Nr. 129 Zweites Blatt. Sonntag den 7. Juni 1891 Der OK-euer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montag-. Die Gießener DLMtkienStStter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal btigeUgi. Meßmer Anzeiger Keneral-MnzvM. Vierteljähriger A-sn«e«e»ts»rewr 2 Mark 20 Pfg. mN Bringerlohn. Durch die Post bezog«- 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedttirnc und Druckerei: -chntstr-tzeAr.T. Fernsprecher 51. Amts- Und Anzeigeblatt füe den 'Kreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den fe-'v^oCTi Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. ”" --LT .11 ■"..U," ..'Jüf.l - ...-L-Jul »tt. L. J..'.■uwybes»-—1 chratisöeikage: Gießener Karmtienblätter. ~.JU. "-TJLLL’.1.1,JBI' -P. . .IL'MII Alle Annoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Anrtlicl^ev Therll Bekanntmachung, betreffend das Ober-Ersatzgeschäft für 1891. Das Ober-Ersatz-Geschäst für 1891 wird im Kreise Gietzen Samstag den 13. Juni im Rathhause zu Lich, Vormittags 8 Uhr, Montag den 15. Juni in dem früheren Hofgerichtsgebäude (Brandplatz) zu Gietzen, Vormittags 8 Uhr, Dienstag den 16. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Mittwoch den 17. Juni im Gasthaus „Zum Rappen" zu Grünberg, Vormittags 8 Uhr, stattfinden. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im Bezirk der 49. Infanterie- Brigade in sämwtlichen Aushebungsorten zu ge- stellen: a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflichtigen, soweit denselben eine besondere Ladung zugeht; b. die zum Landsturm I in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen ; c. die zur Ersatz-Reserve in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen ; d. die von der Ersatz-Commission als tauglich und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen; e. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Soldaten; f. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 5 Tagen anzuzeigen. Die M- litärpflichtigcn sind außerdem anzuweisen, ihre Loosungsscheine mit zur Stelle zu bringen. , Die zur Beurteilung von Reklamationen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugebeu, wohin derselbe verzogen ist. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober- Ersatz-Geschäfte selbst anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Militärpflichtigen, den Ladungen entsprechend, eine Stunde vor Beginn des Geschäfts zur Stelle sind. Gießen, am 28. Mai 1891. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Jost, Regierungsrath. Bekanntmachung, den Ankauf von Remonten für 1891 betreffend. Zum Ankauf von Remonten im Alter von drei und ausnahmsweise vier Jahren sind im Bereiche des Groß- herzogthums Hessen für dieses Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar: am 25. Juni d. I. in Niederwöllstadt „ 13. Juli „ „ „ Großbieberau „ 14. „ „ „ „ Bickenbach ,, 15. „ „ „ ,, Lampertheim „ 16. „ „ ,, „ Gernsheim /, 17. ,, ,, „ /, Großgerau. Die von der Remonte-Ankauss-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung baar bezahlt. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der Unkosten zurückzunehmen, ebenso Krippensetzer und Klophengste, welche sich in den ersten zehn bez. achtundzwanzig Tagen nach Einlieferung in den Depots als solche erweisen. Pferde, welche den Verkäufern nicht eigenthümlich gehören, oder durch einer, nicht legitimirten Bevollmächtigten der Commission vorgestellt werden, sind vom Kauf ausgeschlossen. Die Verkäufer sind verpflichtet, jedem verkauften Pferde । eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und ! eine neue Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens 2 Meter langen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. Um die Abstammung der vorgesührten Pferde feststellen zu können, sind die Deckscheine resp. Füllenscheine mitzubringen, auch werden die Verkäufer ersucht, die Schweife der Pferde nicht zu coupiren oder übermäßig zu verkürzen. Ferner ist es dringend erwünscht, daß ein zu mäßiger oder zu weicher Futterzustand bei den zum Verkauf zu stellenden Remonten