1891 Sonntag den 7. Juni «r. 129. Erstes Blatt. •Htwt «chhttm täglich, ■* Ausnahme des Montags. •k Meßen er Mkn dem Anzeiger Tätlich dreimal deißelegt. Gießener Anzeiger Keneral'-Unzeiger. iVterMlshrlHEL A»O«re«—tLprrßAs 2 Mark 20 Pst. *Ä Bringerloh«. Durch die Post bcjefÄ 2 Mark 50 Pi,. Webaction, «pieMÖwi und Druckerei: Kchntstrat« Wkli Fmchaecher 51, Aintr- und Anzeigeblatt fiir den Urei* Gieren. Annahme Vsn Anzeigen zu der Nachmittag- für dm fatzgendm Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. n—WIIJ IJ H 1 1 T _,■■■ 1 »M» I^Ut., ' chratisVeikage: chießerrer IamikienökLtter. ■gimwwM MtS». Ave ArmsneeN'Bureaux des An- und Auslände- achnrm Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg». Anrt^cher Lheil. Gießen, den 6. Juni 1891. Betr.: Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere und Eber. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grvtzh. Bürgermeistereien de- Kreise-. Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere und Zuchteber durch die Körcommissionen des Kreises wird an folgenden Tagen stattfinden: Montag den 8. Juni zu Hausen, Garbenteich, Watzenborn-Steinberg, Grüningen und Lang-Göns- Mittwoch den 10. Juni zu Steinbach, Albach, Annerod, Oppenrod, Burkhardsfelden und Reiskirchen- Donnerstag den 11. Juni zu Münster, Niederbessingen, Oberbessingen, Nonnenroth, ViÜingen und Röthges- Freitag den 12. Juni zu Rödgen, Trohe, Großen-Buseck, Alten-Buseck, Wieseck, Göbelnrod, Saasen, Lindenstruth, Harbach, Hattenrod, Ettingshausen und Queckborn- Montag den 15. Juni zu Gießen, Daubringen, Mainzlar, Staufenberg, Ruttershausen, Lollar, Weitershain, Rüddings- hausen, Odenhausen, Kesselbach, Londorf, Climbach, Allen- dors a. d. Lda. und Treis a. d. Lda. - Mittwoch den 17. Juni zu Beltershain, Reinhardshain, Winnerod, Bersrod, Beuern, Allertshausen, Geilshausen und Lumda - Freitag den 19. Juni zu Heuchelheim, Klein - Linden, Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Leihgestern, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Grünberg und Lauter. Samstag, den 20. Juni zu Langsdorf, Bettenhausen, Bellersheim, Obbornhofen, Utphe, Trais-Horloff und Inheiden- Montag den 22. Juni zu Hungen, Steinheim, Rodheim, Rabertshausen und Langd- Freitag den 26. Juni zu Lich, Birklar, Muschenheim, Dors-Gill, Grüningen, Holzheim, Ober-Hörgen und Eberstadt. Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, an den bezeichneten Tagen zu Hause zu bleiben und die Thiere der Körcommission bei dem Eintreffen vorzuführen, sich auch selbst bereit halten, um der Commission auf Nachsuchen förderlich sein zu können. v. Gagern. Gesundenr 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Taschentuch, 1 Handschuh, 2 Corallenketten, 1 Oelkännchen, 2 Schraubenzieher, 1 Stab Eisen, 1 Firmenschild, 1 Buch, 1 Kinderhut, 1 Brille, 1 Petroleumlampe, 1 Messer, 1 Gürtel, 1 Haarkämmchen und 1 Sack. Zugelaufen: 1 Mopshund. Gießen, den 6. Juni 1891. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Lolitische Wochenschau. Gießen, 6. Juni 1891. Bon den Angelegenheiten des Reiches hat die wichtige Frage der Aushebung des Getreidezolles nunmehr ihre Lösung gefunden. Am 1. Juni erklärte der Reichskanzler v. Caprivi im preußischen Abgeordnetenhause, daß es nicht in der Absicht der Regierung liege, die Herabsetzung oder Suspension der Getreidezölle beim Bundesrath in Anregung zu bringen. Zugleich legte der Reichskanzler in längerer Rede die Gründe zu dieser Entschließung der Regierung dar. Indem er die Thatsache außer Betracht ließ, daß die Getreidezölle bereits um 30 Mark denjenigen Betrag überschritten haben, den man bei der letzten Erhöhung der Zölle im Jahre 1887 von Seiten der Regierung als den höchsten zulässigen bezeichnete, führte er aus, daß der Vorrath an Brodkorn im Lande nach den Erhebungen der Regierung an den beiden letzten Tagen nicht so unbedeutend sei, wie man gewöhnlich annehme. Die künftige Ernte werde, wenn auch nicht gut, so doch wenigstens besser aussallen, als man bis jetzt geglaubt habe. In Rußland, Nordamerika und Indien fänden sich noch ziemliche Bestände an Getreide vor, die im Nothfall zur Ergänzung der inländischen Waare verwandt werden könnten. Sollte der Kornpreis noch um so viel höher steigen, daß er sogar den Weizenpreis überträfe, so könnte man ja zum ausschließlichen Consum von Weizengebäck übergehen. Wahrscheinlich werde im Falle der Zollherabsetzung die Preisermäßigung doch nicht ganz dem Betrage des juspendirten Zolles entsprechen. Die Staatsregierung sage sich überhaupt, daß eine mäßige Herabsetzung nichts nutzen werde, sondern daß, wenn eine Erniedrigung des Brodpreises herbei- gesührt und unserer armen Bevölkerung geholfen werden solle, dann die Zölle auf Zeit völlig erlassen werden müßten. Das sei aber eine Maßregel, zu der sich die Staatsregierung nicht würde entschließen können. Bei einer vollkommenen Aufhebung auf Zeit werde es später schwer sein, die Zölle wieder in Geltung zu bringen. Die Regierung habe aber nichts weniger im Sinne, als sich einem Freihandelssystem zuzuwenden. Man müsse unter Umständen auch einmal gegen den Strom schwimmen, selbst wenn man Gefahr laufe, dadurch unpopulär zu werden. So weit die Rede des Reichskanzlers, die sicherlich