Nr. 287 teer gtetmv ke® Rn zeig« iwianJ Mittwoch den 9. December 1891 Kießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. >ie«*mt*Ufrrt6i -2 §iark 20 M flÄ Bringerloh« Durch die Post be^vtzc» 2 Mark 60 Pf,. «ebaction, Lrpediekv und Lruckerr': -cr«tz»recher 61. Amt»- und Anzeigeblatt für den ILrei» Gieren. A i -i nmimwwir i?. 1 r‘i—ir'y^y<«x<*«t*wswtvy—w’rcr'*’tu.' WTTMBSgiJiJWJu «üUhfc *«-«»— ••« ■•»»»»«• v»»« w »« l f&rnft&ßKtfiiti#-* » jk-mww»«*« ^>,d« T«, erscheinenden Kumrner bis Bor». 10 Uhr» | ^lUUWCUU^o | Anzeige» für den „Sießener Anzeiger" cnty .M^MJtlWteNIteg^Miri irmgn rr W in iniliyiliMi i i rt -,-~~fnT~:-----------ZT---———— ,.U.l,.JJUWJlll"l."nTW T Amtlichem Cheil. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Wilhelm Gern mecker und Johannes Schwarz am 1. December l. I. als Schutzmänner verpflichtet und in den Dienst eingewiesen worden sind. Gießen, den 7. December 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutsches Reich. Berlin, 7. December. In diesen Tagen gelangen die zwischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Italien, der Schweiz und Belgien vereinbarten Handels- und Tarifverträge zur Vorlegung an die Parlamente, soweit dies inzwischen nicht schon geschehen sein sollte. Eine Gefährdung der Verträge steht wohl in keinem der betreffenden Parlamente zu besürchten, und wenn auch die extremen Schutzzollpolitiker in denselben die neuen Verträge heftig befehden werden, so kann deren Schicksal trotzdem schon jetzt als gesichert betrachtet werden, sie dürften überall mit großer Mehrheit zur Annahme gelangen. Längst ist ja die grundsätzliche Bedeutung dieser gemeinsamen zoll- und handelspolitischen Action der genannten Staaten klar, denn die jetzt zwischen ihnen abgeschlossenen Verträge stellen den Bruch mit dem System der gegenseitigen zollpolitischen Absperrung der Völker dar, welches seit dem Ausgang der siebziger Jahre fast überall in der civilisirten Welt zum Siege gelangt ist. Die Umkehr von diesem System, zu welcher sich nunmehr die Staaten Mitteleuropas entschlossen haben, wird sicherlich den beteiligten Völkern nur zum Segen gereichen und daß die Anregung zu einem solchen bedeutsamen Schritte von der deutschen Regierung ausgegangen ist, kann uns Deutsche nur mit Genugthuung erfüllen. — Was die parlamentarische Behandlung der neuen Verträge speciell im deutschen Reichstage anbelangt, so bestehen hierüber zwischen den Fractionen nicht unerhebliche Meinungsverschiedenheiten. Das Centrum und die freisinnige Partei sind für Erledigung der handelspolitischen Vorlagen ohne vorherige Commissionsberathung, wie dies auch den Wünschen der Regierung entsprechen würde. Die Con- servativen und die Nationalliberalen dagegen fordern com- missarische Berathung der Verträge, deren tiefgehende Bedeutung hervorhebend, während die Gegner sich darauf berufen, daß der Reichstag an dem Inhalt der Verträge selbst nichts zu andern vermöge und daß deshalb ihre nähere Erörterung in einer Commission überflüssig sei. Sollte sich für diese Anschauung eine Mehrheit zusammenfinden, so stünde die Erledigung der Handelsverträge im Reichstage noch vor Beginn der Weihnachtsferien allerdings zu erwarten. ---LJ- ■ L-L-J-L-11------— «JS-LJ- Henefte Nachrichten. W?lssS reli-grayhtscheS Lorrespoudenz Bureau. Bremen, 7. December. In den Gebäuden der Actien- gesellschast „Bremer Oelfabriken" brach um 11 Uhr Nachts durch einen erhitzten Elevator Feuer aus. Die Fabriken wurden vollständig eingeäschert. Die Fabrikarbeiter retteten mit Mühe das Leben. Die umstehenden Gebäude der Actien- gesellschast Weser und der Petroleumraffinerie Korff wurden durch die Anstrengungen der Feuerwehr gerettet. Der Brand dauert fort. Wien, 7. December. Die gestern unterzeichneten Handelsverträge laufen bis zum 31. December 1903 mit einjähriger Kündigungsfrist. Paris, 7. December. Carnot sandte den Obersten Chamoin an die Unglücksstätte von St. Etienne. Der Minister Ayes Guyot reift dorthin morgen ab. Es heißt, ein Aufseher habe bezüglich des Ventilators einen salschen Befehl gegeben. St. Etienne, 7. December. Die weiteren Arbeiten zur Auffindung der Verunglückten im Schacht bieten Schwierigkeiten dar. Man glaubt, daß die Zahl der Getödteten 73 betrage. Die Katastrophe ist dem Stillstand des Ventilators zuzuschreiben. Petersburg, 7. December. Ein kaiserlicher Erlaß ordnet die Veranstaltung einer Lotterie zum Besten der No th- leid end en in den Mißwachs-Gegenden an. Die Lotterie soll 1,200,000 Loose im Betrage von sechs Millionen SRv< cl umfassen. Rom, 7. December. Rudini legte der Kammer dcn Gesetzentwurf vor, worin die Regierung die Genehmigung der Handelsverträge mit Oesterreich-Ungarn und Deutschland nachsucht. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 7. December. Der „Reichsanzeiger" publicirt den österreichisch-italienisch- und belgischen Handelsvertrag. Die Giltigkeitsdauer währt vom 1. Februar 1892 bis zum 31. December 1903. Die Verträge sind sämmtlich Meistbegünstigungs-Verträge. Die wichtigsten Sätze des österreichischen Vertrages für die Einfuhr nach Deutschland betragen: Weizen und Roggen 350 Mk., Hafer 280 Mk., Buchweizen 200 Mk., Hülsensrüchte 150 Mk. Andere Getreidearten 100 Mk. Grobe Eisenwaaren 600 Mk., abgeschliffene, verkupferte rc. 1000 Mk., feine 2400 Mk. Flachs, Hanf, roh, geröstet ober gehechelt, und Wergabsälle frei. Pferde 2000 Mk., bis zu zwei Jahren 1000 Mk., Füllen, der Mutter folgend, frei. Stiere, Kühe 900 Mk., Ochsen 2550 Mk., Jungvieh 500 Mk., Kälber 100 Mk., Schweine 500 Mk., Schafvieh 100 Mk., Lämmer 50 Mk. Wolle frei. Garne, roh, einfach, 800 Mk, doublirt 1000 Mk. Bauholz, Nutzholz, roh, 20 Mk., grobe Brettchen undDrechsler- toaaren 300 Mk., hölzerne Möbel und Möbelbestandtheile 1000 Mk., feinere Holzwaaren 3000 Mk. Berlin, 7. December. Der Bundesrath hat den Handelsverträgen nach einstündiger Berathung zu- gestimmt. Wien, 8. December. Abgeordnetenhaus. In der Abendsitzung überreichte der Handelsminister die Handelsverträge, hinzufügend, der Schweizer Vertrag werde ebenfalls bald fertig. Das Streben der Monarchie fei die Anbahnung freundschaftlicher Handelsbeziehungen nach Osten. Sie, Verträge sollen stabile Verhältnisse herbeiführen. — Mittwoch erfolgt die Wahl des Tarif-Ausschusses, zum Obmann ist Pole Bilinski bestimmt. Petersburg, 7. December. Auf Anordnung des Ministers der öffentlichen Wegebauten macht das Bahndepartement bekannt, daß die auf den russischen Bahnen zur Verwendung Ferrilletsn. Der lirbe Gott zieht durch den Wsid. Von P. K. Rosegger. '(Schluß.) Sogleich erfaßte das Weib die Kerze und eilte, zu öffnen. Ein fremder Knabe stand vor ihr. Ein seltsamer Knabe: er hatte eine leuchtende Brust, die Kleider waren voll Schnee, die Locken voll Eis, die großen Augen voll Wasser. Vor Frost zitterte er und bat um Obdach. „Ist denn kein Mensch bei Dir?" rief das Weib. „Bist Du allein? So komm, so komm nur!" Und sie fächelte den Schnee von seinen Kleidern, aber die Brust blieb leuchtend ; sie trocknete seine Augen, da glänzten sie wie Karfunkel. „Du liebes Christkind," lispelte das Mädchen, „da setz Dich zum Ofen und wärme Dich." Und immer wieder fragte das Weib, wo er herkäme, wer er wäre? Sie faltete dabei die Hände. „Ich bin Theobald Gallheim," antwortete endlich der Knabe'. „Ich bin ausgeritteu- da sind Waldhühner auf; geflogen, das Pferd ist scheu geworden und hat mich ab- geworsen. Ich bin herumgegangen, bis es finster geworden ist. Dann ist der Wind und der Schnee gekommen und ich habe gar nichts mehr gehört und gesehen und bin gefallen. Bin doch wieder weitergegangen und dann habe ich das Licht gesehen. Läßt mich liegen in Eurem Hause und thut mir nichts Böses. Mein Vater wird schon kommen!" Das Fieber schüttelte ihn, als er das sprach. Das Weib hatte Mühe, ihm die Schuhe von den Füßen zu bringen, sie waren schier angefroren. Der Knabe ächzte vor Schmerz- die Pecherin legte ihm kaltes Grubenkraut auf Hände und Füß»-, bann brachte sie eine warme Suppe und führte den Lössel selbst zu seinem Munde. Das Magdale schlich spähend um den Knaben herum, schaute seine zarten Locken und seine frischen Wangen an und feine glänzende Brust und seine Augen. „Du armes Christkind, ist es doch richtig wahr, daß Du so viel Kalte leiden mußt!" Das Weib trug von allen drei Betten, die in der Stube standen, die Kissen zusammen und baute damit auf der Ofenbank dem kleinen Gaste ein Lager. Theobald legte sich hin und schloß bald die Augen. Dem geängstigten Weibe war leichter ums Herz geworden. Ihr war dieser Knabe, der in der Christnacht hilflos zu ihr gekommen, ein gutes Vorbedeuten. Das Magdale, das gar nicht schlafen wollte, zerstreute sie mit etlichen jener alten Weihnachtslieder, die so reich an Gemüth und Humor sind. Und das eine, vom „Häuserl im Dörfer!", mußte sie wiederholen: „Ach, wie friert das göttlich Kind, Wie geht nicht aus und ein der Wind — Es liegt auf Heu und Stroh. Et, wenn ich nur das Häuserl hält', Das dort unt' im Dörfer! steht, Wie wär ich doch so froh! Ich nähm die Mutter mit dem Kind, Thals führen in mein Häuserl geschwind!" Dabei unterbrach sich die Sängerin und horchte auf den Athem des Schlummernden- und das Magdale faß daneben und faltete die kleinen Hände. Gellender Waldhornschall schlug an die Wände der Hütte. Dem Weibe blieb der Ton in der Kehle stecken. Draußen knisterten schwere Tritte, die Thür ging auf, über und über beschneite Männer traten herein, unter ihnen eine stattliche Fran. Die Pecherin that einen flehenden Blick auf die Eintretenden, legte den Finger auf den Mund und wies auf den schlafenden Knaben. Kaum aber erblickte diesen die eintretende Frau, als sie mit einem Freudenschrei auf den Schläfer zustürzte. Der Knabe fuhr empor und blickte um sich. Und als er in dieser düsteren Hütte sich und seine Mutter sah, da zuckten seine rothen Lippen. Sogleich wurde auf dem Schollberge ein großes Feuer angezündet- hoch empor und weithin durchdrang der Schein die Nebel und das Schneegestöber. Gallheim, der reiche Mann, hatte wohl in seinem Leben einen so glückseligen Christbaum nicht gesehen, als diese Feuersäule war, die ihm verkündete, daß sein Kind lebe. Er ist gesunden! So kamen sie nun alle hier zusammen und noch nie hatte das kleine Haus im Walde so viele und so fröhliche Gäste gesehen als in dieser Nacht. Dem reichen Manne barst schier das Herz. Da sah er seinen Sohn so liebevoll gehalten von der Familie dessen, " den er heute-- Er dachte es nicht aus. Den schnellsten Reiter sandte er nach dem Herrenhause, um die eiserne Thüre zu öffnen. Sie waren alle noch beisammen, als der Lenz in einem vornehmen Wagen, bespannt mit zwei Rappen, ange- ; fahren kam. Zur Stunde ging schon der Morgen auf. „So geht es nicht allzu selten auf dieser Welt," sagte Gallheim in tiefem Ernst zum Pecher. „Die Macht in der i Hand eines leidenschaftlichen Menschen ist wie das Messer i in der Hand eines Kindes. Lenz, ich habe Dir Unrecht ge- ; than! Hier