fU. 231. Zweites Blatt. Sonntag den 4. Oktober 1891 •ft täglich, eÜ L»»snahm« W MorttLtzA. Wt Mr-rver ftvHitilCillH WN* tem Änjtiftt »-ch«tttch iHintl HfdtfL Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. 2 Mark 20 Pf,. *fl» vrmgerloh» Durch die Post bepf» 2 Mark 60 Vf, Rebactton, und Druckerei Aerujprccher 61. Aints» und Anzeigeblatt für den Ttreir Gieren. *1"1 chrattsveitaae: chießmer Aamikienölätter. WMHbt» Da, erfchnnenden stummer oti norm, iu uijr. i v __x.ui4ui-JL- , jl,....... MW W« Alle WimorctüStirtaux M O snb lulkaH nrhw« Aazeigen für den „Gießenrr 8njei,er* entge,« Auf Theodor Körners Grab Zum 100jährigen Geburtstage des Dichters (23. September 1891). Von E. o. W t l d e n b r u ch. Gegangen — nicht vergangen, Gestorben — doch nicht tobt, In jeder großen Freude, In jeder großen Noth Gewärtig feinem Volke, Lebendig seiner Zeit — Das war der Mann, das ist er, Dem dieser Kranz geweiht. Wir legen diese Spende Dem Sänger auf den Schrein, Es soll ein Gruß dem Jüngling Von deutscher Jugend sein, Es soll der Kranz verkünden, Daß Deutschland sich bewußt, Daß seine Quellen strömen In seiner Jugend Brust. — Gedenkt des großen Erbes, Gedenkt der großen Pflicht, Ihr jungen deutschen Seelen, Wacht auf und säumet nicht! Es lagern sich die Wolken Rings um den HtmmelSrand, Es gehen böse Stimmen Rings durch das Vaterland. Sie flüstern in die Ohren Euch fremde wilde Mähr, Sie machen Eure Herzen Von Glaubens-Hoffnung leer. Am Grab des deutschen Helden Gedenkt der heil'gen Zeit, Als Deutschland groß geworden In Glaubens-Freudigkeit! Sie wollen Euch vergällen Den tiefen reinen Trunk, Den Lebensquell der Menschheit: Heil'ge Begeisterung. Stoßt aus die Lugpropheten, Kehrt bei euch selber ein — Wenn Deutschland nicht mehr jung ist, Wird Deutschland nicht mehr sein! Vermischtes. ♦ London, 25. September. Eine Ausstellung des Elends. Die englische Heilsarmee hat die große Agrikultural- Hall in London gewählt, um dort eine Ausstellung zur Belehrung der Welt über die Armen und die Elenden zu veranstalten unfr zwar im December kurz vor Weihnachten. Außer den Arbeiten, welche von Solchen, „die der Gasse entrissen" in den gegründeten Heimstätten angefertigt werden, sollen auch wahrheitsgetreue Nachbildungen der jämmerlichen Logis des Londoner Ostends, wo die Aermsten hausen, und der Arbeitshöhlen der Schweißtreiber dem Publikum vorgeführt werden. In der Ankündigung heißt es: „Dies wird eine deutliche Lection für die Welt bieten und wir wollen versuchen, klar zu Gemüthe zu führen, wie schrecklich das Elend des Bettlers Lazarus ist, der vor seiner Pforte kauert im „dunkelsten England". * Künstlicher Schiffbruch. In dem Seebade Bar Harbor huldigt man einem neuen Sport. Ein früherer Seekapitän hat eine Anzahl alter Boote gekauft, mit denen Schiffbruch gespielt wird. Wer nun gern in den Ruf eines beherzten Mannes kommen will, wer ein nasses Bad nicht scheut und seinem Mädchen durch ein solches Wagstück imponiren möchte, macht gegen Zahlung einer ziemlich hohen Summe eine Fahrt mit. Der Capiän lenkt sein Boot in die See hinaus und läßt es auf dem Rückwege auf einen Felsen fahren. Der Capitän zieht aber doppeltes Geld aus diesem Sport. Gegen Zahlung von einem Dollar gibt er an, wo der Schiffbruch stattfinden soll und jedes Mal finden sich genug Leute, die gern einem solchen realistischen Schauspiele beiwohnen. Für die „Schiffbrüchigen" wird durch eine Lebensrettungs-Mannschaft gesorgt, die gleich mit Rettungsbooten zur Stelle ist. Ein recht aufregender Sport, der aber doch einmal zu einem recht traurigen Ende führen kann. Landwirthschaftliche Winke und Rathschtägr. A Slus Oberhefsen, Ende September. Beiträge zur Bestellung der Herbstsaaten. Ist denn das Alles auch wirklich drum werth, daß man sich eine solche Unruhe macht!? fragen wieder Dutzende von Landwirlhen. Die Unruhe und die Unbequemlichkeit, die Furcht vor dem anhaltenden Denken und das Ueberlegen von ganz neuen Anforderungen sind Dinge, welche ebenso schwierig auszurotten sind, wie das Unkraut. Dieses und Jenes verschlingen dem Bauer alljährlich große Geldsummen und wenn einer denkt, der heutige Bauer könne es machen wie der Bürgermeister von H ... es vor 40 oder 50 Jahren gemacht hat, dann sind sie sehr irre. Der Bürgermeister wurde nämlich von dem Großherzoge, welcher damals das Land durchreiste, gefragt, welche Beschäftigung in seiner Oeconomie ihm am angenehmsten sei. Der Bürgermeister antwortete ebenso aufrichtig als gemüthlich: „Herr Großherzog, eich fühl' mich am wuhlste, wenn eich mich dreimol rundsichherum foatt