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Abthellung immer, aber auch Remonstrationen gegen Ansätze dieser Abthellung, sowie Reclamationen gegen Einkommen- und Capitalrentensteueransätze 2- Abthellung möglichst schriftlich und zwar unter genauer Angabe der für eine etwaige Ermäßigung sprechenden Gründe (wenn aber mündlich, nur an den Amtstagen Dienstags und Samstags) während der gesetzlichen Frist bei dem Unterzeichneten vorzubringen find, damit der Commission das zur Beschlußfassung erforderliche Material demnächst unterbreitet werden kann. Gießen, den 20. April 1891. Der Vorsitzende: Süssert. Deutsches Reich. Darmstadt, 4. Mai. Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Heinrich von Preußen sind mit dem Prinzen Waldemar und Gefolge heute Vormittag 11 f/4 Uhr in erwünschtem Wohlsein dahier eingetroffen. Höchstdieselben wurden am Bahnhof von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog, Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Alix, sowie J.J. Gr.Gr. H.H. den Prinzen Heinrich und Wilhelm empfangen und begrüßt. nn. Darmstadt, 3. Mai. Zweite Kammer der Stände. Tagesordnung der 22. Sitzung. Dienstag, den 12. Mai 1891, Vormittags 9^ Uhr. I. Neue Einläufe. II. Berichtsanzeigen. III. Berathung über: 1. die Vorstellung der Stadt Friedberg, Zurückerstattung der für einen Zeichnenlehrer an der Realschule und Hem mit derselben verbundenen Progymnasium pro 1891 zur Verfügung gestellten 1800 Mk. betreffend - 2. Das Gesuch der Wittwe des Gendarmen Lipp von Wimpfen a. B. um Aufbesserung ihres Wittwengehaltes; 3. das Gesuch des geschästssührenden Ausschusses des Hessischen Landes-LehrerS-Vereins wegen Unterstützung erkrankter Schulverwalter aus Staatskosten - 4. den Antrag der Abgeordneten von Rabenau, Bergsträßer und Wernher auf Neuregulirung der Beamtengehalte, beziehungsweise Wiederherstellung der fixen Etats - 5. das Gesuch der Taubstummenlehrer zu Friedberg und Bensheim um Ausbesserung ihres Gehalts - 6. das Gesuch des Vereins der seminaristisch gebildeten Lehrer an den höheren Schulen des Großherzogthums, die Gehaltsverhältnisse der an den Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen angestellten seminaristisch gebildeten Lehrer betreffend; 7. Das Gesuch der Bahnmeister an den Oberhessischen Bahnen um Erhöhung ihres Gehaltes - 8. das Gesuch der Weichenwärter Peter Giar, Karl Freitag und Wilhelm Horn zu Gießen um Ausbesserung ihres Gehalts - 9. die Vorstellung und Bitte der Zugführer an den Oberhessischen Bahnen um Erhöhung ihres Gehalts/ 10. die Vorstellung und Bitte der Lokomotivführer an den Oberhessischen Bahnen um Erhöhung ihres Gehalts - 11. die Vorstellung und Bitte der Großherzoglichen Rechnungs- und Revisionsbeamten an den Oberhessischen Bahnen um Einreihung in die Zahl der übrigen Großherzoglichen Rechnungsund Revisionsbeamten- 12. die Vorstellung und Bitte der Hauptsteueramtscontroleure, Revisionsbeamten und Assistenten bei den Großherzoglichen Hauptsteuerämtern und des Contro- leurs bei dem Steueramt Bensheim um Gehaltserhöhung und Gleichstellung ihrer Gehalte mit denjenigen der Beamten verwandter Kategorien - 13. den Antrag des Abgeordneten Racke zu Capitel 109, Titel 5 der ordentlichen Ausgabe des Hauptvoranschlags pro 1891/94, die Erhöhung der Gehalte der Beamten der Hauptsteuerämter und des Steueramts Bensheim betreffend - 14. das Gesuch der Steueraufseher des Großherzogthums um Gehaltserhöhung- 15. den Antrag der Abgeordneten Jöst und Müller zu Capitel 109, Titel 13 des Hauptvoranschlags pro 1891/94 zwecks Ausbesserung der Gehalte der Steuerausseher- 16. den Antrag des Abgeordneten Rack6 zu Capitel 109, Titel 13, Pos. II des Hauptvoranschlags pro 1891/94, die Gehalte der Steueraufseher betreffend ; 17. das Gesuch der Unterbeamten der Großherzog- Ijcheü Badeanstalt zu Bad-Nauheim und des Großherzoglichen Braunkohlenbergwerks Ludwigshoffnung bei Melbach um Gehaltserhöhung; 18. das Gesuch der Großherzoglichen Forstmeister und Oberförster um Gleichstellung ihrer Besoldungen ! mit denjenigen der Großherzoglichen Amtsrichter- 19. a) die j Hingabe der Grobherzoglichen Handelskammer zu Mainz, I b) die Vorstellung der Großherzoglichen Handelskammer zu Bingen, c) die Eingabe der Großherzoglichen Handelskammer zu Gießen, d) die Mittheilung eines Beschlusses der Stadtvertretung zu Mainz, die Besteuerung des Weins von Privaten betreffend - 20) a) die Eingabe der Bürgermeisterei Worms, b) die Eingabe der Bürgermeisterei Lampertheim, c) die Eingabe des Comites einer Bürgerversammlung zu Worms, die Erbauung einer festen Brücke über den Rhein bei Worms betreffend. Berlin, 4. Mai. Die Frage, ob es möglich sein wird, den Reichstag vor Pfingsten zu schließen, wird sich in diesen Tagen entscheiden müssen. Ihre Entscheidung hängt von dem Verlause der dritten Lesung des Arbeiterschutzgesetzes ab. Wenn sich dieselbe glatt abwickelt und demnach nur wenige Sitzungen beansprucht, so wird es vielleicht möglich sein, die reftirenden Vorlagen bis Mitte nächster Woche zu erledigen. Von ihnen ist allerdings die Novelle zum Krankenkassengesetz auszunehmen, ihre Berathung könnte neben derjenigen der Novellen zum Branntweinsteuer- und zum Zuckersteuergesetz und der übrigen kleineren Gesetzentwürfe unter keinen Umständen mehr vor Pfingsten zu Ende geführt werden. Den Reichstag aber noch nach Pfingsten zusammenzuhalten, daran ist schwerlich zu denken, zeigen sich doch