ost Gelegenheit gehabt, auswärtige Herrscher zu bewillkommnen,- der gegenwärtige Anlaß sei aber von einzig dastehendem Interesse, da der kaiserliche Gast ein Enkel der geliebten Königin, ein Sohn der ältesten Tochter derselben sei. Zum Kaiser gewendet, fuhr der Lordmayor fort: „Eure Majestät erwies sich als den würdigen Nachfolger ihres ehrwürdigen Großvaters, des großen Gründers der deutschen Einheit; wir habeü Eurer Majestät merkwürdige körperliche und geistige Thätigkeit, den unermüdlichen Eifer in allem, was die Wohlfahrt des Volkes fördern konnte, mit Bewunderung beobachtet." Der Lord- mayor schloß mit dem Ausdruck des Dankes für den Kaiserbesuch. Se. Majestät der Kaiser dankte daraus mit folgenden Worten: „Mylord, empfangen Sie meinen herzlichsten Dank für das warme Willkommen, welches mir seitens der Bürger dieser alten und edlen Metropole geworden. Ich bitte Eure Herrlichkeit denjenigen, in deren Namen Sie gesprochen, den Ausdruck meiner Gesinnungen gütigst übermitteln zu wollen. In diesem reizenden Lande habe ich mich stets zu Hause gefühlt als Enkel einer Königin, deren Name stets in Erinnerung bleiben wird als ein edler Charakter und einer Dame, die groß ist in der Weisheit ihrer Rathschläge und deren Regierung England dauernde Segnungen verliehen hat. Ueberdies läuft dasselbe Blut in englischen und deutschen Adern. Dem Beispiele meines Großvaters und unvergeßlichen Vaters folgend, werde ich stets, soweit es in meiner Macht liegt, die historische Freundschaft zwischen diesen unseren beiden Nationen bewahren, welche, wie Eure Herrlichkeit erwähnte, man so oft nebeneinander gesehen hat, zum Schutze der Freiheit und Gerechtigkeit. Ich fühle mich in meiner Aufgabe ermuthigt, wenn ich sehe, daß weise und fähige Männer wie sie hier versammelt sind, dem Ernste und der Ehrlichkeit meiner Absichten Gerechtigkeit widerfahren lassen. Mein Ziel ist vor Allem die Aufrechterhaltung des Friedens, denn der Frieden allein kann das Vertrauen einflößen, welches für eine gesunde Entwickelung von Wissenschaft, Kunst und Handel erforderlich ist. Nur so lange Friede herrscht, steht es uns frei, ernste Gedanken den großen Problemen zu widmen, deren Lösung mit Billigkeit uüd Gerechtigkeit ich als die hervorragendste Ausgabe unserer Zeiten betrachte. Sie dürfen sich daher versichert halten, daß ich sortsahren werde, mein Bestes zu thun, um die guten Beziehungen zwischen Deutschland und anderen Nationen zu erhalten und beständig zu stärken und daß man mich stets bereit finden wird, mich mit Ihnen und denselben zu vereinen in der gemeinsamen Arbeit für den friedlichen Fortschritt, freundschaftlichen Verkehr und die Förderung der Civilisation." — Während des Dejeuners Feuilleton. Bienchen. Von Friedrich Meister. (Fortsetzung.) Ich gab mir alle Mühe, mir einzureden, daß Jacobine ein berechnendes, selbstsüchtiges und habgieriges Mädchen sei, nur zu dem Zwecke — wie ich später eingesehen habe — um eine heiß für sie in meinem Herzen aufsteigende Empfindung zu ersticken. Ich wollte an Bord gehen, wie um mich von ihnen zu verabschieden, und wenn dann die Besucher kurz vor Abgang des Schiffes wieder an Land geschickt wurden, dann erst sollten sie zu ihrem Erstaunen gewahren, daß auch ich zu den Passagieren gehörte. Dieser kleine Plan aber wurde vereitelt. Noch spät am Abend suchte Carl Petrus mich in meiner Wohnung auf und sogleich bei seinem Eintritt erkannte ich an seinem glückstrahlenden Gesicht, daß alles in Ordnung war. „Wir sind verlobt, alter Junge!" ries er mir zu, indem er mir einen Schlag auf die Schulter gab, der mich that- sächlich schmerzte, denn seine Faust gehörte nicht zu den leichtesten. „Und denke Dir, sie hat mich von Anfang an geliebt und sich immer gegrämt, weil ich mit der Sprache nicht herausrückte." „Den Teufel hat sie!" sagte ich, ingrimmig das Meffer in das vor mir liegende Brod stoßend. Ich saß gerade bei meiner frugalen Abendmahlzeit. Er schaute mich verwundert an, war jedoch so voll von seinem Glück, daß er weiter nicht auf mich achtete, sondern redselig in seinem Berichte sortsuhr. Dabei setzte er sich ohne Umstände neben