Nr. 257 Mittwoch den 4. November 1891 D« Wt*tt Jtiqdetf «gefaxt täglich, «Ü LraSnahm« de- Montag- Wt •iettnct «Men dem Rn-eitz« ^chmülich dreimal detßeleGt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierjährige, 2 Mark 20 Pfg. o* vringerloha. Durch die Post bez«Hm 2 Mark 50 Pf«. Redaction, LxpedW», and Druckerei: Ker»jprechrr 6L Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. ■e«e|me Anzeigen zu der Nachmittag- für den fetyebee Lag erscheinenden Nummer bi- Vor«. 10 llhr. Grattsöeikage: Gießener AamitieuSkätter. ----IM' I ■WUlll.l lfllW VE Alle Lemoncen^Vureaux drL In- trab Au-lande- nehme» Anzeigen für den „Gießener AozeigerE cntgcgre. Amtlichem Theil. Gießen, den 31. October 18)1. Betr.: Den Wiesengang. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen EM die Grotzh. Bürgermeiftereie« des Kräses. Wir erinnern Sie, soweit Sie noch rückständig ind, an Erledigung unseres Ausschreibens vom 1. October 1891, (Gießener Anzeiger Nr. 230). v. Gagern. Gießen, 30. October 1891 Betr.: Die Unterhaltung der Kreisstraßen. Das Großherzogliche Kreisamt Giesen an die Grotzh. Bürgermeistereien Albach, Arne rob, Alten-Buseck, Burkhardsfelden, Ettinghausen, Großen-Buseck, Harbach, Hattenrod, Nider- bessingen, Nonnenroth, Oberbessingen, Opperod, Oueckborn, Reiskirchen, Rödgen und Trhe. Die in Nr. 240 des Gießener Anzeigers auf Mtwoch den 4. November d. I. in Hattenrod und Großen-Buck anberaumte Vergebung des Brechens, Anführern und Zerkleinerns der Unterhaltungssteine bezhungs- weise die Lieferung zerkleinerter Unterhalungs- steine findet eingetretener Hindernisse halber auf fczendem Termin statt: In Hattenrod: Mittwoch den 18. November Vormittags 9 Uhr: 15 a Oppenrod—Burkhardsfelden 25 ein d In Burkhardsfelden 20 15 c Burkhardsfelden—Hattenrod 44 d In Hattenrod 7 e Hattenrod—Harbach 80 17 a Reiskirchen—Burkhardsfelden 35 , 18 c Hattenrod—Lich 80 , b Reiskirchen—Hattenrod 34 ,, a In Reiskirchen 4 ,, Zn Großen-Buseck: Mittwoch den 18. Novmber, Nachmittags 1% Uhr: 40 c Rödgen—Großen-Buseck 50 om d In Großen-Buseck 50 „ 40 e Großen-Buseck—Beuern 152 „ 42 e Alten-Buseck—Großen-Buseck 66 „ f Großen-Buseck—Staatsstraße 58 „ Sie wollen dies in ortsüblicher Weise bekann geben. I. V.: Nebel. Die Forst- und Feldstrafen der 4. Periode können ohne Kosten bis zum 2 6. November an den gewöhnlichen Zahltagen hierher bezahlt werden. Gießen, am 1. November 1891. Großherzogliche Districts-Einnehmerei I. Platz. Deutsches Reich. Berlin, 2. November. Der Kaiser traf am Samstag Abend gegen 11 Uhr von dem Jagdausflug nach Liebenberg wieder auf Station Wildpark bei Potsdam ein und begab sich sofort nach dem Neuen Palais. Hier traf ungefähr um dieselbe Zeit auch die Kaiserin von ihrer Reise nach Gera wieder ein. Am Sonntag Nachmittag wohnte der Kaiser in Begleitung des erbprinzlichen Paares von Sachsen-Meiningen und des Kronprinzen von Schweden, welcher anläßlich seiner Heimreise von Neuwied nach Stockholm kurzen Aufenthalt am Berliner Hofe genommen hat, der Enthüllungsseier des Begasbrunnens aus dem Berliner Schloßplatze bei. — Die Abreise des Czaren und der ihn begleitenden fürstlichen Herrschaften von Kopenhagen nach der Krimpst erfolgt, ohne daß hierbei während des Aufenthaltes des Czaren auf deutscher Erde eine Begegnung zwischen ihm und Kaiser Wilhelm stattgefunden hätte. Zur Zeit, da der Czar in Danzig landete, weilte Kaiser Wilhelm noch zur Jagd in den Liebenberger Forsten, wohin sich der Kaiser bekanntlich schon am Donnerstag begeben hatte. Für Donnerstag war aber auch die Abreise des Czarenpaares aus Kopenhagen festgesetzt gewesen — die sich dann allerdings um einen vollen Tag verzögerte — es scheint demnach saft, als ob der Liebenberger Jagdausflug unseres Kaisers nicht so ganz zufällig in die Zeit der Heimreise des Czarenpaares über Deutschland gefallen sei. Jedenfalls deutet das Nichtzustandekommen der so vielerörterten Begegnung zwischen dem deutschen Herrscher und dem Kaiser Alexander daraus hin, daß die Temperatur zwischen den Höfen von Berlin und Petersburg fortgesetzt eine ziemlich kühle ist. Auch muß es als auffallend bezeichnet werden, daß kein Vertreter des Kaisers Wilhelm den Czaren bei der Landung in Danzig begrüßte, was indessen damit Zusammenhängen mag, daß sich der russische Momrch jeden osficiellen Empfang auf seiner Durchreise durch deutches Gebiet verbeten hatte. — Obwohl von authentischer Seite noch immer keine Besätigung der Nachricht von dem jüngsten Demissionsgesuche desReichscommissars Major v. Wißmann vorliegt, so erhellt doch durch Nachrichten aus Kreisen, die 'Herrn v. Wißmann nahe stehen, daß die erwähnte Meldung von W Demission richtig ist. Das Entlassungsgesuch soll mit drr Hinweis auf das Gallenfieber begründet sein, an welchem Mjor v. Wißmann schon seit längerer Zeit leidet, doch glaubt man allgemein, daß ihn auch noch andere, allseitig ja bekannte Gründe zu dem bedauerlichen Entschlüsse veranlaßt haben, seine Entlassung aus dem Colonialdienste zu nehmen. Es soll leider keine Aussicht vorhanden sein, den um die Stellung Deutschlands in Ostasrika so hochverdienten Mann seinem bisherigen Wirkungskreise zu erhalteu. Berlin, 2. November. Ueber neue militärische Maßregeln Rußlands zur Beschleunigung der Kriegsbereit- schast wird der „Köln. Ztg." berichtet: Im Militärbezirk Warschau werden aus Verlangen des dortigen Oberbefehlshabers