Publikum «ch ch :-LL^ 'Ät. ??■ V«lk, l: En, *“'<*. iilderl*»iklIN. bad * zur A »e. eit. H9) Eitler« hlung. hiemit ergeßenß #n, 53a ein Wschift t Arbeit und billigten 1881 ngsoo5 suling. ijmt. lst;nr Nachricht, dai W Bier it ange»o«»«l, omtnen, sei e* roll ölzel, inMsbLden-. ider W1W»-* Üb'- ( (39» .'Ä*Ä 1891 Sonntag den 8. März Drittes Blatt Rr. 57 Gießener Anzeiger Kenerak-Mnzeiger. Der Aitßrnsr «-Hei'tt täglich, ok Lr-nähme btS Montag». LN Meßmer VN^ttt dem Anzeiger DckHmrttch dreimal btifdegt AI ewwmcwtsytftet 2 Mark 90 Psg. Bringerloha. Durch die Post bqefie: 2 Mark 50 Pf,. Äeboction, IpcbWie onb Druckerei: Kerusprecher 51, Amts« tittb Anzeigeblatt für den Aveis Gieren. Hratisöeikage: Gießener Aamilienötatter Annahme Von Anzeigen zu der Nachmittag» für bta faigrndea Lag erfcheinendm Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. nlw* ■ ..■■■■■ । -«m Alle Annoncen-Bureaux de» In. und Au»lande» achmes Anzeigen für den „Gießener Anzeiger^ entgegen »»WWWWWMWWWMWW^WWMWWIW^MS^^M Amtlichem Theil. Bekanntmachung. Den im Abdruck nachstehenden Auszug aus der Eingabe des Vorstands des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. an Großh. Ministerium vom 25. v. Mts. bringen wir unter dem Ansügen zur öffentlichen Kenntniß, daß etwaige Anmeldungen zum Besuch des Lehrcursus möglichst frühzeitig an den genannten Vorstand zu richten sind Gießen, den 5. März 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Die electrotechnifche Lehranstalt des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M- veranstaltet auch dieses Jahr einen LehrcursuS für Anlage und Prüfung von Blitzableitern. Die Dauer des Curfus ist auf 6 Tage in je 3 Nachmirtagsstunden vorgesehen, beginnend im großen Hörsaale des Physikalischen Vereins, Stiftstraße 32, Freitag den 20. März er., Nachmittags 3 Uhr, bis Donnerstag den 26. März 1891. Der Zweck dieses Curjus besteht darin, Mechaniker, Schlaffer, Dachdecker u. s. w., welche sich mit der Herstellung von Blitzableitern beschäftigen, in gemeinverständlicher Weise mit den wissenschaftlichen und technischen Grundsätzen bekannt und vertraut zu machen, welche zur sachgemäßen Herstellung dauernd zuverlässiger Blitzableiter und zur sicheren Prüfung der Zuverlässigkeit derselben unbedingt erforderlich sind. Der Unterricht und die sich darin anschließenden prac- tischen Uebungen in Bezug aus Projectirung von Neuanlagen und Untersuchung und Prüfung bestehender Einrichtungen werden geleitet von dem auf dem Gebiete der Blitzableiter- Lechnik als Autorität bekannten Physiker Herrn Dr. W. A. Nippoldt. Das an den Vorstand des Physikalischen Vereins zu entrichtende Honorar beträgt 40 Mark. Bekanntmachung, Maul- und Klauenseuche zu Gießen betreffend. Nachdem bei einer Kuh des K. Mat heiß zu Gießen, Frankfurter Straße 109, die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden ist, haben wir die Sperre über das Gehöft des Genannten verfügt. Gießen, den 6. März 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Maul- und Klauenseuche zu Mendorf a. d. Lahn betreffend. Nachdem zu Allendorf a. d. Lahn unter dem Viehbestände des Ludwig Schmidt der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich sestgestellt worden ist, ordnen wir die Sperre über das Gehöft des Genannten an. Es gelten hiernach für die betreffenden Besitzer die Bestimmungen unter I und für die Gemarkung Allendorf a. d. Lahn die Bestimmungen unter II unseres Ausschreibens vom 24. Juni 1890 — Kreisblätt Nr. 146. Gießen, den 6. März 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _____________v. Gagern.