«'»'S MsasS’ 6«S' SSiS;- dSrjidjajr"1! tanM sind : leI und d“J •SfiKjf ü ‘»Ä» -JäytM. IfcSH®«« GarlenaM, ptr Str,ju Dermktbtn. ^^Ederftrahe p « M mit ZubehSr, chtsofortzu cermietb 1», Kaplansgasse 5, ne Wohnung von okr *leitiing, Mit. m l.Lulil I.ab zu 'res Kirch'nplatz 11. mrinilZubeh.,Wchi- aniheil, per 1. Juli zu Steinstraße 55. zu vemiethen.- i Bähnhofftraße 26. Stock meines Hauses, ubehör, zu vemichcn |l) öahnhosftraße I. Hubauindtr M: niaibtnftod Mort i« ’-tttir 3*Sk "oirnnttt mit u MZ \W' fl ' ö ffioWÜLL TTHaSrStn- jd?« 52*b 2äw vS^L» i» f n 3-4 Zimmern ptr ethen Riegelpsad 1. Zimmer nebst Zubeb.'^ Sheres Aeichsttaßt? 'm Hause, Ostan^ Juli noch zwei M i ju vermieden T, Sdter§wefl 7L ierschöne Mansarden- c mit allem Zndehvr -m 1. M c. ab bc Mt »n ötrmietbtn. Westanlage 28,1. zmilienlogis zu oei- WeMngassH, lse 15" ein Logis zu H. K. Kaffautr. Msardenlogis zu m- KirchenplaN^, 121: Logis zu oem, Hon und AurteMth., jereg das 2l, 3. W» 5 Zimmern mit Ur. 125. Mittwoch den 3. Juni 1891 nehener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Der Asr^sr «schsirU täglich, «dt AsLnLhm« M KonragL. Db Vrßrncr tze^e« dkm Anzeige AM««tlich dr«iw«l Iti^elegt «iertckjährt-« >biK(«titbrfbJ 2 Mark 20 Pf,, to» Bringerlohn. Durch die Post bq»$* 2 Mark 50 Pf,. Rebactien, LxpedfK»« uttb Druckerei: Kernjprechrr 51. Aints- und Anzmgeblntt für den Avers Grsfzen. Gratisbeilage: chicheuer Jamikienökätter «i Kl£t Ärmoacm-Burraux de- In- und KuflEenM ne^we Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegn. ,".I„,III3!!-!L'L!——C^JuL'SUHBSira! Ns««h«r »en Anzeigen zu der RachvüttogS für den -?4^nden Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. 2lmtlid?er Thsil. Nr. 16 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben den 29. Mai, enthält: (Nr. 1953.) Zusatzvertrag zu dem Konsularvertrage zwischen dem Deutschen Reich und Italien vom 7. Febr. 1872, (21. December 1868), betreffend die Befugniß der beiderseitigen Consulen zur Vornahme von Eheschließungen. Vom 4. Mai 1891. (Nr. 1954.) Obiger Nummer des Reichs-Gesetzblattes Ist eine besondere Beilage, enthaltend: 1) Die Bekanntmachung, betreffend die Aichung des Getreideprobers vom 14. Mai 1891, sowie 2) die Bekanntmachung, betreffend Abänderung der Aich- ordnung und der Aichgebühren-Taxe, vom 15. Mai 1891 beigefügt. Gießen, am 2. Juni 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche zu Langsdorf. Nachdem in einem Gehöft zu Langsdorf der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden ist, ordnen wir die Sperre über das verseuchte Gehöft hierdurch an. Es gelten hiernach für die betreffenden Besitzer die Bestimmungen unter I. und für die Gemarkung Langsdorf die Bestimmungen unter II. unseres Ausschreibens vom 24. Juni v. Js. Kreisblatt Nr. 146, mit Ausnahme der Gemarkungssperre. Gießen, den 1. Juni 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend das Ober-Ersatzgeschäft für 1891. Das Ober-Ersatz-Geschäst für 1891 wird im Kreise Gietzen Samstag den 13. Juni im Rathhause zu Lich, Vormittags 8 Uhr, Montag den 15. Juni in dem 'früheren Hofgerichtsgebäude (Brandplatz) zu Gietzen, Vormittags 8 Uhr, Dienstag den 16. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, iaaEBWWKBWiiio viMMg—gaiun iiriimiw—mragai^MM——— Mittwoch den 17. Juni im Gasthaus „Zum Rappen" zu Grimberg, Vormittags 8 Uhr, stattfinden. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im Bezirk der 49. Infanterie- Brigade in sammtlichen Aushebungsorten zu ge- stellen: a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflichtigen, soweit denselben eine besondere Ladung zugeht; b. die zum Landsturm I in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen ; c. die zur Ersatz-Reserve in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen ; d. die von der Ersatz-Commission als tauglich und ein- ftellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen; e. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Soldaten; f. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 5 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen sind außerdem anzuweisen, ihre Loosungsscheine mit zur Stelle zu bringen. Die zur Benrtheilung von Reclamationen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugcben, wohin derselbe verzogen ist. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober- Ersatz-Geschäfte selbst anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Militärpflichtigen, den Ladungen entsprechend, eine Stunde vor Beginn des Geschäfts zur Stelle sind. Gießen, am 28. Mai 1891. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Jost, Negierungsrath. Deutsches Reich. Berlin, 1. Juni. Die Frage der Aufhebung oder zeitweiligen Ermäßigung der Getreidezölle, welche in Folge der hohen Getreidepreise die öffentliche Meinung beschäftigt, ist vorläufig in einer Weise erledigt worden, nach welcher man annehmen muß, daß die Kornzölle weder aufgehoben noch ermäßigt werden, wenn sich die -Ernteaussichten nicht weiter verschlechtern. Der Reichskanzler und Ministerpräsident von Caprivi erklärte nämlich am Montag im preußischen Abgeordnetenhause, daß sich das StaatS- ministerium nicht habe dazu entschließen können, bei dem Bundesrathe die Herabsetzung der Getreidezölle zu befür- s Worten. Ein allgemeiner Nolhstand sei entschieden noch nicht ’ vorhanden, sondern nur eine vorübergehende Theuerung, | zudem seien jetzt allgemein die Ernteaussichten besser als vor vierzehn Tagen. Schließlich erklärte der Reichskanzler noch, daß von der Zollherabsetzung unter den jetzigen Umständen ein allgemeiner Vortheil, also billigere Brodpreise nicht zu erwarten seien. Zu dieser Erklärung der preußischen Regierung muß man sagen, daß sie dann durchaus zutreffend sein wird, wenn sich die Getreidetheuerung nur als eine kurze, rasch vorübergehende herausstellt und in Folge der besseren Ernteaussichten die Brodpreise wieder fallen. Sollten 1 aber die Kornpreise hoch bleiben, so wird die Frage der \ Ermäßigung der Zölle wohl nochmals in Erwägung gezogen j werden müssen. — Am Sonntag haben zwei große Parteieongresse I’ stattgefunden, ein nationalliberaler in Berlin und ein freisinniger in Frankfurt a. M. Der wichtigere von beiden Parteitagen war offenbar der erstere, schon deshalb, weil es sich in Berlin um eine allgemeine Versammlung der Delegirlew \ der nationalliberalen Partei aus ganz Deutschland handelte, während in Frankfurt a. M. in der Hauptsache nur die Vertreter der Freisinnigen Süd- und Westdeutschlands zusammengekommen waren. Dem Congresse der Nationalliberalen präsidirte Staatsminister a. D. Hobrecht, die § Hauptrede hielt Herr v. Bennigsen, welcher die Social- und j Wirthschaftspolitik erörterte und am Schluffe unter rauschendem , Beifalle der Versammlung die nationalliberale Partei beglückwünschte, daß sie als eines der wichtigsten Organe des öffentlichen Lebens in Deutschland mit Stolz auf ihre fünfundzwanzigjährige Vergangenheit zurückblicken könne. Nach Herrn v. Bennigsen sprachen noch eine ganze Reihe von Rednern und gingen die Wogen der Debatte mitunter