Rr. 182 Samstag den 8. August 1891 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Gratisbeilage: Gießener JamikimLlätter. [ Abnahme ton Anzeige» zu der Nachmittags für den ratg-vtzm Lag erfcheinendeu Nummer bis Bor«. 10 llhr, da Deutschland und Oesterreich der Schweiz keine weiteren Concessionen machen wollen, weil sie meinen, daß die erhöhten Zolltarise im neuen schweizerischen Tarife vom Volke durch ein Reserendum verworfen werden würden, so daß die alten niedrigen Sätze in Geltung blieben. Der Abbruch der Verhandlungen hatte zur Folge, daß Deutschland, Oesterreich und die Schweiz die Verhandlungen mit Italien nicht in Bern, wie anfangs beabsichtigt gewesen, sondern in einer deutschen Stadt, vielleicht München, wieder ausnehmen werden. Gemeinsame Verhandlungen bezüglich der Handelsverträge Deutschlands, Oesterreich-Ungarns und der Schweiz gegenüber Italien waren niemals in Aussicht genommen. Die Verhandlungen mit Italien werden jetzt nur gemeinsam von Deutschland und Oesterreich-Ungarn betrieben und besteht sowohl in Berlin, als in Wien und Rom die Absicht, den Beginn derselben möglichst zu beschleunigen. BierMjätzngcr 2 Mar? 20 Plg. wft Brmgcrloyn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg- «edictiov, Expedttt« und Druderei: rch»lßr«t«Vr.r Ferujprccher 51. Deutsches Reich. Berlin, 6. August. Der Abschluß der ungemein wichtigen Handelsverträge zwischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn und der Schweiz ist leider in letzter Zeit in Stockung gerathen. In den Verhandlungen der deutschen, österreichisch-ungarischen und schweizerischen Delegrrten betreffs des Abschlusses ejpes Handelsvertrages haben sich, wie aus Wien gemeldet wird, in neuester Zeit so bedeutende Schwierigkeiten ergeben, daß es fraglich ist, ob in diesem Monat eine Verständigung überhaupt erzielt werden kann, umsomehr, als im Hinblick auf die in kurzer Zeit mit Italien auszunehmenden Verhandlungen über den Abschluß eines Vertrages mit der Schweiz ein nur verhältnißmäßig kurzer Zeitraum verfügbar ist. Die Handelsvertragsverhandlungen mit der Schweiz sind inzwischen vorläufig abgebrochen worden, Gießen, den 6. August 1891. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die «rotzh. Bürgermeistereien des Kreiser. Soweit nach vorstehender Bekanntmachung Ihre Gemarkungen voraussichtlich von den diesjährigen Truppenübungen berührt werden, wollen Sie diese Bekanntmachung alsbald in ortsüblicher Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen. Zugleich beauftragen wir Sie, Ihren Polizeibediensteten und Flurschützen ganz besonders die Ueberwachung des Publikums auf den Uebungsfeldern und bei den Biwaks zur Pflicht zu machen, damit Flurbeschädigungen durch dasselbe möglichst vermieden werden. Durch Zuschauer verursachte Schäden werden aus der Militärkaffe bekanntlich nicht ersetzt. I. V.: Jost. Ae«efte Nachrichten. WolsiS trlegraphisch-S Lorrcspoudmz-Bnrcau. Berlin, 6. August. Das gestern Abend zu Ehren der Chicagoer Weltalls st ellungs-Commissare von Herrn v. Boetticher gegebene Diner nahm unter der Theilnahme des Reichskanzlers einen glänzenden Verlauf. Die Commiffare sprachen wiederholt ihren Dank für den überaus herzlichen Empfang aus. Heute Vormittag erfolgte der Abschluß der Verhandlungen durch den Austausch der nöthigen Schriftstücke. Der Reichscommiffar Wermuth geleitete die nach Frankfurt reisenden Commiffare zum Bahnhose. Breme«, 6. August. Der „Norddeutsche Lloyd" beabsichtigt zwischen Newyork und Genua eine Passagierfahrt zu errichten. Der Schnelldampfer „Fulda" geht am 25. October als erster Dampfer direct von Newyork nach Genua. Die Fahrten sollen zunächst monatlich einmal, wenn erfolgreich, zweimal stattfinden. Mü«chen, 6. August. Osficieller Saatenbericht für Gesammtbayern für den Monat Juli: Wintergetreide gut entwickelt, Sommergetreide durchgängig gut, vielfach hat sich die Ernte verschlechtert und verzögert infolge Regenfülle. Der zweite Kleeschnitt und Wiesenwuchs verspricht den ersten noch zu übertreffen, der Gerstenschnitt befriedigt, Hafer recht gut, Hopfen bisher gut, Hülsenfrüchte und Futterrüben werden gelobt, Kartoffeln stehen unregelmäßig, in trockenen Lagen gut, die Frühkartoffeln sind angesault. Der Weinbergstand ift etwas zurück, der Fruchtansatz gering, Obst reichlich. Bellinzona, 6. August. Infolge der in den letzten Tagen gefallenen Gewitterregen trat zwischenOsogna und Claro der Gebirgsbach aus, sodaß der Verkehr auf der Gotthard- bahn letzte Nacht unterbrochen wurde und ein Umladen der Züge erforderlich war. Seit heute Morgen ist die Verbindung wieder hergestellt. Der verursachte Schaden ist unbedeutend. Stavanger, 6. August. Die „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord ist