gegeasse hun, mei' Schnuddelkappe uff de Kopp nehm', mich uff die Ofebank setze und denk' goar naut." So bequem haben wir es nickt mehr, es muß gedacht und überlegt werden, beim Zackern und Eggen, beim Fahren und Walzen, beim Säen und Mähen. Der Erfolg rechtfertigt dieses Thun. Nicht weit von dem Einsender wohnt ein Bauer, der etwa 60 Morgen Grundbesitz bewtrthschaftet. In der ersten Hälfte der achtziger Jahre lernte er nach jahrelangem Widerstreben die Anwendung der künstlichen Dungstoffe; das tiefere Pflügen war ihm bisher ein Gräuel, denn er behauptete: der wilde Boden wird ja dadurch gerade herauf geschafft. Daß die Pflanzenwurzeln den guten Boden alsdann besser erreichen und sie sich vortbeilhafter ernähren konnten, wurde ihm erst später klar. Ebenso wurde ihm nachträglich deutlich, daß der wilde Grund durch den Einfluß der Sonne, Regen Schnee und Wind gar brauchbar wurde. Er fand, daß seine Pflanzen tiefer in den Boden eindrangen, sie wurden gesünder und stärker ^unb lieferten eine viel höhere Ernte. Hiermit ist die Antwort auf die Frage gegeben: Ist es denn auch drum werth, daß man sich diese Last und Mühe macht! Und ob es drum werth ist! Der Mann erntet jetzt auf seinem Gütchen in allen Branchen: Getreide, Futter, Hack- und Knollengewächsen um ! 50 Prozent mehr als vorher. Da ist es doch schon drum werth, } nicht wahr? Die Leute sprechen immer von schlechten Zeiten, be- I merkte der Bauer, indem er seine Wirthschaftsbücher herbeiholte und nachwies, wie er durch intensivere Cultur von Jahr zu Jahr vorankam. Schlechte Zeiten! Das ist dummes Zeug. Unsere Zeiten sind aut, man muß sie nur zu begreifen wissen. Die Arbeiter wollen höheren Lohn und das hat seine Berechtigung, denn Alles ist theurer j geworden, Jedermann muß mehr Zahlungsmittel in Händen haben, ! wenn er etwas kaufen will. Wir selbst aber müssen höhere Erträge ! aus unserem Grundbesitze ziehen, dann können wir dm höheren : Anforderungen entsprechen. Schlecht sind die Zeiten in Bezug auf 5 die DiscipUn und Subordination bei den Menschen. Niemand will { mehr gehorchen. Schlecht sind die Zeiten im Hinblick aus Moral i und Sittlichkeit. Kaum sind die Menschen ein paar Jahre confirmirt, i so kommen sie nach Hause und sind genöthigt zu heirathen. Schlecht ! sind die Zeiten, weil alles von einer bodenlosen Gier nach Genuß 1 und Vergvügen erfüllt ist, weil die Einfachheit der Sitten verlacht, die Bescheidenheit, Demuth — mit einem Worte — die Religion verhöhnt wird. Wer aber auf dem Lande arbeiten will, wer ein Geschäft, z. B. Schneider, Schuhmacher, Sattler, Wagner, das Anfertigen von Frauenkletdern, ein Bauhandwerk u. v. A. richtig versteht, der kann sich prächtig ernähren. Solche Handwerker sind an vielen Landorten so rar, daß man fast nichts gemacht bekommt. Bei uns braucht Niemand zu verhungern, wie es, Gott set's geklagt! in den großen Städten vorkommt. Wir haben mit Mangel an i Arbeitern in allen Ecken und Enden zu kämpfen, besonders fehlen auch die Dimstboten. Wer die buntm Flittern der Städte und ihre seichten Genüsse zu verschmerzen vermag, der komme aufs Land, an Arbeit und Verbimst wird es nicht fehlen. Wir kehren zu unserer Ackerbestellung zurück! Der vorhergehende Absatz hat nur wenig mit dieser zu thun. Wir denken aber: Der Bauer soll auch manchmal Tagen, wo ihn der Schuh drückt! Zu dieser Aussprache gibt unsere Zeitung stets gerne etwas Raum her und sie verdient sich den Dank vieler kleiner Landwirthe dadurch, welch' letztere mit Befriedigung lesm, wie es bei ihnen steht. Welche Stoffe sollen wir denn aber den AeLern znführen? fragen viele Landwirthe und bilden sich dabei ein, es müsse ihnen nun für jeden Acker ein besonderes Recept verschrieben werden, wie der Arzt für jeden Kranken ein Recept verschreibt. Dieses Receptverschreiben muß der Bauer selber lernen und er lernt es auch sehr bald, denn es ist gar nicht so schwer, als sich die Meisten anfangs vorstellm. Mit kurzen, klaren Worten läßt sich Leuilletsn. Skltssmkeitkn berühmter Menschen. Von Aug. Scheibe. (Nachdruck verboten.) Es gibt kaum einen Gegenstand von allgemeinerem Interesse als das Leben und Wesen bedeutender Menschen. Alles, was in irgend einer Beziehung zu ihnen steht oder gestanden hat, erregt unsere Theilnahme. Die Räume, in denen sie gedacht und gearbeitet, ihr häusliches Leben, ihre Art, zu sprechen und sich zu kleiden, ihre großen und kleinen Eigenheiten, Schwächen, Vorurtheile, Einbildungen sind ebenso oft Gegenstand der Besprechung gewesen, wie ihre hervorragenden Thaten und Fähigkeiten. Es hat einen