das Verdienst in Anspruch nehmen kann, die auf den Getreidehandel geradezu lähmend wirkende Unsicherheit in Bezug aus die Zollverhältnisse einigermaßen beseitigt zu haben. Allerdings sind die Getreidepreise, die in Erwartung einer Zollaufhebung um fast 10 Mark gefallen waren, in Folge der Rede Caprivis wieder um etwa 11 Mark hinaufgegangen. — In Preußen hat der bevorstehende Rücktritt des Eisenbahnministers den Anlaß dazu gegeben, daß Angehörige fast aller Parteien dem scheidenden Minister die vollste Anerkennung für sein hingebendes und unparteiisches Wirken während seiner langen Amtszeit, aussprachen. Selbst die entschiedenen Gegner der Eisenbahnverstaatlichung, die v. Maybach bekanntlich durchgeführt hat, erkennen an, daß ein Minister von gleich großer Sachkenntniß und Sachlichkeit nicht leicht gefunden werden wird. — Ein gewisses Interesse auch über Preußen hinaus beanspruchen weiterhin die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses über das Lotteriewesen in Preußen. Der conservative Abgeordnete Korsch hatte den Antrag gestellt, den Privathandel mit Staatslotterieloosen zu verbieten. Dieser Antrag wurde angenommen und ebenso eine Resolution, in der die Regierung ersucht wird, eine reichsgesetzliche Regelung des Staats- und Privatlotteriewesens herbeizuführen. Eine weitere Resolution, welche eine Vermehrung der preußischen Staatslotterieloose fordert, wurde zunächst der Budgetcommission überwiesen. Von freisinniger Seite hatte man gegen die gefaßten Beschlüsse Einwände erhoben. Der Abgeordnete Eugen Richter meinte, so lange es eine Staatslottterie gebe, werde stets eine große Nachfrage nach Loosen eines solchen Institutes stattfinden. Verbiete man den Privathandel, so werde diese aus ungesetzlichem Wege sich zu befriedigen trachten, und setze man sich in Widerspruch zu der Resolution, gerade der Nachfrage durch Vermehrung der Loose in weiterem Umfange zu genügen. Allerdings sei er überhaupt für die Abschaffung der Staatslotterie und eventuell für eine hohe Besteuerung aller Privatlotterien, denn diese sei nur eine Besteuerung der Dummheit. Aus dem Volke müsse der Glaube schwinden, als ob man irgendwie anders als durch Fleiß und Sparsamkeit vorwärts kommen könne. Rücksichtlich der Verhältnisse des Auslandes kommen noch immer die Erörterungen über die Erneuerung der Tripelallianz in Betracht. Unter den bezüglichen Kundgebungen der Presse erregte besonders ein Artikel der Londoner „Contemprorary News", der fälschlich auf den italienischen Exminister Crispi zurückgeführt wurde, das größte Aufsehen. An Versuchen, Italien von dem mitteleuropäischen Bündnisse abzudrängen, soll es nicht gefehlt haben- die Schwierigkeiten seien zeitweise recht erheblich gewesen und hätten bis zuletzt viel Kopfzerbrechen bei den verhandelnden Mächten verursacht. Doch sei jetzt von Italien die Unterschrift zu dem Vertrage gegeben. In Verbindung mit diesen Meldungen taucht auch wieder einmal das Gerücht auf, daß England zu dem Dreibund in bestimmten offiziellen Beziehungen stehe. Diesmal werden sogar der König von Italien und der verstorbene Prinz Jerome Napoleon als Gewährsmänner aufgeführt. — Die russischen Judenaustreibungen werden auch jetzt noch erbarmungslos fortgesetzt und erhalten in der Verschärfung der Maßregeln gegen die zurückbleibenden Juden ihre Vervollständigung. Es besteht in jüdischen Kreisen der Plan, einen Theil der jüdischen Auswanderer und Flüchtlinge nach Palästina überzuführen, wo die bereits ansässigen Juden sich vornehmlich mit Wein- und Tabakbau beschäftigen- einen anderen Theil gedenkt man in Argentinien anzusiedeln. Bereits bereist ein Beauftragter des Barons Hirsch, Mr. White, diejenigen russischen Gegenden, in denen zahlreiche Juden wohnen, um zu erkunden, inwieweit die russischen Juden selber geneigt sind, aus solche Pläne einzugehen. — In Korfu hat sich dagegen die Aufregung so ziemlich wieder gelegt. Der griechische Ministerpräsident Delyannis hat erklärt, nach seiner Meinung sei der ganze Aufruhr nur inscenirt worden, um seine Stellung zu erschüttern. Die Behauptung, daß ein Christenmädchen zu rituellen Zwecken von Juden ermordet worden sei, beruhe aus dreister Lüge. — In Chile werden die Verhältnisse immer wirrer. Es bestätigt sich, daß die nordamerikanische Regierung nicht einzugreifen beabsichtigt. — Auch in Haity hat eine bewaffnete Erhebung stattgesunden, die jedoch rasch unterdrückt wurde und ihr Nachspiel in der Hinrichtung der Rädelssührer sand. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Lorrespondenz-Bureau Berlin, 5. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm heute in zweiter Lesung die Rentengütervorlage und zwar im Wesentlichen nach den von der Commission gemachten Vorschlägen an. Berlin, 5. Juni. Der Bundesrath ertheilte in der am 4. dss. Mts. unter dem Vorsitze des Vice-Präsidenten des Staatsministeriums, Staatssecretärs des Innern, Herrn Dr. von Boetticher, abgehaltenen Plenarsitzung den Gesetzentwürfen für Elsaß-Lothringen, betreffend die Aushebung der Denunciantenantheile, über die Einrichtung von Grundbüchern und über die Kosten in Grundbuchsachen in der vom Landes- ausschusse beschlossenen Faffung die Zustimmung. Dem Jnnungsverbande „Bund deutscher Perrückenmacher- und Friseur-Innungen in Berlin" wurde auf Grund des § 104h der Gewerbeordnung das Recht zugestanden, unter seinem Namen Rechte, insbesondere Eigenthum und andere dingliche Rechte an Grundstücken zu erwerben, Verbindlichkeiten ein- zugehen, vor Gericht zu klagen und verklagt zu werden. Außerdem wurde über mehrere Eingaben in Zoll- und Steuerangelegenheiten Beschluß gefaßt. Berlin, 5. Juni. Für das Etatsjahr 1890—91 betragen die gesammten Ist einnahm en der Reichskasse an Zöllen und Verbrauchssteuern 625,089,290 Mk. gegen das Vorjahr mehr 38,383,940 Mk. Der Spielkartenstempel beträgt 1,203,900 Mk., gegen das Vorjahr mehr 22,049 Mk. Es entfallen aus Zölle 368,286,976 Mk., gegen das Vorjahr mehr 18,410,882 Mk.- Tabaksteuer beträgt 11,043,091 Mk., gegen das Vorjahr weniger 896,442 Mk. Die Zuckermaterialsteuer 6,364,774 Mk., mehr 4,806,138Mk. Zuckerverbrauchsabgabe 52,191,737 Mk., mehr 11,290,367 Mk. Salzsteuer 41,988,020 Mk., weniger 1,395,238 Mark gegen das Vorjahr. Berlin, 5. Juni. Nach den „Berl. Pol. Nachr." verlautet, eines der vacanten Oberpräsidien werde mit einem nicht conservariven in dem Ruhestand befindlichen, parlamentarisch thätigen höheren Staatsbeamten besetzt werden. — Dem Landtage dürste noch ein mit dem Reichsgesetz über die Gewerbegerichte zusammenhängender Gesetzentwurf zugehen. Berlin, 5. Juni. Der „Reichsanzeiger" publicirt eine Bekanntmachung der Reichsschulden- Verwaltung, worin für die Entdeckung der Verfertiger oder Verbreiter der in neuerer Zeit circulirenden falschen Reichskassenscheine zu fünfzig und fünf Mark eine Belohnung bis 2000 Mk. versprochen wird. Berlin, 5. Juni. Der zweite Bürgermeister Duncker theilte dem Oberbürgermeister mit, daß er sein Amt am 1. October niederlege. Berlin, 5. Juni. Nach Konstantinopeler Depeschen haben die Räuber den Maschinisten Freudiges mit Briefen nach Kirk-Kileffe geschickt, um ihre Vorschläge wegen Auszahlung des Lösegeldes zu überbringen. Seitens der türkischen Regierung seien wiederholt Befehle ertheilt, keine Truppenbewegungen vorzunehmen. München, 5. Juni. Dem officiellen Berichte zufolge hat sich das Sommergetreide in ganz Bayern im Laufe des Monats Mai durchgehends bestens entwickelt. Die Wintersaaten sind, soweit nicht umgepflügt, unbefriedigend. Der Klee hat gelitten - der Wiesenstand sich gebessert. Der Hopsen ist gut. Der Tabak schreitet im Wachsthum fort. Die Weinaussichten sind ungleichmäßig, die Obstkulturen gut. Mehrfache Schäden sind durch Hagel, Frost und Mäusesraß herbeigesührt worden. Sollte das Wetter günstig bleiben, so wird das Sommergetreide den Ausfall des Winters genügend decken. Hamburg, 5. Juni. Der „Hamb. Börsenhalle" aus Kamerun vom 18. April vorliegende Berichte melden nichts von dem englischerseits berichteten Unfall einer angeblich deutschen Expedition. Der „Börsenhalle" zufolge sind die englischen Berichte erfunden. Es hat keine Expedition unter dem Gouverneur stattgehabt. Der Weg von der Wüste bis zur Barombistation ist vollständig frei. Wien, 5. Juni. Ein Bericht der „Polit. Corr." aus Konstantinopel drückt den festen Entschluß der Pforte aus, den Zuständen, welche den Ueb erfüll des Orientzuges ermöglichten, ein Ende zu machen. Sofort nach der Befreiung der Gefangenen sollen die Provinzgrenzen militärisch besetzt und ein Kesseltreiben gegen die Briganten veranstaltet werden. Eine sehr exemplarische Bestrafung ist beabsichtigt und in Aussicht genommen, ernstens das Räuberunwesen vollständig zu vernichten. Die Pforte wäre bereit, die hieraus bezüglichen Vorschläge des deutschen Botschafters Radowitz zu befolgen. Paris, 5. Juni. Infolge einer Unterredung des Ministers Aves Guyot mit einer Arbeiterabordnung und dem Director der Orleanseisenbahn-Gesellschaft ist die Gefahr eines Ausstandes beseitigt. Paris, 5. Juni. Da der er et en fische Gesund- heitsrath gewisse französische Mehle gesundheitsschädlich erklärte, erhob die Marseiller Handelskammer, eine Schädigung des Mehlimports befürchtend, Beschwerde. Die französische Regierung wies den Consul in Canea telegraphisch an, bei dem Botschafter in Konstantinopel Reclamation zu erheben. Charleroi, 5. Juni. Die Bürgermeister der umliegenden Ortschaften tratep zu der von den Vereinen der Kaufleute einberusenen Versammlung zusammen, um über Maßnahmen zur Beendigung des Ausstandes zu berathen. Der Vorsitzende des Vereins der Kaufleute von Charleroi theilte mit, die Arbeiter würden auf ihre Forderung verzichten und die Arbeit ausnehmen, wenn sie die Gewißheit erhielten, daß ihre Arbeitgeber keine Vergeltung üben würden. Aus den Mittheilungen der anwesenden Bürgermeister geht hervor, daß die Arbeitgeber bereit sind, ihre Arbeiter, ausgenommen die Bergleute, wieder auszunehmen. Man glaubt, daß die Arbeit am Montag ausgenommen wird. Bern, 5. Juni. Nach dem großen Eindrücke der gestrigen Rede des Bundespräsidenten Welti, in welcher derselbe die Erfolge der preußischen Staatsbahnen hervorhob, dürfte heute der Ankauf der 50,000 Centralbahn-Actien durch den Nationalrath gutgeheißen werden. Libau, 5. Juni. Der „Libau'schen Zeitung" zufolge erhielt der englische Consul in Libau von seiner vorgesetzten Behörde die Weisung, die russischen Juden dringend vor der Auswanderung nach England zu warnen, da sie dort wegen Ueberflusses an Arbeitskräften keine Beschäftigung finden würden. Lissabon, 5. Juni. Die Polizei beschlagnahmte sämmt- liche Exemplare des heute zum ersten Male erschienenen Blattes „Revolte" und verbot dessen ferneres Erscheinen. Newyork, 5. Juni. 500,000 Dollars Gold sind zur Verschiffung für Samstag bestellt worden.