seine Sitzungen jetzt schon fortgesetzt als sehr schwach besucht. Um nun die mühevollen Commissionsarbeiten über diese Vorlagen nicht vergeblich sein zu lassen, will nun die Regierung, wie es heißt, den Reichstag nochmals sich bis nächsten Herbst vertagen lassen, denn in einer neuen Session müßte auch die Berathung der Krankengesetz-Novelle wieder ganz von vorn begonnen werden. Indessen werden hierüber wie überhaupt bezüglich des Reichstagsschlusses die letzten Dispositionen noch abzuwarten sein. (Siehe Reichstagsbericht). — Fürst Bismarck hat eine Abordnung nationalliberaler Herren des Wahlkreises Geestemünde-Lehe in Friedrichsruhe empfangen und ihr gegenüber erklärt, das Reichstagsmandat für Geestemünde-Lehe mit Dank annehmen zu wollen. Darüber, wann der Fürst zum erstenmale sein Mandat auszuüben gedenkt, liegen noch keine Meldungen vor. — Die Arbeiterfeierlichkeiten vom 3. Mai sind in ganz Deutschland ebenso ruhig verlaufen, wie schon der 1. Mai. Dagegen hat die Maifeier im Auslande an verschiedenen Punkten eine bedrohliche Situation gezeitigt. Besonders bös sieht es in dem nordfranzösischen Jndustrieort Fournies aus, wo die blutigen Zusammenstöße zwischen den aufgehetzten Arbeitern und der bewaffneten Macht, bei denen 14 Personen getödtet und gegen 40 verwundet wurden, die unter der Arbeiterbevölkerung herrschende Erregung noch gesteigert haben. Bedeutende Truppenverstärkungen wurden deshalb nach Fournies abgesandt. Auch in Belgien hat die Maifeier zu ernsten Unruhen geführt, über mehrere Jndu- strieorte mußte sogar der Belagerungszustand verhängt werden. In Barcelona, dem größten Jndustriecentrum Spaniens, fanden am Sonntag nicht weniger als fünf Petarden-Explo- sionen statt, durch welche beträchtlicher Schaden angerichtet und eine ungeheure Erregung hervorgerufen wurde. Auch aus Ungarn werden nachträglich Ausschreitungen der Arbeiter gemeldet, aus den Orten Oroshaza und Bekescaba. Deutscher Reichstag. 114. Plenarsitzung. Montag, 4. Mai 1891. Präsident v. Levetzow gibt vor Eintritt in die Tagesordnung eine Uebersicht der noch unerledigten Vorlagen und Anträge, aus der sich ergibt, daß ein Sessionsschluß vor Pfingsten ausgeschlossen erscheint. Der Präsident spricht gleichzeitig sem Bedauern über den schwachen Besuch der Sitzungen aus, welcher dem Ansehen und der Würde des Reichstags nicht förderlich sei. (Zustimmung.) Abg. Rickert (bfr.) bittet um demnächsttge Berufung der Vertrauensmänner der Fraktionen bebuss Verhandlungen mit der Regierung über Bezeichnung solcher Gegenstände, deren Erledigung noch aufschiebbar ist. Es folgt die erste Berathung des Nachtragsetats für 1891/92. Abg. Richter (bfr.): Nachtragsetats seien immer unerwünscht; man sollte nur im Nothiall Nachtragsforderungen stellen. Für bte vorliegenben Nachtragsforberungen sei ein solcher Nothiall niat vor- hanben, namentlich nicht für die Forderung für Kamerun und die Wiederherstellung der RationSbeiechngung für eine Anzahl Stillen. Redner kommt dann auf die ang kündigte Anfrage, welche Mittel die Regierung zur Abhülfe der Getreidevertheuerung zu ergreifen gedenke. Präsident v. Levetzow bemerkt, daß er eine allgemeine Diskussion über die Getreid« zolle an ditser Stelle nicht zulasstn könne. Abg. Richter wiederholt seine Anfrage, indem er auf eine Begründung verzichtet. Staatssekretär Dr. v- Boetticher erwidert, daß selbst wenn das Haus geneigt wäre, in eine Debatte über die Getreidezölle ein- zutreten, es den verbündeten Regierungen unmöglich sein wüide, voran thetlzunehmen, denn angesichts der schwebenden Handels- vertragsverbandlungen könnten sie nicht autonome Zollermäß'gungen öffentlich erörtern. Heute sei auch noch nicht der Zeitpunkt gekommen, Maßnahmen hinsichtlich der Versorgung des deutschen Markte« mit Getreide ins Auge zu fassen. Allerdings hätten die Getreidepreise eine gewisse Höhe erreicht; e8 sei aber darauf hinzuweisen, daß ta früheren Jahren gleiche und höhere Preise erreicht wurden. Infolge der letzten warmen Tage hätten sich die Ernteaussichten schon sehr viel besser gestaltet. Ein sicheres Bild werde sich erst tm Juni gewinnen lassen. Die Regierung verfolge die Bewegungen des Getreidm Marktes; sollte sich ergeben, daß besondere Maßnahmen zur Versorgung des deutschen Marktes mit Brodkorn nöthig werden, so werde die Regierung solche gemeinsam mit dem Reichstage und unter Schonung des wichtigen Gewerbes der Landwtrthschaft ergreifen. (Beifall.) Abg. Dr. Bamberger (dfr.) dankt Namens des Abg. Richter für diese eingehende Antwort. Jedenfalls sei die von Richter angeregte Frage wichtiger als die Nachtragsforderung für Kamerun, deren Quintessenz sei, daß das deutsche Reich zu Gunsten der dort interessirten Handelshäuser Krieg führe. Die einheimischen Händler, welche den Handel zwischen dem Htnterlande und den Faktoreien vermitteln, sollen verdrängt werden, weil sie zu viel verdienen und weil sie angeblich nicht arbeiten wollten. Warum solle das Reich dazu beitragen? Die englische Regierung mische sich in solche Explorationen nicht ein. Außer dem Gelbe, was uns die Colonien kosten, komme noch das stete Spiel mit der Gesundheit derer, welche nach den Colonien gehen. Wie man in einem Bade frage: Haben Sie schon gebadet? so frage man in den Colonien: Haben Sie schon da« Fieber gehabt? Auch die allgemeine Weltlage sollte man berücksichtige» und nicht neue Engagements übernehmen. Dem Colonialrath sehe er mit Bangen