unbeschreiblichen Reiz, in die vertraute Gesellschaft bevorzugter Geister einzudringen, sie nicht nur in ihren Werken, sondern auch in ihrem Privatleben und in ihren Privateigenschaften kennen zu lernen, ja, nicht selten erhalten Biographien berühmter Persönlichkeiten einen besonderen Zauber durch die Mittheilung anscheinend unbedeutender Einzelheiten. Wer möchte all die kleinen Züge und Vorkommnisse entbehren, welche uns Goethe aus seiner Jugendzeit mittheilt? Wer erinnert sich nicht mit Wohlgefallen des rothen Pelzes der Frau Rath, in welchem der Sohn allen Philistern zum Trotz Schlittschuh lief; wem wäre die schief zugeknöpfte Weste Schillers nicht als ein characteristisches Zeichen seines Wesens interessant? Biche und Phöbe, die Windhunde Friedrichs des Großen, Richelieus Katzen, Jean Pauls Pudel und Napoleons grauer Rock sind uns von Bedeutung, denn sie gehören zu dem Bilde, das uns von jenen Persönlichkeiten vorschwebt. Ein interessantes Capitel in der Geschichte berühmter Menschen bilden ihre harmlosen Schwächen und viele haben gerade ihren Seltsamkeiten die Popularität im weiten Kreise zu verdanken. Wir erinnern nur hier an den ersten protestantischen Theologen, den im Jahre 1850 in Berlin verstorbenen August Ne and er, dessen sprichwörtliche Zerstreutheit und Originalität Veranlassung zu zahlreichen Aneedoten gegeben hat. Es ist bekannt, daß er sich eines Tages einbildete, lahm zu sein, weil er auf der Straße, ohne es zu bemerken, mit einem Fuß in der Gosse ging. Als er einst ein jahrelang bewohntes Logis verlassen, weil es zu weit von der Universität gelegen war, und ein näheres, bequemer gelegenes bezogen hatte, ging er täglich hartnäckig an der neuen Wohnung vorüber und wanderte den alten gewohnten Weg. Daß Neander vergaß, irgend ein unentbehrliches Kleidungsstück anzulegen, kam täglich vor, und ohne die Wachsamkeit seiner bei ihm wohnenden Schwester würde er oft im wunderlichsten Costüm ausgegangen sein. Bude oder Budäus, welchen Erasntus „das Wunder Frankreichs" nennt, war einer der zerstreutesten Menschen. Als eines Tages sein Diener in das Studirzimmer stürzte mit der Meldung, daß das Haus brenne, gab er ruhig zur Antwort: „Sage das meiner Frau, Du weißt, daß ich mich nicht um häusliche Angelegenheiten kümmere." Lafontaines, des berühmten französischen Fabeldichters, Zerstreutheit grenzte an Blödsinn. Man konnte fast immer versichert sein, daß er eines feiner Kleidungsstücke vergessen oder verkehrt angezogen hatte. Man erzählte, daß er einst mit seinem Sohne, der außer dem Hause erzogen wurde und den er lange nicht gesehen hatte, ein Stelldichein verabredete. An Ort und Stelle angekommen, hatte er jedoch die Verabredung so gänzlich vergessen, daß er seinen Sohn nicht einmal erkannte, sondern, nachdem er sich einige Zeit mit ihm unterhalten, der anwesenden Gesellschaft sein Vergnügen über das angenehme Wesen des jungen Mannes aussprach. Als man ihm sagte, daß es sein eigener Sohn fei, antwortete er freundlich: „Das ist mir ja lieb!" — Einst hatte der Dichter beschlossen, nach Chateau-Thierry zu reisen, um sich mit seiner von ihm getrennt lebenden Frau zu versöhnen. Er fährt in einem Postwagen ab, kommt in feiner Heimath an und geht nach dem Hause seiner Frau, wo ihm der Diener, der ihn nicht kennt, sagt, daß Madame sich in der Messe befindet. Lafontaine geht, um ihre Rückkehr zu erwarten, zu einem Freunde, bei dem er zwei Tage wohnt, ohne sich des Zweckes seiner Reise zu erinnern, und fährt endlich nach Paris zurück. Als man ihn hier fragt, ob ihm die Versöhnung gelungen, antwortete er wie aus einem Traume erwachend: „Meine Frau war nicht zu Hause- sie war in der Messe." — Ein Zeitgenosse sagt von Lafontaine: „Im Umgänge mit Thieren war er mehr als ein Mensch- im Umgänge mit anderen Menschen aber weniger als ein Mensch." Sully, der berühmte Minister Heinrichs IV. von Frankreich, litt, wenn neue Reformpläne seinen Geiste beschäftigten, ebenfalls an großer Zerstreutheit. Als er eines Tages im Winter nach der Kirche ging, bemerkte er zu seinem Begleiter, daß es ungewöhnlich kalt sei. „Nicht kälter als alle die letzten Tage," entgegnete dieser, „aber vielleicht haben Sie sich zu leicht angezogen." Als man die Sache näher untersuchte, sand man, daß Sully nichts anhatte als sein Ueberkleid. Alle Unterkleider hatte er vergessen. Fast bis zur Lächerlichkeit achtsam auf seinen Anzug war der Naturforscher Buffon. Es war sein größtes Vergnügen, sich in glänzende kostbare Stoffe zu kleiden, Spitzen und Juwelen zu tragen. Sein Haar kräuselte er mit besonderer