____________ CoceU» nnö prwtnjiclk». Gießen, 6. Juni 1891. — Anfangs Juli findet im Clubsaale ein Abschieds- Concert der Großherzogl. Kammersängerin Fräulein Marie Langsdorfs statt, worauf wir Alle, die die hier so beliebte Künstlerin noch einmal hören wollen, aufmerksam machen. — Wir machen an dieser Stelle auf das Sonntag Abend in der Stadt-Pfarrkirche stattfindende zweite historische Orgel-Concert nochmals aufmerksam. — Gestern Abend wurde ein auf dem Fußwege der Rodheimerstraße spielendes Kind von einem Radfahrer überfahren und verletzt. Anzeige gegen denselben wurde erhoben. Es würde überhaupt nichts schaden, wenn einzelne Radfahrer etwas mehr Vorsicht übten. — Die Leiche des seit 19. v. Mts. vermißten Einjahrig- Freiwilligen Appel vom hiesigen Regiment ist gestern Nachmittag in dem Gießener Stadtwalde durch den Forstwart Herrn Hch. Brück aufgefunden worden. Appel hat sich erschossen. Nach der vorgeschrittenen Verwesung der Leiche zu urtheilen, muß die That bald nach der Entfernung des Appel aus der Garnison geschehen sein. — Fernsprech • Verbindung Gießen • Oberheffeu • Frankfurt. Wie bereits mitgetheilt, hat die hiesige Handelskammer an die Stadtbehörde zu Marburg ein Schreiben gerichtet, an dessen Schluß alle Interessenten einer derartigen Anlage ersucht wurden, bis zum 1. Juni eine Mittheilung an das dortige Bürgermeisteramt gelangen zu lassen. Bis jetzt hat sich, wie die „Oberh. Ztg." mittheilt. kein Interessent gemeldet und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, weil man selbst annähernd nicht weiß, wie hoch sich die jährlichen Beiträge eines Anschlusses für jeden Teilnehmer belaufen. — Bachcoucert. Das zweite historische Orgelconcert bringt nur Compositionen von Joh. Seb. Bach. Bon den im Programme enthaltenen Vocalsachen dürste wohl die Arie aus der Lucaspassion „Dein Leib das Manna" hier noch wenig gekannt sein. Die Lucaspassion ist erst in den letzten Jahren durch einen Clavierauszug von Doerffel allgemeiner verbreitet worden. Obwohl der erste Bachforscher und Kenner Pros. Spitta die Lucaspassion für ein echtes Bach- sches Werk hält, so haben doch andere namhafte Musiker die Echtheit derselben bezweifelt. Für beide Ansichten lassen sich wichtige Punkte in's Feld führen. — Wenn in unserem Programme die Arie mit unter den Compositionen Bachs aufgeführt wird, so bat es nur den Grund, aus den mancherlei Schönheiten seiner Passion dem Publikum etwas zu Gehör zu bringen. Man kann dennoch die Entscheidung über echt oder unecht unberührt lassen. Man findet in der ersten Schaffensperiode Bachs für diese Arie manche Analogie in Bezug der musikalischen Ausdrucksmittel, in späteren Epochen Bachs aber fast keine. Bach erscheint hier auch vornehmlich Haendel so verwandt wie sonst selten. — Die Begleitung dieser Arie ist im Clavierauszuge etwas mager, daß dieselbe von Doerffel anders hätte eingerichtet werden können, sieht man namentlich, wenn man die von Rob. Franz ausgesührte Begleitung der beiden geistlichen Lieder in's Auge faßt, die das Programm weiterhin aufweist. Man mag über Franz'sche Bearbeitungen denken, wie man will, für unser heutiges musikalisches Empfinden wirken sie wohlthuender als Bearbeitungen, welche aus knechtischen! Festhalten an der Generalbaßbezifferung entspringen. — Die Jubelarie „Mein gläubiges Herze" mit obligatem Cello dürfte vielen bekannt sein, ebenso die schöne Sarabande für Violine. — Den Reigen der Orgelsachen eröffnet das große Fs-äur-Praeludium, das in seinen belebten Rythmen und noch mehr durch einige eingestreute melodische Episoden fast an eine spätere Zeit gemahnt. Wären nicht einige markante Bach'sche Fugatoabschnitte darin, so könnte man sich schon ganz in die Haydn'sche und Mozart'sche Zeit versetzt glauben beim Hören des Werkes. Das Prae- ludium mag für Kunstfreunde, die noch wenig mit Bach sich vertraut machen können, eine paffende Ueberleitung zu größerem Eindringen in Bach sein. — Die drei Choralvorspiele des Programms sind so gewühlt, daß sie ihrer Form nach drei vornehmlich von Bach gepflegte Arten der Choralbehandlung klarstellen. Beim ersten (Ach Gott und Herr) werden die Melodiezeilen canonisch eingeführt und dann tritt die Choralmelodie als cantus firmus zu ihnen hinzu. Das zweite (Herzlich thut mich verlangen) bringt vollständig getreu die Melodie, während die begleitenden Stimmen figuriren. — In Nr. 3 (O Mensch bewein' dein' Sünde) wird die Choralmelodie selbst durch reiches Figurenwerk verbrämt, das inhaltlich wunderschön der Grundstimmung des Chorals angepaßt ist. Ganz einzig ist der Schluß dieses Choralvorspiels durch seine ungewöhnliche, aber tief ergreifende Harmonik. Der bearbeitete Choral dürfte hier nicht im Original bekannt sein, sondern vielleicht nur durch die Verarbeitung, welche ihm auch in der Mathäuspassion zu theil wird. — Die fünfstimmige F-molLguge, wie die F-dur-Taccata stehen in der Bach'schen Orgelmusik unter Nr. I. Außer in der großen Passacaglia und der G-molbgantafie von Bach dürste die gesammte Orgelliteratur auch wohl nichts aufweisen, das in technischer Beziehung an die F-äiu'-Taccata hinanrcicht. — Postperfonalnachrichten aus dem Bezirk der Kaiserl. Oberpostdirection Darmstadt. Es sind ernannt der Postassistent Schupke in Gießen zum Ober-Postassistenten, der Postassistent Herbert in Darmstadt zum Büreau-Assistenten. — Versetzt wurden der Ober^Postdirectionssecretär Kröschel von Darmstadt nach Frankfurt a. M.