Donnerstag den 3. Deeember 1891 Nr. 282 GMHEE Jgjljgtr »chchoint täglich, Btt WuZncchm« btl NmltWGA •te Okßmer untai Hm «njeipr a*6*ttt* bMimeC tN*et Gießener Anzeiger Kenerat-Unzeiger. Viertckiährtg« 2 Start 20 Pfg. o* Bringerlohn. Durch die Post bezsg» 8 Mark 60 Pfg. Webaction, Lxped—» mtb Druckerei: Schntstrstze Wtl AeruZprecher 51« Amts» und Anzeigeblatt für den Nrei» Gieren. IW »I»!! IW» 'I.IMM, -WH— "' I —— fit tt fififrH ft We WwwMtB'®ure4UT w3B,unb ÄufHnkf a*”* ^UUUUCUVlUlUl« »«zeigen für den ^Gießener «nzeiger- entgeh Anrtlichev Theil. Gießen, 1. December 1891. Betr.: Ausführung der Landesfeuerlöschordnung. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen sm die Grotzh. Bürgermeistereien de- Kreises. Nachdem nunmehr die Organisation des persönlichen 'Lösch- und Rettungsdienstes in allen Gemeinden unseres Kreises erfolgt ist, beauftragen wir Sie, insoweit dies Ihrerseits nicht bereits geschehen ist, in Gemäßheit des § 8 unserer Kreisfeuerlöschordnung für die Wahl der Abtheilungsführer der Pflichtfeuerwehr und deren Stellvertreter besorgt sein und dieselben, falls geeignete Persönlichkeiten gewählt worden sind, bestätigen und verpflichten zu wollen. Da wir in letzterer Zeit die Wahrnehmung gemacht haben, daß bei der Leistung der Brandhülfe oft eine bedeutend größere Mannschaftszahl der Hülfe bedürftigen Gemeinde zugesendet wird, als nach § 26 unserer Kreisfeuerlöschordnung vorgeschrieben und erforderlich ist, nach derselben aber nur denjenigen Mannschaften eine Vergütung aus der Kreiskasse zugebilligt werden kann, welche nach § 26 1. c. zur Brandhülfe gesendet werden müßten, wodurch mancherlei Unzuträglichkeiten entstehen, beauftragen wir Sie, in Zukunft auf die Beobachtung dieser Vorschrift genau sehen zu wollen. Der Befehlshaber der Pflichtfeuerwehr und in dessen Verhinderungsfälle dessen Stellvertreter hat im Falle der Leistung von Brandhülfe, sobald die zur Bedienung der Spritze erforderliche, in § 26 unserer Kreisfeuerlöschordnung vorgeschriebene, Mannschaftszahl und die nöthige Anzahl von Steigern versammelt ist, mit der Spritze nach dem Nachbarorte alsbald abzurücken. Ist eine größere Anzahl von Pflichtfeuerwehrleuten, als erforderlich, am Platze, so hat der Befehlshaber oder dessen Stellvertreter die Auswahl unter denselben zu treffen und haben nur die alsdann zur Leistung von Brandhülfe Befohlenen Anspruch auf Gebühren aus der Kreiskasse. Indem wir Ihnen noch bemerken, daß wir beabsichtigen, demnächst eine kleine Ausstellung von Feuerlöschgeräthschaften und Ausrüstungsgegenständen der Pflichtfeuerwehr zu veranstalten, deren Termin wir Ihnen noch näher angeben werden, beauftragen wir Sie ferner, die in § 16 der Ausführungsverordnung zur Landesfeuerlöschordnung vorgeschriebene Abhaltung von Hebungen zu veranlassen. Das Ihnen in letzter Zeit zugegangene Uebungsbuch für Feuerwehren hat dem Befehlshaber und den Führern der Pflichtfeuerwehr bei diesen Hebungen als Grundlage und Richtschnur zu dienen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend Bestimmungen über das Dammbauwesen und das Wasserrecht im Großherzogthum. Es wird hierdurch zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß im Verlage der Herbert'schen Hofbuchdruckerei in Darmstadt eine Zusammenstellung der im Großherzogthum gültigen Bestimmungen über das Dammbauwesen und das Wafferrecht in den Gebieten des Rheins, Main, Neckar und -es schiffbaren Theils der, Lahn erschienen ist, welche zum Preis von 65 Pfg. pro Exemplar (einschl. Porto) gegen Voraussendung des Betrags bei der genannten Buchhandlung bezogen werden kann. Gießen, am 1. December 1891/ Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern.__________________ Gießen, 30. November 1891. Betr.: Ermittelungen über die Persönlichkeit eines zu Neckarsulm in Pflege des Ortsarmenverbandes bestndlichen Taubstummen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen mt Grotzh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Das Königl. Württembergische Ministerium des Innern hat um Nachforschungen über eine von dem Ortsarmen- verbande Neckarsulm feit längerer Zeit verpflegte taubstumme Person männlichen Geschlechts, deren Herkunft trotz aller Bemühungen der Ortsbehörde daselbst bis jetzt nicht festzustellen war, ersucht. Der Taubstumme wurde, nachdem er vorher wiederholte Strafen wegen Bettelei und Land- streicheret erlitten hatte, am 31. März d. I. im Hospttal zu Neckarsulm nntervebrack-k. Durch einen Samten einer Taub- stumliieuai'üait io/Ht nu ernniielt inc. um, daß der Taub- ! stumme die Schneiderei erlernt hat, daß er nicht aus einer Stadt, sondern aus einem Dorfe herstammt, sowie daß er in weitgehendem Grade schwach- und stumpfsinnig ist und voraussichtlich nie in einer Taubstummen - Erziehungsanstalt untergebracht war, da er bildungsunsähig erscheint. Wie weiter festgestellt wurde, gehört der Taubstumme der israelitischen Religionsgesellschaft an. Das Signalement desselben folgt nachstehend. Außerdem ist je eine Photographie des Taubstummen den Großh. Provinzialdirectionen, sowie dem Großh. Gendarmeriecorps- Commando zu Darmstadt mitgetheilt worden, von welchen Stellen dieselbe zur Einsicht erforderlichen Falles bezogen werden kann. Sie wollen hiernach weitere Ermittelungen veranlassen und im Falle des Resultats berichten. v. Gagern. Signalement: Alter: ca. 35 Jahre. Gesichtsform: oval. Größe: 1,50 bis 1,60 in. Haare: dunkelblond. Schnurr- und Knebelbart: dunkelblond. Besondere Kennzeichen: schleppender Gang; schielt aus dem linken Auge und hat zwischen den Schulterblättern ein Muttermal. Kleidung: braune alte Joppe, alte bläuliche Hosen, Lederschuhe, alte schwarze Kappe. (Hierauf dürfte, da die Kleidung seit dem Weggänge des Taubstummen von Hause jedenfalls gewechselt wurde, weniger Gewicht zu legen sein.)