Mr. 285 Erstes Blatt. Sonntag Leu 6. December urawMmrMwA.M.aOTwiwiwiin. wor x*r><*M •.. mi« '****• -w>; k-_->m»sv. V. WX*,-4 » n» i ,<,t»v « jev»-*'»w «w cw< «x 1891 55.-1 ^Äai«!«WMgWPMFUAW*yHHgW>Pl“T?yKSKlCMiM*",M,ll>*tWMwTp—»U^Mll u< 0eae)fi«e »an Lazetgev zu der Re^edttegl für dm J S^tTaA#• AKertotfff ßtfrfrtw I Elle L«R»me«-Surraux de» 3n* und ÄuÄenM uchmm fefewbra Xm erscheinenden Wummer bil Bor«. 10 Uhr. I ’^4’UlUwCll-ll|jC« ^iUmU-lvUvl-WilC^« Lozeiaea für den „Gießener Lnzeiger^ ent|ty«. 0II !■■»«* !■!■■—-MB AnrLlichev Theil. Bekanntmachung, betreffend Schafräude zu Lauter. Nachdem unter der Herde des Schäfers Möbus zu Lauter der Ausbruch der Räude amtlich festgestellt worden ist, haben wir die Sperre über diese Herde verfügt. Gestattet ist die Ausfuhr von Schafen aus der Gemarkung Lauter nur zur sofortigen Abschlachtung und nur mit unserer jedesmal einzuholenden besonderen Erlaubniß. Zuwiderhandlungen unterliegen gesetzlicher Bestrafung. Gießen, am 5. December 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Gagern.___________________ Bekanntmachung, betreffend Ausbruch der Schafräude zu Grünberg. Nachdem unter der Herde des Schäfers Dahm er zu Grünberg der Ausbruch der Räude amtlich festgestellt worden und da auch die Herde des Schäfers Müller zu Grünberg als räudeverdächtig anzusehen ist, haben wir die Sperre über beide Herden verfügt. Gestattet- ist die Ausfuhr von Schafen aus der Gemarkung Grünberg nur zur sofortigen Abschlach- lung und nur mit unserer jedesmal einzuholenden besonderen Erlaubniß. Zuwiderhandlungen unterliegen gesetzlicher Be- strafung. Gießen, den 5. December 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _______________ v. Gagern.__________________ Gefunden: 2 Handschuhe, 1 Tasche mit Inhalt, 1 Hundemaulkorb, 1 Stange mit Haken zum Abziehen der Rollläden, 1 Haarnadel, 1 Arbeitsjacke, 1 Armband, 1 Taschentuch, 1 Arbeitsbeutel, 1 Halstuch, 1 2 rädriger Karren und 1 Coupon über eine Obligation der Stadt Bukarest im Betrage von 50 Mark. Gießen, den 5. December 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutsches Reich. Berlin, 4. December. Der Kaiser begab sich am Freitag in Begleitung mehrerer Herren seiner Umgebung nach der Göhrde, um daselbst Hosjagden abzuhalten. — Der Bundesrath hat die neuen Handelsverträge bereits genehmigt und dürften dieselben zur Stunde vielleicht auch schon dem Reichstage vorliegen, wo ihre erste Lesung nächsten Donnerstag beginnen wird. Der Reichskanzler v. Caprivi gedenkt, die Handelsverträge dem Reichstage gegenüber eingehend zu begründen, was in Anbetracht der weittragenden Wichtigkeit der Sache auch ganz begreiflich erscheint. Bekanntlich beziehen sich die neuen Verträge aus Oesterreich-Ungarn, Italien, Belgien und die ^Schweiz, dieselben bilden aber nur die Vorläufer weiterer handelspolitischer Verhandlungen, da in der nächsten Zeit noch eine ganze Reihe anderer, vom deutschen Reiche früher abgeschlossener Handelsverträge abläust. Die Erörterungen über die obigen Verträge werden im Reichstage hoffentlich nock vor Beginn der Weihnachtsferien zum Abschlüsse gelangen, es wäre wenigstens sehr wünschenswerth, wenn diese so wichtige Angelegenheit im Parlamente noch im alten Jahre unter Dach und Fach käme. __ Beim Reichskanzler v. Caprivi sand am Donnerstag ein größeres p arlam e n tarische s D in er statt. Bei demselben waren sämmtliche Minister und Abgeordnete aller Parteirichtungen mit Ausnahme der socialdemokratischen, zugegen- das Diner verlief in angeregtester Stimmung seiner Theilnehmer. Mehrfach wurde im Tischgespräch das Thema von den neuen Handelsverträgen angeschlagen, worauf aber Herr v. Caprivi nicht einging. — Als Nachfolger des gefallenen Hauptmanns Freiherrn v. Gravenreuth wird nach der „Köln. Ztg." der in Berlin eingetroffene Cbes der ostasrikanischen .Schutztruppe, Herr Ramsey, die Leitung der Expedition übernehmen und in spätestens 14 Tagen die Reise nach Kamerun antreten. Seufer Reichstag. 134. Plenarsitzung. Freitag, 4. December 1891, 1 Uhr. Die zweite Berathung der Novelle zum Krankenkassen- Gesetz wird bet den Schlutz-Straf- und Uebergangsbestrmmungen fortgesetzt. S 76a legt allen Krankenkassen, auch den freien, die Verpflichtung auf, den Berufsgenossenschaften und Jnvaliditätsverficherungs-An- stalten Einsichtnahme in ihre Bücher und Listen zu gestatten zum Zwecke der Ermittelung der Versicherten, ihrer Beschäftigungszeit und Lohnhöhe. Abg. Molkenbuhr (Soc.) bekämpft diese Bestimmung in ihrer Allgemeinheit; namentlich seien die freien Htlfskassen gar nicht Inder Lage, die gewünschten Auskünfte zu ertheilen. Abfl. Dr. Buhl (natl.) beantragt, die Verpflichtung zur Alls- kunftertheilung den Kassen auch gegenüber den Gemeinden und Armenverbänden aufzuerlegen. Dieser Antrag Buhl wird angenommen und mit demselben der § 76a. 8 76b legt den Kassen die weitere Verpflichtung auf, den Berufsgenossenschaften die Erkrankungsfälle, welche durch einen zu entschädigenden Unfall herbeigeführt sind und nach Ablauf von vier Wochen nicht zur Erledigung gekommen sind, binnen einer Woche nach dieser Frist zur Anzeige zu bringen. Die Unterlassung der Anzeige zieht eine Strafe bis 20 Mk. nach sich. Abg. o. Strombeck (Etr.) beantragt zu letzterer Bestimmung den Zusatz, daß die Strafe nur dann verwirkt sein soll, wenn den Anzeigepflichtigen die Thalsache, über welche sie den Bericht