Generals Gurko sämmtliche Feldbatterien vom 1. Januar 1892 an mit acht bespannten Geschützen und dreiviertel der im Kriege nothwendigen bespannten Munitionswagen ausgerüstet sein. Die Oberbefehlshaber in Kiew und Wilna, die Generale Dragomirow und Ganetzki, haben für ihre Militärbezirke» das Gleiche beantragt, sind aber vorläufig der großen Kosten wegen abgewiesen worden. Die Verlegung der 38. Infanterie-Division aus Kutais (kaukasisch-türkische Grenze) nach der deutsch-österreichischen Grenze hat begonnen. — Im „Deutschen Colonialblatt" veröffentlich der Kaiserliche Gouverneur von Ost-Afrika folgende Anzeige: Am 17. August fielen im Kampfe gegen die Wahehe, treu ihrer Pflicht gegen Kaiser und Reich: Der Commandeur der Kaiserlichen Schutztruppe von Zelewski, die Lieutenants von Zitzewitz und von Pirch, der Arzt Dr. Buschow, Sergeanten von Tiedewitz und Thiedemann, Unteroffiziere Herrtch und Schmidt, sowie Lazarethgehülfe Hemprich und Büchsenmacher- gehülse Hengelhaupt. Tief erschüttert betrauert das Offiziercorps uud die gesammte Truppe den Tod des Commandeurs, des im Krieg und Frieden bewährten Offiziers und wohlwollenden Vorgesetzten, und den Verlust so theurer Kameraden und braver Unteroffiziere. Den Gefallenen wird die Schutztruppe stets ein treues Andenken bewahren. Im Namen des Offiziercorps der Schutztruppe: Freiherr von Soden, Kaiserlicher Gouverneur von Ost-Afrika. — Dem Vollzugs-Ausschuß für die Begründung der Baugesellschast „Eigenhaus" zu Berlin ist aus dem Geheimen Civilcabinet Seiner Majestät des Kaisers und Königs folgendes Schreiben zugegangen: Potsdam, den 27. October 1891. Dem Vollziehungs-Ausschuß theile ich aus Allerhöchsten Befehl aus die Immediateingabe vom October d. I. ergebenst mit, daß Seine Majestät der Kaiser und König den Bestrebungen der Gesellschaft, auch dem weniger bemittelten Theil der Berliner Bevölkerung die Erlangung einer geräumigen und gesunden Wohnung in einem eigenen Hause zu ermöglichen, sehr sympathisch gegenüberstehen. Se. Majestät sind der Meinung, daß der von der Gesellschaft beschrittene Weg geeignet ist, zur Beseitigung der traurigen Wohnungsverhältnisse der Berliner Arbeitervevölkerung und der damit verbundenen socialen und sittlichen Gefahren ein gut Theil beizutragen. müße jener Knabe gerade in dem Augenblicke kommen, t er sein Weib ins Leben zurückrusen sollte! Warum ließ sich von dem neuen Vorfall so vollständig hinnehmen, daß ur gestorben durch ihn, ein Opfer ihres hingebenden Ver- auens, ein Opfer seiner Schwäche, seines furchtbaren Ver- ängnisses, und keine noch so schwere Strafe konnte die That ^geschehen machen. den Mund seines Sohnes an ihn richtete, den Gattenmörd Ach, es gibt ein Leid, so groß, daß kein Meer von Ahrö tief genug ist, es zu versenken! Das ist die Schuld,- gangen von Denen, die wir lieben, die Schuld, die wir t sühnen können, die wir uns selber nicht verzeihen unke trotz aller Reue immer wieder neu wird in der QuM- loser Selbstanklage. Nun war sie tobt, die Einzige, die se Last mit getragen, die Einzige, die an ihn geglaubt, ie die ältere Pflicht darüber vergaß! „Wie geht es der Mam Wo ist sie?" Und Gott der Herr sprach: „Kain, wo ist d Bruder Abel?" War es nicht dieselbe Frage, die Gott bi Feuilleton. Und vergieb uns unsere Schuld! Erzählung von Erich zu Schtrfeld. (Schluß.) Taumelnb wie ein Betrunkener wankte bei Arzt zur Ein dumpfer Schmerz kam über ihn. Dem Ausbruch >er Verzweiflung folgte ein beängstigender Zustand der Lethargie, der ihn unempfindlich für alles machte, was um Thür seines Zimmers, zur Lagerstätte seiner Frcu, riß mit ihn her vorging. Der Gedanke, seinem öden Dasein ein zitternden Händen die Maske von ihrem Gesicht und stürzte Ende zu machen, trat verlockend an ihn heran. Aber wozu? wie vom Blitz getroffen mit einem markerschütternden Schrei Ob er lebte, ob er starb, ihm war es gleichgiltig, fast un- zu Boden. Nun war es geschehen, was er immer und immer bewußt aber lenkte ihn ein ihm in Fleisch und Blut übergefürchtet, und am eigenen Weibe war er zum Mörder ge- gegangener Grundsatz: nicht der Hand des Richters zu ent* worden, an ihr, die mit rührendem Vertrauen ihr ganzei fliehen, nicht ihm vorzugreifen, sondern zu tragen, zu sühnen, Sein in seine Hände gelegt hatte, an ihr mußte sich sei, soweit er konnte. Nur noch einmal flammte der unbändige grausames Geschick erfüllen. Nun hatte^ er ihr die^Mask Schmerz seiner Seele empor, das war an dem Tage, da man sein treues, so sehr geliebtes Weib zur ewigen Ruhe bestattete, und dann ward es stille in ihm, todt und stille. Er mied die Menschen und hielt nur Zwiesprach mit ihr, seiner Heimgegangenen. Der Arm der irdischen Gerechtigkeit streckte sich nicht aus nach ihm. Keiner der Männer, die ihn sahen, hatte das Herz und den Muth, ihn öffentlich anzuklagen, den armen Mann, der unter der Wucht seines Geschickes schier zusammenbrach. Aber die Menschen gingen ihm aus dem Wege, wie er ihnen auswich. Es war einsam geworden in seinem Hause ^und (allein wandelte er seine einsamen Psade. Selbst sein Sohn hatte sich von ihm gewendet, weil er ihm nicht verzeihen konnte, weil er ihm nicht ohne Vorwürfe ins Auge zu sehen vermochte. Anfangs schmerzte es den alten Mann wohl, sich von dem Sohne verlassen zu sehen. Zuletzt aber fand er es ganz natürlich. Es war am besten, daß er das allein verschuldete Elend auch allein trug. Es