ction •Sen 2132 ttig, 9. ’ ^n. ^#ceri $0 iWtz RLdtzm taBlxr gesucht. nWtraße 18, parterre, öedrUvgsstrür wird von »rsehen gesucht btt Gebr. Winde»«. •MH Kinder- jl eingetroffen Kleider- je, MsmrtM. MMS irlfluitgt t«nn dB Echud- ■rl. btt Sil». Serderl. Ürtjigt« M»«<» W besseren Haushaltung- :n Ästerweg^partzre. Zunge kann die v«»° Gaiavteriearvttt tt* Ph, Lndeking^ e gesucht Zriedr. Textor. itzgerste tüt 2106 aerfutter, Tf 5.-i #•* Sebr-R^' w^« chBst. 189L Aente l-rrrbienU Orient ts.^ Ü’ gäT** 9-29V -»«- 81 40 76 69 114 tf 10320 »ro° llSbO 1)640 6330 l?6 60 M. 57 Zweites Blatt. Sonntag den 8. März El Der Jfcftraic Anzeiger erscheint täglich, atft Ausnahme de- MentagS. Die Gießener ,A«»itte«rrätter .werden dem Anzeiger /Hchertttich dreimal d eigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. LiertelzLhriger A-snnementsvrrts i 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Rehflctton, Expeditie» und Druckerei: Kchulstratze 3U.L Aerusprecher 51. Amts- ttnb Anzergri>latt ffie bat "Kreis fiiefeat. -i i i — aL»iL.jL,--?g ■■ ■■■■■■; ■■sr.y.. a... a - y---ll-■■■■».-.ll —un 1 «HO»t »on Anzeigen zu der Nachmittag- für den Arrtfttfirifmif• Rettßfäff« «Se «nuoncm-Bureaux des In. und «u-lande- nchm« '«kgmdm Lag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. I ^UUIpMUIUJC. ^UmmtZlU lUtKC. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger^ mtyge*. 1111 !■ Stslistisches über die Lebrnsdauer unserer Acrjte. Als 18. Band von Meyers Conversations-Lexikon beginnt soeben in gleicher Ausstattung das erste Jahres-Supplement*) zu erscheinen, welches zunächst dazu bestimmt ist, das berühmte vor Jahressrist vollendete Werk sortzusühren, sich indessen als eine „Jahres-Encyclopädie" auch allgemein an alle die vielen wendet, welche mit der Zeit sortzuschreiten und sich über die Vorgänge und Fortschritte des vergangenen Jahres auf allen Gebieten menschlichen Wissens und Kännens zu unterrichten gewillt sind. Als eine Probe entnehmen wir dem Band über obiges Thema folgendes: Die Zahl der Aerzte Deutschlands betrug 1890: 18846. Die Zunahme bezifferte sich in den letzten 3 Jahren aus 826, 777 und 379. In Bayern ist die Zahl der Aerzte um 105 oder 4,7 pCt. zurückgegangen, in Preußen um 342 oder 3,4 pCt. gestiegen. Von den einzelnen Staaten besaßen Preußen 11009, Bayern 2126, Sachsen 1384, Baden "783, Württemberg 684, Elsaß-Lothringen 591, Hessen 486, Hamburg 379 Aerzte rc., von den preußischen Provinzen die Rheinprovinz 1713, Berlin 1460, Schlesien 1299, Sachsen 921, Hannover 915, Hessen-Nassau 887, Brandenburg 797, Westfalen 795, Schleswig-Holstein 522, Ostpreußen 476, Pommern 457, Posen 399, Westpreußen 349 Aerzte. In allen preußischen Provinzen mit Ausnahme Pommerns zeigte sich eine Zunahme, welche in Schleswig-Holstein mit 6,1 pCt. am größten war. Aus 1OO qkm kommen im Reich 3,48 Aerzte und zwar in Sachsen 9,20, in Hessen 6,30, Baden 5,20, Württemberg 3,50, Preußen 3,16, Bayern 2,80, Mecklenburg-Schwerin 1,65. Noch ungünstiger stehen die preußischen Regierungsbezirke Gumbinnen und Köslin mit 0,8, Marienwerder, Bromberg, Lüneburg, Stade, Frankfurt a. O. und Posen, dagegen haben die Regierungsbezirke Köln 10,56, Düsseldorf 11,81 Aerzte aus 100 qkm und von den preußischen Provinzen Ostpreußen 1,25, Westpreußen, Posen je 1,35, Pommern 1,49, Brandenburg 4,93, Hannover 2,40, Schleswig-Holstein 2,76, Schlesien 3,18, Sachsen 3,61, Westfalen 3,92, Hessen-Nassau 5,57, Rheinland 6,51 Aerzte auf 100 qkm. Auf 10 000 Einwohner (Zählung von 1885) kommen im Reich 4 Aerzte (1887 : 3,60), in Hamburg 6,69, Hessen 4,98, Baden 4,97, Sachsen 4,38, Bayern 4,10, Preußen 3,86, Württemberg 3,45. Dagegen hat Sachsen-Meiningen nur 3,26, Reuß ä. L. 2,5 Aerzte auf 10000 Einwohner. Noch ungünstiger stehen Posen mit 2,24, Ostpreußen mit 2,35, Westpreußen mit 2,40, dann folgen Pommern mit 3, Schlesien *) Meyers Converjationö-Lexikon. Vierte Auflage. Jahres- Supplement 1890/91. 16 wöchentliche Lieferungen zu je 50 Pfg. (30 Kr.) — 1 Band in Halbfranz gebunden 10 Mk. (6 Fl.) Leipzig und Wien, Bibliographisches Institut. mit 3,12, Brandenburg mit 3,41, Westfalen mit 3,61, Sachsen mit 3,79, Rheinland mit 3,96, Hannover mit 1,19, Schleswig Holstein mit 4,36 Aerzten aus 10000 Einwohner. Unter den Regierungsbezirken bilden die Extreme Wiesbaden mit 6,80, Gumbinnen mit 1,61 Aerzten ans 10000 Einwohner. Entsprechend der Unsicherheit der Angaben über Berufskrankheiten und die Lebensdauer der Angehörigen einzelner Berufsklaffen hat man den Aerzten bald eine sehr hohe, bald eine kurze Lebensdauer zugefchrieben. Birnbaum hat nun unter Benutzung des Medicinalkalenders die Angaben über 15 000 Lebende und 2000 Gestorbene des ärztlichen Standes zu einer vergleichenden Untersuchung verwerthet und dabei das 25. Lebensjahr als Zeitpunkt für den Eintritt in den ärztlichen Stand angenommen. Ein Vergleich der wichtigsten Ergebnisse der" von Birnbaum berechneten Sterbetafel mit den gleichartigen Angaben der preußischen Volkstasel für Männer ergibt folgende Zahlen: Alter in voll' endeten Jahren Absterbeordnung Lebenserwartung Durch fernere