entgegen; das werde so eine Art Divan für die Colonialabtheilung werden. Staatssekretär Frhr. v. Marschall: Wenn wir den Rath- schlügen Bambergers folgen wollten, so würden wir die sicherste Garantie dafür haben, daß aus unseren Colonien nie etwas werde» könne. Wenn wir Colonialpolitik treiben, so müßen wir den Weg gehen, den andere Nationen gegangen sind; wir müssen an der Küste beginnen und allmälig bis ins Hinterland vorgehen. Angesicht« dessen, was in dieser Vorlage verlangt werde, habe Bamberger wirklich zu schweres Geschütz aufgefahren, als er die auswärtige Politik in düsteren Farben darstellte. Es handle sich hier um l1/» Million, die nicht a fonds perdu, sondern nur als Anlehen gewährt werde» sollen. Jedenfalls sei die Lage der auswärtigen Politik nicht ft trübe, als daß sie uns hindern könnte, die Colonialpolitik tn dem hier angenommenen Rahmen forlzufetzen. (Beifall.) Abg. Graf Mirbach (cons.) gibt eine Uebersicht der Getreide- preife seit Decennien, um darzuthun, daß gegenwärtige Preise keine ungewöhnlich hohen seien. Abg. Bebel (Soc.) lehnt die Position Kamerun ab, die Koste» der Colonien wagen ungleich schwerer als die Vortheile, die sie un« gewähren. Gelinge es uns wirklich, ins Innere Afrikas einzudringen, so werde nur der Schnapsimport nach Afrika ein größerer werde». Mit Vergnügen werden seine Freunde für die Forderung betr. Beschickung der Chicagoer Weltausstellung stimmen. Es wäre nur wünfchenswerth gewesen, wenn die Regierung früher auch der Pariser Ausstellung gegenüber einen anderen Standpunkt eingenommen hätte. Durch das Fernbleiben von Paris habe sich die deutsche Industrie sehr geschadet. Die unangenehmen Vorkommnisse bet der Anwesenheit der Kaiserin Friedrich tn Paris wären uns erspart geblieben, wenn Deutschland die Einladung zur Pariser Ausstellung angenommen hätte. Seine Freunde hätten die Getreidezollfrage zum Gegenstand einer Interpellation machen wollen und nur mit Rücksicht auf die Geschäftslage darauf verzichtet in der Hoffnung, beim Nachtragsetat Gelegenheit zur Erörterung der Frage zu haben; da dies nicht angängig, so würden sie auf die Interpellation zurückkommen. Die Frage fei drängend angesichts des allgemeinen wirthschaftlichen Rückganges. Abg. Frhr. v. Huene (Ctr.) beantragt Verweisung der Vorlage an die Budgetcommission. Hinsichtlich der Getretdepreise würde durch eine Zollherabsetzung gar nichts erreicht; es sei hierzu nöthig, die Preise an der Börse zu studiren, da sich das Getreide in den Hände» der Händler befinde. Abg. v. Kardorff (Rp.): Der von Bebel beklagte Niedergang sei durch die vielfach frivolen Strikes verschuldet, welche vor größere» Unternehmungen abschrecktzn. Bundescomm ssar G°h Rath Kayser: In der Commissto» werde Gelegenheit sein, Unrichtigkeiten, wie sie Dr. Bamberger vorgebracht, zu coriigiren. Der Zwischenhandel der Duallas, für welche Bamberger Sympathie bekundete, bestehe darin, daß die Duallas Karawanen überfallen und die Beute ihrer Raubzüge dann cm der Küste theuer verkaufen. Abg. Richter (dfr.): In all den vom Grafen Mirbach angeführten Jahren, in denen die Getreidepreife höher waren als jetzt, waren die Getreidezölle mit Rücksicht auf die Nothlage suspendirt. Seit 1881 seien die Kornpreise nicht so hoch gewesen als heute und sie seien heute um so fühlbarer, als die Kartoffelpreise infolge ungünstiger Kartoffelernte so hohe seien. Was bet Staatssekretär al« eine Frage der Würde des Reichs bezeichnete, sei nichts weiter alB das Bestreben, eine ungünstige Conjunctur der in Kamerun interessirten Handelshäuser zu bessern. Die Duallas übten das Monopol, das sie bislang ausg übt, noch bevor Deutsche dort waren. Die Zolleinnahmen von Kamerun, auf deren höheren Ertrag man rechne, rührten zu 5/e aus Schnaps, Waffen und Munition her. Es werde also weiter nichts bezweckt, als den Schnapshandel nach dem innere» Afrika auszudehnen. England wende für seine Colonien aus allgemeinen Staatsmitteln nicht viel mehr auf als das Deutsche Reich. - Abg. Dr. Fr ege (cons.) wünscht auch keine Ausbreitung de« Schnapshandels; aber man könne denselben auch nicht unmöglich machen, und da sei es doch wohl richtiger, wenn dieser Export Deutschland zu Gute komme, als dem Auslande. Was die Nothlage der Arbeiter betreffe, so herrsche in der Landwtrthschaft Arbeiter- mangel trotz hoher Löhne. Staatssekretär Frhr. v. Marschall: Wenn wir unter Führung Bambergers aus unteren Colonien htnauszögen mit dem Etn- geständniß, daß wir zu schwach seien, uns zu halten, so würde da« unser Ansehen nur schädigen. Der Nachtragsetat wird an die Budgetcommission verwiese». Es folgt dritte Berathung des Arbetterschutzgesetze«. »L- HegielSkt (Pole) erklärt dieZusttmmun, seiner Froctio» -u dem Gesetz, bittet aber, daraus nicht zu schlietzm, daß sie in jede« stnzelnen Punkte damit einverstanden seien. Weiterberathung morgen 11 Uhr. Vorher Antrag zur Jnvalt- ditLtS- and Altersversicherung. Ne«este Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 4. Mai. Das Abgeordnetenhaus begann die zweite Berathung des Cultusetats und genehmigte den Titel Ministergehalt. Im Laufe der Debatte erklärte der Minister, daß er die Regelung der Frage des Volksschulgesetzes für durchaus nothwendig halte; daneben liege ihm viel an der Regelung der inneren und äußeren Verhältnisse der Lehrer, namentlich der Besoldungsverhältnisse. Die Einnahmen wurden bewilligt. Bei dem Titel Ministergehalt sagte