nicht stattfindet, weil dadurch die in den Remonte- depots vorkommenden Krankheiten sehr viel schwerer zu überstehen sind, als dies bei rationell und nicht übermäßig gefütterten Remonten der Fall ist. Die auf den Märkten vorzustellenden Remonten müssen daher in solcher Verfassung sein, daß sie durch mangelhafte Ernährung nicht gelitten haben und bei der Musterung ihrem Alter entsprechend in Knochen und Muskulatur ausgebildet sind. Kriegsministerium Remontirungs-Abtheilung. v. Arnim. Die ländliche^Arbeiterfrage. Die bisherigen Bemühungen zur Besserung der Lage des Arbeiterstandes sind überwiegend der Fabrikarbeiterbevölkerung zu Gute gekommen, während die in den landwirthschastlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter hiervon weniger berührt worden sind, wenngleich natürlich die Wohlthaten der socialpolitischen Gesetzgebung auch den ländlichen Arbeitern mir zu Theil werden sollen. Aber gerade auf dem Lande liegen die Verhältnisse vielfach noch so, daß hier die gesetzliche Fürsorge allein nicht allenthalben bessernd für die Arbeiter durchgreisen kann, daß eö hierzu vielmehr auch der thätigen Unterstützung der Arbeitgeber resp. Grundbesitzer mit bedarf. In letzterer Beziehung muß es jedoch offen ausgesprochen werden, daß es die Grundbesitzer noch häufig an der rechten persönlichen Fürsorge für das Wohl ihrer Arbeiter fehlen lassen, wobei sie von der Ansicht ausgehen, daß in den Kreisen der ländlichen Arbeiterschaft meist noch Zufriedenheit mit den gegebenen Verhältnissen herrsche. Diese Anschauung kann indessen kaum mehr als zutreffend erachtet werden, denn auch unter den in der Landwirthschaft beschäftigten Arbeitern machen sich unverkennbar mehr und mehr Anzeichen von Unzufriedenheit mit ihrem Loose geltend und Strikes auf dem Lande sind in den letzten Jahren mehrfach beobachtet worden. Die Socialdemokratie ist denn auch in Würdigung der Sachlage bereits eifrig dabei, die ländliche Arbeiterbevölkerung für die neue socialistische Lehre empfänglich zu machen. Bis jetzt vermochte die Socialdemokratie in diesen Bemühungen zwar noch keine sonderlichen Erfolge zu erzielen, aber bei der ungemeinen Stetigkeit und Beharrlichkeit, welche die socialdemokratische Agitation entwickelt, erscheint es unzweifelhaft, daß ihr auch bei den Massen der ländlichen Arbeiter der Sieg nicht fehlen wird, wenn man dies nicht alsbald zu verhindern sucht. Die Vorbedingung zu einer aussichtsreichen Bekämpfung der Socialdemokratie aus dem Lande liegt aber wohl in einem gemeinsamen Vorgehen der Arbeitgeber behufs Beseitigung der hauptsächlichsten bestehenden Mißstände. Hierzu gehört vor Allem die Gewährung gesunder menschenwürdiger Wohnungen für die Arbeiter, wobei möglichst Bedacht daraus zu nehmen ist, daß mit der Wohnung Land- und Gartennutzung verbunden ist. Außerdem muß jedoch den Arbeitern die Möglichkeit geboten werden, sich die ihnen so behaglich eingerichtete Wohnstätte früher oder später zum Eigenthum zu erwerben, um sie aus diese Weise an die heimathliche Scholle zu fesseln und den Arbeitern den Werth eines eigenen, wenngleich noch so kleinen Grundbesitzes vor Augen zu führen. Daneben hätten die Arbeitgeber die Bildung ländlicher Consumvereine zu befördern und überhaupt auch in kleineren Dingen mit Rath und That ui die Verhältnisse ihrer Arbeiter eiuzugreifen. Um aber mit diesen angedeuteten Maßregeln die beabsichtigte Wirkung „ins Volle" zu erzielen und eine durchgreifende Besserung in der Lage der ländlichen Arbeiter herbeizuführen, dazu bedarf es eben eines gemeinschaftlichen Einschreitens der Grundbesitzer und sicherlich würde ein solches durch gesetzgeberische Maßnahmen der Regierung Unterstützung finden. Denn es braucht keiner näheren Beweisführung, wie sehr der Staat ein Interesse daran hat, dem Ueberwuchern focialistischer Einflüsse gerade auf dem Lande vorzubeugen; so lange die breiten Massen der ländlichen Arbeiter noch auf dem Boden der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung stehen, hat es keine Gefahr. Allein jedoch kann der Staat