Samstag dm 10. Oktober 1891 Nr. 236 Kießmer Anzeig er Keneral-Mnzeiger Kebaction, Lxped^«,^ und ©ruderet Aerusprechcr 6) . VierttklShrige. 2 Mark 20 Pfg. nof: vringerlohn. Durch die Post bezo^ 2 Mark 50 Pftz Der IM«** **!*« evfchsim täglich, MB LuSnuhm« de» «outa-S. W« Gießener $Umt 'wmi jmjubb—.a.» . -J-i u'Jirr?—hkwul—'■Uiiuww.l ■aB!ggMMermBHM»Ml Irn^uit ua »«zeige« zu der «.chmittagl für de» 1 AvAtidRdtCftAte (MflßttttY Me Xn*o*cttü»urea«r der In. und «oltenbe» «etz^ zeigenden Leg erfcheinmden «mnmer bis vor«. 10 Uhr. | ^tlUU>VCUUyC. Anzeigen für den .Gießener Anzeiger" entgeh —WW»«««WM«WWSWWW««W«M,^^> JU.U—1L!1™ Amtlicher Theil. Gießen, den 8. October 1891. Betr. Vertilgung des Frostnachtspanners. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen sm die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreise-. Unter Hinweis auf den im Abdruck nachstehenden, aus dem Monatsblatt des Oberhessischen Obstbauvereins übernommenen Artikel beauftragen wir Sie, die Baumbesitzer Ihrer Gemeinden alsbald zur Anlegung von Klebgürteln an den Obstbäumen öffentlich aufzufordern, sowie an den Gemeindebäumen auf Kosten der Gemeinde Klebgürtel baldigst anbringen zu lassen. Vis zum 10. November l. I. sehen wir Ihrem Bericht über den Vollzug unserer Anordnung mit der Aeußerung darüber entgegen, inwieweit die Baumbesitzer Ihrer Aufforderung entsprochen haben. Mit Rücksicht auf die im vorigen Jahr gemachte Wahrnehmung, daß vielfach schlechtes Material zur Anlegung der Gürtel verwendet wurde und hierdurch der gewünschte Erfolg unterblieb, machen wir besonders darauf aufmerksam, daß Papier und Leim von der Geschäftsstelle des Oberheff. Obstbauvereins zu Friedberg bezogen werden kann. v. Gagern. Der Frostnachtspanner. Einer der gefährlichsten Feinde unserer Obstbäume, der Frostnachtspanner, schickt sich wiederan, seine Brut an Msere Obstbäume zu bringen und dadurch jetzt schon die nächstjährige Ernte zu beeinträchtigen. Deshalb ist es nothwen- dig, daß alle Obstzüchter Hand in Hand gehen und verhüten, daß das Weibchen seine Eier an die Knospen der Obstbäume legen kann. Dieses Weibchen, das noch in der Erde als Puppe ruht, kommt nämlich von Anfangs October bis Mitte November aus der Erde. Es ist ein Schmetterling, welcher nur mit Flügelstummeln versehen ist, also nicht fliegen kann, dafür aber sehr kräftige, lange Beine besitzt, mit deren Hülfe es den Stamm erklimmen und zu den Knospen gelangen kann. Das Männchen dagegen, welches braune Flügel besitzt, kann fliegen und sucht das Weibchen während des Marsches am Stamme entlang auf. Gelangt das Weibchen dann in die Baumkrone, so legt es an die Knospen seine Eier ab, und zwar nicht weniger als etwa 250 Stück. Aus diesen schlüpfen im Frühjahr die kleinen grünen Spannraupen, welche mit der Entwickelung der Blüthen wachsen, sich zwischen einige Blätter und Blüthen einspinnen, um von da aus die Entblätterung der Bäume durchzusühren. Als der bekannte Pfarrer Christ diese Lebensgeschichte kennen gelernt hatte, reihte er an die vielen Verdienste, die er sich um den Obstbau Oberheffens schon erworben hatte, noch das eine Mittel zur Bekämpfung dieses Feindes. Er hat zuerst auf Birkenrinde Theer gestrichen und diese Rinde dann um den Stamm gebunden. In der neueren Zeit wurden erst die Klebgürtel in Anwendung gebracht, welche in der richtigen Weise und zur richtigen Zeit angewendet, das Erklettern des Baumes durch das Weibchen unmöglich machen. Im Kreise Gießen war dieses Anlegen der Klebgürtel überall da mit gutem Erfolg begleitet, wo es richtig durchgeführt wurde und wo die Bäume trotzdem von der Raupe entblättert wurden, waren eben Fehler gemacht worden. Wenn man den Gürtel anlegt, nachdem der Frostspanner oben am Baume ist, oder wenn man den Leim eintrocknen läßt, oder wenn man fingerdicke Lücken zwischen Stamm und Ring läßt, dann darf man nicht der Methode, sondern muß seiner eigenen Gleichgiltigkeit die Schuld beimeffen. Deshalb wolle man beim Anlegen der Leimringe, dem wir recht große Verbreitung wünschen, folgendes beachten: 1. Die Ringe müssen Anfangs October angelegt werden. 2. Das Papier muß sehr gut geleimt sein. Am besten verwendet man sogenanntes Pergamentpapier. 3. Das Papier muß mindestens 10 cm breit sein. 4. Der Papierring muß um den ganzen Stamm gelegt rrnd mit einer Kordel unten und einer oben gebunden sein. 5. Zwischen dem Papierring und dem Stamm dürfen keine Lücken sein, da sonst das Weibchen unten durchkriecht. Etwa vorhandene Lücken werden mit Lehm, Werg rc. ausgestopft. 6. Bevor man den Papierstreifen anlegt, muß an der betreffenden Stelle die Rinde glatt gemacht werden. 7. Der Leim wird mit einem Pinsel auf das Papier, niemals aber auf den Stamm selbst aufgestrichen. 8. Es ist nothwendig, daß man die Ringe alle 10 Tage von neuem anstreicht. Im Uebrigen sei bemerkt, daß die Geschäftsstelle des Oberhessischen Obstbauvereins in Friedberg gerne bereit ist, gutes, geschnittenes Papier und beliebige Mengen Leim zu vermitteln. Dentsches Reich. Darmstadt, 8. October. Wegen des Ablebens Seiner Majestät des Königs Karl I. von Württemberg ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom Heutigen bis zum 28. l. M. einschließlich angeordnet worden. Nerrefte Nachrichten. WolffS telegraphisches Lorrespondmz-Bureau Berlin, 8. October. In der heutigen Sitzung des Bundesraths wurde der Gesetzentwurf über die Bekämpfung des Mißbrauchs geistiger Getränke den Ausschüssen für Handel und Industrie und für Justizwesen überwiesen. Berlin, 8. October. Das „Armeeverordnungsblatt" bringt einen Armeebefehl, wodurch anläßlich des Ablebens des Königs von Württemberg angeordnet wird, daß die Offiziere der Armee einen dreitägigen, die Offiziere des Infanterie-Regiments Nr. 25, das mit dem König seinen Ches verloren, einen achttägigen Trauerflor anlegen. Berlin, 8. October. Der Kaiser ließ dem augenblicklich in Darmstadt weilenden Prinzen Heinrich den Befehl zugehen, sich auch zur Beisetzungsseier nach Stuttgart zu begeben. Der Kaiser wird ihn dort heute Abend um 9 Uhr am Bahnhofe erwarten. Berlin, 8. October. In der heutigen Stadtverordneten- Sitzung wurde der Antrag Singers, Stadtverordnetenwahlen Sonntags vorzunehmen, mit 72 gegen 27 Stimmen ab- gel.ehnt. Der Antrag, die Wahlzeit bis Abends 7 Uhr auszudehnen, wurde mit 59 gegen 39 Stimmen angenommen. Stuttgart, 8. October. Der Leichnam des Königs ist zur Zeit in dessen Schlasgemach, welches zu ebener Erde gegen den königl. Privatgarten zu belegen ist, aufgebahrt. Nach erfolgter Einbalsamirung mit Wickersheimer'scher Flüssigkeit wurde die Leiche wieder in das Bett zurückgebracht, welches der König schon längere Zeit benützt und in welchem er auch verstorben ist. Das Zimmer wurde, dem „N. T." zufolge, durch den Hofgärtner in ernster und sinniger Weise ausgeschmückt; zu Häupten des Entschlafenen ist das Crucifix aufgestellt, welches sonst über dem Ruhebett angebracht war. König Karls Züge sind still und friedlich, wie er auch sanft und ruhig entschlummert ist. — Immer mehr vollendet sich die Trauerausschmückung der Stadt. Der Umstand, daß der Tod des Königs Karl doch früher eintrat, als man eigentlich vorausgesetzt hatte, bewirkte, daß die Decorirung mit Flaggen, Büsten, Pflanzen nur allmälig vor sich gehen konnte- insbesondere hatten sämmtliche Gärtnereien der Stadt ihr Pflanzenmaterial zur Ausschmückung aufgebracht. Sehr viele Läden haben theilweise recht geschmackvolle Arrangements getroffen. In den meisten Fällen sieht man Gypsbüsten des verstorbenen Königs — die allerdings nicht übermäßig ähnlich sein sollen — umgeben von Palmen, von Lorbeeren, von Grün aller Art, mehr oder minder hübsch drapirt mit schwarzem Krepp. Auch Bilder des verstorbenen Monarchen sind vielfach in geeigneter Umrahmung ausgestellt. Der König, der zumal in früheren Jahren eine schöne Erscheinung war, hatte sehr ansprechende Züge, aus denen Intelligenz und Herzensgüte sprach- auch der Tod vermochte ihren Ausdruck nicht zu verwischen. Wappenschilder sind mit Flor umzogen, Balcons schwarz ausgeschlagen,- schwarz-rothe, schwarz-weiß- rothe und sonstige Flaggen auf Halbmast oder mit Trauerflor umzogen, wehen von den Dächern oder aus den Fenstern - was aber dem Ganzen eine characteristische Färbung gibt, sind die zahllosen riesigen schwarzen Flaggen, die zur Verwendung kommen, deren Anblick in der That geeignet ist, uns in eine Kirchhofsstimmung zu versetzen. Damit harmo- nirt übrigens die Toilette der Damen, man siebt fast nur schwarze Kleidung und zwar sind es nicht nur die Frauen aus der „Gesellschaft", sondern auch diejenigen der kleinen Bürger und Handwerker- wer nicht ganz schwarz gekleidet ist, fällt schon auf. Stuttgart, 8. October. Der Kaiser traf um 9 Uhr Abends auf dem hiesigen Bahnhofe ein, empfangen vom König Wilhelm und den Prinzen des Königshauses. Der König, eine