mein Abendbrod auf die Tischkante, wodurch Las alte, wackelige Möbel in die ernsteste Gefahr kam. „Sieh Dich vor, Carl," warnte ich. „Mach mir hier keine Havarie, meine Wirthin geräth sonst außer sich." Er aber hörte gar nicht darauf. „Um mein Glück vollständig zu machen," fuhr er fort, „fehlt nun nichts weiter, als daß Du Deine Anstellung erhältst und dann mit uns nach Australien kommst." Jetzt konnte ichs nicht zurückhalten. „Heute früh ist mir meine Ernennung zum Viceconsul des Deutschen Reiches in Adelaide zugestellt worden," erwiderte ich. „Und das sagst Du mir jetzt erst?" rief er in höchstem Erstaunen. „Konnte ich denn früher zu Worte kommen?" entgegnete ich. „Seit Wochen hat es nur ein Unterhaltungsthema zwischen uns gegeben, denn diese Biene hat —" Er unterbrach mich. „Hör mal, alter Freund," sagte er, „diesen Spitznamen wollen wir jetzt fallen lassen. Meine Braut heißt Jacobine." „Ach was!" rief ich. „Bienchen bleibt Bienchen für Jeden, der sie einmal als Bienchen gekannt hat. Allerdings," fügte ich würdevoll hinzu, „werde ich ihr ihren neuen Namen nicht vorenthalten, sobald derselbe ihr rechtlich zustehen wird." „Das wird nicht nöthig fein," versetzte Carl lächelnd. „Du sollst uns nicht entfremdet werden und daher wie ich das Recht haben, sie nach wie vor Jacobine zu nennen." Ich dankte ihm in etwas spitzigem Tone und lehnte diese Ehre ab. Ich war in jenem Moment allen Ernstes eifersüchtig. „Nun, wie Du willst," sagte Carl, den Tisch in beängstigendster Weise unter sich erkrachen lassend. Ich deutete ihm an, daß sich auch noch Stühle im Zimmer befänden. „Hast recht," versetzte er. „Der Tisch scheint nicht mehr tactsest zu sein." Damit setzte er sich aus meinen Feldstuhl, der sofort unter ihm znsammenbrach, was uns beide zu herzlichem Gelächter veranlaßte. „Gerade wie an Bord, wenn der jalte Kasten schlenkert," sagte er. „Soll mich wundern, was wir aus der Ausreise für Wetter haben werden. Nun, wie Gott will. Seit dieser Engel sein Leben an das meinige gefesselt hat, soll mir alles recht und willkommen sein." „Nun ist sie gar ein Engel!" spottete ich. Die Eifersucht ist doch ein erbärmlich Ding. „Bisher galt sie unter uns nur als ein ganz niedliches Stückchen Erbsünde." „Wenn Du mich lieb hast, Freund, dann bringe dies Wort nicht wieder über Deine Lippen," sagte Carl Petrus ernst. „Jacobine ist so rein, so makellos . . ." „Zugestanden, Carl!" unterbrach ich ihn. „Und von ganzem Herzen. Verzeih mir! Wir waren so daran gewöhnt, zuweilen etwas leichtfertig von ihr zu reden . . . Dabei aber sehr ernsthaft an sie zu denken," fügte ich innerlich hinzu. „Viel zu leichtfertig," nickte er, die Stirn runzelnd, „jetzt aber will ich davon nichts mehr hören. Nach wenigen Tagen wird sie Frau Jacobine Petrus sein und wenn jener Wendler mir vorher noch mal vor den Bug kommen sollte —" „Stille, Carl, keine Drohungen," sagte ich. „Meine Wirthin hat die Gewohnheit, draußen zu horchen, und wenn ich die Thüre aufmache, dann thut sie gerade immer, als wenn sie anklopfen wollte. Außerdem sähe das aus wie Mißtrauen gegen Bienchen, das aber wäre Unrecht, wenn sie auch eine kleine Cokette gewesen ist." Carl reichte mir die Hand. „Hast recht, Freund, wie immer," entgegnete er. „Und nun auf Wiedersehen!" II. Wie es endete. Der Schauplatz war ein anderer geworden. Der große Dampfer „Albis", Capitän Petrus, befand sich im Biscaischen Meerbusen. Ich stand auf der Luvseite des Achterdecks, unmittelbar hinter den Kreuzwanten, wo ich spielten alle Kirchenglocken der Umgegend. Nach der Rück- kehr aus der Guild-Hall machte der Kaiser vor dem Diner beim Herzog von Cambridge, begleitet vom Admiral Commerel, im offenen Wagen eine Spazierfahrt durch den Hydepark; er kehrte um 7 Uhr ins Palais zurück. — Bei dem Diner am Nachmittage in Gloucester-House, der Residenz des Herzogs von Cambridge, waren u. A. geladen die Herzöge von Edinburgh, Fife, Connaught und Clarence, der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, die Prinzen Battenberg, Christian, von Hohenlohe, der Großherzog von Sachsen- Weimar, der deutsche Botschafter Gras Hatzfeldt, Lord