sehe ich Dein Weib, Dein Kind, denen Du das \ Christbänmchen haft aufstellen wollen. Verzeiht mir! Ver- j zeiht mir alle drei! Ich will es gut zu machen trachten. Er sprach dem Pecher die Meierstelle im großen gelber» i Hose zu. Der Lenz war wortkarg. Er schüttelte den struppigen I Kopf: der Felberhof wäre ihm zu groß. „Zu groß?" lachten die Leute, „das sollte ein Maunz' Teufel, wie Ihr einer seid, niemalen sagen. Manch Anderer ' wäre froh, könnte er feine Familie ohne Sorgen wachsen i lassen, wie der Will'." „Mag nicht fort von da," sagte der Lenz tonlos, „wollt • mir lieber das Pechhacken wieder erlaubt fein." „Das Pechhacken, Lenz, das thut Euch schlecht und den { Bäumen nicht gut," versetzte Gallheim. „Aber die Försters- ftelle wird frei, und zu Christbäumen für Eure Nachkommenschaft haltet von heute an dreißig Joch Waldgrund als Euer Eigen. Dann, Hackbretter, wollen wir wieder gut fein." //Ich bin nicht bös," sagte der Lenz, „ich wollt den Herrn nur gebeten haben, daß ers hier vor meinem Weib und vor meinem Kind laut thät sagen, daß ich nicht schuldiger Weis' eingesperrt worden bin." Gallheim faßte mit beiden Händen des Anderen Rechte und rief: „Lenz, Ihr seid ein braver Mann!" Und so ist das Christkind doch noch in die Hütte der Pechersleute gekommen. gelangten Bochumer Schienen sich durchaus bewahrt hätten. St. Sebastian, 8. December. Girard, Kanzler des französischen Consulats, ermordete den französischen Generalconsul Despreaux de Saint Sauveur und dann sich selbst. x Locale- «nö ^ovlnzielles. Gießen, 8. December 1891. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 10. December 1891, Nachmittags 4 Uhr: 1. Die Rechnung des Gas- und Wasserwerks pro 1890/91. 2. Die Rechnung der Gymnasialvorschule pro 1890/91. 3. Die Rechnung des Realgymnasiums und der Realschule pro 1890/91. 4. Die Rechnung der Stadt Gießen pro 1890/91 und Erstattung der Verwaltungsrechen- schast. 5. Fortsetzung der Gasleitung zu der Löberstraße. 6. Erweiterung der Quellwasserleitung. 7. Eröffnung der Schottstraße, insbesondere den Weg hinter der Briel'schen Besitzung. 8. Antrag der katholischen Kirche auf Ueber- schreibung von Grundstücken. 9. Reparaturen am Stadtthurm und an der Thürmerwohnung. 10. Erbauung einer psychiatrischen Klinik, hier den südlichen Zufuhrweg zu derselben. 11. Verpachtung eines Theils des Lärchenwäldchens an Friedrich Groos und I. Hengst. 12. Ausbau der Weserstraße. 13. Die Einfriedigung des Hofes des Bürgermeistereigebäudes, längs der Lonystraße. 14. Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Professor Dr. Karl Heyer. 15. Anlegung eines Obstbaumstückes für die Stadt Gießen. 16. Den Erlaß einer Feuerlöschordnung für die Stadt Gießen. — Neues Theater. Eine so „stilvolle" Sonntagsvorstellung wie die vorgestrige hat Gießen wohl schon lange nicht gesehen. Anzengrubers „Pfarrer von Kirch selb", eines dcr gehaltvollsten Stücke des jetzt so beliebten österreichischen Volksdichters gelangte hier zum ersten Male zur Aufführung und zwar mit durchschlagendem Erfolg, der allerdings dem Darsteller der Titelrolle, dem Großh. Hess. Hosschauspieler Herrn Georg Hacker, als Gast vom Hoftheater in Darmstadt, in erster Linie zu danken ist. Es war aber ein immerhin gewagtes Unternehmen, mit einem für Lustspiele und Possen zugeschnittenen Schauspielerpersonal dies durchweg dramatisch veranlagte Volksstück zu geben. Hätte der Pfarrer von Kirchfeld in dem Darsteller der eng verwandten Rolle des Wurzelsepp (Herrn Paul Ernst) keinen würdigen Partner gehabt, hätte das Stück „Masco" gemacht, denn aus der richtigen Auffassung und Durchführung dieser beiden Rollen beruht allein das Gelingen der Darstellung, in dritter Linie käme dann die „Anna Birkmeier". Sowohl die Titelrolle, wie die des Wurzelsepp sind fast gleichartiger Natur. Herr GeorgHackergab den „Pfarrer von Kirchfeld" wie ihn das geistige Auge des Dichters geschaut. Die ganze Scala der Empfindungen konnte man aus jeder Geberde, aus jeder Bewegung erkennen. Sein Spiel zeigte das Resultat hoher schauspielerischer Begabung und sorgfältigen Studiums dieser Rolle. Wie aber schon oben erwähnt, spielt für das Gelingen der Gesammtdarstellung die richtige Auffassung des „Wurzelsepp" eine Hauptrolle, und wir müssen gestehen, daß das Spiel des Herrn Ernst als Wurzelsepp ein gleich vorzügliches war, wenn man bedenkt, daß der Darsteller eigentlich nur auf komische Characterrollen „geaicht" ist, er ferner nicht soviel Zeit zum Einleben in diese Rolle hatte und schließlich einen sehr schwierigen Factor stets beobachten mußte, den der Pfarrer nicht brauchte, nämlich die Beobachtung des Tiroler Dialects, ein Umstand, der namentlich bei der Extase schwer ins Gewicht fällt. Wir müssen leider von der Besprechung der übrigen Rollen absehen und wollen nur bemerken, daß beide Darsteller den wohlverdienten stürmischen Beifall in reichem Maße ernteten, Herr Georg Hacker erhielt einen prachtvollen Lorbeerkranz. Das Haus war ausverkaust trotz der zahlreichen anderen Sonntagsvergnügungen. Hoffentlich sehen wir den beliebten Gast bald wieder. — Von den Landständen. Auf der Tagesordnung der für heute Vormittag anberaumten Sitzung der Zweiten Kammer stehen u. A. folgende Gegenstände: 1) die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, betreffend Verwendung des in dem Staatsbudget für 1888/91 unter Cap. 84 Tit. 3 pos. 11a vorgesehenen Betrags von 5700 Mk. zur Einrichtung des medizinischen Laboratoriums zu einer Wohnung