Nr. 260 Samstag den 7. November 1891 Stt Wbewn täglich, witt LLLnahm« drs 5‘entöfl. AK ®trtener *«IIM«WMDWUW>>S.WWS"""■■ ...... ir ir ---?.-. ~7~-—:--~wnjr--- nrnn.1r7-r.-TTr 1111 inr.irj r n- hiw 1 irr r~r --;\t in—^_-ij“^V.VC~'r J-- .i\\/riyr »ff tiiiiiiiiffin.i«ffW»iiWM!W^»WWWWWM»WWWWWW r 2lnrtlicher Theit. Gießen, den 5. November 1891. Betr.: Ernteerträgniffe. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen m die Srotzh. Bürgermeiftereierr de- Sreises. Nachdem nunmehr die Kartoffel- und Hülsenfrüchte-Ernte beendigt ist, sehen wir Ihrem Bericht über das Ergebniß binnen 3 Tagen entgegen. v. Gagern. Deutsches Reich. Darmstadt, 5. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich heute Vormittag 10 Uhr 48 Min. in Begleitung des Generaladjutanten Generalmajors Wernher, der Flügeladjutanten Major Frhr. v. Grancy und Hauptmann Frhr. v. Röder, sowie des Generalstabsoffiziers der III. Armee- inspection Major v. Schwarzhoff nach Frankfurt a. M. begeben, um dem 25jährigen Jubiläum des 1. Hessischen Infanterie- Regiments Nr. 81, dessen Chef Seine Königliche Hoheit sind, beizuwohnen. Berlin, 5. November. Die allgemach brennende Frage, wann der Reichstag zu seiner Wintersession zusammentreten werde, hat jetzt ihre Erledigung gesunden. Seitens des Präsidenten v. Levetzow sind die Neichstagsmitglieder auf Dienstag, den 17. November, Nachmittags 2 Uhr wieder einberufen worden und stehen auf der Tagesordnung dieser Sitzung die erste Lesung der Vorlage betr. die Bestrafung des Sclavenhandels, sowie Petitionen. Mit dem bevorstehenden Wiederbeginne der Reichstagsverhandlungen wird die innere Politik nach der sommerlichen Ruhepause wieder vollständig zu neuem Leben erwachen und wenn auch in der Wintertagung des Reichsparlamentes keine großen principiellen Entscheidungen zu erwarten sind, so dürste sie doch immerhin des An- und Aufregenden genug bringen. Lebhafte Debatten sind namentlich beim Etat der Militärverwaltung und ebenso beim Marine- Etat zu gewärtigen, da bekanntlich beide Specialetats beträchtliche Mehrforderungen enthalten, die sicherlich nicht ohne scharfe Beanstandung im Reichstage bleiben werden. Zweifellos wird auch die Colonialpolttik wieder eine hervorragende Rolle in den herannahenden Reichstagsverhandlungen spielen, wozu namentlich die mancherlei Vorgänge in den ostafrikanischen Dingen Stoff liefern werden. Inwieweit die Nachricht begründet ist, die Reichsregierung gedenke dem Parlamente sogar eine besondere Vorlage wegen Deutsch-Ostafrika zu machen, muß zunächst dabingestellt bleiben. Im Uebrigen verlautet von der Bildung einer „Freien Vereinigung" aus den Reihen der colonialfreundlichen Elemente des Reichstages, welche es sich zum Ziele setzen will, in schwierigeren colonialpolitischen Angelegenheiten eine rasche Verständigung zwischen der Regierung und der Reichstagsmehrheit zu vermitteln. — Am Berliner Hofe wurde im Lause dieses Freitags dem Eintreffen eines asiatischen Fürsten, des Prinzen Damrong von Siam entgegengesehen. Prinz Damrong befindet sich auf einer Rundreise durch Europa, in deren Verlause er am Dienstag in Kopenhagen eintraf; von der dänischen Hauptstadt aus gedachte der Prinz am Freitag nach Berlin weiterzureisen. Der interessante fürstliche Gast ist der Ueberbringer eines Handschreibens des Königs von Siam an Kaiser Wilhelm. — Bischof Dr. Klein von Limburg feierte am Mittwoch sein 50jähriges Priesterjubiläum. Der Jubilar wurde aus diesem Anlasse vom Kaiser durch die Verleihung des Sterns zum Kronenorden 3. Klosse, vom Papste durch ein herzliches Glückwunschschreiben ausgezeichnet. — In Württemberg sanden am Dienstag drei Landtagsersatzwahlen statt. Im Kreise Neuenbürg wurde der nationalliberale Candidat Commerell, im Kreise Oberndorf der bisherige Vertreter, v. Leibbrand, und im Kreise Oehringen der Demokrat Hartmann gegen den bisherigen nationalliberalen Vertreter Leemann gewählt. Die Niederlage im Oehringer Kreise, welche die Nanonallibercüeu verzeichnen müssen, könnte beinahe als ein böses Omen für dieselben im Hinblick aus die im Wahlkreise Oehringen Hall bevorstehende Reichstagsnachwahl erscheinen, bei welcher der soeben in der Landtagswahl unterlegene Nationalliberale Leemann sein bisheriges Mandat zu vertheidigen hat. Ausland. Nom, 5. November. Friedenskonferenz. Beim Beginn der heutigen Conferenzsitzung überreichten Jmbriani, Hubbard und Ricard einen Antrag, worin sie verlangen, daß jeder Vertrag gegen den Frieden und