Salisbury, der Kriegsminister Stanhope, sowie zahlreiche britische Generäle und Admirale. Sämmtliche Geladenen waren erschienen. Die Tafelmusik wurde vom Musikcorps der britischen Garde- Grenadiere ausgeführt. — Es heißt, der Kaiser sei über den Verlaus seines Besuchs so erfreut, daß er seine Abreise nach Edinburg von Montag früh aus Montag Abend verschoben hat. Paris, 10. Juli. Minister Constanz conserirte heute mit der Arbeitscommission über die finanziellen Folgen des Gesetzes, betreffend die Bildung einer Arbeiterpensionskasse. Der Minister sprach die Hoffnung aus, die den Kassen zufließenden Summen würden leicht unterzubringen und zu verwenden fein; die Regierung müsse übrigens durch Weiterentwickelung der aus Gegenseitigkeit beruhenden Hilfskassen in ihrem Werk unterstützt werden. Brüffel, 10. Juli. Einer Meldung aus Bagamoyo zufolge ist Capitän Jacques, der Chef der belgischen Anti- sclaverei-Expedition, mit seinen Begleitern und 700 Trägern nunmehr ins Innere von Afrika aufgebrochen. Stockholm, 10. Juli. Das französische Geschwader ist heute bei Sandhawn eingetroffen und von einem kleinen schwedischen Geschwader empfangen worden. Später ankerte dasselbe bei Vaxholm. Der Admiral Gervais kam Mittags nach Stockholm und Abends findet bei dem Minister des Auswärtigen ein Diner zu Ehren der sranzöfischen Gäste statt. Kimberley (Südafrika), 10. Juli. (Reutermeldung). Gegen das Geschäftshaus der Gesellschaft De Beers wurde ein Dynamitattentat begangen. Personen sind nicht getödtet, dagegen wurde in den Bureauräumen bedeutender Schaden angerichtet. CocaUs unb provinzielles, Gießen, 11. Juli. p. Strauß'Comert. Das erste Concert des österreichischen Hosballmusikdirectors Eduard Strauß war trotz der ungünstigen Witterung sehr besucht und erzielte einen großen künstlerischen Erfolg. Die drei Umstände, die die conditio sine qua non für den Erfolg aller Orchester bilden, finden sich in der Strauß'schen Capelle in einziger Weise vereinigt. Der Dirigent selber electrisirt überall schon durch seine originelle, lebhafte Art zu dirigiren, zumal bei den Tanz-Compositionen, die er mit Geige und Bogen in der Hand leitet, um an markanten Stellen selbst einzugreisen. Sein Orchester hat ergänz vorzüglich geschult. Es wird nur noch ganz wenige Künstlercapellen geben, die über eine gleiche Abgeschliffenheit, Sicherheit und Präcision des musikalischen Ausdruckes verfügen. Aus dem Programm nahmen erfreulicher Weise die Strauß'schen Compositionen die vorderste Stelle ein. Liebhaber classischer Musik haben an diesen reizenden, ungesuchten, aus fröhlichem Herzen sprudelnden Weisen ihre volle Freude. Nur musikalischer Hochmuth kann die große bildende Kraft leugnen, welche den Strauß'schen Schöpfungen innewohnt, die, frei von allem Trivialen und Gemeinen, einen Jeden erheben, der für natürliche, herzliche Fröhlichkeit empfänglich ist. Als Eduard Strauß gestern als Zugabe „die schöne blaue Donau" spielen ließ, ging bei den Anfangstacten ein Beifallssturm durch den Saal. Wir fragen: Welche zweite Tonschöpfung darf sich berühmen, eine ebensolche Popularität in des Wortes edelstem Sinne zu genießen. -r. Ein aus Mittel-Seemen gebürtiger Schneiderlehrling mich aus Leibeskrästen an der Nagelbank festhielt, um nicht bei den heftigen Bewegungen des schwer arbeitenden Schiffes das Gleichgewicht zu verlieren und nach Lee hinabgeworfen zu werden. Seit drei Tagen wüthete ein fürchterlicher Sturm und es ist eine alte Erfahrung, daß nichts geeigneter ist als ein solcher Seesturm, um das, was in einem .? anne weibisch ist, zu Tage zu fördern, ebenso aber auch, um das in hellstem Lichte zu zeigen, was in einem schwachen Weibe an männlicher Kraft vorhanden ist. In dem armen kleinen Bienchen war eine unerschöpfliche Fülle männlichen Muthes. Sie befand sich in diesem Augenblicke in der Cajüte bei ihrem Manne, um ihn aufzurichten und zu trösten. Denn sie, die sich vor den harmlosen Kakerlaken im Zwischendeck und in der Kombüse gefürchtet hatte, als sie an Bord gekommen war, sie war jetzt stark, ruhig und fest, ja, sogar heiter, seit der Capitän ihr eröffnet hatte, daß das Schiff den