Aerzte Jahre chnttttiche Lebensdauer Manner überhaupt Iahte Aerzte Männer überhaupt Aerztc Jahre Männer überhaupt Jahre 25 10000 10000 37,1 36,6 35,2 34,7 30 9799 9547 32,4 32 6 30,8 31,2 35 9375 9066 28,1 28,8 27,1 27,7 40 8810 8508 23,9 25,0 23,7 24,4 45 8340 7859 19,8 21,4 19,9 21,2 50 7528 7120 16,3 17,9 16,7 18,1 55 6601 6288 12,8 14,7 13,7 15,1 60 5492 5328 10,0 11,7 11,0 12,4 65 4129 4253 7,7 8,9 8,7 9,9 70 2758 3062 6,9 6,7 6,9 7,8 75 1548 1890 5,0 5,0 5,4 6,0 80 767 947 2,8 3,7 3,5 4,7 85 249 355 0,8 2,9 1,8 3,8 Die Lebenserwartung und die durchschnittliche fernere Lebensdauer der Aerzte sind hiernach von der Vollendung des 30. Lebensjahres ab etwas niedriger als bei der gejammten männlichen Bevölkerung des preußischen Staats, obgleich letztere eine nicht unbeträchtliche Anzahl gebrechlicher oder mit chronischen Krankheiten behafteter Personen einschließt, während das Ergreifen des ärztlichen Berufs eine gewiffe günstige körperliche Beschaffenheit voraussetzt, so daß der durchschnittliche Gesundheitszustand der jungen Aerzte überhaupt ein besserer ist als der der gesammten männlichen Bevölkerung. Die Thütigkeit des Arztes gefährdet mithin dessen eignes Leben in merklicher Weise. DermiMtte». *△ Mainz, 6. März. Seit den zwei letzten Tagen, an welchen das Wasser gestiegen ist, entwickelt sich auf dem Rhein ein selten reges Leben. Neben den Köln-Düffeldorfer und Niederländer Booten, die seit gestern ihren fahrplanmäßigen Betrieb wieder ausgenommen haben, gingen heute den ganzen Tag über zu Berg und zu Thal große Schleppzüge hier vorüber, denen sich die größeren Schleppdampfer und Remorqueure anschlossen, die den Winter über gezwungen waren, sich in den hiesigen und umliegenden Häfen einem unfreiwilligen Stillleben hinzugeben. Die zu Berg fahrende« Schleppzüge haben bis jetzt zum größten Theil nur Kohle« gebracht. — Da die Floßhasen hier und in Schierstein noch voll Eis stehen, ist die eigentliche Flößerei noch nicht eröffnet. Nur einige kleinere Flöße, deren Holz den Winter über auf Bollrücker gelegen, sind bis jetzt weggcgangen. * Wilhelmshaven, 3. März. Bei der Anfertigung von Revolver-Granaten im hiesigen Artilleridepot entstand heute eine Explosion. Es wurde ein Mann durch das Crepiren eines Geschosses getödtet, vier Leute wurden schwer verwundet. ■ ■■ I, IHIBUI'JI-ILJI1 1 I -----m---!-----L12JE- —!_■-----Jl J «■»— Locales und ^provinzielles. Gießen, 7. März. — Die nächste Sitzung des Oberheff. Gejchichtsverein- wird Dienstag den 10. März, Abends 8 Uhr, im Saale des Casv Balzer (Ebel) stattfinden und wird dabei Herr Rentner F. Kost er von Darmstadt Bericht erstatte« über seine neuesten Untersuchungen. — Kaiser Panorama. Zu einer Reise nach dem Orient, Konstantinopel, ladet uns der Besitzer des Kaiser-Panoramas ein, und Jeder sollte dieser Einladung Folge leiste«, da die Residenz des Sultans erstens durch die Reise Seiner' Majestät des Kaisers Wilhelm II. und zweitens in der Orientpolitik von großer Bedeutung ist. Wir machen deßhalb unsere Leser auch an dieser Stelle aus die interessante Ausstellung aufmerksam, zumal diese Serie nur bis Mittwoch Abend ausgestellt bleibt, da am Donnerstag zum ersten Male der Feldzug 1870—71 zur Ausstellung gelangt. Butzbach, 5. März. Am vorigen Freitag setzte ein vorübergehend anwesender, aus der Provinz Brandenburg stammender Handwerksbursche eine Anzahl hiesiger Bewohnerin^ nicht geringe Aufregung. Derselbe kniete nämlich vor einzelnen Passanten nieder und sprach Gebete und kirchliche Sprüche. Abends kehrte er in die Herberge zurück, begab sich alsbald, anscheinend um anderen Tages wieder abzureisen, zur Ruhe. Doch plötzlich scheint ein altes Leiden, woran der Unglückliche schon früher einmal gelitten haben soll, wieder zum Ausbruch gekommen zu sein. Unangekleidet wie er war. Fenilleton. Der einzige Sohn. Noorlle oon I. Bonnet. (Schluß.) Ihren Mann suchend, der noch soeben in seinem Arbeitszimmer gewesen war und, da er den Geldschrank offen ge- laffen hatte, in jedem Augenblicke wieder da sein mußte, irrte sie unruhig umher, von den Aermchen des Kleinen wie in zärtlichem Mitleid umschlungen. Sie rief auf dem Hofe, im Garten, bis ihr eine Magd mittheilte, sie habe den Herrn in den Keller hinabsteigen sehen. Nachdem Mariechen hinuntergerufen, eilte sie wie in einer Ahnung nach dem Arbeitszimmer ihres Mannes zurück und kam eben recht, um zu gewahren, wie der angebliche Freund sich vor dem Geldschrank zu thun machte und sich die Taschen vollstopfte mit den Geldern, die kürzlich für Getreide eingenommen waren. Bei ihrem unvermutheten Anblick fuhr er zurück, trat ihr dann aber um so kecker entgegen und wagte, den Arm vertraulich um sie zu legen. Ihr empörter Ausschrei und ihres Mannes Eintreten war eins. Dieser stürzte sich mit einem Sprung auf den Frechen und schleuderte ihn über einen Stuhl, der unter ihm zerbrach, zu Boden, wobei das gestohlene Geld mit metallenem Aufklingen über die Dielen rollte. „Dieb Du! Ehrloser!" schrie Arthur. Schon war der andere auf seinen Beinen. Höhnisch stemmte er die Fäuste in die Seiten. „So spielen wir also? Sie, die