das Naturrecht erklärt werde, der über die Völker gegen ihren Willen verfügt, daß das Recht, über Krieg und Frieden zu beschließen, dem Volke zugesprochen werde und nur dieses Verträge schließen darf. Daraus beantragt der Spanier Marcoartu, daß zu den zukünftigen europäischen Congressen auch die Kleinstaaten zugezogen würden. Odescalchi unterstützt den Antrag, indem er aussührte, daß er das Recht der Nationalität zwar anerkenne, aber das Recht der Humanität höher stelle und daß die Franzosen, deren Aspirationen heilig seien, dieselben durch Recht und Vernunft, nicht durch Blut triumphiren lassen müssen. Jmbriani wiederholte seinen Antrag, daß ohne Anerkennung der Rechte der Nationalitäten kein Friede möglich sei. Der Ungar Pulßky tritt diesen Ausführungen entgegen: das Gefühl der Nationalität müsse durch Gerechtigkeit und Menschlichkeit gemäßigt sein,- alle Völker hätten einander Manches zu verzeihen und es sei Zeit, daß Differenzen nicht mehr durch Kanonen ausgeglichen würden. Heute sei der einzige Wettstreit in geistiger und industrieller Arbeit zu suchen. Darauf wird der Antrag Marcoartu angenommen. — Es beginnt die Discussion^über den Commissionsantrag, wonach Pandolfi mit der vorläufigen Geschäftsführung betraut, die Gründung nationaler Comites verlangt und aus die Tagesordnung der nächsten Conferenz die Organisation eines Schiedsgerichts gesetzt wird. Paffy exemplificirt auf die bereits erfolgten Entscheidungen internationaler Streitigkeiten durch Schiedsgerichte und perhorrescirt Jmbrianis Ansicht, daß für gewisse Fälle der Krieg unvermeidlich und heilig sei: Man vergesse nie, welchen Preis an Blut und Gut solche Entscheidung kostet, die immer Hazardspiel ist. Deshalb ist es sicher, daß auch die Fragen, aus die hier eingehend hingewiesen worden, durch Schiedsgerichte gelöst werden. — Daraus tritt die Vertagung ein. — Die französischen Deputaten halten den Antrag Jmbriani-Hubbard für inopportun, erklären, sie wollen der Conferenz keine Schwierigkeiten bereiten und enthalten sich jeder Discussion, die die Stimmung stören könnte, ohne damit aus die nationalen Hoffnungen zu verzichten. — Der Schweizer Foos wird beantragen, den Papst auszusordern, den Bischofseid dahin zu ändern, daß die Bischöfe nicht gezwungen sind, Häretiker zu verfolgen. (Fr. Z.) Netteste Nachrichten. Wolffs tdegrapbifdirS Lorrdpond>>:rz»B^rerm. Straßburg, 5. November. Der heute nach längerer Abwesenheit von Paris zurückgekehrte Fabrikant Eduard Gros, Schweizer-Bürger und Theilhaber der Firma Gros, Roman u. Co. in Weßerling, ist wegen Theilnahme an der Feier in Bussang ausgewiesen. München, 5. November. Der Finanzausschuß genehmigte den Militär-Nachtragsetat für 1890/91, welcher sich, hauptsächlich infolge der Neuformation der fünften bayerischen Division, auf 6,298,836 Mk. beziffert, wovon 855,436 Mk. auf die dauernden Ausgaben entfallen. Der Kriegsminister hatte gebeten, infolge des Reichsgesetzes vom 15. Juli 1890 Indemnität zu ertheilen. Die Summe von 1,525,000 Mk. für Ausbildung der Beurlaubten mit dem neuen Gewehre fällt künftig fort. Die Heerespräsenz Bayerns beträgt 56,334 Mann. Wien, 5. November. Nach dem offiziellen Programm über die Festlichkeiten anläßlich der Vermählung der Erzherzogin Luise von Toscana mit dem Prinzen Friedrich August von Sachsen treffen am 18. November die sächsischen Majestäten und Mitglieder des sächsischen Königshauses ein. Am 19. findet die Renunciation der Braut, am 21. November, Vormittags, die Vermählung in der Pfarrkirche der Hofburg statt. Am Nachmittag reisen die Neuvermählten nach Prag. Die sächsische Königsfamilie kehrt am 21. November Abends nach Dresden zurück. Paris, 5. November. Nach Meldungen aus Valparaiso hielten die Delegirten der verschiedenen politischen Parteien Beratungen ab und stellten den Fregattencapitän Montt als Candidat für die Präsidentschaft der Republik auf. Paris, 5. November. Der Munizipalrath genehmigte die Vorlage der Vergrößerung des Sanatoriums des Viehhofes von Lavilette, sodaß dasselbe 15000 Schafe statt 12000 ausnehmen kann. Der Ackerbauminister machte die Wiedereröffnung der Grenze für Schafvieh von obiger Vergrößerung abhängig. Brest, 5. November. Der russische Kreuzer „Minin" ist unter Hurrahrufen der Matrosen der französischen Schiffe nach Madeira weitergefahren. London, 5. November. Eine der hiesigen brasilianischen 1 Gesandtschaft aus Rio de Janeiro zugegangene Depesche ! vom 4. November besagt: Der Congreß