unterließen, bekannt war. Dieser Antrag wurde abgelehnt, nachdem der Geh. Rath Woedtke denselben für zuweitgehend erklärt hatte. § 76b wird unverändert angenommen; ebenso werden die 88 76c, d, e debattelos und unverändert genehmigt. Der 8 82 bestimmt, daß Arbeitgeber, welche ihren Arbettern vorsätzlich höhere als die gesetzlichen Beiträge bei der Lohnzahlung in Anrechnung bringen, wenn nicht eine härtere gesetzliche Strafe verwirkt ist. mit Geldbuße bis zu 3000 Mk. bestraft. Arbeitgeber, welche die in Abzug gebrachten Lohnabzüge, die sie zu macken verpflichtet sind, in eigenem Nutzen verwenden, sollen mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft werden. Abg. Gröber (Etr.) hat einen Antrag gestellt, welcher die Mchtablieferung mit Gefängniß, neben Geldbuße bis 3000 Mk. sowie mit Verlust der bürgerlichen Ehrenreckte bestraft wiffen will. Abg. Münch (wilddem.) hat einen ähnlichen Antrag gestellt, welcher jedoch als Voraussetzung für die Strafbarkeit der Nichtablieferung die Erwerbung eines unerlaubten Vermögensvorthetls voraussetzt. Abg. Bebel (Soc.) constatirt, daß die sämmtlichen vorliegenden Anträge davon Zeugniß ablegen, daß die von der Commission vor- gescklagenen Strafbestimmungen nickt ausreichend find. Daß diese Auffasiung richtig ist, beweisen zahlreiche Vorkommnisse aus dem practischen Leben. Die Strafbarkeit muß eintreten mit dem Moment, wo der Arbeitgeber die zurückbehaltenen Beiträge von dem Arbeiter an die zuständige Kasse abzuführen unterläßt. Redner empfiehlt einen von seiner Partei (Auer u. Gen.) gestellten Antrag, der diesem Standpunkte Ausdruck gibt. Abg. v. Strombeck (Etr.) beantragt, die gleiche Strafe wie für die Arbeitgeber auch für deren Bevollmächtigte und Beauftragte festzusetzen, um die Vorlage in Ueberetnstimmung zu setzen mit den Strafoorschrtften der Gewerbeordnung. Reg. Commissar Geh. Rath v. Lenthe begründet die Vorlage; die bloße unterlassene Ablieferung der Beiträge könne die Strafbarkeit noch nicht begründen. Es muß verlangt werden, daß die Beiträge in Baar bet dem Arbetlgeber vorhanden waren und nicht abqeliefert sind. In diesem Falle konnte aber auch die Strafe nicht höher be- mesien werden, als die auf Unterschlagung gesetzte Strafbestimmung. Abg. Gröber (Ctr.) bittet seinen Antrag anzunehmen, um damit zu erkennen zu geben, daß man über die Commissionsvorschläge hinauszugehen gewillt fei. Für die dritte Lesung -behalt sich Redner eine anderweite Formulirung seines Antrages vor. Abg. v. d. Schulenburg (conf.) erklärt, daß seine Partei im Princip mit dem Anträge Gröber übereinstimme, sich aber die Annahme des für die dritte Lesung neu zu formulirenden Antrages vorbehalte. Abg. Dr. Gutfletsch (dfr.) erklärt sich für Gröbers Antrag, der einem Bedürfnisse entspreche; Redner will jedoch zunächst eine anderweite Formulirung des Antrages in dritter Lesung abwarten. Abg. Möller (natl.) spricht sich in gleichem Sinne aus. Hierauf werden die Anträge Gröber (Ctr.), Auer (Soc.) und Münch (Dem.), oorbehalttich einer Wiedereinbringung für die dritte Lesung, zurückaezogen. Der 8 82 selbst wird mit dem Anträge v. Strombeck angenommen. Das Inkrafttreten der Vorlage ist auf den 1. October 1892 von der Commission vorgeschlagen. Abg. Eberty (dfr.) beantragt, diesen Termin auf den 1. Januar 1893 festzusetzen. Staatssecretär o. Bötticher, empfiehlt Annahme dieses Antrags. — Das Haus beschließt demgemäß. Der Rest der Vorlage wird debattelos und unverändert angenommen. Es wird sodann die von der Commission vorgeschlagene Resolution debattirt: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, die geeigneten Maßregeln zu ergreifen, daß in sämmtlichen Bundesstaaten die Feststellung der ortsüblichen Tagelöhne nach thunlichft gleichen Grundlagen und den thatsächlichen Tagelohnsätzen gewöhnlicher Tagearbeiter entsprechend erfolge. Die Resolution wird nach kurzer Empfehlung durch ben Abg. Möller (ntl.) angenommen. Es folgen Wahlprüsungen. Die Wahl des Abgeordneten v. Helldorf (conf.) wird für gültig erklärt und werden Erhebungen' über angebliche Unregelmäßigkeiten beschloßen. Ein gleicher Beschluß wird gefaßt bezüglich der Wahl des Abg. Dr. Hartmann (conf.). Die Wahl des Abg. Prinzen Handjery (conf.) wird beanstandet und werden Beweis-Erhebungen beschlofsen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Samstag 11 Uhr. — Tagesordnung: Immunität der Abgeordneten betreffende Vorlage. Schluß 4% Uhr. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphische- Lorrespondenz-Burean Köln, 4. December. Die „Kölnische Ztg." meldet aus Petersburg: Die Central-Commission zur Unterstützung der Nothleidenden soll sich aus einer anordnenden Commission unter Vorsitz des Thronfolgers und einer ausführenden unter Vorsitz des ehemaligen Finanzministers Abasa zusammcnsetzen. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 5. December. Die Freisinnigen brachten im Reichstage Resolutionen ein, betr. die Gewährung von Diäten und die Regelung der Vorbedingungen zum einjährig-freiwilligen Dienst. Rom, 4. December. Die Vertreter der römischen Kunstakademien baten den Unterrichtsminister, geeignete Vorkehrungen zu treffen, daß private Bildergallerien und Kunstsammlungen durch Ankauf Rom erhalten bleiben. Warschau, 4. December. In der Stadt M o t o l e (Gouvernement Grodno) ist eine furchtbare Feuersbrunst aus- gebrochcn. 