heute Abend im hiesigen Hasen eingetroffen. . Paris, 6. August. Car not wird auf seiner Reste zur Truppenschau, welche die großen Manöver abschließt, Reims, Chalons, Epernay und Vitry besuchen. Cherbourg, 6. August. Dem Maire ging ein Telegramm des russischen Kaisers, datirt Wilmanstrand, 5. August, zu, worin derselbe für das anläßlich des Namens- sestes der Kaiserin übersandte Glückwunsch-Telegramm wärmstens dankt. Loudon, 6. August. Die deutsche Katserin und die Prinzen haben gestern Abend Felixstowe verlassen und sind nach Vlissingen gefahren. , Moskau, 6. August. Admiral Gervais, ]oroie^ die übrigen französischen Offiziere und Unteroffiziere sind Zistern hier eingetroffen und vom Bürgermeister, dem französischen Generalkonsul und städtischen Delegirten empfangen worden. Der Bürgermeister richtete eine Ansprache an Gervais, welcher daraus dankte. Die Gäste begaben sich dann in vierspännigen Wagen nach dem Hotel „Slawjanskij-Bazar", wo ein Empfang der französischen Colonie stattfand. Von Seiten der Stadt wurden dem Admiral Gervais ein Album mit Ansichten vom Kreml und anderen Theilen Moskaus überreicht. Das Dejeuner sand im „Slawjanskij-Bazar" statt und später wurden der Kreml und die centralasiatische Ausstellung besucht. Am Abend war Diner und Illumination. Moskau, 6. August. Auf dem gestrigen Drner zu Ehren der französischen Offiziere toastete der Gouverneur auf das Kaiserpaar, das Stadthaupt auf den Präsidenten Carnot und Frankreich. Gervais brachte em Hoch aus das Kaiserpaar, das Kaiserhaus und bie Stadt Warum die Eisenbahnunsälle zunehmen. Von einer an der Spitze einer österreichen Privar-Effen- bahn - Unternehmung stehenden Persönlichkeit, die auch dem Parlamente angehört (Generaldirector Sochor), geht der „Zeitschrift für Eisenbahnen und Dampfschifffahrt" nachstehende interefsante Darlegung über Eisenbahnunfälle zu. „Warum die Eisenbahnunfälle zunehmen? Nach Zahl und Umfang! Diese Frage schwebt aus so vielen Lippen, daß der Versuch einer Antwort wohl entschuldbar erscheint. Sie ist kurz und Niemand dürfte sich wohl dagegen erheben: Die Sicherheit auf Eisenbahnen steht im geraden Verhältnisse zu dem Ansehen, in dem die Qualität der Dienstleistung steht. So lange das Eisenbahnwesen jung war, wurde auf die Qualität der Dienstleistung oben und unten der allergrößte Werth gelegt. Die Unvollkommenheit der Hilfsmittel zwang dazu- die Tüchtigkeit des Individuums mußte diese Unvollkommenheit ersetzen und deßhalb bemühte man sich, zu jedem einzelnen Dienstzweige die specifisch Geeigneten zu wählen und sie in geeigneter Weise in dem betreffenden Dienste zu erziehen. Und daraus kommt es in der That an. Seit Locomotiven und Schienenweg erfunden stud, ist, außer auf dem Gebiete des Signalwesens, eigentlich doch keine durchgreifende Erfindung im Eisenbahnwesen gemacht worden- Alles sollte sich demnach um die Vertiefung der einzelnen Dienstzweige drehen, denn die Kunst aller Verwaltung beruht eben auf der Entwickelung der individuellen Dienstleistung. Im Lause der Zeiten hat sich das jedoch wesentlich geändert, und zwar sowohl oben als auch unten. Der «scheint täglich, •it LuLnahwe btf Montags. Gießener ■e*tn dem Anzeiger »Acheattich bttimel deigelrgt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Moskau aus und bedauerte, daß Carnot nicht Zeuge des Empfanges der französischen Seeleute sein könne. Zugleich sprach er seinen tiefgefühlten Dank für den herzlichen Empfang aus und schloß mit den Worten: „Auf Sie und uns ist jetzt die Aufmerksamkeit der ganzen Welt gerichtet. Ich trinke aus das heilige Moskau, das erhabene russische Volk und seinen Czaren." General Tschernajew erwiderte: „Die Geschichte näherte uns einander, wir sind Freunde, ich trinke aus Frankreich, seine Armee und Flotte." Gervais antwortete nochmals: „Durch Unglück belehrt, sammle Frankreich seine Kräfte, jedoch stark durch Einigkeit und die Freundschaft mit dem großen Monarchen blicke es voll Zuversicht in die Zukunft." Heute besuchten die französischen Offiziere die Erlöserkirche, den Neßkuschnyjgarten, wohnten einem Trabrennen bei und dinirten dann bei dem französischen Generalconsul. Die Abreise erfolgt Abends 11 Uhr nach Petersburg. — Großfürst Sergius erhielt den Orden der Ehrenlegion. Newyork, 6. August. Bei Port Byron, Station der West-Shore-Eisenbahn im Staate Newyork, sand heute früh ein Zusammenstoß eines Güterzuges mit einem Schnellzuge statt. Els Personen sollen getödtet, 19 verwundet sein. Die Mehrzahl der Getödteten und Verwundeten.sind italienische Arbeiter. _____________ Depeschen deS „Bureau Herold". Berlin, 5. August. Nach der „Nat.