da, soll wiffen, wer Ser Ehrlosere ist, ich oder Du. Alles soll sie zu hören bekommen, und meine Freunde in der Stadt werden Dich an die Glocke bringen." „Dein Thun hat mir die Augen geöffnet," entgegnete Arthur, „die Augen über mich selbst, der solchen Genoffen haben kannte, einer des anderen würdig. Nein, bleib, Marie. Ich selbst will Dir heute alles bekennen, aus meinem Munde sollst Du es hören . . . Ich hatte ein Weib in Amerika . ." „Hatte? Hatte?" rief der andere höhnend. „Du hast zwei Weiber!" „Ich hatte ein Weib drüben und war ehrlos genug, mich mit Dir zu verbinden, Marie. Ich fühlte den Fluch aus meinem Gewiffen und kämpfte, da ich Dich wirklich liebte, einen furchtbaren Kampf mit mir selbst, in dem ich unterlag, da mir Dein Besitz alles galt und in mir eine Hoffnung glimmte, durch Dich und mit Dir könne ich mir das verlorene Leben wiedergewinnen. Da — als unser Hochzeitstag vor der Thüre war — erhielt ich ein Packet aus Amerika, die letzten Andenken meiner Frau, der ich durch meine Untreue, mein heimliches Verlassen des amerikanischen Bodens das Herz gebrochen hatte und die mir dennoch ihre Vergebung zusichern ließ." Schwere Tropfen rollten ihm, den Mariechen der Thränen für unfähig gehalten hatte, über die Wangen herab. Ein rohes Gelächter unterbrach die Stille. „Scheinheiliger Lügner!" rief der Genosse. Arthur trat rasch an den Geldschrank. „Hier sind die Beweise der Wahrheit," sagte er, seiner Frau ein Päckchen in die Hand legend, „urtheile selbst." Aus seinen Wink entfernte sich Mariechen mit de« zitternden Kinde auf dem Arm, während Arthur, eine Pistole vom Arbeitstische nehmend, sich an den Genoffen wandte. „Dort steht der Gewehrschrank. Wähle Dir eine gleiche Waffe aus, wenn nicht, so schieße ich Dich nieder, wie Du hier stehst. Du hast meine Frau, diesen Engel zwischen uns beiden, beleidigt. Der Tod soll uns quitt machen." „Schließt er meine Lippen, so reden andere," drohte der Elende. „Alles recht. Kom»!" Hinter dem Garten lies ein Stück Eichenwald, mit Busch durchsetzt, hin. Mariechen hatte unter den alten Eiche« ihre Lieblingsbank, von der sie gern in die stille Weite sah, da ein Durchhauen den Blick frei machte. Dort krachten zu gleicher Zeit zwei Schüsse. Dann ward es füll. Wenige Minuten nachher rollte der fremde Wagen in rasender Schnelle vom Hofe nach der Stadt hin. Mit unendlicher Angst hatte Mariechen den kommende« Dingen entgegengefehen. Die Schüsse, alsdann der davonjagende Wagen, das Ausbleiben ihres Gatten rissen sie jäh empor. „Um Gotteswilleu, was ist geschehen?" In dunklem Triebe eilte sie in den Eichenhain, dem Schalle der Schüsse nach. Ein Aufschrei, ein Zusammensinken . . . Arthur lag da für tobt, und aus einer Brustwunde rieselte das Bl«t unaufhörlich. Mit ihrer Hand die Wunde fest schließend, rief die Arme nach Hilfe. Arthur ward auf sein Bett gelegt. Sie riß ih« die Kleider herunter, wandte, bis der Arzt kam, alle Mittel an, die sie erdenken konnte, kniete neben ihm, der sie matt anlächelte, nieder und betete für fein Heil. „Vergebung . ." flüsterte er. „Vergibst Du mir? . . mir, der ich Dir so viel Böses angethan. . so viel Kummer über Dich gebracht . ." Und als sie nickte und ihm leise die Hand drückte : „Unser Kind . . . unser Junge —" I . 7. 10. tigfeit abbrechen müssen. die Linie Londorf-Gießen würden sich nahezu auSgleichen mit dem Geldaufwand für die vielen Brückenbauten bei der Strecke Londorf- Dte bedeutenden Zuschüsse, welche angeblich von Privaten zu Gunsten des Projccts Londorf-Lollar fchon zugesichert sind, verschwinden gegen die Gesammtsumme der Baukosten und dürften auch sehr klein erscheinen gegenüber den Opfern, welche die bethetltgtcn Gemeinden - insbesondere Gießen - zu bringen bereit sind Die hessische Regierung hat eigentlich nur mit Widerstreben die Linie Londorf-Lollar genehmigt und sie wird sich bet Prüfung deS neuen Projekts sicher hieran erinnern und solches gerade deshalb noch eingehender prüfen. Unsere Landslände aber werden, wenn sie heute nochmals vor die Frage gestellt sind, was das Beste sei, wohl auch erkennen, daß es kein Fehler ist, einen gefaßten Beschluß umzustoßen, um mit einem neuen dem Lande besser zu dienen. . , .. o. . Demnach steht wohl mit Sicherheit zu erwarten, daß die Linie Londorf-Gießen genehmigt wird. Eingesandt. Do« der Lumda, 5. März 1891. Die Nr. 53 Ihres geschätzten Blattes brachte zwei verschiedene Artikel über die viel venttltrte Frage, ob das Project Londorf-Lollar oder Londorf-Gießen vaS beste sei. Es mutz nun in voller Ueberetnstimmung mit dem überwiegenden Thetl der dabei tnteressirien Bevölkerung als zweifellos erschet- nen, dah das Project Londorf-Gießen entschieden den Vorzug verdient. Wenn jener Artikel aus dem Lumdathal sagt, daß die Linie Londorf-Gießen den Interessen der Bevölkerung dtrect zuwtderlaufe, so wird damit eine Behauptung aufgestellt, für welche ein wirklich stichhaltiger Beweis nicht geführt worden ist; aber die zu Gunsten der Linie Londorf-Gießen etngelaufenen Massenpetitionen beweisen daS gerade Gegenthetl. Jener Artikel behauptet, daß man naturgemäß