Sorgfalt und trug es, wenn er arbeitete, stets in Papilloten. — Auch der englische Dichter Pope kleidete sich als Dandy und sein ungeheurer Haarbeutel, sein zierlicher Degen und die übertriebenen großen Manschetten gaben seiner kleinen verkrümmten Gestalt das Ansehen eines geputzten Affen. — Vo ltaire schwärmte ebenfalls für elegante Toilette und putzte sich in der auffallendsten Weise. — Petrarca besaß einen ledernen Ueberwurf, auf den er beim Spazierengehen Gedichte schrieb, wenn ihm Papier oder Pergament fehlte. Dieses Kleidungsstück wurde noch im Jahre 1527 vom Cardinal Sadolet als eine kostbare Reliquie ausbewahrt. (Fortsetzung folgt.) Folgendes sagen: Was dem Acker ahgmomme«wird,-aS mutz ihm wieder gegeben werde«. Geschieht dies nicht, so wird der Acker arm und immer ärmer, bis er zuletzt ganz erschöpft ist. Was und wie nehmen wir dem Acker etwas ab? Die Pflanzen brauchen zur Herstellung ihrer Wurzeln, Stengel, Blatter, Holz und Früchte verschiedenartige Stoffe, welche sie meistens aus dem Boden, einige aus der Luft herausziehen. Diese Stoffe müssen wieder in den Acker hineingebracht werden. Was sind das nun für Stoffe? Woher weiß man, daß es diese wirklich sind? fragen die Leute. Unsere Chemiker sind heutzutage sehr scharfsinnige, kluge Leute. Sie haben die einzelnen Pflanzen verbrannt, haben die Asche gewogen und zerlegt und zuletzt auf das Sorgfältigste herausgerechnet, welche Bestandtheile jede Pflanze für sich besitzt. Das ist eine sehr kttzliche Arbeit, aber sie wurde gethan und wird jeden Tag gethan und deshalb kann sich der Bauer darauf verlassen, daß es richtig gemacht ist. Alle diese Versuche haben nun bewiesen, daß sich in den Aschen der Pflanzen oder der Pflanzentbetle folgende Stoffe finden müssen: Kieselsäure, Chlor, Schwefelsäure, Pho-phorsäure, Eise«, Ratron, Magnesia, Kalk «nd Kali. Jeder deine Landwirth hat von diesen Stoffen schon sprechen bören, obgleich er sich vielleicht noch nicht vorgestellt hat, daß das Alles in seinen Aeckern stecken soll. Es wird nicht schaden, wenn sich jeder Landwirth diese Stoffe ein klein wenig merkt. Wir scheiden von den neun gleich drei aus, nämlich: Kieselsäure, Chlor ««- Natron, weil diese keine Pflanzennährstoffe sind. Wenn ein Boden diese Stoffe «icht besitzt, so wachsen die Pflanzen doch und gedeihen ganz gut. Aber ihre Asche würde, wenn die Pflanzen verbrannt und analysirt würden, diese Stoffe nicht enthalten. Die übrigen sechs Stoffe, als da sind: Phoshorsäure, Schwefelsäure, Eisen, Magnesia, Katt rr«d Kali sind die eigentlichen Nährstoffe der Pflanzen. Wenn ein Boden diese Stoffe «icht enthält, ist es mit der Pflanze fertig, sie kann nicht vorankommen und muß zu Grunde gehen- Aus Vorstehendem ist klar, daß man vor den chemischen Experimenten gar keine Furcht zu haben braucht, und noch weniger ist ein Laboratorium nöthig. Die Namen von sechs Stoffen behalten zu können, ist am Ende doch keine Hexerei. Wir machen es dem Bauer aber noch bequemer und scheiden aus den sechs Stoffen noch einmal drei aus, die nicht sehr wichtig sind, nämlich: Schwefelsäure, Eisen und Magnesia. Es bleiben also nur noch drei Stoffe übrig: Phosphorsäure, Katt «nd Kali, oder wenn wir ganz präcise sein wollen, sind es die vier: Stickstoff, PhoSphorsäure, Kali uud Kalk, diese vier Stoffe sind die größten Freunde des Bauern, es sind die Haupttrümpfe, womit er sein Spiel gewinnt. „Wir haben soeben den Stickstoff genannt. Er kommt unter den oben aufgeführten neun Körpern nickt vor und das hat seinen guten Grund. Der Stickstoff ist nämlich kein fester Körper, wie etwa die Kieselsäure, oder der Kalk, es ist ein luftsörmiger Körper, welcher in Rauch aufgebt, wenn eine Vflanze verbrannt wird. Daher kommt es, daß sich der Stickstoff nicht in der Asche finden kann. Er ist aber mit vielen anderen Elementen verbunden und kann für die zu erziehenden Pflanzen durchaus nicht entbehrt werden. Das geht schon viel eher mit dem Kalk. Wir lassen deshalb auch den Kalk fallen und behalten uns für den Landwirth nur noch drei Dinge zurück, die er seinem Gedächtnisse tücktig einprägen möge, nämlich: PhoSphorfä«re, Stickstoff und Kali. Wenn ein Bauer seine Felder düngt, führt er ihnen diese drei Stoffe zu. Das Düngen hat man schon vor vielen Hunderten von Jahren ausgeübt. Man wußte, daß die Pflanzen besser, schöner und kräftiger, reicher an Körnern, stärker im Halm und besser in ihren Eigenschaften wurden, sobald man die Felder mit Mist, Jauche, Schafpferch und anberen Dingen überfuhr. Es gibt sogar Mergelböden, welche jene drei Hauptstoffe: Phosphorsäure, Stickstoff und Kali in so reichem Maße enthalten, daß man Jahrzehnte nichts als zu ernten brauchte. Die jungfräulichen Böden in Amerika und Australien bieten solche Beispiele. Das ununterbrochene Ernten nimmt aber doch ein Ende; die Pflanzen nehmen alljährlich Phosphorsäure, Stickstoff und Kalt aus dem Boden und es kommt ein Zeitpunkt, wo nichts mehr oder doch nur sehr wenig von bieten unentbehrlichen Stoffen vorhanben ist. Der Boben verarmt, wirb mager; bie Ernten werben immer schlechter, ber Acker ist schließlich unfruchtbar geworben unb er wirb es bleiben, wenn ihm bie entzogenen Stoffe nicht ersetzt, ober ihm nicht Ruhe gelassen wirb, baß er sich wieber erholen kann. Auf biesen Punkt werben wir noch einmal zurückkommen. Einstweilen kann sich ber freundliche Leser bie brci Stoffe: Phosphorsäure, Stickstoff unb Kali tüchtig einprägen. Literatur und Aunft. — Baben-Baben. Die Reize bes prächtigen Weltbabeortes Baben-Baden schildert ein Artikel in dem neuesten Hefte von ,3«? guten Stunde^ (Berlin, Deutsches Verlagshaus Bong & Co.) Der v. G. Reckeis verfaßte Text ist flott und amüsant geschrieben und bie von Friebr. Stahl gelieferten Stabt- unb Naturansichten, sowie Typen aus bem Babepublikum sinb von ganz modernem Chic. Einzelne Bilder, wie namentlich die Darstellung des abendlichen Lebens vor dem Curhause, sind von größtem künstlerischen Reiz, daher denn auch das Original dieses Bildes auf der Berliner Kunstausstellung sich befindet. Paul Dobert gibt in dem Hefte eine Schilderung der Dressur der Elephanten, auf Grund der Mittheilungen des bekannten Elephantendresseurs Sam Lockhart, deffen Thiere jetzt im Berliner Hippodrom so großen Beifall erringen. Auch dieser Artikel ist mit zum Theil in farbiger Reproduction hergestellten Illustrationen geschmückt. Das vorliegende Heft beschließt den lausenden, vierten Jahrgang von „Zur guten Stunde"; für den nächsten sind ganz besondere Ueberraschungen zu erwarten. — Das zehnte Heft der Monatsschrift ,U«fete Zeit* (Leipzig, F. A. Brockhaus) enthält den ersten Theil einer Novelle Otto Roquettes „Der weiße Rabe", die unverkennbar ihre Idee den gesellschaftlichen Anschauungen Leipzigs entnommen hat. In einem sehr lesbaren Aussätze erzählt weiter Ingenieur W. Berdrow, wie „Die electrische Kraftübertragung", deren erstaunliche Leistungsfähigkeit zu Frankfurt a. M. bewundert wird, ihren Weg bis zu diesem Ergebnisse zurückgelegt hat unb wie sie in höherem Maße, als geschieht, in Deutschland zur Verwendung kommen könnte. Unter dem Titel „Arbeiterschutzfragen" vergleicht I. Sabin die Festsetzungen der deutschen Arbeiterschutznovelle mit den auf ber Internationalen Con- serenz im Februar 1890 ausgestellten Forderungen unb ber Stellung der verschiedenen Staaten zu den Fragen und gelangt wohlweislich zu dem Schluffe, daß einstweilen das Menschenmögliche geschehen sei. Von dem im Frühjahr 1890 verstorbenen Staatsrath Dr. O. Heyfelder, dem alten Mitarbeiter der Zeitschrift, liegt vielleicht seine letzte Arbeit vor, eine ethnographisch-zeitgeschichtliche Studie „St. Petersburg feit 30 Jahren", die in den Satz ausläuft: St. Petersburg ist europäischer geworden, nur daß es zugleich russischer, nationaler Erscheint. Eine zur Zeit viel erörterte unb ber gesetzgeberischen Reform bebürftige Frage behanbelt Lubwig Fulb: „Die Waarenabzahlungsgeschafte unb ihre rechtliche Behanblung". Dr. Alfred H ttner schildert nach eigener Anschauung „Die Städte des südlichsten Brasiliens", nicht ohne dem Hauptvertreter deutschen Wesens daselbst, dem plötzlich unter den Wirren der Revolution gestorbenen Karl von Koseritz, warme Anerkennung zu widmen. Der Stand der wissenschaftlichen Anschauungen über „Schlaf und Traum" gelangt durch Dr. med. Moritz Alsberg zur allgemein-verständlichen Darstellung, worauf Anton Schmitter in Belgrad „Die Mittelschulen in Serbien" und Dr. Kuno Frankenstein „Die deutsche Auswanderung" ^besprechen. — Kaum irgend eine neu begründete Zeitschrift ist mit einer solchen Bewegung der Geister empfangen worden als ,Aus fremde« Z««ge«* (herausgegeben von Joseph Kürschner, redigirt von Otto Baisch, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt). Jetzt liegt der erste Band der [neuen Zeitschrift (12 Hefte ä 50 Pfg. ober sein ge- bunben in Leinwanb für 8 Mk.) abgeschlossen vor, unb man muß gestehen, baß er eine Fülle bes geistvollsten unb interessantesten Stoffes, eine Reihe ausgezeichneter Kunstwerke enthält. Zola schllbert in „Das Gelb" bas Börsentreiben mit einer Sachkenntniß, Anschaulichkeit unb brastischm Kraft wie