Sturm nicht mehr überstehen könne. Der „Albis" führte eine große Menge Passagiere mit sich. Die genaue Zahl derselben weiß ich nicht, da ich mich nicht um die Schiffsliste gekümmert habe. Jacobine aber war überall. Bald sah man sie in ihrem dunkelblauen Kleide unter den Salonpassagieren, bald im Zwischendeck und bald vorn bei den Matrosen. Allenthalben suchte sie zu beruhigen und zu ermuthigen, am rührendsten aber war es, wie sie sich mit den Kindern beschäftigte. Die kleinen Wesen spielten harmlos und vergnügt noch am Rande der Ewigkeit! Bienchens sanfte Stimme, die jetzt keinen Stachel mehr hatte, zauberte ab und zu sogar das fröhliche Lachen der Kinder hervor. Was mußte dabei in ihrem großen, herrlichen Herzen verschlossen sein! (Schluß folgt im zweiten Blatte.) wurde gestern vor hiesiger Strafkammer wegen Sittlichkeitsverbrechens zu einer Gefängnißstrase von sechs Monaten verurtheilt. Friedberg, 9. Juli. Der „O. Anz." enthält folgendes zeitgemäße „Eingesandt": „Wäre es nicht wohl zeitgemäß, die heimlichen Gemeinderathssitzungen der kleineren Orte, die*in der Regel nur dazu angethan sind, den Interessen Einzelner, tn der Regel schon von vornherein Bevorzugter, noch mehr Vorschub zu leisten, endlich einmal gründlich zu beseitigen, damit jeder Wähler auch das Recht hätte, sich zu überzeugen, ob seine Auserwählten in rechtlicher Weise nur für das allgemeine öffentliche Wohl der Bürger sorgen und sich nicht durch Abhängigkeitsverhältnisse leiten lassen. Jede größere Stadt, insbesondere unsere Kreisstadt Friedberg, ist doch hierin schon längst mit gutem Beispiel vorangegangen und, wie man sieht, sicher nur zum Wohl der Bürger und ihrer eignen stets fortschreitenden Entwickelung. Allein so lange nicht die Großh. Kreisbehörde, oder nöthigen- falls die Hessische Ständekammer diesen alten Zopf, der wohl noch aus der Zeit der Fehmgerichte stammt, einfach durch Verfügung beseitigt, möchte dies noch für lange ein wohl sehr ersehnter, aber frommer Wunsch bleiben, da die traurigen Abhängigkeitsverhältnisse einen derartigen Schritt vorwärts, der sicher nur dem öffentlichen Wohl Aller dienen würde, leider nie zulaffen werden." * Mainz, 9. Juli. Das seit 1. d. Mts. sunctionirende Gewerbegericht war heute mit Erfolg zum ersten Male als Einigungsamt thätig. In der Buchdruckerei von H. Prickarts („Mainzer Tageblatt") hatten heute früh die Maschinenmeister und alle Setzer bis auf einen die Arbeit eingestellt. Die Veranlassung war die durch den Factor der Druckerei bewirkte Entlassung von fünf „Verbands"-Mit- gliedern und die Weigerung des Prinzipals, sich schriftlich zu verpflichten, daß weitere Kündigungen der Art nicht mehr vorkämen. Dank den Bemühungen des Einigungsamts wird morgen früh die Arbeit in der Osficin allgemein wieder ausgenommen. vermischtes. ft Kassel, 10. Juli. Von der Pferdebahn todt- gefahren. Ein entsetzlicher Unglückssall hat die Gemüther in unserer Stadt lebhaft erregt, indem heute Nachmittag in der Schloßstraße, der lutherischen Kirche gegenüber, ein 15 Jahre alter Tapeziererlehrling von einem Wagen der Pferdebahn ersaßt, überfahren und sofort getödtet wurde. Neber die begleitenden Umstände dieses Aussehen erregenden Unglücksfalles lauten die Lesarten selbst von Augenzeugen verschieden. Thatsache ist, daß in der sehr engen Schloßstraße (Graben), einer engen Straße der Altstadt, das Schienengeleise der Pferdebahn sehr dicht an dem Bürgersteig hergeht. Der Getödtete und noch ein Altersgenosse standen nun aus dem schmalen Bürgersteige und „zergten" sich gegenseitig hin und her. Nach Anderen schwatzten sie nur und achteten nicht aus ihre Umgebung, jedenfalls nicht aus die von der Ecke der Marktgasse herkommende Pferdebahn. Der Getödtete, Namens Kaiser, aus Wolfsanger gebürtig, stürzte plötzlich im selben Moment aus den Straßendamm, als die Pferdebahn vorbeikam, er fiel zwischen die Räder, der Kopf wurde zermalmt und der Tod trat auf der Stelle ein. * Frankfurt a. M., 10. Juli. Das gegen den Director des Zoologischen Gartens, Herrn Dr. Haacke, und ver- z schiedene Wärter wegen des Todes der Caroline Wolff eingeleitete