den Bau einer möglichst kurzen Linie habe beschließen müssen und dem gegenüber erscheint es sonnenklar, daß man mit jener kurzen Bahn der fteuer- zahlenden Bevölkerung nicht genügend Rechnung trägt. Es handelt sich beim Bahnbau besonders darum, die aus dem Staatssäckel fließenden Mittel auch der Gesammthett wieder dienstbar zu machen und das kann unzweifelhaft nur dann geschehen, wenn eine möglichst große Anzahl von Ortschaften in den Bahnoerkehr mit ausgenommen wird, wie dies im Project Londorf-Gießen allein vorgesehen ist. Die Bergwerks- und Hüttenbesiher werden fchon danach streben, die Raturfchätze deS Lumdathales aufzufchltctzen, doch die übrige Bevölkerung muß naturgemäß den höchsten Werth darauf legen und dafür Sorge tragen, daß sie selbst beim Bahnbau nicht zu kurz komme; letzteres würde aber bet Ausführung der Linie Londorf Lollar der Fall sein, weil dann viele große Ortschaften unberührt neben liegen blieben. Auch die Arbeitsgelegenheit würde sich mit der Eröffnung der Linie Londorf-Gießen noch vetmehren, denn der Fuhrwerksbetrteb nach Lollar müßle nicht allein erhalten bleiben, sondern noch zunehmen, und andererseits hätten die Arbeitsuchenden die beste Gelegenheit, in dem leicht erreichbaren Gießen Arbeit und Verdienst zu nehmen. Bezüglich deS Kostenpunktes denkt man, daß, wenn denn doch in Hessen Dutzende von Millionen zum Bau von Nebenbahnen aus- gegeben werden sollen, dann käme es auf weitere 2—300000 Mark auch nicht an, wenn die Linie Londvrf-Gteßen und dadurch eine dtrecte Verbindung mit Gießen geschaffen wird, wohin die Bevölkerung in allen Beziehungen graotttrt. Dem gegenüber erscheint die Linie Londorf-Lollar nur alS eine halbe Maßregel, welche dem Volke nicht gibt, waS cS braucht. Der heutige Stand der Technik kennt Terrain Schwierigkeiten bet Bahnbauten fast nicht mehr und die eventuellen Mehrkosten für Der Postdampfer „Belgmland" der „Red Star Line" in «nt- werpm ist laut Telegramm am 4. März wohlbehalten in Philadelphia a"gE Der Postdampfer „Rhnyland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 5. März wohlbehalten in Newport angekommen. verabfolgt werden. 5. Selbstverständlich ist es, daß befallene, dumpstge, schimmelige Rauhfutterstoffe, gefrorene, angefaulte Wurzelfrüchte, Getreide, welches durch Kornrade und Mutterkorn verunreinigt ist, nicht verabreicht werden dürfen, i 6. Die Fütterung soll wohl kräftig, aber nicht mastig sein, weil sonst die Blutmenge zu sehr verringert wird. Ferner ist zu beachten, daß: 7. die Stalltemperatur eine angemessene ist. 8. Fleißiges Putzen ist sehr dienlich, darf jedoch nicht *tt dem Striegel geschehen. Reinlichkeit ist höchst nothwmdig. 9. Vor unziemlicher Behandlung sind die Thiere zu schützen. Arbettsthtere dürfen leichte, langfame Arbeit btS kur- vor dem Gebären auSführen, wogegen schwere und schnelle Dienstleistungen fchon mit der zweiten Periode der Trach- durcheilte er die Straßen unserer Stadt und suchte zu entfliehen, doch dieses war nicht denkbar. An dem Weiselerthor wurde man des armen Menschen habhaft, von wo derselbe in das hiesige Hospital verbracht, dort streng bewacht und Sicherheitsmaßregeln angeordnet wurden, welche ein Entrinnen unmöglich machten. Wie wir hören, ist der kranke jetzt wieder rnhiger geworden, so daß seine Uebersührung in eine Heilanstalt alsbald erfolgen dürste. W. B. kaudwirthschaftliche Winke und Nathschlage. LaudwirthfchafUiche Nebenbetriebe. △ tltti Oberhefsen, Ende Februar. Es war doch eigentlich früher, alS der Kampf ums Dasein »,r etwa 30 Jahren noch nicht erfunden war, viel gemüthlicher als setzt", meinte ein intelligenter Landwirth, der so in der Mitte der Sechziger steht, sein Anwesen prächtig im Stande hält, trotz aller Toncurrenz vorwärts gekommen ist und den Hof zu Ende deS ab- {elaufenen Jahres feinem Sohne übergeben hat. „Ich sage Ihnen, iese Hetzjagd in allen Zweigen des menschlichen Berufes, dieses Treiben, Jagen, Hasten, Rennen, Stürzen, Ringen nach Geld und Gut, nach Genuß und Vergnügen verdirbt einem den Humor, raubt die GemüthSruhe, schädigt Leib und Seele!" „Na, machen Sie eS »icht zu arg, guter Freund!" war die Antwort. Wir sind halt mit dem Jahre 1870 in eine ganz neue Epoche in der Weltgeschichte eingetreten, wir müffen uns in politischer, socialer, technischer, rechtlicher, sogar in religiöser Hinsicht ein Bischen anbequemen und daS geht ohne Pressen, Drücken, Klemmen, Fortschreiten nicht ab." — Aber ich habe meinen Hof, meine Aecker, meine Wiesen, meine Gebäulichkeiten und meinen Garten schon seit zwanzig Jahren so im Stande, daß mein Sohn nichts mehr zu bessern haben wird. Oder wißen Sie vielleicht noch etwas?" Wir gingen durch das Anwesen und nach einer Stunde sand sich viel, besonders aber Ein«, was den guten alten Herrn förmlich dectrifirte und ihn mit der neuen Zett zum Theil ausföhnte. Es soll dem freundlichen Leser nicht vorenthalten werden, denn eS ist Sie sprang aus und brachte ihm den Kleinen. „Werde wie Deine Mutter," flüsterte er. Und dann unter Thränen: „Gutsein ist so herrlich . . Mein Gott, vergieb!" Ein leiser Freudenrus entglitt MariechenS