1891 Samstag den 6. Juni Nr. 128. Kenerat-Anzeiger Rcbactiott, TxpedÄd^r und Druckerei: Sch»cstr«t«Kr^ Aer«frecher 62« Wt ÄNrtzmer tecstaa dem Anzeiger ToLHmklich drei war -rtgekegt. $tnt »rp Anzeigen zu der Nachmittag- für des | I Ä6c Krmoucett-Bureaux de- In- und Nu«aader uch»M lernte* Lag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. ^U^miglUnUllCl« | Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgega». Deutsches Reich. nn. Darmstadt, 4. Juni. Unter dem Vorsitz des Ober- landesgerichtsrath Heinzerling trat heute Morgen die IV. evangelische Landessynode zu mehrtägigen Verhandlungen zusammen. Nach Verkündigung einer Anzahl neuer Einläufe und Berichtsanzeigen trat die Synode sofort in die Berathung über die Wahlen eines Stellvertreters für den weltlichen Abgeordneten im Decanate Alsfeld, eines weltlichen Abgeordneten jür das Decanat Groß-Gerau, sowie eines Stellvertreters des geistlichen Abgeordneten des Decanats Friedberg. Der Ausschuß schlägt vor, aus formalen Gründen die Wahl von Friedberg für gültig, diejenige von Groß-Gerau und Alsfeld dagegen für ungültig zu erklären. Mit allen gegen 1 Stimme beschließt die Synode demgemäß. Mit dem Bericht Großh. Oberconsistoriums, die Verhältnisse und Zustände der evangelischen Landeskirche in der abgelausenen Synodal-Periode 1885/89 erklärt sich die Synode einverstanden. Ebenso mit der Vorlage Großh. Oberconsistoriums, die Stiftungen, deren Erträge dem Centralkirchensond zufließen. Auch eine Vorlage Großh. Oberconsistoriums, die Aufnahme der Stelle des Hausgeistlichen in dem Diaconissenhaus „Elisabethenstist" unter die zum Eintritt in die geistliche Wittwenkasse berechtigten und verpflichteten Stellen findet einstimmige Annahme. Ein Antrag der Synodalen Wahl, Dr. Dieffenbach und Müller-Alsfeld, den Diensteid der Geistlichen betreffend, ruft lebhafte Debatten hervor. Allgemein wurde der Wunsch aus- gedrückt, daß die zur Anstellung oder in Function gelangenden jungen Geistlichen ihren Diensteid vor der kirchlichen Behörde und nicht wie seither vor der weltlichen ablegen sollen,- außerdem soll dies nicht mehr im eigenen Hause, sondern in der Kirche geschehen und womöglich unter Zuziehung des betreffenden Superintendenten. Seitens des Kirchenregiments wird eine Prüfung der Sache zugesagt und erklärt sich die Kirche hiermit einverstanden. Ein Antrag der Synodalen Dieffenbach und Wahl (Schlitz), betreffend den Militärdienst der Theologen, hier Anrechnung desselben bei Feststellung des Dienstalters, wird nach längerer Debatte dahin erledigt, daß Namens des Kirchenregiments Consistorialrath Köhler erklärte, die Regelung der Sache herbeiführen zu wollen, wenn auch nicht die Schwierigkeiten zu verkennen seien, die mit Lieser Angelegenheit verbunden seien. Zwei Interpellationen, eine wegen Vorlage eines Katechismus: Entwurfs für die unirten Gemeinden, welches von dem Synodalen Wiener für sehr dringlich erklärt wurde und diejenige des Abg. Hall- wachs, die wirksame Veröffentlichung der Formulare für das kirchliche Begräbniß, beantwortet das Kirchenregiment dahin, daß beide Wünsche baldigst befriedigt würden. Morgen früh um 9 Uhr Sitzung. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphische- Torrespondenz-Bnreau. Berlin, 4. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm die Sperrgeldervorlage nach den Beschlüssen der zweiten Lesung definitiv an und erledigte in wenig erheblicher Debatte die übrigen auf der Tagesordnung stehenden Vorlagen. Morgen 11 Uhr: Rentengütervorlage. Berlin, 4. Juni. Der „Reichsanzeiger" publizirte eine Verfügung des Unterrichtsministers vom 30. Mai, wodurch dem Mißstande vorgebeugt werden soll, daß die Lehrer an mittleren Schulen an Orten bis zu 10,000 Einwohnern im Einkommen schlechter gestellt sind, als ihre früheren durch Gewährung der staatlichen Dienstalterszulagen begüngstigten Collegen an Volksschulen derselben Orte. In der Verfügung wird für mittlere Schulen die Festsetzung von Grundgehältern und Einführung von Zulagen nach Maßgabe des Dienstalters anempfohlen und als spätester Termin für die neuen Gehaltsfeststellungen der 1. October bestimmt. Berlin, 4. Juni. Die nächste Hauptversammlung des Colonialraths findet am 22. Juni statt. — Die heutigen Abendblätter glauben nicht, daß die Reichsbank dem Beispiele der Bank von England folgen und den Discont herabsetzen werde. Berlin, 4. Juni. Die „Nordd. Allgem. Ztg." hält die Behauptung der „Hamb. Nachr.", daß durch die Schuld der gegenwärtigen Regierung die früheren guten Beziehungen Deutschlands zu Rußland seit dem Abgänge des Reichskanzlers Fürsten Bismarck wesentlich