war sehr verständig von dem jungen Studenten, daß er Sein in seine Hände gelegt hatte, an ihr mußte sich sei, soweit er konnte. j , w . Nun hatte er ihr die Mask Schmerz seiner Seele empor, das war an dem Tage, da abgenommen, aber zu spät, zu spät! Nun war alles gJ r~:“ z° * “ ~ " vorüber, nun wußte sie nichts mehr von ihren Schmerz« und konnte wieder: schlafen, schlafen für immer. O, waru von dem Vater nichts mehr verlangen mochte und sein Studium aufgab, um die kaufmännische Laufbahn zu betreten, wo er seiner Hilfe nicht bedurfte. „Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort" und mit dem Urtheil. Sie dringt nicht in die Tiefe, weil sie selbst noch nicht gelernt hat, tief Zu empfinden. Das lernt sich nicht im Rosenhag der Freude und in der Runde jugendlicher Zecher, das lernt sich nur im selbst erfahrenen Leid, in der Schule des ernsten Lebens mit seinen Schmerzen und seinem Kummer. Darum bereut oft erst der Mann im reiferen Alter, was er im jugendlichen Uebermuth gethan, darum verzeiht milde der Greis, was der Jüngling zürnend verdammt, darum geht oft der Sohn zum Grabe des Vaters und opfert ihm spät den Zoll der Liebe, den er ihm einst vorenthielt. Der alte Herr zürnte seinem Sohne nicht, er blieb ihm zugethan mit seinem ganzen Herzen, denn er betrachtete es als einen Act der Gerechtigkeit, der Vergeltung, daß ihm der Sohn fern blieb. Er hätte ihn wohl gern einmal gesehen, aber so oft sein Vaterherz nach ihm verlangte, beschwichtigte er es und sagte: „Stille, altes Herz, stille, du hast nichts mehr zu fordern, nichts zu verlangen." Ja, er freute sich seines Wehes,- je mehr er duldete, desto mehr dachte er, würde ihm vergeben, desto mehr würde die Zeit der Leiden verkürzt werden. / Das alles geht ihm durch den Sinn, während er an •bem Grabe sitzt. Die letzten Ereignisse seines Lebens ziehen wieder an seinem Innern vorüber, immer wieder. Es gibt für ihn nichts anderes mehr, als das schmerzliche Erinnern, in dem alles lebendig wird, alles, was einst war und nur mit ihr, der Theuren, unter diesem Hügel begraben lag. Wieder schweben die Klänge der Orgel zu ihm herüber. Gc- tröstet singt die Gemeinde der Leidtragenden: „Was Gott: wenn es gelingt, dem gemeinnützigen Unternehmen die erforderliche Grundlage und Ausdehnung zu geben. Bei der von Seiner Majestät unternommenen eingehenden Besichtigung des in der Sommerstraße in Berlin errichteten Musterhauses für Arbeiterwohnungen haben Allerhöchstdieselben mit Befriedigung wahrgenommen, daß die in dem Hause getroffenen Einrichtungen in durchaus zweckentsprechender und practischer Weise den Bedürfniffen einer kleineren Familie Rechnung tragen. Wie Seine Majestät bei dieser Gelegenheit bereits mündlich zu erkennen gegeben haben, beabsichtigen Allerhöchstdieselben zwei solcher Häuser in der Colonie Biesdorf für eigene Rechnung zu erwerben und die Besetzung derselben Allerhöchftsich vorzubehalten. Seine Majestät geben Sich der Hoffnung hin, daß Allerhöchstihr Beispiel recht viele Wohlthäter zu ähnlichem Vorgehen veranlassen werde und daß dem Unternehmen auch Seitens der unter den jetzigen Wohnungsverhältnissen leidenden Kreise der Berliner Bevölkerung ein reges Interesse entgegengebracht werde. Der Geheime Cabinets-Rath Wirkliche Geheime Rath von Lucanus. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphtschrs Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 2. November. Zur heutigen Feier des fünfzigsten Doctor-Jubiläums des Professors der Physik Wirkt. Geh.- Raths Dr. v. Helmholtz in Charlottenburg erschien als Erster unter den Beglückwünschenden der Cultusminister Graf v. Zedlitz-Trütschler. Der Beglückwünschung desselben schlossen sich eine ganze Reihe von Gratulationen seitens Deputationen von gelehrten Körperschaften und Anstalten an. Professor Dubois-Reymond überreichte dem Jubilar die Stiftungsurkunde der von der Akademie der Wissenschaften gegründeten Helmholtzstistung. Berlin, 2. November. Das Diner im Kaiserhofe zu Ehren Helmholtzs, woran etwa 300Personen theilnahmen, verlief glänzend. Helmholtz saß zwischen dem Staatssecretär v. Bötticher und dem Cultusminister. Herr. v. Bötticher brachte den Toast aus den Kaiser aus. Professor Zeller toüstirte aus den Jubilar, welcher in bewegten warmen Worten dankte. Berlin, 2. November. Der Verein deutscher Studenten erklärte nunmehr definitiv, sich an dem Helm- holtz-Virchow-Commers nicht betheiligen zu können, weil es dem Festcomits nicht gelungen sei, von Professor Virchow die Vermeidung jeglicher politischer Demonstrationen gewährleistet zu erhalten. Berlin, 2. November. Die gemischte Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten hat die N o t h st a n d s- anträge des Socialisten Singer, insbesondere den Antrag auf Vornahme von städtischen Bauarbeiten in großem Umfange, um der Arbeitslosigkeit zu steuern, abgelehnt, da ein Nothstand nicht vorliege. Berlin, 2. November. Das Betriebsamt Schneidemühl macht bekannt: Am 31. October, S1^ Uhr Abends, ist aus dem Bahnhofe Fi lehne infolge Ueberfahrens des Haltesignals der Güterzug von Schneidemühl in den Schluß des nach Schneidemühl abfahrenden Güterzuges 311 gefahren. Vier Wagen sind zertrümmert. Der Schlußbremser Bück ist von der Bremse des letzten Wagens herabgestürzt, wurde überfahren und sofort getödtet. Weitere Personenbeschädigungen sind nicht vorgekommen. Um 3 Uhr Morgens