feiner vor ihm. Tolstois „Wandelt im Lichte!" gibt ein ernstes, ergreifmbes Bilb aus den Anfängen bes Christenthums mit moralisirenber Grunbtendenz. Ouibas „Syrlm" fesselt vor Allem durch lebendige unb naturwahre Zeichnung typischer Charactere aus ber englischen Gesellschaft, unb „Phantasie" von Mathilbe Serao erzählt anmuthig unb unterhaltend aus bem Leben unb Treiben einer italienischen Mädchenpension. Neben diesen vier großen Romanen enthält der Band noch 15 kleinere Novellen aus fast allen Sprachen der civilisirten Welt, die ebenso charakteristisch für die Literaturen als für bas Volksleben der verschiedenen Nationen sind. Das Gemeinsame sämmtlicher Werke ist die künstlerische Vollendung und so bietet „Aus fremden Zungen" in der That mehr des zugleich Unterhaltenden und geistig Hervorragenden wie irgend eine andere Zeitschrift. Der nächste Band wird neben einer entsprechenden Reihe kleinerer Novellen folgende Romane enthalten: „Weiblichkeit und Erotik" von Leffler, „Ohne Dogma" von Sienkiewicz, „Beatrice" von Rider Haggard, „Der Schüler" von Paul Bourget und „Die Schwestern Verdan" von T. Combe. J erzielt man nur, wenn die Annchtcen zweck- IV y T rt I mäßig abgefaßt und typographisch ange, \2/ -V i V TH messen ausgestatttet sind, ferner die richtige . . « Wahl der geeigneten Zeitungen ge- Hlifrtt troffen roirb. 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In der Mitte unseres erfindungsreichen Jahrhunderts zeitigte das Studentenleben auf der kleinen, aber hochberühmten thüringischen Musenstadt Jena an der Saale gar üppige Blüthen und Früchte. Der Bruder Studio war „Herr des Platzes" und in vollen Zügen genoß er des „Lebens ungemischte Freude". Die wenig scharfen Gesetze der Universitätsgerichtsbarkeit waren auch nicht dazu an- gethan, einen besonderen Ernst der Situation herauszukehren und kam ja einmal ein Studio, der es gar zu bunt getrieben, so sorgte der Herr Universitätsamtmann, selbst ein alter Commilitone der alma mater Jenensis, schon dafür, daß des Gesetzes Strenge, mit väterlicher Milde gepaart, den flotten Burschen nicht allzu hart traf. Ja, selbst der Karzer war solch milden Regungen unterworfen und wurde als „molliger Aufenthalt zum Ulken" characterisirt und dementsprechend „illustrirt". Natürlich erkannten die Musensöhne diese Milde dankbar an, sie nannten den hohen Universitäts- gerichtshos einfach das „Biergericht", die ehrwürdigen Beisitzer dementsprechend „Bierrichter", ein Ausdruck, der selbst den Bürgern, vulgo Philistern, sehr geläufig war. Somit wäre alles recht schön gewesen, wenn diese zarte Milde nur auch aus die Mensuren ausgedehnt worden wäre- da aber verstand man leider keinen Spaß und von den Pedells war keiner so „eklig" wie der sonst gutmüthige Oberpedell Kahle. Früh und spät war er auf den Beinen, um die Herrchens „abzusassen", leider immer mit negativem Erfolge. Kam es doch vor, daß, als er früh 7 Uhr nach der „Tanne" über die Kamsdorfer Brücke eilte, ihm die Herren Eorpsburschen entgegenkamen: man hätte im Sommer die Gewohnheit, schon früh um halb fünf Uhr loszuschlagen. Endlich erfuhr unser Kahle einmal ganz im Geheimen, daß man am nächsten Montag früh in Wöllnttz mehrere „Suiten" auspauken wollte, sein Plan war demnach gefaßt- diesen Tag sollte und mußte er die Herren in flagranti ertappen. * * * Ein schöner Junitag war angebrochen. Schon am frühesten Morgen hatten sich die Herren Corpsburschen in Begleitung des Paukarztes, der Wichsiers und der Corpshunde nach Wöllnitz begeben, um dort die Ehrenhändel auszufechten. Die ersten Paukanten waren gerade im Ankleidezimmer oben neben dem Saale und warfen sich in Paukwichs, während die andern noch unten im großen Gastzimmer saßen. Der Wirth und die Wirthin waren in der Küche beschäftigt, als die letztere ausblickend die wohlbekannte Figur des Oberpedells Kahle über den Hof schleichen sah. Wohl waren beide anfangs sprachlos vor Schreck- jedoch die Wirthin warf ihrem Manne ein paar Worte hin, worauf dieser schleunigst verschwand, während sie selbst dem Pedell entgegenging. „Guten Morgen, mein lieber Herr Kahle," redete die dralle Frau ihn an und zog ihn am Aermel rasch in die Küche und von da in die abgelegene Wohnstube. Verblüfft von dieser Überrumpelung, wollte dieser eine scharfe Entgegnung loslassen, als die Frau sich ihm an die Schulter hing und ihn schelmisch anblickend fortfuhr: „Ja, mein lieber Herr Kahle, es ist gut, daß Sie kommen und die heillose Gesellschaft mal am Kragen kriegen, mein Mann ist auch nicht da, der ist nach Roda zum Schweine- kaus, wie soll ich