57 Gebäude sind eingeäschert, drei Personen kamen in den Flammen um. London, 4. December. Nach Meldungen aus New- York veranlaßte die bessere Lage die amerikanischen Eisenbahnen zu umfangreichen Schienenbestellungen, so daß die amerikanischen Schienenwerke für den Winter voll beschäftigt sind. Auf der Basis von 30 Doll, pro Tonne werden bereits sehr umfangreiche Bestellungen gemacht. Woodsocked (Rhode-Island), 5. December. Bei einem durch Zusammenstoß herbeigeführten Eisenbahnunglück blieben 7 Personen tobt, 1 verbrannte. Paris, 5. December. Der ehemalige Kaiser von Brasilien, Dom Pedro, ist vergangene Nacht gestorben. Newyork, 4. December. In ein Haus auf dem Broadway drangen heute Mittag zwei Individuen in das Bureau und verlangten eine Geldsumme. Einer der Eindringlinge warf in Folge der Weigerung eine Dynamjtbombe, es erfolgte eine furchtbare Explosion- ein Theil des Hauses wurde zerstört, fünf Personen gelobtet, zehn verwundet. Unter den Todten befindet sich auch der Bombenwerfer. totales und prooiitjicKes. Gießen, 5. December 1891. — Neues Theater. Der vieracrige Schwank von Franz und Paul v. Schönthan: „Der Raub der Sabinerinnen", welcher gestern zum Benefiz für Herrn Paul Ernst hier zum ersten Male gegeben wurde, dürste nach dem Besuche zu urtheilen, in Gießen auch wohl zum letzten Male zur Aufführung gelangt fein. Es mag auch sein, daß die jetzige Sündfluth von Concerten und sonstigen Vergnügungen den an sich schon kleinen Kreis der Theaterbesucher verringert hat, jedenfalls hatten Diejenigen, welche trotzdem der Aufführung beizuwohnen sich entschlossen hatten, ihren Entschluß nicht zu bereuen. Ist das Stück an sich schon voll von Eigenart und köstlichem Humor, so bildet die Darstellung ein in sich abgeschlossenes, wohlgelungenes Ganze. Zudem waren die Rollen diesmal sehr glücklich vertheilt, entsprechend den Fähigkeiten und kleinen Eigenthümlichkeiten der einzelnen Darsteller. Die Hauptrolle spielte, wie es in diesem Falle selbstverständlich ist, der Beneficiant und man kann sagen, mit viel Geschick und Humor. Jene bekannte „ssägsische Chemietlich- keit" veranschaulichte der Darsteller recht wahrheitsgetreu, auch verfehlte er nicht ein einziges Mal das eigerartige Sprachidiom der Sachsen. Im Hinblick aus die Routine, mit welcher der Darsteller die Rolle durchführte, läßt sich wohl annehmen, daß derselbe den „Striehse" sehr oft gespielt hat. Dieser Umstand und seine an sich schon vortreffliche Darftellungsfähigkeit schufen eine muftergiltige Leistung, welche dementsprechend auch stürmischen Beifall fand. Herr Peickner, welcher den einseitigen, zaghaften und oft zerstreuten Professor spielte, war in dieser Rolle gestern zum ersten Male an seinem richtigen Platze. Seine gestrige, abgesehen von Kleinigkeiten, recht hübsche Darstellung bestätigte unsere Vermuthung, daß Herr Peickner mit viel mehr Glück als Characterdarsteller wie als enthusiastischer Liebhaber figu- riren kann. Von der Besprechung der übrigen Rollen müssen wir heute absehen, so viel sei gesagt, daß die Gesammt- darstellung eine äußerst gelungene war und wir dem Bene- ficianten bei feinem zweiten Benefiz ein volles Haus wünschen, oder sollte dies hier ein „frommer" Wunsch fein? Vermischtes. * Berlin, 3. December. Wegen Beleidigung des Kronprinzen mußte sich gestern der Maler Heinrich Heiligendorf aus Berlin vor der Strafkammer des Landgerichts II verantworten. Der nach Spandau gekommene Angeklagte hatte daselbst im Krause'schen Nestaurationslocal Aeußerungen über den neunjährigen Kronprinzen gemacht, welche seine Verhaftung veranlaßten. Bei seiner Abführung leistete er dem Polizeibeamten Widerstand. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu acht Monaten Gefängniß. * Rudolstadt, 3. December. Der seltene Fall, daß einer Dame das Ehrenbürgerrecht verliehen wird, ist jetzt hier vorgekommen. Infolge einstimmigen Beschlusses der ftädtiscyen Behörden ist die Stistsdame des Fürstl. Bernhardiner-Stifts allhier, Frl. Jettina v. Holleben, wegen ihrer Thätigkeit auf dem Gebiete der Armenpflege und Wohl- thätigkeit in gegebener Weise ausgezeichnet worden. — Neues Theater. Wir wollen nicht unterlassen, nochmals aus die morgen stattfindende interessante Vorstellung „Der Pfarrer von Kirchfeld" aufmerksam zu machen. Herr Hacker aus Darmstadt, welcher den „Pfarrer Hell" spielt, genießt in diesem Rollenfach, man möchte beinahe behaupten, einen Weltruf. — Kunstverein. Neu ausgestellt wurden im Lause der Woche die nachstehenden Gemälde: Bartels, Hanau: Friedhofmotiv aus Tirol, Indischer Mohn,- Bode, Frank« furt a. M.: Straße in Rothenburg a. d. Tauber; Drechsler, München: Lesendes Mädchen,- Carl le Feubure, Tölz: Partie bei Tölz, Partie bei Seefeld am Amersee,- Henning, Dresden: Motiv bei Rotterdam, Holländische Landschaft- Hold t, Karlsruhe: Er kommt; Kemp ter, München: Moor- Lobedan, Berlin: Sanddornen und Herbstanemonen- Mali, München: Morgen am Achensee- Naumann, München: Kirchgang- Weber, München: Stillleben- Wilberg, Berlin: Beim Caffs. — Allgemeine Sterbekaffe Gießen. Wie aus dem Jn- seratentheile ersichtlich, findet Sonntag den 6. December die zweite ordentliche Generalversammlung dieser Kasse in der Restauration Ernst (Grünbergerstraße) statt, worauf wir die Betheiligten besonders aufmerksam machen. — Diebstahl. Ein Maurergeselle aus Reiskirchen, welcher vorgestern in einem Hause der Neustadt beschäftigt war, entwendete