__________________ Bekanntmachung. Mittwoch deu 11* März 1891, Nachmittags 3 Uhr, wird auf Lonys Felsenkeller in Gietzru eine Generalversammlung des landwirthschaftlicheu Bezirk-Verein- Gießen abgehalten werden- Alle Mitglieder des landw. Bezirksoereins und der landw. OrtSvereine sowie alle Freunde der Landwirthschast werden zu dieser Versammlung hierdurch ergebenst eingeladen. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und aus zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Landwirthschaftslehrer« Leithiger über Wiesenbehandlung. 2) Berathung über Hebung der Rindviehzucht, 3) „ Schweinezucht- 4) „ „ „ „ Ziegenzucht. 5) „ „ Geflügelzucht. 6) Berathung über den Antrag des Thierschutzvereins auf Anpflanzung von Hecken auf Wüstungen zum Schutze der Singvögel. Gießen, den 23. Februar 1891. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierungsrath. Deutsches Reich. nn. Darmstadt, 6. März. Zweite Kammer der Landstände. Die Berathung des Finanzgesetzes für die Etatsjahre 1891/94 steht heute zur Discussion. Der Wegsall der Weinsteuer und die gestern beschlossene Erhöhung der unteren Beamtengehalte hatte eine Verschiebung des Finanzplans nach den Erklärungen des Finanzministers Weber zur Folge. In Folge dessen stellt auch der Abg. Mö llin g er einen Antrag auf Erhöhung der Gewerbe- und Einkommensteuer um zwei Pfennige pro eine Mark Steuercapital. Nach den heutigen Erklärungen des Finanzministers ist eine Erhöhung der Steuer nicht für nöthig zu erachten. Daß man um diese scharfe Ecke herumgekommen, sei lediglich dem Zufall und dem Umstand zu verdanken, daß die Ergebnisse der letzten Finanzperiode jo günstige waren. Diese Umstände würden sich aber nicht erneuern und er warne die Kammer davor, Summen wie die der Weinsteuer von 300000 Mk. kurzer Hand aus dem Budget zu streichen, ohne der Regierung einen Ersatz geboten zu haben. Abg. Möllinger zieht in Folge dieser Erklärung seinen gestellten Antrag zurück. Im Einverständniß mir Großh. Regierung stellt daher der Finanzausschuß seinen Antrag nunmehr dahin: daß die ordentlichen Einnahmen des Hauptvoranschlags für 1891/94 an directen Steuern anstatt mit 8 700186 Mk. mit 8 750 186 Mk. eingestellt werden. Zu Art. 2 des Finanzgesetzes beantragt der Ausschuß den Zusatz: „Eine Tranksteuer von Wein soll nicht erhoben werden." Ferner beantragt der Ausschuß im Cap. I, Tit. 5 des Hauptvoranschlags I und II der ordentlichen Einnahmen die Summe für Nutz- und Brennholz um 130 000 Mk., insgesammt aus 2 670100 Mk. zu erhöhen und in Cap. 119 Tit. 1 der ordentlichen Ausgaben, Posten Staatszuschuß an die garantirten Linien der Hessischen Ludwigsbahn, um 70 000Mk., also aus 280500 Mk. herabzusetzen. Zur Generaldebatte über das Finanzgesetz übergehend, sprechen die Abgg. Schad e, Frank, Schröder, Wolss- kehl. Sämmtliche Redner drücken der Regierung Dank aus für die richtige Finanzgebahrung, daß es im diesmaligen Budget gelungen sei, ohne eine Steuerhöhung auszukommen. Nach erfolgter Abstimmung wird das Gesetz einstimmig angenommen. Der Steuersatz wird sonach für die laufende Finanzperiode für Grundsteuer auf 14 Pf., für Gewerbe- und Einkommensteuer aus 16 Pf. und für Capitalrentensteuer auf 17 Pf. auf die Mark Steuercapital festgesetzt. Auch der Antrag des Ausschusses findet sodann die einstimmige Abnahme der Kammer. Ferner beantragt der Ausschuß, an Großh. Regierung das Ersuchen zu richten: 1. eine Revision des Gesetzes vom 8. Juli 1884, die allgemeine Einkommensteuer betr., insbesondere in der Richtung vorzunehmen, daß a. die Declarationspflicht für die Einkommen- steuerpflichtigen erster Abtheilung eingeführt wird und b. daß die gegenwärtige Progressionsscala eine Abänderung im