-Sachsenhausen behufs Uebernahme der Vorsteherstelle bei dem Postamte daselbst, der Postsecretär Drews von Berlin nach Darmstadt und Schott von Gießen nach Karlsruhe (Baden) behufs Uebernahme von Büreaubeamtenstellen I. Klasse, der Postsecretär Klein von Mainz nach Pforzheim zur Uebernahme einer Ober-Postsecretärstelle, die Postsecretäre Schmidt gen von Pforzheim nach Mainz und Glahn von Mainz nach Hanno« ver, der Ober-Postassistent Hirsch von Mainz nach Alsheim. — Die von den hessischen Kriegervereinen geplante Feier des 25. Jahrestages des Gefechtes von Laufach und Frohnhofen, welche auf den 12. Juli (das Gefecht selbst fand bekanntlich am 13. Juli statt) verlegt wurde, verspricht großartig zu werden. Bis jetzt haben sich bei Herrn Gerichtsvollzieher Engel in Darmstadt über 1000 Mitglieder von Kriegervereinen gemeldet, welche sich zu der Fahrt nach Laufach, die von Darmstadt aus per Extrazug erfolgen soll, angemeldet haben. Aus einzelnen Gemeinden sind je über 100 Anmeldungen erfolgt und stehen noch zahlreiche solcher aus. Nachdem dort die Gräber der gefallenen Kameraden geschmückt und eine Trauerfeier abgehalten worden, erfolgt die Rückkehr nach Aschaffenburg, woselbst in der Fasanerie (nabe bei dem Denkmal für die gefallenen Oesterreicher) unter Betheiligung zahlreicher Kameraden aus Bayern und der österreichischen Deputation eine weitere Feier geplant ist. Die Oesterreicher begehen ihre Feier am 14. Juli, dem 25. Jahrestag des Gefechts bei Aschaffenburg. — Verein hessischer Lehrerinnen zur Gründung eines Heims. Die diesjährige Generalversammlung, die im April stattsand, war durch die Anwesenheit Ihrer Durchlaucht der Prinzessin von Battenberg ausgezeichnet und gut besucht. Die Vorsitzende, Frau L. Wolfskehl, begrüßte die Erschienenen, nachdem der Präsident, Herr Stadtpfarrer Pfnor, die Versammlung eröffnet hatte. Dankend gedachte sie aller Derer, welche dem Verein auch im verflossenen Jahr ihr Wohlwollen erwiesen, zuvörderst Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs, der durchlauchtigsten Protectorin und des Gräflich Erbach'schen Paares, das noch immer einigen Lehrerinnen während des Sommers freie Wohnung in Schönberg gewährt. Sie forderte alle diejenigen Mitglieder auf, welche das Heim in Schönberg zu benutzen wünschen oder welche Beihilfe zu Kuren aus dem Hilfsfonds begehren, sich deshalb baldmöglichst schriftlich an den Vorstand zu wenden, damit alle Wünsche berücksichtigt werden können. Aus der hieraus erfolgten Abrechnung der Kassirerin, Frl. Wider, ergab sich, daß das Vermögen am 31. December 1890 31257 Mk. betrug. Obwohl es wünschenswerth erscheint, ein „Heim" für einige ältere Mitglieder möglichst bald einrichten zu können, soll doch nicht übereilt vorgegangen werden, um den Verein nicht in Schulden zu stürzen. Derselbe ist jedoch in der Lage, einstweilen aus dem Hilfsfonds Unterstützungen an arbeitsunfähige Mitglieder zu geben und ihre Lage auf diese Weise zu erleichtern. Die Stellenvermittelung für Lehrerinnen und Erzieherinnen wurde als wichtiger Zweig der Vereinsthätig- keit nochmals' warm der Mithilfe aller Mitglieder und Freunde des Vereins empfohlen. — Zur Erleichterung des Besuchs der internationalen Knnstausstellung in Berlin werden auf mehreren Stationen des Directionsbezirks Hannover am 14. und 28. jeden Monats besondere Rückfahrkarten II. und III. Wagenklaffe zu ermäßigten Preisen und mit 8tägiger Gültigkeitsdauer, und zwar erstmalig am 14. Juni d. I. zur Verausgabung gelangen. Dieselben berechtigen zur Benutzung aller an den bezeichneten Tagen fahrenden fahrplanmäßigen Züge, welche die betreffenden Wagenklassen führen und geben Anspruch auf ein Gepäck- sreigewicht von 25 Kg. Vor der Rückfahrt von Berlin, welche innerhalb der 8tägigen Gültigkeitsdauer der Rückfahrkarten ebenfalls mit einem beliebigen fahrplanmäßigen Zuge angetreten werden kann, sind die Fahrkarten abzustempeln. Die vorbezeichnete Fahrvergünstigung wird auch auf die übrigen (Stationen des Directionsbezirks insofern ausgedehnt, als die Gültigkeitsdauer der gewöhnlichen Rückfahrkarten, welche am 14. und 28. jeden Monats nach einer mit Ausstellungs- Rückfahrkarten ausgerüsteten Station von hintergelegenen Stationen gelöst werden, bei Entnahme einer ermäßigten Rückfahrkarte nach Berlin auf 8 Tage verlängert wird. Die Stationen, auf welchen Ausstellungs-Rückfahrkarten nach Berlin verkäuflich sind, können bei jeder Fahrkarten-Ausgabe- stelle erfragt werden. -d. Schotten, 4. Juni. Großherzogliches Kreisamt dahier erläßt an diejenigen Großh. Bürgermeistereien des Kreises, in deren Dienstgemeinden das Doppeljoch bei Zug- thieren noch