Lippen. Sie neigte sich in Schmerz und Freude über ihn. Auge in Auge verstanden sich beide wie nie vorher, ein Verstehen, an dem der Himmel Theil hatte. Darin versinkend wie in einem Meere von ungeahntem Glücke, erlosch der Strahl seiner Augen, doch im Widerschein davon glätteten sich feine Züge, und tvie über die empörte Natur süßer Abendfriede von den Sternen niederthaut, so verhallten in Frieden die letzten Schläge dieses Herzens. Das Gut ward verkauft ohne Gewinn. Ihrem einzigen Sohne folgten bald der Generaldirector und seine Fran. Tante Jettchen, die sich länger hielt, lebte hinfort mit Mariechen zusammen in der kleinen Stadt, deren Bewohner die junge Frau und ihren Liebling mit weitherziger Theil- »ahme nmsaßien. * „Hochwürden," so bemerkte die Haushälterin, „haben einen Knopf verloren. Können Sie mir vielleicht einen anderen znrn Annähen geben?" — „Ich habe keinen," erwiderte der alte Landpastor gelassen, „aber vielleicht finde ich nach der Predigt einen im Opferstock." • D, diese Dienstmädchen! Hausfrau: „Lina, das Ber« tzältniß mit Ihrem Unteroffizier dulde ich fernerhin nicht mehr." — Dienstmädchen: „So, dann muß ich Ihnen kündigen! Denn 'ne Madame kann ich jeden Tag kriegen, einen Unteroffizier aber nicht!" * Die Pflichten deS Primus. Professor (in der Klasse): „ES riecht hier so eigenthümlich brenzlich, — Kiesemann, riechen Sie nichts?" — „Nein, Herr Professor!" — „Aber, Kiesemaml, Sie als Primnö sollten's doch riechen!" — Das Lechrrikam Mittweida (Königreich Sachsen) zählt im laufenden 24. Schuljahre 945 Schüler, welche die Abtheilung für Maschinen-Jngenieure und Electrotechniker, bez. die für Werkmeister besuchen. Unter den Geburtsländern bemerken wir: Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Rußland, Schweiz, Großbi ttannim, Dänemark Holland, Italien, Rumänien, Schweden, Norwegen, Bul- aarien Serbien, Spanien rc., aus Asien besonders Java, Sumatra, auS Afrika: Oranje-Freistaat, ferner Nord- und Südamerika und Australien. Die Eltern der Schüler gehören hauptsächlich dem Stande der Fabrikanten, Ingenieure, Mühlen- und Brauereibesttzer, Schlosser, Mechaniker, Baugewerke, Staats- und Communalbeamten und Kaufleute an. Die Aufnahmen für daS nächste Sommerhalbjahr beginnen am 13. April. Aufnahmen in Den unentgeltlichen Vorunterricht finden von Mitte Februar bis Ende März jederzeit statt. Programm und Jahresbericht erhält man unentgeltlich von der Direction M Technikum Mittweida (Sachsen). einfach, leicht zu besorge«, sehr lohnend v«b gewührt grabe i für Liiere Leute angenehme BeschLftignng «nd bar«» I von feineren Obstsorte« an ben Wohn- und WirthschaftbgebLnben auf dem Lande. Wenn man durch die Dörfer der Wetterau und des sudwest- I lieben Vogelsberges geht, findet man mitunter ganz prächtige I WeinstScke an Den Hofratthen. Sie bedecken eine ganze Giebelfette des Hauses oder der Scheuer, besonders wenn Letztere nach Süden oder Westen gerichtet sind, und sind oft mit Hunderten und Tausenden von Früchten beladen. Wunderbar schön war die Traubenblüthe in der Mitte des Juni vorigen Jahreö; einen solchen Rerchthum sah Einsender selten. r . I Das abgelaufene Jahr 1890 war nun freilich den feineren I Sachen nicht günstig. Die naßkalten Monate Juli und August mit ihren Stürmen verdarben die Blüthe. DaS darf aber einen streb- I tarnen Landwirth nicht entmuthigen, um so weniger, als ein eiN-igeS Trefferjahr Drei ««b mehr Aehljahre vottstLnbig auSgleiche« kann. Mir sind Haustraubenuscke bekannt, die fchon lot) bis I 200 Liter Wein in einem einzigen Jahre brachten. Zwar sind unsere oberhe,fischen Landwirthe nicht mtt Keltern, Fässern und Kellern genügend eingerichtet, um den Wein emjulagern; viele verstehen auch die Behandlung deS Traubenmostes und Traubenweines nicht hinlänglich, um die Sache vollkommen rationell durchzufuhren. Auch eignet sich der oberhessische Wein nicht besonders -um Versandt, sondern mehr als Haustrunk. Dafür gibt es aber ein Anderes, das viel lucratiocr ist als das Einlagern des Mostes, nämlich: man ver- I kauft die Trauben vom Stock weg, je nachdem sie reif werden, als Etz «nb Tafeltraube«. , , _ .. . _ .. Im vergangenen Herbste lasen wir in dieser Zeitung, daß die I Eßtrauben in der südlichen Wetterau ü. B. in Büdingen, Gelnhausen und anderen Orten) mit 30 bis 50 Pfg. pro Kilo willig b-,ahu und mitunter weit in den Norden Deutschlands, biS Tilsit, Königsberg, I Hamburg, Berlin u. a. m. versandt worden sind. Es ist keine I Seltenheit, daß ein Haustraubenstock hundert Kilo Trauben bringt; I besonders sind die Gutedelsorten als Tafeltrauben zu empfehlen. Ein solcher Stock bringt also 30 bis 50 Mk. und verlangt drei Menschenalter nach seiner regelrechten Anpflanzung factisch nichts, als daß er kunstgerecht geschnitten, später angeheftet und a«s- i gebrochen wird. So ein Traubenstock kann mindert Jahre alt I werden. Eine Düngung ist meistens nicht nöthig, denn die weit- I auslaufenden Wurzeln holen sich die erforderliche Kraft aus den in I der Regel nicht fernliegenden Dungstätten oder Pfuhlgrubcn. Doch i schadet der Dung aus gut verrottetem