die vorbeugenden Maßregeln nicht treffen, er ist hierbei auf ! die thätige Mitwirkung der ländlichen Arbeitgeber angewiesen i und hoffentlich wird in den Kreisen der Letzteren diese Er- kenntniß immer mehr zum Durchbruch kommen. totales und provinzielles. Gießen, 6. Juni. — Sitzung der Stadtverordneten vom 4. Juni. Anwesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorfs, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Heyligenstaedt, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Schopbach, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Die gesetzlich vorgeschriebene Ermittelung der land- wirthschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernte-Ertrags im Deutschen Reiche, sowie die Ermittelung darüber, inwieweit sich eine Umstellung der mit Winterfrucht besäten Grundstücke, die infolge der Kälte des letzten Winters Schaden gelitten, nöthig gemacht hat, wird bezüglich der Gemarkung Gießen, wie in früheren Jahren, den Feldgeschworenen gegen Gewährung der üblichen Gebühren übertragen. — Nachdem unter Ueberweisung des als Baubureau für die neuen Kliniken benutzten Gebäudes die Einrichtung von Jsolirräumen vollendet, erübrigt noch der Anschluß dieser Räume an die Wasserleitung, sowie die telephonische Verbindung mit den Kliniken. Die Großh. Direction der neuen Kliniken hat im Einverständniß mit Großh. Ministerium die Entnahme des Wassers aus der eigenen Leitung, sowie die Einführung der Absallwässer in den diesem Zwecke dienenden Canal der Kliniken gestattet. Die von der Stadt zu tragenden Kosten der Anschlüsse (505.29 Mk.), sowie diejenigen für die Telephonleitung werden bewilligt. — Der Vorstand des Geschichtsvereins hat um Ueberlassung weiterer Räume zur Ausstellung seiner Sammlungen im alten Rathhause nachgesucht. Die Baudeputation hat, so gern sie im Interesse der Sache dem Verein entgegenkommen möchte, Aölehnung des Gesuches beantragt, da sie bei dem Alter des Gebäudes es für bedenklich hält, so verhältnißmäßig tief in die Construction desselben eingreifende Veränderungen, wie sie in dem Gesuche vorgeschlagen sind, ausführen zu lassen und eine weitere Belastung der oberen Stockwerke durch schwere Gegenstände (alte eiserne Ofenplatten) zu gestatten. Es wird dem Deputationsantrage entsprechend Ablehnung des Gesuches beschlossen. — Die Kosten für Herstellung eines gepflasterten Ueberganges am Abgang der Krofdorser Straße (144 Mk.) werden bewilligt. — Nachdem die sogen. Wodestraße in Besitz der Stadt übergegangen, ist die definitive Benennung derselben für angezeigt erachtet worden. Zu einem Vorschläge hat sich die Baudeputation, da sich weder aus der Lage der berr. Straße noch aus Würdigung der Verdienste z. B. um die in der Straße befindliche Kleinkinderschule oder um sonstige derartige Anstalten ein passender Name ableiten ließ, nicht geeinigt. Es soll deshalb Beschluß über die Benennung der Straße in einer späteren Sitzung gefaßt werden, nachdem den Herren Stadtverordneten entsprechende Vorschläge zu machen empfohlen worden. — Der bei Vergebung der Glaserarbeiten für die R e a l s ch u l t u r n h a l l e infolge Vergrößerung des Fenstermaßes nothwendig gewordenen Ueberschreitung des Kostenvoranschlags wird die Genehmigung ertheilt. — Nachdem inj Jahre 1888 beschlossen wurde, mit Ablauf der Budgetperiode eine Aeuderung des Octroi-Reglements vorzunehmen, hat in der damals zu diesem Zwecke zusammengesetzten gemischten Commission Herr Dr. Gutf leisch den Antrag auf Vereinfachung des Reglements gestellt, namentlich aber in der Sitzung vom 5. Juli desselben Jahres beantragt, das Octroi auf Mehl, Backwaaren, Frucht, Brennmaterial (mit Ausnahme der Steinkohlen) aufzuheben. Dieser Antrag wurde bezüglich der Backwaaren und des Mehles angenommen und berathen über erhöhte Heranziehung anderer octroipsüchtiger Objecte, wie Fleisch, Getränke usw., um Ersatz für den infolge dieses Beschlusses eintretenden Ausfall in dem Octroiertrag zu schaffen. Nachdem unter Aufrundung der bestehenden, auf die Guldenwährung beruhenden Sätze ein