verändert seien, für eine willkürliche Erfindung, die lediglich eine Beunruhigung der öffentlichen Meinung bezwecke. Bremen, 4. Juni. Heute wurde die fünfte Wanderausstellung der deutschen landwirthschaftlichen Gesellschaft durch den Präsidenten, Erbgroßherzog von Oldenburg, eröffnet. Speyer, 4. Juni. Eine zahlreich besuchte Versammlung von Tabaksinteressenten (aus Baden, der bayerischen Pfalz, Hessen und Elsaß) nahm heute eine Resolution an, in welcher, entgegen dem letzten Reichstagsbeschlusse, eine bedeutende Erhöhung des Tabakszolles und Beibehaltung der jetzigen Tabakssteuer verlangt wird. Der Versammlung wohnten Vertreter der bayerischen und der Negierung der Reichslande, sowie die Reichstagsabgeordneten Buhl, Brünnings, Klemm und Menzer bei. Wien, 4. Juni. Kaiser Franz Joseph empfing \ heute eine Depu tatio n der Großgrundbesitzer und der ' czechischen Bürgermeister aus dem Marchgebiete unter j Führung des Abgeordneten Proszkowetz. Der Kaiser nahm eine Petition um die Regulirung des Marchflusses, sowie um ! Ausbau des Donau-Odercanals entgegen. Wien, 4. Juni. Nach einer Meldung der „Presse" hat । ein englisches Consortium die Gräflich Henkel-Donnersmark- l schen Kohlen werke in Oberschlesien behufs Umwandlung k in eine Actiengesellschast erworben. Paris, 4. Juni. Eine Versammlung von Ei senbah n- { Bedien st eten, welcher mehrere Deputirte und Municipal- i räthe beiwohnten, hat einen Antrag angenommen, welcher gegen die Entlassung von Mitgliedern der Arbeitersyndicats- kammer seitens der Eisenbahngesellschaften protestirt, und hat beschlossen, einen Ausstand eintreten zu lassen, wenn der letzte unternommene Schritt erfolglos bleibt. Lyon, 4. Juni. Die Bediensteten der Tramway- g e s e l l s ch a s t fordern Lohnerhöhung und den Zwölfstundentag, sie drohen mit einem Strike. London, 4. Juni. Der Staatssecretär für Irland, 1 Balfour, erklärte in einer Versammlung des unionistischen Frauen-Vereins, die Zeit sei gekommen, ohne Gefahr fast ganz Irland mit den ordentlichen Gesetzen zu regieren und i die Ausnahmegesetze aus eine Grafschaft und mehrere Districte E zu beschränken. London, 4. Juni. Auf der Metropolitanbahn zwischen Iden. Stationen Saint-Johnswood und Marlboroughroad stießen heute früh zwei Passagierzüge zusammen. Zwei Personen sind tobt, mehrere verletzt. Loudon, 4. Juni. Am Clyde droht ein neuer Strike unter den Maschinen- und anderen Eisenarbeitern, ebenso wie : bei den im Schiffsbau von Glasgow und Greenock angestellten : Arbeitern - sie widersetzen sich der Lohnherabminderung von k^pCt. Wenn die Arbeitgeber auf ihrem Vorhaben beharren, । wollen 20 000 Arbeiter sinken. Die Omnibuskutscher und Conducteure Londons striken am Sonnabend um Mitternacht, wenn vorher nicht ein Uebereinkommen getroffen wird. Turin, 3. Juni. Im Thale von Suse sind in der letzten Nacht während eines heftigen Sturmes mehrere Häuser | eingestürzt. Neun Personen blieben todt, mehrere wurden verwundet. Pera, 4. Juni. Die Unterhandlungen wegen der Freilassung der gefangenen Reisenden des Orientzuges blieben bis heute Mittag resultatlos und dauern noch fort. Das Lösegeld ist auf Verlangen der Briganten bei dem österreichischen Consularagenten in Kirk-Kilisse hinterlegt, wegen der starken Garnison sind die Briganten aber miß- Feuilleton. Am Vorabend des deutsch-frsnMschen Feldzuges 1870—71. (2. Fortsetzung.) Die kleinen Ereignisse bei den Feldwachen, von denen am Abend die Rede, hatten noch ihre große Bedeutung in diesem Vorspiel und interessant war es, bei der Feldwache auf dem hohen Exercierplatze zu liegen und unter sich nach Stiering und Forbach zu die französischen chasseurs ä cheval an der Grenze hin und her reiten zu sehen, während vor ihnen ihre Kameraden die Kartoffeln aus den Feldern der Bürger stahlen. Den interessantesten Punkt aber bildete das Dorf Brebach, rechts der nach Forbach führenden, von uns hinter Güdingen abgebrochenen Bahn. Aus der Höhe über dem Dorfe lag unsere Feldwache, drüben jenseits des Terrain- Einschnittes lag die bayerische und unten rechts der Saar am Waldesrande die französische. Tiefe Stille herrschte natürlich zwischen diesen feindlichen Nachbarn, bis plötzlich einer von ihnen sich durch eine Schleichpatrouille beunruhigt fühlte - piff, paff! hallte es dann durch Thal und Wald und bei dieser Gelegenheit ersah man denn schnell die schwache Seite unserer Gegner; während die Unserigen das Gewehr ruhig an die Backe legten, knallten die Franzosen blind in die Lust hinein, ohne Zweck und Ziel. Das Chassepot mochte allerdings unserer Zündnadel überlegen sein — darüber war man sich bald im Klaren — aber es war, hier wenigstens, in schlechten Händen. „Wenn die anderen ebenso sind, werden wir mit ihnen fertig!" hieß es bei unseren Leuten, und sie sangen den Nachbarn das schnell so berühmt gewordene Lied vor: „Was kraucht dort in dem Busch herum - Zch glaub, das ist Napoltum!" Der Füsilier Kutschte vom 40. Regiment hier sollte das Lied verfaßt haben, aber Niemand kannte den Dichter im Bataillon- selbst die Post fand ihn nicht auf, als ihm eine lustige Gesellschaft in Hirschberg 5 Thaler Ehrenhonorar ein» sandte. Erft später stellte sich heraus, daß das Lied von einem Geistlichen, ich glaube in Mecklenburg herrühre. Eine interessante Persönlichkeit hatte sich in der des englischen Capitaus Scaton vom 102. Regiment eingefunden. Er hatte in Indien gedient, haßte die Franzosen und sandte ihnen ein „Goddam“ nach dem andern hinüber, wenn er bei der Feldwache saß. Leider verließ er uns bald, um feine Frau nach England zu bringen und dann wiederzukehren. Inzwischen ward es uns selber immer begreiflicher, daß man drüben keine Anstalten machte, uns aus Saarbrücken hinauszuwerfen- ebenso beunruhigend aber ward es uns auch, daß man uns so „mutterseelenallein" ließ. Keiner der wenigen Reisenden, Angehörigen der Stadt, die aus Deutschland kamen, wollten von unseren Truppen gesehen haben. Ich setzte mich also eines Morgens in meinen Wagen und fuhr die Pfälzergrenze entlang, um den Vorposten unserer bayerischen Kameraden einen Besuch zu machen. Mein Weg ging Über Zweibrücken zunächst nach Pirmasens, von da nach Bergzabern , der französischen Festung Weißenburg gegenüber. Wohin ich kam, ward ich mit Fragen bestürmt - die Vorpostenlinie war so dünn und unbedeutend, man wartete auch hier vergebens. So beschloß ich denn, den Truppen, die doch endlich kommen mußten, entgegenzufahren und traf zunächst vor Landau auch auf den Hauptmann Kühne (den Romanschriftsteller Joh. von Dewal), der mir mit- einer nassauischen Batterie entgegenkam. „Zum Teufel!" rief ich, „Sie schreiben wohl Novellen unterwegs? Alles wartet mit Schmerzen auf Euch!" Es war eben die Spitze der auf Weißenburg an- rückenden Truppen des Kronprinzen. In Neustadt a. d. H. empfing malt mich mit der Nachricht, Saarbrücken werde von den Franzosen mit Granaten beschossen und stehe in Hellen Flammen. Eine offene Stadt mit Granaten! Ich ließ also Pferd und Wagen im Stich, warf mich in den Eisenbahnzug und erreichte Saarbrücken, wieder. Aber nichts brannte hier. Die Franzosen hatten nur eben einige Granaten auf unseren Exercierplatz geworfen, weil ja möglicherweise die Stadt eine Festung sein konnte. — Diese Frage hatte nämlich ein französischer Offizier an den Förster von St. Arnual gerichtet. Inzwischen aber war wenigstens die Reserve des zweiten Bataillons der Vierziger eingetroffen, so daß man eine Stärke von etwa 1000 Mann erreicht hatte. Die nächtlichen Erdarbeiten unserer Nachbarn verriethen uns jetzt, wie thätig sie an ihren Schanzwerken. Unbegreiflich wars uns, daß sie sich an der Grenze einzuschneiden, ihren linken Flügel zu decken suchten, also schon hier einen harten Strauß erwarteten - unbegreiflich, da sie es mit der Kriegserklärung so eilig gehabt! Auch das dumpfe Rollen, das wir Nachts namentlich bei den Feldwachen in westlicher Richtung vernahmen, überzeugte uns, daß der feindlichen Truppen sich immer mehr in großen Bahnzügen heranbewegten und wir mit unserer Handvoll Leute ihnen gegenüber uns schämen mußten. Moltke hatte, die Unmöglichkeit eines so schnellen Aufmarsches einsehend, wie ihn das zu erwartende rasche Andringen des Feindes erforderte, die ganze Grenze bis tief ins Nahethal preisgegeben, und wir waren hier in den Augen des Feindes nichts als eine Schachtel von Zinnsoldaten, denn er wußte jedenfalls, daß nichts hinter uns. Um ihm mehr zu imponiren, wurde also eines Morgens, als wir auf dem Ludwigsplatze vor der Allarm-Kaftrne saßen und den schon gewohnten saueren Wein tranken, eine kleine Komödie verabredet. Es sollten den Franzosen einige andere Truppengattungen vorgestellt werden, um sie an eine Verstärkung der Garnison glauben zu machen. Zu diesem Zwecke wurden denn mehrere Ulanen in der Kaserne in weiße Stalljacken gekleidet, von der städtischen Feuerwehr wurden deren Messinghelme requirirt und ihnen aufgesetzt, so daß sie für Cürassiere gelten konnten- andere wurden in dunkelblaue Jnsanterie-Waffenröcke gesteckt, die Pickelhaube wurde ihnen trauisch. Auf Befehl des Sultans sind deshalb tm Einvernehmen mit dem deutschen Botschafter Radowitz augenblicklich alle Truppenbewegungen in der Gegend von Kirk-Kilisse suspendirt. Herr Israel ist