Stallmiste von Zett zu Zett durchaus nicht. „ „ . , „ Was für ein Riste« hat der rationelle Landwirth, wenn er einige Haustraubenstöcke an der Südwest- und selbst auch Ostsette seiner Gebäulichkeiten zieht? fragen wir. Gar keines. Wie anders verhält sich dies bei der Aufzucht von Schafen, Schweinen, Pferden, Rindvieh und selbst Federvieh! Wie manches Stück geht zu Grunde und bis man an einem Stück Großvieh 50 Mk. netto pro Jahr erzielt, muß man sich schon wacker rühren und daran halten. Diese Punkte besprach ich mit dem alten Herrn, er schob die Pelzmütze hin und her und sagte: Zum Deubhenker! warum hat man uns nicht fchon vor dreißig Jahren auf so etwas aufmerksam gemacht. Hier an der Hofraithe, an der Scheuer und an der langen Stallwand könnten bequem 8 bis 10 große, tragfähige Traubenstöcke stehen und was hätten sie ein schönes Stück Geld abwerfen können. Das brachte und bringt die neue Zeit mtt ihren ausgezeichneten Post- und Eifenbahneinrichtungen, welche es ermöglichen, 10 Pfund (Sewicht um 25 Pfg. 50 Kilometer (10 Stunden) wett zu befördern. Die Bedürfnisse der Menschen sind gewachsen, Trauben sind von allen Seiten begehrt, viel mehr als producirt werden können und darum haben sie so schöne Preise, war die Antwort. Nun gehe man durch die Dörfer der Wetterau und sehe sich die Gebäulichkeiten an, von denen mindestens die Hälfte auf der Süd- und Westfeite mit wenigstens einem stattlichen Weinstocke befetzt fein könnte. Aber was findet man? Leider nur wenige. Freilich, wenn der September zu Ende geht und die herrlichen Früchte glänzen unterm braun werdenden Laube hervor, da läuft Manchem das Wasser im Munde zusammen und er stibitzt wohl auch dem Nachbar einmal eine saftige Traube weg; er nimmt sich auch vor, im Frühjahre etliche Stocke zu pflanzen. Nach einiger Zeit ist die Sache aber vergessen; wenn die Pflanzzett kommt, ist man zu bequem, man hat keine Vorbereitungen getroffen und die Bequemlichkeit, der Schlendrian, der Hemmschuh des Fortschrittes, legt die gute Idee lahm und mit ihr Hunderte und aber Hunderte von Mark, mit ihr die Quelle reinster Freude und erlaubter Genüsse. Die richtige Ppauzreit ist aber jetzt vor der Thüre; I darum mögen hier einige Winke und Rathschläge folgen, nicht blos I über Haustraubenstöcke, sondern noch über eiuige andere Sorte« feineren Obste» und über die Benutzung unbeachteter Plätze und Stellen im Garten und an den Hofratthen, an die so mancher gewiegte Landwirth noch nicht gedacht hat. Gerade die älteren Herren, die die schweren Arbeiten nicht mehr verrichten, werden vielleicht I Einiges dabei finden, das sie intereffirt. (Schluß folgt.) Hnioerfitäto - Der bisherige Privatdocent Dr. Albert Naud( zu Berlin ist wm außerordentlichen Professor in der philosophischen Facultät der dortigen Unioersttät ernannt worden. — In einer Versammlung des Werrathal-VereinS zu Esch- wege hat Dr. Brill die jüngsten Angriffe auf die Autorschaft Höfling« bezüglich des Liede« „O alte Burschenherrlichkeit" widerlegt. Nach den sehr gründlichen Untersuchungen deS Dr. Brill sei unstreitig SanitätSrath Höfling der Verfasser jenes beliebten ©tubenten'- HebcS. Die Zweifel daran seien lediglich dadurch hervorgerufen worben, daß f. Z. der greife Höfling sich in der Angabe des Ent- ftehungsjahreS etwas geirrt hat. . — In der mathematisch - naturwissenschaftlichen Facultät der Universität Straßburg hat sich Dr. Jost, bisher Assistent am dortigen botanischen Institut, habilitirt. — Privatdocent Dr. du BoiS-Reymond, der älteste Sohn deS berühmten Lehrers der Universität Berlin, und Stabsarzt vr. Pfeiffer werden sich in der medicinifchen Facultät der Frted- ich-Wilhelm-Universttät habilitiren. — Professor Sattler in Prag hat einen Ruf nach Leipzig als Nachfolger des verstorbenen Cocctus erhalten. — AIS Nachfolger des nach Leipzig berufenen Prof. Dr. Lamprecht in Marburg ist Professor Frhr. v. d. Ropp in Breslau als vrdentlicher Professor der Philosophie berufen. — Zum ordentlichen Honorarprofeffor in der theologischen Facultät bei Universität Leipzig ist ber bisherige außerordentliche Professor Lio. theol. Dr. phil. Ren» Gregory ernannt worden. — Die Akademie zu Münster i. W. soll mit dem Sommer- Halbjahre eine neue außerordentliche Professur für mittlere unb neuere Geschichte, sowie für geschichtliche Hilfswissenschaften, Facher, für bie eS bisher keinen befonberen Lehrstuhl gab, erhalten. — Dr. Eonrad Keller, Prof. beS Polytechnikums zu Bern, hat für ein Jahr Urlaub genommen, um sich an einer ausländischen Expedition in bisher noch unerforschte G-biete Ostasrikas zu betheiligen. Keller wird sich besonders mit der Leitung der ethnographischen «nb naturwissenschaftlichen Forschungen befassen. — Professor Dr. Lujo Brentano, ber bekannte National- Sconom, hat. wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ben an ihn ergangenen Ruf an bie Universität München angenommen. Sein Abgang wirb sowohl seitens bes hiesigen Lehrcollegiums wie auch der Leipziger Stubentmschaft aus« Lebhafteste bebauert. — In ber philosophischenFacultät ber Straßburger Kaiser- WilhelmS-Unioersttät hat