neuer Octroitarif dem Großh. Ministerium vorgelegt worden, hat dasselbe berichtet, daß eine Octroi-Erhöhung auf Wein und Branntwein aus Grund der bestehenden Vorschriften des Zollvereinsgesetzes nicht angängig sei. Wie ein Vergleich mit den Tarifen bei anderen octroierhebenden Städte des Großherzogthums ergeben, ist Gießen bisher in seinen Sätzen recht bescheiden gewesen, namentlich bezüglich de.s Bieres und des Schlachtviehs und hat deshalb die Commission Erhöhung des Octroisatzes für Ochsen von 8 aus 10 Mk. beantragt. Die über die Aenderungen des Octroi-Reglements nebst Taris eröffnete Generaldebatte führte in der vorgestrigen Sitzung der Stadtverordneten zu einer langen Verhandlung, im Lause deren saft sämmtliche Anwesenden ihre Meinung zu Gunsten des Für und Wider einer Vereinfachung des Octroiwesens, der Befreiung einzelner Gegenstände und stärkeren Heranziehung anderer darlegten. Die Ansichten der Gegner einer Octroi- befreiung aus Backwaaren dürsten, soweit aus deren Aussagen in der Debatte hervorging, in den Darlegungen des Herrn Stadtverordneten Schwall zum Ausdruck gebracht worden sein. Herr Schmall bemerkte, daß die beabsichtigte Octroi- befreiung des Brodes nicht dem armen Manne zu gute komme, dafür sei der auf den einzelnen Laib kommende Betrag zu gering. Die Befreiung gleiche mehr einem Geschenk an die Bäcker, zu deren Gunsten eine immerhin ins Gewicht fallende Einbuße an der Octroieinnahme eintreten würde, der er mit Rücksicht auf die an die Stadt herantretenden nothwendigen Ausgaben, die nach Mittheilung des Herrn Oberbürgermeisters eine Erhöhung der Communalabgaben nöthig machten, nicht zustimmen könne. Die Aufhebung des Octrois würde die hiesigen Bäcker auch nicht zu einem Preisabschläge veranlassen, es entspreche nicht der Billigkeit, in demselben Augenblicke einen Gegenstand octroifrei zu machen, in welchem ein anderer, z. B. Fleisch, höher besteuert werden solle. Was man auf der einen Seite dem armen Manne durch Aufhebung der Octrois auf Backwaaren zu bieten vermeine, entziehe man ihm aus der anderen Seite durch Vertheuerung anderer Gegenstände und mache es ihm erst recht unmöglich, einmal ein besseres Stück Fleisch zu kaufen. Herr Dr. Gutfleisch vertrat im großen Ganzen die Ansicht der ebenfalls eingehend in die Debatte eingreifenden, für Befreiung der Backwaaren stimmenden Herrn Stadtverordneten. In. dem Sinne, wie Herr Schmall den von ihm (Dr. Gutfleisch) vor drei Jahren gestellten Antrag auffasse, wolle er denselben nicht verstanden wissen, obwohl er keinen Augenblick daran zweifle, daß die Befreiung des Brodes von Octroi doch, wenn auch erst später, dem hauptsächlich Brod consumirenden Publikum, den armen Leuten, zu Gute komme. Er habe bereits vor drei Jahren darauf hingewiesen, daß eine Vereinfachung des Octroiwesens, eine Verminderung der octroipflichtigen Gegenstände mitbestimmend für seinen Antrag sei; für Streichung aus dem Octroitaris seien ihm Backwaaren als am geeignetsten erschienen, diese erforderten einen weitläufigen Controlapparat, | brächten wenig ein und von dem Wenigen (25,000 Mark), müßten noch 45% bei der Ausfuhr zurückvergütet werden. Wenn jetzt erhöhte Anforderungen an den Stadtsäckel gestellt würden, so sei dies die Folge früherer Unterlassungssünden, man habe früher kaum das Allernothwendigste im öffentlichen Interesse gethan, den heutigen Verhältnissen entspreche aber die vielleicht früher mögliche aber nicht zum Vortheil der Gemeinde geübte Sparsamkeit nicht, gerade so wenig, wie die Besteuerung von Lebensbedürfnissen an unseren Thor- Häusern. Er wiederhole, daß ihm die gänzliche Abschaffung des Octrois am sympathischsten erscheine, da eine solche sich aber nicht so schnell herbeiführen lasse, müsse man auf Vereinfachung des Octroiwesens in der von ihm beantragten Weise hinwirken. — Ein von Herrn Vogt gestellter Antrag, den vor drei Jahren gefaßten Beschluß auf Aufhebung des Octroi auf Backwaaren und Mehl wieder zurückzunehmen und sämmtliche seither octroipflichtigen Gegenstände im neuen Taris beizubehalten, wird