Sinne größerer Erleichterung der unteren Einkommens stufen unter Wetterführung entsprechender Progression nach oben unterzogen werde- 2. eine Revision des gleichen Gesetzes, die gleichmäßige Besteuerung der Gewerbe, in der Richtung vorzunehmen, daß an Stelle der dermaligen Veranlagungsmerkmale geeignetere und zwar namentlich der wirkliche Ertrag des Gewerbes und das zu demselben verwendete Anlage- und Betriebscapital herangezogen werde. Weiter wird noch eine Revision der Grundsteuergesetzgebung beantragt. Der erste Ausschuß erster Kammer hat sich gegen diese Ersuchen ausgesprochen. Die Ersuchen werden einstimmig angenommen. Hiernach setzt das Haus die Berathung der „Außerordentlichen Ausgaben" bei Cap. 136, Centralbauwesen, fort. Es werden bewilligt für Errichtung eines östlichen Zwischenbaues am Collegienhause zu Darmstadt 117,500 Mk. und 30,000 Mk., für Errichtung eines Dienstgebäudes zu Bingen 125,000 Mk. Cap. 137, für den Baufond der Main-Neckar-Bahn 550 Mk., Cap. 138, für desgl. der Oberhessischen Bahnen 30,000 Mk., Cap. 139, Hofbauwesen, 25,000 Mk., Cap. 140, Unterhaltung der Staatsstraßen, 110,400 Mk.- für Vorarbeiten zu einer Brücke über den Rhein bei Worms 20,000 Mk. Cap. 141, Territorial-, Fluß- und Dammbauten, und zwar für Regulirung des Rheins zwischen Profilen 55—58 130,000 Mk., für Erbauung eines Hafens zu Bingen 440,000 Mk., für Canalisirung des Mains oberhalb Frankfurt 1,356,000 Mk. Cap. 142, Landescreditkasse, Einstellung vonl,850,000M., Cap. 143, zur Ergänzung des Staatsdomanialvermögens 220,300 Mk., Cap. 144, Ausleihungen aus der Hcuipt- staatskasfe 20,000 Mk. Hiermit ist das Budget erledigt und vertagt sich die Kammer auf unbestimmte Zeit. Ausland. Wien, 6. März. Im Städtebezirke Kolomea wurde Rabbi Bloch mit 2128 Stimmen wiedergewählt; Graf Starzenski erhielt 1778 und Meisels 97 Stimmen. Bei der Wahl in Kolomea kam es zu argen Exzessen gegen die Jude«. Ein jüdischer Wähler wurde erstochen und viele Juden erlitten Verletzungen. Die Bauern durchzogen die Straßen und mißhandelten die Juden. Die Fenster jüdischer Wohnhäuser wurden eingeschlagen und der jüdische Friedhof verwüstet. Die Läden aller jüdischen Kaufleute sind gesperrt. Bisher sind 203 Abgeordnete gewählt, davon 66 Deutschliberale, 3 Mitglieder des Coroniniclubs, 16 Clericale, 9 Altczecheu, 28 Jungczechen, 4 wilde Czechen, 32 Polen, 8 Ruthenen, 12 Antisemiten, 7 Deutschnationale, 13 Slovenen. Die Deutschliberalen gewannen bisher sechs Bezirke und verloren sieben. (F. Z.) Entscheidungen des Reichsgerichts. Das Reichsgericht in Leipzig hat in seiner Sitzung vom 31. December 1890 ein für Handelskreise wichtiges Urtheil bestätigt. Der durch sein Wollregime bekannte Prof. Dr. G. Jäger hat fick nämlich veranlaßt gesehen, gegen den Mißbrauch seines Namens in Schrift, Wort und durch Abstempelung von Waaren gerichtlich vorzugehen. Die beklagte Firma wurde denn auch in allen Instanzen verurthetlt und lauten die Entscheidungen: „Die Beklagte ist nicht berechtigt, Waaren oder deren Verpackung mit dem Namen des Klägers unter Hinzufügung des Wortes „Syst." vor dem Namen ober der Firma des Klägers zu bezeichnen und so bezeichnete Waare» in Verkehr zu bringen oder feil zu halten. Selbst die Benützung des Wortes „Syst." oder „System" hebt einen Namensmißbrauch keineswegs auf, da das kaufende Publikum derartige Bezeichnungen nur oberflächlich zu prüfen pflegt, so entgeht ihm dieser Zusatz entweder ganz oder ist doch für dasselbe unoerständltch und daher bedeutungslos." Vor Benützung des Namens Jäger von Seiten nicht concessiontrter Fabrikanten ist daher zu warnen, da, wie wir hören, Pros. Dr. G. Jäger jetzt energisch gegen unberechtigten Gebrauch seines Namens vorgehen wird. Literatur und Rnnst. Jllrryrirte Harr-bibel. Zweite Auflage. 