wurde der Verkehr der Züge wieder ausgenommen. Infolge der Sperrung der Hauptgeleise erlitten die Schnellzüge eine einstündige Verspätung. München, 2. November. Die „Allg. Ztg.", sowie die „Neuesten Nachr." wollen wissen, die Verhandlungen zwischen Deutschland und Italien seien beendet. Geheimerath Huber sei gestern von Berlin zurückgekehrt und zur Unterzeichnung des Vertrages ermächtigt. Die dieswöchigen Arbeiten seien lediglich redactioneller Natur behufs Paraphirung. Legationsrath Pritsch ist gestern als Vertreter des Auswärtigen Amtes behufs Unterzeichnung des Handelsvertrags mit Italien eingetroffen. Hamburg, 2. November. Heute Nachmittag um 4% Uhr fand auf der Elbe an der Stelle, wo jüngst der Dampfer thut, das ist wohlgethan." Ja, was Gott thut! Dies hatte nicht Gott, dies hatte er selbst, er selbst gethan. Deßhalb fand er keinen Trost^und keinen Frieden. Der Wind strich ihm kalt über das entblößte Haupt und zauste ihm in den weißen Locken. Der feine, nebelartige Regen durchnäßte ihn bis auf die Haur, aber er achtete nicht darauf. Die Thüre der Capelle öffnete sich. Aus dem hell erleuchteten Raume fluthete der Strom der Menschen, dunkel, schweigend. Da erhob auch er sich, pflückte ein Epheublatt von dem theuren Grabe und schritt langsam der Stadt zu, in deren Wogen und Brausen das Klagen eines Menschenherzens ungehört verhallt. Und wieder kam der Tag der Todtenfeier. Wie immer zog der Trauernden Schaar mit ihren Kränzen zur Stätte des Friedens. Wie alljährlich klangen die Accorde der Orgel und die Trauer- und Trostgesänge aus der erleuchteten Grabcapelle. Aber so Mancher, der vor Jahresfrist noch an diesem Orte weilte, der Erhebung und des Trostes bedürftig, ruht jetzt in kühler Erde und andere stehen an seinem Grabe, weinend, sein Andenken segnend. — Auch der Greis, der vor einem Jahre so still an dem epheuumsponnenen Hügel saß, fehlt heute- er ist heimgegangen und hat den Frieden gefunden, den ihm die Welt nicht geben konnte. Auf dem grün gestrichenen hölzernen Schemel sitzt ein anderer, es ist der Sohn jenes Alten. Die Thränen später Reue fließen heiß und unaufhaltsam hernieder in das dürre Gras und feine bebenden Lippen flüstern: „Herr, vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigem!" „Athabasar" gescheitert ist, ein Zusammenstoß des englischen Dampfers „Northgate" mit dem vom Schwarzen Meere kommenden englischen Dampfer „Jnkhborva" statt. Dem „Northgate" wurde die Bugwand eingedrückt. Der Capitän ließ denselben auf den Strand lausen. „Jnkhborva" kehrte mit beschädigtem Bug nacy Hamburg zurück. Arras, 2. November. In dem Kohlenbecken des Departements Pas de Calais ergab die Abstimmung bezüglich eines allgemeinen Strikes das Resultat, daß sich bisher 2597 Arbeiter für und 1074 gegen den Strike aussprachen. Loudon, 2. November. Gestern fand in Sandringham House, der Residenz des Prinzen von Wales, eine Feuersbrunst statt, welche einen Schaden von ungefähr 10,000 Lstr. verursacht hat. Die Werthgegenstände wurden gerettet. Rom, 2. November. Das Programm der interparlamentarischen Friedens-Conserenz ist wie folgt festgesetzt worden: Am 3. d. M. findet die Eröffnung der Conferenz auf dem Capitol statt, am Abend ist Galavorstellung im Theater- am 4. und 7. ist Empfang der Theilnehmer an der Conferenz in der Deputirtenkammer - am 5. veranstaltet der Fürst Odescalchi, am 6. der Bürgermeister eine Soiree zu Ehren der Conferenz- am 8. werden die Wahlen vorgenommen und findet Empfang auf dem Capitol statt. An jedem Tage tritt die Conserenz zu einer Sitzung zusammen. Außer den angeführten Festlichkeiten ist die Beleuchtung des Forums und ein Ausflug nach Neapel und Pompeji in Aussicht genommen. Petersburg, 2. November. Der kaiserliche Ukas, wonach unter Aufrechterhaltung des Verbots der Ausfuhr von Roggen, Roggenmehl, sowie aller Getreideabsälle, das Ausfuhrverbot auch aus alles andere Getreide, ausgenommen Weizen, auf Kartoffeln, sowie Producte aus Getreide, dessen Ausfuhr verboten, und aus Kartoffeln, tote Mehl, Malz, Grütze, Teig, gebackenes Brod ausgedehnt wird, ist nunmehr veröffentlicht worden. Das Verbot tritt an dem Tage in Kraft, welcher auf die Veröffentlichung des Ukases durch das Gesetzblatt folgt, wobei dem Finanzminister anheimgestellt wird, das Verbot den Zollämtern telegraphisch mitzutheilen. Von vorstehendem Verbot sind für die Dauer von drei Tagen nach dessen Inkrafttreten diejenigen Producte ausgenommen, welche zur Completirung einer solchen Ladung dienen, die vor der Veröffentlichung des Verbots begonnen und vor dieser Frist mit der Eisenbahn durch die Landesgrenzzollämter ins Ausland abgefertigt worden ist. Sofia, 2. November. Fürst Ferdinand ist von Küstendil nach Sofia zurückgekehrt. — Der Schneefall, welcher hier ausgehört hat, dauerte während des Vormittags in der Provinz noch fort. Der Orient-Expreßzug fand den Paß bei Dragoman verweht und kehrte nach Sofia zurück, da zwischen Slivnitza und Dragoman der Schnee 10 Meter hoch lag. Die Bahnverbindung von Sofia nach Konstantinopel ist wieder hergestellt, während die Verbindung nach Europa noch unterbrochen ist. Jokohama, 2. November. Reutermeldung. Bis heute ist es nicht möglich, genaue Auskunft über die Zahl der bei dem jüngsten Erdbeben Umgekommenen, sowie den Umfang des angerichteten materiellen Schadens zu erlangen. Soweit bisher behördlich festgestellt ist, sind rund 4000 Todte und 5000 Verwundete. Etwa 50,000 Häuser sind zerstört. Das Erdbeben erstreckte sich in einer viel größeren Ausdehnung, als ursprünglich angenommen wurde. Europäer sollen unter den Todten sich nicht befinden. Depeschen deS „Bureau Herold". eine Anleihe. Der Militär-Etat liege bereits dem Reichsschatzamt vor. Dresden, 2. November. Die Trauung des Prinzen Friedrich August und der Erzherzogin Louise findet am 18. November in Wien statt. Wien, 3. November. In Triest hat sich ein Verein zur nattonalen Organisation der Italiener Oesterreichs „lega nationale" mit 40000 Mitgliedern constituirt. Rom, 3. November. Die „Opinione" sagt, indem sie den ^.