1891 Sonntag den 1L October Nr. 237 Erstes Blatt. B«r Wfctwn *e|e*6WWWW^WMMWMW Zlnrtlicher Theil. Gefunden: 1 Hundemaulkorb, 2 Kinderschuhe, Pa- I piergelt), 1 Regenschirm, 1 Paar Strümpfe, Theile eines ! Ohrringes und 1 Vorstecknadel. Gießen, den 10. October 1891. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. politische Wochenschau. Gießen, 10. October 1891. Als im August dieses Jahres der Erlaß des russischen Ausfuhrverbotes für Roggen stattfand und im Anschluß an diese auch in die deutschen Volksernährungsverhältnisse tief eingreifende Maßregel von freihändlerischer Seite von Neuem eine lebhafte Agitation zur Beseitigung der Kornzölle entfaltet wurde, erschien im „Reichsanzeiger" ein vielbeachteter Artikel, in dem die Ausrechthaltung der Getreidezölle mit dem Hinweis aus die neue Kartoffelernte gerechtfertigt wurde. Es heißt unter Anderem in dem Aussatze, daß für die Frage, ob ein Mangel an Nahrungsstoffen zu besorgen sei, insbesondere das thatsächliche Ergebniß der Kartoffelernte von ausschlaggebender Bedeutung sei. Zur Zeit mangele der Anschauung, daß der künftige Ertrag an Kartoffeln ungünstig ausfallen werde, jede Begründung. Wie nunmehr aber die amtliche „Statistische' Correspondenz" in Ergänzung ihrer entsprechenden Meldung über die voraussichtliche Roggen- und Weizenernte in Preußen mittheilt, haben sich die gehegten Hoffnungen bedauerlicherweise keineswegs als richtig erwiesen. Allerdings übertrifft die Kartoffelernte dieses Jahres die vorjährige um rund 17 000000 Doppelcentner. Aber diese letztere war im Vergleiche mit den Ergebnissen früherer Jahre so gering, daß auch in diesem Jahre trotz dem erheblichen Plus gegenüber dem Vorjahre doch noch nicht einmal die zehnjährige Durchschnittsziffer für die October-Ermitte- lungen betreffs der Kartoffelernte erreicht wird, da die Durchschnittsernte für die Zeit von 1881 bis 1890 201 754000 Doppelcentner betrug, 1891 aber nur 188 302 612 Doppelcentner Kartoffeln aus der Ernte erwartet werden. Dazu gesellen sich dann noch einige Umstände, welche diese an und für sich schon recht unerfreuliche Sachlage noch unerquicklicher gestalten. Zunächst ist in dieser Hinsicht zu berücksichtigen, daß wir bei dem schlechten Ernteausfall des Vorjahres schon mit viel unbedeutenderen Restbeständen an Kartoffeln in das neue Erntejahr eintreten, als es die Regel bildet, sodaß ein erneutes Deficit an Kartoffeln in dieser Campagne um so rascher und deutlicher sich fühlbar machen muß. Hierzu kommt, daß diesmal der Procentsatz an erkrankten Kartoffeln auf 9,2 geschätzt wird, während er im Vorjahre sich auf nur 7,5 berechnete und in dem Jahrzehnt vorher noch nicht einmal so viel ausmachte. Allerdings hofft die „Statistische Correspondenz", daß die Procentziffer bei anhaltendem guten Erntewetter noch heruntergehen werde. Inzwischen aber ist auch diese Hoff' mmg durch den Umschlag der Witterung zu Schanden geworden. Dabei behaupten die fast unerschwinglich hohen Roggenpreise noch immer ihre kaum dagewesene Höhe mit seltener Hartnäckigkeit. Wie wir gegenüber gar zu optimistischen Auffassungen von vornherein vorausgesagt haben, war das Fallen der Preise bald nach den letzten Zufuhren aus Rußland nur eine momentane Erscheinung, die durch ein energisches Steigen des Kornwerthes nunmehr wieder vollkommen paralysirt worden ist. Nach der Berechnung der amtlichen Statistik stellen sich nämlich im Berliner Großhandel die Octoberpreise im Durchschnitt auf 237 Mk.. d. h. also um 57 Mk. (oder den Zollbetrag + 7 Mk.) höher als derjenige Preis, welchen man im Jahre 1887 als den höchsten zulässigen bei Aufrechterhaltung der Zölle bezeichnet hat^ Noch um 37 Mk. aber gehen die augenblicklichen Preise selbst über diejenige Preishöhe hinaus, welche im Mai dieses Jahrev nach den Aussagen des Ministers von Bötticher die Regierung veranlaßt hatte, Erhebungen über die Zweckmäßigkeit einer Zollsuspension zu veranstalten. Von Begebenheiten im Auslande übergehen wir das Reich en berger Attentat, welches von unserer Zeitung bereits gebührend gewürdigt worden ist. — Eine politische Bedeutung ist ihm ebensowenig zuzuschreiben, wie den unliebsamen Vorfällen, welche in Rom von französischen Pilgern durch die Beschimpfung des Andenkens König Victor Emanuels hervorgerufen worden sind. Wenn es hier auch zu ausgeprägt franzosenfeindlichen Kundgebungen kam, so waren doch Presse und Regierung in Frankreich klug genug, einzusehen, daß die Schuld an dem für Frankreich recht unangenehmen Zwischenfall bei den französischen Excedenten zu suchen ist. Man beeilte sich deshalb, auch auf französischer Seite das Vorkommniß möglichst scharf zu verurtheilen und ihm so die politische Spitze abzubrechen. — In England ist einer der bedeutendsten englischen Politiker, der langjährige Führer der irischen Partei, Parnell, unvermuthet plötzlich vom Leben geschieden. Im Jahre 1846 geboren, stand er seit 1874 inmitten des politischen Parteigetriebes. Namentlich feit 1880 war er der unbestrittene Führer feiner Landsleute in den Kämpfen um die Umwandlung der Pacht in Eigenthum im Wege der Gesetzgebung. Als damals die irische Agitation in bedrohlicher Weise anschwoll, wurde im Jahre 1881 ein Ausnahmegesetz gegen die Irländer geschaffen, das aber, wie alle solche Gesetze, der bekämpften Partei mehr nützte als schadete und eine immer schärfere Verbitterung erzeugte. Späterhin versuchte man Parnell durch den bekannten Hochverrathsproceß zu stürzen, ohne indessen den angestrebten Erfolg im Entferntesten zu erreichen. Da sollte ein zweiter Prozeß, den sein ehemaliger Freund, Capitän O'Shea, wegen persönlichen Angelegenheiten gegen ihn anstrengte, seine politische Stellung vollkommen erschüttern. Nach den Enthüllungen in diesem Prozesse blieb ihm nur noch ein kleiner Bruchtheil seiner Partei treu. Er mußte sich wohl oder übel vom politischen Leben zurückziehen und ist gestorben, nachdem er schon lange politisch ein todter Mann war. Deutsches Reich. Berlin, 9. October. Laut Ministerial - Erlaß vom 11. d. M. erhalten sämmtliche Arbeiter der deutschen Eisenbahnen, in Anbetracht der gegenwärtigen Theuerungs- Verhältnisse, pro Tag 10 Pfennige Zulage. Berlin, 9. October. In Stuttgart hat am Freitag Vormittag dasLeichenbegängniß KönigKarlsl. nach dem schon vorher bekannt gegebenen Ceremoniell in würdiger, aber einfacher Weise, entsprechend den letzten Wünschen des hochseligen Monarchen, stattgefunden. Die Leichenfeier wurde durch einen Trauergottesdienst im Marmorsaale des Residenzschloffes eingeleitet, alsdann bewegte sich der Leichenconduct, den auf beiden Seiten dichtgedrängte, ernstes Schweigen beobachtende Menschenmassen umsäumten, nach der Capelle des alten Schlosses. Im Trauerzuge