1891 Donnerstag den 6. August Mr. 180 Aints- unb Anzrigeblatt füv den Uveis Gieszen. Grattsöeilage: Gießener ImMtienökätLer. | LieUeberzeugung gewonnen’ daß die deutsche Regierung ihre 62,251,622 Mk., sonach wird der den Commnnalverbänden Feuilleton (Nachdruck verboten.) Berlin, 30. Juli. Berliner Brief. Von Otto Felstng. theilnehmen. Berlin, 4. August. Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Finanzminister gibt bekannt: Der aus dem Ertrage der Getreide- und Viehzölle für das Etatsjahr 1890/91 aus Preußen entfallende Antheil beläuft sich auf Neueste Attchrichteir. WotfiS telegraphisches Torrespondenz-Burkau. Berlin, 4. August. Das Kreuzergeschwader unter Contreadmiral Valois ist am 2. August in Jquique eingetroffen und beabsichtigt, am 3. d. Mts. nach Coquimbo in See zu gehen. Berlin, 4. August. Die Chicagoer Ausstellungs- Commission wurde heute Mittag 12^2 Uhr von dem Slaatssecretär Bötticher in Gegenwart des amerikanischen Gesandten Phelps und des Unterstaatssecretärs Rottenburg empfangen. Der Minister begrüßte die Commission, er sprach seine Freude über das Herkommen derselben und die Zuversicht aus, daß die Vertretung Deutschlands aus der Ausstellung eine würdige sein und dadurch die stets sreundschast- lichen Beziehungen Deutschlands zu den Vereinigten Staaten weiterhin gefestigt werden. Das Commissionsmitglied Butterworth dankte und versicherte, die Zusage Deutschlands habe in Amerika große Befriedigung hervorgerufen. Er sei überzeugt, daß die Ausstellung dazu beitragen werde, das Band zwischen allen Nationen fester zu knüpfen. Alsdann wurde die Commission vom Reichskanzler empfangen. Heute Nachmittag finden Besprechungen der Commission mit dem Reichs- commissar Wermuth statt über die Form, in welcher die Verhandlungen sich bewegen sollen. Abends findet Diner bei Phelps statt, an welchem Bötticher, Rottenburg und Wermuth vierteljähriger 2 Mqrk 20 Pfg. öÄ vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaktion, Expeditio» und Druckerei: Zchutßratze Ar.H, Fernsprecher 51. zu überweisende Betrag aus 47,251,622 Mk. sestgesetzt, davon entfallen auf Hessen-Nassau 2,758,889 Mk. Berlin, 4. August. Der Minister des Innern, Herr- furth, empfing gestern eine Abordnung von Vertretern der Vororte Berlins, welche über die Anwendung der Landgemeindeordnung auf die Vororte und die Einbeziehung derselben nach Berlin anzufragen kam. Der Minister erklärte, die Einverleibung der unmittelbar mit Berlin verwachsenen Gemeinden sei unabwendbar, aber die Zustimmung der städtischen Organe hierzu sei fraglich, weßhalb eine hierauf bezügliche nothwendige Gesetzvorlage verzögert würde. Die Frage würde nur für die ganzen Ortschaften geregelt, die Einbeziehung einzelner Theile wäre nicht beabsichtigt. Der Berliner Magistrat wünsche auch vor der Einbeziehung der ganzen Vororte, wobei es sich um 200,000 Seelen handele, es würde eine gewisse Decentralisation der Verwaltung ein- gesührt, wozu die Vorarbeiten übrigens schon im Gange seien. Berlin sei geneigt, den Grünewald in communales Gebiet einzuverleiben, doch würde hierin schwerlich der Fiskus willigen. Berlin, 4. August. Mit Bezug aus die Chicagoer Weltausstellung wird verläßlich mitgetheilt, daß während der Dauer der Ausstellung die Arbeitergesetze, welche den Eintritt ausländischer Arbeiter ohne Contract nach den Unionsstaaten verbieten, in Bezug auf Aussteller und deren Angestellte würden suspendirt werden. Rathenow, 4. August. Das Proviantmagazin ist vollständig nied er geb rannt. Bei der sehr schnellen Ausdehnung des Feuers mußten sich die Feuerwehren nur aus die Rettung des Verwaltungsgebäudes und der umliegenden Fabriken beschränken. Gegen 30,000 Centner Hafer, fast sämmtliche Vorräthe an Heu, Stroh und Conserven sind verbrannt. Der Schaden wird auf mindestens iy2 Million geschätzt. Basel, 4. August. Am Sonntag Abend stieß bei der auf dem Neuenburger See arrangirten venetianischen Nacht ein kleiner Privatdampser, aus welchem els Personen sich befanden, mit einem größeren Dampfboote zusammen und wurde zertrümmert. Drei Damen des Privatdampfers ertranken. Paris, 4. August. Der „Soir" warnt vor der voreiligen Annahme, daß ein Allianzvertrag zwischen Rußland und Frankreich geschlossen sei. Beide Regierungen ständen auf demselben Fleck, wie vor der Flottenparade. Die einzige sichtbare Folge der letzteren sei ein Ausbruch des Chauvinismus, welcher Schlimmes befürchten lasse. Durch die gegenwärtige Haltung der Franzosen lause das Land Gefahr, sich bloßzustellen, und die Vortheile zu verlieren, welche es sich durch seine Achtung gebietende Ruhe und Besonnenheit erobert habe, und seine Machtstellung nach Außen, seine Freiheit im Innern zu erschüttern. h-if—11 — , —--- annabm» ton Anzeige» zu der Nachmittag- für den folgenden Lag erscheinenden Nummer