Nr. 284 Samstag den 5. Dccember r*r täglich, •* Ixlnabm« d«s Montag. Wtt Wetzmrr rtrftw km «nyi|tt briedefL Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. 1891 ttortvtfSkign *leiwwmeMteffd»l 2 Mark 20 Pfg. BÄ Vringerloha. Durch dir Post betzOq» 2 Mark 50 Pf-, Äebaction, tprtWee und Druckerei: % mahlin, sich über den bevorstehenden 25. Jahrestag seiner Regierung in folgender Weise aussprach: „Sollte ich am 28. März n. I. noch leben, würde ich auf eine 25jährige Regierungszeit zurückzublicken haben. Ich vermeide absichtlich, von Jubiläen zu sprechen, denn mit gebrochenem Herzen feiert man keine Jubiläen! Die Verhältnisse liegen jetzt vielleicht ungünstiger, als dies vor 25 Jahren der Fall war. Theuerung ist über uns hereingebrochen, und wenn auch die bis vor Kurzem bestandene Stockung der Arbeit und des Verdienstes erfreulicher Weise etwas nachgelassen hat, so leiden noch Viele unter den Folgen eines Nothstandes. Unter diesen Umständen eine Feier zu veranstalten, würde mir fast als ein Unrecht erscheinen. Weitaus die Meisten werden froh fein, wenn ihre Mittel zu ihrem und der Ihrigen Unterhalte ausreichen. Diejenigen aber, welchen Gottes Gnade mehr an irdischer Hülle gegeben hat, als sie brauchen, sollten, was sie entbehren könnten, ihren nothleidenden Brüdern zuwenden, sei es durch directe Gaben, sei es durch Opfer, welche dem allgemeinen Besten und zumal für Zwecke der Ausbreitung des Reiches Gottes gebracht werden. Ich spreche deshalb vor der Vertretung des Landes hiermit den Wunsch und die Bitte aus, von jeder Festveranstaltung für den 28. März n. I. absehen zu wollen." Itnivcrfitäts - Nachrichten. Göttingen, 30. November. In der theologischen Facultät der hiesigen Universität hat sich der Licentiat Dr. Rahlss für alt- testamenlliche Exegese babilitirt. Dr. Muret, früher Lector in Berlin, ist zum Professor der germanischen Philologie in Genf ernannt. — In Bonn ist der Ohrenarzt Prof. Friedrich Eugen Weber- Liel gestorben. München, 30. November. Der um die Augenheilkunde sehr verdiente Universitätsprofessor Roth mund, Vater des jetzigen berühmten Augenklinikers und Unioersitätsprofessors Rothmund, ist gestern im hohen Alter gestorben. Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 1. December wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Der Polldampfer „Westernland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 1. December wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land« «n- VolksrvirthschafL. x. Grotz'Felda, 3. December. Heiteres, mildes Wetter begünstigte unseren gestrigen Weihnachtsmarkt, um dessen Zeit nicht selten sonst der Schnee fußhoch lag. In Folge dessen war der Markt überaus stark besucht. Das Bedürfniß, auf Weihnachten noch allerlei Sachen zu kaufen, machte auch diesen Markt zu einem guten für die Kramer. Die Kramerstände waren denn auch stark mit Käufern besetzt und das Christkindchen kaufte gar Mancherlei für das kommende Weihnachtsfest ein. Die Heizung von Wohnräumen mittelst Gas, welche bis vor Kurzem in Folge mangelhafter Ofenconstruction noch in Mißcredit stand, erfreut sich neuerdings der besonderen Aufmerksamkeit be- theiligter Kreise, seitdem es gelungen ist, Gasheizöfen herzustellen, welche in sanitärer wie ökonomischer Hinsicht gleich vortrefflich sind. Ein in technischen Kreisen besonders empfohlener Gasofen ist der von I. G. Houben Sohn Earl in Aachen; es liegt uns über denseroen ein offictelles Schreiben des „Curatortums der städt. Gas- und Wasserwerke Mühlheim a. d. R." vor, worin unter Anderem gesagt ist: „Wir haben ca. 70 Ihrer »r asöfen in den verschiedensten Größen aufgestellt und functioniren dieselben zur vollsten Zufriedenheit. Vollständig geruchloses Functioniren und große Sauberkeit ist bei dem Ofen ein schätzenswerther Vorzug. Alles in allem sind wir nach den mannigfachen Versuchen zu der Ueberzeugung gelangt, ’ daß Ihre Oefen das Beste, was bis jetzt darin geleistet, übertreffen." Ein anderes Schreiben des „Israelitischen Gemeindevorstandes in Cassel" attesttrt, daß die 98373 Cub.