stattliche, gewinnende Erscheinung mit röthlichem Vollbart in rother Husarenuniform, begrüßte den Kaiser, der württembergische Generalsuniform trug, herzlich. Der Kaiser schritt die am Bahnhofe aufgestellte Ehrencompagnie ab und begab sich mit dem König in das Residenzschloß, wo die Hof- tasel stattfand. — Morgen treffen Erzherzog Friedrich von Oesterreich und Prinz Ludwig von Bayern ein. Karlsruhe, 8. October. Der Beisetzung König Karls wohnt Prinz Wilhelm bei- der Großherzog begibt sich nicht nach Stuttgart, da, wie der Hofbericht meldet, eine letztwillige Verfügung König Karls eine fürstliche Vertretung nicht gewünscht hat. Leipzig, 8. October. Die Verhandlungen der Taris- commission der deutschen Buchdrucker sind abgebrochen worden, weil die Anträge der Gehilfen abgelehnt wurden. In den späteren Nachmittagsstunden soll eine Versammlung der Delegirten stattfinden, um über weitere Schritte zu berathen. Plauen i. Voigtlaude, 8. October. Nach dem amtlichen Berichte des hiesigen amerikanischen Consulates erreichte der Werth der aus dem Bereiche dieses Consulates nach den Vereinigten Staaten im dritten Vierteljahr 1891 exportir- ten Waaren die Höhe von 732156 Dollars gegen 1138394 Dollars im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Es ist sonach eine Abnahme des Werthes um 406 238 Dollars zu verzeichnen. Hamburg, 8. October. Der Salondampfer „P r o c i d a" rannte gestern den auf der Elbe festsitzenden Dampfer „Atha- basca" an, welcher ein großes Loch erhielt. Während der Nacht brach die „Procida" durch, rannte sich den Bug ein und blieb festsitzen. Nachdem sie Morgens flott gemacht war, collidirte sie bei Hamburg mit dem früheren Llohddampser „Main", welcher leicht beschädigt wurde. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Wien, 8. October. Erzherzog Friedrich ist als Vertreter des Kaisers zum Begräbniß nach Stuttgart abgereist. Eine Deputation von Offizieren des 6. Husarenregiments hat sich gleichfalls nach Stuttgart begeben. Wien, 8. October. Die Berathung der technischen Mitglieder-Commission der Wiener Verkehrs-Anstalten ergab eine Uebereinstimmung betreffs der Verkeilung der einzelnen Bahnlinien auf verschiedene Bauperioden, sowie betreffs des Projectes der Wien-Fluß-Regulirung. — Das Ausschreiben der Belohnung für die Ermittelung des Urhebers des Rosenthaler Bahnfrevels ist an den Wiener Straßenecken in deutscher und czechischer Sprache angeschlagen worden. Brüssel, 8. October. Eine einmonatliche Hoftrauer für den König von Württemberg ist angeordnet worden. London, 8. October. Der Hof legt eine dreiwöchentliche Hoftrauer für den König von Württemberg an. Brigthon, 8. October. Parnells Begräbniß wird öffentlich sein. Seine Gattin erklärte sich damit einverstanden. Behufs Vorbereitungen der Leichenfeier sind der Lordmayor von Dublin und die nationalistischen Deputtrten Hierselbst eingetroffen. Der Arzt theilte mit, daß nach vorausgegangenem rheumatischem Fieber der Tod infolge eines Herzschlags eingetreten sei. Der Municipalrath von Dublin nahm eine Resolution an, worin das tiefste Bedauern über das Hinscheiden Parnells ausgedrückt wird. New-Nork, 8. October. Der Tod Parnells hat unter den in Amerika lebenden Iren eine tiefe Sensation hervorgerufen. Dieselben glauben, daß die beiden Fractioneu der Iren sich unter der Führung Dillons einigen werden. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 8. October. Die „Kreuzztg." dementirt die Abreise des Freiherrn von Soden von Ostafrtka, amtlicherseits glaube man an die Notwendigkeit der Vermehrung der dortigen Beamten. Homburg v. d. H., 8. October. Die Kaiserin Friedrich wird nächsten Monrag, Morgens 10 Uhr, Homburg mittelst Extrazug verlassen, um sich zunächst nach Italien zu begeben. Von dort wird dieselbe später nach England reisen. Köln, 8. October. Die „Köln. Ztg." meldet aus Petersburg: Ein alter russischer Militär schildert in einem Briefe an den „Grashdanin" aus Paris seine Eindrücke und erklärt, die russischen Sympathien der Franzosen seien keineswegs ein Erzeugniß sorgfältiger Erwägung- dieselben würden nur aus den Lippen als Ausfluß der fröhlichen Stimmung getragen. Ernst sei es ihnen damit nicht, dagegen habe die instinctive, unbesiegbare Furcht der Franzosen vor Preußen eine sehr ernste Bedeutung. Diese Furcht dränge die Franzosen zu Rußland. Dre französischen Soldaten seien in Uniform gesteckte Bauern, die Soldaten sehen aus, als seien sie eben aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Mangel an Reinheit falle in die Augen, außerdem mangele es an geistiger Erziehung und Entwickelung der Kühnheit, sowie Kräftigung des Körpers. Rom, 8. October. Sämmtliche 42 Glashüttenbesitzer in der Provinz schlossen ihre Fabriken. Petersburg, 8. October. Der .projectirte Abschluß einer literarischen Convention mit dem Auslande wurde von der Regierung definitiv aufgegeben. Belgrad, 8. October. Die hiesigen Blätter mißbilligen das Anlehen Exkönigs Milan und fordern die Vormünder des Königs auf, gegen die Eintragung auf die Königsgüter zu protestiren. Locales unö provinzielles. Gießen, 9. October. — Ordensverleihung. Im Auftrage des Curatoriums der höheren und erweiterten Mädchenschule überreichte heute Morgen Herr Director Dr. Lan d mann dem in den Ruhestand tretenden Lehrer Ludwig Felsing vor versammeltem Lehrercollegium das ihm von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog verliehene silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, indem er mit warmen Worten die Verdienste des aus dem Collegium Scheidenden hervorhob und ihm die besten Glückwünsche zu der wohlverdienten Auszeichnung von Seiten der vorgesetzten Behörden aussprach. — Das am 8. October ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 31 enthält: Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die Führung der Handels-Zeichen-, Muster- und Genossenschafts- Register betreffend. — Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. September der Dienstmagd Johannette Lucie Kern aus Schlierbach, z. Zt. in Klein-Umstadt, die silberne Medaille des Ludewigs- Ordens zu verleihen. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer- wehren wurde ertheilt: durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 2. October 1891 den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Butzbach Ernst Röthardt, Schuhmacher, Christian Weick- hardt, Buchbinder, Heinrich Gottfried Köppler, Schuhmacher, Jakob Frank, Schmied, Karl Lieb er ich, Kammmacher, Bernhard Grüninger, Gerber, Jakob RumpsIV., Schuhmacher, und Peter Gerhardt, Schneider. — Die Deutsche Laudwirthschaftsgesellschaft wird in den Tagen vom 12. bis 14. October d. I. eine Reihe von Sitzungen in Berlin abhalten, in welchen namentlich die Ausstellung zu Königsberg, die in der Zeit vom 16. bis 20. Juni künftigen Jahres stattfinden wird, in allen einzelnen Bestimmungen Gegenstand der Berathungen sein wird. Nach den Sitzungen wird die Ausstellordnung für Königsberg erscheinen und damit die Anmeldefrist für diese Ausstellung eröffnet werden. Die Erfolge der früheren Ausstellungen der Deutschen Landwirthschasts-Gesellschaft lassen erhoffen, daß auch in der äußersten Nordostmark des Reiches, in Königsberg, die Bestrebungen der Deutschen Landwirthschasts- Gesellschaft aus fruchtbaren Boden fallen werden. -r- Lollar, 8. October. Heute Nachmittag um 2 Uhr verbreitete fich hier die Nachricht, in Gießen sei ein Verbrecher aus dem Provinzial-Arresthaus entsprungen und habe den Weg nach unserem Dorfe eingeschlagen. Kaum war dieses bekannt, erschienen auch schon die berittenen Gendarmen Heppner und Schwarz aus Gießen, welche in der Nähe der Wirthschaft „zum Schwanen" einen feingekleideten Herrn sestnahmen und nach der Bürgermeisterei verbrachten. Nach einigen Minuten wurde er auch schon geschlossen und da er nicht mehr gehen konnte oder wollte zu Wagen unter sicherer Begleitung der beiden Gendarmen wieder nach Gießen zurück transportirt. Stockhausen, 3. October. Heute Nachmittag sand die Einweihung unseres im vorigen Jahre begonnenen und jetzt vollständig hergestellten Sch ul Hauses statt. Nach dem gegen 4 Uhr mit der Glocke gegebenen Zeichen zum Beginne der Feier und nach geschehener Ueberreichung der Schlüssel durch Hrn. Prov.