für den Verwalter der alten Klinik und für Zwecke der Ohrenklinik - 2) die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, betreffend Bewilligung eines Betrages von 13 750 Mk. zum Zwecke von baulichen Herstellungen in dem alten akademischen Hospital zu Gießen; 3) die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, den Gesetzentwurf, die nachträgliche Aufnahme der von der früheren Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft übernommenen Beamten und Bediensteten in den Staatsdienst betreffend, sowie über das Gesuch von Beamten und Bediensteten bei den Oberhessischen Bahnen wegen Gehaltserhöhung. — Selbstmord. Ein hiesiger Küfer wurde heute Morgen erhängt in seinem Keller aufgefunden. — Der Zweiten Kammer ist eine Nachtragssorderung von 1 500 000 Mk. zu dem 1890 für den Bau von Eisenbahnen bewilligten Betrag von 23 500 000 Mk. zugegangen. Letzterer Betrag würde sich danach auf 25 Millionen.erhöhen. Im Einzelnen werden gefordert: für Grünberg Londorf statt <622000 Mk. 975 000 Ml., für Lorsch-Heppenheim-Fürth und Weinheim-Fürth statt 1903000 Mk. und 1400000 Mk. 2 400 000 Mk. bezw. 2050000 Mk. Großentheils ergeben sich die Ueberschreitungen des Kostenanschlags infolge des geplanten schwereren Oberbaues für tragkrästigere Güterwagen und infolge des neuen normalspurigen Projekts für Weinheim- Fürth. — Schuldienst-Nachrichten. Am 6. November wurde der prov. Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Gießen Heinrich Berger, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, zum Lehrer an dieser Schule ernannt; — am 12. November wurden dem Schullehrer Carl Krömmelbein zu Arheilgen, Kr. Darmstadt, und dem Schulamtsaspiranten Georg Huff aus Horrweiler, Kr. Bingen, Lehrerstellen an der Volksschule zu Darmstadt, — am 15. November wurde dem Schullehrer Adam Meister zu Lengfeld, Kr. Dieburg, eine Lehrerstelle an der ev. Schule zu Bingen übertragen; am 19. November wurde der Schulamtsaspirantin Anna Schön aus Büdingen eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Neu-Isenburg, Kr. Offenbach, übertragen; — am 21. November wurde dem Schulamtsaspiranten Philipp Heß aus Gensingen, Kr. Bingen, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Ingelheim, Kr. Bingen, übertragen; — am 24. November wurde der prov. Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Offenbach Peter Wilhelm, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, zum Lehrer an dieser Schule ernannt; — am 25. November wurden den Schulamtsaspiranten Christoph Schömer aus Seeheim, Kr. Bensheim, und Valentin Keil aus Lindenfels Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Hähnlein, Kr. Bensheim, — am 26. November wurde dem Schulamtsaspiranten Johann Wagner aus Bermersheim, Kr. Alzey, die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fehlheim, Kr. Bensheim, übertragen; — am 29. November wurde dem Schullehrer Wilhelm Albert zu Balkhausen, Kr. Bensheim, die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindheim, Kr. Büdingen, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Peter Clarins zu Lindheim, Kr. Büdingen, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Balkhausen, Kr. Bensheim, übertragen. — Bezahlt die Rechnungen an die Handwerker! Diese Mahnung richten wir jetzt wieder, da es in die Weihnachtszeit hineingeht, an alle Diejenigen, die lediglich aus Nachlässigkeit ihre Rechnungen anstehen lassen. Manch' ein Handwerksmann ist dadurch schon ungemein geschädigt worden, daß seine Kunden aus Vergeßlichkeit oder Bequemlichkeit ihre Rechnungen unbezahlt ließen. Nicht allein, daß der Gläubiger dadurch womöglich selbst Zahlungsschwierigkeiten hat, wird ihm auch oft das ganze Geschäft vor Weihnachten, das ihn für die ganze Geschäftsstille im Jahre entschädigen soll, verdorben. Er wagt es nicht, seine Kunden zu mahnen, weil er fürchtet, sie gar zu beleidigen und dann wohl ihre Kundschaft zu verlieren. Die Rücksicht hierauf zwingt ihn dann, manches Geschäft, zu dem er flüssiges Geld braücht, von der Hand zu weisen. Dem kleinen Handwerker wird ja nur selten Credit geboten. Aber um so weniger soll man auch von ihm Credit verlangen. Dem Handwerker den Lohn schuldig zu bleiben, heißt in vielen Fällen, ihn um den Lohn seiner Arbeit bringen. Also: Bezahlt vor dem Beginn des Weihnachtsgeschäfts die Handwerker-Rechnungen, wenn Ihr es eben machen könnt. + Lich, 7. December. Gestern wurde in dem Vormittagsgottesdienste der neuernannte hiesige zweite Stiftsgeistliche, Herr Pfarrer Cremer, durch Herrn Decan Hainer ans Hungen in seinen Dienst feierlich eingewiesen. + Lich, 7. December. Der mehrjährige Präsident des hiesigen Turnvereins, Herr C h r. A l b o n, wurde heute von einer großen Anzahl Leidtragender zu seiner letzten Ruhestätte begleitet. Eine Lungenentzündung hatte am vorigen Samstag dem Leben des erst 48jährigen Mannes ein rasches Ende bereitet. H. Hungen, 6. December. Der hiesige Gesangverein „Liederkranz" feierte heute Abend im Gasthof zur Traube dahier sein erstes Stiftungsfest. Die schönen Liedervortrage dieses jungen Vereins unter Leitung seines Dirigenten, des Herrn Lehrers Römer dahier, sanden bei den zahlreich anwesenden Freunden und Gönnern dieses Vereins, worunter auch die Mitglieder des Jnheider „Liederkranzes", den steb- hastesten Beifall. § Utphe, 6. December. Dahier wurde in diesen Tagen ein Kind geboren, welches an der einen Hand nur zwei Finger hat. Die drei mittleren Finger fehlen. -a- Altenstadt, 6. December. Heute Morgen