-Ztg." findet die Einberufung des Reichstags vor derjenigen des Landtags, voraussichtlich im November, statt. Man nimmt an, daß die Berathung des Handelsvertrags in den österreichischen uni; ungarischen Parlamenten früher als im deutschen Reichstage erfolgen wird. Berlin, 6. August. Eine Broschüre: „Gieb uns Brod, Kaiser!" von Florian Geyer, dem bekannten Conservativen, wurde heute in sämmtlichen Buchhandlungen confiscirt. Der Inhalt der Broschüre bezieht sich auf die herrschende Nothlage, von welcher der Kaiser durch den ihn herumführenden Geist keine Kenntniß erhält. Berlin, 6. August. Dem „Berl. Tageblatt" wird auS Bern gemeldet, der Bundesrath habe den unabänderlichen Entschluß gefaßt, an Deutschland und Oesterreich keine neuen Zollermäßigungen zu gewähren. Wien, 6. August. Zwischen den Stationen Brenner und Gries der Brennerbahn ist in Folge eines starken Erdrutsches der Verkehr vollständig unterbrochen. — Der Curort Sanct Moritz im Ober-Engadin ist seit einigen Tagen ganz eingeschneit. Kalamazoo (Staat Michigan), 6. August. Em von Chicago kommender Zug siel von einer 30 Fuß hohen Rampe herunter. Von 73 im Zuge befindlichen Passagieren wurden 13 schwer verletzt. Die übrigen entkamen aus wunderbare Weise dem Tode. Warschau, 6. August. Ein Tagesbefehl des Polizeiministers verfügte die sofortige Ausweisung von 120 Ausländern, meist Preußen und Oesterreichern. AÜe Wnnoncttt-Bnteanr beB In- trab nchw« «»zeigen für dm „Gießener Anzeiger" mtge-«. Amtlicher Theil. Gießen, den 6. August 1891. Betr.: Vorspanngestellung während der Herbstübungen 1891. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an -re Grotzh. Bürgermeistereien -e- Kreise-. Diejenigen Gemeinden des Kreises, welche während der diesjährigen Herbstübungen Einquartierung erhalten, haben auch den Anforderungen der Truppen bezüglrch der Stellung von Vorspann zur Anfuhr der Lebensrnittel rc. aus den Magazinen nach den Quartierorten stattzugeben. Der Vorfpannbedars wird sich hauptsächlich auf die Fuhrwerke beschränken, welche zum Abholen der Fourage aus den Empfangsstellen Gießen und Grünberg nothwendrg sind. Vom 28. August an werden außerdem noch die zum Abholen der Lebensmittel erforderlichen Wagen regumrt werden. Die Truppentheile werden den Bedarf rechtzeitig bei den betreffenden Bürgermeistereien anmelden. _ r . < Ueber die Stellung dieses Vorspanns werden von den Truppen Quittungen ertheilt, welche baldigst zum Zweck der Liquidation der Vergütungen hierher einzusenden sind. Wir fügen noch bei, daß pro Tag für ein einspänniges Fuhrwerk 8 JC, für ein zweispärmiges Fuhrwerk 12 JL 50 und für einen halben Tag (bis zu 6 Stunden) die Hälfte dieser Sätze gezahlt werden wird. ________________ I. V.: Jost.______________________ Bekanntmachung, die Herbstübungen der Großh. 25. Division betreffend. Zu Beginn nächster Woche, wahrscheinlich am ll.d.M., werden aus •einem zwischen Gießen und Lollar ausgewählten Gelände die Exerzitien der Infanterie-Regimenter 115 und 116 voraussichtlich ihren Anfang nehmen und es wird sodann die 49. Infanterie - Brigade in der Zeit vom 20. bis 25. l. M. auf dem betr. Feld exerzieren. Sodann finden in der Zeit vom 28. bis 31. l. M. Brigade-Manöver in der Gegend von Grünberg statt. . Zur thunlichsten Vermeidung von Flurschaden m Folge der Hebungen ergeht hierdurch an die Grundbesitzer die Aufforderung, ihre Grundstücke noch vor Beginn der Exerzitien bezw. Manöver, soweit dies überhaupt möglich ist, abzuernten und diejenigen Grundstücke, welche während der Hebungen noch mit Früchten bestanden sind, durch Anbringen von Strohwischen schon von Weitem erkenntlich zu machen. Gießen, den 6. August 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Jost. Specifische Kenntniß des Eisenbahndienstes erschien für die Dienstleistung immer mehr und mehr entbehrlich und allmählich schlich sich die Meinung ein, die Vorschrift und die Strenge ihrer Handhabung sei das Wichtigste- auf das Individuum und seine Durchbildung komme es gar nicht an. Das Blocksignal und die automatische Weichenstellung gelten als Ersatz für jegliche Ausbildung und diesen mechanischen Hilfsmitteln gegenüber sind Pflichteifer und Diensttreue so sehr in Mißcredit gerathen, daß successive aus den Menschen selbst ebenfalls Automaten werden, die natürlich auch in demselben Augenblick versagen, in dem an der mechanischen Reihenfolge irgend eine Unterbrechung eintritt. Das Signal ist vorhanden- wozu noch sorgsam nachsehen, ob es richtig gestellt ist, ob der Signalmann seine Pflicht gethan! Er ist ja dafür verantwortlich, sagt sich der Maschinensührer - und der Signalmann calculirt: Da steht meine Scheibe genau nach Vorschrift- was kümmert mich der Zug sonst noch? Auf diesem Punkte liegt das Geheimniß der immer häufiger wiederkehrenden großen Unfälle. Das übermäßige Vertrauen in die mechanischen