sich Herr Dr. F. Leitschuh für mittelalterliche unb neue Kunstgeschichte habilitirt. — Wie man aus Tübingen schreibt, ist bas Rectorat ber württembergischen SandeSuniversität für baS Stubienjahr 1891—92 dem Professor Dr. «über an ber evangelisch-theologischen Facultät übertragen worben. Citeratur unt Kunft. — »Neueste Erfindungen «nd Erfahrungen" auf ben Gebieten Der practischen Technik, bei Gewerbe, Jnbustrte, Chemie, der Land- und Hauswtrthschaft rc. (A. HartlebenS Verlag in Wien). PränumerattonSpreis ganzjährig für 13 Hefte franco 4 fl. 50 fr. == 7 Mk. 50 Pfg. Einzelne Hefte für 36 fr. — 60 Pfg. in Briefmarken. Von dieser gediegenen gewerblich-technischen Zeitschrift erschien soeben das dritte Heft ihres XVIII. Jahrganges, daS rote gewöhnlich einen Reichthum an nützlichen und wichtigen Belehrungen jeder Art für Gewerbetreibende unb Techniker enthält. Eine geschickt rebigirte Uebersicht ber neuesten Fortschritte auf allen Gebieten menschlicher Thätigkeit läßt bie Zeitschrift für Jedermann lehrreich unb anregend erscheinen unb machen wir besonbers Freunde ber technischen Gewerbe auf bie werthvolle Lectüre aufmerksam. Die Redactton vermittelt auch in geschicktester Weise den Verkehr ihrer zahlreichen Leser durch einen in jedem Falle Auskunft gebenden Fragekasten, durch Besprechung neuer Patente, literarischer Erscheinungen rc. Zahlreiche Illustrationen bilden eine Hauptzier der in jeder Hinsicht vortrefflichen Zeitschrist, welche wir hierdurch nur erneut Jedermann zum Abonnement ihres kürzlich begonnenen achtzehnten Jahrganges bestens empfehlen können. — Stanley« neuestes Buch: ,3m dunkelsten Afrika" enthält an vielen Stellen mannigfache Mttihetlungen über Die Zwergvölker, auf die er im Innern Afrikas gefloßen war; allein der Verfasser gab dort nichts Zusammenfassendes, nichts Ganzes über die eigenthümliche Zwergrasse. Jetzt hat er dies nachgehvlt unb feine Beobachtungen über biete meifroürbigen Menschen in einem befonberen Aufsatz niebcrgelegt, ben bie bekannte illustrtrte Familienzettung „lieber Lanb unb Meer" (herausgegeben von Prof. Josef Kürschner, rebigiri von Otto Baisch, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) tn ihrem neuesten, 10. Hefte in beutscher Ueberfehung bringt. Wmn auch Stanley nicht ber eigentliche Entdecker btefer afrikanischen Zwergvölker tft — benn baß bas Innere bes Festlandes solchen als Wohnort bient, war schon von verschiedener Seite ausgesprochen worben, und Menschen von geringer Größe, ja wahre Zwerge würben auch thatsächlich von Reisenben in manchen Theilen bes Landes aufgefunden — so ist doch ber kühne Entdecker jebensalls ber einzige, Der Genaueres über bas Leben bieser Liliputaner weiß, ba er sie in I ihren im tiefsten Urwalde versteckt liegenden Wohnstätten ausgesucht I hat. Es bedarf daher auch weiter keiner Worte, auf die Wichtigkeit und das hohe Interesse hinzuweisen, die dieser Artikel für alle Gebildete haben muß, und jeder wird ben Leitern bes prächtigen unb beliebten Journals für biefe so zeitgemäße Gabe bankbar fein. In bem 11. Hefte befinbet sich ein anberer, reich illustrtrter Artikel: „Schillers Geburtsort" von F. Ionas, der ebenfalls die allgemeine Aufmerlfamk-it auf sich zieh-n muß. Er führt uns in Schtll-rs Heirnath, in das lieblich gelegene württembergische Städtchen Marbach, und in das bescheidene Haus, in dem bet deutsche Dichterheros das Licht der Welt erblickte. Auch hier genügt es, einfach hinzu- weisen auf den Artikel, und jeder wird gern und mit Andacht unb Verehrung sich durch die geweihten Räume von kundiger Hand geleiten I lassen. ___ ___ Dcrf<*r, Cat*« mtfc - Einige Hauptregeln bei ber Behandlung tragender HauSthiere. (Nachdruck verboten.) Jeder schädliche Einfluß ist I vom Mutterthier abzuhalten, da derselbe nicht nur die Mutter, son- I bern auch baS Junge trifft unb bie schlimmsten Folgen, sogar das voizeitige Ausstößen der Frucht unb damit völlige Entwerthung und I Schädigung des MutterthiereS bedingen. Bei ber Fütterung ist zu beachtm: | 1. Jeber schroffe Uebergang von einer Fütterungsweife zur anderen ist zu vermeiden. 2. Ausschließung sämmllicher zu wasserhaltiger Futtermittel, weil diese zu sehr eischtaffmd wirken. 3. Zu voluminöses Futter ist zu verwerfen, weil zu stark belastete Verdauungsorgane einen Druck aus die Gebärmutter auSüben und dadurch Verweisen heivorrusen können. 4. Alle stark reizende Futtermittel, wie rohe Kartoffeln, I Rübenblätter, Senf, dürfen nur in ganz geringen Gaben Ätz ft SÄ** atltn' b"6 bi, M Ä Z ->? tz snerLr' Chemie, «cmVW“): 60 Wt «* 3%Ä xsangrs, da« wt L» »«-»>;g^,b«i* geschützt. Gesetzlich Gnauth. 2023 Neubau der stäüt. Knabenschule Holzversteigerungen A< Werkholz 34 2 145 Fest- 42 Raummeter Nadel-Scheit, . . Mk. 1.15 pr- ßtr- ab Gaswerk, Gtückcokes . . Leun. 1982 Gaedkes 1715 CACÄO 1 Hinterhalten Cataloge gratis und franco. 