sehr hoch, besonders, als der Name des Fürsten Bismarck in die Discussion gezogen wurde. Indessen führte dieselbe zuletzt zu dem einstimmigen Beschluß, ein warmes Dank- und Begrüßungstelegramm an den Fürsten Bismarck abzusenden. Am Schluffe der gesummten Verhandlungen nahm der Delegirtentag einstimmig eine in drei Abschnitte zerfallende Resolution an. Dieselbe bezeichnet es als die Aufgabe der 1 nationalliberalen Partei, in Fragen der Reichs- und Landes- Feuilleton. Etwas über Selbstcuren. (Nachdruck verboten.) Es gibt sehr viele Leute, welche es in eingebildeten oder wirklichen Krankheitsfällen lieben, an sich selbst herumzucuriren, sei es nun, daß sie eine „Voreingenommenheit" gegen die Männer der ärztlichen Wissenschaft hegen, sei es aus irgend welchen anderen Gründen, aber gar häufig ereignet es sich dabei, daß diese Selbsteuren die Betreffenden in der That • erst ernstlich krank machen und daß sie dann doch noch zum Arzte schicken müssen. Gewiß braucht man nicht gleich an die ärztliche Hilfe zu appelliren, wenn man sich körperlich nicht behaglich fühlt und die menschliche Natur pflegt sich in solchen Fällen schon meist zu helfen, wenn man ihr mit entsprechender Diät und Mäßigkeit in allen Dingen, schließlich vielleicht auch mit einem geeigneten Hausmittel, entgegenkommt. Aber gar häufig verfahren Personen, die von irgend einem Unwohlsein befallen werden, oder denen es überhaupt nur „nicht ganz recht" ist, gegen ihren Körper dann in einer Weise, die man als die reinste Quacksalberei bezeichnen muß und sie muthen ihrem Körper Dinge zu, die auch von Haus aus ganz kräftige und gesunde Constitutionen bedenklich erschüttern können. So wird namentlich mit den sogenannten Frühlingscuren nur allzu oft ein wahrer Unfug getrieben. Unter ihnen versteht man die zur Frühlingszeit übliche Anwendung gewisser Heilmittel, wodurch nach dem Volksglauben die Gesundheit nach den während des Winters etwa eingetretenen Stockungen und Störungen in diesen oder jenen körperlichen Functionen wieder aufs Neue gestärkt werden soll. Es werden hierzu Mineralwässer, Absührungspillen, besonders aber ausgepreßte 'Pflanzensäfte gewählt und unter den zu diesen Euren gebräuchlichen Kräutern verwendet man wiederum vorzugsweise gern Löwenzahn, Gundermann, Wegtritt, Maaßliebchen, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut, Leberblümchen, Hirschwurz, Graswurzel (Quecken), junge Roggensaat und noch andere Vege- tabilien. Gewiß kann man vielen derartigen Pflanzen eine bedeutende Heilkraft nicht absprechen, aber über deren richtige Verwendung und Benutzung. kann doch nur der Fachmann, der Arzt urtheilen und darum macht der unerfahrene Laie von diesen Kräutern vielfach einen falschen und mit der Zeit also schädlich wirkenden Gebrauch. Er trinkt wochenlang ihren ausgepreßten Saft, ohne zu bedenken, daß das Uebermaß dieser arzncikräftigen Pflanzensäfte dem Körper gar nicht bekommen kann, ohne eine Ahnung zu haben, ob dieser oder jener Pflanzensaft für seinen Körper, für seine Natur überhaupt auch zuträglich ist, selbst wenn er hiervon nur ganz kleine Dosen zu sich nimmt, und schließlich wundert sich dann unser Selbstcurpsuscher, daß ihm von dem so gepriesenen Kräutersaft eher schlechter als besser wird. Nein, meint Jemand wirklich, eine Frühlingscur könne ihm gut thun, so frage er vorher den Arzt, der Mann der Wissenschaft wird dann schon die Mittel und Weise der Cur bestimmen, wenn er sie in der That für angebracht hält, aber aufs Geradewohl mit allerlei Kräutersäften