Sicherungsmittel hat nach und nach dazu geführt, den Werth der individuellen Thätigkeit auf Eisenbahnen zu unterschätzen- auf der einen Seite werden die Leistungen der Eisenbahnen maßlos gesteigert und auf der anderen Seite glaubt man, die mechanischen Hilfsmittel seien ausreichend, um sich von besonderer Qualifikation der Eisen- bahnbedtensteten emancipiren und nm auch in Ansehung der Wahl zum Eisenbahndienste Angebot und Nachfrage als allein entscheidend betrachten zu dürfen . . . Gelenkigkeit zu Allem und Jedem scheint mehr und mehr höher im Werthe zn stehen, als verläßliches „Können", und daraus erklärt sich auch, wie man dazu gelangt ist, weit weniger damit zu erzielen, daß man im Eisenbahndienste belohnt, wenn dauernd „nichts geschehen ist", als damit, daß man das allergrößte Gewicht darauf legt, in jedem Falle sorgsam zu strafen, wenn „etwas geschehen ist". In der Verminderung der Werthschätzung der Individualität und der Erziehung und Eignung des Eisenbahnbeamten liegt jedoch die allergrößte Gefahr für Gegenwart und Zukunft. Gerade deßhalb erscheint aus diesem Gebiete die weitgehendste Fürsorge um so dringender geboten, weil es aus den inneren Werth des Eisenbahnbeamten viel, viel mehr ankommt, als auf die sorgsamste Ausbildung automatisch wirkender Hilfsmittel." C»cak$ uni Provinzielles. Gießen, 7. August. Universität. Die Zahl der Studirenden unserer Universität war im Wintersemester 1890/91 von 590 auf 552 gesunken, stieg aber im Sommersemester 1891 wieder aus 562- außerdem besuchten im verflossenen Halbjahre noch 19 nicht immatriculirte Hörer die Vorlesungen, sodaß im Ganzen 581 Personen an den Collegien des Sommersemesters Theil nahmen. Von den immatriculirten Hörern waren 438 Hessen und 124 von auswärts gekommen. Dem StuÄum der Theologie lagen 93 ob- 162 widmeten sich der Medizin, zu der wir auch die Thier- und Zahnheilkunde rechnen- Juristen waren 102 eingetragen und 205 Angehörige zählte die Philosophische Facultät. In dem Lehrkörper der Universität sanden im Verlause des vergangenen Jahres zahlreiche Veränderungen statt. In der philosophischen Facultät trat an die Stelle des Pros. Dr. Goswin von der Ropp, der einem Rufe nach Breslau folgte und später nach Marburg ging, Herr Dr. Constantin Höhlbaum. Für den nach Leipzig berufenen Professor der neueren Sprachen Dr. Adolf Birch- Hirschfeld kam Dr. Dietrich Behrens von Jena an unsere Universität. Der Privatdocent der Geographie Dr. Wilhelm Sievers wurde zum außerordentlichen Professor ernannt. Aus unserer theologischen Facultät schied Pros. Dr. Emil Schürer, um sich in Kiel einen neuen Wirkungskreis zu gewinnen. Seine Functionen übernahm Herr Privatdocent Wilhelm Baldensperger, der im Wintersemester zum außerordentlichen Professor befördert wurde. Die ordentliche Professur für Kirchengeschichte wurde nach ihrer Erledigung durch die Uebersiedelung des Pros. Dr. Müller nach Breslau dem bis dahin außerordentlichen Professor Dr. Krüger, der bereits einen Ruf nach Göttingen angenommen hatte, übertragen. Endlich sei noch erwähnt, daß auch der Privatdocent Lic. Holtzmann zum außerordentlichen Professor befördert wurde. In der medicinischen Facultät trat insofern eine Aenderung ein, als Professor Dr. Eckhard den Lehrstuhl der Anatomie an Dr. Robert Bonnet übergab, (welcher seither in Würzburg außerordentlicher Professor gewesen war) und sich auf das Lehramt der Physiologie zurückzog. Neu habilitierten sich Dr. Adalb. Seitz als Zoologe und Dr. Georg Honigmann für das Fach der inneren Medicin. — Gießener Theater-Verein. Durch das liebenswürdige Entgegenkommen des Herrn Intendanten Emil Claar in Frankfurt stehen uns tm Wintersemester wieder ganz besondere Kunstgenüsse bevor. Die erste Theatervorstellung, welche Ende October in Aussicht genommen ist, bringt uns „Die Geschwister" von Goethe und „Den zerbrochenen Krug" von Kleist. Dabei werden die hervorragendsten Kräfte des Frankfurter Stadttheaters vertreten sein. — Auszeichnung. Wiederum ist dem hiesigen, stets rührigen mechanischen Geschäft C. Staudinger & Co (Inhaber Wilh. Spörhase) vom Preisgericht der deutschen Ausstellung in London die höchste Auszeichnung, das Ehrendiplom erster Klasse, zuerkannt worden. — Bekanntlich erhielt die Firma auf der Weltausstellung in Australien ebenfalls den ersten Preis. Möge ihr ein Gleiches auf der Weltausstellung in Chicago beschieden sein. — Eintritt in den Reichspostdieust. Die Anforderungen, welche für den Eintritt in den Reichspostdienst als Gehilfe in Beziehung auf die Schulbildung gestellt werden, sind so bemessen, daß ihnen von jungen Leuten, welche den Unter* richt einer tüchtigen Volksschule genossen haben, ohne Vorbereitung in besonderen Anstalten genügt werden kann. Ein Bedürfniß