in Kirk-Kilisse in voller Sicherheit. Der Minister des Aeußern hatte eine längere Unterredung mit Radowitz. Jquique, 4. Juni. Der chilenische Gesandte in la Paz verlangte infolge der Anerkennung der Congreßjunta als kriegssührende Macht durch Bolivia seine Pässe. Locales uttö Provinzielles. Gießen, 5. Juni. — Personalnachricht. Herr Bahnhossvorstand Heydt hat einen Urlaub bis zum 16. d. M. angetreten und ist die Vertretung dem Herrn Stations-Assistenten Schaumann übertragen. — Vacanzen im Bezirke des 11. Armee-Corps. Corbach, Postamt, Landbriefträger, 650 Mk. Gehalt und 72 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Fritzlar, Bürgermeisteramt, Forstschutzgehilfe, 400 Mk., freie Wohnung und Feuerung. Gelnhausen, Postamt, Packetträger, 700 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Hallenberg, Postamt, Landbriesträger, 650 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Höchst (Main), Frankfurt (Main) und Sachsenhausen, Spezialdirection der hessischen Ludwigsbahn in Mainz, 4 Hilfsbremser, zunächst je 1,60 Mk. Diäten und die regelmäßigen Fahrgebührnisse,- bei Bewährung im Dienst und nachgewiesener Befähigung Aussicht aus Beförderung mit 700 Mk. Jahresgehalt und Fahrgebühren- Langenselbold, Landbriefträger, 650 Mk. Gehalt uni) 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Wehlheiden, Strafanstalt, -Aufseher, 900 Mk. Gehalt, freie Dienstwohnung, Garten und Ackerland, das Gehalt steigt bis zu 1500 Mk. Weimar, Großherzogl. Gendarmerieeommando, 2 Ordonnanzgendarmen, je 900 Mk. einschließlich 120 Mk. für Montirung. — Der 23. Verbandstag der Erwerbs- und Wirthschafts- genofsenschaften der Provinzen Starkenburg und Oberhefsen findet am 20. und 21. Juni in Neu-Isenburg statt. Folgendes ist die Tagesordnung: Samstag den 20. Juni, Nachmittags 3 Uhr, im „Rheinischen Hof". 1) Wahl des Bureaus. 2) Festsetzung der Tagesordnung. 3) Bericht des Verbandsrevisors über die vorgenommenen Revisionen. 4) Bericht über den Freiburger Vereinstag. 5) Rechnungsablage pro 1890/91 und Wahl der Prüsungseommission. Sonntag den 21. Juni, Vormittags 9 Uhr. 1) Bericht des Verbandsdirectors über das abgelaufene Geschäftsjahr. 2) Mittheilungen aus den einzelnen Genossenschaften durch die anwesenden Deputaten, insbesondere über die stattgehabten Revisionen und Besprechungen über die Auslegung und die Anwendung der Bestimmungen des Genossenschaftsgesetzes vom 1. Mai 1889. 3) Revision des organischen Statuts und Beschlußfassung über den vom Ausschuß ausgearbeiteten Entwurf und die Beiträge zur Kasse des Allgemeinen Verbands. 4) Beschlußfassung über die Prüfung der Jahresrechnung und Entlastung. 5) Wahl der Abgeordneten zum Vereinstage in Gera (Reuß). 6) Wahl des Verbandsdirectors und seines Stellvertreters. 7) Wahl des Orts für den nächsten Verbandstag. Der Vorstand des Vereins Hessischer Lehrerinnen zur Gründung eines Heims erläßt folgende Aufforderung: „Diejenigen unserer geehrten Mitglieder, welche von dem, seitens Ihrer Durchlaucht der Frau Gräfin zu Erbach-Schönberg auch in diesem Sommer freundlichst zur Verfügung gestellten Heim in Schönberg Gebrauch machen wollen, sowie diejenigen, welche Beihilsen zu Badekuren wünschen, werden gebeten, ihre Gesuche möglichst bald zu Händen der Frau Präsidentin, Casinostraße 22, gelangen zu lassen." — Am 9. und 10. Juni wird in Cob lenz im Görres- baue der Bezirkstag des Bezirksvereins beider Hessen und Nassau im Deutschen Fleischer-Verband abgehalten. Die Tages-Ordnung ist u. A. die Erstrebung eines einheitlichen Fleischbeschau- und Währschastsgesetzes im ganzen Deutschen Reiche. Die Verhandlungen beginnen am 9. Juni, Mittags 2 Uhr und sind alle sich für die Sache interessirenden Metzger zu zahlreicher Betheiligung eingeladen. — Die Vorarbeiten zu dem Ende Juli l. I. in Hanau zu feiernden 19. Mittelrheinischeu Kreisturnfest nehmen ihren rüstigen Fortgang. Die Einladung des geschäftsführenden Ausschusses an die Turnvereine des Kreises ist ergangen und wird der darin angeschlagene herzliche Ton gewiß einen guten Eindruck machen. Der Finanz-Ausschuß verfügt über einen ausgesetzt, so daß man sie für Dragoner halten konnte, und so denn den Franzosen präsentirt. Am Abend aber war der Commandeur sehr ungehalten- dieser Spaß hatte unsere Feldwachen, die nicht benachrichtigt worden, veranlaßt, aus ihre eigenen Kameraden Feuer zu geben, glücklicherweise ohne ihnen Schaden zu thun. Die Tage verstrichen jetzt unter lebhaften Recognos- cirungen; man führte eben den kleinen Krieg. Da traf plötzlich die Ordre ein, Saarbrücken ganz aufzugeben und rückwärts Stellung zu nehmen. Große Unzufriedenheit- es