1530 1 2 1 // H Eichen-Knüppel, Radel-Knüppel, Nadel-Stockholz, StußcokeS, für Stubenhei;ung zrrveiuert....... Radel-Stämme, 7 bis 16 Meter Länge, 17 bis 33 (Zentimeter Durchmesser, 11,58 Festmeter haltend, Eichen-Derbstangen, 0,18 Festmeter haltend, Nadel-Derbstangen, 11,71 Festmeter haltend, Nadel-Reisstangen, 5,35 meter haltend. B. Brennholz. Hlarca Hungarla deiner, kräftiger Rothwein Gonterskirchen: Kohlreiser abtheilungsweise II. Monrag, den 16. März d. I., bei Freienseen 1) im Kreuzseenerberg: 320 rm Buchen-Scheiter; 494 rm -Prügel, 15 rm Kiefer - Prügel, 68 rm Buchen-Stöcke, 171 rm -Reiser; 2) im Hoherain. 64 rm Buchen-Scheiter II. Kl.; 30 rm -Stöcke, 76 rm -Reiserprügel, 1 Buchenstammabschnitt von 79 cm Durchm. und 2 m Länge (Hackklötze); 3) im Wetterauerberg und Jmsenhan: 22 rm Buchen-, Nadelholz- rc. -Scheiter und -Prügel, 26 rm Buchen- Stammreiser, 11 Fichtenstämme von 15—30 cm Durchm. mit 237 5,88 cbm, 78 Fichtenstangen mit 8,28 cbm; 4) im Heinzeberg und Struth: 21 Fichtenstämme von 15—31 cm Durchm. mit 11,53 cbm, 3 Lärchen — 1,33 cbm, 1 Kiefer — 0,54 cbm, 25 Fichtenstangen mit 1,84 cbm; 5) in den Verjüngungsfchlägen de» Reviers Freienseen: Kohlreiser abtheilungsweise. Das unter Nr. I. 4—6 ausgesührte Holz kommt von 2*/r Uhr Nach- mittag» aus dem Jäger Hause; das unter II. 2—5 ausgeführte auf der Schreinersmühle Nachmittags von 2f/2 Uhr an zum Ausgcbote. Zusammenkunft Morgens findet jedesmal um 9 Uhr statt; am ersten Tage bei der Wetterbrücke im Districte Eselskopf, am zweiten bei der Löb- facksmühle (Freienseen). Holzversteigerung. DienStag, 10« März werden aus den Districten Schindanger, Wüstekopf und gezackerter Kopf versteigert: 196 Gichrn- flamme von 13—42 cm Durchm., 5—10 Meter Länge mit 37,67 fm (für Wagner geeignet), 26 Mieferu- flämwe von 29—64 cm Durchm., 5—12 Meter Länge mit 22,20 fm Jeilgeöolenes. Kkappwage«, offene Mage«, gebrauchtes Kalbverdeck (noch sehr gut erhalten), ’&aat hatbptattirte Geschirre 2 89,2 26,6 730 Eichen-Wellen, 8790 Nadel-Durchforstungs-Wellen, 50 Erlen-Wellen, 30 Dornholz-Wellen. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraß-. am MüUerweg. Lieferung der äußeren vergeben werden. Die Geschäftszimmer Nr. 3 Im Auftrag. Louis Rothenberger Gerichtstaxator. Ph. Mayfarth & Cie,, Hanauerlandatr. 169, Frankfurt a. M. Die Ausführung der Glaserarbeiten, Fenster, soll im Wege öffentlicher Ausschreibung Arbeitsverzeichniffe und Bedingungen werden im verabfolgt. Angebote find bis spätestens Mittwoch den 18. d M., Vormittag- 10 Uhr bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Gießen, den 5 März 1891. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Laubach, den 3. März 1891. 2085 Gräfliche Oberförsterei. Cokes. Gegenwärtige Kreise: Grosses Lager in SSe-Maschinen ♦ Wegen Geschäfts- ♦ ♦ Verlegung ♦ :in das von mir erkaufte Haas „Mäusburg 5" ♦ d wird mein großes Waareulager t gänzlich ausverkauft, t zu verkaufen. A. Kilbinger. 1805 (L. Senners Nachf.) Neubau der flöht Knabenschule in Gieften. aus den unter der Controlle des Herrn Dr. Theodor Petersen stehenden Kellereien von Franz Schiemann, Frankfurt a. M. Preis per Literflasche Mk. I.— mit Glas. Ferd. Drebes, Marktplatz. E. Dort, Wallthorstraßc 45. E. 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I. nicht seeretair, 1 Glasschrauk, 1 Chissonier, Waschtrsche und genehmigt wurde, findet wiederholte Nachttische, 1 Waschkommode mit Marmorplatte, mehrere runde, Verpachtung längliche und andere Tische, 1 Pseilerschränkchen, ' 3<ÖT 1 schöner Ausziehtisch mit 6 Platten TBC Lf Commode, 2 Notenständer, Etagöres, Eckbretter, Ofenschirme, Kleider- Großen-Linden, am 3. März 1891. ständer, 'L-chirrnständer, Schaukelseffel, Pevdule,^ Regulator, Großh. BürgermeistereiGroßen-Linden. Lampen, 1 Petrolruwlrrftre (3 armrg), 1 StMetter, 1 große - Airrkbadebütte 2 dreiarmige Bronceleuchter, Waschserviee, 3Oel- - aewälde und andere Bllder, Barometer, Thermometer, Waffer- unb Tt e p I7prftpiflprimH Lustkiffen, Tischdecken, Vorlagen und Teppiche, 4 Fenster-Vorhänge, kV U VIJlvly Vl Uity 1 span. Wand, 14 Bände „Ueber Land und Meer", 20 Bände vom 18. ds. Mts. der Immobilien Walter Scott und ditbere Bücher; Vasen, Figuren, Nippes, 1 Wiener der Hch. 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Die *4 iKtchenvervstangen von 11 Lieferungsverzeichniffe werden im Geschäftszimmer Nr. 3 verabfolgt und o^eter sind die Angebote bis spätestens Wingem.t 0,90 fm, 353 Ficht««- Mittwoch den 18. d M., DoemittagS 10 Uhr, Durchm., bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Meter Länge mtt 21,30 fm. Li-Ken den 5 Märr 1891 Erchen: 2 rm Scheller, 2 rm 6 Großher ogliche Bürgermeisterei Gießen. Knüppel, 50 Wellem Nad.lholz - Gnautb. 2021 19 rm Scheiter, 37,4 rm Knüppel, v '2970 Wellen, 15,7 rm Stöcke. Zu- jarnrnenkunft Morgens 9 Uhr auf der Kreisstraße Gießen-Steinberg an der Die Anfuhr an das Haus erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindesten» B Ceutueru und werden für dieselbe 9 Pfg. pr. Etr. berechnet; von Herrn Emil P i st o r werden auch kleinere Quantitäten al» 5 Centner zugefchickt. 149 _____Städtische- Gas und Wasserwerk Gießen. Ne«! Reinlich! Praetisch! Eisenglanzwichse für Oefen °°" Äo’”"' gibt ohne zu stäuben, rasch schönen Glanz. Dosen * 15 H. [176 Niederlage bet A«g. 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