schritten von fürstlichen Leidtragenden außer dem König Wilhelm und sämmtlichen Prinzen des württembergischen Herrscherhauses noch der Kaiser, der Großherzog Friedrich und Prinz Wilhelm von Baden, Prinz Heinrich von Preußen, Prinz Ludwig von Bayern, Erzherzog Friedrich von Oesterreich, Großfürst Michael von Rußland, der Herzog von Leuchtenberg und andere Fürstlichkeiten. An der Capelle des alten Schlosses erwarteten die Königin und sämmtliche Prinzessinnen den Zug. Nach Eintritt der fürstlichen Trauer gäfte in die Capelle fand daselbst abermals Gottesdienst statt, worauf die Einfenkung des Sarges in die Fürstengruft und seine Einsegnung erfolgte. An die Beisetzungsfeierlichkeit schloß sich ein Familien - Dejeuner im Residenzschlosse an, Abends war daselbst größere Tafel. Nach Beendigung derselben reiste Kaiser Wilhelm nach Potsdam zurück. _ Der Wiederzusammentritt des Reichstags erfolgt, gutem Vernehmen nach, erst am 17. November. Eine frühere Einberufung des Hauses ist nicht möglich, weil sich namentlich die Vorarbeiten zum Reichsetat pro 1892/93 noch bedeutend im Rückstände befinden. — Bekanntlich hatte der ehemalige italienische Minister Bonghi an den Chesredacteur des „Berliner Tagebl." vor Kurzem ein Schreiben in Sachen des bevorstehenden internationalen Friedenscongresses in Rom gerichtet. In diesem Schreiben, in welchem Signor Bonghi die Erwartung aussprach, Deutschland werde möglichst viel Vertreter zu den römischen Friedensconferenzen entsenden, waren verschiedene bedenkliche Jrrthümer über die elsaß- lothringischen Angelegenheiten enthalten, infolge dessen der deutschfreisinnige Abgeordnete Rickert jetzt dem genannten italienischen Staarsmanne ein diese Jrrthümer berichtigendes Schreiben hat zugehen lassen. Sehr richtig erklärt Herr Rickert in demselben u. A., daß für Deutschland eine elsaß- lothringische „Frage" überhaupt nicht existire und weist daher auch die Ansicht Bonghis, daß man sich in Deutschland mit den Franzosen darüber streite, wer eigentlich der legitime Besitzer Elsaß - Lothringens sei, als unbegründet entschieden zurück. Weiter berührt auch Herr Rickert die wunderliche Behauptung Bonghis, Deutschland hätte bis jetzt in Elsaß- Lothringen so gut wie gar keine Erfolge errungen, und verweist den Italiener zur besseren Information auf den vom altelfässischen Abgeordneten Dr. Petri über feine Unterredung mit dem Correspondenten des „Gaulois" veröffentlichten Brief. Im Uebrigen erklärt Herr Rickert in feinem Briese bestimmt, die Deutschen würden nur unter der Bedingung an den Verhandlungen des Friedenscongresses in Rom theil- nehmen, daß auf demselben von Elsaß-Lothringen nicht die Rede sein werde. Ob sich diese Voraussetzung erfüllen wird, steht freilich noch daym. Neueste Nachrichten. WolfiS telegraphisches Lorrespondenz«Bureau. Berlin, 9. October. Der „Reichsanzeiger" weist erneut auf das strengste Stillschweigen hin, welches über die deutscherseits schwebenden Handelsvertrags-Verhandlungen von den betheiligten Regierungen verabredetermaßen beobachtet werde. Alle bezüglichen Mittheilungen der Presse entbehrten der sicheren Grundlage und bezweckten häufig nur authentische Widerlegungen, um dadurch der Wahrheit näher zu kommen. Es sei selbstverständlich, daß solche vielfach aus der Luft gegriffenen Nachrichten, wie solche neuerdings über Verhandlungen mit Belgien, die Regierung nicht zum Heraus- treten aus der gebotenen Reserve veranlassen könnten. Wien, 9. October. In einer gestern stattgefundenen, vom Handelsminister angeordneten Berathung über die Frage der Betheiligung Oe st erreichs an Oer Weltausstellung zu Chicago theilte der Vertreter der Regierung nut, letztere wolle als Beitrag des Staates 150,000 Gulden gewähren. Sämmtliche Theilnehmer erklärten die Summe für unzureichend und stimmten dem Anträge auf Einsetzung einer Regierungscommission zu. Arras, 9. October. Minister Ribot erklärte gestern bei dem ihm zu Ehren von den Wählern in Air sur la Lys veranstalteten Banket, daß die gegenwärtig von Frankreich wiedererlangte politische Lage der Weisheit des Parlaments und des Landes zu verdanken sei. Frankreich werde heute als Factor im europäischen Gleichgewichr betrachtet. Alsdann erwähnt der Minister noch die französisch - russischen Sympathien. Mailand, 9. October. In der Nähe von Pavia fand ein Zusammenstoß zweier Güterzüge statt. Acht Waggons wurden zerschmettert. Ein Bremser wurde getödtet. Liffabon, 9. October. Privatnachrichten zufolge fanden gestern Abend in Rio de Janeiro Ruhestörungen statt, die vom italienischen Theater ausgingen. Die Veranlassung ist noch unbekannt. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor. Die Cavallerie gebrauchte die Waffen und unternahm einen Angriff, da in mehreren Straßen Barrikaden errichtet worden waren. Mehrere Personen sollen getödtet, eine Anzahl verwundet sein. Nach den letzten Nachrichten soll die Ruhe wieder hergestellt sein. Petersburg, 9. October. Nach einer Verfügung des Finanzministers ist auch die Ausfuhr von Oelkuchen verboten. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 9. October. Der „Reichsanz." veröffentlicht den Bericht des Lieutenant Tettenborn über den Zusammenstoß der Expedition Zelewski mit den Wahehes. Die Expedition wurde am 17. August, als sie durch den Busch marschirte, überrascht- sie konnte nur zweimal feuern, die Askarisoldaten flohen sofort. Tettenborn und Lieutenant Heydebreck, der Expedition nachkommend, hielten sich auf einer Anhöhe bis zum Abend des 18. August, dann retteten sie sich durch Nachtmärsche. Bei Tettenborn befanden sich Heydebreck, Feldwebel Kay, Unteroffizier Wutzer, 62 Soldaten und 74 Träger. 4 Offiziere, 6 Unteroffiziere und 250 Soldaten sind geblieben. 250 Gewehre, 3 Kanonen und der Hauptthsil des Gepäcks wurde verloren. Die Angreifer befanden sich in einer Stärke von mindestens 3000, wovon 700 getödtet wurden. Berlin, 9. October. Die Reichsdruckerei erhöhte freiwillig den Mindest lohn der Buchdruckergehilfen von 25.80 Mk. auf 27 Mk. Die Lohnerhöhung hängt zusammen mit den Verhandlungen der Tarifcommission in Leipzig. Berlin, 10. October. Nach den „Berl. Pol. Nachr." wird der nächste preußische Etat die erste Rate für den Bau des neuen Abgeordnetenhauses enthalten. Leipzig, 9. October. Die Gehilfencommission der Buchdrucker beschloß eine abwartende Stellung, keinen sofortigen Strike. Die Versammlung der 2500 Gehilfen stimmte zu. Köln, 9. October. Nach der „Köln. Ztg." wurde die Abreise der russischen Kaiserfamilie und der griechischen Königsfamilie von Fredensborg auf den 17. October festgesetzt. Der beabsichtigte Besuch des Prinzen von Wales — Ruhestanddversetzungeu. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, em 7. d. M. den Rentamtmann, Domänenrath Karl Friedrich Stoltz zu Friedberg, unter Anerkennung seiner 60jährigen, mit Eifer und Treue geleisteten Dienste, den Districtseinnehmer der Districts- einnehmerei Darmstadt, Rendant Moritz Mo ter, unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste und unter Verleihung des Charakters als „Rechnungsrath", beide auf Nachsuchen mit Wirkung vom 1. November d. I. an, — in den Ruhestand zu versetzen. — Der Getreidemarkt. Die Lage auf dem Getreide» markte gleicht einem Buche mit sieben Siegeln oder besser einem Vexirspiel, welches die Hausse- und Baissepartei mit einander treiben, ohne daß man der wirklichen Lage auf den Grund kommen kann. Am Ende der letzten Woche erwartete man in vielen Kreisen einen großen Getreidekrach an der Börse, da zumal Berliner Hausse-Speculanten nicht mehr die angebotene Waare abnehmen könnten, aber auf einige flaue Tage folgte doch wieder eine Preissteigerung des Roggens und die Hausse konnte sich auch weiter im Großen und Ganzen behaupten, wenn auch das Realisirungsbedürsniß der Specu- lation zeigte, daß Roggen und Weizen letzter Tage doch auch wieder vielfach billiger (3 bis 4 Mark per Tonne) verkauft wurde. Es ist indessen doch stark zu zweifeln, daß die hohen Getreidepreise sich noch lange halten werden, da sich immer mehr herausgestellt hat, daß Nordamerika eine ganz riesige Weizen- und Roggenernte gemacht hat und jetz? in Chicago jede Woche gegen 8 Millionen Bushel Getreide, also weit । mehr als im vorigen Jahre, ankommen, und diese enormen Vorräthe doch die Preise allmählich herabdrücken müssen und zwar nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa, wohin die Amerikaner die Hälfte ihrer Vorräthe verkaufen müssen. □ Ruppertenrod, 8. October. Immer mehr bricht sich bei den Landwirthen die Erkenntniß Bahn, daß die künstlichen Dünger ein Hauptmittel zur Erzielung besserer und höherer Erträge bilden. Evident hat das auch die diesjährige Ernte gezeigt, indem Aecker und Wiesen, welche mit künstlichem Dünger bestreut worden waren, bessere Ergebniffe I sowohl in qualitativer als quantitativer Hinsicht ergaben. I Solche sichtbare Resultate vermögen am ersten den meist sehr I conservativen Landwirth zu bestimmen, die alten, verrosteten I Ansichten fallen zu lassen und sich in den Zug des Fort- I schritts zu reihen, der gerade in unserer Zeit der Landwirth- I schäft am meisten geboten erscheint. Eine Anzahl hiesiger I Landwirthe hat sich zusammengethan und für diesen Herbst I einen Waggon Kalk und einen Waggon künstlichen Dünger I kommen lassen, welchen Sendungen sich noch andere bis zum I Frühling anreihen werden. Gerade das Kalken der Acker- elder ist in diesem Herbste um so mehr geboten, als die- I elben durch den vorausgegangenen nassen Sommer meist I überaus stark vergrast sind. Auch hierbei zeigt sich die Wirkung der künstlichen Dünger im günstigen Licht, indem I mit ihnen bestreute Aecker weniger oder gar nicht vergrast I waren. | am Kopenhagener Hof wurde aufgegeben. Falls das dänische Königspaar beschließt, die silberne Hochzeit mit der russischen Kaisersamilie zu begehen, wird es gleichzeitig mit dieser Fredensborg verlassen und direct nach Petersburg reisen. Homburg v. d. H., 9. October. Der Kaiser trifft morgen früh 11 Uhr mittelst Sonderzug hier zum Besuch der Kaiserin Friedrich ein. Stuttgart, 9. October. In Folge Einladung des Süddeutscherl. Gastwirth-Verbandes sand am 7. October d. I., Vormittags 11 Uhr, im Saale des hiesigen Stadtgartens ein sehr gut besuchter AllgmeinerDeutscher Wirthe- Congreß statt, um Stellung zu dem Gesetzentwurf, betr. die Bekämpfung des Mißbrauchs geistiger Getränke zu nehmen. Die mehr als 100 Städte von Preußen, Bayern, Württemberg, Elsaß-Lothringen, Pfalz, Baden und Großherzogthum Hessen vertretenden Delegirten beschlossen einstimmig, die §§ 6 — 10 des Gesetzentwurfs nicht allein im Interesse des Wirths-Gewerbes, sondern auch in dem des Publikums zu bekämpfen. Die genehmigte Petition soll an Bundesrath und Reichstag sowohl als auch den Landesregierungen und Reichstags-Abgeordneten mit der Bitte um Unterstützung überreicht werden. Es ist dies die erste öffentliche Kundgebung, welche in dieser Angelegenheit von einer so großen Körperschaft ausgeht,- dieselbe erscheint um so beachtenswerther, als sie von den durch dieses Gesetz am meisten betroffen werdenden Theilen hervorgegangen ist. Basel, 9. October. Der Betrieb der Pilatus-Bahn wird am 12. October eingestellt. Die Betriebseinnahmen pro 1891 betragen ein Viertel (66 000^Frcs.) weniger als im Vorjahre. Wien, 10. October. Die Vermählung des Prinzen Friedrich August von Sachsen mit Marie Antoinette von Toscana findet am 21. November in der Hosburqkirche zu Wien statt. ö Rom, 9. October. Die einzige Streitfrage bei den Münchener Verhandlungen betrifft die Einfuhr der Schnittweine nach Deutschland- es herrscht hier die Ueberzeugung, daß die Zugeständnisse, welche Italien nunmehr für die Herabsetzung des bezüglichen deutschen Tarifs bietet, den Abschluß des Vertrages sichern. Marseille, 9. October. Gelegentlich des Bankers zur Feier der Einweihung der Sanirungsarbeiten sprach Freycinet, die Republik sei jetzt ein bedeutender Factor im europäischen Gleichgewicht. Der Friede sei nicht mehr blos in den Händen der anderen Staaten, sondern auch in den Händen Frankreichs, darum sei der Friede aber um nichts weniger sicher. Der politische Horizont sei gegenwärtig unbewölkt. Die gewonnene Situation müsse noch gefestigt und entwickelt werden. Freycinet schloß mit den Worten: „Die Zukunft gehört dem Weisesten." Rewyork, 9. October. Es wurde hier eine Trust- compagnie für Cigarren mit einem Capital von'25 Millionen Dollars gebildet, welche ihre Geschäftstätigkeit: im Januar beginnen wird. Der Trust wird 100000 Arbeiter beschäftigen und jährlich 5 Billionen Cigarren sabriciren.' Vermischtes. * Berlin, 8. October. Am Montag früh wurde iw ihrer Wohnung ein 67jähriges Fräulein Adler tobt aus- gesnnden. Die Leiche zeigte Stichwunden am Kopfe und eS hielt den Umständen nach schwer, an einen Selbstmord zu glauben. Aus scharfes Verhör hin hat auch das 17jährige Dienstmädchen der Todten, Auguste Machus gestanden, ihre Brodherrin ermordet zu haben. Habsucht war das Motiv der entsetzlichen That. Man fand bei der Mörderin 500 Mk., welche sie der Todten abgenommen und theilweise in ihre Tournüre, theilweise in ihr Hutfutter versteckt hatte. * Dieser Tage ist in Höhenrain bei Plattling (Bayern) das 7^2jährige Mädchen des Oeconomen Kammermayer dadurch auf merkwürdige Weise verunglückt, daß es einen in einem Gewölbe aufgespeicherten großen Kartoffelhaufen besteigen wollte, wobei es jedoch unter die ins Rollen gekommenen