Ermittelungs-Verfahren ist eingestellt worden, nachdem sich nach keiner Richtung hin gegen die betreffenden Personen Belastungsmaterial ergeben hat. — Der Freib ank waren gestern große Mengen von Fleischsorten zum Verkaufe überwiesen. Die Preise waren wie folgt amtlich festgesetzt worden: Ochsenfleisch 40 Psg., Bullenfleisch 30 und 35 Pfg., Kuhfleisch 25 und 30 Psg., Kalbfleisch 30 Pfg. und Hammelfleisch 30 Pfg. pro Pfund. * Dresden, 9. Juli. Der Soldat Köhler des hierselbst garnisonierenden Schützenregiments wurde vorgestern Abend von einem Gefreiten gelegentlich eines Fluchtversuchs niedergeschossen. Köhler hatte bereits vor einiger Zeit einmal zu desertieren versucht, war aber ergriffen und zu zwei Jahren Strafcompagnie verurtheilt worden. Wegen seiner guten Führung als Strafsoldat wurde Köhler in letzter Zeit zu Gartenarbeiten verwendet, gelegentlich welcher er abermals zu entfliehen suchte und von der Kugel des verfolgenden Gefreiten niedergestreckt ward. * Breslau, 10. Juli. Aus einer während der Fahrt aufspringenden Coupethür des Berliner Schnellzugs stürzten gestern Nachmittag unweit Liegnitz Frau Dr. Löser aus Nimptsch und ihr sechsjähriger Sohn. Das Kind ist tobt, die Frau schwer verletzt. * Antwerpen, 7. Juli. Die Auswanderung im Monat Juni über den Hafen Antwerpen betrug 3775 Personen. Hiervon gingen 3439 nach den Vereinigten Staaten mit der Red Star Line, 129 nach Brasilien mit dem Norddeutschen Lloyd, 149 nach Australien, 40 nach Canada, 18 nach verschiedenen Bestimmungen. Schiffsnachrichten. Bremen, 10. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Capt. K. v. Gössel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. Juni von Bremen und am 1. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Der Postdampfer „Belgenland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 5. Juli wohlbehalten in Phila- \ delphia angekommen. Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Line" in Ant- i werpen ist laut Telegramm am 9. Juli wohlbehalten in Newyork j angekommen. Univevfitäts - — Privatdocent Dr. Pfeiffer in Göttingen ist als Agri- culturchemiker von der Deutschen Landwirthschaftsgesellschaft nach Berlin berufen und wird dorthin übersiedeln. A«»Mg ans den Standesamtsregtsteri» -er Stadt Gretzeu. Aufgebote. Juli: 4. Carl Lorenz Kramer, Hauptmann a. D. dahier, mit Wilhelmine Elisabeth Engel zu Biedenkopf. 4. Johann Betz, Schlosser zu Höchst a. M., mit Hedwig Zirlein daselbst. 4. George Albert Mielbrecht, Taglöhner dahier, mit Anna Wolf dahier. 6. Jacob Anton Bodensohn, Gerber zu Seligenstadt, mit Anna Maria Margarethe Ostermayer daselbst. 6. Ludwig Weber, Kutscher dahier, mit Wilhelmine Kühl dahier. 6. Heinrich Müller, Schneider dahier, mit Christine Roßbach hierselbst. 7. Joseph Güngerich, Privatier dahier, mit Hermine Luise Kämmerer von hier. 8. Georg Zinkel, gen. Zintel, Kutscher dahier, mit Anna Marie Laukel bierselbst. 9. Peter Haus, Bierbrauer dahier, mit Marie Käs hierselbst. 9. Heinrich Schmidt, Schul-Candidat dahier, mit Caroline Debus hierselbst. 9. Friedrich Wilhelm Hahn, Wagner zu Frankfurt a. M., mit Katharine Höres daselbst. 10. Ottokar Wenzel Zawazal, Küfer dahier, mit Wilhelmine Dreuth hierselbst. 10. Franz Rudolf Block, Realgymnasiallehrer dahier, mit Victoria Auguste Elise Karoline Luise Jöckel zu Friedberg. 10. Martin Ludwig Karl Wilhelm Ockel, Kaufmann dahier, mit Anna Margaretha Elisabeth Eva Katharine Klee zu Darmstadt. Eheschkietzuugeu. Juli: 8. Johs. Braun, Hilfsbremser bei der Main-Weser- Bahn dahier, mit Marie Reithel hierselbst. 8. Fried. Karl Heußinger, Glaser zu Grünberg, mit Ida Cäcilie Clara Prowasneck dahier. Geborene. Juli: 2. Dem Restaurateur Gregor Behner eine Tochter, Clara Emma Auguste. 3. Dem Handelsgärtner Wilhelm Wipper eine Tochter. 5. Dem Kaufmann Joseph Rudolf Welkoborsky ein Sohn, Rudolf Gustav Curt. 5. Dem Schneider Jean Albert Rosenboom ein Sohn, Albert Gerhard. 7. Dem Backsteinfabrikant Johannes Dern II. ein Sohn. 8. Dem Kaufmann Friedrich Egly ein Sohn. 8. Dem Weinhändler Adolf Austerlitz eine Tochter, Helene. 8. Dem Hilfsbremser bei der Main-Weser-Bahn Georg Dönges eine Tochter, Anna Marie Christine. 