aus dem Geschäftsladen, wo er zwecks seiner Arbeit Zutritt hatte, ein Kistchen Cigarren. Die Folge hiervon war Entlassung aus seiner Arbeit und Verhaftung. Hungen, 3. December. In den Ruhestand versetzt wurde der Steueraufsehrer Johannes Diehl in Anbetracht seiner geschwächten Gesundheit mit Wirkung vom 1. December l. I. Niederweisel, 5. December. Hier findet morgen Sonntag Nachmittags 3 Uhr in der Gastwirthschaft „zum Adler" eine Versammlung des LandwirthschaftlichenBezirks- vereins Friedberg statt. Tagesordnung: Vortrag des Großherzoglichen Landwirthschaftslehrers Dr. v. Peter: 1. über die Zucht neuerer Kartoffelsorten - 2. über Ankauf von Oelkuchen. — Im Anschluß hieran hält der O b e r h e s s i s ch e Obstbauverein, Vereinsbezirk Friedberg, in demselben Locale eine Versammlung ab mit der Tagesordnung: Vortrag des Vorstehers der pomologischen Gärten in Friedberg, C. Reichelt, über Baumschnitt. Groß-Gerau, 2. December. Von hiesigen Schuljungen sind Diebstähle unter erschwerenden Umständen ausgesührt worden, um emestheils der vorhandenen Genußsucht fröhnen, anderntheils aber der bereits erwachten Galanterie gegenüber dem schönen Geschlechte Ausdruck geben zu können. In einem Falle stahlen die jugendlichen Spitzbuben Armbänder und schenkten sie ihren Mitschülerinnen, Konfirmandinnen. * Torgau, 1. December. Wie jetzt erst durch die Sch. Ztg. bekannt geworden ist, war bei der Jubiläumsfeier des 150jährigen Bestehens des hiesigen 3. Pionier-Bataillons auch der Stellmachermeister Gresse aus Schildau zugegen, der das 100jährige Bestehen des Bataillons als activer Soldat mitgemacht hat. Hr. G. gedenkt nächstes Jahr, in dem seit dem großen Brande von Hamburg 50 Jahre vergangen sind, auch dorthin zu reisen, um an dem geplanten Fest theilzunehmen, da er (Kiner von Denen ist, die 1842 von der Pionier- Abtheilung, damals in Magdeburg, nach Hamburg zur Hilfeleistung commandirt wurden. * Eine uaturhiftorische Merkwürdigkeit ersten Ranges. Man berichtet aus Wien: Im österreichischen Abgeordnetenhaus wurde dieser Tage die Thatsache offenbar, daß in Oesterreich eine Ortschaft existirt, wo kein Wirthshaus besteht. Es ist der Ort Teichl in Kärnten, in einem „Graben" der Kreuzachgruppe im Möllthal weltverloren gelegen. Literatur und Artirft. — Ein neues Conversations-Lextkon tritt soeben mit dem ersten Bande an die Oeffentltchkett — oder vielmehr eine neue, die 14. Auflage des bald 100jährtgen Stammvaters aller ähnlichen deutschen Werke: Brockhairs' Conversattons'Lextton. Der erste Band der ersten Auflage des alten berühmten Hausfreundes des deutschen Volkes wurde im Jahre 1796 herausgegeben. Der anfängliche Erfolg ließ allerdings in keiner Weise die spätere wette Verbreitung ahnen, und das Unternehmen war am Eingehen, als Friedrich Arnold Brockhaus, der Begründer der Firma, es kühn aufgriff und seine schöpferischen Ideen darin verkörperte. Was Brockhaus' Conver- sations-Lexikon in diesem ganzen Jahrhunderte für das deutsche Volk gewesen ist, bildet einen interessanten Theil deutscher Culturgeschtchte. Jede neue Auflage, und in besonders hervorragender Weise die jetzige 14. Auflage, zeigt, daß die Firma, deren Weltstellung durch das Werk begründet worden ist, unablässig an der Verjüngung desselben arbeitet und immer neue Gedanken darin zum Ausdruck bringt. Was bisher technisch unmöglich schien, ist durch eine Musterleistung der graphischen Geschäftszweige der Firma ermöglicht worden: das Werk beginnt, statt mit einem dünnen Hefte, sogleich mit einem umfangreichen com- : pleten gebundenen Bande zu erscheinen. Derselbe präsentirt sich schon äußerlich sehr vortheilhaft: Druck, Papier und Einbanv sind gleich vorzüglich. Beim Durchblättern sticht die Fülle der Abbildungen ins Auge. Dieser Band enthält nicht weniger als 71 Tafeln, darunter 25 Karten und Pläne und 8 Chromotafeln, von denen besonders die letzteren künstlerisch und technisch geradezu Unübertroffenes bieten. Die drei Doppeltafeln mit Völkertypen, welche die großen Artikel Afrika, Amerika und Asien illustrtren, bieten nicht das übliche braune Einerlei sich ähnelnder Köpfe, sondern zeigen die feinsten Nüancen der thatsächlichen Farben der verschiedensten Rassen. Auf der Tafel Alpenpflanzen erscheint die volle satte Farbenpracht der reizenden Kinder der Alpenflora, in der Tafel Araceen fällt vor Allem die Riesenblüthe des erst vor wenigen Jahren entdeckten Amorphophallus Titanum auf. In den Karten und Plänen sind die neuesten Aufnahmen verwertet, wie z. B. aus der Karte Aequatorialafrika ersichtlich ist. Noch viel ließe sich über die planmäßig zusammengestellten bunten und in vorzüglichem Holzschnitt ausgeführten Abbildungen sagen, doch fordert auch der Text sein Recht. Hier ist ein System zur erstmaligen Durchführung gelangt, welches dem Ideale eines derartigen Werkes, der gemeinverständliche Ausdruck der gesammten Getstescultur der Menschheit zu sein, nahe kommt. Durch dieses System allein ist es möglich geworden, in diesem ersten Bande anstatt der 3800 Stichworte der 13. Auflage deren 6800 unterzubringen, ohne daß die Lesbarkeit und Verständlichkeit der Artikel gelitten hätte. Dadurch allein ist auch erreicht, daß jedes Wissensgebiet die ihm im Verhältntß zu den andern zukommende Behandlung erfährt und nicht etwa die Artikel in den Schlußbänden büßen müssen, was darin im Anfänge zu viel gethan worden ist. Unter den 350 Mitarbeitern der neuen Auflage befinden sich, wie wir hören, erste Autoritäten der einschlägigen Gebiete, und die Artikel entsprechen in jeder Hinsicht ihrem Zwecke und dem neuesten Standpunkte der Wissenschaft. So sind z. B. die militärischen Artikel von Offizieren des Großen Generalstabs, die juristischen von Mitgliedern des Reichsgerichts verfaßt. Im Einzelnen fällt uns unter den Neuerungen angenehm auf, daß die Eisenbahngesellschaften, größeren Zeitungen und hervorragenden Actiengesellschaften, Vereine usw. in besonderen Artikeln behandelt sind. Da das Ende des 19. Jahrhunderts im Zeichen der Socialpolitik steht, ist Artikeln wie Abzahlungsgeschäfte, Altersversorgung, Arbeiterausschüsse, Arbetterkammern, Arbeitgeber usw. besondere Sorgfalt gewidmet. Zu all diesen Vorzügen kommt noch der bei dem Reichthum des Gebotenen sehr mäßige Preis. Jeder der je 1000 Seiten starken 16 Bände, mit insgesammt 9000 Abbildungen auf 900 Tafeln und im Texte, kostet gebunden mit Lederrücken und Lederecken 10 Mk., doch ist das Werk auch in 256 Heften zu 50 Pfg. nach und nach zu beziehen, um dem weniger Bemittelten die Anschaffung zu erleichtern. Wir behalten uns vor, bei dem Fortschreiten des Werkes oster auf dasselbe zurückzukommen, können es aber schon jetzt unfern Lesern aufrichtig empfehlen — zunächst als gewiß sehr willkommenes Weihnachtsgeschenk. Verkehr, Land« unfc volkswirthschast. GieSea, 5. December. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. * 1,10—1,20, Hühnerüer 1 St. —, 2 St. 1b—17 Ä, Enteneier 1 St. —; 2 St. — 4b, Käse pr. St.7—9 4b, Käsematte pr. St. 3 4b, Erbsen pr. Liter 20 4b, Linsen pr. Liter 30 4b, Tauben pr. Paar jl 0,60—0,00, Hühner pr. Stück 0,85—1 00, Hahnen pr. St- JL 0.70—1,20, Enten pr. Stück JL 1,50-1,70, Ochsenfleisch pr. Pfd 70—76 4b, Kuh- und Rindfleisch 62—66 H, Schweinefleisch 60—70 4b, Hammelfleisch 50—70 4b, Kalbfleisch 60—64 4b, Kartoffeln pr. 100 Mlo JL 7,00—8,00, Weißkraut pr St. 4—10 Ar Zwiebeln ver Centner «X 6,00—7.00, Milch per Liter 12-18 A, Gänse 45-55 4b.______________________________ Arrszrrg aus den Stan-esamLsregisterw der Stadt Gretzeu. Aufgebote. December: 2. Joh. Baptist Toscani, Südfrüchtehändler dahier, mit Anna Marie Susanne Toscani von Benas. 2. Philipp Knoch, Oberkellner dahier, mit Maria Elisabeth Amalie Sonntag zu Gießen. 4. Carl Anton Lehr, Schuhmacher dahier, mit Henriette Schmidt hterselbst. 4. Christian Heinrich Karl Schneider, Schmied dahier, mit Katharine Linn zu Alsfeld. 4. Gustav Gerson Treuenfels zu Stettin mit Clara Megraheff Hierselbst. Eheschließungen. December: 1. Philipp Labr III., Dampfmolkereibesitzer dahier, mit Luise Wilhelmine Elisabeth Hoffmann hierselbft. 2. Joh. Heinrich Schwarz, Vorrangirer dahier, mit Elisa Ruppert von Ober-Gleen. 4. Adam Döring, Bahnhofsarbetter dahier, mit Maria Katharine Staffel Hierselbst. Geborene. November: 24. Dem Schuhmacher Peter Hofmann eine Tochter, Emma Marie. 25. Dem Wirth Georg Müller eine Tochter. 26. Dem Tapezier Jacob Henn ein Sohn. 28. Dem Weichensteller Carl Ulm eine Tochter. 28. Dem Vicefeldwebel Wllhelm Ludwig Koch eine Tochter, Elisabeth. 28. Dem Glaser Johann Jacob Lauppe eine Tochter. December: 2. Dem Maurer Joh. Weiß ein Sohn, Johann Heinrich. Gestorbene. November: 28. Pauline Willmann, 33 Jahre alt, ledig, von Herborn. December: 1. Marie Montanus, 26 Jahre alt, ledig, dahier. 1. Wilhelm Rockel, 65 Jahre alt, Pfarrer von Wallernhausen. 2. Wilhelm Diehl, 30 Jahre alt, Schreinermetster dahier. 2. Karoline Schmidt, 7 Jahre alt, Tochter von Fabrikarbeiter Carl Schmidt von Krofdorf. 3. Ludwig Arnold, 54 Jahre alt, Großh. Kreisbauaufseher dahier. Auszug aus -en Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 1. December. Philipp Labr III., Dampfmolkereibesitzer in Gießen, ein Wittwer, und Luise Wilhelmine Elisabeth Hoffmann, Tochter des Kaufmanns Ferdinand Hoffmann in Gießen. Den 2. December. Johann Heinrich Schwarz, Vorrangirer in Gießen, ein Wittwer, und Elise Ruppert, Tochter des Landwirthtz Johann Martin Ruppert in Gießen. Den 4. December. Adam Döring, Bahnhofsarbetter in Gießen, und Marie Katharine Staffel, Tochter des verstorbenen Zimmermeisters Christian Staffel in Gießen. Getaufte. Den 28. November. Dem Kaufmann Louis Lony ein Sohn, Wilhelm Heinrich Friedrich Ernst, geboren den 2. November. Den 29. November. Dem Schlosier Ludwig Klotz ein Sohn, Ludwig Karl Leopold, geboren den 13. November. Denselben. Dem Ausläufer Wilhelm Fink eine Tochter, Luise Minna, geboren den 20. September. Beerdigte. Den 3. December. Wilhelm Rockel, evang. Pfarrer in Wallern- hausen, alt 65 Jahre, gestorben den 1. December. Denselben. Marie Montanus, Tochter des Kaufmanns August Montanus, alt 26 Jahre, gestorben den 1. December. Den 4. December. Wilhelm Diehl, Schreinermeister, alt 31 Jahre, gestorben den 2. December. Bekanntmachung. Die Herstellung von ca. 47 m Latteneinfriedigung an dem Schulhofe der Knaben-Schule soll im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebotsformulare liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 5 auf und werden dortselbst unentgeltlich abgegeben. Versiegelte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis Dienstag den 8. Deeember Vormittags 10 Uhr, ebendorthin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Gießen, den 4. December 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth. 10712 SberhrMe Eisenbahnen. Die Lieferung von 4 Regulatoruhren soll vergeben werden. Die Bedingungen find bei unserem Secretariat einzusehen, Angebote bis zum 14. dieses Monats hier einzureichen. Gießen, den 2. December 1891. 10705______Großherzogliche Direction. HbnhesMe Eisenbahnen. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß die Rückfahrkarten, welche am 24. und 25. December dieses Jahres gelöst werden, noch zur Rückfahrt am 28. d. M gültig sind. Gießen, den 2. December 1891. 10706 Großherzogliche Direction. Bekanntmachung. Aus der Stiftung des Gemeinderathsmitglieds Louis Labroisse luid im Januar k. I. je zwei Centner Steinkohlen an 15 arme Familien zu vergeben. Bewerbungen werden auf dem Bureau des Armenamts (Zimmer Nr. 6 der Bürgermeisterei) bis zum 12. d. M. entgegengenommen. Gießen, 2. December 1891. 10684 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. ______Gnauth._____ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Hungen für 1892/93 liegt üom 7. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier offen. Hungen, den 5. December 1891. Grobherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Buttron. 10702 Dienstag, den 8. December, Nachmittags 2 Uhr, wird im Haus Asterlveg 16 versteigert: 1 elegantes Sopha mit 2 Sesseln (Kameeltaschenstoff), 1 großer und kleiner Teppich, verschiedene Vorlagen, 1 Berliner Ausziehtisch, 1 polirte Commode mit oder ohne Spiegelaufsatz, 1 zweith. Chiffonivre, polirt, 1 eleganter Schreibtisch, 2 Klappsessel mtt Stickereien, 1 Divan, 1 Nähtisch, 1 Luthertisch, 1 Tisch, 6 elegante Stühle mit hohen Lehnen, 1 Postament mit 3 Aufsätzen, 1 Bettstelle mit Sprungfedermatratze, 1 Parthie feine Vorhänge, | 1 Nipptisch, schöne Nippsachen, verschiedenes Porzellan, 1 kleiner! Küchenschrank, Küchen» und Hausgeräthe. 10692 j Sämmtliche Sachen sind sehr gut gehalten. Im Auftrag: Louis Rothenberger, Taxator. > Die Aachener und Münchener Feuerversicherungsgesellschaft schenkte der Gemeinde Großen-Linden zur Ausrüstung der freiwilligen Feuerwehr den Betrag von 300 Mark, worüber hiermit dankend quittirt wird. Großen-Linden, am 4. December 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 10708 Bekanntmachung. Die Herstellung zerlegbarer Podien und eines Pultes für die Ralschul- Turnhalle sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Zeichnungen und Angebotsformulare liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 5 auf und werden dortselbst unentgeltlich abgegeben. Versiegelte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis Dienstag den 8. December, Vormittags 10 Uhr, ebendorthin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Gießen, am 4. December 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 10713 Meikgevoterres. Schlafröcke für Zerren empfiehlt 10723 H. Riibsameu. Montag den 7. nnd Dienst« g den 8. December, von Nachm. 3 Uhr ab: Fortsetzung der Versteigerung von Woll-, Kurz- und Galanterie- waaren im „Adler". 10733 8. 6. Verner. 0) E CB 03 o :O 1 A W Weihnachts-Verloosimg der Darmstädter Gewerbehaile. Hauptgewinn i. W. v. 1200 Mark. 520 Gewinne „ „ „ 11700 „ 1 Loos nur 1 Mark. Ziehung unwiderruflich am 20. Decbr. d. J. AM" Loose sind zu haben bei Herren Hch. Wallach und C. Lehrniund in Giessen. 10656 Ausverkauf von Gold- und Silbermaaren Wegen Aufgabe des Artikels. Um damit zu räumen, verkaufe ich sämmtl. hier einschlägigen Artikel weit unter Preis und lade zu zahlreichem Besuche ergebens! ei". Fritz Scharmann 9928 Kirchenplatz. o er. CO O H.tö » & Ui e—- sm CD 1 * CO CD Angekleidete Puppen. * L L ■2 WM G a> * Q. :o c ä> £ Alle Arten Selbst- u. Gesellschafts- Spiele nachDr. Georgens Froebel. Dr. Richter’sche Holz- und Stein- Baukasten. Laterna Magicas, neueste Constr. 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Schon zu Ende der vergangenen Woche und mehr noch mit Beginn der laufenden hat sich an der Börse ein vollkommener Tendenzumschwung vollzogen. Die Course waren auf allen Gebieten fest, und im Bahnen-, Banken- und Rentenmarkt rapid steigend. Man hat die Ursache dieses plötzlichen Wechsels fast allgemein in der großen Beruhigungsrede gesucht, die der Reichskanzler am verflossenen Freitag gehalten hat, und es kann in der Thal nicht bestritten werden, daß der Eindruck der Rede im Jnlande wie im Auslande ein vorzüglicher war und daß derselbe auch an der Börse seinen coursmäßtgen Ausdruck gefunden hat. Die schnelle Aufwärtsbewegung der Course aber, die später auf diesen ersten Anstoß folgte, verdankt ihr Dasein jedenfalls nur zum geringsten Theile dem Schwinden von politischen Sorgen, wie diese auch vorher nur im geringsten Maße dazu beigetragen haben, die Course auf ihren Tiefpunkt herabzudrücken. Da aber eine Besserung der wirthschaftlichen Lage nirgends vorliegt, so können nur börsentechnische Momente für die Steigerung geltend gemacht werden, und diese sind denn auch in ausreichendem Matze vorhanden. Die Ultimoltquidatton hat in letzter Stunde für die Baissepartei noch große Verlegenheiten gebracht. Für sämmtliche Bankactien und Dis- conto vorab, für russische Anleihen und Warschau-Wiener Actien mußten ungewöhnlich hohe Deportsätze bewilligt werden, um die Prolongation zu ermöglichen. Die Speculation war daher an sich schon geneigt, Deckungen vorzunehmen, und wurde darin nur bestärkt durch die Rede des Reichskanzlers, durch die Vorgänge in Paris und endlich durch die Erwägung, daß eine Reihe von festen Börsentagen, die durch den Beginn der Deckungen etngeleitet worden war, außerordentlich viel zur Beruhigung des Publikums beitragen müsse. So haben in ständiger Wechselwirkung Deckungen stets weitere Deckungskäufe veranlaßt, und da das effective Geschäft gegenwärtig schläft und die Contremine kaufte, also Niemand da war, der abgeben oder Widerstand leisten wollte, so kann es nicht Wunder nehmen, daß die Course jeden Tag 2—3% in die Höhe sprangen. Es ist nur die natürliche Folge der Dinge, wenn durch eine Periode mit fester Börsentendenz die Beunruhigung, die alle Kreise der besitzenden Klassen ergriffen hat, zurückgedämmt wird. Der andauernde Entwerthungsprozeß hat die Beunruhigung erzeugt, ein Tendenzumschwung, welcher den Anschein von Dauer erweckt, muß sie wieder aufheben. Leider ändert nur ein solcher Tendenzumschwung nicht die letzten Ursachen, welche dem gegenwärtigen Niedergang zu Grunde liegen, und nur eine Erkenntniß, welche sich über dieselben volle Rechenschaft geben kann, könnte daher vor falschen Illusionen bewahren. Daß aber eine solche Erkenntniß in Capitalistenkreism nicht verbreitet ist, darüber kann man sich nicht täuschen, selbst an der Börse wird dieselbe nicht immer angetroffen. Hier freilich ist der Wunsch Vater der Hoffnung; je mehr man unter der allaemetnen Entmuthigung und unter dem Rückgang des Geschäfts leidet, urn- soschneller wird man bereit sein, in einem Tendenzumschwung das Ende des wirthschaftlichen Niedergangs zu erblicken. Hierin aber liegt die große Gefahr. Schon in den letzten Tagen kamen von Berlin aus Bankiercirculare zur Versendung, die die Lage außerordentlich hoffnungsvoll schilderten und fast sämmtliche Börsenwerthe als billig anpriesen. Vor solchem Optimismus, der über die mißliche Lage der Industrie, über die geschwächte Kaufkraft des Publikums, über den Mangel an Unternehmungsgeist und das allseitig bestehende Mißtrauen so gänzlich hinwegsieht, ernstlich zu warnen, ist erste Pflicht des Commissionärs und sie sollte nicht außer Acht gelassen werden, selbst aus die Gefahr hin, daß die Wiederkehr normaler Verhältnisse dadurch verzögert wird. Von allgemeinerem Interesse ist vielleicht die gegenwärtig betriebene Gründung der „Deutschen Schutzgesellschaft für ausländische Werthpapiere", weil sie ebenfalls mit dem ausgesprochenen Wunsche erfolgt, dadurch eine Beruhigung des Publikums und eine Belebung des Geschäftsverkehrs herbeizuführen. Dieselben Banken, die durch einen kritiklosen Import von ausländischen Werthen dem Volks- oermögen die schwersten Wunden geschlagen haben, gründen jetzt die genannte Gesellschaft zum Schutz der geschädigten Interessen. Es ist ja richtig, daß eine solche Vertretung des deutschen Capitals unter Umständen einen wirksamen Druck ausüben und dasselbe namentlich vor Zurücksetzung hinter die Gläubiger anderer Länder — wie das in letzter Zeit mehrfach vorgekommen ist — bewahren könnte. Aber ein altes Sprüchwort geht: Wo nichts ist, hat der Kaiser das Recht verloren, und in solchen Fällen wird auch die geplante Gesellschaft nichts helfen können. Der wirksamste Schutz bleibt immer die vorherige genaue Prüfung der Creditwürdigkeit des Schuldners und gerade diese ist von den Gründern der Gesellschaft vernachlässigt worden, darunter leidet das Publikum und die nachträgliche Gründung der Schutzgesellschaft kann die begangenen Fehler nicht wieder gutmachen. Wie leicht unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein Rückschlag eintreten kann, hat bereits die Freitagsbörse bewiesen, die recht matt war, und in deren Verlauf namentlich Banken, welche wieder einen bedeutenden Theil der gewonnenen Avancen verloren, weil über einige Nebenwerthe recht ungünstige Dividendenschätzungen laut wurden. Die Schätzungen für die leitenden Institute sind aber noch gar nicht bekannt und obgleich die Erwartungen tief herabgestimmt sind, so mögen gerade in Bezug auf diese noch manche Ueberraschungen im Schooße der Zeiten liegen. Es sind vorhin die Vorgänge in Paris erwähnt worden. Dort bat man die Baissepartei in der neuen russischen Anleihe gänzlich „aufgeschwänzt". Die Emissionshäuser hatten für Rechnung des Finanzministers den größten Theil des angebotenen Materials wieder ausgenommen und diese sämmtlichen Stücke sind als vollgezahlt abgestempelt worden, sodaß die Blankoverkäufer jetzt Stücke schulden, die überhaupt nicht mehr exiftiren und den Emissionshäusern nun jeden Deport und jeden Cours, den dieselben fordern, bewilligen müßten. Dadurch eingeschüchtert ist die Baissepartei auch auf den anderen Gebieten zu Deckungen geschritten, und der Platz befindet sich daher in voller Hausse. So erlebt die Welt das Schauspiel, daß eine Speculation fehl schlägt, die in den wirthschaftlichen Verhältnissen durchaus begründet war, zu deren Gunsten jeder einzelne Umstand zu sprechen schien, und die bereits die Palme des Sieges in ihren Händen hielt. Diese Vorgänge haben an den deutschen Börsen auf dem Rentenmarkte ihren schärfsten Ausdruck gefunden. Ungarn, Italiener, Portugiesen, Russen sind wieder auf Course hinaufgeschnellt, die sie seit Wochen und Monaten nicht gesehen haben. Allerdings kommt diesem Gebiet auch der überaus flüssige Geldstand zu gute, der die Hoffnung erweckt, daß mit dem kommenden Januartermin sich das Anlagebedürfniß wieder diesen Werthen zuwenden würde. Ob die Speculation, indem sie die erwarteten Eoursbesserungen vorwegnimmt, damit über das Ziel hinausschteßt, mag die Zukunft lehren. Sicher ist ja wohl, daß früher oder später die zunehmende Geldflüssigkeit das Capital wieder dem Rentenrnarkte zuführen wird, und die Frage ist nur, ob ein Discontsatz von 3o/0, wie er gegenwärtig an der Börse notirt, niedrig genug ist, um die Enttäuschungen, welche man im Rentenmarkte erlitten hat, vergessen zu lassen. Portugiesen verdanken ihre Avance vornehmlich der Aussicht, daß der nächste Coupon voll bezahlt wird, Spanier der Veränderung in der Leitung der Bank von Spanien und der begründeten Hoffnung, daß das vielbesprochene Vorschußgeschäft nun endlich zu Stande kommen wird. Im Bankenmarkt hatten Deckungen Disconto bis 171.30, d. i. reichlich 5% über den letzten Freitagscours, hinaufgeschnellt, sie schließen indessen heute wieder zu 168.50 und ähnlich bewegten sich die übrigen Bankactien: Handelsgesellschaft von 125 auf 129 auf 126, Darmstädter von 122 auf 126 auf 124, Dresdener von 127 auf 131 auf 130, Credit von 230 auf 238 auf 236 u. s. f. Der Wiener Markt lag namentlich für Bahnwerthe außerordentlich fest. Buschtherader sprangen auf günstige Einnahme-Ausweise und Verhandlungen über die Prioritätenconversion von 3821/g auf 400 hinauf und schließen nur wenig schwächer, Elbthal stiegen um 12 fl. auf 192, und mit diesen hat sich das ganze Niveau gehoben, ohne daß selbst die matte Schlußborse der Woche den Gewinnen Eintrag gethan batte. Es sind noch folgende Steigerungen zu verzeichnen: Böhmische Ilrordbahn 8 fl., Westbahn 10 fl., Donau, Drau und Durer 5 fl., Staatsbahn 7 fl. und Nordwest 8 fl. u. a. m. Die Schweizer Werthe schwanken noch immer, da die Verhältnisse in Zürich noch völlig ungeklärt sind und am Freitag wurden dieselben durch Executionen besonders stark gedrückt, sodaß sie als bte Einzigen mit Verlusten aus der Woche hervorgingen. Recht schwach liegt indessen auch der Montanmarkt, weil die Kohlenpreise weichen und her milde Winter keine Besserung derselben verspricht. Kunstausstellung1 10773 (Eingetr- Tenotzensch. m. unb. Haftpfl.) 10725 ^6sm »f W Gastspiel des Grossh. 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Cours vom 26./XI. 4./XII. 4% Hessische Obligation. 103.40 103.55 4Vs°/oPortug.-A. 88 u.89 46.60 48.50 „ Bauern .... „ Baden..... 104.75 104.90 6% amort. Serb. Gold- 102.20 102.45 Rente .... 82.50 83.70 M/y Sächsische Rente. . 84.40 84.70 bo/üSerbischeEisenbahn- 83.60 8550 3V,°/o BremerStaatsanl. „ Hamb.Staatsrente 40/-: Oeftr. Goldrente . _ _____________ - Hyp.-Obl. L. A. . 94.00 94.60 4% Schweb. Oblig.I880r 101.— 101.— 92.85 93 75 l°/o Türken cono. Lit. D. 17.25 17.65 „ GriechischeMonopol- 50/0 Argent. Gold - Anl. 36.80 37.10 Anleihe . . . 61.40 61.70 v. 1887 . . . 90.90 504 Rumänische Rente . 95.85 96.90 3Vi°/o Egypt. priv. Anl. 89.50 4<>/ Rufs. Consols S. III —.— —.— Giserwohu-Priorttüteu. 102.25 4*/c PfLlz. Ludwigsbahn 5% Süddahn Lombarden 101 95 (Bexbach) . . . 102.— 101.85 4°/o do. do. 93.35 93.15 w Hessische Ludwigsb. 30/0 do. do. 61.30 62.40 68/69 garant. . —.- 101.30 40/0 Prag-Duxer Gold . 98.20 98.— „ Elisabethb. steuerfrei , Rudolf Gold (Lralzk.) 98.70 98.65 Gold .... 98.85 99.30 , Franz-Josef Silber 82.90 82.90 5o/o Oeftr. Staatsbahn. —.—- 105.95 30/0 ftaatl. garant. Jtal. 53 40 54.80 40/0 do. do. 98.05 98.35 Eisenbahn . . 3% do. do. Zv/p Livorneser . . . 60.50 61 20 i.—vm.Emtsst 82.20 83.— 40/0 Russ.Südw -Eisenü. 88.20 89.20 30/-, 20. Ergänzungsnetz 78.50 79.75 40/0 Wladikawkas garnt. 87.45 88.55 6% Nordwestbehn Gold 105.80 105.50 40/0 gar. @ar dtn.Sec.sitr . 73 50 75.40 Msrndsbrr-Aetie«. Ludwigshafen-Bexbach. 222.70 227.—< I Galtz.CariLudw.-B-'Äct. 174.50 176.25 Hessische Ludwigsbahn. 107 90 110— | Oest. Nordw.-Bahn Ltt.L. 180.50 1921/t Pfälzische Nordbahn . Lübeck-Büchner 114 40 144 — 115 30 145.— | Gotthardt ..... Jtal. Mtttelm-er . . 131.25 88 90 132.50 90 30 W,»«ck»Ackien. Deutsche Reichsbank . Berlin. Handelsgesellsch. 144.55 125.40 143 — 126 45 Twesdener Bank. . . Mtteldeursche Credttb. . Mener Bank-Verein . 127.35 91 — 130.70 9..20 Treuliche Bank . . . Dr'.rtsch-'Genoffenschstsb. 142.75 144 80 871/8 91 25 Württemb. Veretnsban? 119.— 120 — v.Soergel «ParrisiusLCo. 117 — 117.50 Deutsche Vereinsbank . 103.— 103.80 Audustei^Aetterr. Binding-Brauerei . . 155.90 156.50 Deutsche Verlagsanstalt 181.40 184.10 Stern- do. (Oberrad) 130.50 132.50 Farbwerke,vorm.Meister, Bad. Anilin- u. Soda- Lucius & Brüning. 273.70 280.— fabrik .... 267.80 269 70 RiebeckffcheMontanwerke 173 — 173.50 Htbernia Beraw -Ges. . 130.— 128.80 Bochumer Gutzsiahl 110.80 111 35 40/5 Franks. Hyp.-Pfdbr. 4v/oDeutscheGrundschld.- v. 91 ab . . . 102.— 102.— Bk.-Pfcmdbr. . 100 80 100.80 3«/?/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 95.— 94.90 3Ve'/v do. . . . 93.40 93 40 4o/vPreutz.Hyp.-Act.-Bk- Pfandbr. . . . 101.10 101.10 3V'^/o Rhein. Hvv.-BLnk- Pfandbr. . . - 91.70 91 40 W/o do...... 4% Preutz. Centr.-Bod.- Cred.-Psavdbr. bis 93 40 93.40 4°/; Meininger Pfandbr. 100.80 100.80 1885 . 100.50 100.20 Loose. Oeftr. 1860r ft.500-Loose 117.— 119 35 Braunschweig. 20 Thlr.- 101 40 „ 1854rfl.250- „ —.— 120.50 Looft .... M/o Oldenburger Loose . 101.20 40/0 Meininger Prämien- 123.10 123.20 Pfandbr. . . . 128.70 126.- 3V2°/n Köln-MtndnLooft 131.40 129.— Die heutige Rmnmer umfaßt VA Seiten»