der Minister zu, daß er allen Angelegenheiten seines Ressorts das nöthige Wohlwollen zuwenden werde. Eine Trennung des Unterrichtsministeriums vom geistlichen Ministerium wäre vielleicht technisch zweckmäßiger, aber solange die Schule Kinder erziehe, dürfe das religiöse Element nicht unbeachtet bleiben. Für das einzubringende Volksschulgesetz würden die Ergebnisse der Verhandlungen des Hauses benutzt werden. Berlin, 4. April. Die Landgemeindeordnungscommission des Herrenhauses genehmigte den Paragraphen 48 (Stimmenverhältniß in der Gemeindeordnung) «it der Aenderung, daß die für die Grund- und Gebäudesteuer angenommenen Sätze des Paragraphen durch Ortsstatut erhöht oder um die Hälfte (statt eines Drittels, wie tzas Abgeordnetenhaus beschlossen) ermäßigt werden können. — Die conservative Fraction und die Centrumssraction des Abgeordnetenhauses beschlossen gegenüber der Fassung des Herrenhauses (3 Procent Einkommensteuer von höheren Einkommen) an der Fassung des Abgeordnetenhauses (4 Procent) festzuhalten. Berlin, 4. Mai. Die Landgemeindeordnungs- (ommi ss i on des Herrenhauses beendigte die erste Lesung «nd nahm das Gesetz in der Fassung der Abgeordneten mit Unwesentlicher Abänderung des § 75, sowie ferner des § 109 dahin, daß die Sitzungen des Gemeinderaths vor beschränkter Oesfentlichkeit stattfinden sollen, än. Berlin, 4. Mai. Die „Berliner Politischen Nachrichten" bestätigen die Meldung, daß die Delegirten Deutschlands und Oesterreich-Ungarns bereits am 15. ds. Mts. in Wien zusammentreten werden, um die Verhandlungen mit den schweizerischen Delegirten wegen des Handelsvertrags mit -er Schweiz zu beginnen. Berlin, 4. Mai. Der geheime Oberfinanzrath Rüdorfs, Präsident der Preußischen Central-Bodencredit-Actiengeselljchaft, ist gestern gestorben. Potsdam, 4. Mai. Der Kaiser trat gestern Abend 11 Uhr die Reise nach Düsseldorf an. Düsseldorf, 4. Mai. Der Kaiser traf um 9 Uhr Vormittags ein; er wurde von den Spitzen der Militärbehörden empfangen. Er begab sich, mit Albedyll fahrend, nach dem Triumphbogen aus dem Corneüusplatze, wo der Oberbürger- Weister eine Ansprache hielt. Der Kaiser dankte mit dem Ausdrucke seines Wohlwollens für die Stadt, fuhr in das Präsidialgebäude und empfing hier die Civilbehörden. Um zehn Uhr fuhr er nach der Golzheimer Haide zum Manöver. Düsseldorf, 4. Mai. Bei dem Feste der Provinziallandstände brachte Fürst von Wied nach der Begrüßungsansprache aus den Kaiser ein begeistert aufgenommenes Hoch aus. Der Kaiser erwiderte in längerer Rede, er gedachte seiner Studienjahre in Bonn, seines Großvaters, Vaters und seiner eigenen Beziehungen zur Rheinprovinz. Die von dem Fürsten v. Wied erwähnten Friedensbeziehungen seien die Pflicht seiner Stellung, er werde sich freuen, wenn er von -es Himmels Gnade unterstützt, den europäischen Frieden in -er Hand hielte; er wollte dann dafür sorgen, daß er nie gestört würde; er werde jedenfalls nichts unversucht lassen, -aß die Segnungen des Friedens erhalten blieben. Auch im Innern gestalteten sich die Verhältnisse allmählich fester, ihm sei keine Mühe zu groß, dafür zu sorgen, daß die Industrie zu ihrem Rechte komme und zwar sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer. Er könne miltheilen, daß gestern der österreichisch - deutsche Handelsvertrag paragraphirt worden sei, woraus für das Land großer Nutzen ersprießeu werde. Der Kaiser ist fest überzeugt, daß das Heil im Zusammenwirken liege. Schließlich trank der Kaiser aus das Wohl der Provinz. Freiburg 6. d. E., 4. Mai. Amtlich sestgestellres Ergeb' «iß der Stichwahl. Abgegeben wurden 16,053 Stimmen. Bismarck erhielt 10,549, Schmalfeldt ..504. Gerolstein, 4. Mai. Bei der Neichstags e rsa tzwahl tm 30. April im ersten Trierschen Wahlkreise wurden abgegeben 9928 Stimmen. Davon erhielt der Lederfabrikant Eduard Nels aus Prünn (Centrum) 9859. Altdamm, 4. Mai. Durch die F e u e r s b r u n st sind bis jetzt 15 Gebäude zerstört worden. Ein freiwilliger Feuerwehrmann wurde verschüttet und ist tobt. Wien, 4. Mai. Die deutschen Delegirten zu den Handelsvertrags-Verhandlungen waren den „Polit. Nachr." zufolge eingeladen, Budapest zu besuchen, wo sie gastsreund- lich empfangen würden; sie wären leider verhindert gewesen, der Einladung nachzukommen, da sie sofort nach Abschluß der hiesigen Verhandlungen nach Berlin abreisen mußten, um an -en Berathungen betreffs der bevorstehenden zollpolitischen Aegociationen theilzunehmen. Lemberg, 3. Mai. Die Centennarse ier der polnischen Verfassung vom 3. Mai 1791 wurde in vielen Städten von der polnischen Bevölkerung als nationaler Feiertag begangen. In Krakau sanden in sämmtlichen Kirchen Festgottesdienste statt, später gab es festliche Umzüge, Vorträge tm Rathhaus und an anderen Orten, Festvorstellungen. Die Stadt ist glänzend llluminirt. Die Feier verlies ohne Zwischensall. Paris, 4. Mai. 3000 Bergarbeiter in Carmaux (Tarn) striken wegen der Entlastung der Kameraden, die am 1. Mai gefeiert haben; sie wollen die Arbeit nur mit diese« ausnehmen. Paris, 4. Mai. Nach Meldungen aus Fourmies sand heute die Beerdigung der bei dem Zusammenstoß am 1. Mai getüdteten neun Personen unter großer Betheiligung statt. In einem zwei Kilometer langen Leichenzug folgten verschiedene Arbeitervereine mit rothen oder mit schwarzen, krepp- umwundenen Fahnen. Auf dem Friedhose hielten mehrere Socialisten heftige Reden, die Ruhe wurde nicht gestört. Paris, 