Anwendung findet, Verfügung, gemäß welcher den Betheiligten wiederholt kund zu geben ist, daß die genannten Zuggeschirre vom 1. October d. I. ab nicht mehr in Anwendung gebracht werden sollen, da mit diesem Tage die Bestimmungen einer früher von der genannten Behörde erlassenen diesbezüglichen Polizeiverordnung in Kraft treten. Mit der Abschaffung des Doppeljoches ist somit auch in unserem Vogelsberg einer Thierquälerei begegnet worden. -r. Schlitz, 3. Juni. Der 14jährige Stiefsohn des Adam Paul, Johann Nuhn, wurde gestern Nachmittag bei dem Gewitter vom Blitz erschlagen. Der Junge war mit Steinschlagen an der Kreisstraße bei Nieder-Stoll beschäftigt, suchte unvorsichtiger Weise unter einem nahen Eichbaume Schutz vor dem Wetter und sand hierdurch seinen Tod. Wölfersheim, 4. Juni. Gestern Nachmittag entlud sich über unserem Orte während eines furchtbarenGewitters einWotkenbruch. In einem Augenblick waren die Straßen unter Wasser gesetzt und dasselbe drang in die Gebäude ein, sodaß Menschen und Vieh flüchten mußten. In das Haus des Bürgermeisters lief das Wasser zu den Fenstern hinein und es dauerte nicht lange, so waren die Grundmauern unterwaschen und das Haus stürzte zusammen, glücklicherweise sind Menschen dabei nicht verunglückt. g.- Obornhofen, 4. Juni. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz auf dem Solms-Laubach'schen Hofgut in einen Stall, sodaß derselbe abbrannte. Durch rasches Eingreifen wurde man jedoch bald Herr des Feuers und eine Uebertragung desselben aus die übrigen Gebäude vermieden. § Vom höchsten Vogelsberg, 5. Juni, wird uns bezüglich der vor einiger Zeit erwähnten hohen Butterpreise, die denen in Gießen und Frankfurt gleichkämen, mitgetheilt, daß sich im Vogelsberg Händler emgefunden, die sich durch Bieten hoher Einkaufspreise Eingang bei den dortigen Butterproducenten verschaffen wollen und diesen thatsächlich auch gefunden haben. Den Landwirthen sei es einerlei, woher die Preissteigerung komme, sie wünschen, daß die Preise auf der Höhe bleiben möchten. t Büdingen, 4. Juni. Heute Vormittag brach in dem Wohnhause des Straßenwarts Christian Glanz II. dahier, angeblich durch Herausfallen einer glühenden Kohle aus dem Feuerherd, ein Brand aus, der jedoch, da er alsbald gelöscht wurde, nennenswerthen Schaden nicht verursachte. Friedberg, 3. Juni. Gestern kaufte die Gemeinde Stammheim das dem Baron Victor v. Rabenau in Gießen gehörige, in ihrer Gemarkung gelegene Gut von ca. 450 Normalmorgen für 300,000 Mk. mit der Bedingung, dem seitherigen Pächter eine Abfindungssumme zu zahlen oder ihn seine contractmäßige Pachtzeit (noch 5 Jahre) aushalten zu lassen. Das Gut soll parcellirt und öffentlich versteigert werden. Vor 43 Jahren kaufte dieselbe Gemeinde das in ihrer Gemarkung gelegene Görz'sche Gut. Auch von dem vor vier Jahren verkauften v. Stein'schen Gut in Staden wurde ein Theil von Stammheimern erworben. Vermischtes. * Wer mit einer Einladung zur Kaiserlichen Tafel be- ehrt wird, erhält eine große Karte von Velinpapier, auf welcher unter dem Alliancewappen der Majestäten Folgendes steht: „Aus Allerhöchsten Befehl Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Majestäten beehrt sich der unterzeichnete Ober-Hof- und Haus-Marschall.....zur Mittagstafel am . . . . um . . . Uhr im........einzuladen." Auf der Rückseite befinden sich Angaben über „Anzug", sowie bei Einladungen nach dem Neuen Palais noch Bemerkungen über Wagen und Eisenbahn. Die Pracht, welche unser Kaiserpaar bei großen Festtafeln entfaltet, ist wohl ziemlich bekannt- umsomehr dürfte die Schilderung einer kleineren Mittagstafel interessiren, wie solche häufig im vertrauteren Kreise stattfindet. Bei solchen Gelegenheiten werden in 50 bis 55 Minuten ungefähr 10 Gerichte für 60 bis 80 Personen ser- virt. Für je 2 Personen ist ein Diner bestimmt; ferner ist noch eine Anzahl von Leibjägern zur Bedienung vorhanden, während die Speisen von Lakaien zugetragen werden. Die Küchen des Neuen Palais bei Potsdam befinden sich bekanntlich in den gegenüberliegenden Communs, und die Speisen werden durch eine unterirdische Bahn befördert. Die Hauptgerichte werden auf silbernen Tellern^dargereicht, die Zwischengerichte aus Porzellantellern der Königlichen Berliner Manu- factur. Die Crystallgläser haben oben einen goldenen breiten Rand und sind mit dem in Gold eingravirten Monogramm des Kaiserpaares geschmückt. Außer den seltensten und ältesten Weinen wird auch französischer Schaumwein gereicht, sowie zur Suppe meistens deutscher. Der Tisch ist geschmückt mit großen Tafelaufsätzen, auf welchen herrliche Blumenzusammenstellungen prangen, gewöhnlich in einer Schale dreierlei Arten von Rosen; je 50 bis 60 Stielrosen von einer Farbe werden dabei zusammengebunden und nebeneinander gelegt. Vor den einzelnen Gedecken stehen Gläser mit Stielrosen. Silberne Armleuchter mit Hunderten von Wachskerzen beleuchten die Tafel. Vor jedem Gedeck liegt die Speisekarte, die auf weißem Velinpapier mit breitem Goldrande lithographirt ist und neben ihr befindet sich in derselben Weise das Musik-Programm, beide geziert durch das Alliancewappen des Kaiserpaares und in deutscher Schrift gehalten. Die Speisekarte ist frei von jedem fremden Ausdruck und