arme Frau wohl da Herr werden? Aber nicht wahr, Sie helfen mir armen Frau---— ja, aber was schwatze ich da," unterbrach sich die Frau, „Sie werden zunächst Durst haben, lieber Herr Kahle," und fort war sie, unseren Pedell mit gemischten Gefühlen zurücklaffend. Nach Verlauf von zehn Minuten erschien die Frau wieder, in der Hand ein großes Glas mit Doppelkümmel und eine Kanne Weißbier tragend. „Hier, stärken Sie sich erst, lieber Herr Kahle, dann will ich Ihnen meinen Plan mittheilen, wie wir den Herren beikommen können." Kahle trank den Kümmel, trank auch rasch die Kanne aus und bald stand eine zweite vor ihm. Je mehr er aber trank, um so unternehmungslustiger wurde er und als die Wirthin wieder erschien, srug er sie nach dem Feldzugsplane. „Der ist ganz einfach, Herr Oberpedell," entgegnete die Frau, „oben im Saale steht in einer Ecke ein mächtiges Faß, in dasselbe setzen Sie sich und ich lege dann einen Deckel daraus, wenn dann die Studenten loslegen, brauchen Sie blos aufzustehen und — die Geschichte kommt in schönste Ordnung!" Armer Oberpedell! Kümmel und Bier hatten deinen Verstand getrübt- nicht eine Minute besann er sich, dann stand er aus und meinte treuherzig zur Wirthin: „Los, das geht ausgezeichnet, nur erst oben im Saale!" An der Hand der Wirthin schlich er die Treppe in den Saal hinaus und wirklich, das Wagestück gelang, ungesehen gelangte er aus seinen Lauscherposten im Faß, erwartungsvoll der Dinge, die da kommen sollten, harrend. Kurz darauf wurde es lebendig im Saale und Kahlen wurde es doch beklommen zu Muthe, weil es doch immerhin möglich war, daß irgend em neugieriger Student den Deckel aufheben könnte und dann hätte er sich doch schrecklich blamirt. Aber diese Befürchtung bestätigte sich nicht. Kahle athmete denn auch freier auf und horchte aufmerksam nach den Vorkommnissen im Saale. Dabei freute er sich immer mehr im Stillen auf die ellenlangen Gesichter der Studenten, wenn er plötzlich aufstieg und die ganze Gesellschaft arretirte. Dabei hatte er die ersten Commandos ganz Überhört, erst als die Worte „Bindet die Klingen" an seine Ohren tönten, sand er sich wieder. Jetzt dachte sich Kahle den Moment gekommen, um mit Erfolg einschreiten zu können. Langsam erhob er sich vom Boden des Fasses und eben war er im Begriff, den Deckel wegzuschieben, als sich etwas ereignete, was er nicht vorgesehen hatte: nämlich ein Student schwang sich auf den Faßdeckel und ließ sich darauf feierlich nieder, ein Beispiel, dem noch zwei andere folgten. Vorsichtig zog sich Kahle auf den Faßgrund zurück und wartete daselbst geduldig, bis sich die Studenten entfernt haben würden. Aber Kahle mußte die unangenehme Entdeckung machen, daß es zunächst keinem der Drei einfiel, vom Fasse abzusteigen. Da machte Kahle endlich den verzweifelten Versuch, den Deckel zum Wanken zu bringen. Umsonst, der saß wie angenagelt. Nach und nach begann es dann in Kahle zu dämmern, daß ihm ein schlechter Streich gespielt worden war. Eine Mensur nach der andern wurde abgethan, jedes Commando hörte Kahle, doch sehen konnte er nichts, denn die am Faß und Deckel befindlichen Oeffnungen zeigten ihm blos Wand und Decke. Noch einmal machte er einen Versuch, herauszukommen, dann zog er resignirt sich aus den Faßboden zurück. Aber alles hat ein Ende, auch die heutige Mensur. Es wurde endlich still im Saale und zuletzt merkte der unfreiwillige Diogenes, daß auch die drei „Beschwerer" vom Faß- decket absprangen und weggingen. Vorsichtig entstieg Kahle dem Fasse und ging mit leisen Schritten zum «Saale hinaus nach der Treppe, um unbemerkt das Freie zu gewinnen. Es schien auch zu glücken. Aber in dem Moment, wo er zur Hofthür hinaus wollte, kam ein Schwarm Studenten zur Thür herein und als sie Kahle erblickten, schienen sie äußerst erfreut, „ihren lieben Oberpedell Kahle zu sehen, der gewiß in Anbetracht des schönen Wetters eine Spaziertour gemacht habe". Dabei drückten sie ihm cordial die Hand und zogen ihn halb und halb in die Gaststube, wo er mit Jubel begrüßt wurde. Natürlich ließ sich Niemand merken, was Kahle für Pech gehabt und dieser nahm an, als er Nachmittags mit bedenklichen Schritten nach Jena ging, daß sein „Ungemach" doch ein zufälliges gewesen sei, und beruhigt legte er sich zu Bette. Da, gegen 11 Uhr, wurde er munter- ein Geräusch vor seiner, Wohnung ließ ihn aufstehen und hinaussehen. Da stand im Mondenscheine die halbe Jenaer Studentenschaft und sang; „Kahle kommt, Kahle kommt von Jäne, Macht Euch auf, macht Euch auf die Beene!" Nun wußte er alles. Am anderen Morgen, als er sich in der Stadt sehen ließ, schrie Jedermann Halloh über den Streich und gar lange dauerte es, ehe Kahle es über sich gewann, den Studenten auf die Mensur zu folgen. Ieilgeöotenes. 