für das Bestehen derartiger Vorbereitungsanstalten, die durch die Beilegung der Bezeichnung als „Postfachschule" oder „Poftschule" bei Unkundigen die irrtümliche Meinung erwecken, als sei ihr Besuch für die den Eintritt in den Postdienst erstrebenden jungen Leute Vortheilhaft oder gar erforderlich, wird Seitens der Reichs-Postverwaltung in keiner Weise anerkannt. Erfahrungsmäßig vermögen auf solchen Anstalten in verhältnißmäßig kurzer Zeit mehr äußerlich eingeprägte als innerlich angeeignete Kenntnisse nicht die gleichmäßig in sich abgeschlossene Vorbildung zu ersetzen, wie sie die Schüler einer mehrklassigen Elementar» schule oder einer Mittelschule in dem staatlich geordneten Unterricht durch berufene Kräfte empfangen. Demgemäß hat sich wiederholt herausgestellt, daß die Zöglinge derartiger Vorbereitungsanstalten auf die Dauer den Anforderungen, welche postdienstlich an sie gestellt werden müssen, nicht zu genügen vermögen, und es sind Vorkehrungen getroffen worden, um die Aufnahme mangelhaft und einseitig vorgebildeter junger Leute in den Postdienst zu verhindern. — Betrug? Aus Bensheim, 5. August, wird geschrieben: Ein im öffentlichen Dienst stehender Herr dahier wurde in letzterer Zeit wiederholt von verschiedenen Firmen der Stadt Gießen mit Mahnschreiben behelligt und darin um Begleichung der daselbst angeblich contrahirten Schuldverbindlichkeiten angegangen. Da aber der betreffende Herr weder jemals in Gießen weilte, noch mit den mahnenden Firmen in irgend welchen Geschäftsverbindungen stand, so ist wohl die Annahme gerechtfertigt, die Firmen seien das Opfer irgend eines Gauners geworden, oder es liege eine überaus fatale Verwechselung vor, deren Aufklärung unter Umständen erst vor Gericht erfolgen wird. — Feldgottesdienst während der Kaifenuanöver. Aus den Soldaten der Kasseler Garnison wird ein Sängerchor gebildet, welcher bei dem Feldgottesdienst die Gesänge auszuführen hat. Der Musikdirigent des 83. Infanterie-Regiments, Albin Müller, ist mit der Leitung des Chores beauftragt worden. — Gemeindesteuern. In den sechs Städten des Groß- herzogthums, in welchen die Städteordnung eingeführt ist, gestaltet sich für das gegenwärtige Steuerjahr 1891/92 die communule Besteuerung folgendermaßen, wobei die betreffenden Ziffern des Steuerjahres 1890/91 in Klammern beigefügt sind: Steucrsumme Alzey 73 600^. 22,923 H ( 73 600«^mit 23,104 H) Darmstadt 994 596 „ 25,0 „ ( 863500 „ „ 22,906 „) Gießen 317 584 „ 25,5 „ ( 312632 „ „ 25,5 „) Mainz 1411212 „ 25,5 „ (1360049 „ „ 25,8 „) Offenbach 510000 „ 23,37828 ( 440000 „ „ 20,947 „) Worms 350000 „ 22,603 „ ( 320000 „ „ 21,999 „) Aus dieser Uebersicht geht hervor, daß Alzey bei gleichem Steuerbedars seinen Ausschlagscoöfficienten um eine Kleinigkeit herabsetzen konnte, Gießen und Mainz den vorjährigen Coefficienten beibehielten, während für Darmstadt, Offenbach und Worms eine Erhöhung desselben zu verzeichnen ist. Es ist von Interesse zu beobachten, daß in den Städten mit Städteordnung das Verhältniß der Communalbesteuerung dauernd immer ein annähernd gleiches bleibt. Der Unterschied zwischen dem höchsten Steuersatz (Mainz mit 25,8 Pf.) und dem niedrigsten (Worms mit 22,603 Pf.) beträgt nur ettoa 3,2 Pf. auf die Mark Steuercapital. Auch in den größeren Landstädten sind noch ziemlich gleichartige Communalsteuerverhältnisse vorhanden, selten sinkt dort der Steuersatz unter 20 Pfg., oder steigt über 30 Pf. Der Natur der Sache nach finden sich aber auf dem platten Lande die allergrößten Unterschiede auf diesem Gebiet. Es giebt viele Landgemeinden (besonders in Rheinhessen), die unter 10 Pf. auf die Mark Steuercapital an Communalsteuern erheben, dann kommen auch wieder, besonders in Oberhessen und im Odenwald, zahlreiche Gemeinden mit Communalsteuern, von denen sich der Städter gar keinen Begriff macht. Ausschlagscoesficienten von 40-60 Pf., auch 70 Pf. und darüber, sind dort keine Seltenheit- die kleine Gemeinde Schmitten im Kreise Friedberg muß sogar 91,326 Pfg. auf die Mark erheben und dürfte damit die verhältnißmäßig höchste Communalsteuer im Großherzogthum haben. Merkeufritz (Kreis Büdingen), 5. August. In der Zeit vom 6. bis 30. Juli d. I. war bei Gastwirth Eißner eine Frankfurter Feriencolonie untergebracht, welche aus 18 Knaben im Alter von 9 bis 14 Jahren unter Führung des Herrn Lehrers Zimmermann bestand. Der Gesundheitszustand der Knaben hat sich durch den Aufenthalt beträchtlich gehoben. Sauer-Schwabenheim, 5. August. Gestern schlug hier der Blitz in einen Kirschbaum ein, auf dem kurz vorher nicht weniger als fünf Männer Kirschen gepflückt hatten. Der Baum wurde ganz zerstört. -6- Büdingen, 6. August. Der Zimmergeselle Johannes Eise von Lich, welcher bei dem Aufschlagen des