^bdenscongreß begrüßt, man dürfe dessen Bedeutung nicht übertreiben, müsse aber anerkennen, daß er den friedlichen Ideen mächtig Vorschub leiste. Der „Fanfulla" meint, Rom >ei der geeignetste Sitz des Congresses, da das italienische Volk am friedliebendsten sei. Loyales utib Provinzielles. Gießen, 3. November 1891. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten arr Donnerstag den 5. November 1891, Nachmittags 4Ubr: 1. Gesuche um Ueberlassung des Rathhaussaales. 2. Das Spannen der Kühe. 3. Gesuch des Wilhelm Seipp um Erlaubniß zum Bauen am Steinweg. 4. Gesuch des Liebnann Reis um Bauerlaubniß für die Bahnhofstraße. 5. Gesuch des Philipp Lahr um Erlaubniß zur Aufstellunq emes Dampfkessels. 6. Desgleichen des Wilhelm Gail. 7. Anbringung eines Briefkastens in der Liebigstraße. 8. Er- weitermg der Exercier- und Schießstände des hiesigen Regiments. 9. Wegverbesserung in der ersten Schneise des Stadtwaldes iuf Kosten der Militärverwaltung. 10. Die Pflasterung der Zusihrt zum Commandanturgebäude. 11. Die Versehung der städtischen Triebviertel mit Gewann- und Nummersteinen. 12. Dtt Aussteinung des städtischen Geländes. 13. Die Verwendmg der Zinsen aus der Herz Schulhos'schen Stiftung. 14. Unttrhaltung des Erbbegräbnisses von Christian Gerh. Hat. 15. Ausstellung eines Bauplanes für die Stadt Gießen. 16. Beleuchtung der Diezstraße. 17. Die allgemeine Bau- ordiung, hier: die Vorgärten und der §21 der Localpolizei- . .lung. 18. Unterhaltung der Schoorwege- hier: Graben- emftedigung. 19. Fortsetzung der Löberstraße. 20. Das Drochkensuhrwesen in der Stadt Gießen. -Sn Hannover fand am 28. October die 19. Sitzung des rezirks-Eiseubahnraths Hannover statt. Aus den Mit- theilugen der Direction ist hervorzuheben, daß, um eine schuel-re Beförderung der Eilgüter herbeizuführen, Eilgut r z ü g e eingerichtet sind und zwar auf den Strecken Koln-'.erlin und Hamburg-Frankfurt a. M. Derartige Züge, welche nahezu mit der Geschwindigkeit von Personenzügen fahrenund auch zur Entlastung der letzteren beitragen, sollen allmähch auf allen größeren Routen eingeführt werden. Auf ee Anfrage des Vertreters von Frankfurt, wie weit die Rerrm der Personentarife gediehen sei, erwiderte die Directn, daß sie darüber bestimmte Mirtheilungen nicht machenmnte. Es scheinen augenblicklich finanzielle Erhebungen im Ga^e zu sein. -i-AltemBuseck, 2. November. Ihre goldene Hochzeit fetten gestern Georg Eberhard Schäfer II. und Katharina, geb. V«l. Die Einsegnung fand wegen Unwohlseins der Ehesraum Hause in Gegenwart der nächsten Anverwandten statt. Löge der rüstige 76jährige Greis, der noch alle Feldarbe von früh Morgens bis spät Abends verrichtet, mtt seine Lebensgefährtin den Rest der Lebenstage in Frieden vollenden vermischtes Berlin, 2. November. Die „Nationalztg." veröffen.licht eine Zuschrift des Dr. v. Steinen, Emin sei nicht mch Wadelai, sondern nach Kamerun unterwegs, was ein ier= trauliches Schreiben Emins an den Einsender wahrscheirlich mache. Berlin, 2. November. Nach dem „Börsen-Courir" entließ- der Kaiser-Bazar in Berlin am 1. Novemter 60 Angestellte. Der Bazar muß in diesen Tagen zwi Millionen Mark decken. Hierauf dürste die Eintheilung ds Bazars in lauter Specialgeschäfte mit eigenen Vorstehen erfolgen, woraus die Räumlichkeit von vornherein angelet worden war. Berlin, 2. November. Der „Consectionär" veröffen licht ein Communique des Kaiserbazar, wonach die Bt schaffung weiterer Betriebsmittel durch Aufnahme von zwe Millionen Mark Vorzugs-Actien für den Kaiferbazar über flüssig geworden sei. Durch das Entgegenkommen der Fa brikanten, welche die Fälligkeit ihrer Forderungen hinaus' schoben, werden die hierdurch gewonnenen Mittel zur Deckung erschien der Unterrichtsminister, sodann Namens des Comites zur Helmholtzfeier Dubois-Reymond, welcher mittheilte, daß der Ausruf 1700 Unterschriften gefunden und reiche Mittel gebracht habe. Sodann erfolgte die Ueberreichung der von Hildebrand in Rom gemeiselten Büste. Berlin, 3. November. Die „Nordd. Allg. Ztg." stellt eine Betrachtung über das russische Bahnwesen an und führt aus, Rußland habe sechs, Deutschland zehn West-Ost durchkreuzende Linien. Besonders der Mangel an zweigleisigen Bahnen lasse Rußland hinter den westlichen Nachbarn zurückstehen. Köln, 2. November. Ein Berliner Telegramm der „Köln. Ztg." besagt, unterrichtete Kreise glauben, daß die in den nächsten Reichshaushalts-Etat einzustellende Forderung an einmaligen Ausgaben zum Zweck der Ergänzung und Verbesserung des Artilleriematerials, besonders für die Einführung des Einheitsgeschosses für die Feldartillerie, 110 Millionen ungefähr erreiche oder knapp überschreite. Die Deckung dieser Forderung erfolge durch