sei ausgelöst, der ' Präsident werde die Nation berufen, an einem noch festzusetzenden Tage neue Vertreter zu wählen, lieber Rio de Janeiro wurde zweimonatlicher Belagerungszustand verhängt. Die Maßnahmen seien durch die Haltung des Con- gresses und die Versuche einiger Parteigänger, die Monarchie wieder herzustellen, hervorgerufen worden. Armee und Marine hielten treu zur Regierung. Die Ruhe sei nirgends gestört. Die Regierung werde die Ordnung ausrechterhalten, die Verfassung, wie alle internationalen Verpflichtungen respectiren. London, 5. November. Der brasilianische Gesandte in London erhielt ein Telegramm, dem zufolge in Brasilien nach Auflösung des Congreffes vollkommene Ruhe herrsche. Waterford, 5. November. Anläßlich des Besuchs DillonL kam es zwischen Parnelliten und Antiparnelliten zu blutigen Schlägereien, in denen gegen 150 Personen verwundet wurden. Athen, 5. November. Ein nach dem Piraeus bestimmter, mit Petroleum beladener Dampfer, der die englische Flagge führte, ist gestern Nacht im Golfe von Euboea vollständig verbrannt. Von der Bemannung sind zehn umgekommen, sechs gerettet. Lissabon, 5. November. Die Regierung unterzeichnete den provisorischen Vertrag mit der Gesellschaft, betreffend das Zündhölzchen-Monopol. Der Vertrag ist für den Staatsschatz um eine halbe Million günstiger als das Ergebniß der öffentlichen Ausschreibung. Liffabon, 5. November. Aus dem Bahnhose Famalicao der Staatsbahnstrecke Minho-Coneo stießen zwei Personenzüge zusammen, wobei sechs Personen verwundet wurden. 13 Petersburg, 5. November. Der hier tagende Congreß von Vertretern russischer Eisenbahn Verwaltungen beschloß die Einführung eines allgemeinen, für alle Bahnen geltenden Besörderungstarifs,- Abweichungen sollen nur mit Genehmigung des Finanzministeriums zulässig sein. Newyork, 5. November. Der „Herald" meldet aus Rio de Janeiro: Der Congreß genehmigte das Gesetz betr. die Beschränkung des Budgets sowie des dem Präsidenten von der Verfassung übertragenen Vetorechtes. In Folge dessen sprach der Präsident Tonocca die Auflösung des Congreffes aus. Newyork, 4. November. Nach einer Meldung des Newyork-Herald aus Valpariso ist daselbst ein Complot zur Ermordung des Generals Canto, welcher die Truppen der Congreßpartei befehligte, entdeckt worden. Das Complott soll von den Balmacedisten angezettelt sein. — In den Staaten Massachuffets, Pennsylvanien sind die republikanischen Candidaren mit großer Mehrheit gewählt, in New- Jersey dagegen die Demokraten. Newyork, 5. November. Dem „Herald" wird aus Valparaiso über das Complot gegen den Befehlshaber der Landtruppen, General Canto, noch Folgendes gemeldet: Ein Mann Namens Juan Mackenna, welcher sich in den Schutz der amerikanischen Gesandtschaft in Chile geflüchtet hat, werde beschuldigt, der Führer der Bewegung zu sein, deren Theilnehmer frühere Offiziere Balmacedas seien. Es sei beabsichtigt gewesen, Canto zu ermorden. Der Oberst Gandarillas sei durch Loos bestimmt worden, den Mord auszuführen und sei verhaftet worden. In das Complot seien hervorragende Persönlichkeiten verwickelt und sei alles vorbereitet gewesen, um mit den Anhängern Balmacedas in Buenos Ayres in Verbindung zu treten. Der amerikanische Gesandte, Herr Egan, stellte jede Verbindung mit Mackenna in Abrede. Bombay, 5. November. Reutermeldung. Ein von hier abgegangener Eisenbahnzug mit britischen und eingeborenen Soldaten entgleiste in der Nähe von Napur. Fünf englische Soldaten und fünf Mann des Zugpersonals wurden getödret, 31 englische und vier eingeborene Soldaten verletzt. Der Oberbefehlshaber der Truppen der Bombayer Präsidentschaft mit seinem Stab befand sich ebenfalls im Zuge, blieb aber angeblich unverletzt. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 6. November. Wie der „Allg. Reichst." aus Petersburg gemeldet wird, ist ein Pferdeaussuhr- verbot nicht geplant, ebenso eine innere Anleihe nicht in Aussicht genommen. — Nach der „Nordd. Allg. Ztg." ist die Meldung von einer Herabsetzung des deutschen Weinzollesim deutsch-italienischen Handelsvertrag von 24 aus 15 Mk. unrichtig. — Die „Berl. Pol. Nachr." melden, der Post- und Telegraphen-Etat fordere eine erhebliche Vermehrung der Beamtenstellen. Berlin, 6. November. Die Stadtverordneten wählten mit 96 gegen 7 Stimmen Zelle zum zweiten Bürgermeister. Berlin, 5. November. Commerzienrath An ton Wolfs wurde wegen betrügerischen Bankerotts verhaftet. Berlin, 5. November. Die „Nat.