3. Mai. Die Lage in Fourmies wird als sehr ernst geschildert. Gestern fanden verschiedene Zusammen--' rottungen statt; das Militär wurde von allen Seiten beschimpft. — Nach mehreren Abendblättern beträgt die Zahl der Todten 14, die der Verwundeten 40. Es sind bedeutende Truppenverstärkungen dort eingetroffen, da bei dem Begräbnisse der Getüdteten Exceffe befürchtet werden. Die Behörden beabsichtigen, das Begräbniß auf morgen zu verschieben. In Fourmies und Sains haben jetzt fast sämmtliche Arbeiter die Arbeit eingestellt. In Roubaix haben 700 Färber die Arbeit eingestellt. Paris, 4. Mai. Außer den Sozialisten Dumay und Boyer beabsichtigt auch der Boulangist Hoche die Regierung in der heutigen Kammersitzung über die Vorgänge in Fourmies zu interpelliren. Das Leichenbegängniß der am 1. Mai Getüdteten, darunter zwei Mädchen und ein Schulknabe, soll heute Vormittag stattfinden. Lyon, 4. Mai. Die Anarchisten fahren fort, die Telephonkabel zu durchschneiden. Loudon, 4. Mai. Allen deutschen Militärkapellen ist gestattet, in der deutschen Ausstellung in Uniform zu spielen. Brüssel, 4. Mai. In Lüttich hat sich im Lause des Tages die Lage nicht gebessert. Auf den Kohlengruben an den beiden Maasusern ist Niemand angesahren. — Die Ausständigen in Tilleur entzündeten das umliegende Gehölz und die Hecken in St. Nicolas. Militär löschte das Feuer. — Im Revier von Charleroi ist der Strike ein allgemeiner. — In Mons ist die ganze Gensdarmerie aus- geboten. Kleine fliegende Truppentheile sind nach dem Borinage entsandt zur Verstärkung der cantonirten Brigaden. Viele Arbeiter sind aus Feldern und in Gärten mit Arbeiten beschäftigt. Lüttich, 4. Mai. Hier war gestern Alles ruhig, jedoch für heute wird der Ausbruch des allgemeinen Strikes in den Kohlengruben auf dem linken Maas-User befürchtet. Umfassende Vorsichtsmaßregeln sind getroffen.— In Tilleur fanden Versammlungen unter freiem Himmel statt; die Redner forderten zum Strike auf. Die Cafes waren schon um 8 Uhr Abends geschloffen. Jn Jemappes warfen die Ausständigen in mehreren Straßen die Fenster ein; darauf wurden Verhaftungen vorgenommen. Es herrscht Besorgniß, die Erregung werde sich steigern.— InSeraing dauert die stille Agitation fort; den Nicht-Strikenden wurden die Fenster eingeworfen. In Quaregnon, Wasmuel und Hornu wurden bei den Arbeiter- syndicaten die Kassenbücher beschlagnahmt. Mons, 3. Mai. Der Aus stand unter den Bergarbeitern im Borinage ist allgemein. Außer in den Zechen von Levant, Flenu, Crachet und Piegnery herrscht eine gewisse Erregung unter den Strikenden. In Dour, Elonges, Pois und Boussu wird weiter gearbeitet. Lüttich, 4. Mai. Im Lütticher Becken ist der Ausstand ein vollständiger. In Horloz gab es Abends noch Unruhen. Die Gensdarmen feuerten und verwundeten drei Personen. Sämmtliche Strikeorte des Bassins sind militärisch besetzt. Charleroi, 4. Mai. Die Kohlenzechen des hiesigen Beckens striken vollständig. Heber 30,000 Arbeiter striken. Die Ruhe wurde bisher gewahrt. Die Metallarbeiter nahmen tne Arbeit wieder auf. Seramg, 4. Mai. Die Bergarbeiter und Metallarbeiter der Etablissements Cockerill feiern. Genua, 4. Mai. Der aus den La Plata-Staaten und Brasilien eingetroffene Dampfer „Washington" ist auf Anordnung des Ministers des Innern nach der Insel Asinara (nördlich von Sardinien) in Quarantäne geschickt, weil auf der Fahrt zwei Mannschaften am gelben Fieber gestorben und ein Passagier erkrankt ist. Kronstadt,4.Mai. Heute liefen zwei Segler ein. Die Schifffahrt ist eröffnet. Belgrad, 4. Mai. König Alexander besuchte gestern Vormittag seine Mutter, die Königin Natalie. — Der Ministerpräsident Paschic tritt demnächst eine Reise ins Ausland an. Newyork, 4. Mai. In der Stadt Paducal (Kentucky) hat ein gewaltiger Wirbel sturm mehrere hundert Häuser der Dächer beraubt und einige gänzlich zertrümmert. Die MethodistenUrche wurde in die Höhe gehoben und in Trümmern auf die Straße geschleudert. Die Bahnhöfe und Fabriken sind stark beschädigt. Mehrere Personen sind leicht verletzt worden. Lüttich, 5. Mai. Heute früh erfolgte im vornehmsten Stadtviertel vor einem Privathaus eine heftige Dynamitexplosion, durch dieselbe wurde das Thor und sämmtliche Fenster des Hauses zertrümmert, die anstoßenden Häuser beschädigt. Mous, 5. Mai. Nachts explvdirte vor dem Hause eines nicht strikenden Arbeiters eine Dynamitpatrone. Es liegt ein Racheact vor. CscaUs trab Gießen. 5. Mai. — Wir machen an dieser Stelle nochmals auf die heute Abend im Saale des Cafe Leib stattfindende letzte Vorstellung der Küustlertruppe Abs und Pieso aufmerksam. Die Eigenart des Gebotenen, das sichere und gewandte Aus- 1 treten der Künstler, die Abwechselung im Programm sind geeignet, den Besuchern einige recht heitere Stunden zu bereiten. — Ein gestern Abend gegen 6 Uhr in Heuchelhei« auS- gebrochenes F euer nahm einen so bedeutenden Umfang an, daß auch die hiesigen Feuerwehren allarmirt wurden und mit dem größten Theile der Löschgeräthe dorthin abrückten. Das Feuer hatte sich eines aus Wohnhäusern. Stallungen, Scheuern 2c. bestehenden Ortstheils bemächtigt und legte in kurzer Zeit zwei Wohnhäuser, sieben Scheuern, Schuppen und Stallungen in Trümmer, ein Wohnhaus wurde beschädigt. — Das Consortium, welches s. Z. die Schüler'fche Be- itzung ankaufte, hat gestern Abend beschlossen, auf das von )er Stadt Gießen gemachte Kaufgebot von 90000 Mk. einzugehen. m. Lich, 4. Mai. Die Ehefrau