BMauheim, 30. October. In unserer Stadt ist schon seit lanAi Jahren durch einen Privatunternehmer Gas- beleuchtuq eingesührt, von der alle Badeetablissements Gebrauchnachen. Es besteht nun die Absicht, in den letzteren das Gas mrch das electrische Licht zu ersetzen und war gestern zi diesem Behuse Geh. Hofrath Professor Dr. Kittler von Danstadt mit dem Specialreferenten für Bad-Nauheim, Oberbergtth Braun, zur vorläufigen Information hier. * Lahr, 31. October. Der Ziehungstag der Lahr er ^chswaisenhaus-Lotterie — 16. November' —- ri immer näher, und wer sich noch die Aussicht und Hoff- m auf einen der Hauptgewinne, 10000, 5000, 3000, einen Fehltritt, stürzte hinab auf die Tenne und war sofort odt. Eine Dittwe und 5 Kinder beweinen den 48jähriqen Rann. * Leipzig, 24. October. Unter der Spitzmarke „Suum lique" bringen „Die Grenzboten" in ihrem letzten Hefte lgende bemerkenswerthe Notiz: „Daß der Sohn eines egierungspräsidenten beim Abiturienten-Examen durchsällt zwar traurig, aber nicht unerhört, daß der Vater vom rector die Arbeiten seines Sohnes einfordert, um das theil der Lehrer zu prüfen, ist seltsam, daß der Director 'e Forderung abschlägt, ist erfrischend, daß der Durchgefallene halbes Jahr später die Prüfung an einem anderen 'tischen Gymnasium mit Auszeichnung besteht, ist merk- >dig, daß der Director dieses städtischen Gymnasiums bald Huf an eine königliche Anstalt berufen wird, ist eigen- tilich." rt Äffet 2. November. Zu Tode gestürzt. An dem hiesige! Centralpersonenbahnhose ereignete sich ein trauriger Unglücksfal. Ein Telegraphenarbeiter bestieg das Dach des HauptgebÄdes, um etwas nachzusehen, er stand kaum auf der Leiter als diese ausrutschte, er stürzte vom Hauptdache aus das Perroldach und dann durch die Scheiben des Glasdaches hindurch als die Steinfließen des Portales. Der Fall war wuchtig, daß das Blut hochaufspritzte und /der Aermste mit der Verbindlichkeiten genügen. zerschmetterten Gliedmaßen tobt am Boden lag. Der Un- Berliu, 2. November. Der „Börsen-Courier" veröffent- glückliche hirterläßt Frau und Kinder. — Ein ähnlicher licht einen Ausruf zu Gunsten der Nothleidenden^^g^ücksfrll ereignete sich im Dorfe Grifte bei Gunters- in Rußland, unterzeichnet von Medicinalrath Bergmann, Hausen. Do:t stieg ein Bahnbeamter bei einem Oeconomen Consistorialrath Dalton, Professor Harnack und Pastor Keller. der Scheune auf dem Balkengerüst in die Höhe, er that Berlin, 2. November. Helmholtzfeier. Um 10 Uhr"'"'"" — 2000, 1500 Mk., oder auch auf das viel bewunderte prächtige Holbein-Frühstücks-Service erwerben will, der säume nicht länger mit der Anschaffung eines Looses. Das Gewinn- Verhältnis ist bekanntlich das denkbar günstigste, bei 200 000 Loosen ä 1 Mk. für 140000 Mk. Gewinne. — Weiteren Kreisen dürfte es noch unbekannt sein, daß neuerdings auch die gesammte deutsche Schriftstellerschaft dem Reichswaisenhause ihre warme Sympathie bezeigt hat. Fast alle nur irgendwie hervorragenden Autoren haben ihm nämlich ihre Werke mit zum Theil sehr hübschen Widmungen gestiftet. Die so zusammengekommene Bibliothek, deren Werth durch die Autographen natürlich ein sehr beträchtlicher ist, denkt man als Ganzes zu verkaufen und den Erlös der Anstalt direct zukommen zu lassen. — Auch die deutsche Tageöpresse hat in neuerer Zeit ihr Interesse an der Anstalt wieder in mannigfaltigster und wärmster Weise bethätigt. So ist durch die LiebeSbethätigung der verschiedensten Kreise die financielle Sicherstellung des verdienstvollen Werkes wohl mit Sicherheit zu erwarten. * Die Zuhälterfrage, mit der man sich seit der Heinze'schen Strafsache in Berlin ernst beschäftigt, ist nun auch in Paris eine brennende geworden. Polizei-Schätzungen, so wird der „Voss. Ztg. geschrieben, geben die Zahl der Männer, die in Paris ausschließlich von der Ausbeutung der Prostituirten leben, auf 55,000 an. Aus ihren Reihen gehen die Einbrecher, Raubmörder, Falschspieler und Urheber nächtlicher Ucberfälle hervor. Sie sind es, welche die äußeren Boulevards um den Wallgraben so gefährlich machen wie ein indisches Dschungel, wo es von Tigern wimmelt. Der Versuch ist seit sechs Jahren oft gemacht worden, die Zuhälter vor Gericht zu stellen, aber immer mit demselben Erfolge: sie wurden freigesprochen. Es gilt nun, eine Fassung zu finden, welche die Bedenken des Richters beschwichtigt und der Straflosigkeit der Ritter mit den Seidenmützen („caaquettes ajrois ponts") ein Ende machte. Der Justizminister soll bereits eine Verordnung ausgearbeitet haben, die nun zur Verhandlung kommen wird. Verkehr, Land- nnd Volksrvirthschaft. « November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochernnarkt kostete: Butter pr. Pfd. x 1,05-1,15, Hühnereier St. 7—8 2 St. -—A, Enteneier 1 St.--2 St. — A gRfe pr. St. 4—8H, Käsematte pr. St. 3 A, Erbsen vr. Liter 25 3' Un vr. Ater 23 H I^en pr- Paar x 0,40-0,60, Hühner pr. ^7^ö'N^00-ßabnen pr.St JL 0 50- 0,75, Enten vr. Stück ^?