herumzuexperimentiren, das sollte man doch lieber lassen. Wie diese vom Volke selbst verordneten Kräutercuren gewöhnlich auf falschen Ansichten von den Bedingungen der Gesundheit und auf alten Vorurtheilen beruhen, so gilt dies auch von dem öfteren Ausspülen des Körpers mit abführenden und sonst schwächenden Mitteln, was die Organe ebenso abnutzt, wie ein zu häufiges Abwaschen und Ausspülen eines Hausgeräthes dasselbe keineswegs besser macht. Wenn auch in manchen Fällen von trägem Stuhlgange, Blutandrang nach Kopf und Brust, von Spannung im Unterleibe u. s. w. eine Abführung wohlthätig wirken kann, so wird doch mit diesen selbstverordneten Abführmitteln im Allgemeinen ein großer Mißbrauch getrieben. Zu starke oder in zu starken Dosen genommene Abführmittel greifen die Unterleibsorgane ungemein an und vermögen sogar die normalen Functionen derselben zeitweilig zu unterbrechen und es wird alsdann mit einer derartigen Cur viel mehr Schaden als Nutzen angestiftet. Der Nichtarzt kann eben sehr häufig durchaus nicht beurtheilen, welcher Grund seiner Verstopfung oder trägen Darmentleerung eigentlich obwaltet und deßhalb ist es keineswegs einerlei, durch welche Mittel er eingreift und ob dieselben aus Dünnoder Dickdarm einwirken, trotzdem aber wird mit Salzen und Wässern, Pillen und Oelen fröhlich drauf loscurirt, als ob lediglich das Purgiren die Hauptsache wäre und es auf die Laxantien und das Maß ihrer Anwendung nicht weiter ankäme. Ebenso häufig wird auch bei Bekämpfung des Gegen- theiles der Verstopfung, des sogen. Durchfalles (Diarrhöe) durch falsche Selbstcuren gesündigt. Die Ursachen dieser Erscheinung können gleichfalls sehr verschieden sein und darum sind auch die Gegenmittel der Diarrhöe verschiedene, aber häufig fragt ein davon Befallener gar nicht weiter nach den etwaigen Ursachen dieser Krankheitserscheinungen, sondern fängt sogleich mit allen möglichen stopfenden oder zurückhaltenden Mitteln an zu „doctern", ohne viel danach zu fragen, ob dieselben in seinem Falle auch angebracht seien. Eine unzeitig oder gar gegen alle Jndicationen gestopfte Diarrhöe, sei es durch zusammenziehende, einhüllende oder ableitende Mittel, kann und wird aber ebenso gefährlich werden, wie die plötzliche Unterdrückung eines Schnupfens, eines Schleimflusses jeder Art, einer Hautabsonderung u. s. w. Es ist daher immer erst zu fragen, ob das Heilbestreben der Natur, welches sich in jolchen Absonderungen meist ausspricht, durch die gewaltsame Unterdrückung derselben nicht etwa gestört wird und dies zu beurtheilen, ist der Laie sicherlich nur in den wenigsten Fällen im Stande. Doch noch viele, viele andere Waffen ähnlicher Art führt der medicinische Laie durch solche Selbstcuren gegen seine eigene Gesundheit ins Feld, wenngleich unbewußt,- leider fehlt hier der Raum, um alle diese Begehungssünden anzuführen. Politik ihre nach jeder Seite hin selbständige Haltung unter Pflege der alten liberalen Grundsätze zu bewahren. Weiter erklärt die Resolution, es sei aus socialpolitischem Gebiete ein Ruhepunkt durchaus nothwendig, um die im letzten Jahrzehnt geschaffene einschlägige Gesetzgebung practisch durchführen zu können. Endlich betont die Resolution, daß die nationalliberale Partei auch ferner an dem Grundsätze sest- halte, wirthschaftliche Fragen dürsten politischen Parteien nicht als Grundlage dienen. Deshalb überlasse es die Partei in Fragen der Zoll- und Handelspolitik wie auch speziell hinsichtlich des deutsch-österreichischen Handelsvertrages jedem einzelnen