8. Dem Restaurateur Peter König ein Sohn, Heinrich Peter. Gestorbene. Juli: 4. Margarethe Kath. Wilh. Becker, 1 Jahr alt, Tochter von Metzger Johs. Becker dahier. 5. Elisabethe Jäger, 3 Monate alt, Tochter von Sergeant Hch. Jäger dahier. 6. Anna Noll, geb. Eißner, 32 Jahre alt, Ehefrau von Bäckermeister August Noll zu Newyork. 7. Georg Fried. Brückel, 50 Jahre alt, Eisenbahnschaffner i. P. dahier. 8. Katharine Werner, 11 Jahre alt, Tochter von Schneider Johs. Werner dahier. 8. Katharine Betz, 24 Jahre alt, von Garbenteich. 9. Kath. Seth, geb. Schäfer, 25 Jahre alt, Ehefrau von Taglöhner Ludwig Seth dahier. Auszug aus deu Kircbcnbücbern der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 8. Juli. Andreas Johannes Braun, Hilfsbremser in Gießen, und Marie Reithel, Tochter des Taglöhners Johannes Reithel in Usenborn. Denselben. Friedrich Karl Heußinger, Glaser in Grünberg, und Ida Cäcilie Clara Prowasneck, Tochter des Telegraphisten Hermann Julius Prowasneck in Gießen. Getankte. Den 5. Juli. Dem Druckereibesitzer Curt von Münchow eine Tochter, Erna Carola, geboren den 2. Juni. Denselben. Dem Schlosser Heinrich Kraft eine Tochter, Sophie Margarethe, geboren den 23. Mai. Denselben. Dem Locomotivführer Karl Braun eine Tochter, Anna Pauline, geboren den 17. April. Denselben. Dem Fuhrmann Ludwig Kreusel eine Tochter, Henriette, geboren den 3. Juni. Denselben. Dem Fuhrmann Heinrich Böcher ein Sohn, Otto Martin, geboren den 9. 3unL Denselben. Dem Eisendreber Karl Müller eine Tochter, Karoline Marie Katharine, geboren den 14. Juni. Denselben. Dem Weißbindermeister Christoph Schmidt II. eine Tochter, Ottilie Karoline Elise, geboren den 29. Mai. Beerdigte. Den 8. Juli. Anna Noll, ged. Eißner, Ehefrau des Bäckermeisters August Noll in Newyork, alt 31 Jahre, gestorben den 6‘ ^Denselben. Georg Friedrich Brückel, Eifenbahnschaffner i. P., alt 50 Jahre, gestorben den 7. Juli. Verkehr, Land» und Vorkswrxth;chafL. Gietzen, 11. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 0.90—1,10, Hühnereier 1 St. 5-7, 2 St. - H, Enteneier 1 St. 6-7 H, 2 St. - A, Käse pr. St. 5—8 A, Käse matte pr. St. 3 Ar Erbsen pr. Liter 18 At Linsen pr. Liter 30 A, Tauben pr. Paar 0,70—0,90, Hühner pr. Stück ufc 1,00—1.30, Hahnen pr. Sb 1,00—1,20, Enten pr. Stück JL 2,00-2,20, Ochsenfleisch pr. Pfd- 70-74 A, Kuh- und Rindfleisch 60—64 H, Schweinefleisch 56—64 Af Hammelfleisch 50—76 A, Kalbfleisch 50-56 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 8,50-9,50, Weißkraut pr. St°--A, Zwiebeln per Centner X 13,0—14,0, Milch per Liter 12-18 A, Kirschen per Pfd. 10—15 A- — Allgemeine Rentenanstalt zn Stuttgart. Der Reingewinn dieser Anstalt beziffert sich pro 1890 auf Mk. 378155.— gegen Mk. 366660.— im Vorjahr. Das Gesammtverrnögen, von welchem 87 pCt. in durchaus gesicherten Hypotheken angelegt sind, ist auf Mk.66572721.— und der Versicherungsstand auf 39307 Policen über Mk. 51119339.— versichertes Capital und Mk. 1582002.— versicherte Rente gestiegen. Die Deckungscapitalien der verschiedenen Versicherungszweige betragen Mk. 32478104.— und die Reserve- und Sicherheitsfonds (Extrareseroen) Mk. 4612546.— Die Ver- waltungskoften einschließlich der Agentenprovisionen beliefen sich auf Mk. 420479.—, also auf nur 0,63% des Gesammtvermögens. Bei der Lebensversicherung, welche einen erheblichen Sterblichkeitsgewinn aufzuweisen hat, ist die Dividende von 28% auf 30% der Prämien gestiegen, während den Rentenversicherten eine Dividende von 5 o/o der Rente wie im Vorjahre gewährt wird. — Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig, gegr. 1830, (alte Leipziger). Bei der Gesellschaft wurden in der Zeit vorn 1. Januar bis 30. Juni 1891 2885 Anträge über 19399550 Mk. Versicherungssumme gestellt, (240 Anträge und 1542950 Mk. Versicherungssumme mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres) und 344 Versicherte mit einer Versicherungssumme von 2076000Mk. als gestorben angemeldet. Der Versicherungsbestand der Gesellschaft stellte sich am 30. Juni 1891 auf 52000 Personen und eine Versicherungssumme von 346 Millionen Mark, der