^/isch vr. Vfd 70—76 A, Kuh- und Rindfleisch Schweinefleisch 60-70 Hammelfleisch 50-74 A, Kalb, Kartoffeln vr. 100 Kilo X 6,50-8.50, Weißkraut •* 4'5°-5-50' Mi-» Per Nniverfitäts - No^richten. . h Reval in russtscher Sprache erscheinende, zur Ver- tretung der russificatorischen Maßnahmen der Regierung begründete Zeitung Kolywant macht nach glaubwürdigen Quellen" Mtttheilunaen über den Fortgang der Russifictrung der Universität Dorpat. °le' wie es scheint, schon sehr bald aus der Reihe der „deutschen" ? rolrb6 Estrichen werden müffen und jetzt bereits ^-^ Ä^^o^rloren hat, durch unmittelbaren Bezug des größten ^rtra i.e auf der Höhe der modernen Wissmschaft sich zu erhalten, indem die neu eintretenden Professoren verpflichtet werden, sich des Russischen als Lebrsprache zu bedienen Die Kolywanj schreibt. Nicht nur in der juristischen FacLät werden in russischer Sprache gehalten; in der medicinischen ^dienenfich zwei Profestoren dieser Sprache, in der htstorisch philologischen sechs und zwar liest einer dieser letzteren, der Profesior der russischen Sprache und Literatur, für die Studenten ?Uer Facultaten, für welche der Besuch seiner Vorlesungen obligatorisch ist. eo sind sammtliche Hörer gezwungen, sich mit der russischen Sprache vertraut zu machen. Eine zahlreiche Gruppe von Universitätslehrern kommt den Absichten der Regierung bereitwillig entgegen- viele von ihnen erlernen eifrig die russische Sprache und jetzt bereits N .etwa 35 der.Universttätsprofessoren des Russischen vollkommen mächtig. Wenn letzt noch der Zustrom russtscher Studenten nach Dorpat nicht besonders groß ist, so erklärt sich das damit, daß es tm wetten russischen Reiche nicht genügend bekannt geworden ist, daß 1° ^o^ut" lurMischen Facu'tät gegenwärtig die Vorlesungen bereits ausschließlich in russischer Sprache gehaltm werden; nur die D0-r dem Zähre 1888 Jmmatriculirtm haben noch, falls sie eS wünschen, bis zum Sommer deS JahreS 1892 das Recht, da« Ab- f,rng,re^m%Jn J'HW* Sprache zu machen." Wie das Blatt ferner mittbellt, wurden die „neuen Ordnungen", welche sowohl die « Universität betreffen, bald für sammtliche K m26?ibe?,bnfci,^ und von Beginn des nächsten Lehrjahres SntSmnrf(>nUMn Ä^A^bs°!ophische Facultät diesen Ordnungen tin- .Daß die „Kolywanj" für die Ueberführuna der SrtihiÄ m rXnAftUf.a» En eine der altrussifchen Universitätsstädte platbirt, ist längst bekannt. Briefkasten. Y~ Auch den kaufmännischen Rechtsbestimmungen Theilen die Aufhebung des Dienstverhältnisses nur des Kalenderquartals nach oorhergegangener sechs - m5.7^lrcher Kündigung erfolgen, falls über die Dauer des Vertrags nichts Anderes vereinbart ist. Die Redactlon. Vergebung von Arbeit, betreffend Erdauffüllung. Die Anfuhr von 4000 cbm Erde auf den Kirchenbauplatz an der Südanlage dahier soll durch Submission alsbald vergeben werden. Angebote wolle man bis zum Samstag den 7. ds. Mts. einschl., in der Wohnung des mitunterzeichneten C. Schwan sen., Seltersweg 64, abgeben, woselbst auch die Bedingungen einzusehen sind. Gießen, am 3. November 1891. Der evangelische Kirchenvorstand: ____________Dr. Naumann. C. Schwan sen._________9774 Der Voranschlag der Gemeinde Grüningen für 1892/93 liegt vom 3. November d. I. an acht Tage lang zur Einsicht und Entgegennahme etwaiger Einwendungen auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Grüningen, am 2. November 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Grüningen. Gilbert. 9749 pas Frankfurter Schuhlager 'S1 < 9 O zeigt den Empfang sämmtlicher Winter-Schuhwaaren an. a» Große Auswahl für Damen, Herren und Kinder in « °uennur erdenklichen Sorten und zu sehr billigen Preisen. 5 Separat-Anprobir-Zimmer für Damen. J N. Reiss, ~ 9651 12 Mcinsburg 12» Mk. 1.10. 1.25. 9770 9777 1) Ludwig Spuck II. (Director) Donnerstag den 5. und Freitag den 6. November * « Einsicht der Liste der Genossen ist Corned Beef SW Billigste Preise. W 9782 eingetroffen. Robert Stuhl, Neustadt 23 «Mm «m™ irji “X v a-»’. iLvleoeroerrausern jtaoatt. Arankfnrt a. O. [9776] Robert v. Stephani. S“"® Feinsten Dürkheimer Traubenmost ®L Arekfdimar, empfiehlt [9757 ^«aerfraut im B^UXttata -Lelm | -av.] kt. _ bester Raupenleim. Wn großer Süllofen billig Gustav Walter, zu verkaufen. Marktplatz 10. MäuSburg 13. [96791 werden gefüttert 1.20. 1.25. für den Centner ab Gaswerk Ettingshausen, den 3. November 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Ettingshansen. Görnert. werden die zum Nachlaß des Herrn Stationscassier Schaumann gehörigen Mobilien im Stationsgebäude des hiesigen Bahnhoses meistbietend versteigert. Donnerstag Nachmittag von 2 Uhr an kommt zum Ausgebot: Vertreter des Direclors) sämmtlich zu Lollar. Halter und Kaffenführer), 3) Ludwig Geißler HI. (Stell- Großherzogliche Bürgermeisterei Inheiden. ____________ Reitz. Bekanntmachung. Laut Statut vom 5. September 1891 hat sich unter der Firma „land- wirthschastlicher Consumverein, eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht" ein Verein zu Lollar gebildet, dessen Eintrag im Genossenschaftsregister des unterzeichneten Gerichts erfolgt ist. Gegenstand dgz Unternehmens ist: gemein» schafft-^er Einkauf von Verbrauchs- floffen und Gegenständen des land- wirthschaftlichen Betriebs, sowie gemeinschaftlicher Verkauf landwirth- schaftlicher Erzeugnisse. Willenserklärung und Zeichnung für die Genossenschaft muß durch zwei Vorstandsmitglieder erfolgen. Die Zeichnung geschieht in der Weise, daß die Zeichnenden zu der Firma der Genossenschaft ihre Namensunterschrift beifügen. Die von der Genossenschaft ausgehenden Bekanntmachungen erfolgen unter der Firma der letzteren, gezeichnet von zwei Vorstandsmit- gliedern; die von dem Aufsichtsrath ausgehenden, unter Benennung desselben, von dem Präsidenten unterzeichnet. Die Bekanntmachungen sind in dem „Gießener