dir Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de- In» und AuStl^rdeS nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Eonferenz einstimmig ausgesprochen haben. — Aus dem Gebiete des deutschen Eisenbahnwesens scheint sich eine außerordentlich wichtige Resorm vorzubereiten. Wie aus Berlin gemeldet wird, will der preußische Eisenbahnminister Thielen versuchsweise den Zonentarif für den Eisenbahnverkehr Berlins mit den nächsten Vororten einführen und zwar vom 1. October d. I. ab. Sollte sich diese Neueinrichtung, mit welcher hauptsächlich billigere Fahrpreise bezweckt werden und wobei natürlich auf steigenden Personenverkehr gerechnet wird, bewähren, so dürfte der Zonentarif wohl bald auf allen deutschen Bahnen eingeführt werden. — Die in Berlin eingetroffene europäische Commission für die Chicagoer Weltausstellung hat bereits mit ihren Arbeiten begonnen, die darauf abzielen, das Interesse Deutschlands an dieser Ausstellung rege zu gestalten: Die Eommission ist nach Berlin gekommen, nachdem sie in London und Paris bereits in gleichem Sinne und, wie sie überzeugt ist, mit Erfolg gewirkt hat. Die Herren haben schon jetzt Deutsches Reich. Berlin, 4. August. Amtlich wird gemeldet, daß das Befinden des Kaisers ein ganz befriedigendes ist, auch die Knieverletzung ist soweit geheilt, daß der Kaiser nur noch zur Schonung des Knies einen Verband trägt. Die Kaiserliche Yacht Hohenzollern befindet sich gegenwärtig mit dem Kaiser an Bord auf der Fahrt nach Bergen. Nähere Mittheilungen über die Ankunst und den Aufenthalt des Kaisers in Bergen sind bis jetzt aber noch nicht eingetroffen, voraussichtlich erreicht aber die eigentliche Nordlandsfahrt des Kaisers mit dieser Woche ihr Ende. — Im Reichsamt des Innern wird gegenwärtig ein Bericht an den Kaiser über den Verlaus der in Berlin jüngst abgehaltenen Handwerkerconferenz ausgearbeitet. Derselbe soll sich angeblich gegen die Einführung des Befähigungsnachweises erklären, für welchen sich die Mitglieder der Gießener Anzeiger General-WnzAger. Berliner Künstlerschaft einherging, trug sehr viel zu der Eingangs von mir erwähnten Zufriedenheit der Beschicker mit den Ergebnissen der Ausstellung bei- es haben eben ungefähr doppelt so viele Künstler Auszeichnungen erhalten, als das früher möglich war. Daß diese Vereinsauszeichnungen zumeist den „Neuen" zufielen, wie ich oben anführte, wird es ja verhindern, daß die Zufriedenheit allgemeiner wird- denn jeder Nichtprämiirte wird sagen: Ja natürlich, wer nicht zur Clique der Neuen gehört, der kriegt eben nichts! Das aber kann die Zustimmung nicht vermindern, die der Entschluß des diese Jubiläums-Ausstellung ins Leben rufenden Vereins erheischt, auch seinerseits, ohne eine mit Umwerfungs- und Einschiebungsrecht versehene Control-Jnstanz, Auszeichnungen zu ertheilen an Diejenigen, welche die Vereinsvertretung wegen ihrer auf die Vereinsausstellung gesandten Arbeiten für würdig hält, neben den mit „amtlichen" Prämiirungen Bedachten prämiirt zu werden." Man mag, wenn man will, diese zweite Kategorie von Prämiirungen für eine private anfehen, das mindert ihren Werth nicht im Mindesten; denn sie sind von derselben Körperschaft ertheilt worden, welche die mit Medaillen prämiirten auswählte und dem Kaiser zur Bestätigung der Wabl vorschlug. Es ist durchaus recht, daß die Künstlerschaft auch selbstständig auszeichnete- und weil es recht ist, ließ es auch der Kaiser geschehen — denn andernsalls hätte er, dem ja der Entschluß einer selbstständigen Prämiirung bekannt gegeben war, weder seine Genehmigung zur Uebernahme des Pro- tectorats durch die Kaiserin Friedrich ertheilt, noch auch persönlich die Ausstellung unter so großer, hierbei geradezu, einzig dastehender osficieller Prunkentfaltung eröffnet. Muß somit die Vereinsprämiirung an sich allgemein gebilligt werden, so wird sich über die Auswahl der Prämiirten streiten laffen anders steht es hierin mit den Ankäufen durch den Staat und die Lotterie, welche in auffälligster Weise die „Neuen" bevorzugen- allerdings nicht ihre krassesten Vertreter, sondern die Gemäßigten unter ihnen. Dagegen sind bei den Prämiirungen die „Neuen" auch in ihren Allerentschiedensten stärker als die „Alten" bedacht worden, ganz besonders bei der Prämiirung, die von der Ausstellungsvertreterschast ausging und nicht, wie die Medaillen-Ertheilung, der Bestätigung durch den Kaiser unterlag- also: während das Publikum, besonders das kaufende, noch in seiner energischen Gegnerschaft gegen die Neuen beharrt (trotzdem bei ihnen im Ganzen und Großen eine entschiedene Mäßigung, ein Nachlassen der anfänglichen Uebertreibung zu bemerken ist), haben sich die Neuen nunmehr auch in Berlin, wie früher schon in Pans und München, unzweifelhaft die officielle Anerkennung ihrer Daseins-Berechtigung errungen- ihre nicht allzu „revolutionären" Anhänger, die amtliche der