_______________ Ausschreiben. Gestern dahier abhanden gekommen eine Brieftasche mit 25000 Mark Inhalt, bestehend in 8 oder 9 Eintausend-, einigen Hundert' und Fünfzig - Markscheinen, sowie einen Wechsel auf 130 Mark auf Jonas Hofmann aus Neuß und einen solchen über 204 Mark auf W. Dünnebacke von Neu- Aftenberg. Von dem Eigenthümer ist für die Wiedererlangung des Geldes eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Wir bitten um eingehende Nachforschungen über den Verbleib der Tasche und gegebenen Falls um Nachricht. Gießen, den 2. December 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __________________Fresenius.__________________ Lehrer-Conferenz des Corrferenz-Bezirks Lich-Hungen Mittwoch den 9. Deeember, Borm. 10 Uhr in Hungen. Lieder: 10, 63, 95. Gießen, den 1. December 1891. Büchner, Schulrath. Deutsches Reich. Berlin, 1. December. Der eintägige Besuch, welchen König Christian von Dänemark gelegentlich seiner Rückreise von der Krim nach Kopenhagen soeben dem Deutschen Kaiserpaare in Potsdam abgestattet hat, beweist zum Mindesten die Fortdauer der unter Kaiser Wilhelm II. eingeleiteten herzlicheren Beziehungen zwischen den Höfen von Berlin und Kopenhagen. Der greise dänische Monarch war gewiß bei der Ankunst in Stettin infolge der zurückgelegten langen Eisenbahnsahrt aus Rußland sehr strapazirt, aber er scheute sich nicht, unverzüglich den Abstecher nach Berlin, resp. Potsdam zu machen, um wenigstens einige Stunden der Gast des Deutschen Kaisers zu sein. König Christian ist denn auch von den kaiserlichen Majestäten mit wahrer Herzlichkeit ausgenommen worden und speziell war der Verkehr zwischen Kaiser Wilhelm und seinem königlichen Gaste ein ungemein freundschaftlicher, ja intimer. Man darf darum hoffen, daß der jüngste dänische Königsbesuch am deutschen Kaiserhofe die guten Beziehungen zwischen den beiderseitigen Herrscherhäusern wie auch zwischen den beiderseitigen Regierungen stärken und befestigen wird. — Das dem Reichstage zugegangene umfangreiche Weißbuch über Chile gibt eine sehr interessante Darstellung von dem Verlause des jüngsten Bürgerkrieges in der genannten südamerckanischen Republik und von seiner Vorgeschichte. Zugleich erhellt aus dem Weißbuche, welche hervorragende Rolle das deutsche Kreuzergeschwader im letzten Abschnitte des chilenischen Bürgerkrieges gespielt hat und wie sehr hierdurch das Ansehen und der Einfluß Deutschlands an der fernen Westküste Südamerikas gestärkt und gehoben worden ist. — O'e Wei hnachtS'cr: 7n des Reichstages sollen am 18. December beginnen und bis zum 11. Januar n. I. dauern. — Das Haus Habsburg ist durch das rasch aufeinander gefolgte Hinscheiden des Erzherzogs Heinrich von Oesterreich und seiner Gemahlin in tiefe Trauer versetzt worden. Das erzherzogliche Paar weilte anläßlich der Vermählung des Prinzen Friedrich August von Sachsen und der Erzherzogin Louise von Toskana in Wien und in jenen Tagen erkrankten beide Gatten gleichzeitig an einer von Anfang an ernst ausiretenden Lungenentzündung. Derselben erlag die Erzherzogin Heinrich am Sonntag Nachmittag und am Montag Vormittag folgte der hohen Verblichenen auch der fürstliche Gemahl in das Jenseits nach, ein tragischer Fall, welchem das gesammte österreichische Volk seine schmerzlichste Theilnahme entgegenträgt. Erzherzog Heinrich war am 9. Mai 1828 als jüngster Sohn des Erzherzogs Rainer, des einstigen Vicekönigs des lombardischen Königreichs, zu Mailand geboren und schlug die militärische Laufbahn ein. 1866 war Erzherzog Heinrich Landescom- mandant von Steiermark und lernte hier die Bühnensängerin Leopoldine Hoffmann kennen, zu welcher der Kaisersprosse eine so tiefe Neigung faßte, daß er sich unter Heberwindung aller Schwierigkeiten mit der jungen Sängerin am 4. Februar 1868 in Bozen heimlich trauen ließ. Die österreichische Kaiserfamilie söhnte sich schließlich mit diesem Schritte des Erzherzogs aus, Kaiser Franz Josef erhob die ehemalige Sängerin zur Freifrau von Waideck und schließlich zu einer vollberechtigten Erzherzogin von Oesterreich. Der überaus glücklichen Ehe entstammt eine jetzt 17jährige Tochter, Baronesse Waideck, welche Kaiser Franz Joses vermuthlich in sein Haus ausnehmen wird. — Die Leichen der beiden fürstlichen Gatten werden von Wien nach Bozen zur gemeinsamen Beisetzung in der dortigen erzherzoglichen Gruft übergesührt werden. Deutscher Reichstag. 131. Plenarsitzung. Dienstag, 1. December 1891, 1 Uhr. In Erledigung der Tagesordnung tritt das Haus in die erste Berathung des Gesetzentwurfs über die Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete. Staatssecretar des Reichsschatzamtes Frhr. v. Maltzahn: Die Reichsverfafsung bildet für die Verhältnisse der Colonien keine genügende Grundlage, was dadurch erklärlich wird, daß das Reich, als die Verfassung erlassen wurde, keine Colonien besaß. Die Vorlage soll das Schuldenwesen der Colonien regeln und entspricht damit den Wünschen des Reichstages; sie hält sich innerhalb des Rahmens der früher geäußerten Wünsche und sei deshalb der wohlwollenden Prüfung des Reichstages zu empfehlen. Abg. Bamberger (dfr.) anerkennt, daß die Vorlage früher ausgesprochenen Wünschen nachzukommen suche, bezweifelt aber, ob die Regelung des Etatwesens diesen Wünschen entspreche; es werde vielmehr zu erwägen sein, ob die Etats der Colonien nicht in den Reichs-Etat mit aufzunehmen sind. Die Debatte wird doch immer nur als ein Annex zur allgemeinen Etatberathung geführt werden können, lieber Beunruhigung darüber, daß für die Colonien jzu wenig gethan werde, können wir uns.heute wohl kaum beklagen; bisher ist wenig genug aus den Colonien herausgekommen. Anerkannt müsse werden, daß die Colonialpolitik gegenwärtig nach sicheren Gesichtspunkten dirtgirt werde und nicht nach dem Agttationsbedürf- ntsse der Masten. Der Wille der nationalen Bewegung sei gegenwärtig rückläufig, wie er mit Sicherheit daraus entnehme, daß seit den letzten sechs Monaten kein Gymnasiast seinen Eltern davongelaufen ist, um nach Kamerun zu gehen. Als Ausgangspunkt unserer Colonialunternehmen können wir gegenwärtig wohl Ostafrika ansehen; von einer Rentabilität kann hier so wenig wie in anderen Gegenden unserer Colonialunternehmungen die Rede sein. In Ostafrika und in Kamerun haben wir schwere Niederlagen mit den Expeditionen erlitten; es läßt das darauf schließen, daß irgendwo schwere Uebelstände in unserem Colonialwesen vorhanden sein