Anzeiger" aufzunehmen. Die dermaligen Mitglieder des Vorstandes sind: Stückeokes Rusteokes in btei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung zerkleinert und für alle Ofenschächte paffend. Der Voranschlag der Gemeinde Ettingshausen für 1892/93 liegt vom 5. d. M. acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei- Bureau zu Jedermanns Einsicht offen. Jeden Abend s Ital Maronen Woll. Strickgarne empfiehlt [9635 i Marke M. & W/l rmi Eunl Fischbach. [ 9757 Enrrl Schmall, „Frankfurter Hof". Die Gerberei und Kederhanblung von Wilhelm Plank, Bahnhofstrasse 18 empfiehlt sammtliche Leders orten für Schuhmacher, Sattler und Riemer. Größte Auswahl in Schaffen aller Art, sowie in Schuhmacher - Bedarfsartikeln, Werkzeugen und Schuhleisten rc. zu den billigsten Preisen. [9128 Bei Leder eigener Fabrikation berechne Fabrikpreise. Freitag Vormittag von 10 Uhr au: 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, Küchen- und Hausqeräthe,! Porzellan, Bütten. Weißzeug. Freitag Nachmittag von 2l/t Uhr an: Gustav Walter, MäuSburg 13. [9778 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Inheiden für 1892/93 liegt vom 5. bis 13. November d. I. auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Betheiligten offen. Inheiden, den 2. November 1891. Größe Nr. I., etwas größer als Anthracit . Größe Nr. II., in der Größe des Anthracit . Größe Nr. III., kleiner als Anthracit . . „ ,®*e 2lufuhr an das Haus erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindestens 5 Centner und werden für dieselbe 5 Pfq f(jr de« Centner berechnet; von Herrn Emil Pistor werden auch genngere Mengen als 5 Centner zugeschickt. a B Bei Entnahme von Wagenladungen von mindestens 35 Centner, welche einige Tage vor dem Bezug zu bestellen sind, tritt bei allen Sorten eine Preisermäßigung von 5 Pfg. für den Centner ein. „„„ ”on 200 Centner auf einmal tritt eine Preisermäßigung von 10 Pfg. für den Centner em und empfiehlt es sich, diesbezügliche Be stellungen zeitig bei uns vormerken zu lassen. 9501 Städtisches Gas- und Wasserwerk Giessen Frit^ Howack, Gießen $ Special-Geschäft für M Braut - Ausstattungen. • 2M6* Anerkannt gute Dualitäten. "3NG om Grösste Auswahl — A. Kretzschmar, Kürschner, 9772] 22 Marktplatz 22. Wichtig für Damen! 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M. über „Evangelische Arbeitervereine"; von Pfarrer Wagner- Darmstadt über „Die Pflicht der deutschen Frau in den socialen Nöthen der Gegenwart" und Hosprediger Stöcker-Berlin über „Die Verpflichtungen, welche die gegenwärtige Lage den Besitzenden und Gebildeten auferlegt." Eintrittskarten zu dieser Versammlung zum Preise von 30 H sind bei Buchbinder Steinhäuser, Neuen Bäue 17, in der Papierhandlung von Klee am Markt und in der Herberge zur Heimath zu haben. Unsere Mitglieder, sowie alle Freunde der inneren Mission laden wir herzlich zu dieser Versammlung ein. [9611 Der geschäftsführende Ausschuß: D. Gottschick. E. Kauffmann. Schlosser. Stamm. G. Windecker. Einladung. Sonntag den 15. November 1891 findet die fiiilssigjijhrise Jubelfeier der Haudmrkerschule Ma, verbunden mit der Einweihung der neuerbauten Handwerkerschule daselbst, statt, wozu wir alle früheren Schüler obiger Schule und Freunde hiermit ergebenst einladen. Die Zusammenkunft und Aufstellung des Zuges findet Nachmittags V23 Uhr am Rathhause (Marktplatz) statt. 9748 Der Vorstand des Gewerbvereins Nidda. Sängerkranz. Unseren verehrt, außerordentlichen Mitgliedern theilen wir hierdurch mit, daß wir die für den 8. d. Mts. beabsichtigte öffentliche Aufführung der „Antigone" in Anbetracht des an diesem Tage stattfindenden „Wohl- thätigkeits-Bazar" vorläufig verschieben, dieselbe aber in das Programm unseres Concerts am 5. December ausgenommen haben. [9769 Der Vorstand. Setzer und Maschinenmeister filicht-Verb.-Mitglieder nach Stuttgart gesucht. Eintritt 9. November oder etwas später. Dauernde Condition. Reisegeld wird vergütet. Offerten womöglich mit Zeugnissen an [9759 Local-Ausschuß d. Stuttg Duchdr.-Bes- 77 Rothebühlstratze. 9763] Tüchtiger HanSbursche sofort gesucht._________„Posikeller". 9755] Kellnerlehrling oder junger angehender Kellner wird gesucht. ___________________Hessischer Hof. 9753] Junger CommiS sucht Stelle pr. 1. 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Anl. 89 10 87 50 78.70 34.10 Disconto-Command^Anth» Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver^Act» Oest. Credit-Act. Oest. StaatSb^Act. 170.80 126 90 133 40 107-50 90 5U 237.00 238 75 Lomb. E.-B.-Act. Buschtherader E.-B.-Act- Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordoft-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-Bu-Act. 79 75 397 25 184.50 131.10 11290 109 40 48.00 4% Mainzer St^Anl. Gelsenk. Bergw^Act. 101-80) 14700| Ver. KönigS-Laurab^Act. Tendmz: fest. 106.70 ReichSbank-DiEcvnt 4 pLt. — frankfurter Rank-Diseont 4 vllt. Redactro«: N. Gchryda. — Druck und Verlag der BrKhl'schm Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießens 9200] Reinl. jüng. Mädchen zu einem Kinde für Nachmiltags gesucht. _______________Weserstratze 12, I 9730] Ein langer Kellner gesucht. Deutscher Hof. Musikai. Hausfreund Matters. ausgewLhlte Lalonmufik. W» Jahrgang. Monatlich 2 Kammern (mit Text- „ j B°W°ge). Preis orv Quartal 1 Jt frrtiwuiia o gratis end fraoee. Leipzig. Verlag. 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