war ja eben erst tue Kunde gekommen, es sei Succurs im Anrücken. Major v. Pestel telegraphirte, er halte es für eine Ehrensache, seinen Posten bis zum Aeußersten zu behaupten, und wirklich, als das Bataillon Morgens 8 Uhr schon marschfertig stand, traf Contre-Ordre ein und für Pestel gleichzeitig die Ernennung zum Oberstlieutenant. Großer Jubel der Truppe und der Bevölkerung. Danach erschien auch der Brigade^General v. Gneisenau mit einigen Artillerie-Offizieren und mehreren Geschützen und auch diese wurden freudig begrüßt. Man sah darin ein Zeichen, daß der Posten nachdrücklich verstärkt, Saarbrücken dennoch einstweilen noch nicht aufgegeben werden sollte. (Fortsetzung folgt.) Garantiefonds von 32 000 Mk., die Zeichnungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Der Wohnungs-Ausschuß hofft, 800 Privat-Quartiere zur Verfügung stellen zu können, angemeldet sind bis jetzt 588, nebst 2500 Mk. freiwilligen Beiträgen. Der Musik- und Vergnügungs-Ausschuß hat die nöthigen Musikcapellen für den Festzug und die Aufführungen in der Festhalle gewonnen- die fünf besten Gesangvereine Hanaus, ein Chor von 300 Sängern mit ganz gewaltigem Stimmmaterial wird unter Leitung des Herrn Ph. Hartung einen Sänger-Abend veranstalten. Bei dem Commers am Vorabend des Festes kommen Marmorgruppen, gestellt von der Hanauer Turnerschaft, zur Vorführung, für den Abend des zweiten Festtages sind lebende Bilder, sowie die bildliche Darstellung bekannter Turner des Mittelrheinkreises geplant. Die Festhalle ist in Arbeit, mit der Ausstellung wird Mitte Juni begonnen. Der Wirthschasts-Ausschuß hat mit Herrn Failbach in Mainz, einem tüchtigen, leistungsfähigen Wirth, wegen Uebernahme der Wirthschaft in der Festhalle Vertrag abgeschlossen und auch sonstige Abschlüsse gemacht, die einen flotten Wirthschastsbetrieb sichern. Der Turn-Ausschuß sorgt für musterhafte Aufstellung der besten Turngeräthe, daß dieselben fleißig benutzt werden, ist Sache der Vereine, die in guter, turnerischer Vorbereitung und recht zahlreich zu dem Feste kommen mögen. Grünberg, 3. Juni. Veranstaltet von dem evangelischen Kirchengesangverein, wird am Sonntag den 14. Juni ein Kirchengesangfest unter Mitwirkung der Vereine von Beuern, Babenhausen, Burkhardsfelden, Grünberg, Lardenbach, Londorf, Ulrichstein und Wetterfeld dahier stattfinden. Die Feier wird, nach einer am Morgen vorausgehenden Hauptprobe, in der hiesigen Stadtkirche um 2 Uhr Nachmittags beginnen, und dürste die Ausführung des Programms etwa ll/2 Stunde in Anspruch nehmen. Hieran anschließend ist im Falle günstiger Witterung eine mit Ansprachen und Gesängen verbundene Nachfeier auf dem Marktplatze am Schießhause in Aussicht genommen. -r. Butzbach, 5. Juni. Am 28. Mai entstand in dem benachbarten Lampenheimer Gemeindewald ein Brand, der sich, ohne nennenswerthen Schaden anzurichten, auf eine Fläche von ca. 60 Quadratmetern ausdehnte, lieber die Entstehungsursache des Feuers ist nichts bekannt. Ockstadt, 2. Juni. Gestern ereignete sich hier ein bedauerliches Unglück. Der Oeconom Klein wollte einen schwer mit Mist beladenen Wagen aus seinem Hof ziehen. Auf dem etwas abschüssigen Boden kam er jedoch zu Fall und der Wagen rollte über den Körper desselben. Außer einem Beinbruch erhielt er noch sonst schwere Verletzungen, da er auch unglücklicher Weise auf spitze Steine gefallen war. K. Bingenheim, 3. Juni. Heute Nachmittag gegen 4 Uhr entlud sich über unserem Thal ein so schweres Gewitter, mit Hagel untermischt, daß sich die ältesten Leute nicht erinnern können, ein so schreckliches Wetter erlebt zu haben. Sämmtliche Keller des Dorfes sind mit Wasser gefüllt, bei vielen Leuten ist dasselbe bis in die Wohnstuben gedrungen. Aus den Straßen stand das Wasser meterhoch, sämmtliches Vieh mußte aus den Ställen auf höher gelegene Punkte gebracht werden. Der Schaden, den das Wasser auf den Feldern angerichtet, ist ein ganz enormer, fast sämmtliche Bauerde ist weg in die tiefer gelegenen Wiesen geschwemmt. Die schöne vor dem Dorfe befindliche Baumschule ist sammt den Bäumchen weggeschwemmt. Aehnlich, aber doch nicht so schlimm, sieht es in einigen Nachbargemarkungen aus. vermischte». * TT Ans Hessen, 4. Juni. Gewitter und Blitzschlag. Aus allen Gegenden des Hessenlandes treffen Nachrichten über schwere, mit wolkenbruchartigen Niederschlägen verbundene Gewitter ein, welche durch Blitzschlag sowohl als durch die reißenden Wassermaffen Hab und Gut gefährdet und argen Schaden angerichtet haben. Am schlimmsten hat das Unwetter wohl bei Neukirchen gehaust. Dort sind nach Berichten von Augenzeugen schlimme Verwüstungen