4. Abtheilung. Preis 3 JL, vollständig in 6 Abtheilungen. Verlag von Friedrich Pfeilstück er, Berlin W., Bayremherstr. 1. Ein Prachtwerk, das in seiner inneren und äußeren Gediegenheit schon selbst den besten Empfehlungsbrief bei sich führt. Mit vollem Recht hat man diese „Hausbibel" als eine Perle unter den Erzeugnissen des deutschen Buchhandels bezeichnet. Ein recht erfreuliches Zeichen der Zeit liegt in der Thatsache, daß der Verleger kaum ein Jahr nach Vollendung des Werkes eine zweite 10,000 Exemplare starke Auflage veranstalten konnte. Es ist noch nicht so lange her, daß deutsche Buchhändler es kaum wagten, neben den Bibelgesellschaften noch eigene Ausgaben der Bibel zu unternehmen. Was uns sofort beim ersten Anschauen dieses Bibelwerks sehr angenehm und wohlthuend berührt, das ist erstens die stattliche, schöne, große (auch nicht zu große) Form des Buches (19,4 x 25,5 cm), sowie zweitens der wunderbar klare deutliche Druck auf mildweißem, kräftigem Papier. Ganz besonders zu rühmen ist ferner der Umstand, daß die große Anzahl der Abbildungen rein sachlich ist, nicht etwa das bezeichnen, was sich der Verfertiger ungefähr ge- oder erdacht hat, wie uns dies häufig in früheren Bilderbibeln entgegentral. — Die vielen Landschaftsbilder sind meist nach photographischen Aufnahmen gefertigt; Thiere und Pflanzen sind wirklich so schön gezeichnet, daß solche auch in naturgeschichtltchen Werken kaum besser «nzutreffen sind. Bei den meisten geschichtlichen Bildern sind die Quellen bezeichnet; so sind besonders Wtlkinson, de Laborde, Layarde, Botta, Tristam rc. rc. benutzt. — Die unter jedem Bilde in kleinem, gefälligen Drucke angebrachte Erläuterung, Quellenangabe rc. rc. beeinträchtigt den Anblick des Bildes nicht im Geringsten. Das nette, freundliche Erscheinen des Druckes wird noch besonders durch ringsum laufende 2 Etm. breiten Rand lastende, sanft gezogene Striche sehr gehoben. Die kurze Inhaltsangabe, Buck, Kaptl. und Vers jeder Seite befinden sich oben zwischen zwei sanften Strichen. Abweichend von anderen Bibeln ist noch die Angabe der Seitenzahl, nämlich unten mitten unter dem Strich. Die Aufstellung von Famtltenstammbäumen wird veranlaßt und erleichtert durch eine Anzahl vorn etngefügter Blätter, welche mit pastendem Vordruck versehen sind. Der Gesammtetndruck, den das vorliegende Pfeil- stücker'sche Bibelwerk auf uns macht, ist ein außerordentlich günstiger. Von besonders großem Werth ist das Werk auch für die Lehrer, weil es nicht nur vielen, sondern auch zuverlässigen Stoff für fach» gemäße Belehrung bietet. In dieser Beziehung hat es bis jetzt gerade bet der hetltgm Geschichte Immer noch an dem Wesentlichsten gefehlt: an dem realen Boden. Es wäre zu wünschen, daß diese Bibel von recht vielen Schulen und Lehrern als Veranschaulichungsmittel er- worben, auch daß hier einmal Hand nicht auf den Geldbeutel gehalten würde und die Schulvorstände für die Anschaffung eines solchen Werkes die Mittel bewilligten. Der realistische Zug unserer Zeit geht nun einmal auf culturhistorische Betrachtungsweise — nun gut, hier in diesem Werke kommt man ihm entgegen. Besonders empfehlen möchten wir das Buch zu Weihnachts- und Hochzeitsgeschenken, namentlich bei den Feiern von silbernen und goldenen Hochzeiten und bei Jubiläen. Die vollständige Bibel kostet in einfachem Leineneinband mit Rothschnitt Jb 22,50, mit Goldschnitt 2 Jb mehr; im Einband mit Lederrücken und Rothschnitt 24 Jb, mit Goldschnitt 26 Jb — Unsere Sinder. A. G. von Suttner veröffentlicht in der „Wiener Mode" eine Artikelserie „Ueber das Essen", in welcher der bekannte Autor in seiner unterhaltlichen Art bespricht, was eine Hausfrau ihren Gästen bei verschiedenen Anlässen vorsetzen soll, wie die Tafel zu bestellen ist, wie servirt wird und vor Allem — wie man ißt. Ein besonders interessantes Capitel widmet der Verfasser dem guten Ton bei Tisch; demselben entnehmen wir Folgendes über die Kinder: „Ich halte es für kein gutes System, Knaben und Mädchen, die wohlerzogen sind, ganz aus der Gesellschaft auszuschlteßen; der Nachwuchs tritt ja, eh' man sich's versieht, unser Erbe an und es ist sehr weise, denselben schon bei Zeiten an den Umgang mit den Aelteren zu gewöhnen. Ein Knabe oder ein Mädchen von 13 Jahren soll schon genügend erzogen sein, um ohne Besorgniß zur Tafel zugelassen werden zu können. Was ich aber für eine Unart den Gästen gegenüber, für eine Mißachtung derselben halte, ist, wenn man ihnen Bambinos aufdrängt, die theilweise noch geatzt werden müssen, die schreien, wenn man ihnen ihre Wünsche nach Dessertgegenständen versagt, die sich wie rasend geberden, ihrem Rachedurst freien Lauf lassen, um das enfant terrible zu spielen, und schließlich gewaltsam entfernt werden müssen. Manche Eltern gehen in ihrer Liebe so wett, ihren Gästen ähnliche Ueberraschungen zu bereiten, aber ich meine, daß diese Liebe dann immer mehr den Eindruck einer Reclame macht, denn schließlich bricht es einem gewiß nicht das Herz, wenn man seinen „Engel" auf eine oder zwei Stunden ausnahmsweise in die Verbannung schicken muß." — Ein Proieet. Es ist in Paris ein öffentliches Geheim- niß daß sich gar häufig reiche Leute, die es Gottlob nicht nöthig haben, bei ihren Bekannten um Theater-Freikarten bewerben, die sie auch häufig erhalten. Um nun sür's Erste solchen Gesuchen ein Ziel zu setzen, um ferner den freien Eintritt für Minderbemittelte zurückzuerobern, wird man in mehreren Theatern an jenen Logen und Sperrsitzen, die verschenkt werden, auf eine für das Publikum ganz sichtbare Weise Täfelchen mit der Aufschrift: „Verschenkt" anbringen. Durch diese Maßregel soll an die Eitelkeit Jener appelltrt werden, die es nicht gerne publik gemacht wissen, daß sie Sitze einnehmen, ohne sie gezahlt zu haben. Kurz, wer seinen Platz nicht gekauft hat, soll das Bekenntniß öffentlich ablegen. („Wiener Mode", Heft 9.) Das Porlrommen von Viehseuchen in Hessen während des Monats Januar 1891. Milzbrand wurde festgestellt in Reinheim, Kreis Dieburg, am 1., in den Orten des Kreises Friedberg: Groß-Karben am 4., Melbach am 7. und Büdesheim am 27. Januar, jedesmal bei einem crepirten Rindviehstücke. Rotz: In Bieber, Kreis Offenbach, steht ein Pferd wegen Verdachts der Seuche unter Stallsperre, und ein weiteres Pferd desselben Besitzers wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung. Lungenseuche. Die über ein Gehöfte in Engelrod, ftteiS Lauterbach, verhängte Gehoftsperre wurde wieder aufgehoben, da sich innerhalb 6 Monaten nach vorgekommener Erkrankung keine weiteren Verdachtsfälle gezeigt haben. Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Eberstadt und Pfungstadt, Kreis Darmstadt; in Lorsch, Kreis Bensheim; in Reinheim, Harreshausen und Nteder-Kltngenj, Kreis Dieburg; in Kürnbach, Viernheim und Hambach, Kreis Heppenheim; in Langsdorf, Kreis Gießen; in den Orten des Kreises Büdingen: Bingenheim, Mittel-Gründau, Wenings und Düdelsheim; in Rimbach, Kreis Lauterbach; in den Orten des Kreisen Friedberg: Ockstadt, Wtckstadt, Petterweil, Büdesheim, Ober-Roßbach, Beienheim, Nieder- Florstadt, Fauerbach, Stammheim, Bönstadt, Nteder-Eschbach