erhängte sich der unverheirathete 58 Jahre alte Landwirth im Schweinestall seines Bruders. Friedberg, 7. December. Gestern Abend wurde zwischen Wölfersheim und Berstadt der Postwagen von zwei Strolchen überfallen. Einer fiel den Pferden in die Zügel, während der Andere versuchte auf den Bock zu steigen. Der Postillon zog seinen Dienstrevolver und feuerte, worauf die Kerle losließen und im Dunkel verschwanden. Leider kann der Postillon die Persönlichkeiten der Räuber nicht genau beschreiben, da die Wagenlichter nicht Hellung genug verbreiteten ; einer der Kerle soll einen großen Vollbart gehabt haben. Odernheim, 4. December. Im benachbarten Duchroth war gestern der 21jährige Sohn des Landwirths Jmmerhänser damit beschäftigt, einen Baum, der schon tags vorher losgegraben war, zu fällen. Als der Bursche auffallend lange ausblieb, ging der Vater auf das Feld hinaus, um nachzusehen. Welches schreckliche Bild mußte er da schauen? Todt und buchstäblich von dem Baum zerquetscht lag der einzige hoffnungsvolle Sohn am Boden. Dieses traurige Schicksal trifft die Eltern um so härter, als ihnen vor zwei Jahren die einzige 14jährige Tochter gleichfalls durch einen Unglücksfall ums Leben kam- Vcvrnischtcs. * Oberlahnstein, 4. December. Der dritte Unfall mit tvdtlichem Ausgange innerhalb drei Wochen ereignete sich gestern Abend auf dem hiesigen Bahnhose. Der Sohn des Zugführers Dietrich, der auf dem Bahnhofe als Schlaffer thätig war, gerieth zwischen die Puffer eines Zuges und wurde todtgedrückt. * Koblenz, 6. December.' Gestern Nachmittag durcheilte wie ein Lauffeuer die Kunde die Stadt: Das große Loos der preußischen Lotterie von 600,000 Mark sei nach Koblenz gekommen. Die „Kobl. Ztg." brachte Abends nach einem Privattelegramm die Bestätigung, daß das Loos in die Einnehmerei des Herrn Lorenz gehöre. Das Glücksloos 175620 wird in Achtellosen gespielt. Die Gewinner sind kleine Leute: Mitglieder eines Kegelclubs, ferner ein Geldbriefträger, ein Zahlmeister (jetzt in Saarbrücken), ein Schneider, zwei Musiker, ferner zwei Einwohner in Neuwied. * Schneeberg i. Erzgeb., 4. December. Eine seltene Trauung fand vor einigen Tagen in dem nahen Abern- h a u statt. Ein Veteran aus den Freiheitskriegen Namens Salzer, der jetzt 96 Jahre zählt, ist daselbst nochmals in den Stand der Ehe getreten. Seine auch nicht mehr ganz jugendliche Gattin ist im Jahre 1809 geboren. Salzer be- theiligte sich im Juli ds. Js. an dem Regimentsjubiläum in Grimma als der älteste Soldat des Regiments. * Loburg, 3. December. Ueber einen Brand auf Hohenziatz berichtet die „Saale-Ztg." Folgendes: Gestern früh 3 Uhr verkündeten die Sturmglocken großes Feuer im Orte. Der Viehstall des Rittergutsbesitzers Hohenziatz ging mit Allem, was sich dann befand, in Flammen auf; nur die Umfassungsmauern des Gebäudes blieben stehen. 150 Stück Vieh lagen an den Krippen theils frei, theils mit Ketten an den Hälsen, gräßlich verbrannt. Außerdem fielen noch zwei Füllen, viele Hühner, Tauben u. s. w. den Flammen zur Beute. Auch der Futterknecht, der „alte Friede", wird vermißt. Er soll in das brennende Gebäude zurückgelaufen, aber nicht wieder zum Vorschein gekommen fein. Der alte Futtermeister Zander, der bereits vor mehreren Jahren sein 50jähriges Jubiläum feiern konnte, mußte mit Gewalt mehrere Male aus dem brennenden Gebäude zurückgeholt werden, in das er weinend und händeringend immer wieder eindrang, um mit seinem Vieh zu sterben. Das Feuer kam in der sogenannten Futterzelle aus und verbreitete sich mit großer Schnelligkeit über das ganze Gebäude. Die Kühe konnten in dem erstickenden Rauche nicht ins Freie gebracht werden. Ein großer Bulle zerbrach mit gewaltigem Ruck den Holmen seiner Krippe und befreite so Jidj und sechs Kühe, mit denen er auf den Hof stürmte. Auch viele Futtervorräthe sind ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden wird auf mindestens 120 000 Mk. beziffert. Zwei Personen sollen den Brandstiftung stark verdächtig sein. * Nach einem Bericht, den der Dampfer „Teutonic" von der White-Star-Line überbringt, hat sich am 15. November 800 Seemeilen östlich von Sand-Hook ein Zusammenstoß zwischen einem Dampfer und einem Walfisch ereignet. Der Dampfer „Ethiopia" von der Anchor-Linie befand sich auf den Reise zwischen Glasgow und Newyork. Um 10Uhr45Min. Vormittags, als der Capitän Wilson und der zweite Offizier Fise sich gerade auf der Commandobrücke befanden, kam plötzlich ein ungeheuerer Walfisch direct im Fahrwasser des Schiffes und nur wenige Fuß vor dem Kiel in Sicht. Der Steamer lief mit einer Geschwindigkeit von 16 Seemeilen die Stunde auf den Wal, und ehe noch die überraschten Offiziere irgend einen Befehl zur Verringerung der Fahrgeschwindigkeit er- theilen konnten, rannte der scharfe Kielsporn das Seeungeheuer mit gewaltigem, einschneidendem Stoß an, und es war, als fahre das Schiff mitten durch das Thier, welches augenblicklich in der Tiefe verschwand, eine Blutspur hinterlassend, soweit das Auge reichte. Gleich darauf tauchte der Wal hinten am Stern des Schiffes wieder auf, er trieb leblos auf den Wogen. Die Collission hatte den Dampfer vom Steven bis zum Steuer erschüttert, so daß die Passagiere auf Deck stürzten und eine Panik auszubrechen drohte. Capitän Wilson beschwichtigte die Reisenden jedoch alsbald mit den Worten: „Fürchten Sie Nichts, meine Herrschaften, wir haben nur einen Walfisch getöbtet, das Schiff ist unverletzt." Literat«» «nd Ikanft. — Trotzdem es in Deutschland