müssen. Redner geht auf die verschiedenen Expeditionen, die Wißmann, Zalewski, Graoenreuth und Emin unternommen, des Näheren ein. Unter den einzelnen Beamten in den Colonien, so z. B. zwischen Wißmann und Soden sei auch nicht Alles so, wie es sein soll. Das liege weniger an den Personen, als an den allgemeinen Verhältnissen bei Colonial- «nternehmungen. Unsere Ausfuhr nach den Colonien sei ganz verschwindend gering, namentlich nach Ostafrika; wollte man versuchen, die Einfuhr aus den Colonien zu verzollen, um die Kosten der Colo- nialverwaltung zu decken, so würde man wahrscheinlich auch die Einfuhr aus anderen Colonien treffen und sich auf Repressivzölle anderer Nationen gefaßt machen müssen. Soll aus den Colonial- unternehmungen Gewinn erwachsen, so bedarf es mühevoller Plantagen- Unternehmen, von denen bisher wenig genug bekannt geworden ist, ja man kann sagen: die Colonien in Ostafrika gingen zurück, denn die ohnehin geringe Ausfuhr ist im letzten Jahre noch geringer geworden. Außerdem wird unS in Aussicht gestellt, daß wir infolge der Niederlage Zelewskis noch mehrere Millionen zu bewilligen haben werden. Ohne ote Colonien würde auch die Marine freier dastehen und wir können nur wünschen, daß die Regierung von dem betretenen Wege der Colonialpolittk zurückkomme. Der Reichskanzler hat unS versichert, daß er fein Colontalschwärmer ist. Im Reichstage trägt das Centrum hauptsächlich die Verantwortung für die Colonialpolittk. Ich hoffe, daß die Centrumspartet von ihrer grenzmlosen Bereit Willigkeit, für coloniale Zwecke Mittel zu bewilligen, zurückkommen wird, zumal die Colonialpolittk wenig einbringt, auch in Zukunft keine Aussichten bietet und alle Verhältnisse so liegen, daß wir unS möglichste Einschränkung« auferlegen müssen. Bundescommtssar Legationsrath Kayser legt die Verhältnisse der einzelnen Colonialgesellschaften dar, «m nachzuweisen, daß bereits Bedeutmdes für die Colonien geleistet sei und daß dieselben in Zukunft auch die aufgewendeten Mittel reichlich wieder einbrüigen werden. Abg. Graf v. Arnim (Rp.) verthetdigt die Colonialpolitik von allgemeinen Gesichtspunkten aus. Deutschland könne der Colonien nicht entrathm. Mag auch augenblicklich ein Zinsgewinn für die angelegten Capttalten nicht erzielt werden, so ist für die Zukunft doch das Beste von den Colonim zu erhoffen. Die Niederlagen einzelner Expedttionssührer sind unvermeidlich, aber es fehlt wahrlich nicht an anderen kühnen Unternehmern, die bereit sind, in die entstandene Lücke zu springen. Wir besäßen Helgoland heute nicht, wenn wir nicht die von Herrn Peters errungenen Compmsattons-Objecte dafür batten bieten können. Wir wollen in den Colonim ein Gebiet schaffen, in dem sich unsere jungen Kräfte ein nützliches Wtrkungs- gebtet schaffen können, dmen der preußische Exercierplatz zu monoton erscheint. Der Untergang Graoenreulhs sei wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß er nicht gmügend ausgerüstet gewesen sei. Geh. Legationsrath Kayser tritt der letzteren Behauptung mt- gegen. Gravmreuth sei gmügmd ausgerüstet gewesen, habe allerdings noch verschiedene Forderungen gestellt, die abgelehnt werden mußtm; aber ein Fehler sei ihm vorzuwerfen, er habe sich nicht blos an die Regierung, sondern auch an Privatpersonm um Unterstützung gewmdet. Abg. Strom deck (Ctt.): Das Centrum habe die Anregung zur Colonialpolitik nicht gegeben, sondern dieselbe nur unterstützt. Aussichtslos feien die Colonialunternehmen nicht, im Gegenthetl, es mache sich deutlich eine Besserung der wirthschaftlichm Verhältnisse in dm Colonien bemerkbar» Aus dm früheren Aeußerungm des Reichskanzlers gehe hervor, daß die Colonialpolttik nur innerhalb eines gewtffm Rahmms geführt werdm soll. Redner empfiehlt die Vorberathung der Vorlage durch die Budget-Commission und wmdet sich dann gegm einzelne Bestimmungen der Vorlage, für die er eine präcisere Fassung verlangt. Abg. Scipio (natl.) widerspricht dem Abg. Bamberger darin, daß der Handel in dm Colonien so geringfügig fei. Aus dem Ertrage der Steuern könne man die Erträge der Colonim nicht zuverlässig beurteilen; denn diese Zölle sind nur gering an sich und die Preise der Producte, nach denen sie bemeffm werdm, sind ebenfalls nur gering. Man möge sich von einem klaren Vorgehen in der Colonial- politik nicht abbringm taffen, der Erfolg werde dann nicht fehlen. „ , Abg. Dr. Bamberger (bfr.) verwahrt sich gegen angebliche Unterstellungm, die der Abg. Graf Arnim ihm gemacht habe. Abg. Graf Arnim (Rp.) erwidert, daß er den Vorwurf, Bamberger habe einzelne Colonialunternehmm mit Spott überschüttet, nicht zurücknehmm könne, da dieser Vorwurf begründet fei. Die Vorlage geht hierauf an die Budgetcommisston zur Vorberathung. Einige Rechnungssachm gehm an die Rechnungscommission. Das elsaß-lothringische Etatgesetz wird in erster und zweiter Lesung erledigt. Die Dmkschrfft über die Ausführung der Anleihegesetze wird durch Kenntnißnahme erledigt erachtet. Damtt ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Mtttwoch 1 Uhr. Anträge aus dem Hause. Schluß 4y< Uhr. Netteste Nachrichten. Wolffs telegraphische- Lorrespondenz-Burean. Wien, 1. December. Der Handelsvertrag zwischen Deutschland und Belgien ist heute hier im Auswärtigen Amte paraphirt worden. Die Paraphirung des Handelsvertrags zwischen Oesterreich-Ungarn und Belgien steht unmittelbar bevor. Cherbourg, 1. December. Gestern gab der hiesige Stadtrath ein Banket zu Ehren der Offiziere der russischen (Sorbette „Vitias" und des französischen Nord-Geschwaders. Die Musik spielte einige russische und französische Weisen und es wurden zahlreiche patriotische Toaste ausgebracht. Petersburg, 1. December. Das „Journal de St. Peters- bourg" meldet: Giers übernahm wieder die Leitung der Geschäfte und hielt heute zum erstenmale wieder dem Kaiser Vortrag und bemerkte dann: Obwohl die Reise ausschließlich aus Gesundheitsrücksichten unternommen war, führte sie doch zu Begegnungen. Die unzähligen Commentare hierzu, anfangs von einander abweichend, zeigten später zutreffendere Auffassungen. Es dürfte sich aus den Zusammenkünften in Italien und Deutschland