Vermögensbestand aus 90 Millionen Mark, die Dividende der Versicherten beträgt im laufenden Jahre, wie in jedem der letzten Jahre, 42% der ordentlichen Jahresbeiträge. — lieber die Einbruchssicherheit der in unserer Zeitung schon oft empfohlenen Geldschränke aus der renommirten Fabrik von Val. Hammeran in Frankfurt a. M. ist uns nachstehendes Zeugniß zugegangen, welches wir unter gleichzeitiger Verweisung auf die im Aunoncenthetl befindliche Anzeige dieser Firma der Beachtung unserer geehrten Leser empfehlen: Frankfurt a. M., dm 27. April 1891. Zeugnitz. Auf Wunsch des Herrn Val. Hammeran hier bezeuge ich hiermit gerne, was folgt: Am 19. April d. I. wurde in meine Geschäftsräume eingebrochen und alles offen liegende Geld gestohlen. Die Diebe, welche, wie es scheint, mit gutem Handwerkszeug versehen waren und auch ungestört arbeiten konnten, versuchtm den mir im Jahre 1884 vox Herrn Val. Hammeran gelieferten Kassenschrank durch Anbohrung zu offnen, doch leisteten die Stahlplatten kräftigen Widerstand, so daß die Versuche bald aufgegeben wurden. Auch die stattgehabten Keilversuche blieben ahne jeden Erfolg. Der Schrank hat sich bei dieser Gelegenheit also gut bewährt und freue ich mich, Herrn Hammeran dieses Zeugniß ausstellen zu können. Moriz Heymaun. Buxkin-Ausverkaus ä Mk. 1.75 per Meter reine Wolle nadelfertig ea. 140 cm breit. Um unser Saison-Lager vollkommen zu räumen, versenden birect jedes beliebige Quantum Buxkin-Fabrik-Dep6t Oettinger & Co., Frankfurt a. M. Muster aller Qualitäten umgehend franco. (1 Temperatur der Lahn und Lust gemesim am 11. 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Bersicherungsstandr ca. 40 Taufend Policen über 51 Millionen Mark versichertes Capital und 1% Millionen Mark versicherte Rente. Atter Gewinn kommt ausschließlich den Mitgliedern der Anstalt zu gut. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Soeben ist erschienen und in der Unterzeichneten vorräthig: Heyer, C., Der Waldbau und die Foretproductenzucht. Vierte Aufl., neu bearbeitet herausgegeb. von Dr. R. Hess, Geh. Hofrath und Professor, I. Hälfte. Preis: Mk. 4.—; die zweite Hälfte er- Central-Kranken und Sterbekaffe der Tischler rc. Die Mitglieder obiger Kaffe werden hiermit aufmerksam gemacht, daß alle bis zum 1. Juli fällig gewesenen Beiträge bis spätestens den 15. d. Mts. bei Vermeidung von Unannehmlichkeiten bezahlt sein muffen.[6501]Die Ortsderwaltung. er Fortsetzung der Versteigerung in Meiers Maarenhaus Montag, den 13. Juli, Mittags 2 Uhr, wobei insbesondere bessere Spielsachen, Lampen, Steingut-, Por- zellan- und Emaillewaaren zum Ausgebot kommen.6400 Cassel-Frankfurter Postfachsärnl. Am 15. Juli beginnt in der durch ihre Erfolge bekannten Casseler Post« fachschule ein neuer Lehrgang. Pension auf Wunsch in der Anstalt. Satzungen rc. kostenfrei durch , [5249] Director Bolz, Cassel. Hof-Berkauf! 6383] Wegen Zurruhesetzung will ich meinen arrondirten Hof, groß 134 Morgen Weizen-Aecker und 22 Morgen Riesel- wiefen, birect an Bahnstation, mit Inventar vor Beginn der Ernte bei ca. 25 060 JL Anzahlung billig verkaufen. Genossenschafts-Meierei im Dorf. — Zuckerfabrik in nächster Stadt. Hofbesitzer Ywerg in Mollhagen in Holstein- •MMHMWMVMMiMH | Die Kreisseuerlöschorönimg • 5 für den Kreis Gießen $ D ist zum Preise von 20 Pfg. vorräthig in der Q • Expedition des „Gießener Anzeiger". • GGfrOGGOOGOOGOOOOGGGGGOOG Icilgeöotenes. Stöbt. SdjInWm. Freibank. [6379 Ochsenfleisch, nicht ladenrein, per Psd. 45 Pfg. V ersteigerung. Nächsten Dienstag den 14. Juli, von Bormittags 10 Uhr an, kommen hinter dem alten Metzger Meist er'scheu Hause, Seltersweg 4—5000 alte Falz« und Flad'd.egel, eine große Parthie Brenn-, Glaser- und Schreinerholz, foiuie ein gut erhaltenes Scheunenthor Bskaimrmachimg. Die Tüncherarbeiten beim Baue der Realschul-Turnhalle sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebotsformulare liegen im Geschäftszimmer Nr. 3 auf und sind Angebote bis Donnerstag den 16. Juli ebendaselbst verschlossen einzureichen. Gießen, den 10. Juli 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Qeoss-Serauer Lotterie 36,000 Mk. G. Gewinne. Zwei Ziehungen 5 10,000 Mark in erster Ziehung, 26,000 Mark in zweiter Ziehung. Erste Ziehung schon am 20. August darunter Haupttreffer 12,000 Mk. 2mal je 3,000 Mk. u. s. w. MM' in baarem (»ekle MW' wird auf Wunsch ein Theil der Gewinne mit geringem Nachlass vergütet. 