ihrer Mitglieder, nach eigener Ueberzeugnng seine Entscheidung zu treffen. — Was den freisinnigen Parteitag in Frankfurt a. M., dem übrigens auch Vertreter der süddeutschen Volkspartei beiwohnten, anbelangt, so führte auf demselben der Reichstagsabgeordnete Funk den Vorsitz. Hauptredner waren die Herren Dr. Bamberger und Eugen Richter, von denen ersterer die Möglichkeit, ja sogar das Wünschenswerthe eines Zusammengehens der Freisinnigen mit dem linken Flügel der Nationalliberalen aus wahrhaft liberaler Grundlage hervorhob. Sehr zuversichtlich äußerte sich Herr Bamberger hinsichtlich der socialdemokratischen Gefahr, er meinte, die socialdemokratische Partei werde sich zu einer parlamentarischen Partei umgestalten und hiermit die sociale Frage eine friedliche Lösung erfahren. Die gefaßten -Beschlüsse gipfeln in der Erklärung, daß die freisinnige Partei auch fernerhin an ihren Zielen festhalten werde. Bezüglich der Getreidezölle erklärte sich der freisinnige Parteitag für eine sofortige Suspendirung derselben. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 1. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm in namentlicher Abstimmung mit 206 gegen 99 Stimmen die vom Herrenhause zurückgelangte Landgemeindeordnung mit einigen wenig erheblichen Aenderungen an. Morgen 11 Uhr: Sperrgeldervorlage. Berlin, 1. Juni. Der Colonialrath ist heute Vormittag 10 Uhr eröffnet worden und sofort nach Berathung der Geschäftsordnung in die Erörterung der ihm vorgelegten Fragen eingetreten. Von den die Baumwollen-Cultur, die Zulassung fremder Gesellschaften zum Gewerbebetriebe und die Concessionirung einer Eisenbahnlinie in Ostafrika betreffenden Fragen wurde jede einem besonderen Ausschüsse zur Vorberathung überwiesen. Die Ausschüsse werden morgen zur Berathung zusammentreten, die nächste Plenarsitzung findet am 3. ds. Mts. statt. Voraussichtlich wird auch an diesem Tage der Colonialrath vertagt werden. Kiel, 1. Juni. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin sind heute Vormittag 8 Uhr eingetroffen und wurden bei der Ankunft von I. K. H. der Prinzessin Heinrich von Preußen, sowie von der Prinzessin Henriette von Schleswig- Holstein begrüßt. Ferner waren Viceadmiral Deinhard und die Contreadmirale Mensing und v. Reiche zum Empfange Ihrer Majestäten anwesend. Die Allerhöchsten Herrschaften begaben sich sofort in das Königliche Schloß. Die im Hasen liegende Flotte salutirte die kaiserliche Standarte. Kiel, 1. Juni. Se. Majestät der Kaiser besuchte heute Morgen 11 Uhr das Flaggschiff des Manövergeschwaders „Baden". Gegen Mittag begaben sich Ihre Majestäten an Bord des Aviso „Greif", um der Jacht „Meteor" entgegen- zusahren. Beim herrlichsten Wetter salutirten die Kriegsschiffe die kaiserliche Standarte. Kiel, 1. Juni. Se. Majestät der Kaiser kehrte vor der Seefahrt Nachmittags 4 Uhr an Bord der Jacht „Meteor" zurück, gefolgt von dem Aviso „Greif" und 23 Jachten des kaiserlichen Iachtclubs. Während Ihre Majestät die Kaiserin und Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin Heinrich nach der Ankunft ans Land gingen, blieb Se. Majestät der Kaiser bis 5Vz Uhr aus dem „Meteor" und begab sich alsdann in das Schloß. Darum sei nur nochmals im Allgemeinen daran erinnert, wie häufig durch ein derartiges Selbstcuriren gerade das Gegen- theil von der beabsichtigten Erhaltung und Stärkung der Gesundheit erreicht wird. Zur Erhaltung seines organischen Wohlbefindens und vielleicht auch zur Beseitigung einzelner Mängel, die sich so oft mit bedingter