und aus dem Besuche in Paris ergeben, daß die Lage klarer und frei von Mißverftändniffen geworden sei, während gleichzeitig neue Unterpfänder für ein gegenseitiges Vertrauen, für die Aufrechthaltung des allseitig gewünschten und wünschenswerthen Friedens gewonnen werden. Petersburg, 1. December. Giers besuchte gleich nach seiner Rückkehr den Botschafter v. Schweinitz. Der Besuch währte über eine Stunde. Depeschen deS „Bureau Herold". Berlin, 1. December. Die „Voss. Ztg." meldet aus Lemberg, der Gouverneur von Vollhynien verlangt, daß die Eisenbabnverwaltungen aus den Zügen ambulante Kirchen einrichten und orthodoxe Geistliche dafür anstellen. Graubeuz, 2. December. Die Polen bereiten große Volksversammlungen vor, um für die Einführung der polnischen Sprache in dem Unterricht auch in Westpreußen Propaganda zu machen. München, 2. December. Der Finanz-Ausschuß der Abgeordnetenkammer gi« g über die Petitionen für probeweise Einführung des Zonentarifs zur Tagesordnung über. Wien, 1. December. Den ungarischen Delegirten wurde vertraulich mitgetheilt, der deutsche Kaiser werde den nächstjahrtgen großen Manöver» bei Fünskirchen bei- wohnen und während 14 Tagen bei diesem Anlaß, zusammen mit Kaiser Franz Joseph, Gast des früheren Cabinets-Chess Coloman Tisza sein. .. , ' Die //Neue Freie Presse" erblickt die hauptsächlichste Bedeutung der Rede Caprivis in dem offenen Kampfe desselben gegen Bismarck. London, 1. December. Ein Telegramm aus Rio de Janeiro meldet, daß die Absendung von Truppen nach Rio Grande do Sul wegen des dort herrschenden gelben Fiebers unmöglich ist. Bayonne, 2. December. Ein Jesuit predigte in der hiesigen Kathedrale und sagte, der Papst billige das Verhalten des Erzbischofs von Aix Der Bischof von Bayonne unterbrach den Prediger. Er komme von Rom, der Papst wünsche nicht, daß der Clerus sich in den Streit der Parteien mische, er verbot dem Jesuiten über Politik zu sprechen. Sidney, 1. December. Das Parlament nahm die Bit über den Achtstundentag mit großer Majorität an. totales rinv provinzielles. Gießen, 2. December 1891. — Ausstellung. Im Erker der Buchhandlung E.Trenckmann (Sonnenstraße 5) sind die gelungenen photographischen Blitzlicht-Aufnahmen von dem im Clubgebäude unlängst stattgehabten „Wohlthätigkeits-Bazar" ausgestellt. Gefertigt wurden dieselben von dem photographischen Atelier des Herrn W. Becker, Bahnhofstraße. — Betrug. Wegen in fünf Fällen verübter Betrügereien wurde eine erst kürzlich nach hier verzogene Familie, Mann und Frau, zur Anzeige gebracht. Die Eheleute hatten hier Bäcker, Metzger und Specereihändler zur Abgabe von Maaren zu bestimmen gewußt, indem sie angaben, der Mann arbeite in einem hiesigen Geschäft und bekomme erst Samstag sein Geld u. s. w. In Wirklichkeit arbeitete aber der Mann gar nicht. — Diebstähle. Aus einer umzäunten und verschlossenen Hosraithe in der Dammstraße sind in gestriger Nacht verschiedene Wäschegegenstände entwendet worden. — Aus einem Laden der Wallthorstraße wurde gestern Nachmittag von der Ladentheke weg ein Butterweck und ein Päckchen trockene Hefe in dem Augenblick gestohlen, als die Ladenbesitzerin, nachdem es geklingelt, von ihrer Stube in den Laden ging. — Geldverlust. Ein durchreisender Getreidehändler, welcher gestern auf hiesiger Station auf kurze Zeit ausstieg, vermißte in der Nähe der Station Ostheim seine Brieftasche mit ungefähr 25000 Mk. Inhalt, bestehend in Eintausend-, Einhundert- und Fünszig-Markscheinen, sowie einigen Wechseln über mehrere hundert Mark. Braud. Durch die Fahrlässigkeit eines Lehrjungen brach gestern Mittag in der Werkstätte eines hiesigen Glasermeisters Feuer aus, das größere Dimensionen anzunehmen drohte. Nur durch energisches Eingreifen der Hausbewohner und einiger Nachbarn wurde größerer Schaden verhütet, Das am 30. November ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 38 enthält: 1. Verordnung, die Organisation des zur Ausübung der Feldmeßkunst bestellten Personals betreffend. 2. Bekanntmachung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Zutheilung gemeinschaftlicher Gebietsteile zu dem hessischen und badischen Standesamtsbezirk Kürnbach betreffend. — Der die innere Verwaltung und Vertretung der Kreise und Provinzen betreffende Gesetzentwurf ist im Druck erschienen. Wir entnehmen dem Entwürfe Folgendes: Die Kreise (Land- und Stadtkreise) sind staatliche Verwaltungsbezirke- jeder Kreis bildet zugleich nach näherer Vorschrift dieses Gesetzes einen Verband zur Selbstverwaltung seiner Angelegenheiten mit den Rechten einer Corporation. Städte, welche mit Einschluß der activen Militärpersonen eine Einwohnerzahl von mindestens 50,000 Seelen haben, bilden für sich einen Kreisverband (Stadtkreis) und scheiden zu diesem Behufe aus dem seitherigen Kreisverbande aus. Städte, welche mit Einschluß der activen Militärpersonen eine Einwohnerzahl von mindestens 20,000 Seelen haben, sind befugt, für sich einen Kreisverband (Stadtkreis) zu bilden und zu diesem Behufe aus dem seitherigen Kreisverbande auszuscheiden. Auf Antrag der Stadt wlrd dieselbe, falls der Antrag innerhalb sechs Monaten nach Verkündigung dieses Gesetzes gestellt wird, durch das Ministerium des Innern und der Justiz für ausgeschieden erklärt. Wird der Antrag erst nach Ablauf dieser Frist gestellt, so hängt das Ausscheiden der Stadt aus dem seitherigen Kreisverbande von der Zustimmung des Ministeriums des Innern und der Justiz ab. Vor Ausscheiden einer Stadt aus dem seitherigen Kreisverbande ist in allen Fällen eine Auseinandersetzung darüber zu treffen, welchen Antheil die ausscheidende Stadt an dem gemeinsamen Activ- und Passivvermögen des seitherigen Kreisverbandes zu übernehmen hat. Die Auseinandersetzung ist im Verwaltungswege zu bewirken. Der Kreistag besteht in Kreisen mit einer Bevölkerung bis zu 50,000 Seelen aus 15 Mitgliedern, bis zu 60,000 Seelen aus 18 Mitgliedern, bis zu 70,000 Seelen aus 21 Mitgliedern, über 70,000 Seelen aus 24 Mitgliedern. Die Kreistagsabgeordneten werden in zwei Abtheilungen gewählt, ein Drittheil wird von den fünfzig im Kreise Höchstbesteuerten, zwei Drirrheile von