nicht an romantischen Gegenden fehlt und recht anerkennenswerthe Versuche gemacht werden, bie vielen, meist noch zu wenig beachteten Gebirgslandschaften den Reiselustigen zugänglich zu machen, sind und bleiben es die Alpen, die ihre seit Langem offenbarte Anziehungskraft aufs Neue auf alle Diejenigen ausüben, denen das Reisen als der Inbegriff aller irdischen Glückseligkeit ailt. Leider lassen sich die vielen Tausende von stillen und offenen Wünschen, jene wunderbare Gebirgswelt, die wir kurzweg die Alpen nennen, aus eigener Anschauung kennen zu lernen, nur für eine auserwäblte Anzahl besonders günstig fltuirter Menschenkinder erfüllen, die Mehrzahl muß sich daraus beschränken, entweder durch Bereisen heimathlicher, landschaftlich hervorragender Gegenden Vergleiche mit ihnen und der viel beschriebenen Alpenwelt anzustellen ober auf das Reisen ganz und gar zu verzichten und nur durch Lesen von Reisebeschreibungen, Betrachten von Bildern usw. im Geiste die Reise in jene Alpenwelt zu unternehmen. Es ist in der That an- erkennenswerlh, daß der deutsche Buchhandel es sich in hohem Grade angelegen sein läßt, dem Publikum Reisewerke zu bieten, die bis zu einem gewissen Grade geeignet sind, die jedem Menschen innewohnende Reiselust in etwas zu befriedigen. Die so rührige Verlagshandlung I. I. Weber in Leipzig hat soeben ein Werk herausgegeben, welches so recht geeignet ist, Diejenigen, denen es aus irgend einem Grunde nicht möglich ist, die Alpen zu bereisen, in Wort und Bild über die herrlichsten Landschaften zu unterrichten. „«Ifrenlattb» schäfte«, ««fichten a«S der deutschen, österreichischen ««fr schweizerischen Gebirgöwelt", betitelt sich das foeoen erschienene prachtvoll ausgestattete Werk, welches sich als ein Großfolioband mit 97 Holzschnittafeln auf Kupferdruckpapier und 16 Seiten Text präsenlirt. Wer die herrlichen Bilder der im gleichen Verlage erscheinenden „Jllustrtrten Zeitung" schon bewundert, kann ungefähr einen Maßstab anlegen an das in den „Alpenlandschaften" illustrativ Gebotene. Den unvergleichlich großartigen, erhabenen Naturscenerien, welche sich in überreichem Maße im Bereiche der Alpenländer vorsinden, hat die „Jlluftrirte Zeitung" seit ihrem Bestehen die sorgfältigste Aufmerksamkeit und Beachtung angedeihen lassen. Es gibt fast keine Gebtrgsgruppe, keinen hervorragenden Ort, kaum ein ansehnlicheres Thal im großen wetten Alpenlande, das nicht in gelungenem Abbilde im Laufe der Jahre einmal den Lesern der „Jllustrirten Zeitung" vor Augen geführt worden wäre. Da indetz diese schönen Blatter in den zum Theil längst vergriffenen Jahrgängen der „Jll. Ztg." zerstreut liegen und vielen Freunden und Gönnern des HochgebtrgslandeS nur schwer oder gar nicht zugänglich sind, so hat die Verlagshandlung 180 der besten und bemerkens- wertbesten Anfichten aus den Alpenländern ausgesucht und in dem Prachtwerke „Alpenlandschaften" vereinigt. Was nun diesem hervorragenden Bilderwerke einen eigenen Retz verleiht, besteht darin, daß die Verlagshandlung einen der besten und genauesten Kenner der gesummten Ähren, dm vormaligen Präfidentm des Oesterreichtschm Alpenclubs, Herrn IuliuS Meurer, gewonnen hat, der zu dem reichen Bilderwerke einen begleitenden Text geschrieben hat. Das Bestreben dieses Herrn Verfassers, ben Text so zu halten, daß der Leser auch Wohlgefallen an der Lectüre des Werkes findet und ihm die schönen Bilder um so lieber und reizvoller erscheinen, ist ihm gelungen und so dürfte das Werk auch nach dieser Seite bin freundliche Aufnahme finden. Bilder und Text stehen so im harmonischen Einklänge, daß die „Alpenlandschaften" auch bei Denjenigen Gefallen erwecken und ein Gegenstand ihrer Wünsche bleiben werden, denen es vergönnt war, die Alpen aus eigener Anschauung kennen zu lernen und die nun ihre angenehmen Erinnerungen beim Durchblättern auffrischen können. Es würde zu weit führen, all die herrlichen Bilder hier zu erwähnm, wir beschränken uns darauf, die Gruppen anzuführen, aus beten jeher eine Anzahl Silber geboten werben: Vom Bobensee Über ben Arlsee nach Innsbruck — Vom Walchensee nach Innsbruck — Im Oetzthal und Stubei — Von Bayern über ben Brenner nach Meran unb zum Garbasee — In ben Ortleralpen — Im Zaubet- Irnibe ber Dolomiten — Im Kärntner- unb Krainer-Lanbe — Aus Salzburg unb bem Salzkammergut — In ben Schweizer Hoch- bergen — Vom Genfersee zum Montblanc usw. — Wenn bie Verlags- Handlung jetzt das Bilderwerk erscheinen ließ, so that sie es wohl mit Rücksicht auf das bevorstehende Weihnachtssist und mit Recht — bem Werke gebührt unstreitig ein Ehrenplatz auf bem Weihnachtstische; möge es viele Freunbe und Käufer finben, bie Freube barüber stellt sich von selbst ein bei Allen, benen es auf biefe ober jene Art zu Eigenthum wird. — Noch ist es Zeit, sich für höchst originelle Weihnachtshanb- arbetten geeignete Vorlagen burck nachträgliches Abonnement auf bie beliebte illustrirte Zeitschrift »Mode «Nd HauS" zu beschaffen. Alle Buchhanblungen liefern bie bereits erschienenen, viel „Weihnachtliches" enthaltenen Nummern unentgeltlich. „Mobe unb Haus" kostet nur 1 Mark, mit werthvollen bunten Hanbarbeiten-Lttho- graphien, colorirten Stahlstich-Mobebilbern unb Monogramm-Gravuren nur 1.25 Mark vierteljährlich. Die eben herausgegebene neueste Nummer bringt wieber viel unb Gutes nicht nur im Hanb- arbeitenfach, sonbern auch in ber mit großen Schnittmustern versehenen Mobe-Abiheilung, in ber illustrirten Hausfrauenzeitung und in ber von Beiträgen erster Schriftsteller bebienten illustrirten Belletristik. Verkehr, Land« «nd volkswirthschaft. Sieten, 8. December. Marktbericht. Auf bem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,05—1,10, Hühnereier 1 St. -, 2 St. 1b—17 4, Enteneier 1 St.