-Fuß große Synagoge bet strengstem Frostwetter nach zweistündigem Hetzen auf eine angenehme Temperatur erwärmt wird; deß die Oefen keinen Geruch erzeugen, einfach und bequem vom Küster bedient werden können und sehr zu empfehlen sind. Eine Menge anderer belobigender Aussprüche von Fachautoritäten und Privaten liegen noch vor und empfehlen wir Interessenten, sich completen Prospect, der gratis versandt wird, kommen zu lassem Cassel. Es gehen uns die Satzungen der Volz'schen Vor- bildungsanstalt in Cassel zu, deren Lehrplan sich seit ca. 2 Jahren nach den unterm 13. Februar 1890 von Sr. Majestät dem Kaiser festgesetzten Grundzügen richtet. Die Lehranstalt verfolgt das Ziel, Knaben von 14 Jahren für den Post- und Eisenbahndienft, für den Kaufmannsstand, für Militärschulen, sowie für das technische Gewerbe vorzubereiten. Den Schülern ist zugleich Gelegenheit geboten, nach beendigtem Lehrgang sich die Berechtigung zum Einjährig- Freiwilltgen'-Militärdienft zu erlangen. In dem letzten Semester haben von 52 Bewerbern 51 die Prüfung als Postgehilfen bestanden und sind gleich darauf in den Kaiserl. Postdic-nst eingestellt worden. Im Uebrtgen gingen 16 Schüler auf technische rc. Schulen und 31 in einen anderen Beruf, lieber die überaus guten Prüfungserfolge werden die Freunde obiger Anstalt sehr erfreut fein. pwywMmiw mm . ,, uw ui inn.irrr«ii'»»»i i iiiiitwi ■ > i in. Literatur und KttnfL Bei dem gesteigerten Interesse, das gegenwärtig unseren überseeischen Colonien, namentlich aber dem Kilimandscharo- Gebiet, in welchem Dr. Peters zur Zeit im Auftrage der Reichsregierung weilt, zugewendet wird, machen wir unsere Leser auf das prachtvolle Werk unteres berühmten A'nkareisenden vr. HanS Meyer, „Ostafrika- nische Gletscherfahrten, Forschungsreisen im Kittmandscharo- Gebiet" aufmerksam, Da es den zuverlässigsten Beitrag zur Kenntniß von Land und Leuten in Ostafrika bietet. Das Werk eignet sich auch verwöge seiner wahrhaft glanzenden und vornehmen Ausstattung vorzüglich zum Festgeschenk. Die uriheilsfähigsten Kenner Afrikas und hervorragendsten Geographen haben sich auf das günstigste über dasselbe geäußert, so u. a. in der „Kölnischen Zeitung" Gerhard Rohlfs: „Das Buch bietet eine solche Menge von wissenschaftlichem Material, daß Jeder staunen wird." — In der „Kreuz-Zeitung" Prof. A. Kirchhoff: „Ein geradezu klassisches Reisewerk, das bei gediegenstem wissenschaftlichen Gehalt einen für jeden Gebildeten verständlichen Ton anschlagt und auch in feiner vornehmen äußeren Ausstattung mit den vorzüglichen bildnerischen Beigaben rnustergiltig genannt zu werden verdient." — Jrn „Globus" Dr. H. Andree „Das Buch verdient als eine Musterleistung schöner Darstellung bet allem wissenschaftlichen Gehalt hervorgehoben zu werden." — Im „Ausland Dr. v. d. Steinen: „Ein Muster von Eleganz und Geschmack . . . . Eine sehr werihvolle geographische Tbat." — Der Preis ist für das Gebotene in Ansehung des reichen Bilderschmucks (3 Karten, 20 Tafeln rc.) ein verbältnißmäßig geringer: 20 Mark für das geheftete, 23 Mark für das gebundene Exemplar, 32 Mark für die Prachtausgabe in Ganzleder gebunden. — Das Lieferungswerk.Durch des Garte«S kleine Wunder- Welt", natvrfreundliLe Streiszüge von Heinrich Freiherr Schilling von Can statt (Verlag der König!. Hofbuchd« uckerei von Tro- witzscy & Sohn in Frankfurt a. O.) liegt nunmehr vollendet vor uns. In den beiden letzten Lieferungen finden wir zunächst die anheimelnden „Erzählungen im Abendkreis der Vögelchen" beendet,, worauf noch das Treiben einiger kleiner Gattend facher aus dem Thierreich in anziehenden Bildchen geschildert wird. Nachdem so „die kleine Wunderwelt" das Werden und Gedeihen, Zweck und Dasein des organischen Lebens gezeichnet und der Leser sich in das bunte Treiben und Gewühl des Frühlings- und des üppigen Sowmerlebens versenkt hat, bringt der Verfasser in stimmungsvoll geschriebenen Spätherbst- und Winterbildern den Kreislauf der Natur zum Abschluß, um mit der stillen