-Ztg." meldet aus Königsberg: Caprivi, sowie Botschafter Schweinitz theilten der Königsberger Kaufmannschaft mit, die Reclamationen der Reichs regle rung, die russische Regierung zur Frei- gebung der bereits vollendeten Sendungen von Cerealien zu veranlassen, blieben erfolglos. Pofen, 5. November. Bei dem hiesigen Bankhaus Hirschseld & Wolfs fand gestern ein wahrer Ansturm von Interessenten statt, welche ihre Depots zurückzogen. Letztere wurden sämmtlich verabfolgt. Myslowih, 5. November. Den Oberschlesischen Blättern zufolge steht ein russisches Ausfuhrverbot für Pferde und Schweine unmittelbar bevor. Brussel, 6. November. Die Zuhälter ausländischer Nationalität sollen ausgewiesen werden. Loudon, 6. November. Der brasilianischeMinister des Aeußern telegraphirte an die hiesige brasilianische Gesandtschaft: Der Präsident der Republik löste am 3. November den National-Congreß auf und ries das Volk aus zur Wahl neuer Vertreter an einem noch zu bestimmenden Tage. Ueber Rio wurde ein zweimonatlicher Belagerungszustand verhängt. Diese Maßregeln wurden veranlaßt durch das Vorgehen des Congresses und Bestrebungen, die republikanischen Institutionen umzustürzen und eine Restauration herbeizuführen. Der Präsident rechtfertigt die Maßregeln in einem Manifest an die Nation. Heer und Marine sind auf Seite der Regierung; die Ruhe ist ungestört. Die Regierung wird die Ruhe erhalten, die Bundesverfassung bewahren und den Verpflichtungen des Staates nachkommen. Hokohoma, 5. November. Der Verüber des Attentats aus den Czarewitsch ist an einer Lungenentzündung gestorben. Rio de Zaueiro, 5. November. Der Commodore Sandona Dalamo wurde provisorisch mit der Regierung betraut. Localer und provinzielles. Gießen, 6. November 1891. — Sitzung der Stadtverordneten vom 5. November. Anwesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Heyligenstaedt, Homberger, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Schopbach, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallensels. — Wie seit einer Reihe von Jahren, so soll auch für die demnächst stattfindSnde Generalversammlung der Spar- und Leihkasse derselben der Rath Haussaal gegen die übliche Vergütung überlassen werden. — Von dem dem Gabelsberger Stenographen-Verein auf sein Gesuch umUeberlassung eines Locals zu Unterrichtszwecken gemachten Anerbieten, den Rathhaussaal an noch frei bleibenden Wochentagen zu benutzen, hat der Verein keinen Gebrauch machen können und sich deshalb mit der Direction Großh. Realschule wegen Ueberlassung eines Schulsaales verständigt. Die Genehmigung wird unter Festsetzung der üblichen Vergütung für Beleuchtung und Heizung aus Widerruf ertheilt. — Infolge einer Eingabe des Thierschutz-Vereins, in welcher auf die als Thierquälerei zu betrachtende Ansammlung der Milch im Euter der Kühe hingewiesen wird, hat Großh. Polizeiamt den Entwurf einer Local- Verordnung vorgelegt, nach welcher das an Markttagen zum Verkauf gebrachte Vieh vor dem Auftrieb auf den Markt ausgemolken fein soll. Die Landwirthschastliche Commission hat sich gegen Erlaß einer derartigen localen Verordnung ausgesprochen; sie erachtete den Erlaß einer solchen als den Handel und die Märkte schädigend, da ausgemolkenes Vieh die Beurtheilung der Milchergiebigkeit erschwere und eine locale Verordnung die Gießener Märkte gegenüber auswärtigen Märkten beeinträchtige. Die Versammlung beschließt demgemäß, von dem Erlaß eines diesbezüglichen Ortsgesetzes «bzusehen, nachdem die Herren Schmall, Langsdorff und Homberger sich für ein Landesgesetz, Herr Georgi für ein Reichsgesetz (der Nähe der preußischen Grenze wegen) ausgesprochen und Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärt hatte, daß auf Erlaß eines Landes- bezw. Reichsgesetzes die weitverzweigten Thierfchutzvereine hinwirken könnten. Herr Löber hegte ebenfalls Bedenken gegen ein den Handel schädigendes Ortsgesetz. — Die Verhandlung über das Gesuch des Herrn Wilhelm Seipp um Erlaubniß zum Bauen am Steinweg wurde ausgesetzt. — Das infolge ablehnenden Bescheides von Herrn Liebmann Reis an Großh. Ministerium gerichtete Gesuch um Dispens von Bestimmungen des Ortsbaustatuts wird nicht befürwortet. Herr Reis beabsichtigt, auf das früher Heß'sche Haus an der Bahnhofstraße zwei Stockwerke in Fachbau aufzusetzen. Nach Ansicht der Baudeputation liegen indeß die Voraussetzungen, die ein Abweichen von baupolizeilichen Bestimmungen rechtfertigen würden, nicht vor, es erscheine vielmehr die Erhöhung des aus Fachwerk aufgeführten Hauses um zwei Stockwerke etwas gewagt, so daß der vom Gesuch- fteller beabsichtigte Zweck nur durch einen Massivbau erreicht werden könne. — Herr Ph. Lehr will den Betrieb der Dampfmolkerei in einem Neubau in der Schanzenstraße fortsetzen und hat deshalb um Erlaubniß zur Aufstellung eines Dampfkessels, dessen Feuerung einen 20 Meter hohen Schornstein erhalten soll, nachgesucht. Das Gesuch wird nicht beanstandet. — Das Gesuch des Herrn Wilhelm Gail um Erlaubniß zur Umänderung einer Dampskesselanlage in der Ziegelei am Riegelpfad wird befürwortet. — Nach Mittheilung der Garnison-Verwaltung an die Oberförsterei soll fortan der Schieß st and Nr. 5 nicht mehr benutzt und deshalb an die Stadt zurückgegeben werden. Die Wiederaufstockung des Geländes liegt nach den Pachtbedingungen der Garnison-Verwaltung ob. Dagegen beabsichtigt die Garnison-Verwaltung die Anlage von 18 Bretterwänden (Blenden) an den übrigen Schießständen und schlägt vor, das hierzu erforderliche Gelände als Ersatz für das an die Stadt zurückgegebene in den Pachtvertrag aufzunehmen. Die Versammlung ist nach Anhörung der Oberförsterei mit dem Vorschläge einverstanden. — Um einen besseren Zugangsweg zu den Schi eß ständen zu erhalten, beabsichtigt die Militär-Verwaltung einen von der Oberhessischen Bahn' bis zum alten Anneröder Weg führenden Weg zu verbessern. Die Stadtverordneten-Ver- sammlung beanstandet das Gesuch nicht. — Infolge erhobener Klage über den Zustand des zwischen dem Metzger Meister- schen und Goldarbeiter Noll'schen Hause nach dem ehemaligen Lazareth, jetztHauPtmeldeamt führenden Weges soll eine Umpflasterung des Weges vorgenommen, sowie derselbe durch die städtische Kehrmannschaft gereinigt werden. Im Uebrigeu stimmt die Versammlung der Beseitigung sonstiger Mißstände, besonders hinsichtlich des Aufstellens von Wagen rc. in dieser Straße, zu. — Nachdem vor längerer Zeit der Beschluß gefaßt worden, die städtischen Triebviertel mit Gewann- und Nummersteinen zu versehen und die Triebviertel gewannweise von 6 zu 6 Jahren zu verpachten, ist zunächst Auskündigung der Pachtverträge mit denjenigen Pächtern erfolgt, deren Pachtverhältnisse über den für Inkrafttreten dieser Neuordnung bestimmten Termin hinaus dauern. Um nun den Pächtern gegenüber, die sich auf längere Benutzung der Triebviertel, durch Anpflanzung, gute Düngung usw. eingerichtet, die in der vorzeitigen Kündigung liegende Härte weniger fühlbar zu machen, sollen ihnen die Triebviertel für die mit Inkrafttreten der Neuerung beginnenden sechs Jahre zum seitherigen Preise weiter belassen werden. — Die Landwirthschastliche Commission hat beantragt, das städtische Gelände gegen das Privatgelände auszusteinen- der Antrag wird angenommen. (Schluß folgt.) -s. Theater-Verein. Wie wir schon jetzt mittheilen können, hat der Theaterverein, um vielfachen Wünschen des Gießener kunstliebenden Publikums nachzukommen, für feine nächste Vorstellung Goethes „Torquato Taffo" gewählt. Die Aufführung soll am 12. November stattfinden. — Das Museum des Oberhesfischen Geschichtsvereins hat außer dem Zuwachs aus Geschenken und Kauf auch solche Gegenstände nachzuweisen, die unter dem Vorbehalte des Eigenthums dem Geschichtsverein zum Ausstellen überwiesen werden. Seither waren dies vorwiegend kleinere Gegenstände, doch finden sich auch einige größere und recht werthvolle Altertümer. Es seien hier nur genannt die beiden aus der Kirche in Großenlindcn stammenden gemalten großen Altarflügel und die zwölf in Holz geschnitzten Heiligenfiguren aus der Kirche in Alten Buseck. Dazu kommt jetzt eine reiche Sammlung von vortrefflich erhaltenen römischen Alterthümern, vorwiegend Thongefäßen, mit deren Aufstellung in neuen, nach dem Muster derjenigen im Mainzer rheinisch-germanischen Museum gebauten Schränken begonnen wurde. Sie sind Eigenthum des Herrn Wilhelm Gail und wurden meistens gesunden in römischen Gräbern bei Cobern an der Mosel, das bei den Römern Contrua, im Mittelalter Gondereva hieß. Alle diese Gesäße zeichnen sich durch ihre edle künstlerische Form, viele durch geschmackvolle, wenn auch einfache Verzierungen und durch, ein vorzügliches Material, feinsten und zartesten Thon aus. Wenn auch die Ausstellung erst begonnen hat, so ist doch auch jetzt schon ein Besuch des Mu- seums im alten Rathhaus auf dem Markte sehr lohnend und kann er nur dringend empfohlen werden. Zugleich möchten wir aber noch die Bitte anknüpsen, daß die Bestrebungen des Vereins auch von Anderen gütigst unterstützt werden, sei es durch schenkweise Ueberlassung von altertümlichen Gegenständen, sei es leihweise, oder auch durch größere Geldbeiträge, um die stets wachsenden Kosten des Vereins bestreiten zu können. Seine Mitglieder erhielten dieses Jahr kostenfrei oder gegen ein Geringes verschiedene Druckwerke, darunter zwei Blätter der sehr großen archäologischen Karte von Hessen, die Herr Kosler mit ausgezeichnetem Fleiß zusammengestellt hat, ferner ist der dritte Band der „Mittheilungen des Vereins" im Druck beinahe beendigt und kommt dann ebenfalls kostenfrei zur Vertheilung. Auch die Winterversammlungen mit Vorträgen sollen demnächst wieder ausgenommen werden. Der Verein bietet also seinen Mitgliedern für die 3 Mark Jahresbeitrag auch etwas und wäre sehr zu wünschen, daß die Anzahl der Mitglieder eine größere wäre. Anmeldungen zum Eintritt nehmen gerne entgegen die Herren Oberbibliothekar Dr. Haupt, Dr. Klewitz und Dr. Buchner. -n. Die eingetretene Kalte mahnt an den ausreichenden Schutz der Gasmesser, Wassermesser und Hauswasserleitungen, um unliebsame Störungen in Haushaltungen und Geschäften fernzuhalten- die diesbezügliche Bekanntmachung des städtischen Gas- und Wasserwerkes sei deshalb auch an dieser Stelle unseren Lesern empfohlen. — Kalligraphie. Seit einer Reihe von Jahren ist unsere Stadt ein längerer Aufenthaltsort des Herrn Kalligraphen Gottlieb, und dieses Bedürsniß ist durch die Inanspruchnahme des genannten Herrn bezw. seiner Methode in der Kalligraphie bedingt worden. Eine ganze Reihe von Besuchern dieser (Surfe haben ihm für die erlernte bessere Handschrift Dank gewußt und solches öffentlich zur Kenntniß des Publikums gebracht. Da Herr Gottlieb, zur Zeit hier Wallthorstraße 46, den zweiten Cursus in der Kalligraphie beginnt, so bedarf es gewiß nur dieses Hinweises, um eine Zahl von mit unschöner Handschrift behafteten jungen Leuten zu veranlassen, Besucher jenes Cursus zu werden und sich von der Zweckmäßigkeit zu überzeugen. (Siehe Annonce im Jnseratentheil.) — Das am 5. November ausgegebene Regierungsblatt Nr. 36 enthält: Verordnung, den Erlaß polizeilicher Vorschriften für Rheinschiffe von einer Tragfähigkeit unter 300 Centner betreffend. Vom 31. October 1891. — Die Zeit der Obstbaumpflauzungeu ist wiederum heran- gerückt, darum seien den Freunden des Garten- und deS Landbaues die Worte zugerufen: „Wo öden Raum pflanz einen Baum, und pflege sein, er bringt dirs ein!" Wenn diese wenigen Worte auch nicht buchstäblich zu nehmen sind, so ist in ihnen doch die Aufforderung enthalten, überall dort, wo es möglich ist, die Natur zu verschönern. Sie übt einen mächtigen Einfluß aus den Menschen aus, daß er fröhlich und heiteren Sinnes wird, wenn er in einer mit allen Reizen geschmückten Natur weilt. Einsam und verlassen, ohne Rahmen, ist das Bild einer Wohnstätte, wenn um sie kein grünes Blatt, keine Blume vorhanden ist, und wie ganz anders sieht es aus, wenn das Wohnhaus, inmitten eine- Gartens, den Vorübergehenden zum Eintritt einladet. — Wer die Anpflanzung von Bäumen in Garten, Feld oder anderswo beabsichtigt, möge also die jetzige Pflanzzeit nicht unbenutzt vorübergehen lassen. + Lich, 5. November. Die hiesige erledigte zweite Pfarrstelle ist dieser Tage mit Herrn Pfarrer Krämer, dermalen in Greifswalde, wo derselbe sich an der dortigen Hochschule gegenwärtig die Licentiatenwürde erwirbt, besetzt worden. Der seitherige Vicar der hiesigen Pfarrstelle, Herr Pfarrverwalter Lehr, ist in gleicher Diensteigenfchaft nach Groß-Umstadt versetzt worden und wird nächsten Sonntag hier seine Abschiedspredigt halten. Darmstadt, 5. November. Herr Waagen-Fabrikant Karl Schenk dahier, welcher überhaupt in jeder Beziehung stets für das Wohl seiner Arbeiter außerordentlich besorgt ist, hat waggonweise mehrere hundert Centner vorzüglicher Speif e- kartosseln aus Oberheffen kommen lassen, welche an die Arbeiter zum verhältnißmäßig sehr billigen Preise von 6 Mk. abgegeben werden. Der von dem Geschäft vorgelegte Ankaufspreis wird ratenweise am Lohn abgezogen. Auf gleiche Weife erhalten die betreffenden Arbeiter zu billigem Preise Steinkohlen geliefert. A Mainz, 5. November. Ein einer Mannheimer Firma gehöriges Floß wurde gestern Abend in Folge des starken Ostwindes gegen den jenseitigen Pfeiler der hiesigen Eisenbahnbrücke geschleudert und zwar mit solcher Heftigkeit, daß dasselbe vollständig zertrümmerte und das Holz stückweise