Kartoffeln gerieth und von der schweren Last erdrückt wurde. * Aus der Pfalz, 8. October. Einen entsetzlichen Tod sand gestern Nacht in dem Bergwerke von Niederpackter feiner Tafeläpfel einer Sorte 18 Aussteller, 5 Kilo in Kistchen verpackter feiner Taseläpsel einer Sorte 10 Aussteller, 5 Kilo in Körbchen verpackter feiner Tafelbirnen einer Sorte 12 Aussteller, 5 Kilo in Kistchen verpackter feiner Tafelbirnen einer Sorte 11 Aussteller, rein gehaltene Aepfelweine 8 Aussteller, feine Beerenweine 11 Aussteller, Obstschaumweine 3 Aussteller, Birnhonig 6 Aussteller, gedörrte Früchte 2 Aussteller, eingemachte Früchte und sonstige Obstconserven 5 Aussteller. In Obstsortimenten, und zwar für je 12 zum allgemeinen Anbau empfehlenswerthen Aepfelsorten liegen Anmeldungen vor aus den Kreisen Büdingen 4, Friedberg 12, Gießen 9, Lauterbach 2, Schotten 3; für das größte systematisch geordnete Aepkel- und Birnsortiment für Liebhaber 10 Anmeldungen, für andere Obstsortimente mit bestimmmten oder unbestimmten Sorten ca. 70. Für Obst- bäume liegen 11 Anmeldungen (8 für Hochstämme, 3 für Zwergbäume) vor- für Geräthe, und zwar für Obstbaumpflanzung 11, für Obstverwerthung, Verpackung rc. 8- außerdem ist angemeldet ein ausgewähltes Bücherlager über Obstbau. An Preisen werden nunmehr ca. 650 Mk. dem Comite zur Verfügung stehen, so daß recht ansehnliche Prämien ertheilt werden können. Die Biblotheksabende des Feierabends für Lehrlinge werden am nächsten Mittwoch, den 14. d. Mts., wieder ausgenommen werden. Seit December vorigen Jahres war die mit dem „Feierabend" verbundene Bibliothek an jedem Mittwoch Abend Jedermann zugänglich. Im Ganzen haben 175 junge Leute, meistens Besucher des sonntäglichen Feierabends, theilweise auch Gesellen und junge Kaufleute, die Bibliothek benutzt. Der stärkste Besuch eines Abends waren 79 Besucher, welche 147 Bücher entliehen. Jedermann, der den Nutzen einer guten Lectüre für das Volk und namentlich auch für die Jugend kennt, wird auch dieses Unternehmen zu schätzen wissen. Es verschafft nicht nur Lehrlingen, sondern ganzen Familien, welche keine „Mappe" oder bergt halten können, bie Möglichkeit, sich an guten Büchern zu erfreuen, unb es hilft mit, vor den schweren Gefahren einer schlechten Lectüre zu bewahren. Es ist bas Bestreben bes Vorstanbes, bie Bibliothek mehr und mehr zu einer rechten Volksbibliothek zu ' erweitern. Er rechnet hierbei 'auf die Unterstützung Aller, • welche Verständniß für solche Unternehmung haben. Mit dem ! Schluffe des Sommersemestecs mußten eine Menge ganz abgenutzter Bücher ausgeschieden werden, die durch neue zu ersetzen und noch zu vermehren sind. Beiträge hierfür, am besten in Geld, nimmt der Vorstand Pfarrer Dingeldey) dankbar entgegen. Nidda, 9. October. Am 15. November d. I. feiert der jiefige Ortsgewerbeverein das fünfundzwanzigjährige Bestehen der Handwerkerschule, verbunden mit der Einweihung der neu erbauten erweiterten Handwerkerschule. Hierzu werden alle früheren und gegenwärtigen Schüler sowie Mitglieder und Freunde des Gewerbevereins ergebenst eingeladen. Das Programm wird in Kürze erscheinen. Krofdorf, 8. October. In demselben Saal der altew Gleibergveste, in welchem vor 2 Jahren das 50 jährige Amts- jubiläum unseres langjährigen Bürgermeisters Herrn Colnot gefeiert wurde, hat sich heute wieder eine festliche Tafelrunde zusammengefunden, um dem verdienten Beamten und bewährten Freunde der Burg vor seinem bevorstehenden Weggänge von hier einen herzlichen Scheidegruß zuzurufeu. Erschienen waren vor Allem die Vorstandsmitglieder deS Gleiberger Geselligkeitsvereins, an ihrer Spitze Herr Provinzial- dlrector Freiherr von Gagern aus Gießen, die Bürgermeister- Couegen aus dem Kreise Wetzlar, die Gemeindevorsteher der Bürgermeisterei Atzbach, Geistliche und Lehrer sowie sonstige königliche und Communalbeamten aus dem Verwaltungsbezirke des Herrn Colnot und aus der Stadt Wetzlar. Nahe Familienangehörige und Freunde des Gefeierten umgabew den Sitz desselben, welcher von Forstbeamten mit Waldpflanzen geschmackvoll decorirt war. Den ersten Trinkspruch auf Se. Majestät den Kaiser brachte Herr Provinzialbirector Freiherr von Gagern aus. Redner wies auf die Veranlassungen hin, welche heute wie vor zwei Jahren festlich gestimmte Versammlungen zu Ehren eines und desselben Mannes auf der alten Burg zusammengeführt hätten. Leider sei die Freude des heutigen Tages nicht ganz ungetrübt, indem sie sich mit dem Gedanken an das nahe Scheiden eines von allen Anwesenden hochgeschätzten Mannes vermische. Verschiedene Staaten hätten ihre Vertreter zu dieser Tafel entsandt: die | schwarzweißen preußischen Farben vereinigten sich mit den I rothweißen der Hessen in ebensolcher Eintracht, wie sie sich I uis, die Grundfarben in der Flagge des neuen deutschen Reiches zusammengefunden hätten. Alle Deutschen aber, I welches Standes sie auch sein möchten, wüßten sich jetzt einig I iu der Liebe und Treue zu dem Kaiser, den Schirmer unb- | Erhalter des Friedens, der erst vor Kurzem durch die lieber* I uahme der Jnhaberschaft des 116. Regiments dem Heffen- I Volke eine überaus große Freude bereitet habe. Und wenn I d.br Kaiser, wie man zu hoffen wage, in kürzerer oder I längerer Frist Gießen mit seinem Besuche beehre, würden I wir Alle uns vereinigen, um ihm unsere freudigsten Will- I kommengrüße zuzusenden. Demnächst erhob sich Herr Pfarrer I Deibel aus Krofdorf, und meinte, er könne darauf ver- I Achten, auf die sorgen-, aber auch segensreiche Amtsführung I scheidenden Bürgermeisters, seine mannigfachen Verdienste I uäher einzugehen. Nur daraus wollte er Hinweisen, wie groß seine Fürsorge für die Wittwen und Waisen, die Armen und Bedrängten stets gewesen, die ihn dafür alle Zeit segnen würden. Auch für die Erziehung der Jugend habe Herr Colnot viel gethan, indem er den Schulen warme I -Lheilnahme widmete, ihnen jedwede Förderung angedeihen I ließ. Die Ufer der Lahn hätten ihn, den geborenen Rheinländer, mehr als 50 lange Jahre festgehalten, an ihnen habe er das Glück eines gesegneten Ehelebens gefunden. Diese Zuneigung habe er dadurch vergolten, daß er den geliebten ! Strom dreimal mit Fesseln aus Stein und Erz umschlang. Redner meint die Brückenbauten bei Dorlar, Wißmar unb Odenhausen, von denen ersterer nach den eigensten Plänen des Herrn Colnot ausgeführt wurde. Mit einem Hoch auf H^rn Bürgermeister Colnot schloß die Ansprache, in welcher der bekannte Humor des Redners vielfach zu Tage trat. Als dritter Redner toastete Herr Schultheiß Wagner-Krosdors auf die Familie Colnot, insbesondere auf die jüngste Tochter, Frl. Antonie Colnot, welche dem greifen Vater nach dem Tode der Gattin zur Seite gestanden. Redner meinte/ Herr C^not sei