Bevollmächtigten der Gemeindevorstände gewählt. Wählbar zum Kreistagsmitgliede ist jeder männliche Deutsche, der zur Zeit der Wahl 25 Jahre alt ist und dem die Ausschlußgründe der Art. 14 und 15 der Städte-, bezw. Landgemeindeordnung nicht entgegenstehen. Die Wahlen zur regelmäßigen Ergänzung des Kreistages finden alle drei Jahre statt. — Zu den Befugnissen des Kreistags sind gekommen : Die Wahrnehmung der ihm im Reichsgesetz, betr. die Krankenversicherung der Arbeiter vom 15. Juni 1883 und in der Ausführungsverordnung vom 1. November 1883 überwiesenen Verrichtungen, und die ihm im Reichsgesetz, betr. die Jnvaliditäts- und Altersversicherung vom 22. Juni 1889 und in der Ausführungs-Verordnung vom 2. August 1890 übertragenen Verrichtungen. — Der Kreistag jedes Kreises und die Stadtverordneten jeder Stadt, welche für sich einen Kreisverband bildet, wählen aus den Kreisangehörigen, bezw. den Einwohnern der Stadt, auf volle 10,000 Seelen und den etwaigen Ueberschuß von vollen 5000 Seelen der Kreis-, bezw. Stadtbevölkerung je ein Mitglied des Provinzialtages. Die (wieder wählbaren) Provinzialtagsabgeordneten scheiden mit Ablauf des dritten Kalenderjahres zur Hälfte aus und werden durch Ersatzwahlen ergänzt. — Der Provinzialausschuß besteht aus dem Provinzialdirector und 8 Mitgliedern, welche von dem Provinzialtage aus der Zahl der zu Kreistagsabgeordneten wählbaren Angehörigen der Provinz, und zwar mindestens vier derselben aus seiner Mitte, mit absoluter Stimmenmehrheit gewählt werden. — Frequenz der Großherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt im Wintersemester 1891—92. Die Gesammt- zahl der Studirenden und Hospitanten der Großherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt hat im Wintersemester 1891—-92 eine erhebliche Steigerung erfahren- sie beträgt gegenwärtig 405. Auf die einzelnen Abtheilungen vertheilt sich diese Zahl folgendermaßen: 1. Bauschule 48, 2. Bau- Ingenieurschule 50, 3. Maschinenbauschule 80, 4. Chemisch- technische Schule: Chemiker 25, Pharmaceuten 13, 5. Mathematisch-naturwissenschaftliche Schule 25, 6. Electrotechnische Schule 165. Mit dem Stand Ende des Wintersemesters 1890 91 verglichen (318), ergibt sich eine Zunahme für das lausende Semester von 88. — Zur Einführung besserer landwirthschaftlicher Maschine«. Der Landwirth ist bekanntlich im Allgemeinen sehr schwer zur Anschaffung einer neuen Maschine zu veranlassen, wenn er diese Maschine nicht bei der Arbeit gesehen, sondern nur auf Grund von Empfehlungen anschaffen soll. Diese Abneigung des Landwirthes hat aber zum Theil recht gute Gründe, denn der Landwirth kann keine Maschine brauchen, die nicht wirklich practisch für ihn erprobt ist, und sein Mißtrauen gegenüber angepriesenen neuen Maschinen und Gerüchen ist deshalb sehr erklärlich. Diesem Uebelstande könnte dadurch entgegengearbeitet werden, daß die betreffenden Industriellen unter Mitwirkung der Gemeindebehörden und Kreisvereine in geeigneten Städten ständige Gewerbe- oder Maschinenausstellungen einrichteten, wo der Landwirth die ihm empfohlenen Maschinen und Geräthe in practischer Weise erproben kann. Eine solche Einrichtung ist neuerdings mit der ständigen Leipziger Gewerbe-Ausstellung verbunden. In dieser finden für die nächste Zeit an jedem Samstag und Sonntag practische Vorführungen neuer landwirthschaftlicher Maschinen statt. — Der Getreidemarkt. Die Tendenz des Getreidemarktes ist in Folge der in Nordamerika gesunkenen Preise seit Wochenfrist matt und flau und konnte an dieser Tendenz auch das russische Weizenausfuhrverbot nichts ändern, da die Getreidebörsen bereits feit vier Wochen mit dem russischen Weizenausfuhrverbot rechneten. Zu einer vollständigen Baisse ist es indessen auf dem Getreidemarkte nicht gekommen, denn dazu fehlt es der Baissepartei an bedeutenden Vorräthen, die Preise bröckelten nur etwas ab. Schlitz, 1. December. Vorige Woche verirrte sich ein alter Mann auf dem Nachhausewege von Bernshausen nach Schlitz und geriert) in die dort ziemlich tiefe Schlitz, wobei er feinen Tod sand. Es ist dies in kurzer Zeit das dritte Opfer, welches die Schlitz an dieser Stelle gefordert. ?. Gedern, 1. December. Gestern Abend y310 Uhr brach in dem Holzschuppen des Schreinermeisters Chr. Gebhardt Feuer aus. Dem schnellen Eingreifen der Gederner Feuerwehr und der Einwohnerschaft, von welcher sich besonders einige Bürger auszeichneten, ist es zu danken, daß die anstoßende Scheuer des Schuhmachermeisters Vonalt nicht Feuer fing. Die neue Spritze war hierbei zum ersten Male in Thätigkeit. -dt. Neu Ulrichstein, 1. December. Monatsbericht der Arbeiter-Colouie pro November 1891. Ende November 1891 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 92 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 18. Königreich Preußen: Provinz Berlin 1, Provinz Brandenburg 3, Hessen-Kassel 14, Provinz Hessen- Nassau 15, Provinz Schlesien 2, Provinz Pommern 1, Provinz Rheinlande 6, Provinz Westfalen 5, Provinz Sachsen 1; Reichslande 1. Königreich Bayern 7, Königreich Württemberg 2, Großherzogthum Baden 4- thüringische Staaten 9. Ausland: Kaiserreich Oesterreich 2, Holland 1. Hiervon waren: Arbeiter 34, Bäcker 1, Brauer 1, Bergleute 1, Bandagist 1, Drechsler 2, Färber 1, Former 1, Glaser 1, Gürtler 1, Goldschläger 1, Gärtner 1, Klempner 1, Kupferschmiede 1, Kaufleute 5, Krankenwärter 1, Korkschneider 1, Kellner 1, Lackirer 2, Metzger 1, Maschinenschlosser 2, Maurer 1, Metallarbeiter 1, Portefeuillearbeiter 1, Schuhmacher 3, Schneider 7, Schreiber 3, Schleifer 1, Schlosser 5, Seiler 1, Schmiede 1, Schweizer 1, Tapezirer 1, Tüncher 2, Weber 1, Zimmerleute 2. Im Monat November wurden entlassen 6 Mann, und zwar in die Familie zurück 1, in Arbeit durch eigenes Bemühen 1, auf eigenen Wunsch 4. Verpflegungstage im November 1891 : 2293. Gearbeitet wurde an 1972 Tagen, hierunter 1528 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 1822 Mann, dagegen abgegangen im Ganzen 1730- bleibt Bestand 92 Mann. Offenbach, 29. November. Die sehr reiche Fabrikanten- wittwe Levi, welche wegen Meineids verhaftet wurde, ist gegen Stellung einer