davontrieb. Die Bedienungsmannschaft fiel in den Rhein, wurde aber von den umliegenden Schiffen aus gerettet. A AusRheinhessen, 5.November. Die Zuckerrübenernte ist in diesem Jahre in der diesseitigen Provinz sehr gut ausgefallen. In Folge der eingetretenen kalten Witterung werden seit einigen Tagen auf den rheinhefsischen Bahnstationen solche Massen von Zuckerrüben angefahren, daß es nicht möglich ist, deren Verladung voll zu bewerkstelligen. Die Zuckerfabriken sind daher genöthigt, auf verschiedenen größeren Stationen Lager zu errichten, an welchen die Ablieferung der Rüben von den Producenten geschehen kann. In mehreren dortigen vorübergehenden Zuckerrübenlagern befinden sich mehrere tausend Centner Rüben aufgespeichert, die ihrer Verladung harren. A Worms, 5. November. Im Gegensatz zu der Mainzer Handelskammer hat es die hiesige Handelskammer abgelehnt, den Vorschlag der Leipziger Handelskammer, daS Osterfest auf einen bestimmten Tag zu legen, zu unterstützen. Die hiesige Handelskammer hält den Vorschlag für ganz undurchführbar. — In den hiesigen großen Fabriken macht sich der Mangel an Bestellungen von Tag zu Tag fühlbarer. Fortgesetzt finden Arbeiterentlassungen statt. Vermischtes. * Frankfurt a. M., 5. November. Zur Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestehens des ersten Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 81 sand heute Vormittag auf dem Kasernenhose eine Parade statt, an welcher außer vielen ehemaligen Offizieren des Regiments die Spitzen der Militär- und Civilbehörden, darunter der Stadtcommandant, Generallieutenant von Stülpnagel, der Oberbürgermeister Adickes und der Polizeipräsident Freiherr von Müffling theilnahmen. Der Chef des Regiments, Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein, war persönlich zur Feier erschienen. Der Regiments-Com- manbeur, Oberst von Sydow, gab in seiner Ansprache eine Darstellung der Geschichte des Regiments und brachte daS Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, sowie auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog von Hessen aus. Am Nachmittag vereinigte sich das Offiziercorps zu einem Festmahl im „Frankfurter Hof"; für die Mannschaften fand Abends im „Saalbau" eine Festfeier statt. ^kirchliche Anzeigen -er Stabt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst» 24. Sonntag nach Trinitatis, 8. November: Vormittags 9V» Uhr: Professor v. Gottschjck. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Bibelstunde am Montag den 9. Novbr-, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Römerbrief, Kap. 1, Vers 18: von dem Zorne Gottes. Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag den 15. November: Beichte und heiliger Abendmahl im Abendgottesdienst. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 8. bis 14. November besorgt Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. 25. Sonntag nach Pfingsten, 8. November: Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um ihß Uhr Gelegenheit zur hl» Beichte. Sonntag: Morgens von 8/*6 Uhr an Gelegenheit zur Hl- Beichte; um 6 Uhr erste Frühmesse; um Vr8 Uhr zwene Frühmesse; um 3/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um Vi3 Uhr Festandacht. ______________ Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 7. November: Vorabend 41* Uhr, Morgens 8®° Uhr, Nachmittag- 3<® Uhr» Sabbathausgang 510 Uhr. Verkehr, Land- ttttb VoUswirthschaft. Nr««rfurt a. M., 5. November. Der gestrige Sckweint- Markr im städtischen Viehbofe war befahren mit 486 feiten Thieren am Dienstag waren 306 fette Schweine am Markt ge- standm.' Die Umsatzpreise blieben die letztnotirten: erste Sorte 57—59 H, zweite Sorte 54 bis 56 H per Pfund. Literatur und Knttff. — Nr. 5 (3. Jahrgang) der Wochenschrift zur Unterhaltung und Belehrung für junge Mädchen ,DaS HauSmütterchen* ist erschienen und hat folgenden Inhalt: Hauswirthschaftltcher Theil: Wochenspruch. — Im rechten Licht. — Wie ich m in Kind wtrth- f(haften lernte. — Briefe einer Lehrerin an ihre ehemalige Schülerin. — Bildung deS äußeren Menschen. — Die Schwester. — Harmonie der Toilette. — Handarbeiten. - Gesundheitspflege. — Küchenzettel und Recepte. — Gemeinnütziges. — Unterhaltender Theil: Aus den Frühlingstagen. (Fortsetzung und Schluß.) — Herbstlied. — Die Strandliese. (Fortsetzung.) - Gesellschaftsspiele. Räthsel. AuS- kunftsecke. Briefkasten. Anzeigen. — Probenummern werden jederzeit gratis abgegeben von dem Verlage: Emil Kaulfuß in