Gesundheit verbunden vorfinden, braucht man durchaus nicht zu Experimenten zu greisen, welche ohne ärztlichen Beirath für den „Patienten" nicht selten bedenkliche Folgen nach sich ziehen, sondern man sollte nur einfach die alte Erfahrung beherzigen, daß eine naturgemäße Lebensweise und diätetisches Verhalten die besten Krankheitsverhüter sind. Glücklicherweise darf der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß das übertriebene Selbstcuriren und die mißbräuchliche Arzneifucht allmählich aufhören werden, je mehr das Volk einseben lernt, wie falsch oft feine Vorstellungen von Kranksein und Genesung sind und je nachhaltiger die Lehren der organischen Naturwissenschaft in das öffentliche Bewußtsein eindringen. Kein Arzneimittel heilt, das thut die Heilkraft des Organismus selbst und allein, das Mittel hat nur eine Wirkung und zwar nur in verhältnißmäßig seltenen Fällen eine directe. Meist äußert sich die Wirkung der angewandten Arzneimittel als eine mittelbare, hervorgegangen aus dem Conflicte der Arznei mit dem Organismus, wodurch Tier letztere zu seiner normalen Thätigkeit zurückgeführt werden kann, indem seine Naturkraft angeregt und geleitet wird. Hieraus dürste wohl jedem Verständigen erhellen, wie bedenklich unter Umständen die Anwendung selbst eines sonst als ganz „unschuldig" geltenden Hausmittelchens werden kann, wenn der Betreffende nicht versteht, Wirkungen und Folgen deffelbeu genügend zu beurtheilen- — darum: Vorsicht und Maß bei allen Selbstcuren, wenn man nicht gleich zu einem Arzte gehen will. Wien, 1. Juni. Die Ergebnisse der Berathungen der ersten Commission des Weltpostcongrefses über die Revision des Hauptvertrags liegen der Beschlußfassung des Congreßplenums vor. Sie betreffen unter Anderem die Unterdrückung des Rechtes der überseeischen Staaten auf höhere Recommandationsgebühr und gleichmäßige Zuschlagstaxe aller Staaten für Correspondenzen nach überseeischen Ländern. Von einer Aenderung der Seetransitgebühren wurde abgesehen, bezüglich Landtranfitgebühren wurde verdeutsche Vorschlag angenommen, wonach ein internationales Bureau untersuchen soll, ob es möglich sei, die Landtransitgebühren durch Ablösung abzuschaffen. Die dritte Commission, deren Vorsitzender Ministerialdirector Sachse (Deutschland) ist, beginnt am 3. d. M. die Revision des Postanweisungsübereinkommens. Rom, 1. Juni. Dem „Osservatore Romano" zufolge hat der Papst den Major Wißmann in voriger Woche bei der dem letzteren ertheilten Audienz zum Commendatore des Piusordens ernannt. London, l.Juni. Die Angestellten der Omnibus- und Pferdebahn-Gesellschaften Londons halten heute Abend eine Versammlung ab, um ihre Forderung betreffs des 12stündigen Arbeitstages zu formuliren. Für diese Woche sind für jeden Abend Versammlungen in Aussicht genommen, um die Angestellten zu organisiren. Ein Comite ist mit der Vorbereitung des Strikes beauftragt, falls sich ein solcher als nothwendig erweisen sollte. Konstantinopel, 1. Juni. Heute Nacht wurde der Orient- zug bei Tscherkeski von Räubern zur Entgleisung gebracht und überfallen. Die im Zuge befindliche Stangen'fche Reisegesell- schäft, bestehend aus deutschen Reichsangehörigen und einem Engländer, wurde von den Räubern abgeführt, welche ein Lösegeld von 200,000 Franken verlangen, zu deffen Beschaffung der Mitgefangene Banquier Israel (Berlin) freigelaffen werde. Der Botschafter Radowitz erhielt von dem auswärtigen Amte die Weisung, den Betrag unter Wahrung der Regrehpflicht gegen die türkische Regierung vorzuschießen. Einer Gefährdung der Gefangenen ist somit nach Kräften vorgebeugt. In den Händen der Räuber befinden sich Oscar Greger, Banquier Israel (Berlin), der Gutsbesitzer Moquet (Seigelsdorf), Oscar Kotzsch (Zörbig) und der Zugführer Freundinger. Die übrigen Passagiere sind ausgeplündert zurückgeblieben. Konstantinopel, 1. Juni. Die E n t g l e i s u n g des gestern hier abgegangenen Expreßzuges, den die Stangen'sche Reisegesellschaft benutzte, erfolgte bei Kilom. 