Vorarbeit der Natur für das Frühlings-Erwachen feinen naturfreundlichen Streifzügen ein Ziel zu setzen. Dieselbe Innigkeit und Sinnigkeit der Naturbeobachrung, die aus dem ganzen Werke spricht, zeichnet auch die letzten Capitel aus. Für das Unscheinbarste wird unser Interesse rege gemacht, im Großen wie im Kleinsten werden die Wunder der Natur unserem Verständniß näher gerückt. Ob uns der Verfasser in großen Zügen das „Schlafengehen der Natur" zeichnet, ob er uns dir kleinen Winterquartiere" der Thierwelt schildert, oder ein „Weihnochisfkst im Gärtchen" vorzaubert, immer ist er uns ein freundlicher Pfadfinder im Erforschen und Beobachten der Wunderwett. So ist das Werk berufen — wie es in der Einleitung heißt — solchen, denen Bewunderung und Liebe für Natur gegeben, solchen, denen sie noch nicht völlig erstorben und die sich nicht zu gelehrt dünken, eine von Herzen kommende, einfache Leclüre mit ihren Bildchen zu durchblättern, ein anregender Wegweiser vor Allem im Heben Garten zu sein, führt sie Liebhaberei, Erholung oder Beruf in sein stilles Reich. Wie Mancher, der von dem trockenen Schematismus naturgeschichtlicher Werke und deren schwerer Verständlichkeit abgestoßen wird, wird hier Anregung schöpfen und Belehrung, liegt doch dem Werke mit feinen 418 Originalzeichnungen in ca. 1000 Einzeldarstellungen die Arbeit jahrelangen liebevollen Forschens und Beobachtens zu Grunde nnb ist doch darin eine Fülle reicher Erfahrungen und gründlichen Wissens aufgesveichert. So dürften die naturfreundlichen Streifzüge „Durch des Gartens kleine Wunderwelt" befonders für den Weihnachtstisch als eine passende und willkommene Festgabe erscheinen, als welche sie hiermit empfohlen feien. wrchliche Anzeige« der Stadt «Siehe«. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 2. Advent, Sonntag den 6. December: Vormittags 9^3 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Bibelstunde am Montag den 7. December, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Römerbrief, Kap. 3, Vers 21: Die Gerechtigkeit Gotttes, in Christo geoffenbaret für alle, die glauben. Pfarrer Dr. Naumann. 2. Adventswochengottesdienst am Donnerstag den 10. December, Abends 8 Uhr. Pfarrer Dingeldey. Am Sonntag den 13. December, 3. Advent: Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst. Die Psarrqeschäfte in der Woche vom 6. bis 12. December besorgt Pfarrer Dingeldey. Katholische Gemeinde. 2. Advents-Sonntag, 6. December: Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um VsS Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 8/46 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Ubr erste Frühmesse; um ^8 Uhr zweite Frühmesse- um 8/410 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um V,3 Uhr Christenlehre und Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 5. December: Vorabend 4°° Uhr, Morgens 830 Uhr, Nachmittags 300 Uhr, Sabbatbausgang 440 Uhr. 7125 3HF Für Festgeschenke. 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Es können an braye Dienstboten, welche in unserem Sparkaffebezirke 10 oder nahezu 10 Jahre lang bei einer und derselben Herrschaft dienen, Prämien von uns ausbezahlt werden. Es ergeht darum an solche Dienstboten die Aufforderung, sich binnen 14 Tagen beim unterzeichneten Director oder Herrn Rechner Döring mündlich oder schriftlich zu melden und zugleich ihre Dienstbücher und Zeugnisse ihrer Herrschaft vorzulegen. Gießen, am 1. December 1891. Die Direction des Spar- und Leihkasse-Vereins. Langsdorfs. Die günstigste Gelegenheit zur Deckung des Bedarfs in: und Oamen - ©onfectson ! m Fabrikpreisen. [8624 Louis Wittich II., Sattler, Neustadt 6. (Durchsorstungswellen) 2 — — Zu Weihnachton halte mein reichhaltig!! assortirtes Lager in goldenen und silbernen Damen- und Herren-Uhren von den billigsten bis zu den setnsten Qualitäten bestens empfohlen. Regulateure und Reisewecker in großer Auswahl zu allen Preisen. Ketten in Gold, Double, Silber, Aluminium und Nickel. 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