und Pohl-Göns; in Eichelsdorf und Nieder-Seemen, Kreis Schotten, in Nieder-Wiesen und Framersheim, Kreis AUey; in Elsheim, Kreis Bingen; in Undenheim und Dalheim, Kreis Oppenheim; und in den Orten des Kreises Worms: Gundersheim , Nieder - Flörsheim, Mölsheim, Gimbsheim, Wochenheim, Gundheim, Eppelsheim und Osthofen. Die Seuche herrscht fort in Klein-Umstadt, Kreis Dieburg, in Heppenheim und Wimpfen, Kreis Heppenheim; in Lehrbach, Kreis Alsfeld; in Dauernheim und Engelthal, Kreis Büdingen; in Sassen bet Queck, Kreis Lauterbach; in Ilbenstadt, Kreis Friedberg; in Westhofen und Monsheim, Kreis Worms. Die Seuche wurde im Monat Januar festgestellt und war am Schluffe desselben wieder erloschen in Biblis, Kreis Bensheim; in Zeilhard, Kreis Dieburg; in Neckarsteinach und Birkenau, Kreis Heppenheim; in Sprendlingen, Kreis Offenbach; in Büdingen, Diebach a. H> und Heegheim, Kreis Büdingen; in Alzey und Weinheim, Kreis Alzey; in Heidesheim, Kreis Btngm; in Wörrstadt, Kr. Oppenheim. Die Seuche wurde im Monat Januar festgestellt und herrschte am Schluffe desselben noch fort: in Dilshofen, Kreis Darmstadt; in Wurzelbach, Kreis Bensheim; in Dieburg und Semd, Kreis Dieburg; in Hohenstadt, Kreis Heppenheim; in Bürgel, Kreis Offenbach; in Gießen und Wäldershausen, Kreis Gießen; in Grebenau, Kreis Alsfeld; in Lorbach und Leustadt, Kreis Büdingen; in den Orten des Kreises Lauterbach: Maar, Lauterbach, Eisenbach, Pfordt und Angersbach; in den Orten des Kreises Friedberg: Heldendergen, Steinfurth und Ober-Erlenbach ; in Hackenheim, Kreis Alzey; in Weinolds- heim, Kreis Oppenheim; in Hangen-Wahlheim und Ibersheim, Kreis Worms. Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Ncinhardshain, Kreis Gießen, in Lehnhetm, Kreis Alsfeld, in Rodheim, Kreis Friedberg, in Meiches und Herchenhatn, Kr. Schotten. — Jede neue Jahre-zeit stellt an den Einzelnen neue Ansprüche, bet denen die Kletderfrage in erster Reihe steht. Gut und billig, dabei aber der Mode entsprechend gekleidet zu sein, ist Jedermanns Wunsch. Um dies zu erreichen, empfiehlt es sieb, feinen Bedarf nach dem soeben erschienenen Arühiahrs-Eatalog des Versand Geschäftes Mey & Edlich, Leipzig-Plagwitz zu decken. Derselbe enthält neben einer reichen Auswahl von Luxuswaaren und practischen Gegenständen für Haus und Familie ganz besonders zahlreiche, durch treue Abbildungen veranschaulichte ArühjahrS-Nev- heile« von Damen- und Herrengarderobe. Der Weltruf der Firma Mey & Edlich und deren beständig wachsende Zahl fester Abnehmer bürgen am besten für die Güte und Preiswürdigkeit der geführten Maaren. Man versäume deshalb nicht, den erwähnten Frühjahrs- Catalog bald zu verlangen; derselbe wird unentgeltlich und portofrei überallhin versandt. 2091 Schwarze rein wollene Kleiderstoffe (glatt und gemustert) zu Fabrikpreisen bei 394 ttebr. Stamm. 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Behrens’scher Liu oleum Fußbodenlack Z bester Fussbodenanstrich ZS a Mk 170, 1,80 1,90 und 2,— das Pfund, unübertroffen in Aroma und Kraft. [1584 In Glessen bei Holz-Versteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 16. März 1891, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Dachsbau, Dornstrauch und Strangswiese des Schutzbezirks Fernewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A Bau«, Werk- und Nutzholz. 219 Fichtenstämme mit 89,17 Festm. B. Brennholz. Die Zusammenkunft ist am Weg nach Gambach am Wald. Lang-Göns, den 6. März 1891. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. 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Der hierdurch entstandene Druck wirkte zuletzt auch auf die Dresdener Bankactten, so daß thatsächltch die Verostmtlichungi der Bilanz„die Ursache zu deren Rückgang wurde. Durch solches Verfahren arbeitet sich die Börse immer tiefer in den Pessimismus hinein und die täglich neu hervortretenden Hinweise aus die unaünstigen Aussichten des Jahres, verbunden mit der wett eindringlicheren Spracht der Coursrüc^änge, verwirren die Gemüther so, daß es selbst für nüchterne Beobachter schwer wird, zu entscheiden, ob man es mit Uebertteibungen oder begründeten Thatsachen zu thun hat. Es hat übrigens in dieser Woche trotz der ständig wiederkehrenden Abschwächung die Rückwärtsbewegung der Course im Bankenmarkte keine weiteren Fortschritte machen können, da gewichtige Factoren stets eine, wenn «uch mäßige, Erholung herbetsührten. Die Course finden namentlich an der Wiener Börse einen Rückhalt, der gegenwärtig sehr hoch angeschlagen werden mutz. Die Wiener Börse hat sich einen erheblichen Therl ihrer Spannkraft bewahrt und entwickelt sogar eine Unternehmungslust, die gegen frühere Zeiten auffallend absttcht. Man begünstigt dort Bankactten, namentlich Credtt, sowohl int Rückblick auf die Erfolge des vergangenen Jahres, als auch auf Grund des bedeutenden De- eouverts, das die Berliner Börse angehäuft hat. Es sind namentlich in den letzten Tagen bedeutende Actienpoften von Wien ausgenommen worden in der festen Zuversicht, daß es gelingen werde, in kürzester Zeit die Berliner Börse zu Rückkäufen zu zwingen. In noch stärkerem Maße begünstigt die Wiener Specutatton die heimischen Bahnwerthe, vornehmlich Böhmische Bahnen, Lombarden und Staatsbahn. Auf diesem Gebiete spielen die Erwartungen, die man an dre Durchführung der Handelsverträge mit Deutschland und Rumänien knüpft, eine große Rolle, aber man wird gut thun, in dieser Hinsicht keinen zu weit gehenden Hoffnungen Raum zu geben, so lange das Dunkel, welches über dem Stand der Verhandlungen schwebt, Schweizer Bahnen waren von Beginn der Woche an lehr fest, weil officiell bestätigt wurde, daß der Bund Unterhandlungen über den Ankauf Zeines großen Postens Centralbahn-Actien mit der bekannten Bankengruppe angeknupft hat. Die Verhandlungen scheinen jetzt bereits dem Abschluß nahe. So viel bi$ letzt in die Oeffentlichkett dringt, scheint ein Preis von 30 Francs Rente in Aussicht genommen zu sein, ein Preis, der vor acht Tagen noch erheblich höher, als der Borsencours war, heute aber bereits von demselben überholt wird. Renten lagen fest. Die Course, die durch den Zwischenfall am Ende der vergangenen Woche stark zurückgeworfen wurden, haben sich schnell wieder erholt. In Scrips der neuen Anleihen vollzieht sich fortdauernd ein großes Geschäft bet auf- und abschwankenden Coursen. m , ,, Montanwerthe liegen anhaltend matt. Die Submission in Breslau brachte eine große Ueberraschung durch die niedrigen Offerten der deutschen Werke. Dieselben offcrirten reichlich 20 Mk. unter dem VerbandspreiS, offenbar in dem Bestreben etwaigen Maßregeln, die die Regierung gegen die zur Regel gewordene Ueberoortheilung ergreifen könnte, die Spitze abzubrechen. Discont ziemlich unvet ändert, die Einzahlung auf die neuen Anleihen ist am Geldmärkte ohne weitere Spuren vorüber gegangen. Halbblut-Stute, dunkelbraun, 5 Jahre alt, 1,76 m groß, angeritten, zuverlässig, ein- und zweispännig eingefahren, sehr flotter Gänger, hübsche Figur, ist für den billigen Preis von Jü 100V zu verkaufen- lr.36] Feine und feinste Eier-rmstse- nudeln, beste türt. Zwetscheu und Apfelspalten empfiehlt billigst Robert Stuhl, Reustadt 2S. Ludwiasbafen-Berbach!. 227.90 225.80 I Lübeck-Büchner . 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