116. Locomo- tive, Tender, Gepäckwagen und mehrere Waggons stürzten um. Dreißig Räuber, von einem Griechen geführt, rissen die Schienen auf; Bahnwächter und Passanten wurden, um eine Warnung zu verhindern, festgenommen. Durch den Unfall wurden nur mehrere leichte Verletzungen herbeigeführt. Ein Reisender wurde durch einen Flintenschuß schwer verwundet. — Zur Empfangnahme des Lösegeldes traf der frei- gelassene Banquier Israel heute Nachmittag 3 Uhr hier ein. — Der Botschafter Radowitz that sofort beim Sultan und der hohen Pforte die nötigen Schritte, um in erster Linie das Leben der Gefangenen zu sichern und fand hierbei eifrigstes Entgegenkommen. Israel wird mit dem Löfegeld nach Kirk-Kiliffe, dem von den Briganten zur Empfangnahme deffelbeu bestimmten Orte reifen. Die Räuber sind Griechen und keine Muhamedaner. Tokio, l.Juni. Der Attentäter des russischen Groß- fürsten-Thronfolgers wurde vom Reichsgericht des Mordversuchs für schuldig erklärt und zur höchsten Strafe, zu lebenslänglichem Zuchthaus, verurtheilt. Rio de Janeiro, l.Juni. (Meldung der Bureau Reuter). Der Ministerpräsident Marschall Deodoro Fonseca ist von feiner Krankheit wieder völlig hergestellt. totales unb provinzielles. Gießen, 2. Juni. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 4. Juni 1891, Nachmittags 4 Uhr : 1. Statistische Ermittelung der landwirthschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernte-Ertrags im Deutschen Reiche. 2. Beschaffung von Jsolirräumen, hier: Wasserversorgung und Herstellung der Telephonleitung. 3. Museum des Geschichtsvereins. 4. Pflasterung eines Uebergangs am Abgang der Krofdorserstraße. 5. Künftige Benennung der sogen. Wodestraße. 6. Erbauung einer Turnhalle bei der Realschule, hier: Vergebung von Arbeiten. 7. Einführung eines neuen Octroi-Reglements für die Provinzialhauptstadt Gießen. — In Steins Garten fand gestern Vormittag die 30. Versammlung des Verbandes der hesfischen landwirthschaftlichen Genoffenschaften unter Vorsitz des Verbandsvorsitzenden Herrn Kreisrath Haas-Offenbach statt. Als Vertreter der Regierung wohnten Herr Provinzialdirector Frhr. v. G a g e r n, sowie die Herren Regierungsrath I 0 st und Amtmann Nebel den Verhandlungen bei. Die Zahl der die im hessischen landwirthschaftlichen Genofsenschastsverbande vereinigten laud- wirthschaftlichen Consurnvereine, Spar- und Darlehenskassen, Molkereigenossenschaften usw. vertretenden Bevollmächtigten betrug ca. 50, außerdem nahmen an der Versammlung eine große Zahl von Interessenten vorwiegend der Landwirthschaft, mehrere Landwirthschaftslehrer 2c. Theil. Nach der Begrüßung durch Herrn Kreisrath Haas fand eine solche durch Herrn Provinzialdireetor Frhrn. v. G a g e r n statt, welcher conjtatirte, daß sich das landwirthschaftliche Genossenschaftswesen, trotzdem bedauerlicher Weise Vereine entstanden, die dem Verbände nicht angehörten, erfreulicher Weise gehoben habe und dem Wunsche Ausdruck verlieh, daß die Bestrebungen der Genossenschaften und des Verbandes immer mehr Anerkennung finden möchten. — Der