-Ingenieur Stahl versammelten sich die Theil- nehmer in dem geräumigen Schulsaale. Provinzialdirector Freiherr von Gagern gedachte in entsprechender Rede der mit dem Schulgang nach Flensungen verbunden gewesenen nachtheiligen Folgen für die Schüler, besonders in gesundheitlicher Hinsicht, erinnerte an die dem Bau einer Schule seither entgegen gestandenen Hindernisse, welche nun glücklich überwunden, erwähnte die Opfer, welche sich sowohl die kleine Gemeinde, als auch der Staat zur Erreichung des schon vor Jahren gesteckten Zieles auferlegt hatten, und gab der gewissen Hoffnung Ausdruck, daß Eltern und Kinder die große Wohlthat einer eigenen inmitten des Dorfes gelegenen Schule dankbar erkennen würden. Hierauf folgte die Weiherede des Herrn Schulrath Büchner, in welcher dieser sich eingehend über die durch die Schulerziehung zu lösenden Aufgaben, sowie über die hierzu dienenden Mittel —- von Unterrichtsfächern thuts der Religionsunterricht allein nicht — und die zu diesem Zwecke erforderlichen weiteren Bedingungen eingehend verbreitete. Geschickt eingesügt war eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Ansprache an die anwesenden Schüler, den Schluß bildeten die eigentlichen Weiheworte, endend mit einem recht innigen Gebete. Nachdem diese Feier im Schulsaal beendet, besah man die übrigen Räumlichkeiten des neuen Gebäudes, über deren Einrichtung nur eine (Stimme des Lobes und der Anerkennung laut wurde. — Leider kann unsere Schulstelle jetzt noch nicht besetzt werden, da särnrntliche irn Frühjahre zum Schuldienst zugelassenen Lehrer bereits Verwendung gefunden. Man hat jedoch Hoffnung, daß wir bis zum 1. November einen Lehrer bekommen werden. Alsfeld, 8. October. Am nächsten Sonntag, den 11. October, findet hier im „Deutschen Hause" die ordentliche Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Alsfeld statt. Außer dem Geschäftlichen steht auf der Tagesordnung ein Vortrag des Land- wirthschastslehrers Dr. v. Peter- Friedberg über Obstbau und Constituirung eines Vereinsbezirks Alsfeld des Oberhessischen Obstbau-Vereins. Bad Rauhei«, 5. October. Bei den Erdarbeiten des Sprengel'schen Hotelbaues wurde einige Meter unter der Erde eine Art Steinpflaster bloßgelegt und eine Anzahl irdener Gefäße und bronzene Nadeln aufgefunden. Diese Gegenstände sollen nach dem Ausspruch des Herrn Professors Dr. Adamy von Darmstadt, welcher dermalen zur Abschätzung der Dieffenbach'schen Sammlung in Friedberg weilt und die erwähnten Objecte besichtigte, aus der vorchristlichen Zeit herstammen. Affenheim, 6. October. Um vielseitigen Wünschen Rechnung zu tragen, wird die Gräfliche Hofgärtnerei dahier Samstag den 10. und Sonntag den 11. d. M. in ihrem Gewächshaus „Amalienhos" eine Obstausstellung derjenigen Obstsortimente veranstalten, welche für die Oberhessische Obstausstellung in Gießen bestimmt sind,- die Ausstellung umfaßt ca. 120 Sorten Aepfel und Birnen (Tafel- und Wirthschaftsobst), welche sich theils zum Anbau im Kreise Friedberg sehr gut eignen, theils an Hochstämmen und theils an Formbäumen gezogen sind. Die Sortimente sind systematisch geordnet und mit richtigen pomologischen Namen versehen. Darmstadt, 8. October. Gestern Abend gerieth der Bureaugehilfe der Dampsstraßenbahn-Gesellschaft, Reinig, welcher mit dem Zuge V28 Uhr nach Arheilgen fuhr und unterwegs von dem Zuge abspringen wollte, so unglücklich unter die Räder, daß ihm die beiden Beine vom Rumpfe getrennt wurden und er sofort tobt blieb. Das Unglück ereignete sich gerade vor dem Anwesen des Herrn Handelsgärtners Henß, mit dessen Tochter Reinig verlobt war. Das Schicksal des braven jungen Mannes erregt allgemeine Theilnahme. — Aus Worms wird der „Franks. Ztg." vom 8. d. M. berichtet: Die Stadtverordneten-Versammlung hat das Gesuch des Kunstvereins für das Großherzogthum Hessen um Gewährung eines jährlichen Zuschusses ab gelehnt mit der Motivirung, daß die Stadt Worms alljährlich für Kunstzwecke genug Ausgaben zu bestreiten habe. Auch in anderen hessischen Städten wurde das Gesuch des Kunstvereins abschlägig beschieden. vermischtes. > * Frankfurt a. M., 8. October. Ueber den Consum in den verschiedenen Restaurationen der Ausstellung am letzten Sonntag, als dem sechsten Zwanzigpsennigtag, liegt folgende Mittheilung vor: 1. Münchener Bürgerbräu: 65 Hectoliter Bier, 3000 Schweinewürstchen am Rost, 1800 Stück Frankfurter Würstchen, 600 Portionen Münchener Würstl, 41/2 Centner Sauerkraut, 52 Gänse, 32 Hühner, 250 Portionen italienischen Salat ä la Schwegerle, 2 Centner Schinken, 2000 belegte Brödchen. 2. Pfungstädter Bierhalle: 50 Hectoliter Bier, 200 Laib Brod, 1000 belegte Brödchen und dementsprechend Fleischwaaren. 3. Cafe Mi lan i: 4000 Taffen Kaffee mit 200 Kuchen rc., 300 Portionen Eis, 500 belegte Brödchen, 5 Hectoliter Bier. Volks- Bierhalle: 60 Hectoliter Bier. Die Holz'sche Cigarrenhandlung verkaufte an den beiden letzten 20-Pfennigtagen zusammen über 30000 Cigarren, deren Preis sich meistens über 6 Pfennig bewegte. * Frankfurt a. M., 7. October. Der auf Nr. 25465 gefallene zehnte Hauptgewinn der letzten Pserdemarkt- lotterie, ein zweispänniger Wagen nebst zwei Pferden, ist bis heute noch nicht abgeholt worden. — Die eben hier anwesende Agitatorin für Besserung der Lage der Arbeiterinnen, Fräulein Wabnitz aus Berlin, benutzte einen Besuch, den sie am Montag Nachmittag der Electrischen Ausstellung machte, um in mehrere, von verschiedenen Firmen in der Ausstellung ausgehängte Bestellbücher Fragen socialpolitischen Inhalts einzutragen. Sie wurde daraufhin zur Polizeiwache des Ausstellungsplatzes sistirt, nach Feststellung ihrer Personalien aber bald wieder entlassen. * Damen, die Cigarren rauchen gleich den Männern, sind in unserer Zeit längst keine Seltenheit mehr,- Damen, die Scat spielen, kommen neuerdings dazu. Damen an den Scattischen der Berliner Bierwirthschaften sind, so schreibt die „B. Volksztg.", gegenwärtig durchaus keine seltenen Erscheinungen. In den großen Gartenlocalen der Hasenhaide konnte man an den schönen Abenden der letzten Wochen diese weiblichen Scatspieler an mehreren Tischen bemerken, und das Abwersen der Karten macht sich bei der schnellen Bewegung des rechten Armes und wenn dieser piit einem funkelnden Armband geschmückt ist, gar nicht übel. Die bekannten Ausdrücke am Scattisch, die für gewisse Fälle und Vorkommnisse beim Spiel gebraucht werden, aber sonst eigentlich nicht für Damenohren bestimmt sind, scheinen keinen Anstoß zu erregen. Manche von diesen Scat-Damen wissen mit ihren zarten Knöcheln so laut auf den Tisch zu schlagen, daß man ernstliche Verletzungen für eine zarte Hand befürchten möchte. Als ein in der Nähe stehender Verwandter einer solchen Spielerin die Bemerkung machte, daß es doch wohl für eine Frau passender wäre, sich mit dem Strickstrumpf als mit Kartenspielen zu unterhalten, entgegnete die Dame mit größter Seelenruhe: Beim Kartenspielen verdiene ich mehr als beim Strumpfstricken! — Für die nun einmal in Fluß gekommene Frage der Frauen-Emanzipation ist dies neue Berliner Kneipenbild vielleicht nicht ohne kulturgeschichtliche Bedeutung. * Ade Reserve! Feuchten Auges blickte die Compagnie ihrem Ches nach, der, von seinen Subalternoffizieren gefolgt, gedankenvoll den Casernenhof verließ, ohne das Honneur des Thorpostens zu erwidern. „Leute!" wandte sich der Feldwebel, nachdem der Hauptmann aus dem Gesichtskreis seiner Untergebenen verschwunden war, an die am rechten Flügel ausgestellten Reservisten. „Nach einer solchen Rede sollte ich mir lieber ins tiefste Schweigen hüllen, aber — das kann ich nich; was ich auf'm Herzen trage, muß runter! Der Herr Hauptmann hat Euch mit unjeschlieffene Edelsteine, aus die wir in unsere Schleisanstalt Diamanten jemacht haben, verjlichen. Er hat Euch jewiffermaßen so successive im Laufschritt Eueren janzen physischen und geistlichen Bildungsjang vor Augen jesührt und Euch bis zu Thränen jerührt. Ich mutz erklären, daß die schöne Rede selbst mich jewaltig an die Nieren gegangen is und dabei gedenke ich doch noch nich im Jeringsten jar nich wie jetzt Ihr des Kaisers Rock mit der Civilklust zu vertauschen, bevor ich mir nicht die tausend Ma — doch das ist eine Chose per se. — Ihr steht im Bejriff, wieder ins Civilverhältniß zurückzukehren. Euer Mutterwitz is Euch durch uns jeweckt worden- krumm und meist dumm kamt Ihr zu uns; wir haben Eueren beschränkten Jesichtskreis erweitert und wenn Ihr nun in Eure häusliche Penaten zurückkehrt, bleibt Helle und laßt Euch nicht verblüffen. Weiter will ich nischt sagen. — Also, Reservisten, lebt wohl und wenn Ihr heute von Euer „Verhältniß" Abschied nehmt, dann haut nicht über'n Kamm, sonst spaziert Ihr eventualiter noch aus den Armen der Liebe ins Kittchen. — Und nun aus Wiedersehn bei der nächsten Uebung, adje Reserve!" „Adje, Herr Feldwebel!" ertönte es wie aus einem Munde, dann wurden die neugebackenen Reservisten entlassen. * Boshaft. „Emil! Ich habe mir sagen lassen, daß das Fischessen dem Gehirn sehr zuträglich sei, ist dem so?" — „Jawohl!" — „Sie glauben also, daß mir das Fischessen nützlich wäre — ich bin nämlich geistig sehr abgespannt. Die Frage ist nur, wie viel ich für den Anfang effen soll?" — „Wissen Sie was? Fangen Sie mit einem kleinen Walfisch an." Scfyiffsnad?ricf>ten. Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Line" in Ant- werpen ist laut Telegramm am 6. October wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land» uttö Volkswirtschaft. △ ArrS Oberhessen, 6. October. Für einen großen Thell unserer Provinz ist die Cultur der Zuckerrüben von hervorragender Bedeutung. Die Zuckerfabrik zu Stockheim im Kreise Büdingen hat am 22. v. Mts. ihre Campagne eröffnet. Da die Zuckerrüben von großen und kleinen Landwirthen gebaut werden, so sind nachfolgende Nachrichten in vielen Kreisen nicht unwillkommen. Für das abgelaufene Betriebsjahr 1. August 1890/91 wurden 7 % Dividende vertheilt. Das ist ein Procentsatz, der für die Land- wirthschaft sehr accepiabel erscheint. Es gibt zwar Zuckerfabriken in Norddeutschland, welche das Doppelte geben können, sogar bis zu 25o/v; das sind die alten Fabriken, bei denen Schiff und Geschirr, Maschinen und Geräthschaften längst frei und abgeschrieben sind. — Sieben Procent sind für unsere Verhältnisse, wo der staatttche Zinsfuß 372 %, jedenfalls sehr annehmbar. Es muß dabei bemerkt werden, daß der 1890er Sommer der Zuckerrübe nicht hold war. Die Fläche, welche dieses Jahr für die Stockheimer Fabrik mit Rüben bestellt ist, beträgt rund 4000 Morgen. Nach den vorgenommenen Proben haben die Rüben 12—13Vs °/o Zucker gegen Ende September gezeigt. Da der October bis heute recht günstig war, ist die Zuckerbildung weiter fortgeschritten. Im Durchschnitt kann 130—150 Centner Rüben auf den Morgen gerechnet werden, es gibt aber auch Oeconomen, welche bis 200 Centner erzielen. Da der Preis 1 Mark pro Centner ist, so wird der Rübenertrag von wenigen anderen Productionen erreicht, fast von keiner übertroffen. Es werden in Stockheim täglich etwa 5000 Centner Rüben verarbeitet. Die Campagne wird darnach voraussichtlich bis in die erste Hälfte des Monats Januar dauern. Von großem Vortheil für die Fabrik ist der Uebergang zur Braunkohlenfeuerung. Hierzu eignen sich die geringsten Rinderbügener Braunkohlen, welche nur 15 Kilometer von Stockheim gefördert werden. Der Steinkohlenfeuerung gegenüber werden jährlich gegen 15000 Mark gespart. Die Schlacken der Braunkohlen werden vielfach zu Ausfüllungen allerhand Vertiefungen in Wegen, Gärten u. s. w. geholt. Die günstigen Resultate söhnen die Leute immer mehr mit der Fabrik aus. Hie und da fitzt zwar noch Einer im Schmollwinkel, aber sie werden immer seltener. kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzeir Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 20. Sonntag nach Trinitatis, 11. October: Vormittags 73/< Uhr: Pfarrer Dingeldep. Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Nach Beschluß des Kirchenvorstandes soll das Erntedankfest acht Tage früher als sonst gehalten werden, also schon am 21. Sonntag nach Trinitatis, 18. Oct ober. An diesem Sonntag wird eine Kirchen-Colllecte erhoben für unseren Kirchenbaufonds. Am Erntedankfest-Sonntag beginnen wieder die Abendgottesdienste und zwar um 5 Uhr; die Frühgottesdienste fallen von da an weg. Die für Sonntag den 18. Ottober vorgesehene Abendmahlsfeier findet acht Tage später statt im Abendgottesdienst. Die Pfarrgeschäfte in der Woche 00m 11. bis 17. October besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. 21. Sonntag nach Pfingsten, 11. October: Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um VaS Ubr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von a/*6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr erste Frühmesse: um 7,8 Uhr zweite Frühmesse: um 8/40 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um Vr3 Uhr Christenlehre und Andacht. Abends um 6 Uhr Rosenkranzandacht. Dienstag und Freitag: Abends um 6 Uhr Rosenkranzandacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 10. October: Vorabend 5*» Uhr, Morgens 800 Uhr, Nachmittags 400 Uhr, Abends 600 uhr. Montag den 12. October: Versöhnungstag: Vorabend b* Uhr, Morgens 7» Uhr, Festesausgang 5« Uhr. Literatur umö Nunst. — Vor uns liegen die Lieferungen 5 und 6 des im Verlage der König!. Hofbuchdruckerei Trowitzsch & Sohn, Frankfurr a. O. erscheinenden, unser Jntereste mit jedem neuen Copttel in höherem Grade fesselnden Werkes: »Durch deS Gartens kleine Wunder- wett* des Frhrn. Schilling von Canstatt. Zum Schluß des drillen Abschnitts werden die Wechselbeziehungen des Erdbodens und der Pflanzenwelt, die Bodenarten und deren Nährstoffe, sowie die rationelle Bearbeitung deS Gartenbodens erörtert. Der vierte Abschnitt behandelt sodann in belehrender und anregender Weise daS Blumen- und Früchteleben, ferner die Wechselbeziehungen der Blumen- Mst-Ausftetluna 9013 Die Ausstellung umfaßt: 8309 9005 Gießen. 9002 Creorg Möller 8871 [8876 ein. CO e 00 Marktplatz 22. 8999] Lindenplatz 12 und Eichgärten 10. 8990 ausgestatteten Werke, wie gesagt, eine immer größere Freude empfindet. Bor«, Gerichtsvollzieher. 4. Geräthe für Obst-Cultur, Ver werthung und Verpackung, 5. Gegenstände zur Belehrung im Obstbau. Herrschaft erlangten, sich die Jnsectenwelt der Blumenwelt und umgekehrt anpaßte und wie die Honig und Blüthenstaub suchenden Jnsecten die Züchter der heutigen Blumenwelt unserer Gärten wurden. Im dritten Capitel werden: der geheimnißoolle Befruchtungsoorgang in der Blüthe, Ei und Frucht, Reichthum der Früchteformen, Inhalt der Frucht-ellen, Crystalle, Gähren der Fruchtsäite zu Wein, im vierten Eapttel die Elite der befruchtenden Jnsecten, Hummeln, Wespen, Bienen usw. betrachtet. Der fünfte Abschnitt behandelt weitere interesiante Gartengäste aus dem Jnsectenretche, das Kunterbunt von Gartenfreunden und Gartenschädlingen, um zuletzt Enthüllungen bezüglich deren Treibens und bewunderungswürdigen Organismus zu bringen. Wir lernen hier die verschiedenen Käfer im Garten und deren Leben und Treiben kennen, ferner die Schmetterlinge, das Leben der Raupe und deren weitere Metamorphose, die Poesie und Prosa ihres Daseins, sowie die bösen Pflanzen-, Blumen- und Früchtezerstörer ihres Geschlechts. Und was uns auch der Verfasser schildert, Alles ist interessant, belehrend und dabei so anregend geschrieben, daß der Leser an dem illustrativ gleichfalls vorzüglich Gießen, den 6. October 1891. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Pfarrer, Lehrer, Gutsbesitzer, Beamte rc. rauchen seit Jahren Holländ. Labak von B. Becker in Seese« a. Harz 10 Psd- fco- 8 JL mit stets gleichem Behagen. [1606 en. Star Line" in Ant- rhlbehalteo in Newyork Versteigerung. Montag den 12. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, lassen wir durch das Ortsgericht zu Niedergemünden unsere daselbst neben dem Bahnhof gelegenen Gebäulichkeiten, seither Bierniederlage, versteigern. Die Gebäude sind neu erbaut, bestehen aus Wohnhaus mit zwei darunterliegenden Kellern, Eishaus und Stall für vier Pferde mit darüber- liegendem Heuboden. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekannt gemacht. Gebr. Röhrte, Am 15. October beginnt mein Unterrichts-Cursus und nehme Anmeldungen hierfür in meiner Wohnung entgegen. 8652 E. Kess, Sonnenstrasie 12. Pianos zu vermiethen. Monatliche Mietpreise : 8, 4, 5, 6 Hk. und höher. Freie Stimmung. Anf einzelne Tage zu Hochzeiten, Concerten, Tanxunterhfdhingen etc Ü, 7, 8, 9 Mk. und höher (einschliesslich der Transportkosten). jgj Wilh. Rudolph, Pianohandlung, Neuen weg Bekanntmachung. Infolge Rücktrittes zweier Trichinenschauer werden auf I.December d.J. zwei geprüfte Trichinenschauer gegen beiderseitige vierteljährliche Kündigung gesucht. Der durchschnittliche Monatsverdienst eines Trichinenschauers hat im abgelaufenen Jahr 43 Mk. 10 Pfg. betragen. Nähere Auskunft über die Diensteintheilung und die Obliegenheiten der Trichinenschauer ertheilt der Schlachthausverwalter. Bewerber wollen ihre Mittheilungen unter Anschluß von Zeugnissen bis spätestens 31. dieses Monats hierher einreichen. 1. Obst-Früchte und Obst-Producte aller Art, 2. Blumen, Gemüse und andere Pro- ducte des Gartenbaues, 3. Obst-Bäume und Obst-Sträucher, Das Neueste und Eleganteste in Kinderwagen trifft stets ein bei A. Kilbinger (L. Senner- 9tadfl.), Äeltersweg 19. [1422 Mtzevotenes. SM. 5'chWhms. Freibank. [8998 Ochfensleisch, nicht ladenrein, per Psd. 54 Pfg. und Jnsectenwelt und letztere selbst. Liebevoll versenkt sich der Verfasser in das Wesen der Blüthen und offenbart dem Leser die Poesie des Blumenreichs von den Blüthentagen bis »um Abfterben der Blumen, indem er an einzelnen Exemplaren das allgemeine und besondere erläutert, zuerst die vielseitige Entfaltung der äußeren Gestalt, die Zterathen der Blülhe betrachtet, um dann die wesentlichen Blüthentheile, die Staubgefäße oder Staubblätter und die Pistille, sowie deren Bestimmung zu erklären. Hierbei wird (Cap. II) der Nothwendigkett mechanischer Blüthenbefruchtung und der innigen Blumenfreundschaft vieler Jnsecten eine längere Betrachtung gewidmet und in interessanter Weise die Befruchtung der Blüthen mit Hilfe des Windes, des Wassers (bei Wasserpflanzen), und die geheimen Beziehungen dec Jnsecten zu den Blumen, deren Lockungs- und Lohn- mittel geschildert. Zum Schluß erörtert der Verfasser die Descendenz- theorte in der Blumenwelt und führt aus, wie das innerste Wesen der Blumen- und Jnsectenfreundschaft kein Spiel des Zufalls ist, sondern sich im Lause unendlich langer Zeiten zur baren Nothwendigkett herausgebrldet hat, wie die bestorganisirten Arten die Ober- l. Octoberu ildeo- »SgilSSi« $5-1"«-» •gS** -»-> Sä ;tr<- t ^>ers Rock 2 *ien' kru» u,d A ttUrc häuslichk d-r- 3°' Reservisten, 'Ierhältniß" :r,7be Milchen. * UeH adje ^servisten entlaß J ja9en lassen, $ 1eb ist dem |o ?" , bQ6 mir das Fisch- ’Wg sehr abgespannt. Anfang essen soll?" nit einem kleinen zeichnete. Gießen, den 9. October 1891. H. C. Werner, Commissionär des Oberhessischen Obstbauvereins vom 15. bis 23. October 1891 in Steins Garten zu Gießen. Ehrenpreise im Gksammtrnkrthe von 400 Mark. An der Ausstellung Abteilung 1 und 2 können alle Obst-Producenten von Oberhessen, in den Abteilungen 3, 4 und 5 auch Auswärtige sich betheiligen. Die Einlieferungen müssen spätestens am 13. und 14. October ds. Js. kostenfrei Steins Garten in Gießen erfolgen. Eine Berloosung von Obst, Obft-Producten, Obstbaumen und nützlichen Geräthen, angekauft in der Ausstellung, wird abgehalten. Loose a 50 Pfg. sind zu beziehen durch das Verloosungs-Comitö in Gießen, sowie beim Vertrauensmann des Oberhessischen Obftbauvereins in den einzelnen Orten vom 1. October ab zu ^^Ausstellung wird am Donnerstag den 15. October, Vormittags 11 Uhr, eröffnet und ist an allen Tagen von Morgens 9 Uhr bis Abends 6 Uhr offen Das Eintrittsgeld beträgt am ersten Tage 50 Pfennig, an den folgenden Tagen 20 Pfennig pro Person, Kinder und Militär die Hälfte; Aussteller und Vereins-Mitglieder für ihre Person sind ftei- Schulklaffen mit ihren Lehrern nach vorheriger Anmeldung und Vereinbarung. w Die Anmelde-Scheine, sowie jede nähere Auskunft durch die Geschäftsstelle des Oberheffifchen Obstbauvereins in Ariedderg. Zu zahlreicher Betheiligung ladet ergebenst ein Der Vorstand des Obcrhessischen Obstbauvereins. Geschäfts Eröffnung. Einem hiesigen, sowie auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich heute Frankfurter-Straße 30, im Rheinischen Hof eine Schweinemetzgerei eröffnet habe. Es wird mein Bestreben sein, meine werthen Abnehmer durch gute Waare und prompte Bedienung zufrieden zu stellen. Achtungsvoll vermischte Anzeigen. Verloren Ä» mit Fransen. Abzugeben gegen Belohnung an Frau > Katzenstein, Wilhelmstraße 1. [9009 MMk . 100 llhl, xbnU«88ttt8'5>sUlr- um ° w Bekanntmachung. Johannes August Bünding von Ober-Bessingen ist wegen Verschwendung entmündigt _ worden. Rechtsgeschäfte bezüglich deffen Vermögens können mit rechtlicher Gültigkeit nur unter Zustimmung des Curators Heinrich Römer von Ober-Bessingen abgeschlossen werden. Lich, den 7. October 1891. Großherzogliches Amtsgericht. _______Lang ermann. 8996 Versteigerung EamStag den 10. dS. MtS., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Adler": 1 Kub, 5 Schweine, 2 Ladenschränke, 1 goldene und 1 silberne Taschenuhr, 1 Sopha und verschiedene andere Hausmobtlien. • Neuester vervollständigter • • Ptessat - Fahrplan • d enthalt, die Fahrzeiten der auf den Stationen Giessen, © G Frankfurt a. M., Cassel, Marburg, Friedberg, • ® Lollar, Fronbausen, Wetzlar, Coblenz, Deutz, ® {Fulda, Alsfeld, Gelnhausen, Nidda, Stockheim, J Gedern, Schotten und Laubach ankommenden und gh abgehenden Eisenbahnzüge, zum Preise von 20 TM. M D in der Expedition des „Giessener Anzeiger“ D D vorräthig. — Der Fahrplan kann auch durch die Aus- ® ® träger des r Anzeiger14 bezogen werden. Seeeee»eeeeeieeeeeee»eeee Fayence- und Thonofen. Alleinverkauf der beliebten Fabrikate des Hossicferanten Herrn A. Gaertler in Darmstadt bei 17694 A. Kröll, Gießen. Samstag Abend Span sau. Gasthaus z. Lahnthal 9012________Neustadt 48.________ GarnStag Abend: 1 neuer eleganter Landauer, 2 neue und 1 gebrauchtes Halboerdeck (Mylord!, 2neue Break, 2 neue und 2 gebrauchte Docka. _ Friedberg. H. Ph. Romeifer» Ein Mopshund verkaufen. wirtschaft. r einen grohm Theil enüben von hervor- Stockheim im agne eröffnet Da ble vtrthen gebaut werben, fm nicht unwittfommen. 11890/91 würben 7 °/o iatz, der für die Land- zwar Zuckerfabriken in i können, sogar bis zu en Schiff und Geschirr, ,b abgetrieben ftnb. - D, wo ber staatliche Es muß dabei bemerft lerrübe nicht hold war. Melmer Fabrik mit irgen. Nach ben oor- MSutta gegen 6nbe t recht ginfiig mar, tft ;m Durchschnitt kam echnet werden, eS gibt ner erzielen. Da vn .bemxtcag vonrvenM evrret .inn Men verarde -t. . bis in die erste HA Vortheil für die FM . Hierzu Men M ott nur 15 Mieter von ohlenseuerung Segmubn u Die Schlackm der m allerhand DertiefWgm Statt Sichm. litten Geschirren; 5. 100 Betttücher, 100 Ueberzüge, 200 Servietten, 200 Handtücher, 50 farbige Tischdecken, 2 große Gummidecken, 12 Teppiche u. s. w.; 0 200 Teller, 20 Suppenterrinen, 60 Fleischplatten, 5 Dtzd. Löffel, 5 Dtzd. Gabeln, 12 Dtzd. Messer, 3 Dtzd. Dessett- Messer und Gabeln, 2 Dtzd. große Suppenlöffel, 4 Messerkörbe Leuchter, Huilliers, eine große Anzahl Wein-, Bier- und Liaueurgläser, Ablaufbretter, Serviettenringe, 2 Regu---—,—p— latente, 3 Waagen mit Gewichten, 1 Küchenwaage, 1 Eis- Wagen zu verkaufen: fchrank, Schirmständer u. s. w.; 7 2—300 Flaschen ff. Cognac, Weine, Liqueure u. dgl., sowie eine größere Partie sonstiger Haus- und Witthschaftsgeräthe. Sämmtliche Sachen sind zum Theil neu, sonst sehr gut erhalten und empfiehlt sich für Hotels, Wirthschaften u. dgl., die Möbel eignen sich für jede Haushaltung. Auskunft ertheilt und Aufträge übernimmt der Unter- im r2dtx>cn*. [8988 Auch wird über die Straße abgegeben. Auf dem Brandplatz treffen heute Samstag früh Gurken und Weißkraut Versteigerung. Im Auftrag des Concursverwalters, Herrn I. Boeck dahier, versteigere ich zu Lollar im Gasthaus zum Schwanen Dienstag den 13. Oktober, von Morgens 10 Uhr und Mittwoch den 14. Oktober, von Morgens 9 Uhr ab die nachgenannten Ellen- waaren rc., als: 1. Buxkin- und baumwollene Stoffe zu Herrenkleidern, Biber, Lama, Flanell, Sommer- und Winter-Oxforde-baumwollenes Damenkleiderzeug, desgleichen Hemdenzeug, Druck-Schürzen-, Bett-, Futter-, Handtücher- und Strohsack-Zeug, sowie Kattun. Dies alles in verschiedenen Farben. Blaues und weißes Leinen, Caschmir und schwarzen Sammt, wollene und seidene Hals- und Umhänge-Tücher für Damen, baumwollene Hosen, Sommer-Joppen, Arbeitskittel, Arbeitshemden, Caffnet-Röcke, 1 Schützen-Joppe, Knaben-Anzüge, wollene Wämse, Unterhosen, Badehosen, Strümpfe, weiße Hemden und Vorhemden, Zwirn, Schnüre, Knöpfe, Fingerhüte, Wolle und Baumwolle in allen Farben, Taschentücher, Hosenträger, Kragen und Manschetten sowie Halsbinden; 2. 1 jungen und kräftigen Zughund mit Wägelchen, 2 Schlitten und Hundshütte, 1 Waage, 1 Tisch, getragene Herrenkleider und desgleichen Hemden und andere Sachen gegen Baarzahlung. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Die unter 2. genannten Gegenstände kommen erst am zweiten Tag (mit den bis dahin unversteigerten Waaren) zum Ausgebote. Gießen, den 9. October 1891. 9006 _________________Born, Gerichtsvollzieher. Montag den 12. und Dienstag den 13. Oktober, jedesmal 2V2 Uhr anfangend, lasse ich im Saale der Restauration Kaufmann (Lenz'scher Felsenkeller) wegen Aufgabe einer hiesigen Hotel- und Gastwirth- schaft das dazu gehörige Haus- und Wirthschafts-Mobiliar öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigern: 1. 10 vollständige Zimmer-Einrichtungen, hierunter das vollständige Weiß- und Bettzeug von 10 Betten; 2. 2 große Salonspiegel, 2 m hoch, 90 cm br., mit Goldrahmen; Z. 10 Spiegel mit Gold- und Holzrahmen, 30 Stück Bilder, darunter werthvolle Stahlsttche und Oelgemälde (Kaiser Wilhelm I. u. II. nebst Kaiserinnen, Bismarck, Moltke rc.), 1 Guitarre und sonstige Musikalien; 4. die vollständige Kücheneinrichtung in kupfernen und email- * k wi •• direkt auö der Fabrik also au» erster Hcmd von willstHlllfr von Elten & Keussen, Crefeld, S VJLLULIIIiUIIL in jedem Maah au beziehen. Man verlange W- Muster mit Angabe deS Gewünschten. Dross-Seife ist in jeder Beziehung mindestens ebenso vorzüglich wie Dörings Seife. Preis: I Stück 30 Pfg., 12 Stück 3 Mark. [8214 Siehe Inserat. "Xtt ■ KM yx? - K 4t- V'/. X dritte, neubearbeitete Auflage | von Prof. Pechuel-Loesche, Dr. Jf7. Haacke, Prof. IE Marshall und Prof. E. L. Taschenberg, | mit über igoo Abbild, im Text, 9 Karten, 130 Tafeln in Holzschnitt u. Chromodruck von JF. Kuhnert, Fr. Specht u. a. Z 130 Lieferungen zu je 1 M.=. 10 Halbfranzbände zu je 15 M. Im Verlage von OTTO SPAMER in Leipzig und Berlin £ S Erster Band: Apparate und Instrumente Montan- und Metallindustrie, (Ladenpreis geheftet Mk. 18.—, gebunden Mk. 20.