staatlichen Kunstbehörden und die Uebrigen, so revolutionär in ihrer Schaffensweise sie auch sein mochten, die amtliche Anerkennung der officiellen Künstlervertreterschaft — sie haben mithin in dieser Beziehung so ziemlich ganz erreicht was sie erstrebten! Das läßt sich jetzt nach den Prämiirungen übersehen und muß constatirt werden - es ist eines der allerwichtigsten Kennzeichen der Ausstellung, wenn es auch in seiner Bedeutung allgemein erst später erkannt und gewürdigt werden wird. — Ehe ich mich nun der weiteren Scizzirung der aus dieser Ausstellung zu Tage tretenden besonderen Leistungen zuwende, muß ich noch ein paar Bemerkungen über die bislang noch nicht üblich gewesene Doppclprämiirung machen. Der Umstand, daß nicht wie sonst nur eine Medaillen-Ertheilung (und Er- theilung „ehrenvoller Erwähnungen") stattfand, sondern daneben noch eine Prämiirung von Seiten der Vertretung unserer Der gtefenet Axzeher erscheint täglich, tsit Ausnahme de- MontagS. Die Gießener fctmimxlUUet »erden dem Anzeiger »kchmtlich dreimal drigckegt. Aufgabe erleichern wird, und hofft umsomehr aus eine Be- I theiligung der deutschen Industriellen, als bei der hervor- \ ragenden Rolle, die das Deutschthum in Amerika spielt, gerade auf die deutsche Abtheilung der Ausstellung besonderes Gewicht gelegt werden muß. Am Montag Abend hatte die Commission eine längere Zusammenkunft mit dem Reichs- commissar für Chicago, Geheimen Regierungsrath Wermuth, der in entgegenkommendster Weise seine Unterstützung zusagte. Ein offizieller Empfang der Commission bei dem Staatsminister v. Bötticher, ebenso beim Reichscanzler v. Caprivi hat am Dienstage stattgefunden. — Der deutsche Anthropologen-Congreß ist am Montag m Danzig im Festsaale des Landeshauses unter zahlreicher Betheiligung eröffnet worden. Die Eröffnungsansprache hielt Professor Virchow. Namens der Staatsregierung wurde der Congreß vom Oberpräsidenten Dr. v. Goßler begrüßt, welcher die rühmlichen Bestrebungen der Gesellschaft in anerkennendster Weise hervorhob. In diesem Jahre können sich die Beschicker der Berliner Kunstausstellung nicht über die sonst so oft beklagte „Resultatlosigkeit" beklagen- denn nicht allein, daß diesmal eine ungewöhnlich große Zahl von Werken vom Staate wie auch vom Kaiser persönlich angekauft wurden und noch weiter werden, auch für die Lotterie werden ungewöhnlich viele und ebenso auch von Privatpersonen ganz überraschend viele Arbeiten erworben, was vielleicht zu einem nicht kleinen Theile daher kommt, daß die Ausstellung, als eine internationale, auf eine größere Anzahl von Ausländern als sonst ihre Anziehungskraft ausübt und durch die Fülle des vorhandenen Schönen die Kaufkräftigen unter jenen Ausländern zu Erwerbungen öfter denn früher reizt.....Die intereffante Frage, welche Kategorien von Bildern das nicht nach Kunst- Principien, sondern nach persönlichem Geschmacke kaufende Publikum bevorzugt und welch andere Bilderarten es ^diesem Punkte ganz „links liegen läßt", sie wird sich erst nach Schluß der Ausstellung an der Hand einer vollständigen Verkaufsuste richtig beantworten lassen- das aber drängt sich auch ichon jetzt dem aufmerksamen Beobachter des Ausstellungsganzen auf, daß neben der immer „gehenden" eigentlichen Verkaufs- waare fast ausschließlich, bis auf höchst vereinzelte Ausnahmen sogar, nur Werke an das Publikum verkauft wurden, die sich von der „neuen Richtung", ganz besonders aber von der starken Betonung der neuen Principien, fern halten. Ganz AnrLlicher Theil. Nr. 24 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 31. Juli, enthält . Bekanntmachung, betreffend die Vorschriften über den Befähigungsnachweis und die Prüfung der Maschinisten auf Seedampsschiffen der deutschen Handelsflotte. Vom 26. Juli 1891. (Nr. 1972.) Bekanntmachung, betreffend die Neubefesn- auna von Helgoland. Vom 28. Juli 1891. Gießen, am 5. August 1891. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Jost. Cherbourg, 3. August. Eine Deputation von Unteroffizieren der Kriegsmarine überreichte dem russischen Consul eine heute anläßlich des Namenstages der Kaiserin geprägte Erinnerungsmedaille zur Uebersendung an die Kaiserin. Cherbourg, 4. August. Anläßlich des zu Ehren der russischen und griechischen Unteroffiziere gestern Abend veranstalteten Punschs waren die Stadt und namentlich das Rathhaus festlich geschmückt. Die Straßen waren bengalisch erleuchtet und die Häuser trugen die Aufschrift: „Es lebe Rußland!" Eine Menschenmenge begleitete die Unteroffiziere nach dem Festorte. Bei dem Feste tauschten die Admiräle Alexejew und Lespes, General Chabrignac und der Unterpräfect Toaste von großer Herzlichkeit aus. Ein Cor- poral der Infanterie und ein Sergeant der Marine brachten auf die Gäste Toaste in russischer Sprache aus, wodurch ein außerordentlicher Enthusiasmus hervorgerusen wurde. Mailand, 4. August. Der nationale Arbeiter-Con- greß berieth gestern die Mittel zur Organisirung der italienischen Arbeiter. Nach stürmischer Debatte wurde Turatis Tagesordnung angenommen: „Der Congreß möge beschließen, eine italienische Arbeiterpartei zu bilden, welche an den Kämpfen des öffentlichen Lebens theilnimmt." Die Anarchisten oppo- nirten lebhaft, daß politische Kämpfe darin inbegriffen seien. London, 4. August. Das Oberhaus nahm die Bill, betreffend die Einziehung leichter Goldstücke, in allen Lesungen an. London, 4. August. Die Commission des Londoner Municipalraths, welche mit den Vorbereitungen zu dem festlichen Empfange Kaiser Wilhelms betraut war, wird ihren Bericht am Donnerstag erstatten und zugleich die Prägung einer Medaille zur Erinnerung an den Besuch Kaiser Wilhelms Vorschlägen. Petersburg, 4. August. Das französische Geschwader ist in Bjoerkoe eingetroffen. Bei der Abfahrt von Kronstadt wurde das Geschwader von einer zahlreichen Menschenmenge warm begrüßt. Petersburg, 4. August. Admiral Gervais reiste heute Abend 9 Uhr mit 40 Offizieren und 16 Unteroffizieren nach Moskau. Am Bahnhose hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, welche dem Admiral und seinem Gefolge enthusiastische Kundgebungen bereitete. Petersburg, 4. August. Gestern Abend fand in Peter- Hof eine Ministertafel von 200 Gedecken statt. Das französische Geschwader sollte heute Früh nach Bjoerkoe (Finland) abgehen. Bergen, 4. August. Der „Hohenzollern" ist mit dem Aviso „Jagd" gestern Abend neun Uhr hier eingetroffen, von der Corvette „Stosch" und den Kanonen der Festung Bergen- hus salutirt. Das Wetter ist prachtvoll. Bergen, 4. August. Der Kaiser befindet sich im besten Wohlsein. Die „Hohenzollern" wird morgen in See gehen, zunächst Odde und den Hardangerfjord anlausen. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 4. August. Der Kaiser kehrt von seiner Nordlandfahrt am 8. August nach Kiel zurück und nimmt dort einige Zeit Wohnung. Berlin, 4. August. Der „Voss. Ztg." wird aus Petersburg gemeldet: Die Ergebnisse der Kron st äd ter Festlichkeiten sind in Folgendem zusammenzufassen: Einmüthige Friedenskundgebung. Verwahrung gegen den Dreibund. — Dasselbe Blatt schreibt: Der Handelsminister hat alle preußischen Handelskammern angewiesen, für Betheiligung an der Chicagoer Ausstellung thätig zu sein. Berlin, 4. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." demen- tirt die Nachricht des „Berl. Tagebl." über die versuchsweise Einführung des Zonentarifs, indem sie bestätigt, daß Erleichterungen im Vorortverkehr zwar geplant seien, der Zeitpunkt der Einführung der Neuerung jedoch unbestimmt sei. Berlin, 5. August. Nach den „Berl. pol. Nachr." lehnte die Staatsbahnverwaltung den Vorschlag, einen Versuch mit dem Zonentarif auf bestimmten Staatsbahnstrecken zu machen, rund ab. Die Prüfung, wie bezüglich des Vorortverkehrs eine Tarifvereinsachung herbeizusühren sei, ist noch nicht abgeschlossen. Es wird bestimmt beabsichtigt, einen verein- nicht aber streiten läßt sich m. E. über die sranzöselnde Bezeichnung der Auszeichnungen! Da kann es wohl außerhalb der Künstlerschaft nur eine Ansicht geben! Auch in diesem Punkte hätte sich das Ausstellungs- comite (oder die Prämiirungs'Jury, wie sie nun officiell heißen möge) selbstständig zeigen und nicht französische Gepflogenheiten, die dem größten Theil des deutschen Publikums unbekannt und völlig unverständlich sind, nach ah men sollen! Was soll sich z. B. Der, welcher die Pariser Auszeichnungsart nicht kennt, dabei denken, wenn er an einem Gemälde ein schwarzes Kärtchen erblickt, aus dem in Goldschrift die ihm unverständlichen Worte stehen: „Rappel der zweiten Medaille"?? Ich bezweifle, daß auch die fließend französisch Sprechenden mehr als nur ungefähr herausbringen werden, was das besagen soll, wenn sie es nicht von vornherein wissen . . . . und ist eine dem Publikum unverständliche Auszeichnung nicht ein Unding an sich, dürste es genügen, daß ja die Künstler wissen, was sie zu bedeuten hat? Selbstverständlich wollte die Jury die Prämiirten mit denen der Pariser „Salons" durch die dort übliche Bezeichnung gleichstellen, was ja gewiß Manches für sich hat; aber schließlich leben wir doch in einem Lande mit deutscher Umgangssprache und haben eine Kunst, die zwar mit gutem Fuge von der französischen lernt, aber doch nicht auch alle Nebensächlichkeiten wie z. B. die Terminologie von ihr annehmen sollte — am allerwenigsten dann, wenn diese Terminologie selbst der Mehrzahl aller Gebildeten unklar oder Lanz unverständlich ist! (Schluß folgt.) fachten Vororttarif spätestens am 1. April 1892 einzuführen. — Nach der „Nordd. Allgem. Ztg." beträgt der U eb er- schuß der Einfuhr des deutschen Reiches 1891 : 834 Millionen gegen 8484/10 Millionen im Jahre 1889. — Der „Kreuzztg." wird aus Bern gemeldet: Die Handelsvertragsverhandlungen der Schweiz mit Deutschland und Oesterreich stehen ungünstig. Eine Vertagung ist wahrscheinlich. Köln, 4. August. Die „Köln. Ztg." schreibt: Die Ausschreibungen zu den üblichen Herb st Verdingungen der Eisenbahnen aus Lieferung von Oberbaubedarf-Material, besonders Schienen und Schwellen, sind theilweise bereits erfolgt. Die erste Verding-Verhandlung findet bei der Eisenbahndirection Elberfeld am 12. August statt und umfaßt 700 Tonnen Schienen, 4500 Tonnen Schwellen und 650 Tonnen Laschen. Zwei weitere Verhandlungen sind auf den 15. August ausgeschrieben, eine in Köln (linksrheinisch) über 12 200 Tonnen Stahlschienen, 17 000 Tonnen Schwellen und 1200 Tonnen Laschen, die andere in Erfurt über 16 380 Tonnen Schienen, 2323 Tonnen Schwellen und 720 Tonnen Laschen. Die Zuschlagsfrist ist für den ersten Fall am 2. September, für die beiden letzten Fälle am 5. September. Die ganze bisher ausgeschriebene Menge an Schienen und Schwellen beträgt 59 403 Tonnen. Köln, 4. August. Nach der „Köln. Ztg." hat die gegen Schluß des vorigen Jahresviertels eingetretene größte Geschäfts st ille im Roheisen- und Feinblechgeschäft aus dem Siegener Eisenmarkt noch zugenommen. Gutes Puddelroheisen wird bereits unter 50 Mk. angeboten, ohne Abnehmer zu finden. Das Geschäft nach Amerika schrumpft immer mehr zusammen und beträgt gegenwärtig ein Sechstel des Umfanges der letzten Jahre. Die Feinblechpreise haben ebenfalls eine Abnahme erfahren. Die Vereinigungs-Bestrebungen der Hütten-Walzwerke ruhen vollständig. Wien, 4. August. Es ist Befehl ergangen, den König von Serbien auf allen berührten Stationen officiell festlich zu begrüßen. Locales un6 provinzielles. Gießen, 5. August. — Nach der vergleichenden Zusammenstellung der meteorologischen Beobachtungen sanden im Monat Juni in Gießen Gewitter an den folgenden Tagen statt: 1. H1/2 Vm., 2. 43/4 Nm., 3. 41/2 Nm., 4. 8—10 Nm., 9. 1178 Nm., 24. 3% Nm., 25. 4V2 Nm., 28. 11 Vm., 29. 7 Vm. __________ — Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am l.d. M. den Finanzaspiranten Albrecht Schäfer aus Hungen zum Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz zu ernennen. — Das Reichspostamt versendet folgende Bekanntmachung: Der am 12. Juli von Hamburg abgegangene Dampfer „Neko" der deutschen Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Kosmos" ist auf der Reise nach Süd-Amerika am 21. Juli Abends in der Nähe von Brest bei der Insel Quessanr gesunken. Während Passagiere und Mannschaft gerettet worden sind, hat eine Bergung der an Bord gewesenen Post sich nicht ermöglichen lassen- die betreffenden Briessendungen sind daher als verloren zu betrachten. — Rekruten, die seit ihrer Gestellung eine andere Wohnung bezogen haben, ohne diesen Wohnungswechsel beim Bezirksseldwebel zu melden und infolge dessen bei ihrer Beorderung nicht sosort auszufinden waren, wurden bisher mit Geldstrasen belegt. Neuerdings werden indessen wegen derartiger Unterlassungen, laut der „Köln. Ztg.", von den Bezirkscommandos Arreststrafen verhängt. — Es dürfte nicht ohne Interesse sein, den Ab- und Zugang der Capitalrentensteuerpflichtigen im Großherzogthum Hessen im Rechnungsjahre 1889—90 in Bezug auf die einzelnen Städte darzulegen, und ließe sich daran manche Betrachtung knüpfen. In Oberhessen hat die Zahl der Capitalrentensteuerpflichtigen im Ganzen um 23 zugenommen. Die größte Zahl der Zunahme zeigt hier Gießen mit 20, dann folgt Homberg mit 14, Büdingen mit 11, Alsfeld mit 7 und Grünberg mit 2; abgenommen hat die Zahl in Nidda um 18, in Friedberg um 8, in Hungen um 4 und in Lauterbach um 1, während sie in Butzbach und Schotten keine Veränderung erlitt. In der Provinz Starkenburg hat die Zahl der Capitalrentensteuerpflichtigen im Ganzen um 8 zugenommen; im Einzelnen stellt sich die Sache aber wesentlich anders dar. Unter den Städten, in denen die Zahl zugenommen, steht oben an Darmstadt mit einer Zunahme von 24; es folgt Seligenstadt mit 11, Michelstadt mit 8, Groß-Gerau mit 2 und Dieburg mit 1; abgenommen hat Beerfelden um 9, Fürth und Offenbach um je 8, Zwingenberg und Langen um je 4, Heppenheim um 3 und Höchst um 2. In Rheinhessen hat die Zahl überall, mit Ausnahme von Wörrstadt und Oppenheim, wo sie je eine Verminderung um 8 erfuhr, eine Erhöhung und zwar zum Theil eine wesentliche erfahren, im Ganzen um 127, und zwar in Mainz um 60, in Worms um 38, in Ober- Ingelheim um 17, in Bingen um 14, in Alzey um 9 und in Osthofen um 5. — Die Veränderungen im Capital- rentensteuercapital gestalten sich folgendermaßen: In der Provinz Oberhessen nahm das Steuercapital im Ganzen zu um 3 355 Mk.; in Gießen erfuhr dasselbe eine Zunahme von 5 605 Mk., in Mdda eine Abnahme um 1309 Mk., in Butzbach eine solche von 999 Mk., in Büdingen von 405 Mk. 2c. Dasselbe wuchs in der Provinz Starkenburg um 23979 Mk., eine Abnahme erfuhr hier nur Heppenheim um 719 Mk. und Langen um 219 Mk., in Darmstadt erhöhte sich dasselbe um 19 986 Mk., in Offenbach trotz der Abnahme der Zahl der Capitalrentensteuerpflichtigen um 8, doch um 3 054 Mk. In Rheinhessen sehen wir" eine Zunahme von im Ganzen 14847 Mk.; Alzey steht oben an mit einer solchen von 4 758 Mk., dann folgt Mainz mit 4 248 Mk., Worms 3 887 Mk., Bingen 2 034 Mk., Ober- Ingelheim 2111 Mk., Osthosen 978 Mk.; Oppenheim dagegen zeigt eine Abnahme von 2 343 Mk. und Wörrstadt eine solche von 826 Mk. 8. Hungen, 3. August. Bei der dahier vor wenig Tagen stattgefundenen Beigeordneten wähl war, wie bereits berichtet, Stichwahl zwischen den Herren Dachdeckermeister Christian Jockel uud Philipp Seibert nöthig geworden. Diese Wahl fand nun heute statt und wurde Herr Dachoeckermeister Christian Jockel mit 124 Stimmen zum Beigeordneten unserer Gemeinde erwählt. Herr Philipp Seibert erhielt 108 Stimmen. — Bellersheim, 2. August. Bei der heutigen Versammlung der Mitglieder des hiesigen Consumvereins wurde die Auflösung dieses Vereins beschlossen. 8. Aus der Wetterau, 3. August. Der vergangene Monat brachte uns in diesem Jahre vorzugsweise regnerisches Wetter und in den Kreisen aller Landwirthe gab man sich der Hoffnung hin, der nunmehr beginnende' August würde uns besseres Wetter bringen, doch ist dieses bis jetzt nicht der Fall. Von Woche zu Woche verzögert sich die Reise unseres Getreides, wie überhaupt die ganze Ernte. Wohl sind die Schnitterinnen aus dem Vogelsberg überall angekommen, wohl ist die Gerste als reifste Fruchtgattung zum Abernten, doch das immerwährende Regenwetter schiebt alle Erntearbeiten zurück. Der Stand der Feldsrüchte ist in hiesiger Gegend ein guter, doch die ungünstige Witterung verursacht bei Manchem Bedenken, zeigen sich doch bereits die Spuren desselben zum Nachtheile unserer Feldgewächse. Hoffentlich wird bald der Wunsch unserer Landwirthe sich erfüllen und der Himmel uns besseres Erntewetter schenken. Darmstadt, 3. August. Postpersonalnachrichten. Der Telegraphenwärter Brandau in Mainz ist als Telegraphenassistent angestellt worden. — Versetzt wurden: der Ober-Postkassen-Kassirer Bönning von Oppeln nach Darmstadt behuss Uebernahme der Rendantenstelle bei der Kaiserlichen Ober'Postkasse und der Postverwalter I. Schneider von Ruppertenrod nach Budenheim. □ Worms, 4. August. Der 15. Hessische Feuerwehrtag wird vom 22.—24. August in Worms abgehalten und sind zu demselben 360 Feuerwehrcorps aus Hessen, der Pfalz, Baden, Württemberg und Preußen geladen, fo daß wohl 3000 bis 4000 behelmte und gegürtete Männer der Feuerwehr die sagenreichen Straßen und Plätze der alten Nibelungenstadt für einige Tage beleben werden. Dem Programm nach wird geboten: Delegirtenversammlung, große Ausstellung aller möglichen Lösch- und Rettungsgeräthe, Schul- und Angriffsübungen der drei in Worms bestehenden Feuerwehrcorps, Concert in zwei bis drei Garten-Etablissements, Banket im großen Saale des Festhauses, Festzug und großes Volksfest auf dem Barbarossaplatz am Rhein, brillantes Feuerwerk. — Am Montag Besichtigung der vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt und Ausflüge in die Umgebung je nach Betheiligung. Möge der Himmel den pro- jectirten Festtagen gutes Wetter schenken, dann werden alle Festgäste in dem alten und jetzt gewaltig neu auflebenden Worms schöne frohe Stunden verleben. Oppenheim, 2. August. In der jüngsten Schöffengerichtssitzung kam ein Fall zur Aburtheilung, der für Metzger und Viehhändler von Interesse sein dürfte. Ein Taglöhner von Alsheim holte für einen dortigen Metzger aus einem benachbarten Orte ein Stück Viel), ohne einen Gesund- heitsschein von einem Thierarzt resp. von der Ortspolizeibehörde zu besitzen. Wegen Uebertretung des Viehfeuchen- gesetzes wurde durch Strafbefehl gegen den Taglöhner eine Geldstrafe von 10 Mk. erkannt. Das Schöffengericht sprach jedoch denselben frei. In dem Urtheil heißt es, daß nur allgemein Viehhändler und nicht Metzger unter das Gesetz fallen, Schlachtvieh mithin von dem Gesundheitsschein befreit sei. Nierstein, 2. August. Gestern ereignete sich dahier ein trauriger Unglücksfall, indem zwei Arbeiter von einem Hausgerüst herunterstürzten. Der eine, Zimmermann Philipp Woltz aus Dalheim, war sosort tobt, der andere, Maurer Johann Grobe aus Schwabsburg, ist sehr schwer verletzt. Die Leiche des Woltz wurde nach seiner Heimath verbracht - er ist 27 Jahre alt und noch ledig. Vermischtes. * t T Kastel, 4. August. Ein auffallender Vorfall wird in unserer Stadt viel besprochen. Gestern in der Nacht erschien auf dem hiesigen Polizeiamt ein junger Student aus Marburg, angeblich aus Oranienburg bei Berlin gebürtig, und stellte sich der Sicherheitsbehörde unter der Selbstanklage zur Verfügung, er habe