an den Getreidefeldern angerichtet - Krume mit Saat ist weg- geschwemmt und gewähren die Fluren einen traurigen Anblick. Aehnliche Nachrichten kommen aus dem Haunthal und der Rhöngegend, dem oberen Fuldathale. Die Gemarkung Niederkalbach wurde durch starken Hagelschlag heimgesucht, in Neuhof und Ellers bei Fulda schlug der Blitz in zwei Scheunen ein, eine Frau, die sich in der Scheune befand, wurde vom Blitz getroffen. Auch in der Schwalmgegend hauste ein schweres Gewitter, der Blitz schlug mehrfach ein - in Obergrenzebach wurde ein Haus in Brand gesetzt und eingeäschert. In Lüdermünd und Umgegend gingen ebenfalls wolkenbruchartige Regengüsse mit starkem Hagel nieder und richteten große Verheerungen an. Zwei Personen wurden durch Blitzschlag verletzt. * △ Mainz, 4. Juni. Heber den gemeldeten Schiffs- brand in dem Hafenbaus der „Gustavsburg", der, wie eine mächtige Rauchsäule oberhalb der Eisenbahnbrücke anbeutet, noch immer fortlodert, sind noch folgende Einzelheiten nachzutragen. Der Brand wurde nicht, wie vielfach angenommen wurde, durch das Gewitter hervorgerufen, sondern ist durch eine im Innern des Schiffes erfolgte Explosion des Naphtas erfolgt, wodurch sich auch die weithin wahrgenommene heftige Detonation erklärt. Glücklicher Weise hat sich die Mittheilung, daß zwei Menschenleben durch das Feuer das Leben verloren, nur theilweise bestätigt, indem nur ein Matrose den Tod in den Flammen sand. Von Augenzeugen werden herzzerreißende Schilderungen über die Momente wiedergegeben, die dem Tode des Unglücklichen vorausgegangen waren. Durch eine undurchdringliche eiserne Wand von dem regelmäßigen Ausgange abgesperrt, suchte der Aermste in seiner Verzweiflung durch die Luke der Cajüte in das Freie zu kommen und zwängte mit Gewalt seinen Kopf durch die kleine Oeffnung, die zu klein war, um den übrigen Theil des Körpers durchzulassen. Mit blutüberströmtem Gesichte jammerte der Verzweifelnde um Hilfe, die von den Hunderten auf dem Ufer stehenden Personen wegen den sich ständig weiter verbreitenden Flammen und der eisernen Constrnction des Schiffes nicht gewährt werden konnte. Viele der auf dem Ufer befindlichen Menschen hätten gern alles für den Unglücklichen gewagt, allein Hilfe war nach Lage der Verhältnisse absolut unmöglich. — Die auf der Rückseite des Schiffes befindliche Frau und Kinder des Schiffseigenthümers konnten im letzten Augenblicke noch gerettet werden. Größer als anfänglich geglaubt war die Gefahr, von dem Brande in Mitleidenschaft gezogen zu werden, für die vielen im Hasen liegenden Schiffe und die zahlreichen Magazine auf den Ufern, indem das brennende Naphta eine solche Hitze erzeugte, daß Selbstentzündungen auszubrechen drohten. Nur der umsichtigen Thätigkeit einiger Schiffseigenthümer und mehrerer erfahrener Männer ist es gelungen, durch Jsolirung des brennenden Schiffes die drohende Gefahr abzuwenden. — Geladen war das verbrannte Schiff mit 17,000 Gentner Gaskohlen und 1900 Fässern Naphta. Die versicherte Ladung war theilweise für die Firma Stock u. Fischer in Bingerbrück bestimmt. ilnioerfitäte - Nachrichten. — Der frühere UntcrstaatssccrelLr im Ministerium Elsaß- Lothringens, v. Mayr, hat sich als Privatdocent für Nationalökonomie, Statistik und Ftnanzwissenschaft an der Universität Straßburg babilitirt. — In Bonn habilitirte sich Dr. Boennecken für Hahn- heilkunde. — Göttingen hat in diesem Semester 831 Studenten (gegen 895 im vorigen Winter- und 890 im vorigen Sommer Semester.) — Die Forstakademie zu Minden wird in diesem Semester nur von 13 Studirenden besucht, darunter 4 Hospitanten — die niedrigste Ziffer feit Bestehen der Akademie. — Nach dem eben erschienenen Verzeichniß der Studtrenderr an der Universität Halle ist die Zahl der Hörer (einschließlich der Hospitanten) von 1764 im letzten Wintersemester auf 1584 zuruck- gegangen. Jmmatriculirt sind jetzt 1483 Studirende, gegen 1603 im letzten Winter-, 1634 im Sommersemester v. I. Auf die einzelnen Facultäten entfallen: theologische 650 (gegen 693), juristische 131 (143), medicinische 272 (270), philosophische 420 (507). Von de» Jmmatriculirten sind 1172 Preußen, 206 sonstige Deutsche und 77 Ausländer. — Der Geh. Hofrath Professor Dr. phil. und theol. Anton Springer, Lehrer der mittelalterlichen und neueren Kunstgeschichte an der Universität Leipzig, ist am 31. Mai, wenige Wochen vor Vollendung des 66. Lebensjahres, gestorben. Springer war eine durch die deutschen Lande und darüber hinaus bekannte und hochgewürdigte Lehrkraft. — D. August Hermann Francke, Professor der Theologie an der Universität in Kiel, ist in Montreux in der