sehr hohen Caution (man spricht von 60,000 Mark) wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Frau Levi hatte einer Putzmacherin gegenüber den Empfang eines Hutes bestritten und als sie verklagt wurde, ihre Aussage vor Gericht beschworen. Bei der angeordneten Haussuchung war aber der Hut aufgefunden. Die Affaire hat hier großes Aufsehen erregt. △ Mainz, 1. December. In Folge einer von socialdemokratischer Seite gelegentlich eines Anttags auf vorübergehende Aufhebung des Octrois auf die nothwendigsten Lebensmittel ausgestellten Behauptung, daß hier unter den unbemittelten Klassen ein großer Nothstand bestände, werden eben auf Anordnung der Bürgermeisterei durch die einzelnen Polizeibezirke diesbezügliche Erhebungen gemacht. Falls sich die beregte Behauptung als begründet erweist, sollen Vorschläge zur Abhilfe gemacht werden. — Zur Zeit sind die in Hessen bestehenden Besserungsanstalten derart überfüllt, daß die jungen Taugenichtse aus den hessischen Volksschulen in den preußischen Besserungsanstalten bei Urft untergebracht werden. Urft ist ein kleines Dörfchen mit 350 Seelen im Kreise Schleiden, Regierungsbezirk Aachen. Mainz, 1. December. Gestern wurde hier ein Arbeiter wegen eines Diebstahls verhaftet- bei der Feststellung der Person wurde conftatirt, daß derselbe bereits seit 12 Jahren als unsicherer Heerespflichtiger verfolgt wird und wurde der nun bereits 32jährige in das 117. Regiment eingestellt. Worms, 1. December. Der Unterricht an der Fortbildungsschule, über den gegenwärtig in Rheinhessen ein heftiger Streit entbrannt ist, wird diesen Winter hier zum ersten Male nach den Erwerbszweigen der Schüler getrennt ertheilt. Kellner, Metzger und Bäcker zweimal wöchentlich von 1—31 /2 Uhr Mittags - Handwerker dreimal wöchentlich von 5—7 Uhr Nachmittags Unterricht, während Fabrikarbeiter und Taglöhner viermal wöchentlich je eine Stunde zum Unterricht erscheinen müssen. vermischter. * Mord auf offener See. Auf dem Ende letzter Woche in Kopenhagen eingetroffenen deutschen Schooner „Therese" tödtete der Schiffskoch, als das Schiff sich auf hoher See befand, den Capitän, Namens Fritz, und warf dessen Leiche über Bord. Der erste Steuermann führte den Schooner nach Kopenhagen und erstattete, wie von dort telegraphirt wird, dem deutschen Consul Bericht. Der Mörder erklärte, sich in der Nothwehr befunden zu haben. Die „Therese" befand sich auf der Reise von Bremen nach Königsberg. * Ein salomonisches Urtheil. Rözsa und Julcsa kommen mit einer Gans zum Ortsrichter gelaufen, von der Jede behauptet, daß sie ihr gehört. — Richter: „Rözsa, gehört das Gans der Julcsa?" — Rözsa: „Nem batta! Najn sog' ich!" — Richter: „Julcsa, gehört das Gans der Rözsa?" — Julcsa: „Nem batta! Sog ich auch nojn!" — Richter: „Gehört das Gans nit Rözsa, gehört das Gans nit Julcsa, gehört das Gans majn! Janos, trag' 'naus tn Küchel!" Citeratur uni Kattft — Soeben erschien im Verlag von Fcied. Ernst Fehsenseld in Freiburg i. B. eine kleine Schrat, welche das Interesse eines jeden Gebildeten in hohem Grade erregen wird: Kaleidoscopischj« i Slud^n über Hypnoti-mn- «n- Sngaefiio« von Otto von I Berlin (Preis 1 M). — In bunten, wechselvollen BUdern zeigt der Ber asser von Beginn der Geschichte an üts tn die Zeit der Electri- c.tät, den Hang Der Menschen danach, das Uebernatürliche zu ergründen, er zeigt, wie so viele früher als Wunder oder Phantafie- gevilde betrachtete Ereignisse durch die Suggestion erklärt werden können, er bietet die Utthetle der größten Denker und Forsch.r, die sich wänderbarer Weise oft auf das Schärfste widersprechen. Zum Schluß gibt er noch einige wunderbare Ereigniffe (so „das EmpfangS- immer der Herzogin"), deren Erklärung er dem Urtheil des Lesers überläßt, sowie bicj hypnotischen Versuche des belgischen Malers Mertz während der Enthauptung eines Mörders. Die kleine Schrift feffelt von Anfang bis zum Schluß und bietet eine solche Masse von Belehrung, wie viel dickleibige Bände über diesen Gegenstand nicht. Wir empfehlen sie unfern L.stru auf das Wärmste. — Die «opifien irr de« Gemäldegalerie«. Aus Paris kommt die Nachricht, daß die Verwaltung deS Louvre sich genöthtgt gesehen bat, Maßregem gegen die Copisten anzuordnen, welche in den Sälen des Louvre sich so ungenirt als möglich benehmen und tn ihrer Rücksichtslosigkeit oft so weit gehen, daß sie den Orginalen Beschädigungen zufügen. Einen Einblick in daS Treiben der Eoptsten gewährt ein „Kunstjünger" betitelter Artikel in dem neuesten Heft VI. der »Modernen Kirnst* (Berlins. 57, Rich. Bong). De, von Paul Dobert geschriebene Artikel ist mit fesselnden Illustrationen geschmückt, die bie Sitten und Gewohnheiten der Copisten zum Ausdruck bringen. Von den Kunstbeilagen dieses Heftes feffelt namentlich Serra's Bild „Am Tiber-Ufer", deffen Orginal aus der Berliner Ausstellung sich befand. Das nächste Heft VII. ist die diesjährige Weihnachtsnummer, welche in prächtiger Weise autzgestattet wird. Reicher künstlerischkr Schmuck durch Kunstblätter und Textbilder in Aquarelldruck wird dem Hefte den Charakter eines wahr.n Prachlwerkes geben. Außer sechs schwarzen Kunstbeilagen enthält die Weihnachtsnummer eine doppelseitige Extrabeilage, die in reichem Farbendruck hergestellt ist. Der Preis der Weihnachts-Nummer dettägt für die Abonnenten der („Moderr en Kunst" 1 Mark, für die Einz-ckkäuser 3 Mark. — Die Heilige Schrift de- Alten und Renen Testament». Nach der Uebersetzung von Dr. Joseph Franz von Alltolt. Mit bischöflicher Approbation. Neue illustrtrte Volksausgabe mit 45 Voll- btlbern in Farbendruck, nach Meisterwerken der christlichen Kunst, über 1000 erklärenden Bildern von Stätten und Plätzen der Heiligen Schrift, von Alterthümern. Pflanzen und Thteren usw. im Text, mit Karten und etr- er Familienchronik. In Heften zu 50 Pfg.; 25 Hefte sind bis jetzt erschienen. Verlag von Friedrich Pfeilftücker in Berlin W., Bayceutherstratze 1. Durch jede Buchhandlung beziehbar. — Lei dem die deutsche Literatur allen Volksschichten passende und nichtpassende ßcctüre jeglichen Inhalts liefert und das Leben genußreicher sich gestaltet hat, findet man