des Karl Schmidt von hier sand heute ihren Tod durch einen Sturz vo« Thurme. Dem Vernehmen nach hat man es mit Selbstmord zu thun. g. Bad Nauheim, 5. Mai. In dem hiesigen Stadt- walde brannte am 30. April binnen einer Stunde eine Waldfläche von ca. 2000 Qm jungen Eichenbestands ab. Der Brand soll durch zwei Jungen im Alter von 10 resp. 11 Jahren angelegt worden sein. * Friedberg, 4. Mai. Heute Nachmittag wurde Herr Professor Lic. Sm end in sein Amt eingeführt. Herr Ober-Consistorialrath Dr. Köstlin aus Darmstadt war bei der Feier zugegen. Nach derselben wurde ein gemeinschaftlicher Spaziergang auf das Offenheimer Wäldchen unternommen. Nächsten Sonntag wird Herr Professor Smend seine Antrittspredigt halten. — Gestern feierte der Social- demokratische Wahlverein des hiesigen Wahlbezirks sein Mai fest im Nauheimer Hochwald. Das nicht sehr stark besuchte Fest nahm einen ungestörten Verlauf und endigte ohne besondere Zwischenfälle. I. Groß-Karbeu, 5. Mai. Bei einem hiesigen Kaufmann wurde in einer Nacht im Laufe der vorigen Woche eingebrochen und bedeutende Waarcnvorräthe gestohlen. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, der Thäter habhaft zu werden. -s Großeu-Liudeu, 5. Mai. In verflossener Woche verbrannte ein auf hiesigem Felde aufgeschichteter, einem hiesigen Oeconomen gehöriger Hausen Stroh von ca. 120 Ar im Werthe von 300 Mark, lieber die Entstehungsursache des Feuers konnte bis jetzt Nichts ermittelt werden. -r. Nidda, 5. Mai. In der Nacht vom 24. auf den 25. April wurden einige Fensterscheiben und Ampeln der hiesigen Synagoge durch Einwerfen demolirt. Die Thäter, welche ermittelt wurden, dürften sich demnächst vor Gericht zu verantworten haben. § Grünberg, 4. Mai. Eine ganz überraschende Preissteigerung haben die Kartoffeln auf dem vorgestrigen Fruchtmarkt genommen. Der Doppelcentner gewöhnlicher Sorte wurde mit 8,50—9 Mark bezahlt, während er bisher durchfchnittlich 6 Mark gekostet hatte. Frühkartoffeln galten sogar 10 Mark per 100 Kilo. Diese starke Preissteigerung der Kartoffeln rührt von der jetzt durch die Setzzeit bedingten großen Nachfrage her. Zweifellos dürfte sich dieser hohe Preis nicht dauernd erhalten und schon demnächst wieder auf den normalen Stand zurückgehen. — Das Gefammtbedürsniß der Landes Braudver- ficheruugsanstalt für 1890 berechnet sich auf 999,225 Mk. 51 Pfg., also nahezu 1 Million Mk., welches durch einen im Juli dss. Js. zu erhebenden Ausschlag von 9 Pfg. auf je 100 Mk. Gcbäudeversicherungscapital gedeckt werden soll. Im Vorjahr betrug der Ausschlag nur 8 Pfg., fo daß also eine Erhöhung um 1 Pfg. vorliegt. — Das Versicherungs- capital, das im Vorjahr 1,120,147,100 Mk. betrug, hat sich auf 1,151,611,940 Mk., also über 31 Millionen Mk. erhoben (Starkenburg 449,939,550 Mk., Oberhessen 299,105,860 Mk. und Rheinhessen 402,566,520 Mk.) An der Erhöhung sind Starkenburg und Rheinhessen mit annähernd je 13 Millionen Mk., Oberheffen mit nahezu 6 Millionen Mk. betheiligt. Vermißtes. * Darmstadt, 1. Mai. Postpersonalnachrichten. Der Ober-Postdirectionssecretär Neumann in Offenbach (Main) ist zum Pastkassirer ernannt worden. Angestellt wurden die Postanwärter Kunz in Mamz und Schmidt in Alzey als Postassistenten, der Telegraphenanwärter Müller in Offenbach (Main) als Telegraphenassistent. — Versetzt wurden: die Postsecretäre Briegleb von Fiedberg (Hessen) nach Offenbach (Main), Bellaire von Saarburg (Lothr.) nach Darmstadt, Schweizer von Bensheim nach Worms, sowie der Ober Postassistent Conrad von Mainz nach Frankfurt (Main). * Wetzlar, 3. Mai. Der seit 9 Jahren schwebende Prozeß der evangel. Kirchengemeinde zu Krofdorf gegen die Civil- gemeinde Krofdorf-Gleiberg, betr. Verpflichtung zu Bauten und Reparaturen der kirchlichen Gebäude aus dem Vermögen der bürgerlichen Gemeinde ist nunmehr endgiltig vom Reichsgericht zu Gunsten der Kirchengemeinde entschieden worden. * Breslau, 2. Mai. Beim Eingang in den altberühmten Schweidnitzer Keller im Rathhanse zu Breslau kaufte sich feit Jahrhunderten der Bürgersmann als Zuspeise zum Bier sein Quantum Würstchen; diese einzige Verkaufsstelle wurde verpachtet, die kleine Nische an der dunklen Treppe bewährte sich als Goldquelle und die Concurrenten stritten sich dermaßen um das Privileg, daß vor zehn Jahren die Jahrespacht bis auf 11,000 Mk. gesteigert war. Dann sank der Ertrag und die Miethe: 1883 betrug letztere 7150 Mk., 1885 noch 6000 Mk. und bei der vor Kurzem abgehaltenen Neuverpachtung setzten die Gebote der Reflectanten mit — 100 Mk., bis nach einstündigen, schwerfälligen Verhandlungen der bisherige Inhaber der Verkaufsstelle, Wurstmacher Heimann, das Meistgebol mit 1510 Mk. machte. Sa. ändern sich die Zeiten. UntoetfUato - = JTed.es Bärtd-ctien ist einzeln, k-änflicli- — Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. T»s-lW zu für Giessen und Umgegend 433U la im E 4201 2535 dunkel Vi Vr ff ff roher u. gebrannter Kaffee. bei jedem Quantum frei ins Hans geliefert 3163 2713 Kristall Eis! Cristall-Eis! 111 bei 4189 4095] Bringe hiermit mein Der Borstand der Physiologe werthvolle Ab- und NabraSkaS sein Werk über Robert Haas Seltersweg 18. Corsetten für Damen und Kinder, eleganter Sitz, prima Stoffe, empfiehlt in großer Auswahl Auswahl des Besten aus allen Literaturen in trefflicher Bearbeitung und gediegener Ausstattung. Jedes Bändchen bildet ein abgeschlossenes Ganze und ist geheftet» Syndetikon klebt, leimt, kittet H. Götz & Co., Waffenfabrikanten Berlin, Seydelstr. 