7200] Gut erhalt, schwarzer Rock und Weste billig zu verkaufen. Näheres_______________Lindenplatz 7. _ Orchestrion noch neu, ist wegen Geschäftsoeränderung billig zu verkaufen bei [d702 I. Havert, Bad-Nauheim. Weinfässer. I werden für 1 Mark an: gefertigt. [86^9 _______H. 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Wenn in der Vorwoche dte Betheiligung deutscher Firmen an der russischen Anleihe die Contre- mtne zu Deckungen drängte, und heute die Nachricht, daß die betreffenden Firmen von einer Subscrtption Abstand nehmen, die Course nur noch höher hinaufschnellt wenn Gerüchte über eine Capitalreduction einer großen Bank, ober gar deren Liquidation Oie volle Hausse im Bankenmarkt entfesseln, so sind das widersprechende Erscheinungen, die auch den irreführen können, der sich seit Jahren bemüht, in dem scheinbar so willkürlichen und doch gesetzmäßigen Lauf der Course die leitenden Gedanken zu erkennen. Und doch dürfte die Erklärung dafür nicht allzuweit zu suchen fein. I lebStarLittl 1 Uothe Stern Linie König. Belg. Postdampfcr Von Lvuulpornraqe 10. ! 6475] Hwei sein möblirte Zimmer mit I guter Bedienung, zusammen ober getrennt j ZU vermiethen. Ludwigstraßc 22, U. St., I _________gegenüber der Aula. | 8 31] Schönes möbl. Zimmer zu oer- Miethen WaUthorftraße 23. 7j28J Gut möbl. 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Golb - Anl. 43.80 41.50 Anleihe . . . 62.35 61.60 v. 1887 ... 6% Rumänische Rente . 97.05 97.65 3Vi% Egypt. priv. Aul. 91.20 91.80 4o/c, Rufs, ConsolS S. III 97.20 1 96.50 «ifenhavn-Priorltäte«. 4% Psälz. LubwtgSbahn * (Bexbach) . . . , Hessische LubwlgSb. 5% Südbahn Lombar den 102 60 102 70 101.70 101.50 4°/o bo. do. 94.— 3% bo. bo. 63 20 63.10 68/69 garant. . * Eltsabethb. steuerfrei 101.— 4% Prag-Duxer Gold . 97.— 99.— „ Rudolf Gold (Salzt.) 99.— 99.25 Golb .... 5% Oestr. StaatSbahn. 99.65 99.60 „ Franz-Josef Silber 82.60 83 95 105.— 105.80 3% staatl. garant Jtal. 4% do. bo. 98.70 99.80 Eisenbahn . . 58.90 54 25 Bo/o bo. bo. 8% Livorncser . . . 61.60 61 50 I.-VIil.Emtff. 88.90 83.70 4°/o Ruff. Südw 3. ismb. 92 55 92 90 3% do. Ergänzungsnetz 81.05 80.75 4°/o Wladikawkas garnt. 92 80 92.15 5 To Rorbweftbahn Gold 104.70 105.40 4% gar. Sardin.Sec.stfr. 78.90 79 50 Gifenbahu-Aetien. Ludwigshafen-Bexbach. Hessische LudwigLbahn'. 220.60 220.50 Galiz CarlLublv. B.-Act. 176.25 178.— 11085 111.— De ft. Nordw.-Bahn Lit.v. 189.75 1895/s Pfälzische Nordbahn . 113.70 114 60 Gotthardt..... 129.85 129.40 Lübeck-Büchner . . . 148 — 149 — Jtal. Mittelmeer , . 93.— 91.90 Bank «etien. Deutsche ReichSbank . Berlin. HandelSgescllsch. 148.— 142 80 Dresdener Dank. . . 134 75 187.75 184.— 188.45 Mittel!.eulschc Creditb. . 98.30 99.50 Deutsche Bank . . . DeutfcheGenoffenschftSb. 145.60 147 95 Wiener Bank-Verein . 94'/g 94.50 Würifemb. Vereinsbank 121.70 122.80 o.Soergel.ParrisiusLCo. 120.80 120.55 Deutsche Vereinübank . 104.70 106.— Jndnstrie-Aetien. Binding-Brauerei . . 154.20 154 20 Deutsche Verlagsanstalt 194.80 191.90 Ltern- do. (Oberrod) 181.40 129.80 Farbwerke,vorm.Mcister, Bad. Anilin- u. Soda- Cucbf« & Brüning. 276.— 277.— fabrik .... 267 80 268.— Riebeck'scheMomanwerke 170.70 171.10 Htbernia Bergw.-Ges. . 150.— 152.— Bochumer Gußflahl 112 4£ 118.10 Pfanddriefs. 4®/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. 4o/oDcutfchcGrrmbschld.- Bl.-Pmndbr. v. 91 ab . . . B^o/vFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 102.— 102.— (01.— 101 — 95.50 95.— SVf'/o bo...... 3’/ V Rhein.Hyp.-Benk- Pfandbr. . . . 93.70 98.70 4o/oPreutz.Hyp.-Act.-Bk.- Psarrdor. . . . 101 30 101.80 92.40 92.30 3«//7o bo...... 4o/o Preuß. Centr.-Bod.- Crev.-Psandbr. bi« 1885 ..... 98 70 93 70 4°/ Nttininger Pfandbr. 1C0.80 100.80 100 20 100.20 Loose. Oestr. 1860ifl.500-Loose 11920 119 65 1 Braunschweig. 20 Thlr.- 1854i [1.250-- w 118.40 1 Loose .... 1C3 90 103.50 4o/g Meininger Präurten- 3°/o Oldenburger Loofe. 126.10 126.70 Pfandbr. . . . 127.80 127 90 I 3'/,o/nKöln-Mindn.Loose 183.85 133.70 Vtmerikanische «.fenhahn-Bond«. 6o/oChic.Milw.f.St.Paul 4°/d Chicago Burlington Prt., rückzahlb. 1910 . 50/oChic.Milw.s.St.Poul 113.80 114.— 'Nebraska 1927 . . 41/8°/o California Pacif. 82.90 82.50 Prt., rückzahlb. 1921 . 6°/o Eerrtr. Pacts. I.Mrtg. 108.20 108.50 I. M.. rückzablb. 1912 6o/oPacif.ofllNtssourt con- 102.70 102.60 rückzahlb. 1896 . . 104.70 104.50 solidated I. M. r. 1920 104 — 104.40