trägt als Ueberschrift die Worten „Königliche Mittagstafel." Das Musik-Programm besteht aus 20 bis 30 Stücken - Weber , Wagner, Sullivan, Delibes, Meyerbeer und ferner Militärmärsche sind hauptsächlich vertreten. Nach der Tafel pflegen die Majestäten Rundgang zu halten, wobei sie sich einzelne Gäste durch die Hofmarschälle und Kammerherren zuführen lassen. Die Namen derjenigen Personen, welche die Majestäten zu sprechen wünschen, werden gewöhnlich schon vorher bestimmt. Die Kammerherren sitzen meistens zwischen einer bestimmten Anzahl von Gästen, sodas; sie deren etwaige Wünsche sofort berücksichtigen können. * Braunfels, 4. Juni. Die im fürstlichen Thiergarten beim Forsthause befindliche Wirth schäft, welche seit mehreren Jahren eingestellt war, ist vor einigen Tagen wieder eröffnet worden. Damit ist einem wirklichen Bedürfnis abgeholfen. Von den zahlreichen Gesellschaften, welche den schönen Thiergarten alljährlich zum Orte fröhlicher Zusammenkünfte erwählten, war das Fehlen einer leiblichen Erfrischung am Platze selbst recht oft schmerzlich empfunden worden. Durch das liebenswürdige Entgegenkommen, welches Seine Durchlaucht Prinz Albrecht, in dessen Händen die Regierungsgeschäfte des fürstlichen Hauses jetzt liegen, dem Publikum gegenüber in jeder Weise bethätigt, ist nun auch diesem Mangel abgeholfen. Alle Besucher des Thiergartens werden dem hohen Herrn dafür Dank wissen. Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 4. Juni wohlbehalten in Newyork angekommen. Auszug oliiieum-Avenarius, Albchtr liiliiirgel, attrenommirtes Isaörikat von Leon Couturier, Iorbach, Hhonrößren, Hufkeine, Schlackensteine, styd. Sackkalk und Woman-Gement von Kempf u. Hilf, Albshausen, Laßn-Warmor-Weisrkalk und styd. Stückkatk. 5169 F«r alle Materialien übernehmen Garantie, soweit solche an Fabrikate ersten Ranges von verehrt. Baubehörden gestellt werden. ’ Prüfungsatteste, sowie Zeugnisse von Baubehörde», Commnnalen, Privaten re. stehen zur Verfügung. 5296] Gin großer Garten mit Hans am Nahrungsberg preiswürdig zu verkaufen. Nähere Auskunft bei Hengst, Restaurateur, Licherstraße. 5303] Ein Hochrav, 54", noch gut erhalten, zu verkaufen. Bahnhofftraße 49. Pferde-und Wagen- Versteigerung. | Donnerstag den 11 d. MtS., Vormittags 10 Uhr, sollen im Großherzoglichen Hofmarstalle dahier fünf Fahrpferde — unter denen sich eine zur Zucht besonders geeignete Stute befindet —, sowie eine Kalesche mit GlaSveröeck, ein Fourgon, Pferdegeschirre, Reitsättel, Zäume rc. versteigert werden. Darmstadt, den 3. Juni 1891. Grossherzogi. Hofmarstall - Amt. Frhr. von Nordeck zur Rabenau. Arbeitsverfteigermrg. DienStaq den 9- Juni Mittags 1 Uhr, sollen auf dem Rath- ! hause zu Grüningen folgende Arbeiten veraccordirt werden: vercmschl. zu Planirarbeit 72,— X. Chaussirarbeit mit Steinschlagen 793,— „ i Maurerarbeit 318,— „ I Weißbinderarbeit 98,— „ Pflasterarbeit 10,— „ Zimmerarbeit 14,— „ Grüningen, den 5. Juni 1891. Großh Bürgermeisterei Grüningen. f Gilbert. 5281 Röschere Murfl jeden Dienstag und Freitag frisch 5078__Marktplatz 1». 5295] Zum 1. Juni ein gewandtes tüchtiges Hausmädchen gesucht. Nur solche mit guten Zeugnissen wollen sich melden in der Exped. d. Bl. r liü-t'j Lind, I Kirch enplatz 10, empfiehlt fst. Kaiserbräu (dunkel), per Flasche 25 4, I« fst. Exportbier (hell), per Flasche 22 4, Zaus der Brauerei I. Hildebrand, Pfungstadt, 5305 fst. Lagerbier (bell), per Flasche 18 4, aus TextorS Brauerei. A Jedes Quantum frei ins Haus. MSSSWSSSSSSSSSWS^S KaiferbrLrr (Brauerei I. Hildebrand, Pfungstadt), per Flasche 25 4, Exportbier (Gebr. Röhrle), per Flasche 20 4, Prima Wetterauer Aepfeiwein empfiehlt [6292 Ludw. Lotli, Wallthorstraße 23. 5307] Verschiedene Sorten Kartoffeln in kleinen Quantums sind zu verkaufen bei Gg. LampuS II., Seltersweg 75. 5289] Eine gebrauchte Zither zu kaufen gesucht. Näheres __Kreuzplatz 5. Tücht. Maurer u. Handlanger auf dauernde Arbeit gesucht von Melchior Mank, Maurermeister, 5312 Wieseck. ^teu! Jssieibs Neu! Memiilv-CaiMkllen dürfen in keinem Hause fehlen. Bewährt j bei jedem kranken Magen Bei Appetit ' losigkeit, Uebelsein und Magenweh un- 1 schätzbar. Aeckt in Packeten ä 25 4 bei P. F Thomas, \ *294 ^Wallthorstraße 6. Vnyfnffaln werden noch meften- *•<11 lUlWlU weise abgegeben [5286 . Neustadt 10, Nebcnhaus links. Wormser 6161 Original-Loose x 3.^0, Antheile 1'2 X 1.7a, do- 1/* X 1 —. Weimar-Loose . ... X 1—. Fritzlarer Pferdeloose X 3.—. empfiehlt [5308 Heinrich Wallach. 5299] Wer gibt einem jungen Kauf- mann Unterricht in Buchführung; Offerten unter N. 21 an die Ecpeditio« dieses Blattes • .. b<-72j Ein junger Gpenglergefelle Nndet dauernde Arbeit- Derselbe kann sich tm Metalldrücken und Wasserleitungs- arbeiten ausbilden bei _________Carl Wenzel, Butzbach, 5280] Suche bei gutem Lohn auf Mitte Ium einen Fr aiser zur Horizontalbohrmaschine. Wilh. Momma in Wetzlar, ___Werkzeua-Maschinen-Fabrik. 