keinen Geschmack mehr an den tiefsinnigen, erhebenden Worten der Bibel. Die ehrwürdige» Folianten, in die sich unsere frommen Vorfahren mit Wonne und heiligem Schauder versenkten, liegen vernachlässigt in irgend einem Winkel des Hauses, wenn ihm nicht kindliche Pietät einen befferen Platz anwies; gelesen werden sic nicht mehr. Die groben Schriftformen, bie einförmig dreinschauenben Seitenflächen kommen ber jungen Generation fremb vor und haben nicht mehr die magische Gewalt, Auge und Herz zu sich hinabzuziehen. Unsere Zeit, unsere moderne Erziehung fordert lebhaftere, wissenschaftlich angehauchte oder durchgeifttgte Retzmitte!. Dieser Forderung und einem reUaiofen Bedürfnisse nachkommend, veranstaltete die obengenannte Buchhandlung tme Neuausgabe der Bibel. Viele prachtvolle Illustrationen geben dem forschenden Geiste Aufschluß über naturwissenschaftliche und culturhistorische Fragen, die in engster Beziehung zu dem biblischen Worte stehen. Die ganze Ausstatlung ist sehr geschmackvoll uub anziehend, der Preis tfl billig und das langsame Erscheinen gestattet auch dem minder gut frtuirten Burger die Anschaffung. Möchte die Bibel wieder eine freundliche Stätte in jeder Familie finken, die Jugend von dem verführerischen Treiben der Welt abzuziehen und da? reifere Alter zeitweise über die Grenzen des irdischen Lebens hinaus erheben. A. G. Wöchentliche Aeberficht der Todesfälle in Meßen. 47. Woche. Vom 22. November bis 28. November 1891. Einwohnerzahl: 20 611 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 25,24 ®/oo bezw. 7,57 nach Ausschl. der Ortsfremden. Kinder Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen ES ftorben en: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15.Jahr: Masern 1 — — 1 Lungenschwindsucht 1 (1) 1 (1) — — Acute entzünbliche Erkrankungen der Ath- mungs-Organe 2 (2) 2 (2) — —■ Andere bekannte Krankheiten 6 (4) 4 (4) 1 1 Summa: 10 (7) 7 (7) 1 2 werden darauf aufmerksam ge- ill Am macht, daß man in dem Special- M 11 Geschäft von Phil. Weiler, Rr rWHWIVV Marttpl. 1, die arötzte Auswahl 7 in Cigarren, Cigaretten und Tavaken findet. Ein Versuch zeigt, daß selbst dem verwöhntesten Geschmack Rechnung getragen werden kann. 9741 KeikgeSoknes. Achte Nürnberger Lebkuchen. Die so sehr beliebten Elisen-, Macronem, Haselnuß-, Chocolade-, Mar cipan-, Baseler und braunen dickgemandelten Lebkuchen wieder vorrSthig in «. G. SleinhennS Delicat.-, Fisch- u. Geflügelhdlg , Bahnhofstr. 59, Telephon 66. äW* Täglich frLluß'U. Seefische, schönst Mastgeflügel Sb Sämmtl. neue Südfrüchte. [10623 Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 7. December 1891, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Haingesboden und Waldshute nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau., Werk, und Nutzholz: 14 Eichen-Stämme mit 1,51 Festmeter, 31 Fichten-Stämme mit 6,88 Festmeter, 234 Eichen - Derbstangen mit 10,49 Festmeter, 539 Fichten-Derbstangen mit 44,45 Festmeter. Das Eichenholz ist für Wagner geeignet. B. Brennholz: Scheith. Prügelh. Etockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Eichen — 14 3 500 Nadel 9 469 63,5 5430 (Durchforstungswellen) Aspen 2 2 — — Die Zusammenkunft ist am Anne- röder Weg, 3. Schneise. Gießen, den 30. November 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 10610 Schafversteigerung. Donnerstag den 10. De- eewber d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll das der hies. Schäferei- Gesellschaft gehörige S ch a f v i e h, 183 Schafe (meistens zur Zucht geeignet), 13 Hammel- und 10 Mutterlämmer, versteigert werden. Ebersiadt, am 1. December 1891. I. 21.: 10628______Der Borstand. —Freitag bett 4. ttttb Samstag bett 5. De- cetttbct, von Nachm. 2 Uhr ab: Fortsetzung ber Versteigerung von Wall-, Kurz- ttttb Galanterie- waaren im „Abler". 10483 H. C. Werner. Bau- und Nutz Holz-Verkauf aus den Waldungen der Stadt Lich. Die Stadt Lich will nachverzeichnetes Holz aus dem Holzerntejahr 1891/92 vor der Fällung auf dem Submissions- wege verkaufen. Termin hierzu ift | auf Montag den 21. Decbr. 1891, Mittags 1 Uhr, im Rathhause zu Lich angesetzt und werden die Herren Käufer zur Betheiligung eingeladen. Die Gebote sind verschlossen spätestens bis 20. Decbr. l. I., Mittags 1 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen, woselbst gleichzeitig die Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Nähere Auskunft ertheilen die Forst- warte Eise und Uhl dahier, sowie die unterzeichnete Stelle. 70 Fm. Eichen-Schnittholz, 160 „ „ -Schwellenholz, 440 „ „ -Grubenholz, 30 „ Fichten-Schnittholz, 165 „ „ -Bauholz, 18 „ Kiefern-Bauholz, 20 „ „ -Grubenholz, 85 „ Hainbuchen-Stämme, 35 „ Linden-Stämme. Lich, am 1. December 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Walz. 10616 Alle Sorten Därmen. Blasen empfiehlt Louis Bogt, Metzger, 10620 Neuenweg 19. 10608] Donner-tag morae« treffen frisch aus ber See Schellfische und Cavlia« ein im Durch guten Fang stellen sich bie Preise gering. Alle V zur feinen A, Bäckerei gehörigen Zuthaten | empfiehlt in nur bester Qualität Emil Orbig z Bahnhofstrasse /f X 30. Z Bandoneon lConcert-Harmonika), sehr gut erhalt., pracht. Ton, billig zu verk. Anzusehcn Dammstraße 5. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Kinder und Erben des Commerzienraths Georg Karl Gail sind für das Jahr 1892 an zwei bedürftige, dahier wohnende Familien oder alleinstehende Personen Unterstützungen von je 200 JL. zu vergeben. Bewerbungen haben bis zum 15. December 1891 auf dem Armenamt, Zimmer Nr. 6, zu geschehen. Gießen, den 1. December 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Gnauth.___________________10612 Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Felsing Eheleute zu Gießen sind die diesjährigen Zinsen mit 120 JL an zehn in Gießen geborene würdige Arme zu gleichen Theilen zu vergeben. Anmeldungen hierzu haben bis zum 10. k. M. auf dem Armenamt, Zimmer Nr. 6, zu erfolgen. Gießen, den 28. November 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Gnauth.