Blüthe seiner Jahre gestorben. Die Beisetzung des allzu früh dahingeschiedenen Gelehrten^ an dessen Bahre seine tiefgebeugte Gattin, die Tochter des Herrn Professor D. Köstlin in Halle trauert, wird am Montag in Halle erfolgen. verkehr, Land- utt6 volksrvirthschast. — In Oberhessen und Umgebung finden im Monat Juni u. A. folgende Märkte statt: Den 15. und 16. in Herchenhain Vieh- und Krämermarkt. Den 16. in Laubach Vieb- und Krämermarkt. Den 17. in Friedberg Vieh- und Krämer markt, Herchen-- Hain Viehmarkt, Wetzlar Vieh- und Krämermarkt. Den 18. in Butzbach Vieh- und Krämermarkt, Grünberg Vieh- und Krämermarkt, Marburg Schwcinemarkt. Den 19. in Lich Vieh- und Krämermarkt. Den 23. und 24. in Gießen Vieh- und Krämermarkt. Frankfurt, 4. Juni. Die gestrigen Märkte im städtischen Viehhos waren mit 280 Kälbern und 338 Schweinen befahren; am Dienstag waren 214 Schweine am Markt gestanden. Die Umsatz- preife blieben an beiden Viehsorten unverändert die am Montag notirten: Kälber erster Qualität auf 63 bis 68Psg, zweiter Qualität 50 bis 55 Psg., Schweine erster Qualität 53 bis 55 Psg., zweiter Qualität 50 bis 52 Psg. per Pfund. ♦ 9 Cassel, 4. Juni. Aus den uns vorliegenden Satzungen der Casseler Postfachschule ersehen wir, daß in genannter Anstalt am 15. Juli ein neuer Lehrgang beginnt. Eltern und Vormündern können wir für ihre Söhne die Postlaufbahn nur bestens empfehlen. Erwähnt fei noch, daß die Casseler Postfachschule seit ihrem Bestehen sehr günstige Erfolge erzielt hat — jedes Mal haben alle in die Prüfung gesandten Zöglinge dieselbe bestanden. Jedenfalls für den Leiter und die Lehrkräfte der Casseler Postfachschule ein gutes Zeugniß. — Nach dem uns vorliegenden Berichte der Pommersche« Hypothekeu-Aetienbank zu Berlin für 1890 gleicht sich die Bilanz aus mit 19351352 Mk. 65 Pf. Die Acttva betraaen an Kassenbestand 602359.34, eigenen Effecten zuzüglich Zinsen 951770.60, Wechselbestand 27034.80, Guthaben bei Bankhäusern gegen Unterlage resp. zur Couponseinlösung 121877.50, vorräthigen und gerempelten Pfandbriefformularen 16 797.29, diverse Debitoren 50 352.93, Anlagen im Hypothekengeschäft 17 581160.19 Mk. — Das Actiencapital beträgt 1885000 Mk., der Spezialreservefonds 417824 26, die Agio- Reserve für gekündigte 5o/o 110er Pfandbriefe 138270 Mk., der Pfandbriese-Umlauf 14036100, der Amortisationsfonds 223709.44Mk. Es verblieb am Schlüsse des Rechnungsjahres ein Reingewinn von 141142.44 Mk. An Hyporhekenzinsen wurden vereinnahmt 857395.84 Mk. Der Reingewinn gestattet die Vertheilung einer Dividende von 6%. Entsprechend der Gestaltung des Geldmarktes hat die Bank zur Neuausgabe nur 4 %tge Pfandbriefe gebracht, da nach den Erfahrungen anderer Hypothekenbanken denselben z. Z. bei dauernden Capitalsanlagen vor 3* Äer SfesSf r* 189° lt?c ,,“n« Stetten a«J zustatten, rf. K'-ttrdn, ft«* *• v*S Waubt ' ®*He unb hennenbe , ungen uus- einiger Jänner ist eg 'öle drohende rannte Schiff leyn Naphla. 5irma Stöck Arbeitsversteigerung. | Dienstag den 9. L MtS, Vormittags 9 Uhr, sollen im alten i Nachhause verschiedene Pflasterarbeiten, veranschlagt zu 446 «M. 24 H, versteigert werden. Gießen, den 5. Juni 1891. Großh- Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.______5262 Vergebung von Bauarbeiten. Sämmtliche Rohbauarbeüen in Kostenhöhe von ca. 23500,00 J4, einschließlich Cementarbeiten, Cement- und Trägerlieferung, wie solche bei Erbauung eines Wohngebäudes für den Verwaltungs'Director der neuen Universitäts-Kliniken zu Gießen zur Ausführung kommen, sollen nach Gewerken getrennt oder an einen Generalunternehmer aus dem Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitöbeschreibungen und Bedingungen können von Dienstag den 9. Juni L I. ab aus dem Baubureau der Kliniken, Frankfurierstraße Nr. 103, eingesehen werden, woselbst auch gegen Copialgebühren Angebotunterlagen erhältlich sind. Termin zur Eröffnung der Angebote: DieuStag den 23» Juni d. I., Vormittags 10 Uhr. Zuschlagsfrist 16 Tage. Gießen, den 5. Juni 1891. Großh. Kreisbauamt Gießen. __________Renting.5248 WrrhesMe Eisenbahnen. Dergebrrrrgvou Bauarbeiter,. Die bei Erweiterung der Station Büdingen vorkommenden Arbeiten und Lieferungen sollen im Submissionswege vergeben werden und sind die Bedingungen hierüber nebst Zeichnungen und Kostenanschlag im Expeditionszimmer der Station Büdingen bis zum 12. d. Mts. einzusehen. Die schriftlich einzureichenden Offerten sind verschlossen und versiegelt bis zum 13. b Mrs., Dormittags 11 Uhr, mit der Aufschrift „Offerte auf die Arbeiten und Lieferungen bei Erweiterung der Station Büdingen" im Bureau de« Unterzeichneten portofrei einzureichen, woselbstumV2l2Uhr die Eröffnung der eingelaufenen Offerten stattfindet. Der Großherzogliche Eisenbahnbaumeister : I. V.: 5244 Heinrich Backofen._______ Versteigerung. SamStag den 6. Juni dS. Js., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Adler" gegen Baar- zahlung: 1 Schreibsecretär, 1 Verticow, 1 Sopha. Born, 5261 Gerichtsvollzieher. Aeitgebolenes. 