53Ö1] Zu miethen gesucht fünf bis sechs Zimmer (auch Mansardenwohnung), mit Wasserleitung. Offerten unter F. an die Exped d. Bl. crl)än icderStt'llensuchcnde jofort <>111 gute dauernde Stelle. Verlanacn Sie die Liste der Offenen Stellen. Gene- ral-Stellen-2lnzctger, Berlin 12. [4750] Kem MimGuß mehr! 4932] Unter Garantie zu heilen obne nachtheil. Folgen. Man verlange Brochüre gratis und frco- O. Tietze, Naeslau. ^odes-^aizeige. Hiermit die traurige Nachricht von dem gestern Mittag 2 Uhr erfolgten Hinscheiden unseres heissgeliebten Söhnchens Willy. Um stille Theilnahme bitten 5298 Leopold Schlatter. Giessen, den 6. Juni 1891. Mathilde Schlatter, geb. Dietz. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 5 Uhr statt. Aitfang 5 Uhr Täglich neues Programm. 5314 Heute Gastspiel des Original-Japanesen O* Tora 5274 Entree 30 Pfg Der Vorstand. Anfang 6 Uhr Böhrles K. Mattheit, Frankfurterstr. 109 5315 Textors Terrasse Jeden Dienstag und Freitag: 5300 frische W allein. dto. dto. 5°/o Rufs. in. Orient 99 CO Der heutigen Nummer liegt ein Profpeet der Inter- analen Kunst-Ausstellungs-Lotterie in Berlin, Gene- Ergebenst ladet dazu ein Der Vorstand 5315 dto. dto. oo 03 CO CO Einsatz für 2 Ziehungen Mark Entree 30 Pfg. l. 5310 Schlußcours«? 1 Uhr 15 Min. 85 75 4% Ung. Gold-Rente 98.90 50/0 Jtal. Rente 85.75 4V6|% Oest. Silber-Rente Vermischte Anzeigen. 5293] Tüchtiger Schlosser gesucht. C. Krailing, Südanlage 91 40 91 90 30.20 T5 70 s Cafe Leib, h Sonntag den 7. Juni: Eröffnung der Gartenwirtschaft Abends: Grosses Concert mit Italienischer Nacht. Conr-bericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Knmkfnrter Börse vom 6. Juni 1891. Zu zahlreichem Besuch ladet sreundlichst ein 5311 Gustav Gühlholz. Restauration Busch, Seltersweg 79 ___ Heute Sonntag: Mark kostet das Loos für 2 Ziehungen. Gesangverein „Heiterkeit". Sonntag den 7. Juni (bei günstiger Witterung): Parthie auf den Staufenberg. Abfahrt 1 Uhr 30 Min. (Fahrpreisermäßigung). 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W. v. 800,000 Mk. I / Hauptgewinne W. 50,000 Mk., 20,000 Mk., 10,000 Mk. u. s. w. = Nächste Ziehung vom 13.—15. Juni d. J. — 4442 Loose ä 1 Mark, für beide Ziehungen gültig, allerorts zu haben und zu beziehen durch den Vorstand der Ständigen Ausstellung Weimar. Chausseehaus. - Heute Sonntag Tanzvergnügen. Turn- und Gesangverein Lollar. Sonntag den 7. Juni: Feier des 30 jähr, Stiftungsfestes im Gasthaus „Zum Schwanen". Von Nachmittags 3 Uhr bis Abends 8 Uhr: Concert ausgesührt von Mitgliedern der Capelle des Infanterie-Regiments Nr. 116. 3NF' Abends: Tanzvergnügen. SMu Nächsten (Sonnabend Ziehung Weimar-Lotterie 1891 in 2 Ziehungen. Steins Garten. Sonntag den 7. Juni: GROSSES MILITÄR-COHCERT ausgesührt von der Capelle des 2. Grotzh. Hess. Jnf.-Rgts Nr. 116 unter Leitung des Großh. Mufikdirectors Herrn Krautze KuiOerem für das GroHeyogthum Hessen. Ausstellung von Oelgemälden im alten Hofgerichtsgebäude (Brand). Täglich geöffnet von 11—1 Uhr. Die Mitglieder des Kunstvereins mit ihren Familienangehörigen haben gegen Vorzeigung der Mitgliedskarten freien Zutritt zu der Ausstellung. Für Nichtmitglieder beträgt der Eintrittspreis 50 H. Eine Liste zum Einschreiben von Beitrittserklärungen liegt offen. 18 Der Ausschuß. Sonntag den 7. Zuni, ermäßigter Eintrittspreis von 20 Vf. Für Freunde des edlen Waidwerkes! Dombrowski, Aus dem Tagebuche eines Wildtödters. Mit 8 Illustrationen mit ausgedehntem, feinem Bekanntenkreise, welche geneigt sind, den Verkauf nach Mustern für eine alte leistungsfähige Bielefelder Leine«-, Tifchzeng. und Wäfchefabrik gegen hohe Provision zu übernehmen, wollen ihre aefl. Offerten mit Referenzen unter P. M. postlagernd Bielefeld niederlegen.5284 Sonntag den 7. Juni, Abends 8 Uhr in der Stadtkirche: um. Orgel - Concert (Bach-Con cert) unter gütiger Mitwirkung von Frau Prof. Schmidt, des Herrn Musikdirectors Kransse u. des Musikers Hrn. Krapp. J. S. Bach. Programm: Arie aus der Lucaspassion, Arie aus der Pfingstcantate (mit obligatem Cello), zwei geistliche Lieder, bearbeitet von Franz für Sopran. — Zwei Sarabanden f. Violine. — Praeludium Es-dur, fünfstimmige Fuge F-moll, Toccata F-dur, drei Choralvorspiele für Orgel. ausgeführt von Mitgliedern der hiesigen Regiments-Capelle. Anfang 11 Uhr. Gntree 23 Pfg. Hochachtungsvoll 15309______________________________A. Wendler. ♦ Lenz’scher Felsenkeller, Bahnhofflr., ♦ Sonntag den T Juni und folgende Tage: — Volkstheater. =— Vorstellungen der Brpheum-Gesellschaft Frankfurt a. M 3NF Heute Sonntag 2 Vorstellungen Anfang Nachmittags 4 Uhr und Abends 8 Uhr. Abonnementsbillets für 12 Vorstellungen 2 Mk. 50 Pfg., Einzelbillets: Erster Platz 50 Pfg., Zweiter Platz 25 Pfg. Im Vorverkauf bei Herrn Ernst Challier, Musikalienhandlung: Abonnementsbillets (12 Vorst.) 2 Mk-, Erster Platz 40 Pfg. 5242 Einzelbillete 1 Mk., Studenten- und1 . ‘ n Schülerbillete 75 Pfg. zu haben bei Herrn «attonalen Kunst AuSstellttNgs Lotterie •Emst Chain er. [5228 ral-Debit Carl Heinde, bei. Aermietsturrgen. 5276] Sandgasse 34 ein kleines Logis zu oermiethen. Näheres ______________Löwengasse 9. 5291] Südanlage 21, Nebenhaus, rnitt- Urer Stock per 1. September zu verm. 5290] Kleines Familienlogis zu verm. und gleich zu beziehen. Rittergasse 11. ! '5297] Logis, kl:ines u. größ., neu herger., gl^beztehb.,^zu verm- Neuen Baue 20. 5304] Kl. Logis zu oermiethen Eder- ftraße 13.____________Hch. Banm. 5302] Logis zu oermiethen. 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Die heutige Nummer rrrnfatzt 10 Seiten.