mit 10 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Für den Antrag Vogt stimmten: die Herren Stadtverordneten Adami, Heyligenstaedt, Keller, Petri, Dr. Ploch, Schiele, Schmall, Schopbach, Dr. Thaer, und Vogt- dagegen die Herren Oberbürgermeister Gnauth, Beigeordneter Langsdorff, Stadtverordneten Georgi, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Homberger, Jughardt, Scheel, lSimon 'und Wallenfels. Herr Stadtverordneter Löber hat sich der Abstimmung enthalten, und Herr Beigeordneter Keller hat gefehlt. In der darauf fortgesetzten General-Discuffion sprach sich Herr Georgi gegen Erhöhung des Octrois auf Schlachtvieh, aber auch gegen Befreiung des Wildpretes und der Dörrfleischmengen unter fünf Kilo aus. Die nach der Special- berathung des Tarifs vorgenommene Abstimmung ergab Folgendes : Das Octroi wird erhöht von 6 Mk. 86 Psg. aus 8 Mk. für Ochsen (der Commissionsantrag lautete auf 10 M.), für Fleisch, frisches und gedörrtes, ist, auch in Gewichtsmengen unter fünf Kilo, 6 Pfg. pro Kilo, für Hasen 20 Psg. pro Stück Octroi zu entrichten. Der Antrag des Herrn Vogt, die Gänse mit 50 Pfg. Octroi zu belasten, wurde abgelehnt. Bei Wein und Branntwein bleiben die seitherigen Sätze in Geltung- für Bier sind 40 Pfg. pro Hectoliter, für Malz ebenfalls 40 Pfg. für 25 Kilo zu entrichten. Rohseidene Bastkleider Mk. 16.80 pr. Stoff zur compl. Robe und bessere Qualitäten vers. porto- "nb »ollirci das Fabkik-DsxSt G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zurich. Muster umgehenend. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 2271 I Zu 20 Mark 3 Meter Burkinstofs zu einem Salon-Anzug. von Mark 8 an. 130—140 cm. breite Acxerwehrtuche 180 cm breite Killardtuche von Mark 13 an. 130—140 cm. breite Schwarze Tuche von Mark 1.20 an. I 7 Mark 3 Meter Stoff zu einem seinen Anzug in dunkel gestreift oder I klein carrirt, modernste Muster, tragbar zu jeder Jahreszeit. I Zu 9 Mark echten wasserdichten Stoff zu einem Anzug oder Paletot in allen | Garden. 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Nichts regte sich in der Straße- alle Thüren waren geschlossen, einzelne Dächer waren stark von den Granaten beschädigt. Da öffnete sich ein Fenster, eine Hand winkte mir; auch eine Hausthüre öffnete sich. Man führte mich die Treppe hinauf und zeigte mir die Verwüstung durch ein Wurfgeschoß. Auf meine Frage, ob der Feind in der Stadt, hieß es, einige Offiziere seien allerdings aus dem Ludwigs- Platze gesehen worden, hätten sich jedoch nicht aufgehalten, nur mit Requisition für den General Froffard beschäftigt. (Fortsetzung folgt.) Hohlweg; hier kam ihr als Verstärkung ein Zug, der sie, mit dem andringenden Feinde kämpfend, ausnahm, und in die ©tnöt zurücksührte, als die erste seindliche Colonne, vom Spicherer Berg herabkommend, die Höhen gewonnen. Unsere vier Geschütze hatten indeß mit den drei Compagnien, die nur in den Kamps kamen, ein wirksames Feuer gegen einige dreißig vom E^ereierplatze feuernde Kanonen und namentlich gegen die Mitrailleusen begonnen, die über uns auf der Höhe einen Lärm wie das Herablassen einer Ankerkette machten, I und unter ihrem Schutz geschah denn nach tapferer Gegen- I ^hr der Rückzug mit einem Verlust von zwei Offizieren und sechzig Mann etwa um 2 Uhr in der Richtung nach Lebach. Oberstlieutenant v. Pestel hatte mir bereits vom Sattel die Hand zum Abschiede gereicht und war mit seinen beiden Schwadronen abgezogen, um diese nicht nutzlos den feindlichen Shrapnells auszusetzen. Feuilleton. Am Vorabend -rs -rulsch-ftanMschen Feldzuges 1870—71. (3. Fortsetzung.) Unsere Truppen sollten ja auch schon in vollem Anmarsch zur Saar und der Pfalz fein. Als ich an der Seite des Commandeurs den General den Winterberg hinaus begleitete, wo er ein Emplacement für die Geschütze suchte, ward er mit einem Hagel von Chasfepotkugeln empfangen, und gut wars, daß der Gedanke aufgegeben ward, denn die Geschütze wären schon nach wenigen Stunden in den Händen des Feindes gewesen. Am nächsten Morgen sandte der Gene- ral die Batterie