zweifellos derjenige Bürgermeister, welcher am meisten Papier und Tinte verbraucht habe, indem er die gesummten Bürgermeistereigeschäfte, erst in Rechtenbach, dann in Atzbach und zuletzt in Krofdorf lange Zeit allein versah- bis die steigende Arbeitslast eine Hülfe notwendig machte. Im Namen der Collegen betonte Herr Bürgermeister Zechlin- Ehringshausen, wie gerade Herr Colnot es gewesen sei, der stets auf ein collegiales Zusammenwirken der Bürgermeister gehalten und zur Erreichung dieses Zieles selbst einen gelinden Zwang nicht verschmäht habe. Sein Hoch galt dem scheidenden Freunde und Collegen. Hierauf trug Herr Lehrer Lochau- Gleiberg ein Gedicht vor, welches mit großem Beifall ausgenommen wurde. Im Namen des Gefeierten dankte darauf Herr Amtsrichter Dr. Colnot für alle die Beweise der Achtung und Liebe, welche seinem Vater heute wie immer entgegengebracht worden seien und leerte sein Glas auf das Wohl der Gäste. Nachdem noch Herr Gemeindevorsteher B i n n e ck e r-Garbenheim die Verdienste hervorgehoben, welche sich Herr Colnot um die Förderung des Wegebaues in seiner Bürgermeisterei erworben, war die Reihe von Trinksprüchen vollendet. Unter geselliger Unterhaltung verbrachten die Anwesenden noch eine geraume Zeit, bis die hereinbrechende Nacht zum Aufbruch mahnte. — Im Hofe der Burg wurde ein Gruppenbild der gefammten Festgesellschaft aufgenommen. totales unb Provinzielles. Gießen, 10. October. — Neues Theater. !„Drei Paar Schuhe" heißt die lustige Posse, welche am Sonntag, den 11. October über die Bretter gehr. Wir wollen nicht unterlassen, Freunde der heiteren Muse aus dieses Stück ganz besonders aufmerksam zu machen. Das Werk hatte beim Erscheinen seiner Zeit einen durchschlagenden Erfolg und erlebte am Wallnertheater in Berlin wohl an die 500 Aufführungen. — Zunkermanus humoristisch .dramatischer Reuter-Abend. Jrn Saale des Gesellschafts-Vereins findet, wie aus einer Anzeige in vorliegender Nummer ersichtlich ist, am Montag den 19. October ein Reuter-Abend des bekannten Reuter- Interpreten August Junkermann statt. Aus Eisenach, woselbst Junkermaun während der letzten Wochen zu seiner Erholung sich aushielt und von wo aus er seine Winter- Tournee begann, wird geschrieben: „Der von Junkermann angekündigte Fritz Reuter-Abend hatte, wie bei der Beliebtheit des berühmten Recitators nicht anders zu erwarten stand, wieder eine große Zahl von Freunden der Reuter'schen Dialect- Dichtungen herangelockt, so daß der große Saal der Erholungsgesellschaft recht gut besetzt war. Mit um so größerer Lust begann denn auch Herr Junkermann seine Vorträge. Nachdem er einige ernste, tief rührende Gedichte vorgetragen, ging er zu jenem Theil der Reuter'schen Werke über, aus denen uns solche urwüchsige Gestalten wie Bräsig, Pomuchelskopp, Havermann rc. in ihrer packenden Natürlichkeit und Derbheit und in einem Brillantseuer von Witz und Humor entgegentreten. Besonderen Beifall fand denn auch gestern wieder der Abschied Hanne Nütes vom Pfarrer. Hanne Nüte, der neugebackene Schmiedegeselle, einfältig und harmlos, daneben der biedere Geistliche, welcher dem Scheidenden gute Lehren erhellt und dabei unwillkürlich seiner eigenen Jugendzeit gedenkt T" das sind Figuren der Reuter'schen Dichtungen, die nur ein Junkermann dem Auditorium treffend und lebenswahr vor Augen zu führen vermag. Und so wurde denn auch dem großen Künstler für feine gestrigen Leistungen seitens der verstandnißvollen Zuhörer die ihm gebührende Anerkennung. Wer Herrn Junkermann gestern Abend gehört, wird ihm sicherlich ein gutes Andenken bewahren." — Oberhesfische Obstausstellung. Die nunmehr abgeschlossen vorliegenden Anmeldungen von Producten des Obstbaues und Gegenständen zur Obstverwerthung lassen einen Schluß auf eine recht reichhaltig beschickte Ausstellung zu. Wir theilen hier Einiges mit. Es werden concurriren um Preise für: 1 Gentner schöner gebrochener Taseläpsel einer Sorte 10 Aussteller, 1 Gentner schöner gebrochener Tafelbirnen einer Sorte 5 Aussteller, 1 Gentner schöner Wirthschaftsäpfel "ner Sorte 4 Aussteller, 1 Gentner schöner Wirthschafts- birnen einer Sorte 4 Aussteller, 5 Kilo in Körbchen ver- wiesen bei Kirchheimbolanden der 17jährige Bergmann Phil. Becker. Derselbe war mit mehreren Arbeitern in einem Schacht beschäftigt, als plötzlich ein Waffereinbruch stattsand, welcher die Grube so rapid füllte, daß die Bergleute, ehe sie den Auszug zu erreichen vermochten, bis an den Hals ins Wasier geriethen. Alle andern konnten sich retten, Becker allein ist vermurhlich zu Fall gekommen und ertrunken. / Literatur und Aunft. — Die Bereinigung der Kunstfreunde für die amtliche« f ublikationen der KSntgl. Nationalgalerie in Berlin C., ptltelmarkt 2, ist mit dem 1. Cciober in ihr neuntes Lebensjahr getreten. Diese von der Direction der König!. Nattonalgalerte zur Herstellung von künstlerisch vollendeten farbigen Nachbildungen hervorragender OelgemLlde ins Leben gerufene Veranstaltung hat es in dieser Zeit verstanden, sich die Gunst der Künstler und des Publikums in hohem Grade zu erwerben und zählt bereits 4200 Mitglieder, darunter fast sämmtltche regierenden deutschen Fürsten. Für das jetzt beginnende Veretnsjahr werden 12 neue Bilder sowie 4 Aquarelltmilationen zur Auswahl gestellt, so daß die Gesammtzahl der bis jetzt erschienenen Blätter 72 beträgt. Besonderes Interesse dürften die prachtvollen Koner'schen Portraits unseres Kaisers in der Uniform der Garde du Corps und der des 1. Garderegiments z. F. sowie das Porträt der Kaiserin nach H. v. Angeli verdienen. Bon dem erstgenannten Katserbtlde, das den meisten unserer Leser durch seine Ausstellung in den Schaufenstern der Herren O. Hochstätter und Reiber bekannt ist, hatu. A. alletnder preußischeCultus- minister über 1500 Exemplare zum Schmuck größerer Amtszimmer rc. bestellt. Ferner nennen wir das Angeli'sche Portrait Kaiser Wilhelm L, welches die Kaiserin Augusta testamentarisch der Königl. Nattonalgalecie vermacht hat, ein Sportbtld „Am Ziel" von Franz Hochmann, „Frühling" und „Winter" von Wtscelmus, „Abend am Mittelmeer" von A. Lutteroth, „Aus den Freiheitskriegen" von Matthias Schmidt, ein großes Fruchtstück von Renö Grönland und „Buchwald bei Prerow" von Paul Flicket (die beiden letzteren in Doppelformat). Besondere Beachtung verdient das Doppelbtld „Olympia", nach dem Gemälde von Gärtner im Gymnasium zu Elbing, eine mit Recht berühmt gewordene reconstrutrte Gesammt- anftcht des altgriechischen Festortes zur Zett seiner höchsten Blüthe. Es erscheint eigentlich überflüssig, die großen Verdienste ausdrücklich hervorzuheben, die sich die Vereinigung anerkanntermaßen um die Hebung des guten Geschmackes und des Kunstsinnes erworben hat. Der verhältntßmäßig geringe Jahresbeitrag von 20 Mark ermöglicht es auch dem minder bemittelten Kunstfreund, sich nach und nach In den Besitz der schönsten farbigen Bilder zu fetzen, die sich ganz besonders zu vornehm wirkendem Wandschmuck eignen. Für solche Kunstfreunde aber, die mit BUdern zum Schmuck ihrer Wohnräume schon hinlänglich versehen sind, dürften sich besonders die „Mappenblätter" in Äquarelltmitation empfehlen, von denen in diesem Vereinsjahr die erste Lieferung (4 Blätter) erschienen ist. Diese Lieferung (2 italienische Landschaften von Carl Grab, „der Teufelssee im Böhmerwald" nach Max Schmidt und „Ruinen des Amphitheaters von Pergamon" nach Christian Wilberg) liegt dem Referenten vor, und derselbe kann nur bezeugen, daß sie an Klarheit der Details und an Reinheit und zartem Schmelz der Farben den berühmten, aber viel theuereren Aquarelldrucken nach Hildebrandt oder Rottmann zum mindesten gleich kommen. Die Cartongröße dieser 4 Mappenblätter, die das Vereinsmitglied nur 20 Mark kosten, beträgt 44x56V» Centtmeter. Eine elegante Calico-Mappe, die für mehrere Lieferungen Raum bietet, kostet 8 Mark. Es ist also hier Gelegenheit geboten, sich im Verlauf von ein paar Jahren für einen mäßigen Preis in den Besitz eines prächtigen Mappenwerkes von dauerndem Kunstwerth zu setzen. Anfragen wegen Beitritts sind zu richten an die Direction der Königl. Nationalgalerie oder an die Geschäftsstelle der Vereinigung der Kunstfreunde in Berlin C., Spittelmarkt 2, von wo auch Prospecte umsonst und portofrei zu beziehen sind. Dr. r. — In dem so rührigen Verlage von I. I. Weber in Leipzig erscheint demnächst: Gastronomische Bilder. Beiträge zur Geschichte der Speisen und Getränke, der Tischsitten und Tafelfreuden verschiedener Völker und Zeiten. Von Dr. Felix Weber. 348 Seiten 8», mit 14 in den Text gedruckten Abbildungen. In elegantem Original- Leinenband. — Wenn ein geistreicher Schriftsteller die Bemerkung macht, der Culturzustand eines Volkes laste sich nach dem Verbrauche von Seife beurtheilen, so kann in nächster Linie wohl behauptet werden, daß einen wichtigen Maßstab auch der Genuß der Nahrungsmittel und Getränke bietet. Die Wahl und Zubereitung der Speisen ist von so großer Bedeutung und von so mächtigem Einfluß auf die menschliche Gesundheit, daß sie unbedingt als Maß des Nationalcharakters und der Geistesbildung eines Volkes gelten muß: „Was der Mensch ißt, ist er." Aus den Andeutungen, daß Essen und Trinken ein halb körperlicher, halb geistiger Genuß ist, daß beide von dem Begriff des geselligen Zusammenseins — eines wichtigen acturellen Factors — selten getrennt werden können, — aus diesen Andeutungen erhellt, daß Speise und Trank ihre Geschichte haben. Was nun den Zweck des ebenso vorzüglich geschriebenen wie auS- gestatteten Buches betrifft, so ist derselbe: Beiträge zur Geschichte der Speisen und Getränke, der Ttschsitten und Tafelfreuden verschiedener Völker und Zeiten zu liefern; ferner der nicht geringen Zahl von sich für Gastronomie Jnteressirenden eine belehrende und unterhaltende Lectüre zu bieten. Der Verfasser hat das sorgfältig ausgewählte Material mit anerkennenswerthem Geschick in einer sehr ansprechenden und geschmackvollen Darstellung verarbeitet. Da es nach Lehren tafelfreudiger Practiker am zuträglichsten sein soll, während der Mahlzeit nur von Dingen des Essens sich zu unterhalten, dürften Personen, die an wohlbesetzter Tafel gern die unter? baltlichen Gesellschafter spielen, in diesem Buche manche interessante Einzelheiten finden, die sie bei Tisch „loslaffen" können. A«sz«g aus -en Stan-csan.isregister», der Stadt Gretzeu. Aufgebote. October: 5. Joseph Bernhard Wilhelm Horstmann, Königl. Regierungsbaumeister zu Gießen, mit Kathinka Keyser zu Bochum. 5. Rudolf Carl Arnold Nowack, Kaufmann dahier, mit Adele Auguste Luise Remmert zu Kassel. 5. Friedrich Wilhelm Heinrich Henze, Hetzer bei der Main-Weser-Bahn dahier, mit Anna Marie Friederike Hamel zu Kastel. 8. Friedrich Wilhelm Adolf Drahn, Schreiner zu Gießen, mit Margarethe Louise Kümmel Hierselbst. 9. Heinrich Stein, Steinhauer zu Burg-Gemünden, mit Christiane Auguste Gravelius zu Grünberg. 9. Wilhelm Jochum, Gendarm dahier, mit Sidonie Katharine Klippert Hierselbst. Ghefchließ««ge«. 'October: 8. Johann Jacob Lauppe, Glaser dahier, mit Luise Wolf Hierselbst. Geborene. September: 28. Dem Kohlenhändler Georg Unverzagt ein Sohn. 30. Dem Taglöbner Heinrich Karpf eine Tochter, Marie Katharine Elise. 30. Dem Färbereibesitzer Johann Christian Wallmfels ein Sohn, Karl Ludwig Wilhelm. 30. Dem Hilfslademetster bei der Main-Weser-Bahn Heinrich Christ eine Tochter. October: 3. Dem Weißbinder Karl Döpfer ein Sohn, Emil. 6. Dem Mechaniker Wilhelm Spörhase ein Sohn, Gottlieb Philipp. Gestorbene. October: 5. Heinrich Horst, 61 Jahre alt, Güter-Expeditions- Vorsteher bei der Main-Weser-Bahn dahier. 6. Wilhelm Pletsch, 1 Jahr alt, Sohn von Former Wilhelm Pletsch dahier. 7. Elisabeth Dietz, geb. Hoffmann, 62 Jahre alt, Ehefrau von Reichsbank-Agent Wernhard Dietz dahier. 7. Marte Kaiser, 12 Tage alt, Tochter von Korb- und Schirmmacher Johann Georg Kaiser von Stockheim. 9. Johanna Gregorius, 4 Monate alt, Tochter von OeconomjPhtltpp Gregorius dahier. Auszug aus -en Nirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Otteottü. Den 8. October. Johann Jakob Lauppe, Glaser, und Luise Wolf, Tochter des verstorbenen Taglöhners Friedrich Wolf zu Gießen. Getantte. Dm 4. October. Dem Former Friedrich Schmidt eine.Tochter, Emma Marie, geboren den 3. August. Dmselbm. Dem Schaffner Heinrich Thiel eine Tochter, Katharina Luise, geborm dm 18. September. Denselben. Dem Fuhrmann Johannes Becker ein Sohn, Karl Heinrich, geboren den 5. September. Denselben. Dem Taglöhner Peter TrechSler eine Tochter, Marie, geborm den 14. August. Denselben. Dem Taglöhner Ludwig Zehner ein Sohn, Peter Karl, geborm den 29. Juli. Denselben. Dem Anatomiediener August Kersten eine Tochter, Emilie Amalie Luise Marie, geboren den 15. September. Denselben. Dem Schmied Friedrich Müller eine Tochter, Emma Marte Elisabeth Frieda, geboren den 14. August. Denselben. Eine uneheliche Tochter, Marie Johanna Emilie Margarethe, geboren den 12. September. Den 5. October. Dem HtlsShetzer Moritz OSwald ein Sohn, Max Karl, geboren den 16. September. Beerdigte. Den 3. October. Eleonore Hudeler, geb. Gerhard, Wittwe des Weichenstellers Peter Hubeler, alt 77 Jahre, starb den 30. September. Denselben. Adam Hinter, Schutzmann, alt 45 Jahre, starb den 30. September. Den 7. Octöber. Heinrich Horst, Güterexpedtttonsvorsteher an der Main-Weser-Bahn, alt 61 Jahre, starb den 5. October. Den 9. October. Phtlipptne Dietz, geb. Hoffmann, Ehefrau des Kaufmanns Johannes Dietz, alt 62 Jahre, starb den 7. October. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesrllschast. Versöhnungstag: Sonntag den 11. October: Nachmittags 5ao Uhr (Vorabend). Montag den 12. October: Vormittags 7°° Uhr, Schluß 550 Uhr. Verkehr, Land- unb VolksMLrrchhchafL. Gießen, 10. October. Auf dem am 6. und 7. d. M. dahier abgehaltenen Viehmarkte waren aufgetrieben 984 Stück Rindvieh und 855 Stück Schweine. Der Handel war lebhaft bei denselben Preisen des vorhergehenden Marktes. Nächster Markt Dienstag dm 27. und Mittwoch dm 28. October d. Js., am letzteren Tage auch Krämermarkt (Zwiebelmarkt). Gieße«, 10. October. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochmmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,10, HÜHnerner 1 St. -, 2 St. 13—15 H, Enteneier 1 St.--H, 2 St. — 4, Käse pr. St. 4—8 4, Käsematte pr. St. 3 H, Erbsm vr. Liter 25 Linsen pr. Liter 29 4, Tauben pr. Paar X 0,50—0,70, Hühner pr. Stück X 0,90—1,00, Hahnen pr. St- JL 0,50—0,75, Enten pr. Stück v* 1,70—2,00, Ochsenfleisch pr. Md- 70—76 Kuh- und Rindfleffch 60-64 4, Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 50—74 Kalbfleisch 56—60 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6,00-9,00, Weißkraut pr. St---Ä, Zwiebeln per Centner X 4,00—5.00, Milch per Liter 12-18 4. Frankfurt a. M., 10 October. Der gestrige Markt im städtischen Viehhofe war befahren mit 131 Ochsen, 2 Bullen, 100 Kühen, 433 Kälbern, 83 Hämmeln, 322 Schweinen (21 Ochsen und 23 Kühe waren aus Oesterreich). Die Umsätze erfolgten bei sämmtlichen Viehsorten ohne Preisoeränderung. Die ungarischen Kühe wurden unter der Noiirung verkauft, weil die Thiere von schlechtem Aussehen sind; dieselben sollen jedoch ein gutes Fleisch liefern. erzielt man nur, wenn die Annoncen zweckmäßig abgefaßt und typographisch angemessen ausgestatttetsind, ferner dierichtige Wahl der geeigneten Zeitungen getroffen wird. Um dies zu erreichen, wende man sich an die Annoncen-Expedifion Rudolf Messe, Frankfurt a. M., von dieser Firma werden die zur Erzielung eines Erfolges erforderlichen Auskünfte kostenfiei ertheilt, sowie Jnseraten-Entwürfe zur Ansicht geliefert. Berechnet roerben lediglich die Original-Zeilenpreise der Zeitungen unter Bewilligung höchster Rabatte bei größeren Aufträgm, so daß durch Benutzung dieses Institutes neben den sonstigen großen Vortheilen eine Ersparniß an Jn- serationskosten erreicht wird. 8570 Vertreter in Gießen r Heinrich Wallach. Erfolg durch Annoncen Concursverfahren. Das Concursverfahren über das Vermögendes verstorbenen Salomon Kuder in Heuchelheim wird nach erfol gier Abhaltung des Schlußtermins hierdurch ausgehoben. Gießen, den 5. October 1891. Das Grobherzogliche Amtsgericht. ________Fresenius._____9007 Bekanntmachung. Dienstag den 13. October l, Js., Nachmittags um 1 Uhr, soll aus dem Rathhause dahier ein hiesiger Gemeinde gehörender, dienst, unbrauchbarer Faselochs unter den daselbst bekannt gegeben werdenden Bedingungen öffentlich meistbietend versteigert werden. Treis a./Lda., 9. October 1891. Großh. Bürgermeisterei Treis a./Lda. 9037 Benner. Aeilgeöstenes. Frische Frankfurter Hefe empfiehlt die Hefehandlung von Elis. Bob 8838] Nenstadt 48,JJEreppe1__ 8813] CH« großer Garte« auf dem SiahrungSverg ist ganz oder getrennt zu verkaufen. Zu erfragen ____Kaplaneigasse 11. Guter Mittags-und Abendtisch «ach Beliebe«, Wird vom 1. No« vember ab für anständige Leute in einer besseren Familie Gießens, Mitte der Stadt, gegeben. [8953 Rüderes in der «xped. d. Bl.___ Fnssbodenanstrich alle Arten alle Rüanee«. Benner & Krumm, Bahnhofstraße 40. [7923 "MM^Häferfpren und Weizenfiroh abzugeben, «arl Euler, Hammstr. 5. Der Voranschlag der Gemeinde Trohe für das Rechnungs- ; jahr 1892/93 liegt vom 12. October 1891 bis einschließlich den 20. October 1891 zur Einsicht aller Betheiligten auf dem Bürgermeisterei-Bureau daselbst offen. Trohe, am 10. October 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Trohe. Schwarz. 9006 Zu haben Zusatz in Portionsstücken, das angenehmste und sparsamste Kaffee-Ersatzmittel, welches existirt, ist fast in allen Geschäften zu haben, in denen Kaffee und Kaffee-Surrogate verkauft werden. Engros-Niederlage in Frankfurt a. M, bei Otto E. Weber. i: Hrch. Arnold, Robert Hecker, L. Katthof, Fried. Leo, Wilh. Schäfer, Earl Schulze, Gustav Walther. 9041 Chemische Fabrik für Tinten aller Art von Emil Buscher in Lennep fabricitt und empfiehlt zu billigsten Preisen: zu verkaufen 1 neuer eleganter Landauer, 2 neue und 1 gebrauchtes Halbverdeck (Mylordi, 2neue Break, 2 neue und 2 gebrauchte Docka. Frsiedberg. H. Ph» Romeiser. Copir-Tinten der verschiedensten Sotten, Tinten für Schule und Haus. Bunte Tinten zum Schreiben und Liniiren. 9052 Aepfelmost ! bei Ce Rothe TrockenerTielensanil ist täglich zu haben; auch kann der- selbe zur Baustelle geliefert werden. Jakob Helfenbein, 9011 [ Marburgerstrahe 83. Zwiebeln, prima haltbare Waare, im! Centner, sowie bei größeren Quantitäten zu den denkbar billigsten Preisen. Hauptniederlage bei [9027 J. Weisel, Wallthorstraße 22. Verwischte Anzeigen. Aepfel k->ust Emil Schmoll, 9050 „zum Frankfurter Hof." Neubau einer evangelischen Kirche zu Giessen. Au die evangelische Gemeinde! Der evangelischen Gemeinde theilen wir hierdurch mit, daß am vorigen Donnerstag die ersten Vorbereitungsarbeiten — des Messens und der Absteckung — zum Neubau der Kirche auf dem Kirchenbauplatz in Angriff genommen worden sind. Aus Berlin ist ein Bauführer gekommen, der Baumeister wird von dort her nächster Tage gleichfalls hier eintreffen. Die Erd- und Maurerarbeiten zur Fundamentirung der Kirche sind dem Herrn Maurermeister Winn übertragen worden, einem wohlbewährten Meister, der in Gießen wohnt und ein Mitglied unserer Gemeinde ist. Am nächsten Montag, 12. October, soll zur Ausgrabung der Fundamente der erste Spatenstich gethan werden. Es ist unter uns Pfarrern angeregt und beschloffen worden, diesen bedeutungsvollen Anfang durch eine ganz einfache religiöse Feier zu weihen und damit auch vor Gott und Menschen zu bekennen, daß wir unseren ganzen Kirchenbau unter den Schutz und Segen des Herrn stellen, ohne deffen Hilfe die Menschen umsonst arbeiten, die daran bauen. Am Montag, Bormittags 8 Uhr, soll auf dem Kirchenbauplatz die schlichte Feier des ersten Spatenstichs — die Grundsteinlegung soll demnächst eine umfangreichere Feier erhalten — vorgenommen werden unter Mitwirkung unserer Knabenchorschule, deren Mitglieder hierzu von der Schule aus gütigst beurlaubt worden sind. Wir laden zu der einfachen Feier die Gemeinde — besondere Einladungen ergehen nicht — freundlichst ein. Auch bitten wir jetzt schon alle Glieder unserer Gemeinde, den Aufbau der neuen Kirche mit ihrer freudigen Theilnahme, herzlichen Liebe und anhaltenden Fürbitte begleiten zu wollen, damit unter Gottes Segen Alles ordentlich hergehe, damit die Arbeiten wohl hinausgeführt, die arbeitenden Menschen vor allem Unfall behütet und auch die zur Arbeit benutzten Thiere vor Quälerei bewahrt werden! Gießen, am 10. October 1891. 