Ueckermünde. Eingesandt. Vietze«, 6. November. Verehrer und Freunde des Waldes und seiner Bewohner sühlt man fich veranlaßt, darauf aufmerksam zu machen, daß die Hauptzierde destelben in theilweiser Umgebung von Gießen sehr bald nicht mehr in diesem zu finden sein wird. Diese Befürchtung bezieht sich auf unser lieblichstes Wild, auf das Reh. — Wer daher seinen Kindern auf Spaziergängen vielleicht noch einmal ein Reh in der Freiheit der Natur und nicht etwa in zoologischen Gärten — wie es wohl in Zukunft nur noch möglich sein wird —, zeigen will, dem erlaubt man sich dringend zu empfehlen, sich zu beeilen, ehe das letzte dem tödtlichen Blei zum Opfer gefallen sein wird Schöne Haut, feiner Teint, jugendf risches Aussehen wird unfehlbar erreicht durch Doerings Seife mit der Eule, laut ärztlichem Gutachten die beste neutralste Toilette-Seife der Gegenwart. Gut reinigend — liebliches Parfum. — Billig. —- verbrach. Unentbehrlich zur Damentoilette. 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Der Voranschlag der Gemeinde Rödgen für das Jahr 1892/93 liegt vorn 7. November l. I. bis einschließlich 14. November zur Einsicht aus hiesiger Bürgermeisterei offen. Rödgen, am 4. November 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. _______________________Jnderthal.____________________9863 Der Voranschla j der Gemeinde Leihgestern liegt acht Tage lang, vom 6. bis 14. November l. I., auf dem Bürgermeisterei- Bureau zur Einsicht der Betheiligten offen. Leihgestern, am 3. November 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Leihgestern. __Heß.______________________ 9862 Vorkehrungen gegrn das Einfrieren der Wafferleitnnze». Unter Hinweis auf die Bestimmungen über Anlage der Hauswaffer- leitungen zu Gießen, machen wir darauf aufmerksam, daß, um bei eintretender Kälte dem Einfrieren der Hauswasserleitungen vorzubeugen, es erforderlich ist, die Hauswasserleitungen des Abends für die Dauer eer Nacht mittelst des Hauptabsperrhahnes abzuschlietzen und mittelst des Entleerungshähnchens und obersten Zapfventils zu entleeren. Das diesbezügliche Verfahren haben wir s. Z. allen Wafferabnehmern in einer gedruckten Anleitung mitgetheilt, welche auch wiederholt veröffentlicht wurde. Erforderlichenfalls sind wir zu weiterer desfallsiger Auskunfts- ertheilung bereit. Die Wassermesser sind während des Winters mit Stroh, Säcken, Filz oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte sorgfältig zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschlossen zu halten. Durch diese Vorkehrungen wird dem Wafferabnehmer die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten. — Wir empfehlen daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln allen BetheUigten zur ganz besonderen Beachtung. Noch besonders machen wir darauf aufmerksam, daß es nicht in das Bereich unserer geschäftlichen Obliegenheiten gehört, Reparaturen und Aufthauen von Hauswafserleitungen — soweit dieselben vom Waffermefler ab innerhalb des Hauses liegen — vorzunehmen. Derartige Herstellungen werden am schnellsten von denjenigen Installations-Geschäften besorgt, welche die betr. Hauswasserleitungen s. Z. ausgeführt haben. Gießen, 6. November 1891. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen.9871 Bekanntmachung. Der Dünger aus der großen Grube im Schlachthause soll Samstag den 7. November 1891, Vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4. November 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth.______9847 In dem Concurs über das Ver- mögen des Vogelsberger Bergwerksvereins in Gießen gelangen zur zweiten und Schlußver- theilung unter den JL 16852.29 betragenden Forderungen der unbevorzugten Gläubiger JL 1541.93, oder 9,15%. Einsicht des Verthei- lungsplanes kann auf der Gerichtsschreiberei Großherzogl. Amtsgerichts dahier genommen werden. Gießen, 6. November 1891. A. v. Jungenfeld, 9878 ConcurSverwalter. IskWe-otenes. Jeden Nachmittag 2 Uhr: frisches Kaffeegebäck. I W. Stößinger, Wallthorstraße. 72nn] @ut erhalt, schwarzer Stock mrd Weste billig zu verkaufen- Näheres Lindenplatz 7. Versteigerung GarrrStag den 7. November dS. I., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Adler" dahier gegen Baarzahlung: 1 Wagen, 5 Schweine, 1 Ladenschrank, 500 Blumenstöcke, 1 Treibhaus, 13 Regulateure, Gold- und Silberwaaren, Gallerten, Vorhänge, Thürfedern, Zapfbabn und Ventil, verschiedene Schränke, Tische, Sophas und andere Sachen. 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