20. reetralfcuer - Doppelflinten Aus Starkenburg, 3. Mai. Die Verwendung reiner Kalkmilch zum Bestreichen der ObstbaumstLmme, wie man sie in diesem Frühjahre wieder mehrfach wahrnimmt, macht sich bei der blendenden Farbe bekanntlich unschön und ist auch dem Auge nicht zuträglich. Vermischt man die Flüssigkeit aber mit Ruß, Erde rc., so läßt sich ein Thon herstellen, der der Rindensarbe ziemlich nahe kommt und weniger unschön ins Auge fällt. Promenaden Concert Mittwoch den 6. Mai. Programm: 1) Lassen: Fest-Ouverture. 2) Harmston: Edelweiß und Alpenrosen. 3) Waldteufel: Frühlingskinder, Walzer. 4) Donizetti: Finale a. Lucia. 5) Krauße: Offizier-Rus, Marsch (neu). Meine Eiswagen fahren täglich zu jeder Zeit; die Preise werden je nach Bedarf äußerst billig gestellt. Die Lifte wird in den nächsten Tagen lichen Facultät in Würzburg ernannt. Die Studentin Louise Müller aus Sachsen hat dm Hauptpreis der Universität Zürich für die pflanzenphysiologische Preis-Aufgabe erhalten. Die Lösung der Aufgabe wurde von der Facultät als ausgezeichnet und als eine Erweiteruug der Wissenschaft erklärt. Der Director des königlichen Museums für Völkerkunde, Prof. Dr. Bastian, ist von seiner fast zweijährigen Forschungsreise wohlbehalten wieder nach Berlin zurückgekehrt. In der theologischen Facultät der Universität Greifswald habilittrte sich als Privatdocent der Ltcenttat der Theologie Dr. phil. Friedr. G. I. Bosse. In München fand am 25. April die Eröffnung der neuen chirurgischen Klinik statt. Derselben wohnten bet: Prinz Louis Ferdinand, der Cultusminister Dr. Müller, Geh. Rath Bergmann- Berlin, Bruns-Tübingen, Mikulics Heidelberg und viele Aerzte. jetzt erschienenen 850 Nurn- mern sind durch jede Buch- \ circuliren. GiSkarten können jederzeit in Empfang genommen werden. 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Man brachte den hoffnungsvollen Knaben vor den Richter und dieser entschied in seiner Weisheit, daß der Knabe weder Einbruch, Diebstahl, noch Raub begangen, ja sich nicht einmal der Erlangung von Eigenthum unter falschen Vorspiegelungen schuldig gemacht hätte. Er habe ganz genau gethan, was die Inschrift aus dem Automaten vorschrieb, nämlich: „einen Nickel in den Schlund zu werfen." Das Wiederherausziehen des Nickels an dem Faden fei „durch den Wortlaut des Eontraets nicht verboten". Demzufolge erfolgte die Freisprechung des „intelligenten" Knaben und Jung-Amerika verließ triumphierend den Gerichtssaal! Gießen, 2. Mai 1891. 4323] in fertigen Schuhen in empfehlende Erinnerung. Billigste Preise. Gute Arbeit. Vkparatrrrerr gut und preiswerth. PH. Böllmar, Schnhvaarenlager — Weidengasse 6. C.Th. Glässener Asterweg 44. kaust man am billigsten im Ausverkauf Asterweg 6, 1 Treppe. 4339 H. Glliuger. geschrieben. Professor Schanz in Würzburg wurde sür . die Steuern in der Schweiz zum Ehrendoctor der staatswtssenschaft- Die Wagen tragen untenstehende Firma. Achtungsvoll * Trier, 2. Mai. Die Ausstellung des heiligen Rockes noch in diesem Sommer scheint eine beschlossene Sache zu fein. Hochstehende kirchliche Kreise haben sich in diesem Sinne geäußert. Außer dem religiösen Moment fällt für Trier auch daö Materielle bei dieser Frage sehr ins Gewicht. Wird die Reliquie wirklich ausgestellt, so wallfahrten sicherlich Millionen von Pilgern nach unserer Stadt. Zählte man doch im Jahre 1844 ihrer nicht weniger als 1,050,000. * Aus Elsaß Lothringen, 3. Mai. Als eine unangenehme Erbschaft aus französischer Zeit hat sich in manchen Theilen Elsaß-Lothringens, namentlich im französischen Sprachgebiet, das Zweikindersystem erhalten. Mehr als zwei Kinder zu bekommen, gilt daselbst förmlich als ein Schandfleck und die Furcht vor dem öffentlichen Urtheil treibt: nicht selten zum Verbrechen. So Hai ein elsaß-lothringisches Schwurgericht dieser Tage eine in glücklicher Ehe und in wohlgeordneten Kamilienverhältniffen lebende Frau zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt, weil sie ihr neugeborenes Kind ermordet hatte. Als einzigen Beweggrund gab sie an, „sie habe sich vor der Schande gefürchtet, ein viertes Kind zu bekommen." * Zwei Generalfeldmarschälle. Gelegentlich des fast gleichzeitigen Ablebens des Grasen Moltke und des Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch von Rußland sei daran erinnert, daß beide russische Generalfeldmarschälle waren, und daß die russische Armee nunmehr nur noch zwei Generalfeldmarschälle zählt, von denen ebenfalls einer ein Deutscher ist. Es sind dies der König von Sachsen und der Großfürst Michael. König Albert erhielt den russischen Marschallstab im Jahre 1871, kurz nachdem er vom Kaiser Wilhelm zum Geueral- iuspecteur der 1. Armee-Jnspeetion und zum preußischen Gene- ralseldmarschall ernannt worden war. * Amerikanische Rechtsanschanung. Ein Jüngling, dessen Begriffe von Mein und Dein nicht die im Interesse seiner Mitmenschen wünschenswerthe Klarheit besitzen, wurde unlängst m Iowa abgefaßt, als er einen Automaten plünderte, indem Zu habe» bei Otto Maas. [3871] Haushaltuugsschürzeu in großer Auswahl, Corsetten in allen Fa^ouS und Qualitäten, sowie eine Partie Klnderschürzen von Georg Scherer & Co., Langen. Alleinige Niederlage: Adolf Geisse vorm. 6. C. Windecker Seltersweg S, Ecke am Krens. In Halle ist Professor Kraus, Director des dortigen botanischen Gartens, zum Rector für das Studienjahr 1891/92 gewählt worden. Der Astronom Dr. Rudolf Lehmann-Filhes, Privatdozent an der Berliner Universität, ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Facultät ernannt worden. In Philadelphia starb am 30. v. Mts. Professor Joseph Leidy, 61 Jahre alt. Er hat Handlungen über die vorweltliche Fauna Dakotas Carl Textors Flaschenbier - Versandt - Geschäft Wallthorstrasse 6 (Darmstädter Hans) naschende Preis- \ dem wW* ntntt tzem'^Mer , während er disher Mängeln galten tacke Preissteigerung die Setzzeit bedingten : sich dieser hohe Preis M wieder aus den Liqueure ____ und Wein-Essig empfiehlt hiermit Ba. Exportbier, hell Vi Beste ToiBetteseifen und T aschentuchparfiims kaust man in dem [370S Drogengeschäft von Otto Schaaf. 