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Katechismuslehre der neuconfirmirten Gymnasiasten und Stadtschüler Vormitt. 11 Uhr in der Frtedhofscapelle. Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 3 Uhr: Christenlehre für die confirmirten Mädchen, in der Stadtktrche. Pfarrer Schlosser- Am Sonntag den 14. Juni: Feier des heiligen Abendmahls Vormittags 9^2 Uhr; Beichte am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr. Di« Pfarrgefchäfte in der Woche vom 7. bis 13. Juni besorgt Marrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. 3. Sonntag nach Pfingsten (Fest des HU Bonifacius), 7. Juni: Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um VrdUhr Gelegenheit zur hl. Beichte. , , Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenhett zur hl. Beichte; um Vi7 Uhr Austheilung der hl- Communion; um Va8 Uhr Frühmesse; um b/^O UHr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um V20 Uhr Festandacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, 6. Juni: Freitag Abend 7=» Uhr, Samstag Morgen 8« Uhr, Samstag Mittag 400 Uhr, Samstag Abend 8M Uhr. Für die Armen zu Hunderttausenden aus Rußland vertriebenen Juden nehme ich meine Zuflucht zu den mildthättgen Herzen unserer Stadt mit der Bitte, mir Geldunterstützungen für dieselben zukommen lassen zu wollen, die ich mit herzlichem Danke entgegennehmen und an das für deren Auswanderung thätige Comilö nack Berlin schicken werde. Rabbiner Dr. Levy. Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 5. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16, Luft 17Ve Grad Reaumur. L. Ehr. Rübsamen Wwe. befördert durch die Annoncen-Expedition für diese Zeitung, sowie alle andern Zeitungen u. Fachzeitechrlftendesln- u. Auslandes werden am schnellsten u. billigsten Haasenstein & Vogler A. G., w 9 <^vll o °O ÄSJ in Bremen 5256 Der Vorstand befördert Passagiere der concesstonirte Agent 1614 [5257 Jaröen, tr-cke« zu vermietben. Jos. Georg 5236 vermiethen. H. F» Naffauer miethen. Chr. Schwalb miethen. Georg Pfaff Ergebenst ladet dazu ein Publikum zur Verfügung. 4639 Ernst Challier. 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Versammlung: Sonntag den 7. d. M. bei Felsing, Nachmittags 3 Uhr. Tagesordnung: 1) Vortrag über Ableger, 2) Neuwahl eines Rechners, 3) Abgabe von Kunstwaben, 4) Erhebung der Beiträge. Wegen Wegzug des Herrn Lauber vollzähliges Erscheinen geboten. Eine Kinderfrau wünscht Stelle, am liebsten bei einem kleinen Kindchen für den 17. Juni ober auch später; auf hohen Lohn wird nicht gesehen, nur gute Behandlung. [5235 Zu erfragen Vormittags Ludwigstr. 32. Soolbad Soden-Stolzenberg. Stärkste kohlerrfäu erreichen Soolquellen zu Trink- und Badekuren. Nähere Auskunft ertheilt die BadeverwaLtung sowie der Pächter PH. Zindel (früher Inhaber des Restaurants zum Wintergarten in Frankfurt a. M.) 5245 Hotel Luy Wetzlar Bahnhofstrasse Wetzlar Dejeuners, Diners, Soupers für mehrere Personen bei vorheriger Bestellung stets zu haben. Separat-Zimmer für 20 bis 30 Personen stehen stets dem Cassel Frankfurter Postsachschule. Am 15. 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Juni 1891. deerdigung findet Sonntag Nachmittag 2 Uhr vom Sterbehause, Ederstraße 6 aus statt. 5258 Gesangverein Harmonie in Klein-Linden Sonntag den 7. Juni: 5242 Der Vorstand. Turn- und Gesangverein Tobar. Sonntag den 7. Juni: Feier des 30 jähr. Stiftungsfestes im Gasthaus „Zum Schwanen . Von Nachmittags 3 Uhr bis Abends 8 Uhr: Concert ausgeführt von der Kapelle des Infanterie-Regiments Nr. 116. Abends: Tanzvergnügen ■>£ Sonntag den 7. Juni, Abends 8 Uhr in der Stadtkirche: historisches Orgel - Concert (Bach-Concert) unter gütiger Mitwirkung von Frau Prof. Schmidt, des Herrn Musikdirectors Krausse u. des Musikers Hm. Krapp. J. S. Bach. Programm: Arie aus der Lucaspassion, Arie aus der Pfingstcantate (mit obligatem Cello), zwei geistliche Lieder, bearbeitet von Frank für Sopran. — Zwei Sarabanden f. Violine. — Praeludium Es-dur, fünfstimmige Fuge F-moll, Taccata F-dur, drei Chorusvorspiele für Orgel. 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Redactton: & Schema. — Druä und Verlag der Brühl'schm Druckern (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen,