Nr. 207 Erstes Blatt. Sonntag den 6. September 1891 Der frteftittt . Jdou« Hnart>ys1 y—11J1 ■ Jill—IM Annahme »an Anzeigen zu der Nachmittag- für den -pt-enden tag erscheinenden Nummer bis Bor«. 10 Uhr. El Pn!?aCa^W!L.2JJ.Ut,k»llRJ_^ __^auugeaaiixK'j l» »er war. Alle Annoncen-Srneaux der In- und ÄnlUmbcl nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entge^a». »WWWMWWWlUUllWMMi''' AnrtUchLL' Lberl. Bekanntmachung, die Erhebung von Umlagen der Gemeinde Treis a. d. Lda. für 1891/92 betreffend. Mit Genehmigung Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz sollen für 1891/92 von der Gemeinde TreiS a. d. Lda. folgende Umlagen erhoben werden: a. auf das gesammte Communalsteuercapital der Ortseinwohner und Forensen . . 8950 Ji., b. auf das Steuercapital der evangelischen Gemeindeangehörigen...... 490 „ wozu sich der Beitrag auf 1 J4 Normalsteuercapital berechnet : für den Ausschlag a. auf 33,498 H, ii tt // b. ,, 2,548 „ Es wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kennt- niß gebracht, daß die Erhebung der Umlagen in vier Zielen, und zwar in den Monaten Juni, August, October und Decem- ber 1891 erfolgen soll. An allgemeiner evang. Kirchensteuer werden von den Angehörigen der evang. Kirche pro 1 JL Steuercapital 1,6 H erhoben. Gleichzeitig wird bemerkt, daß die gleiche Bekanntmachung im Großherzoglichen Regierungsblatt vom 31. v. Mts. enthalten ist und daß von diesem Tage an die Frist zum Vor- bringen von Reclamationen, welche gegen die Erhebung der Umlagen überhaupt gerichtet sind, läuft. Gießen, den 4. September 1891. Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Gießen, den 4. September 1891. Betr.: Die Strafregister; hier: die Nachweisungen der im I. Halbjahre 1891 verstorbenen bestraften Personen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Ortspolizeibehöpderr des Kreises. Unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 6. Juli 1891 (Amtsblatt Nr. 6) erinnern wir Sie, soweit Sie noch rückständig sind, an umgehende Einsendung der Listen und Fehlanzeigen an die Großherzogliche Staatsanwaltschaft bei dem Landgerichte der Provinz Oberheffen. v. Gagern. Wegen Erkrankung des Großh. Districts-Einnehmers Herrn Nahrgana wird der Finanz-Aspirant Herr Treffer bis auf Weiteres die Großh. Districts-Einnehmerei Lich verwalten. Gießen, den 4. September 1891. Großherzogliches Rentamt Gießen. W e l ck e r. Bekanntmachung. Die Commission für Beaufsichtigung der Vogelsberger Viehzuchthöfe bringt hiermit zur Kenntniß der Bürgermeistereien und Zuchtgenossenschaften, daß auf dem Hofe Zwiefalten bei Schotten zwei Stück sehr schöne sprungsähige Bullen reiner Vogelsberger Race zum Verkauf stehen. Laubach, am 1. September 1891. Gefunden: 1 Kopftuch, 1 unechte Brosche, 1 Metzgerschürze, 1 Peitsche, 3 Zugketten, 1 Armband, 2 Taschentücher, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Metermaß, 2 Sonnenschirm- chen, 1 Notizbuch und 1 Brille mit Futteral. Gießen, den 5. September 1891. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Schliephake. politische Wochenschau. Gießen, 5. September. Die Getreidepreise aus dem Berliner Roggenmarkt erfuhren gegen Ende der vergangenen Woche einen mäßigen Rückgang, dessen Grund in dem Zusammentreffen des während der Zeit unmittelbar vor dem Inkrafttreten des russischen Aussuhverbotes außerordentlich forcirten Roggenimportes aus Rußland mit kräftigeren Roggenablieferungen und Angeboten seitens unserer Landwirthe zu suchen ist. Da aber die Situation übrigens im Großen und Ganzen vollkommen unverändert geblieben ist, so ist keine dauernde Preisreducierung zu er- ! warten, sondern sobald die kurz vor Thorschluß rasch ein- I geführten Roggenmengen vertheilt sind, wird wieder die alte ' ! Waarenknappheit eintreten und der Getreidepreis sich festigen. Angesichts dieses Umstandes hat jetzt auch ein hervorragender nationalliberaler Abgeordneter, nämlich Herr Oechelhäuser, in einem scharfen Artikel seiner „Deutschen Arbeiterzeitung" die schleunigste Suspendirung der Getreidezölle verlangt. Er bezeichnet die Frage der Aushebung als eine Humanitätsfrage im eigentlichsten Sinne des Wortes und erklärt die Motivirung der Aufrechterhaltung der Zölle im Reichsanzeiger für „unhaltbar". In ähnlicher Weise schreibt eines der geistig hervorragendsten Mitglieder der sreiconservativen Partei, Professor Hans Delbrück, in einem Aufsatz der conservativen „Preußischen Jahrbücher" wörtlich: „es sei Rauch und Dunst, wenn man der Börse und dem Getreidehandel die Schuld an der Theuerung zuschreibe. Preisverschiebungen an der Börse könnten nur aus kurze Zeit künstlich hervorgerufen werden. Auch gehe das Interesse der Spekulation gar nicht aus andauernd hohe Preise, sondern ihr Lebenselement sei ein Heraus- und Heruntertreiben der Preise in kurzen Intervallen. Die mystische Vorstellung von geheimen Künsten der Börse wirke geradezu schädlich. Zum Schluffe fordert Delbrück die Regierung und die Schutzzöllner aus, sich doch die Folgen ihres Verhaltens klar zu machen. In dem nächsten Reichstage werde die Rechte zu einem kleinen Haufen zusammengeschmolzen sein, das Centrum eine sreihändlerische Gruppe zeigen, die Deutschfreisinnigen und Socialdemokralen würden in nie gesehener Stärke paradiren." Da außerdem, wie wir bei Gelegenheit mitgetheilt haben, auch conservative Abgeordnete, wie Gras v. Kanitz, einer Zollaushebung durchaus das Wort reden, so ist nicht abzusehen, welchen Erfolg ein beim Zusammentritt des Reichstags mit Sicherheit zu erwartender deutschfreisinniger oder socialististischer Antrag in dieser Richtung haben wird. — Der deutsche Katholikentag, der dieses Jahr in Danzig abgehalten worden ist und das nächste Mal in Mainz stattfinden soll, hat neben einigen weniger wichtigen Beschlüssen den Antrag angenommen, auf die Berufung eines internationalen katholischen Congresses hinzuwirken, der sich mit der Wiederherstellung des Kirchenstaates beschäftigen soll. Dem verstorbenen Centrumsführer Dr. Ludwig Windthorst soll in seinem Wahlkreise Meppen ein Denkmal gesetzt werden. In Bezug auf die Schule wurde die Forderung wirklicher Parität erhoben und weiterhin der Grundsatz betont, daß die katholische Kirche niemals auf eine Mitwirkung der Kirche innerhalb des Schulbetriebs verzichten werde. Die auswärtige Politik hatte in der vergangenen Woche mancherlei unerfreuliche Erscheinungen zu verzeichnen. Ein unliebsames Aussehen erregte vornehmlich die neuerdings wieder in ein kritisches Stadium getretene Dardanellenfrage, die diesmal möglicher Weise zu internationalen Auseinandersetzungen führen wird. Wie bekannt, war Rußland im Frieden vom Jahre 1856 das Halten einer größeren Flotte auf dem schwarzen Meere untersagt worden. Von dieser Neutralisirung sagte sich Rußland 1871 unter Deutschlands Zustimmung los, so daß auch den übrigen Mächten keine andere Wahl blieb, als die Aufhebung der Neutralisirung zu genehmigen, was denn auch im Londoner Vertrag von 1871 geschah. Seitdem hat sich Rußland auf dem schwarzen Meere eine Flotte von 102 Fahrzeugen geschaffen, die jedoch ihren Wirkungskreis seither nicht über die Dardanellenstraße ausdehnen konnten, weil nach einer älteren, im Jahre 1871 modificirten Vertragsbestimmung Kriegsschiffe nur in Ausnahmefällen die Dardanellen passieren dürfen. Neuerdings heiß es nun, daß die Türkei Rußland allein das Recht zugestanden habe, die Dardanellenstraße auch mit Kriegsschiffen zu durchfaheen. Damit würde der russische Einfluß im östlichen Mittelmeere einen ganz erheblich viel größeren Spielraum gewinnen, als er ihn bislang gehabt hat, und ganz unabsehbare Folgen, die auch den Dreibund berühren würden, wären zu gewärtigen. Besonders aber hat England ein herrorragendes Interesse daran, daß die Dardanellenstraße entweder allen geöffnet oder für alle geschlossen ist. Im Zusammenhang mit der Dardanellenfrage steht die egyptische Frage, welche gleichssalls in den letzten Tagen im Anschluß an die Erörterungen über die Dardanellen wiederum ausgeworfen worden ist. Die englische Presse erklärt nämlich einmüthig, daß von einer Räumung Egyptens keine Rede sein könne, so lange nicht seststehe, daß Rußland in Bezug auf die Dardanellen keinen Vorzug vor England erhalten habe.— Die Revolution in Chile ist nach achtmonatlichem Bürgerkriege nnnmehr an ihrem Ende angelangt und hat wider Erwarten mit einen glänzenden Siege der Aufständischen ihren Abschluß gesunden. Damit ist das oliparchische und diktatorische System Balmacedas beseitigt und die Anhänger einer aufrichtig constitutionellen Regierungsform sind die Herren im Lande geworden. Als interimistischer Präsident des Staates ist der General Baquedano anerkannt worden. Ueber das Verbleiben Balmacedas verlautet nichts Bestimmtes - nach einem unverbürgten Gerücht soll er aus der Flucht von seinem eigenen Maulthiertreiber erschossen worden sein. Neueste Nachrichten. WoigS relkgxoqhjschd Torrespondmz-Bureau. Schwarzenau, 4. September. Kaiser Wilhelm und der König von Sachsen kehrten um 12^/zUhr von den Matt ö v ern zurück. Kaiser Franz Josef kam eine Stunde später. Caprivi wohnte den heutigen Manövern bei, er kehrte mit Kalnoky um 121/2 Uhr nach Maires zurück. Laibach, 4. September. Die Leiche des Landrichters Holst aus Schöneberg bei Berlin, welcher bei der Besteigung des Triglavs verunglückte, wurde heute ausgefunden. Rom, 4. September. Der P a p st litt vorgestern Abend, wie „Capitan Fracassa" meldet, an heftigen Schmerzen der Eingeweide. Madrid, 4. September. Bei Medina del Campo stieß ein Expreßzug mit einem Güterzug zusammen. Acht Wagen wurden zertrümmert und 48 Personen verwundet. Cassel, 5. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen traf heute Vormittag mittelst Extrazuges hier ein und fuhr mittelst Kutschwagens weiter nach Wolfshagen zum Brigademanöver und Jnspicirung. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 4. September. Der „Börsen-Cour." hört, es seien Bestrebungen im Gange, die bezweckten, bei der Regierung auf die Ermäßigung der für die Lieferbarkeit an der Berliner Börse vorgeschriebenen Naturalgewichte für Roggen hinzuwirken. Köln, 4. September. Der militärische Petersburger Berichterstatter der „Köln. Ztg." meldet: Der vor Jahresfrist auf Befehl des Czare7. mit Mobilmachungs-Vorbereitungen für die Kosakenheere beschäsügte Ausschuß hat nunmehr seine Arbeiten in sehr erfolgreicher Weise beendigt, so daß die gesummten Kosakenheere künftighin weit früher kriegsfertig sein werden als bisher. Der Czar ist derart mit den Arbeiten des Ausschusses zufrieden, daß er jedem einzelnen Mitgliede seinen besonderen Dank aussprach. Straßburg, 4. September. Das „Straßb. Tagebl." vertheidigt, anscheinend officiös inspirirt, den Paßzwang, indem es behauptet, der diesjährige Fremdenverkehr sei so gut wie nie im Reichslande,- die ausbleibenden Franzosen seien in den Vogesen-Hotels durch Altdeutsche mehr wie ersetzt. Danzig, 4. September. Nach einer aus Petersburg hierher gelangten amtlichen Auskunft ist die Transit-Beförderung von Roggen und Kleie durch Rußland nicht verboten. Königsberg, 4. September. Die aus Westpreußen in den letzten 14 Tagen hier angekommenen, größtenteils auch angekauften Getreidemassen werden auf mindestens 20 Mill. Mk. geschätzt. Wien, 4. September. Die „Neue Fr. Pr." führt in einem Leitartikel über die feit der letzten Kais er-Zusammenkunft veränderte politische Lage aus, es sei nicht gewiß, ob der Dreibund noch die Fähigkeit besitze, den Frieden zu erhalten. Die Möglichkeit eines russisch-französischen Gegenbundes sei vorhanden und damit auch die Möglichkeit des Krieges- der Bestand des europäischen Friedens hänge von dem Grade der Furcht ab, welche der Dreibund in Paris und Petersburg einflößt. Die Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem Kaiser von Oesterreich finde daher zur rechten Zeit statt. Wien, 5. September. Man glaubt, daß in Schwarzenau wichtige Verhandlungen stattfinden werden. Die beiden Monarchen werden dabei in Fühlung mit König Humbert bleiben, der seinen Ministerpräsidenten Rudini nach seinem Sommersitz Monza berief. Basel, 4. September. Unterhalb Amrisweil sind zwei Kies- waggons entlaufen. Dieselben konnten nicht aufgehalten werden und stteßen auf den 7 Uhr 17 Min. von Romanshorn abgehenden Personenzug. Drei Personen wurden verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Warschau, 5. September. Mit kommendem Neujahr wird in ganz Rußland ein nach österreichischem Muster ausgearbeitetes „Trunkenheitsgesetz" in Kraft treten. Rom, 4. September. Ueber den Stand der Handelsvertrags-Verhandlungen in München Verlautetaus guter Quelle, daß die Unterhandlungen mit Deutschland einen günstigen Verlauf nehmen. Die Langsamkeit der Verhandlungen mit Oesterreich rühre daher, daß die österreichischen Bevollmächtigten bemüht seien, die aus dem Scheitern der italienisch-französischen Verhandlungen erwachsenen Nachtheile durch Erlangung anderer Vortheile seitens Italiens zu paralysiren. Newyork, 4. September. In Whtte - Plheon (Michigan) wurde die Dynamitfabrik der Farrinold Compagnie durch eine Explosion von 20 Tonnen Dynamit i n die Lust gesprengt. Sechzehn meist schwedische Arbeiter wurden getödtct. Der Thurm der deutschen lutherischen Kirche stürzte ein, viele Häuser wurde« beschädigt. — Die Stadt Dallaö in Oregon ist zum größten Theile niedcrgebrannt. Tausend Menschen sind obdachlos. Die coustitiiireude General-Versammlung des Oberhessischen Obstbau-Vereins sand hier in SteinS Garten am 3. September statt. Derselben wohnten bei als Vertreter der Kreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach und Schotten theilS die betr. Herren KreiSrüthc (Provinzialdircctor Freiherr v. Gagern, Kreiörath K l t e t f ch - Büdingen, KreiSrath Dr. Braden- Friedberg) selbst, theilS waren Vertreter derselben erschienen. Auch Herr Landes»Oeconomterath Müller nahm an den Verhandlungen Theil. Dagegen war Se. Erlaucht der Graf Friedrich zu Solms-Laubach (Vorsitzender des Land- wirthschastlichcn Vereins Oberhessen) verhindert, an den Verhandlungen theilzunehmcn; Gras Oriola-BüdeSheim sandte der Versammlung telegraphisch seine Grüße. Der Versammlung war eine AuSschuß-Sitzung vorausgegangen, in welcher hauptsächlich der Voranschlag vorberathen worden war. Herr Kreiörath Dr. Brad en-Friedberg führte den Vorsitz, und trat die Versammlung zunächst in die Bcrathung und Festsetzung der in der AuSschuß-Sitzung am 29. Juli vorberathenen Satzungen ein. Der § 1 der Satzungen lautet: „Der Verein umschließt die Provinz Oberhessen und führt den Namen „Oberhessischer Obstbau Verein", hat seine GeschäftSleitung in Friedberg und ist als selbstständiges Glied dem landwirth- schastlichen Verein für die Provinz Oberhessen angeschlossen." Nach § 2 besteht der Verein aus den Vereinsbezirken Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach und Schotten. Zwei Vereinsbezirke bilden einen Geschästöbezirk mit einem eigenen Geschäftsführer. Seinen Zweck: „Förderung der Obstcultur und dcS Obstbaues im weitesten Sinne" sucht der Verein zu erreichen durch: 1) Rath und Belehrung durch die Beamten dcS Obstbau-Vereins, welche allen Mitgliedern kostensrei zur Verfügung stehen. 2) Abhaltung von Obstbau-Cursen. 3) Herausgabe einer Monatsschrift : „Rathgeber für Obst- und Gartenbau". 4) Fachliche Vorträge lit Versammluugeu und Demonstrationen in den Baumanlagen. 5) Gemeinschaftliche Ausflüge nach mustergültigen Baumanlagcn. 6) Vermittelung deö Bezugs guter Obstbäume und aller Materialien für Obstbau und dcS Verkaufs von Obst durch kaufmännisch geleitete VermittclungS« stellen, die selbstständig und mit eigenem Capital unter Aussicht deS Vereins arbeiten. (Bemerkt wurde hierzu von Herrn LandwirthschaftSlehrer Dr. v. Peter- Friedberg, daß es nicht in der Absicht deS Vereins liege, den Obsthandel an sich zu ziehen und die Händler zu schädigen, sondern man wolle ermitteln, welchen Nutzen der Handel dem Obstzüchter bringe.) 7) Unentgeltliche Verkeilung vop Edelreisern bewährter Obstsorten. (Im letzten Jahre wurden 10000 Strick ver- theilt.) 8) Veranstaltung von Ausstellungen und Obstmärkten resp. Sammclstellen für den Obsthandel in den verschiedenen Vereinsbezirken und Verbreitung der Kenntniß einer möglichst nutzbringenden Berwerthung deö Obstes. 9) Ermittelung der für die einzelnen Orte des VereinögebieteS mit Berücksichtigung von Lage und Bodenbeschaffcnheit geeigneten Obstsorten. 10) Förderung deö Feldschutzes durch Ermahnung der Mitglieder zu größerer Achtsamkeit aus Beschädigung deö eigenen Besitzes wie daö der Nachbarn und zur Strenge in Bezug auf Anzeigen. Besonderes Augenmerk auf Alles dem Obstbau Schädliche zu richten, namentlich in Bezug auf Krankheiten und Jnfectenfchäden. 11) Dahin zu wirken, daß geeignete, noch unbebaute Plätze int Vereinsbezirk mit paffenden Obstsorten bepflanzt werden. 12) In den Gemeinden aus Anstellung von Baumwärtern Einfluß zu nehmen. — Der Jahresbeitrag beträgt pro Jahr und Mitglied Mk. 1.50, wofür daö Vereinöblatt frei ins Hanö geliefert wird. Die Mitglieder sind berechtigt u. A. Auskünfte über Obstbau bei den Geschäftsstellen nachzusuchen, Bücher und Zeitschriften deS Vereins leihweise zu benutzen, Obstreifer für eigenen Bedarf, soweit die Vorräthe reichen, kostensrei zu beanspruche», die Zusendung der technischen Hilfskräfte zu Arbeitöauösühr> ungen gegen Entrichtung der dafür erwachsenden besonderen Kosten zu verlangen. Die Leitung deS Vereins besorgt ein aus 16 Mitgliedern bestehender Ausschuß (Präsident, Stellvertreter desselben, Director der Geschäftsstelle, 6 Vorsitzende der Vereinsbezirke, 6 Beisitzer, ein vom landwirthschaftlichen Provinzialverein zu ernennender Vertreter.) Der Verein hat seine Geschäftsstelle in Friedberg. In den einzelnen Orten sind Vertrauensmänner zu ernennen, welche die Mitgliederbeiträge erheben, das Vereinöblatt vertheilen und sonstiges zwischen Mitgliedern und Geschäftsstelle zu vermitteln haben. Zum Präsidenten wurde Herr KreiSrath Dr. Braden, zu dessen Stellvertreter Herr Graf O r i o l a BüdeSheim, zum Director der Geschäftsstelle Herr Dr. von Peter- Friedberg, zumSecretärHerr LandwirthschaftSlehrer Reichelt- Friedberg, zum Rechner Herr Rentner Gwinner-Friedberg gewählt. Zu Anöschußmitgliedern wurden gewählt: Land- wirth W. Reitz in Echzell, Oberverwalter Beilsteiit in Oberseemer Hof, Bürgermeister Feldmann-Lauter, Redac- tciir S ch e y d a - Gießen, Forstinspcctor R e u ß - Butzbüch, Hosgärtncr Welle- Assenheim. Zu Geschäftsführern wurden ernannt: Herr Reich elt-Friedberg für den Geschäftsbezirk Friedberg-Gießen, Herr A n d r v - Büdingen für den Geschäftsbezirk Büdingen-Schotten- die Ernennung eines Geschäfts' sührers für den Bezirk Alsfeld-Lauterbach wurde ausgesetzt. Alö Techniker wurde Herr Metz-Friedberg bestellt, ein zweiter Techniker bleibt noch zu bestellen. Der Voranschlag steht in Einnahme vor 5700 Mk. und zwar 3000 Mk. aus Mitgliederbeiträgen (2000 Mitglieder a, 1.50 Mk), 1000 Mk. Staatszuschuß, 1500 Mk. Zuschuß auö den Kreiskaffen, 200 Mk. sonstige Einnahmen. Die Ausgaben setzen sich zusammen aus Porto, Inseraten, Beschaffung von Büchern, Zeitschriften, Modellen, Instrumenten und Geräthen für Obstbau, sowie von Reisern guter Obstsorten, Veranstaltung von Obstmärkten und Ausstellungen, Honoraren für Vorträge, Gehälter an die Beamten des Vereins. — Die im Monat October in Gießen stattfindende Obstbau aus stellung soll 7 Tage dauern, davon ist ein Tag zur Abhaltung einer Versammlung mit belehrenden Vortrügen vorgesehen worden. ikoealer nn6 provinzielle». Gießen, 5. September. — Sitzung der Stadtverordneten vom 3. September. (Schluß.) Nachdem vor einiger Zeit beschlossen worden, die Fried hoss-Ordnung dahin zu ändern, daß das Rauchen aus dem Friedhose nicht nur während der Beerdigungen, sondern gänzlich zu verbieten, sowie daö Mitbringen von Kinderwagen nicht zu gestatten sei, auch das Mitnehmen von Blumen nur mit Zustimmung deö Friedhof-Aufsehers erfolgen könne, hat Großh. Polizeiamt eine neue Friedhofsordnung vorgelegt, in welcher die hier angeführten Verbote enthalten sind. Die Stadtverordneten-Versammlung erklärt sich mit dem Entwurf insofern einverstanden, als demselben noch daö Verbot des Betretens fremder Begräbnißstätten, sowie dasjenige deö Mitbringens oder Lausenlassens von Hunden eingesügt werden soll. — Daö Polizei-Reglement, betr. die Bezeichnung der Fuhrwerke, wird in der Fassung des früher vor- gelegten Entwurfs angenommen, mit der Abänderung, daß die Buchstaben der an den Fuhrwerken an deutlich sichtbarer Stelle anzubringenden Namensschilder eine Höhe von mindestens 3 Zentimetern (im Entwurf waren 5 Zentimeter vorgesehen) haben müssen. — Daö Gesuch des Herrn W. Gail mm Genehmigung zur Anlage eines Anschlußgeleises, bezw. die Verlegung deS Erdkauterwegs wird unter der Bedingung genehmigt, daß Gesuchsteller für die Aufnahme und Weg- sührung des sich ergebenden Waffers sorgt. — Da nach ' Mittheilung der Frau Ad. Noll Wwe. das Wieseckuser an dem nordöstlichen Theile ihres Gartens unterspült worden ist, soll die Wieseckböschung an der bezeichneten Stelle mittelst Faschinen befestigt werden. Die zu 190 Mk. veranschlagten Kosten werden bewilligt. — Der Special-Voranschlag über den Ausbau der Straße auf der Nordanlage, von dem Klingspor'schen Hause bis gegen den Lahnstein, wird genehmigt. Die Kosten des StraßenauSbaues, sowie der unter Berücksichtigung deö Canalisationöprojectes auszusührende Ban eines DoppelcanalS von der Eingeriunschleuße an sind auf 50000 Mk. veranschlagt. — Verschiedene als besonders dringend bezeichnete Herstellungsarbeiten in der Dienstwohnung deS OctroierheberS Vix sollen demnächst ausgeführt werden. — Zur Ergänzung deS VorrathS an Gurte- zeug für die Feuerwehr werden 130 Mk. bewilligt. Nach Erledigtmg dieses Gegenstandes fragt Herr S ch o p b a ch an, inwieweit die Stadt gewillt sei, für die Hinterbliebenen deö verunglückten Feuerwehrmannes Löber helfend einzutreten. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkte, daß nach den Bestimmungen deö LandeSfenerlöfchgefetzeS die Unterstützungen für bei Brandfällen ober Hebungen verunglückte Feuerwehrleute ober bereit Hinterbliebene auö ber LattbeSfeuerlöfchkaffe zu leisten feien.*) Je nach Höhe ber gewährten llnterstützung bleibe ber Stabt, ber btc Vermittelung von Unterstützungsgesuchen an btc LanbeSseuerlöschkasse obliege, unbenommen, weiter helsenb einzutreten. Die erforberlichen Schritte zur Erlangung einer Unterstützung für die Hinterbliebeuen seien bereits von einem Verwandten eingeleitet und werde die Stadt sich in Kürze damit zu beschäftigen haben. Herr Schmal! hält eö angesichts deö schweren Unglückösalles für nöthig, daß die Löschgerüthe an einem geeigneteren Orte alö in dem modrigen Spritzenhause bei der Stadtkirche untergebracht werden. Herr- Oberbürgermeister Gnauth erwidert, daß die Fragen wegen Beschaffung geeigneter Räume für Löschgerüthe, Errichtung eines Steigthurmeö u. s. w. wiederholt erörtert worden seien. Ein endgültiger Beschluß habe ans dem Grunde noch nicht gefaßt werden können, weil über die Verwendung des nach Vereinigung deS Brandplatzes mit dem Lindenplatze gewonnenen Platzes, infolge der lange schwebenden Verhandlungen mit dem FiscnS (Erwerbung deS alten HofgerichtS- gebüudeö) ein Beschluß nicht gefaßt werden konnte. Infolge der centralen Lage sowohl, wie seiner Beschaffenheit als Uebungsplatz sei dieses Terrain bisher als das geeignetste zur Errichtimg eines GeräthehauscS nächst der Projectirten Markthalle erachtet worden. Herr Wallenfels ersucht um Mittheiluug darüber, was eigentlich die Ursache des UuglücküfalleS Löber gewesen sei. Herr Oberbürgermeister G »aut h entgegnet, daß der RettungSsack sich in polizeilichem Gewahrsam befinde und die Staatsanwaltschaft die Untersuchung einleiten werde. Ausklürung über die Ursache deS Unfalles könne vor Abschluß dieser Untersuchung deßhalb nicht gegeben werden. Herr Petri bemerkt, daß der jetzige Gerütheschuppen trocken gehalten werden könne, wenn demselben ein zweites Schutzdach gegeben würde. Weil die Bruchstelle des RettungösackeS so nahe an der Ansatzstelle, sei eS immerhin möglich, daß das Gewebe fehlerhaft gewesen sei. Herr Hom berg er erklärt, daß die Gewebe schon in einem Jahre vermodern könnten - der Umstand, daß der Rettungü- *) Art. 14, Abs. 3 der Landcsfeuerlöschordnung lautet: Der Landeüfeuerlöschkasse liegt in erster Linie die Verpflichtung ob, Feuerwehrleuten oder von der Feuerwehr betgezogenen Dritten, welche in Folge der Dienstleistung bet Brandtällen ober Hebungen verletzt werben oder erkranken, und wenn bk Verletzung ober Erkrankung den Tod herbetführte, den Htntcrbltebenen derselben Schadenersatz tnsowett zu gewähren, als dte Mittel der Kasse dtcS gestatten. sack erst seit vier Jahren im Gebrauche, also noch ziemlich neu sei, schließe ein Verderben des Gewebes in dieser Zeit nicht auS. Es wird, nachdem Herr Wallenfels die Noth- Wendigkeit der Beschaffung eines neuen Rettungssackes dargelegt, beschloffen, daß die Feuerlöschcommission unter Zuziehung von Vertretern der Feuerwehr verhandeln soll über die angeregte Errichtung eines neuen Geräthehauses, die Beschaffung eines RettungösackeS ». s. w. Die Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben der Vorschule des Gymnasiums für 1890/91, die Rechnung der Plock'schen Stiftung für 1890/91 und der Voranschlag derselben für 1891/92, sowie die Rechnung der Armenkasse für 1890/91 werden, nachdem dieselben der Prüfung in ber Armeticommission unterzogen gewesen unb bezüglich ber zwischen Voranschlag unb Rechnung entstandenen Abweichungen vom Herrn Oberbürgermeister erläutert worden, aus Antrag der Commission gutgeheißen. — Rechnung und Voranschlag der Löber'sche» Stiftung werden ebenfalls den gestellten Anträgen entsprechend genehmigt, ein Gesuch um Einweisung in eilte Pfründe dieser Stiftung bewilligt. — Zur Beruhigung. Mit Bezug aus unsere gestrige Notiz (-r. Alsfeld) schreibt unser Alsfelder Berichterstatter, daß feilte Mittheilung einer Berichtigung bedürfe. ES soll in Folge von Hitzschlag nur ein Todesfall vorgekommen sein, dagegen habe es eine große Anzahl Marode gegeben, was ja auch bei ber großen Hitze ganz natürlich sei. (Wir geben biefer Berichtigung hiermit Raum, um unfern Lesern weitere Beunruhigung zu ersparen, richten aber an unsere Berichterstatter bas Ersuchen, uns nur solche Nachrichten zu- kommen zu lassen, bie auf Thatsachen beruhen unb für bereu Richtigkeit sie einstehen können. Mit auf Hörensagen fußenben Nachrichten ist ber Presse nicht gedient, im Gegentheil ein schlechter Dienst erwiesen, wenn dadurch, wie im vorliegenden Falle, eilte große Aufregung hervorgerufen wird. Red.) Schloß Romrod, 3. September. Gestern Abend hatten Generalmajor v. Obernitz mit seinem Brigade-Adjutanten । Premierlieutenant v. Gerlach, sodann Oberst PertheS, Oberstlieutenant Schmidt, Major Buchholz und Major v. Kurna- towöki, Hauptmann Clausius und Hauptmann Deter vom Großh. Hess. Infanterie-Regiment Nr. 116, welche hier ein« s quartirt sind, sowie die Reservelieutenants Nömheld und Bücking die Ehre, zur Tafel geladen zu werden. Schloß Romrod, 3. September. Nach Schluß der heutigen Gefechtsübung der 49. gegen die 50. Infanterie-Brigade in ber Gegenb von Angerob würben bie Truppenabtheiluugen nach beit Lagerplätzen birigirt für baö heutige Biwak ber Großh. (25.) Division. Se. Exc. Generallieutenant v. Bülow mit dem Divisionsstab, sowie Generalmajor Labemann mit bem Stab ber 50. Jnfanterie-Brigabe sinb in Romrob in bem Mittelpunkt bes Biwaks im Quartier. Das 1. Infanterie- Regiment (Leibgarde-Regiment) Nr. 115 hat SBnvaf A cheval ber Straße Nomrob-Alsfelb, und zwar vor bem nörblichen Ausgang aus bem Walb bes Rornrober BergeS bezogen unb bie Borpostenlinie nach Alsfeld vorgeschoben in die Gegend, wo die Straße von Liederbach auf die Alsfelder Straße mündet. Das 1. Dragoner-Regiment (Garde - Dragoner - Regiment) Nr. 23 hat zur Deckung nach Osten Biwak bei Liederbach bezogen. Nördlich von Romrod längs des SüdrandeS deS Romroder Berg-Waldes ziehen sich die Biwaks der drei Bataillons des 2. Infanterie-Regiments Nr. 116, ein Bataillon östlich, zwei vertheilt westlich der Straße von Alöseld. DaS 3. Infanterie-Regiment Nr. 117 hat östlich von Romrod an der Straße von Strebendors vor dem Wald Biwak bezogen. Das Groö der Division biwakirt nordwestlich von Niederbreidenbach auf dem Rücken westlich ber Straße von Romrob nach biesem Ort. Schloß Romrod, 4. September. Seine Königliche Hoh- heit ber Großherzog begaben sich heute früh mit allen Herrschaften unb dem Gefolge, die Damen unb Herren zu Wagen, nach Alsselb, wohin bie Pferbe vorausgeschickt worben waren. Dort stiegen die Herrschaften um 9 Uhr zu Pferde unb begaben sich zum Divisionsmanöver uorböstlich von Als- felb nach Reibertenrob hin. — Gestern Abenb sinb Seine Königliche Hoheit ber Großherzog erst gegen 9^2 Uhr von Hersselb hierher zurückgekehrt. Das hiesige Biwak würbe von Sr. Großh. Hoheit dem Prinzen Heinrich, sowie J.J. K. Gr. H.H. den Prinzessinnen Christian zu Schleswig- Holstein und Alix besucht. Vcrmifdjfw. * Marburg, 4. September. Bei unserem gegenwärtig im Manöverterrain bei Werkel befindlichen 11. Jügerbataillon hat sich ein bedauerlicher Unglückssall zugetragen. Durch unvorsichtiges Hautiren ging beim Putzen ein mit einer Platzpatrone geladenes Gewehr los und tras den Jäger Krug ber 3. Comp., einen im zweiten Jahre bienenben jungen Mann aus Erfurt, so unglücklich in'ö Gesicht, baß baö linke Auge vollstänbig herauögeschvffen unb daö rechte schwer verletzt würbe. Derselbe würbe gestern Abenb hierher gebracht und hofft man mit Anwenbung aller ärztlichen Kunst beut Schwerverletzten wenigstens das rechte Auge erhalten zu können. *tt Kassel, 4. September. Die festlichen Vorbereitungen zu einer bem Besuche ber Kaiserlichen Majestäten würbigen Ausschmückung ber Stabt sinb im vollen Gange. Kassel wird einen so reichen, glänzenben unb prachtvollen Schmuck erhalten wie niemals zuvor. Zunächst wirb der Centralpersonenbahnhos und daran anschließend der BahnhosS- platz von der Eisenbahnbehörde mit einem festlichen Gewände versehen, dann kommt am Eingang der Museumsstraße, vor dem Hause der Reichöbank und dem Bahnhofsgebäude gegenüber, die große Ehrenpforte der Stadt Kassel, unter welcher der Kaiser von den städtischen Vertretern, an der Spitze ber Oberbürgermeister, empfangen und begrüßt werden wird. Die Ehrenpforte wird die Form eines Zeltes erhalten, welches mit duftigen Blumen und prunkendem Zierrath, von. ffl Ä SLL %»ufes, die $t= l“,'" * $116, 8 W 1890/91 iw , e. ,e R-chi«,, dieselbe, :Wn getoejen ^kchnung ent« "Mister etfäu. - Rech- '^ung werden genehmigt, ein dleser Stiftung *e gestrige ' Mterstatter, edüft. Es soll all boxytommen ©atobe Men, ürlich (ei, W lm unfern Lqm 1 aber an unfett >e Nachrichten zn- en und siir deren rensagen süßenden m Gegentheil ein t im vorliegenden wird. Red.) :rn Abend hatten rigade-Adjtttantm Perthes, Oberst- Major v. Kurna- lann Deter vom , welche hier ein« § Römheld und oerben. )d)lu6 der heutigen interie-Brigade in :uppenabtheilungen itige Biwak der eutenant v. Bülow ir ßabemann mit t fRomrob in dem s 1. Infanterien Biwak äekoval c dem nördlichen bWn unb x in die Gegend, )er Straße mündet, ragoner-Regiment) roaf bei Liederbach Südrandes des Biwaks der drei 116, ein Bataillon von Alsfeld. Das tz von Romrod an ld Biwak bezogen, stlich von Rieder- trage von Romrod t »mgW * abC”gi[U»»* :-Lk > 3.3. Wswig- tian Z» Ht oeaenwa^g Durch Pl°k In »1‘e Lg der en W,8 «Uiann nd-n I""Ae U ckt- l^cht Mst i6nnen. “I,eI,Z betett«"9' 4ea^i eftä“” i>en ä’!’ ®aH9e- i« ien «y > 8#nS«<*E ,fnenVöe 'K>- »5« vVe' n der effectvoller electrischer Beleuchtung gehoben, geschmückt sein wird. Der Löwenbrunnen auf dem Friedrich-Wilhelmsplatz, am Ausgang der Museumsstraße, wird ebenfalls reich deco- rirt. An der gegenüber befindlichen Gewerbehalle wird ein electrischer Scheinwerfer angebracht, welcher den Platz und die Kölnische Straße, durch welche der Kaiser seine Fahrt nimmt, tageshell erleuchten wird. In den einzelnen Hauptstraßen und auf den verschiedenen Plätzen, wie Opernplatz, Friedrichs- Platz, Wilhelmshöher Platz rc., werden große Pyramiden aufgestellt, die besondere Brennpunkte des öffentlichen Schmuckes sein werden. An den vier Seiten dieser Pyramiden werden die deutschen Wappen angebracht, von Blumen- und Blätterschmuck wirkungsvoll eingerahmt; zu Füßen der Wappen läuft eine durchbrochene Gallerie, die zur Aufnahme des Decorations-Schmuckes, Blumenkörben, Lichtspendern rc. bestimmt ist- den thurmartigen Oberbau ziert wallender Fahnenschmuck. Der Friedrichsplatz, Bahnhofsplatz, Meß- Platz rc. werden mit hohen venetianischen Festmasten umsäumt und mit Fahnen, Wappen, Guirlanden geziert. Am Wilhelmshöher Thor, welches der Kaiser von und nach Wilhelmshöhe wiederholt passiren muß, wird ein großer Triumphb 0 g en errichtet, der mit der Kaiserkrone, Wappenschildern der hessischen Städte rc. geschmückt sein wird. Das Rathhaus, Meßhaus, sowie alle öffentlichen Gebäude werden in einer Fülle Decorationen-Schmuckes strahlen und jedes Bürgers Haus in hehrem Festgewande prangen? * Braunfels, 2. September. Heute wurde die aus der Initiative Sr. Durchlaucht des Prinzen Albrecht zu Solms- Braunfels in's Leben gerufene Kneipp'sche Kuranstalt eröffnet. * Warum Bleistifte deutschen Fabrikats statt inländischer in englischen Verwaltungsstellen zur Benutzung gelangen, diese Frage wurde nach einer Mittheilung des Leipziger „Export-Journals" neulich im englischen Unterhause dahin beantwortet, daß diese Artikel, nicht weil sie deutsches Er- zeugniß seien, sondern weil sie dem Zweck besser entsprechen, benutzt würden. Schiffsnachrichten. Bremen, 3. September. [Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Havel, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. August von Bremen und am 26. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newpcnck angekommen. Auszug aus den StandesamtsregifteriO der Stadt G eheu. Ausgedste. August: 29. Carl Lenz, Metzger zu RoSbach, mit Christine Wilhelmine Anschütz zu Gießen. 31. Adolf Oscar Schlegel, Schauspieler zu Stegburg, mit Constanze Wilhelmine Weber daselbst. 31. Adolf Philipp Jacob Ludwig Thomas Caspars, Braumeister zu Rotterdam, mit Johanna Mathilde Brück von hier. September: 2. Dr. Ludwig Eduard Rudolf Jung, Rechtsanwalt dahier, mit Franziska Krampf zu Bad Ktssingen. 3. Wilhelm Rudolph Schlich, Apotheker zu Dörzbach, mit Elisabeth Emilie Wilhelmine Auguste Georgine Petri von hier. 4. Heinrich Friedrich August Christian Müller, Kaufmann zu Kinzenbach, mit Clara Eberhard von hier. 4. Jacob Heinrich Kriegk, Großh. Steueraflessor bierselbst, mit Wilhelmine Schellenberg von hier. 4. Ferdinand Heinrich Martin Paul, Schlaffer dahier, mit Marie Kassel von Londorf. Eheschließungen* September: 2. Heinrich Sauer, Schreiner dahier, mit Margarethe Keller von Wieseck. 4. Johannes Becker, Fuhrmann dahier, mit Henriette Müller aus Grüntngen. Geborene. August: 25. Dem Fuhrmann Johann Heinrich Will II. ein Sohn, Heinrich Philipp. 26. Dem Schuhmacher Kaspar Fehl eine Tochter. 27. Dem Kreisbauaufseher-Aspiranten Heinrich Philipp Nicolaus eine Tochter. 29. Dem Taglöhner Peter Kern ein Sohn, Robert Friedrich. 30. Dem Fuhrmann Georg Ltch eine Tochter, Johannette Eltsabethe. 30. Von der Wittwe des am 11. Januar 1891 verstorbenen practtschen Arztes Dr. Fritz Möller eine Tochter, Elisabeth Johanna Auguste. 31. Dem Schreiner Ernst Falkenh iner ein Sohn. September: 2. Dem Hauptmann und Compagnie-Chef Eugen Seitz ein Sohn, Eduard Philipp Eugen. Gestorbene. August: 29. Wilhelmine Georgine Mathilde Marx, 7 Monate alt, Tochter von Locomotivheizer Christian Marx dahier. 30. Anna Krömmelbein, 2 Monate alt, Tochter von Küfer Ludwig Krömmelbein dahier. 31. Otto Heinrich Georg Bierau, 7 Monate alt, Sohn von Locomotivheizer Louis Bierau dahier. 31. Ludwig Friedrich Henkelmann, 12 Jahre alt, Sohn von Schmied Jacob Henkelmann zu Heuchelheim. Auszug aus den Uircheubüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getränte. Am 29. August. Georg Christian Valentin, genannt WUhelm verkehr, Land« unb volkswirthschaft. Gießen, 5. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,10—1,15, Hühnereier 1 St. —, 2 St. 11—14 4, Enteneier 1 St.--H, 2 St. — K, Käse pr. St. 7—10 4, KLsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 25 Linsen pr. Liter 29 H, Tauben pr. Paar X 0,60—0,80, Hühner pr. Stück X 0,80—1.20, Hahnen pr. St. X 0,50- 0,80, Enten pr. Stück X 1,70-2,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-76 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 ^1, Schweinefleisch 60—70 H, Hammelfleisch 50—74 Kalbfleisch 56—60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6,00—8,00, Weißkraut pr. St.--H, Zwiebeln per Centner X 5,00—6,00, Milch per Liter 12-18 4. Mainz, 2. September. Die Zufuhr an Fallobst, besonder- von Aepseln aus dem Nassauischen, ist gegenwärtig eine sehr bedeutende; ganze Reihen von mit Aepfeln beladenen Wagen treffen hier ein, um in benachbarte Conservenfabrtken verladen zu werden, woselbst die Aepfel zum Einkochen verwendet werden. Das Obst rührt noch von dem vor etwa 10 Tagen stattgefundenen Sturm her. Temperatur der Lahn und Lust gemeffm am 5. September, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Waffer 15, Lust 15 Grad Reaumur. L. Chr. Rübsamen Wwe. Etdmann, Bureauvorsteher zu Gießen, und Marte Margarethe Philtppinc Junker, Tochter deS Kutscher- Konrad Junker zu Gießen. Am 2. September. Heinrich Sauer, Schreiner zu Gießen, ein Wittwer, und Margarethe Keller, Tochter de- verstorbenen Müllers und Landwirth- Daniel Keller zu Wieseck. Oetattfte. ~ *« W- August. Dem Landgertchtsrath Wilhelm Müller eine Tochter, Gertrud Hildegard, geb. am 27. Juli. 11 Jult"^^' außerehelicher Sohn, Carl Franz, geb. am Denselben. Dem Fabrikarbeiter Eduard Lind ein Sohn, Wilhelm, geb. am 28. Juli. Denselben. Dem Metzger Franz Schmidt eine Tochter, Luise Johannette Marie, geb. am 8. August. Denselben. Dem Bahnarbeiter Jakob Müller eine Tochter, Lina Christine Elisabethe, geb. am 27. Juli. Denselben. Dem Briefträger Philipp Heinrich Spuck ein Sohn, Eduard Heinrich Carl, geb. am 22. Juli. Am 3. September. Dem Kaufmann Friedrich Egly ein Sohn, Wilhelm Johann Philipp, geb. am 8. Juli. Beerdigte. Am 1. L-eptember. Ferdinand Schmidt, Strumpfweber, alt 40 Jahre, starb am 30. August. Am 2. September. Wilhelm Löber, Dreher, lediger Sohn de- Maschtnenputzers Daniel Löber, alt 21 Jahre, starb am 31. August. Wagen, Geschirren re. Die Grummetgras- Versteigerung von Pferden, vom 3. und 4. September ^on den! Wagen, Geschirren re. Domanialwiesen ist genehmigt und können die Absuhrscheine bei Großh. Rentamt Gießen vom 12. d. M. an abgeholt werden. Gießen, den 4. September 1891. Großh. Oberförsterei Gießen. Block. 7957 Aeilgeöotenes. Donnerstag den 10. September, Bormittags 10 Uhr, werden wegen Geschäftsaufgabe nachverzeichnete 8 Pferde (ca. 6—8 Jahre) zu allen Diensten brauchbar, 5 Etnspänner- und 1 Zweispänner-Landauer, 1 Coup4, 1 Mylord, 1 neues Mylord mit abnehmbarem Bocke, 1 Break, 1 Schlitten, 1 Leiterwagen, sowie eine Parthie Pferdegeschirre, wollene und lederne Decke« rc. Baustraße 1 in Frankfurt am Main gegen Baare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert. Die Wagen sind alle in gut erhaltenem Zustande und sind von 8—10 Uhr vor der Versteigerung daselbst anzusehen. [783u Städtisches Versteigerungsbureau. 7200] Gut erhalt, schwarzer Rock und Weste preiswürdig zu verkaufen. Näheres_______________Lindenplatz 7. Neue Linsen eingetroffen bei [7972 Drebes & Wallenfels. 7952] Circa acht Wagen Kuhmist zu verkaufen. __Hammstraße Nr. 7. Ein junger deutscher Doggenhund, dunkel, braun, schwarz und gelb gestreift, prachtvolles Ausstellungsthier, verkauft 7943] W. Burk in Butzbach. 7949] Kleegras von 78 Klafter an der Heuchelheimer Straße billig abzugeben. Näheres_____»Stadt Marburg*. Kinder. Mützen große Auswahl und zu jedem Anzug passend bei [7929 A. Kretzschmar, Kürschner, __________22 Marktplatz 22._________ 7932] Ca. 200 M-sten Holzkohlen abzugeben. LudwigSplatz 3. vermischte Anzeigen. Ein Commis mit schöner Handschrift für das Comptoir eines hiesigen Manufacturwaaren - Geschäftes gesucht. Offerten unter A. IO postlagernd erbeten.______________ Geübte Handnäherinnen per sofort gesucht. Näheres 7951 Seltersweg 35. 7934] Eingezäunter kleinerer Lager- platz in der südlichen Außenstadt sofort zu pachten gesucht. Von wem? zu erfragen in der Exped. dieses Blatte-.___________________________ 7930] Ein jüngeres Mädchen für leichtere Hausarbeit gesucht. ____________Bahnhofstraße 31. ""Ein Hausbursche sofort gesucht. 7971 Alte Klinik. Gesucht 7975 ein fein möbltrtes Zimmer, möalichst in der zweiten Etage. Offerten an die Exped. d. Bl. unter R. 92. Zur gefl. Beachtung* I Ich bringe hiermit, besonders den Arbeiter-Kreisen, zur gefl. Kenntnißnahme, daß ich den Allein-Berkaus für Gietzen und Umgegend in fertigen Arbeiter-Anzügen aus der berühmten Fabrik von Gustav Lamparter, Reutlingen übernommen habe. Die Fabrikate sind allerorts bestens eingeführt und liegen zahlreiche Auerkennungsschreiben vor. 7739 Robert Hecker Brandgaffe 4. Oeffentliche Schreinerversammlung Sonntag den 6. September, Bormittags 10% Uhr, im Saale des Cafti Leib. Tagesordnung: Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation. Referent: Herr F. A. Vetters aus Frankfurt a. M. Wir laden zu dieser Versammlung alle Schreiner von Gießen und Umgegend freundlichst ein; auch Gäste sind willkommen. NB. Zur Deckung der Tageskosten wird ein freiwilliges Entree erhoben.__________[7906]__________Die Berbands-Zahlstelle. Verkauf einer Halle! Meine fast noch neue Ausstellungs- und Arbeitshalle ist wegen Ausführung eines Neubaues billigst zu verkaufen; dieselbe eignet sich sehr zum Wirthschaftsbetrieb. Reflectanten wollen sich baldgefälligst an mich wenden. [7917 E Kalbfleisch, Steinmetzgeschäft, Licherstraße 1. bequemsten. [7844 „Albert". Otto Herz S Co s Schuhe und Stiefel sind nicht nur die besten, sondern auch die Alleinverkauf für Gießen und Umgegend: L. Süss Nachflgr., Marktstr. 9. Schlofferarbeiten. Angebote auf Fertigung der folgenden Arbeiten: Loos I: 21000 Kgr. Zellenfenstervergitterungen und 1500 Kgr. Maueranker rc. Loos II: 345 Stück Zellenthürbeschläge werden bis Dienstag den 15. September, Vormittags 10 Uhr, entgegengenommen. Bis dahin können Voranschlag, Bedingungen und Zeichnungen bei uns eingesehen oder Copien hiervon gegen Einsendung von einer Mark in Reichspostmarken bezogen werden. — Zuschlagsfrist drei Wochen. Butzbach (Hessen), den 31. August 1891. Grotzh. Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach. Daudt.______________________ 7963 Schuhwaareii. Während des Umbaues meines Ladens verkaufe ich verschiedene große Posten W Schuhe und Stiefel 'MdL zu Einkaufspreisen. Ferner bringe ich mein Lager in nur soliden Schuhen und Stieseln von den gewöhnlichsten bis zu den hochfeinsten in empfehlende Erinnerung. Durch direkten Einkauf aus den größten und besten Fabriken bin ich in der Lage, wirklich reelle, gute Waare billiger als jede Concurrenz zu verkaufen. Bitte ein geehrtes Publikum, stch hiervon gefl. zu überzeugen. Hochachtungsvoll 7433 Julius Buch Ecke der Mäusburg und Wettergasse. Streng feste Preise. — Streng feste Preise. 7806] Gesucht werden Mädchen für Küche und Hausarbeit, sowie eintüch- tigesHausmüdche« für eine alleinstehende Dame auf sofortigen Eintritt durch __Frau Müller, Löwengafse. 7830] Eil! angehender Kellner oder Kellnerlehrling kann sofort eintreten Wo? sagt die Exped. dr Bl._________ Ein tüchtiger zuverlässiger Schlaffer- geselle gesucht. [7881 _________H. Hansel, Lowengasse 30. Ein braves Bürschchen, möglichst von hier, per sofort gegen hohen Lohn gesucht. Es ist demselben Gelegenheit geboten, nebenbei ein Handwerk zu erlernen. Näheres 7894______Seltersweg 35. 7924] Pensionärin findet Aufnahme in einer ruhigen Familie in der Nähe der Aliceschule. Wallthorstraße 20. Gesucht, 7885] Für uns er Herrenkleider-Gefchäft, verbunden mit Anfertigung nach Maß, wird ein lunger Mann (Christ) gesucht, der mit Landkundschaft umzugehen weiß. C. K. Schwarz Söhne, ___Herrenkleider - Fabrik, Gießen. Zwei Oachdeckergesellen gesucht. 7785 Chr. Schwalb. 7897] Oeeonomiearbeiter gesucht. Chr. Haubach, Westanlage. Tüchtige Anstreicher und Laekirer sucht 7925_____G. Nauheimer. 7915] Ein tüchtiger Gehlllse gesucht. Wilh. Diehl, Schreiner, Neuenweg 2. Den Empfang der neuesten Regen-Mäntel, Magnets und Räder in größter Ansrvahl zeigen ergebenft an Meyerhoff & Goslar 7962 Iltts Statt besonderer Anzeige Verwandten und Freunden die traurige Mittheilung, dass unser lieber Vater Landgerichtsrath. 7936 Darmstadt, den 4. September 1891. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 4 Uhr auf hiesigem Friedhöfe statt. [7933 Das Comrnando: Höhl. 7964 Die Beerdigung findet Montag Nach mittag 4 Uhr statt. Todes Anzeige KriM-Umm Gieße« Neuenweg 48 miethen. Giessener H. Grösser. Heute Sonntag: Sonntag den 6. und Montag den 7. September : mittags an der Lahnbrücke. Der Vorstand. 