Gebälks des mehrere Stockwerke hohen Schäser'schen Fabrikgebäudes thätig war, stürzte heute in einer Höhe von etwa 14 Metern vom Bau herab, wobei er so schwer verletzt wurde, daß er sofort in das hiesige Spital verbracht werden mußte. Der Verunglückte soll mehrere Minuten vor dem Sturze gar nicht beschäftigt gewesen sein, sondern ruhig auf einem Bretter- gerüfte gestanden haben, sodaß die Vermuthung nahe liegt, daß er plötzlich von einem Schwindel befallen worden ist. △ Mainz, 6. August. Die ständig steigenden Fleischpreise haben hier eine bedeutende Abnahme des Fleischconsums herbeigeführt. Bei erheblicher Steigerung des Bevölkerungsstandes wurden im verfloffenen Jahre hier geschlachtet: 9606 Stück Großvieh (im Jahre 1889 10 077) 18832 Stück Kleinvieh (im Jahre 1889 20968), 28191 Schweine (im Jahre 1889 28191). Schon im Jahre 1889 war gegen das Vorjahr ein bedeutender Rückgang zu bemerken jedoch war das Verhältniß weniger ungünstig wie im verflossenen Jahre. A AuS dem Großherzogthum Heffe», 6. August. Wie das „Mainzer Journal" mittheilt, erregen an der Bergstraße Untersuchungen wegen Be stehens geheimerBer- bin düngen unter den Gymnasiasten des Bensheimer Gymnasiums großes Aufsehen. * Worms, 6. August. Bon einem namenlosen Unglück wurde die hier lebende Familie B. heimgesucht. Deren Sohn, welcher zu einer 8wöchigen Uebung nach Darmstadt einberufen war, nahm sich dieses so sehr zu Herzen, daß er einen Selbstmord beging, indem er sich bei Darmstadt von einem Eisenbahnzug überfahren ließ. Er hatte sich in den Kopf gesetzt, daß seine Ersparnisse, welche er sich gemacht, bei dieser Gelegenheit wieder draufgingen. Als bescheidener junger Mann wurde er überall geachtet und geehrt. Genannter Familie wurde schon früher eine Tochter vergiftet, während vor nicht langer Zeit ein Sohn, welcher zu der Heilsarmee übertrat, bei einem Bekehrungsversuch in Berlin unter eine Schaar brutaler Burschen gerieth, die ihn dermaßen zurichteten, daß er länger als ein halbes Jahr auf dem Krankenlager zubringen mußte. Außerdem besitzt die Familie noch eine Tochter, welche als barmherzige Schwester nach Afrika ging und seitdem als verschollen gilt. Vermijd?tcs* * Frankfurt a. M., 5. August. Wir haben in Nr. 179 eine Mittheilung darüber gebracht, wie stark am letzten 20-Pfennigtag die Zahl der Besucher der Sehenswürdigkeiten des Ausstellungsplatzes, wofür Eintritt zu entrichten ist, war- heute lassen wir eine Zusammen stellung des Consums in den Restaurationen der Ausstellung am letzten Sonntag folgen. Es wurden getrunken und gegessen im Münchener Bürgerbräu 61 Hectoliter Bier (a Liter 60 Pf.), 9000Stück Würstchen mit Kraut (ä 30 Pfg.), 1% Center Schinken, 30 Gänse, 25 Hühner rc., in der Pfungstädter Bierhalle 60 Hectoliter Bier (ä Liter 50 Pf.), 400 Würste, 300 Laib Brod, 1000 Brödchen, 109 Pfund Schinken, 40 Pfund Käse rc., in der Volksbierhalle 68 Hectoliter Bier (ä Liter 40 Pf.), 2500 Würstchen, 2100 Schinken- brödchen, 700 Laib Brod, etwa 5 Gentner verschiedenes Fleisch, in der Freyeisen'schen Aepselweinhalle13 Hectoliter Aepfelwein, 115 Pfund Schinken, 1 Center Wurst, 60 Laib Brod, 2000 Eier. Vorn Sauerbrunnenliqueur wurden über 2000 Glas ausgeschenkt. Bei Fromm, in der Czarda, Kalifornischen Weinstube, großen Restauration, Main- Restauration, bei Bernhard auf dem Tatzelwurm war von Nachmittags 3 Uhr an kein freies Plätzchen mehr, bei Bols nicht anzukommen, die American-Bar stets dicht besetzt. Im Cas6 Milani wurden an 9000 Tassen Kaffee getrunken und dabei noch 9 Hectoliter Pilsener Bier verzapft, 1000 Portionen Eis abgegeben und 600 belegte Brödchen gegessen. Die Dampfmolkerei in der Vertheilungshalle, die zwei Stunden in Thätigkeit war, gab in dieser Zeit 400 GlaS Milch ab. Der rauchende Theil des Publikums versorgte sich in der tzolz'schen Cigarrenhandlung mit ca. 10000 Cigarren. * Marburg, 4. August. Ein Heirathsschwindler und Hochstabler schlimmster Sorte, der die verschiedensten Gegenden Deutschlands unsicher gemacht, erhielt von der hiesigen Strafkammer den Lohn für seine Schwindeleien. Es ist der frühere Maschinenmeister W. Hoffmann aus Dresdener hat es fertig gebracht, sich mit sechs jungen Mädchen zu gleicher Zeit zu verloben, ohne eine zu heirathen, denn er hatte es weniger auf die Herzen als auf den Geldbeutel feiner Schönen abgesehen. H. ist noch dazu verheirathet, aber ein Mann in den dreißiger Jahren und mit äußeren Vorzügen ausgestattet. Im August 1888 verlobte er sich mit einem jungen Mädchen in Hamburg, die aus Kirchhain in Hessen gebürtig war uud ihren lustigen Bräutigam mit zu ihrem Vater, einem Landwirth, nahm. Von seinem zukünftigen Schwäger erschwindelte er sich nun unter einer Reihe salscher Vorspiegelungen 115 Mk. und „verduftete" damit. Jetzt entdeckte man auch, daß der „Bräutigam" Kisten und Koffer durchwühlt und außerdem noch 20 Mk. der Braut entwendet hatte. Daraus tauchte H. in Berlin auf und verstand es alsbald, das Herz einer vertrauensseligen Köchin zu gewinnen, welche ihm zur angeblichen Herrichtung des traulichen Heims — der Hochzeitstag war bereits angesetzt — ihre Ersparnisse im Gesammtbetrage von 700 Mk. anver- traute, aber weder den „Bräutigam" noch ihr Geld jemals wiedersah. Zur selben Zeit verlobte er sich auch unter der Maske eines Wachtmeisters mit einem anderen jungen Mädchen, das gern Frau Wachtmeisterin werden wollte, und ihrem „Bräutigam" das Sparkassenbuch über 245 Mk. aushändigte. Selbstredend verschwand H. auch dieser Geliebten alsbald aus den Augen. Wenige Tage später hatte derselbe es fertig gebracht, in Berlin, Dresden und anderen Orten mit noch brei weiteren jungen Mädchen, die in dienender Stellung tnaren und sich einen hübschen Heller Geld erspart hatten, in intime Beziehungen zu treten und sich mit ihnen zu verloben, worauf er ihnen ihre sämmtlichen Ersparnisse von 200, 250 unt) 750 Mk. ab schwindelte. Den Hochzeitstag hatte er, um öie heirathslustigen Mädchen sicher zu machen, stets anberaumt unfc zwar in allen sechs Fällen auf einen Tag. Hoffmann wurde insgesammt zu sechs Jahren Zuchthaus und 1200 Mk. Geldstrafe oder weitere 80 Tage Zuchthaus, sowie 6jähriqem Ehrverlust verurtheilt. * Berlin, 6. August. Das städtische Familienobdach ist gegenwärtig gegenüber dem Besuch der Vorjahre überfüllt, was insbesondere um diese Jahreszeit eine ungewöhnliche Erscheinung ist. Während sich daselbst am l.Juli d. I. 129 Familien mit 509 Personen, darunter 27 Säuglinge, und 60 einzelne Personen befanden, belief sich die Zahl der Familien am 1. August noch immer auf 108 mit 402 Personen, darunter 28 Säuglinge und die Zahl der einzelnen Personen auf 70. — Das Asyl für nächtliche Obdachlose benutzten im Laufe des Monats Juli 11 247 Personen, und zwar 10242 Männer und 1005 Frauen. Von diesen Personen wurden 7 dem Krankenhause Friedrichshain, 65 bent Arankenhause Moabit, 10 der Charit« überwiesen, 428 (406 Männer und 22 Frauen) der Polizei vorgesührt. * Alle Wetter! Die rheinische Stadt Bernkastel beging dieser Tage den 600. Gedenktag ihrer Erhebung zur Stadt. Zur Feier des Ereignisses hatte der löbliche Magistrat im Marktbrunnen das Wasser abgestellt und in den Brunnen ein Fuder (etwa tausend Liter) köstlichen Bernkasteler Weins geleitet. Jedermann durfte trinken, so viel ihm beliebte, und es ließ sich dann auch Niemand nöthigen. * Bedenklicher Comperativ. Käufer: „Dieser Rubens soll 3000 und jener 5000 Mk. kosten . ... ich kann aber keinen Unterschied zwischen beiden Bildern entdecken!" — Kunsthändler: „Verzeihen Se — der zu 5000 ist eben noch echter!" Unirxrsitäts - Nachrichten. G. Erlangen, 7. August. Der neuernannte König!. Univer- fitäts-Quästor Johann Heene hat unterm 6. d. M. die Verwaltung der Königl. Universitäts-Haupttasse Erlangen übernommen. Kiel, 2. August. Die Universität halben Professor Friedrich 9. Esmarch zum Doctor der Rechte honoris causa ernannt. - Aus Kiel berichtet die „Kieler Zeitung": Die durch den Staatshaushalts-Etat an der hiesigen Universität neu begründete «uherordenUiche Profesiur für Hygiene ist von dem Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten dem außerordentlichen Professor Dr. Bernhard Fischer übertragen worden. Zugleich ist derselbe zum Dtrector des hiesigen Hygienischen Instituts ernannt fworden. Professor Dr. Fischer wird an der hiesigen Universität das gesammte Gebiet der Hygiene in Vorlesungen und Uebungen vertreten. Verkehr, Land« und volkswrr-chrchachL. — In Oberhessen und Umgebung finden im Monat August m. A. folgende MLrtte statt: . Den 10. in Hungen Vieh- und Krämermarkt, Herbstein, Schotten 2 Tage Pferde- und Viehmarkt, Mainz 14 Tage Messe, Usingen Vieh- und Krämermarkt. Den 11. in Weilburg Vieh- und Krämermarkt. Den 12. in Friedberg Vieh- und Krämermarkt, Schotten. Den 17. in Echzell Diehmarkt. Den 18. in Darmstadt Diehmarkt, Gießen Vieh- und Krämermarkt, Ober-Seemen 2 Tage Viehmarkt. Den 21. in Vilbel 2 Tage Krämermarkt. Den 24. in Alsfeld Viehmarkt, Lich Vieh- und Krämer- markt, Mainzlar Fohlenmarkt, Freiensteinau Viehmarkt. Den 26. in Gedern Kramermarkt, Wetzlar Vieh- und Krämermarkt, Frankfurt a. M. 3 Wochen Messe, Gladenbach Vieh- und Krämermarkt. Den 27. in Butzbach Vieh- und Krämermarkt, Grünberg Vieh- und Krämermarkt. Den 28. in Rodheim v. d. H. Schweinemarkt. Den 31. in Langsdorf Vieh- und Krämermarkt. — tlein Petroleum gegen Ungeziefer. Das Petroleum wird in der neuesten Zeit sehr häufig zur Vertilgung der Blattläuse und anderer schädlicher Jnsecten empfohlen. Es