9061 Dr. Naumann. Schlosser. _________________________ Dingejldey.________ Wegen hohen Feiertags bleibt unser Geschäft Montag den 12. geschlossen. 9028 Meyerhof & Goslar. 9014 *- 9055 wozu ergebenst einladet (9039) im Vereinsloeal (Feidel). [9009 GoWKMemGt Anthracit Muss und melirie Kohlen 1V1 SOI23er. KönigS-Laurab-Act 153.701 Tendenz: fest. 113,60 ReichSbank-DiSco at 4 pEü — frankfurter Bank-Discont 4 pEt. 9045 Redattrsu: LL. GchrvdL. - Druck und Verlag der Brghl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen, 92.00 410 00 187 30 131.90 119.30 110 90 54 80 174.40 • 131.50 135.70 112 00 93 75 244 00 243.00 89 80 89 50 78.90 37.30 Der Vorstand Dingeldey. empfiehlt Aug1. Gabriel Disconto-Command^AM» Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act' Oest. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. 4o 0 Mainzer St^Anl. Gelsenk. Bergw.-Aet. 84 20140/0 Ung. Gold-Rente 97.95|5o/o Jtal. Rente 84 2014Vsi°/o Oest. Silber-Rente 98 0513% Portugtes. Aul. Sonntag 2^/z Uhr in Uniform bei Kam. Simon, Bahnhofstraße. Montag: Allen- d ö r f e r. [9029 Lomb. E.-B.eAct. Buschtherader E.-B.-Act. Elbthal-Bahn-Act- Gotthard-Bahn-Act' Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act Neues Theater, Giessen Sonntag den II. October 1891: 9049 Drei Paar Schuhe. Posse mit Gesang in vier Abtheilungen von Karl Görlitz. Musik von Conradi. Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Karten ä 1 Mk. Abends an der Kasse. ___Der Vorstand. Ne Volksbibliothek des Feierabends ist vom Mittwoch den 14. ds. Mts. wieder jeden Mittwoch Abend von 8—972 Uhr geöffnet. Ins Programm sind ausgenommen: Ouvertüre „Die diebische Elster" (Rossini), „La reine d’un jour“ (Adam), „Grande Fantasie Militaire“ von Leonard, Solo f. Violine (vorgetr. von Hrn. Langenhagen, Preisschüler des Conservatoriums für Musik in Weimar, Mitglied der Capelle), Fantasie a. d. Op. „Die Stumme" (Auber), „Schlittschuhläufer-Walzer" (Waldteufel), „Gigerl.Marsch" (A. Wagner). 9060 Eine anständige Frau sucht Monalsstelle. Näheres Nühlgaffe 3. ____________________L. Dorfeld Kriegerverein Gießen Obstausstellung -es Oberhesstscheu Obstbauvereins. Die verehr». Mitglieder des Gesammtausschusses werden zu einer gemeinschaftlichen Sitzung auf Montag den 12. Moder, Abends 8 Uhr, in den Meinen Saal von Steins Garten hiermit eingeladen. Um zahlreiches Erscheinen wird höflichst gebeten. Zer heutigen Nummer ist ein Extrablatt der Mrma N ernach As C 0 m P. beigelegt. Monatsversammlog Dienstag den 13. ds. Mts., Abends -/-» Uhr, Im Saale des Gesellschafts - Vereins. Montag den 19. October, Abends ?72 Uhr: Hemoristlsch-dramatlscherReateraliend von August Junkermann, König]. Württ. Hofschauspieler. Sperrsitz a Mk. 1.50, Karten ä 1 Mk. sind zu haben in der Ferber’schen Universitäts-Buchhandlung, Kirchenplatz. 9021 Stadt Marburg. Heute Sonntag: Tanzmusik Geschäfts Empfehlung. Einem hiesigen, sowie auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich die seither von Herrn C. Loth Mcherstraße 21 betriebene Gastwirthschaft käuflich erworben habe. Durch verschiedene Neueinrichtungen, sowie durch gute Speisen und Getränke bei prompter und reeller Bedienung bin ich in die Lage versetzt, allen Anforderungen in jeder Weise gerecht zu werden. Ganz besonders empfehle Vereinen und Corporationen meinen Saal mit neuem Clavier, sowie separate Zimmer zur gefälligen Benutzung. 9038 ' Achtungsvoll Fr. Ceroos. Giessener Freiw. Feuerwehr. Sonntag den 11. Moder, Nachmittags 3 Uhr: Sihlußubung in Oswalds Garten. Abends 8 Uhr: Bandet in Steins Garten. Berehrliche außerordentliche Mitglieder und Freunde der Feuerwehr werden freundlichst eingeladen. [9001 ____________________________Der Vorstand. 9035] In Butzbach, Station der Main-Wefer-Bahn, ist ein zweistöckiges Wohnhaus, in schönem Garten gelegen, besonders für einem Privatmann geeignet, erboerthei- lungshalber zu verkaufen. Dasselbe dürste auch, da guter Keller und separate Einfahrt vorhanden, zu einem Geschäftsbetrieb passend fein. Reflectanten wollen sich wegen näberer Auskunft an Herrn Louis Wießler daselbst wenden. Meyers- Lexicon"§ 4. (neueste) Auflage), 16 Prachtbände, wie neu, statt 160 für 9ü JL verkäuflich. A. S. 10 vostlaa. Heringen a. d. Werra. Eine kleine Moentheke billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. [9024 wozu ergebenst einladet [8986] Gesangverein Harmonie. Samstag den 17. October, Abends 8 Uhr: Frier -es 45jährigcn Stiftungsfestes mit Concert und Tanz Grestener FreimFeuerwehr. Sonntag Nachmittag vräeis 2V4 Uhr: Unfreien am Spritzenhaus. 9030 Das Commando. Die einzige große Modenzeitung, welche alle 8 Tage erscheint, ist Der Bazar Austritte Damen-Zeitnug für Mode, Handarbeit und Unterhaltung. Äöonnementpreis = 2*/2 Mark = viertetjährtich. Der Bazar übertrifft an Reichhaltigkeit jedes andere Modenblatt. Alle Postanstalten und Buchhandlungen nehmen jederzeit Abonnements an. Probe-Nummern versendet auf Wunsch unentgeltlich die Administration des „Bazar", Berlin SW., Charlottenstr. 11. VemüeWrUm. »l'Etage, 5 «immer mit Zubehör und allen Bequemlichkeiten. 8829 __Schillerstraße 16. ____Hch. Koch. Burg Staufenberg Sonntag den 11. Oktober: von E. Wasserschieben, Vanügrschäst Frankfurter Börse vom 10. October 1891. Schlußeovrle 1 Uhr 15 Min 3% Reichsanlethe 3^/8 % do. 3% Preuß. ConfolS 3Vi% do. Hierdurch beehre ich mich mitzutheilen, dass ich hierselbst ein ^/emiscft=analytise/ies Laboratorium enichtet habe zur Untersuchung von Bergwerks- und Hüttenproducten, Erzeugnissen der Industrie und lechnik, sowie Verbrauchsmaterialien ^und Genussmitteln aller Art und empfehle mein Institut zur gefl. Benutzung, prompteste und sorgsamste Ausführung zusichernd. (liessen, im October 1891. ö (9015 Br. Alfred Gabriel, Frankfnrterstrasse 67, gegenüber den neuen Universitäts-Kliniken. Zlmmer mit Wasserleitung und Zubehör, zu vermiethen. (8685 Moritz Semmler, Wallthorftraße 15. 90M Ein kl. Logis, sow. ein Stübchen mit Bett zu verm.__Maigasse 11. 9019] Logis zu vermtethew __Große Mühlgasse 4. 9016] Ein Logis. 3 Zim. m- all. Rub., per Monat 14 JL Schützenstraße 19. 9018] Ein kleines Mansardenlogis an ruhige Leute zu vermiethen. __PH» Weiler, Marktplatz 1. „9026] Weserftraße Nr. 6 ist eine schöne Mansardenwohnung, 5 Zimmer mit allem Zubehör, per sofort an ruhige Leute zu vermiethen. 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