20 Pf 10 „ 22 „ 11 „ ich auf 999,225 ® welch-s durch em-u (ag w» 9 Ä ed-K »-rd-u 8 M, !° * ° iW- * Sä * z« U ite-* äS Stalls unb fi Set?'®rfn ■"wss Der bisherige Privatdozent Dr. Franz Lehmann zu Gottingen- und der Dr. phil. «. Backhaus zu Offenbach find z» außerordentl lichen Profefforen in der philosophischen Facultät der Univerfttk Göttingen ernannt worden. , , Profeffor Billroth, der wieder erkrankt ist, beschloß, wie der „Voff. Ztg." aus Wien telegraphirt wird, seine Lehrthättgkett ein zustellen. Seinen Lehrstuhl soll sein Lieblingsschüler Profeffor Woelfler (Graz) übervehmm. ,, Die Privatdocenten Dr. Minkowski, Dr. Pfttzner und Dr. Ulrich inStraßburg sind zu außerordentlichen Profefforen in der medizinischen Facultät der Kaiser Wilhelms-Universität Straßburg ernannt worden. 4355] Gin «och wenig gebe auchtes DrelrKÄ GMia w verkaufen. Näheres M Meinen werthen Kunden und Abnehmern von Griftiö - Eis offerire Nsriiir I»8rr, Nordanlage iS. auch für dieses Jahr mein von der Gießener Quellwasserleitung bezogenes MH . CM i Eis, ganz rein auch zu medicinischen Zwecken, ebenso in den Eisschränken prima AepstlwkM i fc6mufcfrei und geruchlos. (Speierling) MSI i _________L. Loth, Walllhorstraße 23. Sonnen - Schirme Feinsten deutschen COGUM ärztlich empfohlen Literflasche Mk. 2.—. Meyers _________ "“W Volksbücher Schuss v. M. 34 an, rn ö ® Jagdcarabinerf. Schrotu.KupelM.23.o0 Tesch ins. Gewehrform, von M. 6.50 au, < h Luftgewehre (zu Geschenk geeigne) - g~ für Bolzen u. 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St. 3-7 Zwiebeln per Centner X 7,00—8.00, Milch per Liter 12—18 H, Gänseeier 10—11 « 111’ schund tn Qsen6fld) Versetzt « "5 d-l Obtt Mbe$t0»ee w * E Dan” o ft-r ... giirji«1 .(lt - Metz’sche Feuer - Spritze, vierrädrig, vorzüglich im Stande, mit Schläuchen und 50 Feuereimern, von der städtischen Feuerwehr wegen Ankunft der -wetten Dampfspritze außer Dienst gestellt, ist mir zum Verkauf übergeben. Preis febr billig. [1782 Moritz Weil tun«, Frankfurt a. M.1 verkaufe, um damit zu räumen, jedem Preis. Rüschen etc. empfiehlt in großer Auswahl J. He Fuhr 3507 Sonnenstratze 27. Adolf Geisse vormals G. C. Windecker. | Specialität: 4346 Kuchen- und Tannen- Scheithol; abzugeben bei K. Jung IW., 116] Klein-Linden Gefrorenes anerkannt vorzüglicher Qualität, in mehreren Sorten stets vorräthig, empfiehlt 4050] Eonditorei Hettler, Südanlage. Aepfelwein in vorzüglicher Qualität bestens empfohlen. ___________H. Schma ll, Hessischer Hof. Gefellistkeitsverein Gleiberg. 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Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme, welche mir bei dem Ableben meines geliebten Gatten von allen Seiten entgegen» gebracht wurden, sagt innigen Dank Gießen, 5. Mai 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Vogt.4331 Mittwoch den 10. Juni, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Schreiner Georg Pfaff in Gießen gehörige Hofraithe: Flur 2 Nr. 104Vi0 — 623 Meter Laggärten in der hintersten Schies- gasse öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 28. April 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. I A.: Bogt. 4066 sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Christian Petri dritter Eheleute« in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 27 Nr. 962i/lf,0 - 173 Meter Hofraithe in der Stephansmark jenseits der Wieseck auf das Bruch, Flur 27 Nr. 9ö26/ioo — 227 Meter Grab- garten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 5. Mai 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. I A. Vogt. 4332 in Alten-Buseck Hr. Wilh. Körber II., Ettingshausen v S. Löwenberg, Geilshausen „ Joh. Wallenfels, Gießen „ Ferd. Hoffmann, Grünberg „ Wilh. Kurtz, Courrbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 5. Mai 1891 Schlußcovrf- 1 Uhr 15 Mim 50965 3900 520 55385 Der Director: Der Controleur: Der Rechner: C. Geissler. H. Rohrbach IV. 6. Schwalm. tosn fmlrtwiiK... LAitMim Dem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgegend die ergebene Mittheilung, daß ich Freitag* den 8. Mai, früh yO Uhr und Mittags 2 Uhr beginnend, in der Block'schen Besitzung, Ecke der Frankfurter- und Wil- helmstratze einen Waggon Mekgische Lorbeerlironenbäume circa 100 Paar in den verschiedensten Größen, versteigere. Hochachtungsvoll 4336] Ein repräsentationsfähiger, 4310] Ein solider tüchtiger Herr aM energischer und solider Herr findet ä bei einer alteren, deutschen, bestein- «OHM geführten Versicherungs-Gesellschaft ^****V* als gegen hohe Provision für Gießen und ZY> nt Umgegend von einer dortselbft gut ein» JlßUEÖßQinißr Erst-nRang-, a aesucht. Off. u. 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