7969 [7927 auf sofort gesucht. 7942] Zwei parterre gelegene möWrte Zimmer zu vermiethen Wetzsteingasse 41. Steins Garten. 7879 Dr. Schliephakc wieder da 7947 K Kahlert, I. Hofmann 7974] Eine gesunde Amme sucht sofort Stellung. wozu ergebenst einladet 7940 heute Vormittag, im 84. Lebensjahre, sanft verschieden ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 7781] Ein im Bauwesen vielseitig erfahrener Fachmann sucht fflt seine freie Zeit, vier bis fünf Stunden täglich, Nebenbeschäftigung. Gest Anträge unter »Aachman«^ an die Exped. d. Bl. erbeten. im Alter von 8 Jahren, welches tiefbetrübt anzeigen H. Wellhausen und Frau. Gießen, den 4. September 1891. Die Beerdigung findet heute Samstag dem 5. September, Nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Sandgasse 54, aus statt. 7965 Herr Carl Herzberger Hofgerichts-Registrator i. P. Wiener Hof Hasenpfeffer u. Feldhühner. [7954 Hausburfche Sonntag den 6. September und Montag den 7. September Kirchweihfest zu Grossen-Buseck, AHeute Abend 6 Uhr starb nach kurzem aber schwerem Kranksein unser lieber Sohn MMN zu Mui wozu ergebenst einladen die Wirthe: Die erschütternde Kunde von dem plötzlichen Ende des jugendlichen Feuerwehrmanns Wilhelm Löher hat in den weitesten Kreisen der Anwohnerschaft lebhaften Widerhall gefunden. Nicht jum Wenigsten find wir, die wir dem Vemnglückten seit einer Reihe von Jahren nahe gestanden haben, davon erschüttert. Es drängt uns daher, den Gefühlen, welche der jähe Verlust unseres Kameraden Wilhelm Löber in uns erregt, in einigen Worten Ausdruck zu geben. Seit 20. April 1888 gehörte der Dahingeschiedene der Gießener Freiwilligen Feuerwehr an. In den drei Jahren, die wir ihn zu unseren Mitgliedern zählen dursten, hat er es verstanden, sich wie kein Anderer die Liebe und Achtung Aller zu erwerben. Kameradschaftlichkeit und Pflichttreue — das waren die Tugenden, welche den so früh Verstorbenen in hervorragendem Maße auszeichneten. Durch sein freundliches und zuvorkommendes Wesen gewann er sich die Herzen; sein offener, gerader Sinn erweckte überall Vertrauen. Dem Berufe, den er freiwillig auf sich genommen hatte, widmete er sich mit seltener Hingabe und Treue. Galt es durch Hebung die schweren Obliegenheiten des Feuerwehrmanns zu erlernen, oder galt es im gefährlichen Kampfe mit dem Elemente das Löben und Eigenthum seiner Mitbürger zu retten: Wilhelm Löber war stets einer der Ersten, Eifrigsten und Unermüdlichsten. Muthig setzte er Kraft und Leben ein für die Erfüllung seines Berufes. Und sein Pflichteifer sollte ihm auf plötzliche Weise den Tod bringen. Wahrlich! Kein Wunder, daß wir Alle tief erschüttert und bewegt sind, nun nach Gottes unerforschlichem Rathschluß dem Leben des treuen Kameraden und pflichteifrigen Genossen ein unvermuthet rasches Ende gesetzt wurde. Sein Andenken wird unauslöschlich bei uns fortleben. Hat er sich doch durch seine hervorragenden Tugenden in unser Aller Herzen ein bleibendes Denkmal gesetzt. Friede seiner Asche! Im Namrn der Gießener Freiwilligen Fenerwehr: f- ." ß nir, a-v J Nachruf Anstreicher - Geholfen gegen hohen Lohn gesucht. [7913 C. Stephany, Wetzlar. 7918] Ein in Küche und Haushalt er- fahrenes Mädchen wird sogleich aus- hülfsweise gesucht. Ludwigstraße 1, I. 7956] Junger Bursche von 16 bis 20 Jahren als Han-bnrfche nach auswärts gesucht. Näheres Walltborstraße 53. 7939] Möblirtes Zimmer mit ob. ohne Kost zu vermiethen. Lindenplatz 7. 7976] Schön möbl. Zimmer mit Cabinet alsbald zu vermietben- Alicestraße 22,1.. 7961] Lade« mit Logis zu vermietben. __________________Teufelslustgärtchen 3. 7973] Mei« Lager, tn der Wagengaffe am Postkeller gelegen, per.1. October» cd. später, zu vermiethen- I. Pfeffer. 7946] Neuenweg 17: Wohnung, drei Zimmer, Küche mit Wasserleitung u.s.w^ per 1. October zu vermiethen. Näheres Erlengasse 7. 7955] Ein kleines neuhergerichtetes Logis zu vermiethen. _ E. Best, Dammstraße 16. 7967] Kl. Parterre-Logis gleich zu ver- Generalversammlung* Montag den 7. September, Abend 8 Uhr, im VereinslokaL 7937 Tagesordnung: Beschlußfassung über Statutenabänderungsanträge. AerruietSungeu. 7953] Kleines Logis zu vermiethen. _______Tiefenweg 6. 7959] Ein Logis cm ruhige Leute zu vermiethen.________ Lindengasse 7960] Ein kleines Logis zu vermiethen- _____Hammstraße 8 7944] Ein kleines Logis zu vermietben. ___________________Hammftraße 3 7938] Ein großes und ein kleines Logis zu vermiethen bet __Frau Gerlipp, Kirchenplatz 3. ‘ 7950] Ein kl. FamilienlogiS und ein Stübchen mit Bett zu vermiethen- ________________________Maigasse 11. 7941] Ein Logis im Hinterbaus zu vermiethen. Wetzsteingaffe 41. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, dass unser innigst geliebter Gatte, Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder und Onkel Johannes Deibel V. heute Morgen ^6 Uhr nach kurzem aber schwerem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Wies eck, den 5. September 189 1. Männergesang-Verein■ । berger, Seltersmeg 52. Schiffenbergertyal. Heute Sonntag Tanzmusik. Z Oswalds Garten. N. Kuglers Welt - Ausstellung ist heute Sonntag unwiderruflich zum letzten Male geöffnet.[7945 7966] Ein Familienlogis im Hinterhaus zu vermiethen.Schloßgasse 9. Wegzugshalber schöne Familien - Wohnung im ersten Stock, 5 Zimmer mit Wasserleitung und Zubehör, per 1. October zu vermiethen. Moritz Semmier, 7722] Waltthorstraße 15. Ederstratze *1» Hinterhaus ist der mittlere Stock, bestehend aus drei Zimmern und sonstigem Zubehör, per 1. October zu vermiethen. [7970 Jakov Helfetzhein, Marburgs ttr. 83. 7968] Stube, Kammer, Küche u ver- mietben._____________ Bletchstraße 12. Südsmlage 11 ist das von Herrn Director Meirich bewohnt gewesene Logis zu vermiethen. Näheres im Hause bei Herrn Stadtrath Wolff oder bei Rechtsanwalt Katz, Bahnhofstraße 27.__________________7526 7928] Kl- Logis, sofort beziehbar, zu. vermiethen. __________Riegelpfad 3 7931] Kleine Wohnung zu vermiethen. __________________Krofdorlerstraße 17. 7935] Zwei möbltrte Zimmer zu oer- mietben._______________Ludwigsplatz 3. 7528] Gut möblirteS Zimmer alsbald zu vermiethen. Dammstraße 31, II. Redaktionr A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scken Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Dir heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.