vor kurzer Zeit einen Mord begangen. Sein Gewissen lasse ihm keine Ruhe, er treibe sich seit Verübung der Blutthat ohne Rast und Ruhe umher und gestehe den Mord nun von selbst ein, um die schuldige Sühne zu erhalten. Er gab an, in der Nähe von Fritzlar im Walde mit seinem Begleiter, einem jungen Manne, in Streit gerathen zu sein, habe ihn dann überwältigt und erwürgt. Der Selbstdenunciant wurde zu Protokoll vernommen und einstweilen inhaftirt, um aus seinen Geisteszustand untersucht zu werden, denn es gewinnt den Anschein, als ob man cs mit einem Manne zu thun habe, der an Geistesgestörtheit leidet. Soweit bis jetzt bekannt, ist in dortiger Gegend kein Mensch umgekommen, noch fehlt irgend Jemand. * Aschaffenburg, 1. August. Eine neue Art der Post- beförderung kann man in dem Orte Rück beobachten, indessen Nähe die Schippacher Mühle sich befindet. Es stellt sich dort nämlich nach Eintreffen des Postomnibus eine dem Mühlenbesitzer gehörende Dogge em, welche die Post abholt und sie in schnellem Tempo dem Adressaten zuträgt. ♦ Paris, 1. August. In Folge der neulichen Versuche •xttt Sanitätswagen auf der Westbahn hat der Kriegs- Minister beschlossen, sechs Sanitätswagen zur Verwundeten- Leförderung bauen zu lassen. Frankreich war bisher die einzige Macht, welche kein genügendes Material zur Fortschaffung schwer verwundeter Soldaten besaß. Jetzt wird jede der sechs großen Bahngesellschasten mit einem vollendeten Lazareth für Schwerkranke versehen werden. Leichter Verwundete werden in Personen- oder Packwagen befördert. * Um der lieben Reclame willen hatte das Newhorker Weltblatt „The World" am 20. Juni mehr als 6000 Kinder zu einem im Parke von Madison-Square vorbereiteten „Vesper- brod" eingeladen. Das Menu setzte sich aus 90,000 Kuchen, drei Tonnen Eiscreme und ganzen Wagenladungen von Früchten zusammen, unter denen die Erdbeeren eine hervorragende Stelle einnahmen. Nach dem Essen war Kinderball und die Berichterstatter des „World" standen in den Saalecken und schrieben mit fieberhafter Eile spaltenlange Festberichte. Alles auf Kosten der Redaction. Inmitten des Kinderjubels und -Trubels jedoch stand der leitende Redacteur und berechnete sorgsam, was ihm das Fest kosten und was es ihm einbringen würde. Wenn er sich nicht verrechnet hat, durfte der „World" von dem denkwürdigen Tage an täglich dreißigtausend Exemplare mehr vertreiben als bisher. Er gewann ja die Herzen der Mütter — die Zeche bezahlen die Herren Väter. * Glück muß der Mensch haben! Ein Gutsbesitzer in Gahlen, so schreibt man der „Köln Volksztg.", zog mit seinem etwa 14 Wochen alten Fohlen, einem schönen Thierchen, nach Bottrop zu Markt- es wurde ihm dort jedoch kein Gebot gemacht. Was nun thun? Er besinnt sich nicht lange, zieht mit seinem Gäulchen nach Neumühl bei Hamborn, wo landwirthschaftliche Ausstellung, verbunden mit Fohlen-Ver- loosung, stattfand. Hier in Reih und Glied bekam er erstens 9 Mk. Prämie, zweitens wurde ihm sein Fohlen von der Verloosungs-Commission für 160 Mk. abgekauft und drittens gewann er fein eigenes Fohlen wieder. * Orthographie. Frau Müller: „Sagen Sie, liebe Freundin, wie komrnts, daß die Kinderwascde bei Ihnen sämmtlich mit 8 gezeichnet ist? Wie heißen denn Ihre lieben Kleinen eigentlich?" — Frau Mayer: „Ei Schan, Schenni, Scharlotre und Schorsch!" Univerfttäts - Nachrichten. Berlin, 1. August. Das Professorencollegium der hiesigen Universität wählte den Director der Sternwarte, Gehetmerath Professor Dr. Förster, zum Rector für das Studienjahr 1891—92. ?Zu Decanen wurden gewählt: in der theologischen Facultät Ober-Con- sistortalrath Professor Dr. Freiherr v. d. Goltz, in der juristischen Facultät Professor Dr. Kohler, in der medictnischen Facultät Geheimer Medicinalrath Professor Dr. Du-Bois-Reymond und in der philosophischen Facultät Professor Dr. Diels. Schiffsnachrichten. Hamburg, 1. August. Der Hamburger Doppelschrauben- Schnelldampfer „Columbia", Capitän Vogelsang, der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, welcher am 25. Juli von Southampton abgegangen, ist am 1. August, 3 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 7 Tage 19 Stunden. Oceanfahrt von Southampton 6 Tage 16 Stunden 45 Min., von Queenstown aus gerechnet nur 6 Tage 1 Stunde 45 Min. Hamburg, 1. August. Das Deutsche Dampfschiff „Amalfi" Capitän Äraeft, von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien» Gesellschaft, ist am 31. Juli, 11 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 4. August. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Ems, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. Juli von Bremen und am 26. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land- und Volkswirthfchaft. — In Oberhessen und Umgebung finden im Monat August u. A. folgende Märkte statt: Den 6. in Hanau Viehmarkt, Marburg Schweinemarkt, Biedenkopf Vieh- und Krämermarkt. Dm 10. in Hungen Vieh- und Krämermarkt, Herbstein, Schotten 2 Tage Pferde- und Vtehmarkt, Mainz 14 Tage Messe, Usingen Vieh- und Krämermarkt. Dm 11. in Weilburg Vieh- und Krämermarkt. Dm 12. in Friedberg Vieh- undKrämermarkt, Schotten. Den 17. in Echzell Vtehmarkt. Den 18. in Darmstadt Vtehmarkt, Gteßen Vieh- und Krämermarkt, Ober-Seemen 2 Tage Viehmarkt. Dm 21. in Vilbel 2 Tage Krämermarkt. Den 24. in Alsfeld Vtehmarkt, Ltch Vieh- und Krämer- markt, Mainzlar Fohlenmarkt, Freiensteinau Viehmarkt. Den 26. in Gedern Krämermarkt, Wetzlar Vieh- und Krämermarkt, Frankfurt a. M. 3 Wochen Messe, Gladenbach Vieh- und Krämermarkt. Den 27. in Butzbach Vieh- und Krämermarkt, Grünberg Vieh- und Krämermarkt. Den 28. in Rod he im v. d. H. Schweinemarkt. Den 31. in Langsdorf Vieh- und Krämermarkt. Wöchentliche Aeberficht der Todesfälle in Gießen. 30. Woche. Vom 26. Juli bis 1. August 1891. Einwohnerzahl: 20 611 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkettszffser: 27,76 o/yg bezw. 22,71 nach Ausschl. der Ortsfremden. Kinder Es starbm an: Zusammen: Erwachsme: im vom 1. Lebensjahr: 2.-15.Jabr: Unterleibstyphus 1 (1) Lungenschwindsucht 3 (1) Acute entzündliche Erkrankungen der Ath- rnungs-Organe 1 Gehirnschlagfluß 1 Andere bekannte Krankheiten__________5 Summa: 11 (2) 31 nm. Die in Klarnrr viele der Todesfälle in der be nach Gießm gebrachte Kranke 1 (1) — — 2 (1) 1 — 1 3 1 5 (2) 4 2 gesetztm Ziffern gebm an, wie irden Krankheit auf von Auswärts Temperatur der Lahn und Lust gemessm am 5. August, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 13, Luft 17 Grad Reaumur. L. Chr. Rübsamen Wwe. Mrhesßscht Ejseubahmn. Vergebung von Bauarbeiten. Die bei Errichtung eines Dienftwoh- nungsgebäudes in Stockheim nebst Nebenbau vorkommenden Arbeiten und Lieferungen — im Betrag von ca. 7700 Mark — sollen im Submtssionswege vergeben werden. Kostenanschläge und Bedingungen liegen in dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht auf und sind schriftliche Angebote mit der Aufschrift „Angebot auf die Arbeiten und Lieferungen für den Neubau eines Dienstwohnungsgebäudes in Stockheim" verschlossen und portofrei bis 12. August, Vormittags 10 Uhr, dahin einzureichen, um welche Zeit die, Eröffnung der eingelaufenen Offerten1 stattfindet. Gießen, den 3. August 1891. Der Eisenbabnbaumeifter: I. V.: _______Heinrich Backofen. 706b Vergebung von Bsuarbeiten. Die zur Herstellung von Abfahrten en der Kreisstraße Gießen-Leihgestern erforderlichen veranschlagt zu Erdarbeiten 284 32 H Chaussirungsarbeiten 330 „ 35 „ Maurerarbeiten 84 „ 60 „ Steinhauerarbeiten 93 „ 60 „ werden am Dienstag den 11. Ang. d. I., Bormittags 0 Uhr, auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten im Submissionsweg vergeben. Gießen, am 3. August 1891. Der Kreisingenieur: 7059___________Stahl. Bekanntmachung. Die Wandvertäfelung einiger Lehrsäle der höheren Mädchen- und der Realschule soll im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Zeichnungen und Angebotsformulare liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 3 auf und werden daselbst unentgeltlich abgegeben. Versiegelte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis Freitag den 7. ds. Mts., Bormittags 10 Uhr, ebendorthin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Gießen, den 4. August 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 7063 IeikHeöotettes. Rene Kartoffeln, per 100 Pfd. Mk. 3.50 mit Sack versendet unter Nachnahme A. Stahl Wwe., 7069 Friedberg bei Frankfurt a» M. Versteigerungs-Anzeige. Donnerstag den 6. August, Nachmittags 2 Uhr, wird ein der Gemeinde Lich gehöriger Faselochse im Hofe des Ochsenstalles dahier öffentlich meistbietend versteigert. Lich, am 4. August 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. ___________Walz. 7074 Mittwoch den 12. August, Nachmittags L'/r Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben des verstorbenen Universitätspedellen Johannes Kitzler in Gießen gehörige Hofraithe: Flur I Nr. 171 — 206 Meter in der Wolkengasse freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 5. August 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. __I. A: Bogt. 7087 Kaffee roh gebrannt von Mk. 1.20 an von Mk. 1.60 an und höher, garantirt reinschmeckend, bei 6509 Robert Stuhl. Neue Grunkern eingetroffen bei [6862 J. M. Schulhof. Reinwollene Kleiderstoffe einfarbig und carrirt bedeutend unter Preis bei [6846 Fritz Nowack, Seltersweg. Zucker in allen Sorten empfiehlt billigst H. F. Nassauer, Neuenweg 15. Saftpresse wird leihweise abgegeben. 6636 "TürkT Zwetschen und Apfelspalten empfiehlt [65081 Robert Stuhl. Gefrorenes anerkannt vorzüglicher Qualität, in mehreren Sorten stets vorräthig, empfiehlt 4050] Eouditorei Hettler. 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