--- 4, 2 St. - 4, Käse pr. St. 7—9 4, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 20 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar X 0,60—0,00, Hühner pr. Stück X 0,85—1.00, Hahnen pr. St- X 0,70—1,20, Enten pr. Stück X 1,50—1,70, Ochsenfleisch pr. Psd. 70—76 4, Kuh- unb Rindfleisch 62—66 4, Schweinefleisch 60—70 4, Hammelfleisch 50—70 4, ßaibi fleisch 60—64 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 7,00—8,00, Weißkraut pr. St. 4—10 4», Zwiebeln ver Centner X 6,50—7,50, Milch per Liter 12-18 4, Gänse 45-55 4. — Am 20. unb 21. October 1890 tagte in Berlin ein Eongretz beutscher Nähmaschinenfabrikanten unb - Hänbler, ber während seiner Verhandlungm auch folgende, von Herrn Commerzienrath Naumann in Dresden beantragte Resolution einstimmig annabm: »In Anbetracht der schädigenden Wirkungen der Mac Kinley Bitt ans den gesammten deutschen Handel und Gewerbe beschließt der Congretz, an das deutsche Publikum die Bitte zu richten, amerikanische Jndvsteie-Erzeugnisse, namentlich Nähmaschinen, nicht mebr zu kaufen, sondern durch Unterstützung der vaterländischen Industrie dazu beizutragen, daß die durch diese Mac Kinley Bill erwerbslos gewordenen Arbeiter in anderen Industriezweigen Beschäftigung finden." Diese Bitte ist um umsomehr berechtigt, als es deutschen Fabrikanten des hohen Zolles wegen absolut unmöglich ist, Nähmaschinen nach Nordamerika zu liefern, während der hiesige nominelle Zollbetrag es der Singer Comp. in Newyork, vertreten in Deutschland durch Herrn Neidlinger, ermöglicht, den deutschen Markt mit Nähmaschinen zu überschwemmen. Die deutsche Nähmaschinenindustrie zählt zu den hochentwickeltsten Industrien, besonders haben sich alte, schon lange Jahre bestehende Firmen, wie Seidel & Naumann in Dresden, Pfaff in Kaiserslautern, Gritzner in Durlach, Bar & Rempel in Bielefeld, ein bedeutendes Renommö in der Branche erworben. Deutschland war von jeher besonders in der Kleinmechanik den Nachbarvölkern überlegen und es kommt ber Nähmaschinenindustrie ein großer Stamm wohlgeübter Mechaniker zu statten. Ein großer Händler- stand hat sich herangebilbet, ber, von genügenben Kapitalien unterstützt, auch Zahlungserleichterungen gewähren kann. Kurz, bie beutsche Nähmaschinenindustrie^ bie auf bem Weltmarkt so großartige Erfolge aufzuweisen hat, glaubt einer billigen Rücksichtnahme vollauf werth zu sein; ste appellirt an den gesunden praktischen Sinn der Bevölkerung und reclamirt zum Bortbeil der Branche wie des gesammten Vaterlandes den deutschen Nähmaschinenmarkt für die deutschen Fabrikanten und Händler. — Nun, Wilhelm, was wünschest Du zu Weihnachten ? — Ein Ergänzungskasten ist mir bas liebste, Mama! So hören wir auf biefe Frage viele Tausenb Ktnber antworten, bie bereits im Besitz eines ber beliebten Anker-Steinbaukasten sinb. Die Vorsichtigen unter ihnen setzen wohl noch hinzu: Mama, aber Nummer so unb so muß es sein, unb ein Anker muß baran stehen, sonst kann ich ihn nicht zu meinem Kasten gebrauchen. Ja, so ist es in ber That, wie wir aus ber sehr hübschen Preisliste ber Firma F. Ad. Richter & Eie. in Rudolstadt ersehen, unb glauben beshalb auch wir ben Lesern eine gewisse Vorsicht beim Einkauf eines Steinbaukastens anrathen zu müssen. Es wäre boch zu ärgerlich, wenn man am Festtag sich zu spät bavon überzeugen müßte, baß man keinen der berühmten Anker-Steinbaukasten, sondern eine minderwerthige Nachahmung eingekauft hat; ein Theil der Festfreude märe dahin! Unter den Weihnachtsgeschenken nehmen die Anker-Steinbau- kaften mit Recht vor wie nach die erste Stelle ein; wer sie bei einem Bekannten gesehen hat, kauft auch für sich einen solchen, und wer sie besitzt, vergrößert sie jedes Jahr durch einen ober mehrere Ergänzungskasten. Das ist bei keinem anberen Spiel möglich, biefe sinb im Gegentheil fast ausnahmslos schon nach kurzer Zeit werthlos. Die Anker-Steinbaukasten dagegen bleiben viele Jahre hindurch gut unb sinb barum auch bas auf bie Dauer billigste Geschenk. Wer ernstlich die Pflege der Haut anstreben will, der kaufe statt aller anderen Waschmittel Doerings Seife mit der Eule eine Toilette-Seife ersten Ranges und in Qualität wie Wirkung die beste Seife der Welt. Preis 40 Pfg. 7485 Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. Abbruch und Bauarbeiten Der Abbruch des alten Marstalls dahier, sowie der Abbruch des Abortbaus und des Leichenhauses bei der vormaligen Entbindungsanstalt und einiger Einfriedigungsmauern, ferner; die Herstellung eines Wagenschuppens und einer Düngergrube, letztere im Hofe des Oeconomatsgebäudes, sollen zusammen vergeben werden. Bedingungen und Pläne liegen im Amtslocal unterzeichneter Behörde offen. Eröffnung der Angebote: Dienstag den 15. ds. Mts., Bormittags IO Uhr. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 8. December 1891. Großh. Kreisbauamt Gießen. Renting. 10796 Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 14. December 1891, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde (Schutzbezirk Fernewald) in den Districten Ameisenkopf und Kirschenschlag nach- verzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz: 22 Fichten-Stämme mit 13,79 Festmeter, 44 Rmtr. Eichen-Rutzscheitholz. B. Brennholz: Scheith. Prüzelh. Stockh. Reish. Rmtr- Rmtr. Rmtr. Wellen Eichen 169 93,5 11a 7960 Buchen 1 — — — Nadel — 2 8 2870 Weichhvlz — — — 600 Die Zusammenkunft ist am Oppen- röder Weg auf der Hauptschneise. Gießen, am 8. December 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ____________Gnauth.