in die Stadt zurück unb ritt mit dem Oberst- lieutenant v. Pestel nach Brebach. Der letztere hatte bereits am Abend des 31. Juli von Goeben die Mittheilung erhalten, es seien zwei Bataillone des 40. Regiments bestimmt zu seiner Ausnahme, falls er angegriffen werde; er solle die Stadt, eine offene, indeß nicht zu halten suchen, um ihr die Leiden einer Beschießung zu ersparen. Daß es mit unserem lustigen Vorspiel zu Ende gehe, darauf deutete alles. Im französischen Lager von Saar- gemünd war es in den letzten Nächten sehr lebhaft gewesen. Deutlich hatten wir das Brückenschlägen, das „Vive Fem- pereur“-©d)reien vernommen. Napoleon war also in For- bach bei den Truppen eingetroffen und mit ihm Lulu, der junge Prinz, so ward uns am Morgen erzählt. Der Tanz sollte losgehen; man mochte endlich, sechzehn Tage nach der Kriegserklärung, zum Angriff fertig sein. Wir schrieben den 2. August; am 15. war der Napoleonstag, es blieben also noch gerade vierzehn Tage — genügend, um zur Feier desselben in Berlin einzuziehen; genügend auch für die Kaiserin und alle die Kisten und Kasten mit Toilette, die bei der ersten Siegesnachricht in einem großen Train nach Deutschland abgehen sollten. General v. Gneisenau und der Vorpostencomrnandeur hatten sich also an diesem Morgen, dem des 2. August, hinüber nach Brebach begeben; ich setzte mich auf dem Exerzier<5ief|ener Anzeiger. Beilage zu Nr. 129. - 1891. Platze bei der Feldwache auf den Beobachtungsposten, den Rohrstuhl vor dem Gehöfte, und lugte mit dem Opernglas aus die Forbacher Chaussee hinab. Dichter Staub wirbelte über derselben. Ich machte den Lieutenant der Feldwache von der Berswordt darauf aufmerksam. „Die Ablösung!" meinte er unbesorgt. Die Sonne brannte unerträglich heiß, ich kehrte also durch den steilen Hohlweg in die Stadt zurück. Kaum eine halbe Stunde aber hatte ich, mit den Osfi- | Zieren plaudernd, vor dem Allarm-Hause auf dem Ludwigs- Platze unter den Platanen vor dem Casino gesessen, als um etwa 91/2 Uhr zwei Reiter ventre L terre die Straße herab aus uns zusprengten. Der erste, ein Husar von General Gneisenaus Begleitung, fragte nach dem Commandeur; der andere, ein Ulan, machte athemlos dem Rittmeister v. Lesort die Meldung, der Feind greife in Brigaden an. Im Kasernenhof schwang sich alles in die Sättel, die ganze Stadt gerieth in Bestürzung, die Läden wurden geschlossen. Ich eilte hinüber in mein Hotel, gab meinem Burschen die Ordre, den Wagen mit dem Gepäck bereit zu halten, und wenn ich nicht in einer halben Stunde zurück, über die alte Brücke nach der Vorstadt St. Johann zu fahren, die unfehlbar verbarrikadirt werde. Danach eilte ich zum Winterberg hinaus. Fliehende Arbeiter winkten mir von oben, umzukehren, und kaum hatte ich die Höhe erreicht, als ein Hagel von Chasfepotkugeln dieselbe schon bestrich und die Granaten über den Platz dahinschwirrten. Die Feldwache hatte den Kampf schon aufgenommen, aber was waren zwanzig Mann gegen diese Masse, die zum Angriffe bereit in der Waldung versteckt gelegen haben mußte! Auch Rittmeister v- Lesort ritt mit seiner Schwadron bereits den Hohlweg hinaus, aber auch er machte Kehrt, um nicht seine Leute ins Verderben zu führen. Zudem war er ohne Befehl, denn die Ordonnanzen hatten weder den Commandeur noch den General gesunden. Da man den Feind täglich erwartete und sich zum Abmarsch bereit hielt, hatte man wenig beachtet, was dieser während der Nacht und am hellen Morgen vorbereitet; der Angriff.war indeß kein überraschender. Inzwischen zog sich die Feldwache, die ohne Beseh! geblieben, in Front und Flanke beschossen, zurück bis an den Jeilgeöolenes. Sogenannten Deutschen Perl-Kaffee aus Frucht hergestellt, eigene «östung, bTb 25 P'-vnig. empfiehlt die Laffeerijssmi m H. f. Nassauer, Neuenweg 15. 5227 Helle Sommer-Wellen, leichte Sommer-Röcke, Turner-Tricot-Hemden empfiehlt 4268 HL Rübsamen. i Strafbar W ist Jedes, welches versäumt, sich nicht noch einen garnirten Damen- oder MLd- chenhut zu kaufen, denn zum 4936 !!! Selbstkostenpreis!!! werden dieselben jetzt abgegeben bei 8 Wettersaffe s. Bertrand. Mm 1. September 1891 ist 3U vermiethen oder zu verkaufen ein -fafirifianujcfen, in Oberheffeit (Großh. Hessen) in welchem bisher eine Wollspinnerei betrieben wurde. 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Von Bergwerken, die. wie er- wäbnt sehr fest lagen, gewannen Gelsenkirchener 6%, Harvener 7% und Hibernia 6?/° - Renten haben sich ziemlich kräslig erholt, sowohl die deutschen Werthe als auch namentlich die ausländischen. Italiener und Ungarn an der Sv'tze. Portugiesen sind gleichsalls besser, weil die Bemühungen des Finanzmlnlsters von Erfolg gekrönt sein sollen und die Pariser Banken neue Gelder zur Verfügung gestellt haben. Argentinier sind empfindlich schwächer, auch Chilenen bletben gedrückt. Mexikaner chließen unverändert. Course der Frankfurter Börse. Staatsanleihe«. Allmälta vollzieht sich an der Börse eine Erholung der Course, welcher der . Natur der Sache nach auch eine Besserung der allgemeinen Meinung gegenuber- steben must Die Aufbesserung der Course schreibt sich zwar vorwiegend aus Deckungskäufen her, da aber die Engagements gegenwärtig auf Wochen hmaus versorat sind und die Speculation also der Entwickelung der Dinge mit .huhe bfeben könnte ist es klar, daß das Deckungsbedürfniß einer veränderten Beurthei- luna der Verhältnisse entspringt. Die Woche eröffnete allerdings flau. Die Erklärung, die der Ministerpräsident am Montag im Abgeordnetenhause abgab, daß die Regierung sich nicht auf eine Ermäßigung der Getretdezolle einlassen werde, wirkte so enttäuschend, daß auch die Fondsbörse nicht umhin konnte, der Verstrm- mung Ausdruck zu verleihen obgleich dieselbe nur ein mittelbares In eres e an dieser Frage hat, und nur die Berliner Speculation, die wie die Liquidation zeigte, mit russischen Noten stark ä la hausse engagirt ist, direct davon betroffen wird. Seit dieser Zeit aber ist das Coursniveau fortgesetzt gestiegen, und zwar w,e^her- voraeboben werden muß, im Widerspruch mit manchen ungünstigen Meldungen, die^aus London und Buenos Ayres einltefen. Die fefte S^ung und des Montanmarktes schien jedoch zu genügen, die Wirkung dieser Hiobsposten aufzuheben. Auf dem Letzteren vollzog sich eine Bewegung, die weniger durch ihren Umfang als durch die Ruhe und Stetigkeit, welche sie sich unbeirrt von allen Schwankungen des Marktes bewahrte, Vertrauen erweckte und dazu beitrug, die Neigung zu Deckungen zu erhöhen. Diese Aufwartsstromung verdankt ^ren Ursprung verschiedenen größeren Abschlüssen über Kohlenlteferungen, die zul den bisherigen Preisen ausgeführt wurden, und durch welche es zur hohen Wahrscheinlichkeit wird, daß auf ein Herabgehen der Kohlenpreise vor der^Hand nicht mehr zu rechnen ist. In Wien übten die Nachrichten, daß eine Verständigung über den Verkauf der ungarischen Linien erzielt sei, einen befestigenden Einfluß. Der Vertrag ist anscheinend in der That zu Stande gekommen, doch ist über die Absindungsrente noch k/tne genaue Ziffer bekannt. Daß dieselbe denActionären einen^ortbeil bteten wird, erscheint zweifellos, und das findet seinen Ausdruck auch in dem Cours der Actten, der seit dem Beginn der Verhandlungen um reichlich 20 fl. gestiegen ist. Eine andere Frage ist aber die, welche ftj mit dem Einfluß beschäftigt, den die Abtrennung des wesentlichsten Theils des Bahnnetzes aus die Chancen der Gesellschaft ausüben wird, und in dieser Hinsicht erscheint es als sehr Wahrscheinlich daß die Actie ihre bisherige Stellung als Speculationspapiere ersten Ranges wird nicht behaupten können, und vermuthlich zu der Bedeutung der übrigen österreichischen Bahnactien zurücksinken wird. Das ist die Lchat enseite der Operation, die von der Börse vorläufig noch übersehen wird, die aber früher oder spater in Betracht gezogen werden muß. Der vornehmlichste Einfluß, den der Abschluß dreser Verhandlungen ausübte lag aber nicht in der Coursbewegung der Staatsbahnactien sondern in der der Lombarden. Die Börse war sehr eilig in der Folgerung, daß die ungarische Regierung nun auch zum Ankauf dieser Linien färetten wurde, und die Chancen dieser Bahn, die noch vergangene Woche im trübsten Lichtesich darstellten, erschienen nun plötzlich so ausstchtsooll, daß eine sehr lebhafte Courssteigerung der Actien eintrat. Wie wenig Berechtigung eine solche Fol- geruna aber hat, ist so einleuchtend, daß wenig Sehergabe dazu gehörte, dieser Bewegung den Rückschlag zu prophezeihen, den sie thatsächli^ am Freitag gefunden hat. Ueberhaupt scheint es, daß der Wiener Markt feine Kräfte einigermaßen überschätzt. Es mag allerdings ein Gefühl der Befriedigung gewahren, inmitten einer allgemeinen wirthschaftlichen Depression Haussetendenzen verfolgen zu können, aber die Erfahrung hat noch stets gelehrt, daß die Kraftanstrengung.zu groß ist, um lange andauern zu können. Es ist daher durchaus nicht ausgeschlossen, daß, nachdem das Deckungsbedürfniß einigermaßen befriedigt ist, die Course von Neuem ins Wanken kommen, zumal die Verhältnisse in Argentinien ob^mals eine Verschlechterung erfahren haben, die neue Verluste bedeuten, und welche die Börse den dort engagirten Banken erneut in Anrechnung bringen wird. Es ist bekannt, daß das Moratorium, welches die Banken in Buenos Ayres für die Auszahlung der Depositen in Anspruch genommen hatten, mit dem 1. Juni abgelaufen war. That- sächlich schienen auch die Auszahlungen wieder ausgenommen worden zu sein, aber, wie vorauszusehen war, mit gänzlich unzureichenden Mitteln, sodaß schon am ersten Tage die Schalter von Neuem geschlossen werden und eine Reihe von Annen Cor^ curs anmelden mutzten. Die Nachrichten, die bisher herüber kamen sind sehr spärlich und die Bewegung des Goldcourses bietet fast den einzigen Maßstab an welchem man den Grad der Verwirrung in Buenos Ayres schätzen kaum Derselbe wird heute mit 444 % gemeldet; das ist ein Cours, der nur von dem übertroffen wird, .der zur Zett der Revolution bezahlt wurde, der umso ungeheuerlicher ist, als die größten Goldverpflichtungen — die der Regierung — gar nicht erfüllt werden und dadurch dem Markt zu Gute kommen. Das Moratorium, welches man dem Staat angeboten hatte, ging von dem Gedanken aus, daß man den AbMß des Goldes bemmen müßte, um das Goldagto und damit die Verpflichtungen des Staates herabzumtndern. Jetzt, nachdem das Moratorium seit Monaten besteht, steigt das Goldagio auf eine Höhe, wie sie kaum jemals notirt wurde, und die bisherigen Opfer haben daher eine neue Verschlechterung nicht aufhal en kcmnen. Werden die neuen Opfer, die man noch auf sich nehmen wird, eine bessere Wirkung haben Eine sehr wesentliche Stütze empfing der Markt durch die Discont- ermätzigung der Bank von England, die am Donnerstag erfolgte, aber schon am Mittwoch als ziemlich gewiß angenommen wurde. Der Goldschatz der Bank hat sich in dieser Woche wieder so wesentlich vermehrt, daß die elbe nun auch unter Berücksichtigung der nach Rußland abfließenden Summen hinreichend für den Herbst gerüstet erscheint und sie hat daher auch die Rate sofort um ein volles Procent ermäßigt. Indessen hat es hier einigermaßen verstimmt, daß die Rerchs- bank diesem Beispiel nicht gefolgt ist und sogar die Erklärung abgegeben hat, daß sie dies nicht beabsichtige mit Rücksicht auf große Regierungsguthaben, die gegenwärtig ihren Status verbessern, aber sehr schnell zurückgezogen werden können. Es bedarf indessen gar nicht der Erklärung, daß dieser Standpunkt der Bankleüung der richtige ist, zumal eine Rate von 4o/o nicht drückend genannt werden kann. Die Coursbewegungen der Woche umfassen ziemlich bedeutende Spannungen. Discouto fielen von 178.80 auf 176.40, stiegen wieder auf 181.50, um zu 180.50 zu schließen. Indessen war die Coursentwickelung der übrigen Bankactien eine stetigere und es gewannen Darmstädter 3%, Handelsgesellschaft IV2 °/o, Dresdener 2.20% und Deutsche Bank 2 %, während Wiener Banken ihr vorwöchentliches Ntveou un- Frauenschönheit 4996 ist eine Zierde, welche man nur erhält durch den Gebrauch der Lilienmilch' Seife von der Parfümerie Union; Berlin. 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