____________________10611 Der Voranschlag der Gemeinde Langd pro 1892/93 liegt vom 3. d. Ms. an acht Tage lang aus hiesigem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Betheiliqten offen. Langd, den 2. December 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Langd. _______________________Ronthaler.__10617 Spar, und Leihkaffe Gießen. Es können an brave Dienstboten, welche in unserem Sparkassebezirke 10 oder nahezu 10 Jahre lang bei einer und derselben Herrschaft dienen, Prämien von uns ausbezahlt werden. Es ergeht darum an solche Dienstboten die Aufforderung, sich binnen 14 Tagen beim unterzeichneten Director oder Herrn Rechner Döring mündlich oder schriftlich zu melden und zugleich ihre Dienstbücher und Zeugnisse ihrer Herrschaft vorzu legen. Gießen, am 1. December 1891. Die Direction des Spar- und Leihkasse-Vereins. Langsdorfs. Angekleidete Puppen. tv o> (D (D 5 Alle Grossen Geienkpuppen s 0) (D 5 Q Laterna Magicas. neueste Constr. Trommeln, Trompeten, Säbel, Gewehre etc. Puppen-Zimmer, Möbel, Küchen und Küchen-Einrich- tungen, Läden, Festungen, Ställe, Theater. Schaukel- und Roll-Pferde, Puppen- Drück-Wagen, Massive Leiter u. Kasten-Wagen etc. 10387 Sonnenstrasse 25. Alle Arten Selbst- u. 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Robert Haas, Seltersweg 18. Mrtoren auf dem hiesigen Bahnhof eine Brieftasche m. großem Werthinhalt (Werthpa- Piere, Wechsel re). Dem Finder 500 Mk. Belohnung. Abzuliefern auf dem Polizeiamt. lossr 106291 Dor dem Laden deS Herrn Mllmann, Marktstr.p wurde gestern Abend ein schwarzer Must verloren. Gegen gute Belohnung abzngeben im genanutrn Geschäft.__ Giessener Ruder-Gesellschaft. ffg- Heute Mittwoch Ab-«» 9 Uhr im BereinSlocal. »ortragr Frankfnrt a. M. als PsteaestLtte des Rudersports. |10b32 10633] Ein tücht. München, welches kochen kann, bek. sof od. Weihn. g. Stelle. Junge anftänd. Mädchen n. ausw- mit guten Zeuan. wünichen Stellen a. Weihn Frau Schmidt, Verm-, Seltersweg 15. Giessener Concertverein. Zum Gedächtnisse W. A. Mozarts t 5. Deoember 1791. Zweites Concert (100. Vereinsjahr) Sonntag den 6. December 1891, Abends 5 Uhr, in Steins Saalbau unter Leitung des Gr. Universitätsmusikdirectors Herrn Ad. Felchner und Mitwirkung der Frau Eva Adler-Hngonnet, des Fräulein Frieda Zimmer, des Herrn Adolf Müller aus Frankfurt, des Herrn Nicola Doerter aus Mainz, sowie des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereinsorchesters und des akademischen Gesangvereins. P r o g r a m m. I. Prolog von Otto Roquette, gesprochen von Herrn Dr. Hermann Baur. 1. Maurerische Trauermusik «... .....\ 2. Ouvertüre zur Oper „Die Zauberflöte“.....j 3. Arie für Tenor: „Dies Bildniss ist“ etc, i aus l von Mozart 4. Chor der Priester: „0 Isis und Osiris* ] derselben \ . ’ 17RR 5. Arie für Sopran: „Äch, ich fühle“ etc. Oper / geb. 27. Januar 1758 II. ( gest. 5. Decbr. 1791 6. Missa pro defunctis: „Requiem etc.“ für vier Solo- 1 stimmen, Chor und Orchester........’ Eintrittskarten für Nlohtmltglieder zu Mk. 2,50 (Sperrsitz Mk. 3,50), sind in der Musikalienhandlung von Herrn E. Challier (Rudolphs Nachf.), für Stttdirende bei Herrn Hausverwalter Storck zu ermässigtem Preise zu haben. Textbücher zum „Requiem“ bei Herrn E. Challier oder am Saaleingange zu 10 Pfg. Der Zutritt zur Generalprobe, Sonntag um 11 Uhr Vormittags, ist den Vereinsmitgliedern nur gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedskarten gestattet. [10574 Niehtmitglieder können Karten zu M. I — bei Herrn E. Challier erhalten. Steins Garten. Donnerstag den 3. Deember: 3. Abonnements-Concert ausgesührt von der Capelle des Infanterie-Regimmts v Kaiser Wilhelm unter Leitung des Großh. Mufikdirectors Herr« Krautze. Jn's Programm sind ausgenommen: 1) Ouvertüre z. Lodoiska (Cherubim); 2) Reigen sel'ger Geister und Furientanz a. Orpheus (Gluck); 3) Hymne a. d. heil. Cäcilie (Gounod); 4) Fantasie a. Lohengrin (Wagner). II. Theil: Mendelssohn: Hochzeitsmarsch. Notturno. Scherzo und Ouvertüre z. Sheakespeares „Sommernachtstraurn^. III. Theil: Ouvertüre z. Mozart (Suppe). Fantasie f. Piston (Hoch). Wiener Blut! Walzer (Strauß). Historische Märsche! Großes chronologisches Potpourri, nach authentischen Quellen zusammengesetzt von Emil Kaiser. Anfang präeis 8 Uhr. Entree 50 Pfg. KST* Im Interesse des Publikums wird höflichst gebeten, vor Be- endigung der II. Abtheilung nicht zu rauchen! 10618______________________Krautze, Großh. Musikdirector. Allgemeine Sterbekasse Giessen. Am Sonntag den 6. December d. I., Nachmittags 4 Uhr, findet in der Restauration Ernst (früher Pfeil, Grünbergerstraße) die zweite ordentliche Generalversammlung statt, zu welcher sämmtliche Mitglieder freundlichst eingeladen sind. Tagesordnung: 1) Geschäfts- und Kassenbericht; 2) Ergänzungswahl des Vorstandes; 3) Neuwahl des Aufsichtsrathes; 4) Erhöhung des Sterbegeldes (§ 12 des Statuts); 10607] 5) Verschiedenes. Der Vorstand. Zu Weihnachtsgeschenken empfehle mein reichhaltiges Lager in Teppichen, Kett- und Puttvortagen, Portidre» Bücher-, Krüg-, Nölen» Luther-' Mdtitu. SlkUlchirm. Etagören Sigarreuschräuke. Siilti. Smapotijrätn. 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Heinz, Duveldorf 22. 3. 91. — Da mir Ihr Kaffee geschmeckt hat, so bitte um Zusendung von 9 Pfd. an Bäckermeister Franz Gaide, Kätscher 16. 1. 91. — Da m?in Kaffee zu Ende geht, und ich mit der Sendung sehr zufrieden bin, möchte ich Sie hierdurch ersuchen, mir wieder 9 Pfd Java-Kaffee mit Zusatz zu senden. A. Maass, Kaufmann, Döbel, 6. 1. 91. — Mit dem mir zugesandten Kaffee war ich recht zufrieden, und bitte mir die gleiche Qualität wieder zugehen zu lassen. Carl Schlemmer, Stuttgart 19. 1. 91. — Da Ihre vorige Sendung zu meiner grössten Zufriedenheit ausgefallen war, so bitte ich um weitere 9 Pfd. Ihres Java-Kaffees. Martin Jensen, Orsbeck 1. 6. 91. — Bitte schicken Sie mir wieder eine Sendung von Ihrem Kaffee, meine Frau hat sich so daran gewöhnt, dass sie keinen andern mehr haben will, bitte um 9 Pfd. gegen Nachnahme. H. Alt ho ff, Höxter 3. 6. 91. — Da ich mit der ersten Sendung Ihres Holl. Java-Kaffee sehr zufrieden war, ersuche ich Sie freundlichst, mir wieder 9 Pfd. 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