ist jedoch nach der Zeitschrift „Der Obstgarten" absolut von der Anwendung desselben in der Obstbaumzucht abzurathen. Am verderblichsten wirkt es an Pflaumen- und Aepfelbäumen, etwas härter erscheinen Kirsch- und Birnbäume. Jeder Tropfen, der auf Stamm oder Ast eines BaumeS fällt, wird von der Rinde aufgesogen wie Tinte von Fließpapier. Es durchdringt damit das Petroleum alle Gefäße, hindert häufig das Aufstetgen des Saftes und bewirkt damit meist Abfallen der Blüthen und Früchte. An zwei Johannisbeersträuchern, die mit Wasser bespritzt wurden, in das 0,25 Liter Petroleum gemischt worden war, fielen sämmtliche Früchte ab und viele Blätter verdorrten gan» oder zum Thetl. Man sieht daraus, daß auch krautartige Triebe davon absterben, wenn sie damit bespritzt, benetzt oder bestrichen werden, häufig tritt der Saft ganz aus ihnen zurück. Darum kein Petroleum gegen Ungeziefer. kirchliche Anzeige« der Stadt Siesten. Evangelische Gemeinde. - Gottesdienst. 11. Sonntag nach Trinitatis, 9. August: Vormittags Uhr: Pfarrer Dingeldev. Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler Vormittags 11 Uhr in der Friedhofscapelle. Pfarrer Dingeldey. Katechismuslehre für die Realgymnasiastcn und Realschmer Vormittags 11 Uhr in der Kleinkinderschule. Pfarrer Dr. Naumann. Christenlehre für die confirmirten Mädchen Nachmittags 3 Uhr in der Stadtkirche. Pfarrer Schlosser. Dienstag den 11. August, Vormittags 9'/r Uhr: Gottesdienst in der Kirche für die evang. Arbeiter aus Schlesien, in polnischer und deutscher Sprache. Superintendent Böhmer au- Goschütz. . Am 12. Sonntag nach Trinitatis, 16. August: Feier des heiligen Abendmahls; Beichte am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr. Am Sonntag den 16. August wird nach beiden Gottesdiensten die jährliche Kirchen-Collecte für die innere Mission erhoben werden. , ~ Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 9. bis 15. August besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. 12. Sonntag nach Pfingsten, 9. August: Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 8/*6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr erste hl. Meffe; um Va8 Uhr zweite hl. Messe; um o/410Uhr Hochamt mit Predigt- Nachmittags um Vr3 Uhr Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 8. August: Vorabend 7<» Uhr, Morgens 8« Uhr, Nachmittag« 4W Uhr, Abends 8« Uhr. Ausverkauf in Buxkin, reine Wolle nadels. ca 140 cm brt. ä Mk. 1.75 Pf. p. Meter zu enorm reduzirten Preisen liquidtren daö vorhandene Lager und versenden jedes beliebige Quantum direct an Private. 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Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag 5'Uhr vom Sterbehause Frankfurter Salon - Bier (hell nnd dunkel) aus der Oberländers Bier- brauerei-Actienges ells chaft empfehlen per Flasche 20 H frei Briefpapier und Couverts Neue Pollhäringe, Neues Grünkorn, Neue Essiggurken empfiehlt billigst C Roth. Frische Eier, schwere Waare. „ 1 Familienkarte 3. Tageskarten für Nichtmitglieder kosten ä Person • 4. Einmaliger Eintritt am den Festplatz ä Person 5. Nichtmitglieder zahlen für das Concert in der Festhalle am Vorabend des Festes ä Person Familtenkarten sind nur gültig für Eheleute, deren erwachsene Töchter und schulpflichtige Kinder. Alle auf die Familienkarte eintretenden erwachsenen Personen sind namhaft zu machen. Personen- und Familienkarten für Nichtmitglieder sind durch Herrn Wilhelm Marguth im Rathhause zu beziehen. [7098 Butzbach, den 4. August 1891- Der Fest-Ausschuss. cz&42.— Einzelne Bettstücke zu gleichen Preisen. — In besseren Betten eben- salls großes Lager.[6926 7100] Ein fast neues SicherheitS-Zweirad wegen Abreise billig zu verkaufen Äwengasse Nr. 9, 2. Stock. Con^sbericht »oh E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 7. August 189L Schlußcovrs. 1 Uhr 15 Min. Öffi“ Sehr reiche Dame (Waise), 21J., mit Kind, welches adopttrt werden muß, wünscht sofort zu heirathen. Vermögen nicht beansprucht. Nicht anonyme Off. erbeten „Redlich^Post 12 Berlin. [6498 3% Reichsanleihe 31/« °/o do. 3% Preuß. ConsolS Wie do. Ein wahrer Schatz' für die unglücklichen Opfer der Selbstbefleckung (Onanie) > und geheime« Ausschweifnngen ist das berühmte Merk: [4218 Dr. Relaus Zelbstbewahrusig | 80. Aufl. Mit 27 Abbild. PreisI 3 Mark. Lese es Jeder, der an den schrecklichen Folgen dieses Lasters leidet, seine aufrichtigen Belehrungen rette« jährlich Tausende vom sichern Tode. 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Credtt-Act. 249 75 Mainzer E.-B.-Act. Oest. StaatSb.-Act. 242.00 Marienburger E.-B.-Act 4% Mainzer St.-Aul. 10LR0 >Ver. König s-Laurab--Aet. Gelsenk. Bergw.-Act. 156.00 Tendenz: matt. Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.