—) bearbeitet von H. Bueck, Generalsekretär des Centralverbandes deutscher Industrieller. Dr. H. Rentzsch, Generalsekretär des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustriellor. ® E. ® ® crs y 2 c W. Annecke. Kaiser!, deutscher Konsul z. D. u. Generalsekretär des deutschen Handelstags. » N 5 s KAUFMAENNISCH-TECHNISCHES HANDBUCH auf Anregung des Kaiserlich Deutschen Reichsamts des Innern im Auftrage des Centralverbandes deutscher Industrieller, des Deutschen Handelstages, des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, Z © -LZ N © ® N ® erschien soeben Reichs-Adressbuch deutscher Industrie- und Handelsfirmen = © CA ko © .2 Ä N C. ►— &8 Lotterie für die St. Rochuskapelle bei Bingen. Auf 35000 Loose a Mk. 1.—. Gewinne i. G.-W. von Mk* 18,690*-. Ziehung schon nächste Woche, den 15. October d. J. Loose ä 1 MEk« bei allen Wieder Verkäufern, sowie bei: 8997 J. B. Heim jr.5 Generalagentur in Mainz. Kaufmännischer Verein haben. [9008 8913 Der Vorstand. Tagesordnung: 1. 8942 Der Vorstand. Tendenz: fest L. Dorfeld ReichSb«mf-DiseoM4vEt. — frankfurter Bank-Di«eont 4 vCt. 153.70 4% Mainzer St.-Anl. Gelsenk. Bergw.-S«. Von K. ZSertyotd FechtverbMd Gießen - lahr. SamStag den 10. d. M., Abds. 8 Uhr Hauptversammlung im ^Rheinischen Sos^. Tagesordnung: Vorstandswahl. Von <ü. von der Gtöe, 9010] 1 oder 2 unmöbl Zimmer zu oerm. I. Thoma, Bahnhofstr. 43. Der neue Jahrgang der „3ttuftrirten Welt" zeichnet sich durch eine ganz bedeutende Der- mestrung des belletristischen Teils aus. Der- selbe wird eröffnet durch die beiden hochinteresianten, spannenden Romane: Die Wt der Scheins. Uique-Aß. Di sconto-Command--Auth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver^Act. Oest. Credit-Act. Oest. Staat8b.-Act. Dramatische Vorträge in der Aula des Gymnasiums gehalten von Oscar Zack. SMF* Die Hälfte des Reinertrags ist zu Gunsten des Kirchenbaufonds bestimmt. I. Vortrag: Mittwoch, 14. October, Abends 8 Uhr. „Uriel Acosta“, Drama von Gutzkow. II. Vortrag: Mittwoch, 28. October, Abends 8 Uhr. „L icht“, ein Märchenged. v. Frieda Schanz. III. Vortrag: Mittwoch, 11. Novbr., Abends 8 Uhr. „Die Hexe“, Trauerspiel von Fitger. Karten für alle drei Vorträge ä Mk. 2.—, sowie solche für einen Vortrag ä Mk. 1.— sind in der Ferber’schen Univ.-Buchhandlung zu Samstag, 10. October, Abends 8 Uhr: Feier des 18jähr. Stiftungsfestes im Saale von Steins Garten durch Berichterstattung, 2. Rechnungsablage, 3. Neuwahl des Vorstandes, 4. Statutenzusätze, 5. Vereinsangelegenheiten. denen sich dann in unerreichter Fiille und Mannigfaltigkeit Untcrhaltungö- und Vildungsstoff mit herrlichem Bildcrschmulk anreiht. Die „Illustrirte Welt" ist so recht rin Mmilien-Iournal tot bellen Sinne des Wortes. Alle 14 Tage erscheint ein Heft. = Preis pro Heft mir 30 Pfennig. = Abonnements in allen Buchhandlungen u. Zeitungs-Erpeditionen (diese liefern ein Probeheft auf Verlangen zur Ansicht ins HauS), sowie bei allen Postanstalten. wozu ergebenst einladet [8986] Burg Staufenberg Sonntag den 11. October: 8992J Ein in allen häuslichen Arbeiten bewandertes Mädchen gegen guten Lohn gesucht.___________ Gartenstraße 13, I. 8587] Ein gut gehendes Colonial, Waaren-Geschüft sofort zu verpachten. Näheres zu erfahren in der Expedition dieses Blattes 8989] Meiner werthen Kundschaft zur Nachricht, daß mein Gehülfe Wilhelm Emrich nicht mehr bet mir in Arbeit steht und derselbe für mich keine Bestellungen noch Aufträge mehr zu erledigen hat. Ich bitte, das meinem seitherigen Ge- hülfen geschenkte Vertrauen auch auf dessen Nachfolger übertragen zu wollen. Lich, im October 1891. A. Reichardt, Schuhmacher. 8973] Guter MittagStisch zu haben, sowie Schlafstelle zu oermiethen. Gasthaus ^zur Traube", Kaplansgasse. Goursdericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 9. October 1891. Schlußcours* 1 Uhr 15 Min. Ein braves Bürschchen findet sofort gegen sehr hohen Lohn dauernde Beschäftigung. Wo? sagt die Exped. [8863 9011] Laufrnüdchen auf ein paar Stunden des Morgens gesucht. Wo? sagt die Expedition d. Bl. Ein tüchtiger Kellner sucht Stelle per 20. October. Offerten unter „Kellner" an die Exped. d. Bl.______________8593 9004] Arbeiter zur D reschmaschirre auf nächsten Montag gesucht. __P. Kennel, Riegelpfad 12. ££9003] Drei Drescher können Beschäftigung erhalten bei H» Schomber, Rodheimerstr. 56. 8995] Ein unverheirateter, militär- freier, solider Mann, cautionsiähig, sucht unter bescheid. Anspr. Stellung als Aufseher oder Ausläufer. Derselbe ist auch in schriftl. Arbeiten bewandert. Näheres in der Exped. d. Bl. 8994] Schülern ob. Schülerinnen, auch Studenten, welche Kost und Logis mit Familien-Anschluß suchen, könnte ein besonders vorthetlhaftes Anerbieten gemacht werden. Näheres zu erfragen in der Exp. d. Bl. 8987] Ein tüchtiger gfriseurgehülfe, welcher gerne zu Gießen in Condttton treten möchte, sucht Stelle. Zu erfragen Licherstraße 6, III. 8% Reichsanleihe 31/s % do. 3% Preuß. ConsolS 31/,% do. WerMeWnse». 9007] Ein Logis zu vermiethen. ______________________Wetzsteingasse 19. 8984] Ludwigftraße 12, Nebenhaus, I möblirtes Zimmer zu vermiethen-______ ; ~ 8985] Großes, möbl-, ruhig gelegenes Zimmer zu oermiethen Goethestraße 2, Hl, Ecke der Südanlage. Coneert, Theater, Pantomime und Tanzunterhaltung. Das Theater wird von der hießgeu Theatergesellschast ansgefihrt. Wir bitten um recht zahlreiche Betheiligung. 8982 _____________Der Vorstand. Männer-Tnrn-Verein. Haupt-Versammlung Samstag den 10 d. M., Abends 8 Uhr int Darmstädter Haus. 84.20 4% Ung. Gold-Rente 89 80 97.95 15% Jtal. Rente 89 50 8420 41/5l% Oest. Silber-Rents 78.90 98 05 13°/o Portugtes. Anl. 37.30 174 40 Lomb. E-eB.-Act. 92.00 13L50 Buschtherader 410.00 135 70 Elbtbal-Bichn-Act. 187 30 112 00 Gottbard-Bahn-Act. 131.90 93 75 Schweizer Nordoft-B.-Act. 119.90 244 00 Mainzer «.-B.-Act. 110 80 243.00 Marienburger E.-B.-Act 54 30 10)^801 Ver. Königs-Laurah^Nct 113.60 RedaMorn U, Gchetzd»- — Drua uuo Verlag der Brühl'schm Druclere^ (Fr. Chr. Pietsch) in Gießm, Die heutige Nummer umfaßt 6 Seiten. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig u. Wien. heute Abend 8 Uhr nach kurzem, aber schwerem Leiden im 62. Lebensjahre sanft dem Herrn entschlafen ist. Lollar, den 8. October 1891. 8991 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag 2 Uhr statt. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, dass unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter, Schwester, Grossmutter und Schwiegermutter Elisa-betha, Weinrich geborene Bross Giessener Freiw. Feuerwehr. Sonntag den 11. Moder, Nachmittags 3 Uhr: SchlußLtmng in Oswalds Garten. Abends 8 Uhr: Danket in Steins Garten. Verehrliche außerordentliche Mitglieder und Freunde der Feuerwehr werden freundlichst eingeladen. [9001 _____________________________Der Vorstand. Bürgergefelifchaft. Samstag den 10, Oktober: Abendunterhaltung im Cafe Leib. 9000 Der Borstand. Brehms Fi er l e b e n “I*" 3 Ht: cheinen: ts in Leipzig u. Wien. Auflage W. HaacJe, Prof. . Taschenberg, in, IRQ Tafeln in Holz- nert, Fr.tyuht'i. a. franzbändtsu Barten. N”be d°r F-newch "chatt. )et: N"e M. -^Vorstand. IBEN U es Äber»*«s htiger Kellner W 20. October. unter Jellner" an die U 8593 tätet ttttSrttömWM Maß fltW ÄtntteOie^Llf _ iDrefchrr lötmtn BeM' »Ul , ,c r Mann, cautionß'ahig, W lb Mr. )6tt Ausläufer. Dersäbt Ml. Arbcitm bewandert. ii dertzped^BE^ stzkssr LrfragW^jg ss^rS bsss wkgM ,« 1891' tri- & Samstag bett io. Oktober (Siebener Anzergev. Beilage zu Rr. 236. -1891 Ein Lebenszeichen aus der Großherzoglichen Blindenanstalt zu Friedberg. In den früheren Jahren, als die Blindenanstalt noch Privatanstalt war, von 1850—1870, erschien jeden Monat ein Bericht über Einnahme und Ausgabe. Seit 1879, da die Anstalt an den Staat überging, bedarf es eines solchen Berichtes nicht mehr, indem der Staat aufs Reichlichste sorgt und die öffentliche Wohlthätigkeit nicht mehr in Anspruch genommen werden muß. Damit ist aber nicht gesagt, daß man für die Blinden nichts mehr geben dürfe. Wir haben einen Unterstützungsfonds für arme Blinde, der keine Gabe, besonders Legate rc. zurückweist. Die Blindenanstalt besteht nunmehr 41 Jahre und hat in dieser Zeit 239 Blinde ausgenommen, von denen dermalen noch 17 in der Anstalt sind. Man sollte meinen, die Anstalt sei Jedermann bekannt- allein dem scheint nicht so zu sein, denn vor einem Jahre wurde uns ein löjähriger Knabe zu- gesührt, dessen Eltern nicht gewußt, daß eine Blindenanstalt in unserem Lande existire. Besonders befremdend war, daß der betreffende Lehrer, dessen Schule der Junge mit gutem Erfolge besucht, oder der Geistliche, der ihn confirmirt hat, die Eltern nicht aufmerksam gemacht haben. Solche Fälle dürften vielleicht mehr vorkommen. Um dieses zu vermeiden, wollen wir hier ein „Lebenszeichen" von unserer Anstalt geben und Jedermann, aber besonders die Herren Pfarrer, Schulinspectoren und Lehrer bitten, die Eltern, welche das Schicksal betroffen, ein blindes Kind zu haben, aufmerksam aus die Anstalt zu machen. Mit dem 8. Lebensjahre werden die Kinder bereits ausgenommen. Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht unterlassen, hier in Kiirze mitzutheilen, was der Verein zur „Fürsorge für die Blinden" in der preußischen Rheinprovinz in einer „Mahnung an die Eltern sehender Kinder veröffentlicht hat. Diese Mahnung lautet: „Was sollen die Eltern thun, um ihre Kinder vor Blindheit zu hüten?" „Sind Eure Kinder sehend, so danket Gott und wachet darüber, daß ihr Augenlicht keinen Schaden leidet." 1) Wenn ein Kind geboren wird, so haltet die Hebammen dazu an, daß sie sofort nach der Geburt die Augen des Kindes reinige, wie es ihre Dienstordnung vorschreibt. Dann untersucht auch selbst während der ersten Lebenswochen täglich die Augen des Kindes, und wenn sich an den Lidern die geringste Röthung oder Eiterung zeigt, rufet sofort den Arzt herbei und befolget genau dessen Vorschriften. Sollte der Arzt nicht alsbald zur Stelle sein, so reiniget die Augen des Kindes, so oft sich in denselben nur eine Spur von Eiter zeigt, mit einem in kaltes Wasser getauchten, reinen Leinwandläppchen oder einem ganz reinen, sauberen Schwämmchen, indem ihr hierbei immer von der Schläfenseite nach der Nase zu, über die Lidspalte wischt. Ferner müßt Ihr fortgesetzt feine Leinwandläppchen auf das Auge legen, welche durch Eintauchen ins Eiswasser oder durch Auflegen auf Eisstücke recht kalt gemacht worden sind. Diese Läppchen dürfen jedoch nicht zu naß sein und müssen, sobald sie etwas wärmer geworden sind, durch kalte ersetzt werden. Wenn nur ein Auge entzündet ist, so hütet Euch, mit dem Läppchen, Schwämmchen oder Wasser, womit das kranke gereinigt ist, das gesunde zu berühren. Diese Augenentzündung der Neugeborenen ist eine sehr gefährliche Krankheit- wenn nicht sofort die richtigen Mittel angewendet werden, dann zerstört sie in den meisten Fällen die Sehkraft gänzlich. Von je 100 jugendlichen Blinden in Deutschland haben mindestens 25 durch diese Krankheit ihr Augenlicht verloren. Wenn Ihr aber sofort den Arzt herbeiruft und genau seine Anordnungen befolget, dann könnet Ihr sichere Hoffnung haben, daß Euren Kindern die Sehkraft erhalten bleibe. 2) Duldet nie, daß Eure Kinder mit Gegenständen, spielen oder solche auch nur in die Hände nehmen, durch welche die Augen leicht verletzt werden können, wie Nägel, Pfriemen, Scheeren, Gabeln, Glastheile, Knallpistolen, Pfeilbogen, Sprengstoffe u. bergt 9pCt. aller jugendlichen Blinden haben ihr Augenlicht durch Verletzung mit derartigen Gegenständen verloren. Wenn auch nur ein Auge verletzt ist, so ist große Gefahr vorhanden, daß auch das andere durch Mitentzündung erblindet! Suchet daher in allen derartigen Fällen sofort ärztliche Hilfe nach. 3) Wenn Eure Kinder an Masern, Scharlach, Diphthe- ritis, Pocken, Gehirnentzündung oder Typhus erkranken, so verpflegt sie genau nach Vorschrift des Arztes, auch wenn die Krankheit schon nachgelassen. Denn jede Vernachlässigung kann Erblindung herbeiführen: von je 100 Blinden haben 9 durch bereinige Krankheiten ihr Augenlicht verloren. Wenn Ihr im Verlauf ber Krankheit merkt, baß bie Augen in Mit- leibenschaft gezogen werben, so macht sofort ben Arzt barauf aufmerksam. 4) Wenn Eure Kinber einen schwächlichen Körper- Haben, namentlich an sog. Seropheln leiben, so ist Gefahr vorhanben, baß sie auch augenkrank unb blinb werben. 8pCt. aller jugenblichen Blinben sinb baburch ihres Augenlichtes beraubt worben. Sorget also, baß Eure schwachen unb seco- phulösen Kinber gut gepflegt werben, eine reichliche unb leicht verbauliche Nahrung (Eier, Milch, Fleisch u. bergt) zu sich nehmen unb viel in frischer Luft bewegen, bamit sie halb gefunb unb kräftig werben. 5) Lasset nie zu, baß Eure Kinber im Zwielicht ober bei schlechter Beleuchtung bie Augen burch Lesen, Nähen ober sonstige feine Haubarkeiten anstrengen - sie werben baburch schwach- unb kurzsichtig unb können großen Schaben an ihrer Sehkraft erleiben. 6) Dulbet nicht, baß Eure Kinber Brillen tragen, bevor ber Arzt bie Angeu mtersucht unb angeorbnet hat, ob eine Brille unb welche Sorte nöthig ist. Schließlich toiiü bringenb gerathen, bei jebem ernsten Augenleiben, welcher Art es auch fein möge, sofort ärztliche Hilfe zu suchen. Alle biese Vorschläge unb Empfehlungen können wir nur befürworten, beim in unserer 40jährigen Arbeit an Blinben haben wir sie bestätigt gefunben. I. P. Schäfer, Director der Großh. Blindenanstalt. Lsealer unb provinzielles. Gießen, 9. October. — Seitens ber Großh. Centralstelle für bie Gewerbe wirb, wie bie „Darmst. Ztg." mittheilt, beabsichtigt, vom laufenben Monat an bie bereits früher schon bestandene Einrichtung, die Umlaufsendungen von Zeitschriften und Vorbildern für die Ortsgewerbevereine ber kleineren Orte bes Groß- herzogthums, wieber aufzunehmen unb zwar in größerem Umfange. Es soll baburch ben Mitgliebern ber betreffenben Vereine Gelegenheit geboten werben, sich mit ben Fortschritten ber neuen Erscheinungen auf gewerblichem Gebiete bekannt zu machen unb für neuartige Ausführung unb Gestaltung von Gegenstänben ber gewerblichen Thätigkeit Anregung zu erhalten rc. Die in Umlauf gesetzten Zeichnungen unb Texte sollen weiter an ben Vereinsabenben offen gelegt unb burch Besprechung bes Inhalts und kleinere Vorträge darüber das innere Leben der Ortsgewerbevereine angeregt werden. Dabei ist auch nicht ausgeschlossen, daß auf bezügl. Wunsch Theile der Umlaufsendungen an einzelne Mitglieder auf kurze Zeit leihweise überlassen oder aus der Bibliothek des Landesgewerbevereins bezogen werden können. Weiter ist die Einrichtung getroffen, daß die Werke ziemlich circa 7 Wochen an jedem Orte verbleiben und dann sofort durch andere ersetzt werden. — Die erste Sendung wird fünfundzwanzig Nummern umfassen, nämlich zehn architectonische Werke, Darstellungen ganzer Gebäude, insbesondere auch für die Landwirthschaft, sechs Vorbilder für Decorationen und Ornamente, fünf Darstellungen von Möbeln verschiedener Art und Specialwerke für Holzarbeiten, sowie zwei Specialwerke für Metallarbeiten und zusammen aus 36 Büchern, bezw. Heften bestehen. — Wir zweifeln nicht, daß die genannte Einrichtung auch ferner von bestem Erfolg begleitet fein unb zur möglichsten Beseitigung ber vielfach noch herrschenben Lauheit ber Gewerbetreibenben in ber Benutzung ber burch ben Lanbesgewerbeverein zur Förderung des Gewerbewesens gebotenen Hilfsmittel beitragen wird. — Directe Steuern. Für das Jahr 1890/91 find an directen Steuern ausgeschlagen und zur Erhebung überwiesen : Einkommensteuer: Provinz Starkenburg 1 657 009 Mk., Oberheffen 818 732 Mk., Rheinhessen 1856 699 Mk.- Gewerbesteuer i.Starkenburg 335589Mk., Oberheffen 137 283 Mk., Rheinhessen 426132 Mk. - Grundsteuer: Starkenburg 1026 649 Mk., Oberhessen 868 710 Mk., Rheinhessen 1094162 Mk. - Capitalrentensteuer: Starkenburg 160751 Mk., Oberheffen 70885 Mk., Rheinhessen 138 207 Mk. — Von des Kaisers Bart. Mit einem Aufgeld von 1 bis 2 Mk. das Stück sind letztlich Zwanzigmarkstücke, die das Bildniß des Kaisers mit dem Vollbart trugen, gehandelt worden. Die Reichsbank in Posen — so melden Berliner Blätter — gab sie zuerst aus. Allgemein findet man, daß der Kaiser im Vollbart seinem Vater sehr ähnlich sieht, ja, Goldstücke mit Kaiser Friedrichs Bildniß sollen fast gar nicht von ben neuen Münzen zu unterscheiden sein. Literatur unb ICunft — Aus dem Inhalt der neuesten Nummern des „Protest««- tische« FarrrilienblatteS" heben wir unter Anderem hervor: eine reizende venetianische Erzählung: Am Fenster. Zehn Sonntagsgebote. Eine Zwangsbekehrung. Der Geheimmittelschwindel. Jesuitische Flunkerei. Vom Biertrinken. Reliquien-Neclame usw. — „Immergrün" bringt eine neue spannende Erzählung: Traugott Reimann, der Actionär. Theodor Körner. Zur Erinnerung an den 28. September 1883. Ein Bild aus dem schwedischen Volksleben. Knospen und Blumen. Hausapotheke. Recepte aller Art, Räthsel rc. rc. Feuilleton. Der Nothstsnd in den WeberbeMen des Cuten- gebirges. Von Karl Daniel. (Nachdruck verboten.) Zwar sind die Stimmen der Tagespreffe, bie sich vor einigen Monaten über ben Nothstanb in ben Weberbezirken des Eulengebirges erhoben hätten, verstummt unb es konnte scheinen, als ob wir mit einer nochmaligen Erörterung ber Sache post festum kämen. Allein, da wir allwöchentlich in Zeitschriften schöngeistigen Inhalts Berichte über Sammlungen ju Gunsten ber nothleibenben Weber finben, ba ferner bie ganze Bewegung von allgemeinstem Interesse ist, so bürfen wir es getrost wagen, sie noch einmal nach burch eigene Anschauung gewonnenen Ergebnissen zu beleuchten. Ohnebies haben wir in manchen Strichen unseres Vogelsbergs eine Weberinbustrie, bereu Verhältnisse in vieler