1 Loos 1 Mk., 11 Loose 10 Mk. Jedes Loos gültig für beide Ziehungen. MORITZ STRAUSS junior, Mainz, Bekanntmachung. Zufolge Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß im Laufe des Monats August voraussichtlich keine Sitzungen der Stadtverordneten-Versammlung abgehalten werden. Dringliche, die Beschlußfassung der Stadtverordneten-Versammlung erfordernde Angelegenheiten sind daher behufs vorgängiger Erledigung bis spätestens 18. d. Mts bei uns vorzubringen. Gießen, den 10. Juli 1891. Einfache Todesfall-Versicherungen. Abgekürzte, bei Erreichung eines bestimmten Lebensalters oder im Falle früheren Todes zahlbare Versicherungen, sowie Versicherungen zweier verbundener Personen, zahlbar nach dem Tode der zuerst sterbenden Person. Dividenden-Genutz schon nach 3 Jahren. ■■ | XA £ O 9 EFö- ® g ft CS ® -1 Vlno d’Apulla. Garautirt reiner italienischer Tafelwein, von uns importirt, Per J-lasche Mk. 1.— inel. Glas, bei dritte, neubearbeitete Auflage 11 von Prof. Pechuel-Loesche, Dr. W. Haacke, Prof. W. 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KleeS, Agent. 3 D 6408 wird mit diesen Gaskochapparaten in etwa Der Vorstand 6286 5. 6313 Beginn 8 Uhr. 6418 Der Vorstand 6380 aus „Christus“. — Für Violine, Rheinberger: a) Pastorale, b) Ouvertüre. — ab: Montag Anfang Nachmittags 4 und Abends 8 Uhr. sofort beziehbar, an eine ruhige Familie Restauration zum Abendstern Nordanlage 31. Heute Sonntag den 12. Juli: TANZ-MUSIK wozu ergebenst einladet Tendenz: geschäftslos. 156.30 ReichSbank-DiScont 4 p@L — Frankfurter Bank-DiSeont 4 pCt 1. 2. 3. 4. 4°Io Mainzer St.-Anl. Gelsen!. Bergw.-Act. zu vermiethen. Näheres statt und ladet der Veteranen - Verein Gießen alle Kameraden von 1866 hierzu höflichst ein. GEGR: 1846 Disconto-Command^AnH. Darmstädter Bank-Net. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act- Oest. Credtt-Act. Oest. Staatsb.-Act. Lenz’scher Felsenkeller NW." Heute Sonntag den 12., Montag den 13. und Dienstag den 14. Juli: Orgelsoli, Rheinberger: Fantasiesonate as, Sonate fisdur.—Thema mit Variationen, Choralbehandlung. Merkel, Sonate für F. <>. F. 6417 Montag Abend 8 Uhrr Uebnng. Programm. Soli f. Alt: Blumner, Arie aus dem Oratorium „Der Fall Jerusalems“. Kiel, Arie der Wiener Elite-Concertsängergciellschaft „Lötsch" Anerkannt feinste reisende Gesellschaft in Deutschland. Mitglieder: Frau Lötsch-Flor, Operettensängerin und Tirolienne. Frl. Dora Sorelli, Opern» und Walzersängerin. Herr Otto Lötsch, Gesangs- und Charakterkomiker. Herr Alfred Rosen, Concertmeister und Baritonist. TEF Großartige, zum Theil den beliebtesten Opern und Operetten entnommene — vorwiegend komische — aber streng künstlerisch deeente Familienprogramme. W Prachtvolle Toiletten und Costüme im Werths von ca. 5000 Mk. W Jeden Tag vollständig neues Programm. KS — Anfang 8 Uhr. Eintritt im Garten 30 Pfg., im Saal 40 Ptg. — Programm ä 10 Pfg. an der Kasse. — NB. Bei schönem Wetter finden die Concerte im Garten statt. 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Ernst Challier 6421] Zur Ankündigung des Coneerts des Fräulein Langsdorff wird nachgetragen, dass wie üblich auch der Preis der Eintrittskarten für Mitglieder des academischen Gesangvereins nur 1 Mk. beträgt. Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 11. Juli 1891. Coupons der 5% Argentinischen Staats-Anleihe, fällig am 1. Juli 1891, kaufe ich zu günstigem Course. Jacob Grünewald, 6424] Giessen, Schillerstrasse. 6397] Ein Nähmädchen zum Weiß- zeugnähen, Flicken und Kleidermachen findet Beschäftigung. Zyranz Nebl. Grünbergerstraße 29. 6390] Ein Schneidergehülfe sucht Stelle bei einem tüchtig. Schneidermeister. Näheres in der Exped. d. Bl._________ 6412] Eine anständige Frau (Wittwe) wünscht Stelle in kleinen Haushalt zu einzelner Dame oder Herrn. 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