______10806 Arbeitsversteigerung. Mittwoch den 9. L Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause versteigert werden: veranschlagt zu Pflasterarbeit 384,47 Mark Kieslieferung 60,00 „ Erd- und Planirarbeit 910,00 „ Gießen, den 7. December 1891. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. [10772 HrikgeSotenes. narkenfammlung, ca. 1300 St. t ca. 100 Ganzsachen zu verkaufen, äheres bei [10784 A. Kretzschmar, Marktplatz. Regenschirme, Ueberziehen unb Reparawren billig. 0802 I. Zufall, Marktstraße 7. Fortsetzung -er 10791 Hervorr. Neuheit des Vogtlandes: 10 December 1891 ben Markt 5 8458 Schiffenbergerweg 61, mittt. St- [10805 Löberstraße 3, I. Näheres Fr. Wirtz 63 Seltersweg 63 Jabres 1892 erfolgen. Gießen, dm 27. November 1891. Der Rechner: Doering. Donnerstag Samstag Dirnstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Dienstag Mittwoch Donnerstag 80 Pf. bis Mk. 3.20. Jedes gewünschte Maass wird geliefert. Diese Congress-Stoff-Gardlnen, welche von der Firma selbst fertiggestellt und unmittelbar an die Privatkundschaft geliefert werden, übertreffen durch ihre Haltbarkeit, Schönheit und Billigkeit alle bis jetzt bekannten Gardinen. — Muster von Congress-Stoff-Gardlnen, sowie Preisbücher über Tüll-Gardinen, Stickereien, Schürzen, Kinderkleidchen, seidenbest. Ballkleider u. s. w. werden kostenlos gesandt. Nichtgefall. Waaren werden sofort zurückgenom. 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Compton in München- Einige Preß-Urtheile. Kreuzzeitung (Prof. A. Kirchhoff): „@tn geradezu klassisches Reise- werk, das bei gediegenstem wiffenschaftlichen Gehalt einen für jeden Gebildeten verständlichen Ton anschlägt und auch in seiner vornehmen äußern Ausstattung mit den vorzüglichen bildnerischen Beigaben mustergültig genannt zu werden verdient." GlobuS (Dr. h. Andree): „Das Buch verdient als eine Musterleistung schöner Darstellung bei allem wissenschaftlichen Gehalt hervorgehoben zu werden." DaS Ausland (Dr. v. d. Steinen): „Ein Muster von Eleganz und Geschmack. . . . Eine sehr wertboolle geographische That. . . . Das Talent des weitgereisten Verfassers bewährt sich in einer ebenso frischen wie gediegenen Darstellung. . . . Ueberall berührt der objecttoe Ton ungemein wohlthnend." Deutscher Reichsanzeiger r „Das prächtig aus gestattete Buch ist nach jeder Richtung hin unterhaltend, belehrend und wissenschaftlich werthvoll." Deutsches Colonialblatt (Regierungsblatt): „. . . Das Werk bildet einen neuen Ruhmestitel für die deutsche Forschung in Afrika." Die Natur (Dr. Karl Müller:! „Der deutsche Sinn, die vorzügliche Sprache, die tiefe Liebe zur Natur, bie wissenschaftliche Schulung, sie alle zusammen sind dem Leser eine Würze, die fast gewaltsam fortzieht. Die Ausstattung des Buches trägt etwas so Vornehmes an sich, wie es im deutschen Buchhandel nicht oft gesehen wird. . . " Mittheilungen des Deutsch-österreich. AlpenvereinS r „Vom Anfang bis zum Ende hat uns der Autor in gleicher Spannung gehalten. . . . Mit würdigem Ernst wird die großartige Natur geschildert; die ganze Darstellung ist gebautens und bilderreich " In dem gegenwärtigen Augenblick, da alle Blicke nach Ostafrika gerichtet sind, ist daS Meyer >s. 16. 17. 19. 22. 23. 24. 29. 30. ... „ 31. Diejenigen Einleger, welche ihre Zinsen j baar in Empfang nehmen wollen, werden, ersucht, an einem ber vorstehenden Tage nach nicht nothwendig. ^aß diejenigen Ein- j Harzer Canarienvögel leger, welche nur Zinsen bei schreiben lassen zu verkaufen. [10782] Hammstr. 16, II. wollen, an den obigen Zahltagen erscheinen, 107901 EinUingschiffchen - Näh- die Wahrung in den Emlagebüchern kann1 maschine billig zu verkaufen. Näheres vielmehr ganz gelegentlich :m Laufe des ----- -.....- 10711] Wirtschaft, gutgehend, zu verkaufen, eventuell auch zu verpachten. Näheres in der Exped. b- Bl.________ Für Vereine 10781] Ein Tanzsaal mit zwei cm-i liegenben Nebenzimmern bei freier Musik., Näheres »Postkeller-. I Chemisch-analytisches Laboratorium 1 Dr. Alfred Gabriel, Giessen, Frankfurterstrasse 67, gegenüber den neuen Universitäts-Kliniken. Untersuchungen aller und jeder Art. 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Maass, Kaufmann, Döbel, 6. 1. 91. — Mit dem mir zugesandten Kaffee war । ich recht zufrieden, und bitte mir die gleiche Qualität wieder zugehen zu । lassen. Carl Schlemmer, Stuttgart 19. 1. 91. — Da Ihre vorige Sendung zu ' meiner grössten Zufriedenheit ausgefallen war, so bitte ich um weitere 9 Pfd. Ihres I Java-Kaffees. Martin Jensen, Orsbeck 1. 6. 91. — Bitte schicken Sie mir wieder eine Sendung von Ihrem Kaffee, meine Frau hat sich so daran gewöhnt, dass sie keinen andern mehr haben will, bitte um 9 Pfd. ! gegen Nachnahme. H. Alt hoff, Höxter 3. 6. 91. — Da ich mit der ersten Sendung Ihres Holl. Java-Kaffee sehr zufrieden war, ersuche ich Sie freund- i liehst, mir wieder 9 Pfd. Ihres Kaffees zu senden. Müller, Lehrer, Affhöller- - Ibach 11. 6. 91. [10402 Versandt täglich. Willi. Schultz, Altona b. Hamburg. Säurmtliche Waaren verkaufe im Ausverkauf zu , Fabrikpreisen« 8546 --^Fmdeuplatz 5. Heinrich Repp, lindenplch 5. 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