Beziehung benen im Eulengebirge ähneln, ein Umstanb, ber bas Interesse an ber Sache für Oberheffen erhöht. Da wir nun vor Kurzem Gelegenheit hatten, persönlich in jenen Bezirken ber „Hohen Eule" Erhebungen anzustellen unb bie Weber in ihren Hütten aufzusuchen, so geben wir im Folgenben bie bort empfangenen Einbrücke wieber: Vor allen Dingen barf man nicht glauben, baß bte „Webernoth" sich von heute unb gestern herschreibt. Bereits im Jahre 1808 brang ber Nothschrei einer barbenben Bevölkerung über bie walbigen Kuppen ber „Hohen Eule" unb verhallte, trotzbem Volk unb Regierung in jenen Tagen ber tiefsten Erniedrigung mit ganz anderen Dingen beschäftigt waren, nicht ungehört. Freilich konnte die Sorge um bie ^men Weber nicht in ben Vorbergrunb treten, aber man suchte burch Verorbnungen unb Gelbbewilligungen, sowie burch private Wohlthätigkeit zu helfen, so gut es eben ging. In ben Jahren 1816—18 stieg bie Roth aufs Aeußerste. Abermals würbe Gelb bewilligt unb 1819 stiftete ber eble Frieb- rich Wilhelm III. 100,000 Thaler aus seiner Privatschatulle. In diese Zeit fällt auch ber allerbings vergebliche Versuch, anbere Gewerbe an Stelle ber hausinbustriellen Weberei einzuführen. In ber Mitte ber zwanziger Jahre erhob sich unter ben Webern eine Bewegung, bie gegen bie Großkaufleute gerichtet war. In biesen sah man bie Urheber ber Noch, ba sie ben Lohn auf einen gerabezu lächerlichen Satz herabbrückten. Trotzdem lag bie eigentliche Schulb ganz wo anbers, wie wir später sehen werben. Die von ben Kaufleuten veranlaßte unb 1827 erschienene Vertheibigungsschrift weist beim auch ganz entschieben bie allzu harten Vorwürfe zurück. In ben Jahren 1844 ff. hatte man bann wieber- holte Versuche gemacht, bas Gewerbe auf bie eine ober die andere Art zu heben, aber auch diesmal ohne nennens- werthe Erfolge. Unb nachbem seit jener Zeit bes Oefteren bie Weberfrage aufgetaucht war, hat sie in unserer Zeit in der gelammten deutschen Presse lauten Wiederhall gefunden und sogar zu hefttgen Fehden mit der Feder Anlaß gegeben. Wir lassen uns auf diele Streitigkeiten, auf das Für und Wider, nicht ein, sondern berichten nur Thatsächliches. Die Weberarbeit ist gerade keine sehr anstrengende, wohl aber eine durch ihre Einförmigkeit ermüdende Beschäftigung. Die Weber arbeiten in der Regel nicht für eigene Rechnung, indem sie die Rohstoffe kaufen und ihr Fabrikat bann mit Gewinn losschlagen, sonbern sie stehen in Verbindung mit Großkaufleuten ober auch Webstofffabriken, von benen ihnen bte sogen. Kette, b. h. — für Laien verstänblich ausgebrückt — bie Längsfäben eines zu webenben Stückes, und ber sogen. Schuß, ber burch bie Längsfäben zu führenbe Quer- faden, geliefert werden. Der Verkehr zwischen den Webern und ihren Arbeitgebern vollzieht sich nicht auf directem Wege, sondern durch Mittelspersonen, den sogenannten Ausgebern, die nur in den seltensten Fällen von den Handlungshäusern, bezw. Fabriken, angestellt sind, dagegen aber ihre Bezahlung aus Abzügen vom Lohne der Weber erhalten. Diese Abzüge sind oft sehr willkürlich, da der Ausgeber auf eigene Kosten sein Geschäft betreibt unb bie Abzüge keinem festen Satze unterliegen. Wie viel sie betragen, werben wir später sehen, vorher noch einige Bemerkungen über bie Arbeitszeit. Um ein „Stück" (— 98 Ellen) gewebten Stoffes — wir haben es nur mit Leinen- unb Drillichweberei zu thun — fertigzustellen, hat eine Person burchschnittlick zehn Tage nöthig. Hierbei arbeitet sie im Sommer von 5 Uhr unb im Winter von 6 Uhr früh bis in bie späte Nacht, oft 10 bis 11 Uhr. Arbeitspausen werben selten gemacht, ba bie Weber ein außerorbentlich fleißiges Völkchen sinb unb überbies ihre einfachen Mahlzeiten gar schnell verzehrt haben. Bei allem Fleiße verbient ein Arbeiter ober eine Arbeiterin — ba ber bei ber Weberei benöthigte Kraftaufwanb ein geringer ist, so können beide Geschlechter Gleiches leisten — im Durchschnitt 8 Mk. für Verarbeitung einer Kette, also pro Tag 80 Pfg. In einigen Orten, z. B. Rubolfswalbau, werben sehr oft nur 5,50 Mk. Arbeitslohn für bte Kette gezahlt. Davon gehen bann noch bie Abzüge der Ausgeber im Betrage von 50 Pfg. bis 1 Mk., je nach Qualität der Maare, ab. Es kommt auch häufig vor, daß Arbeitgeber manche Stücke für minderwerthige Arbeit erklären unb ben Arbeitern bafür 20—30 Pfg. vom Lohne vorenthalten, obgleich sie selbst bieselbe Arbeit als vollwerthig verkaufen. Der arme Weber steht dem gegenüber schutzlos ba, benn will er überhaupt feine Arbeit nicht verlieren, so muß er sich biese Abzüge ruhig gefallen lassen. Eine weitere Minderung erfährt fein Verdienst durch den Lohn für Spulen, ber von ihm getragen werden muß. Es herrscht nämlich auch in ber haus- inbustriell betriebenen Weberei Arbeitsteilung, indem das Spulen und Weben von verschiedenen Personen betrieben wird. Spulen würde den Weber unverhältnißmäßig bei feiner Arbeit aufhalten, deßhalb sieht er sich genöthigt, dieses Geschäft Anderen zu überlassen. In Familien mit Kindern von 9—12 Jahren besorgen diese das Spulen, andere dagegen müssen fremde Hilfe in Anspruch nehmen. Der Lohn, den sie dann für Spulen zu zahlen haben, beträgt 70 bis 80 Pfg. pro „Stück". Wenn man nun bedenkt, daß durch Abliefern der fertiggestellten Waare und Einholen von frifcher Arbeit jedesmal ein Arbeitstag und mit diesem der Verdienst des Tages verloren geht, und wenn man berechnet, wie gering der tägliche Verdienst eines Arbeiters hierdurch wird, dann muß man sich wundern, baß ber Nothstanb noch von Vielen geleugnet wirb. Freilich besitzen manche Familien zwei bis brei Webstühle, an benen die erwachsenen Familien- glieber arbeiten können, allein mit ber Zahl ber Familien- glieber wachsen auch bie Bebürfniffe. (Schluß folgt.) Bekanntmachung. Die Lieferung von schmiedeiser- tten Schirmgestellen nach Muster soll im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebotsformulare liegen während der Dienststunden aus dem Geschäftszimmer Nr. 3 auf und werden daselbst unentgeltlich abgegeben. Versiegelte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag den 10. Oktober, Bormittags 10 Uhr, ebendorthin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Gießen, den 7. October 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth.______8981 Samstag den 10. und Montag den 12. Oktober 1801 (jedesmal von Nachmittags 2 Uhr an (nicht Samstag den IO., von Bormittags 10 Uhr ab) z« Gießen im MSchützenhof", Grün- dergerstratze Nr. 32, sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Billard mit Zubehör, 3 vollstand. Betten, 3 Sophas, 4 Kleiderschränke, 3 Commoden, 1 Regulator, 1 Weißzeug-, 1 Küchenschrank, runde und viereckige Tische, Wasch- und Nachttische, Stühle, 1 große Parthie Weißzeug, Vorhänge, Silber, Glas, Porzellan rc., endlich auch 12 Hühner und 1 Hahn. Versteigerung bestimmt. Engel, 8976 Gerichtsvollzieher. JeilgeöoLenes. G’selchte Würst’l mit Sauerkraut 8623 tSglich bei I. Arnold (Brauerei Förtsch). ■ E3 FSÜ onigs- «TAEKKE Unübertroffenes Fabrikat zum Stärken der Wäsche empfiehlt [1321 Emil Fischbach. 2 Obstkeltern 2 habe zur gefälligen Benutzung aufgestellt. [8256 Emil Schmoll, z. „Frankfurter Hof". richtungen io I für Ausstellung red Schaufenster aus Messing in mannigfaltiger Ausführung empfiehlt [6364] A. Kröll. Ch. A. Pasteurs Essig-Essenz von Max Elb, Dresden zur augenblicklichen Selbstbereitung des besten Speise-Essigs und zuverlässigsten Einmache- Essigs ; empfohlen von den höchsten modicinischeu Autoritäten als der gesündeste Essig. In abgetheilten Original- Flacons zu 10 Literflaschen Essig I Mark. 4988 ä l’estragon I Mk. 25 Pf., aux fines herbes I Mk. 50 Pf. Man hüte sich vor Nachahmungen! '"SHKfo In Giessen ächt zu haben bei C. 6. Kleinhenn, Emil Fischbach, Carl Schwaab, Otto Schaaf, Benner & Krumm, August Noll II. 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Hausbesitzer bezw. deren Stellvertreter dringend ersucht, dafür Sorge tragen zu wollen, daß die Wassermesser für unsere mit deren Untersuchung und Aufnahme betrauten Beamten jederzeit leicht und ohne Zeitverlust zugänglich sind. — Unsere Leute sind nicht verpflichtet, sich den Zutritt erst durch Wegschaffung von Kohlen, Holz u. dgl. möglich zu machen. Gießen, 5. October 1891. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. MhWschiiM-SaMilng Th. Haubach Bahnhofstr. 40. 1 Treppe. Spah's Olivenöl-Mer- nnb Gesundheits-Seife, absolut milde Seife ohne jede Beimengung, aus reinem Olivenöl, empfohlen für die Hautpflege der Erwachsenen und der Kinder in jedem Alter. Preis pro Stück nur 10 und 20 Pfennige. . [7490 Verkauf bei Herren Gebr. Kaufmann, Seifenfabrik. Aeltestes und größtes Geschäft dieser Krauche nm hiesigen Platze. ----- 3101 Grosses Lager. — Reelle Garantie. Bedeutende Jahlungserleichterungen. Hegen Maar hoher Uavatt. 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