vom Herrn Verbandsrevisor erstattete Jahresbericht sowohl wie die Rechnungsübersicht des Verbandes boten ein recht erfreuliches Bild genossenschaftlicher Thätigkeit, trotzdem von dem landwirthschaftlichen Genoffenschaftsverbande, da derselbe erst aus den drei Verbänden der landwirthschaftlichen Consumvereine, der Spar- und Darlehenskassenvereine und der Molkereigenossenschaften bereinigt wurde, nur über eine zehnmonatliche Wirksamkeit berichtet werden konnte. Ein gedruckter, das vorgetragene interessante Zahlenmat^ial enthaltender Rechenschaftsbericht wird den Genossenschaften, deren nunmehr 339 mit über 24 000 Mitgliedern bestehen, noch zugehen. Der Herr Vorsitzende dankte nach erfolgter Vorlage dieser Berichte allen Denen, die die Sache der Genossenschaft gefördert, insbesondere den Regierungsvertretern, den Landwirthschaftslehrern usw. — Aus dem hieraus zur Vorlage gebrachten Ergebnisse der bis jetzt durchgeführten gesetzlichen Revision ist ersichtlich, daß zwar im Allgemeinen die Geschäftsführung der einzelnen Genoffenschaften eine gute ist, in einzelnen Fällen indeß doch in Bezug auf Erfüllung gesetzlich vorgeschriebener Verpflichtungen sich noch Anstände und Mängel ergaben. — Die Berathung über den Entwurf einer Geschäftsordnung für die landwirthschaftlichen Genossenschaften wurde ausgesetzt, da der Entwurf den Genossenschaften zu spät zugegangen und deshalb nicht mehr berathen werden konnte. — Der letzte Punkt der Tagesordnung : Sicherung der von den Spar- und Darlehenskassen gewährten Credite durch Lebensversicherungspolicen, wurde von Herrn Amtmann Dr. B ü chmann behandelt. Herr Dr. Büchmann führte u. A. aus: Genossenschaft und Versicherung seien sich nicht fremd in Hebung und Wahrung wirthfchaftlicher Interessen; doch der Gedanke, daß auch die Lebensversicherung berufen sei, die Sicherung der Genossenschaften zu fördern, fei neu, beide, Versicherung und Genossenschaften hätten sehr viel zur Volks- wohlwahrt beigetragen. Die Sicherheitsleistung bei Darlehen aus Creditinstituten erfolgte seither durch Bürgschaft, Cau- tionsstellung durch Hypotheken und Hinterlegung von Werth- papieren ; die Regel fei die wechselseitige Bürgschaft, bei welcher sich indeß als empfchlenswerth erweise die Buchung der Höhe, bis zu welcher ein Bürge schon Bürgschaft geleistet habe. Was die Hinterlegung der Werthpapiere betreffe, so würde darin oft gefehlt, da vielfach unsichere Papiere hinterlegt würden- hier empfehle sich besondere Vorsicht. Die Hypothekensicherung sollte deßwegen ferngehalten werden, weil es sich gegenüber den Genossenschaften um Befriedigung des Personalcredits, nicht um Realcredit handle- auch Blanco-Credit sei nicht empfehlenswerth. Die Zulassung der Lebensversicherungspolicen als Sicherheitsleistung gegenüber Kreditgenossenschaften sei nicht schwierig- die Kassenvorstände sollten kein Bedenken tragen, gegen Hinterlegung von Policen Darlehen zu bewilligen, zumal wenn der Hinterlegung Cession der Polieen vorausgehe. Die Zulassung der Policen werde ein Sporn zur Sparsamkeit sein- wenn die Genossenschaften Policen als Sicherheitsleistung annehmen, dann sei es vielen kleinen Leuten, in deren Interesse doch die Genossenschaften wirken sollen, möglich, denselben beizutreten, namentlich würde dies den Bauernkreisen zu Gute kommen, die Sparsamkeit fördern, den bäuerlichen Besitz vor Zerstückelung bewahren, kurz die Policen würden eine werthvolle Sicherheit gegenüber allen financiellcn Fährlichkeiten bieten und in wohlverstandenem Interesse der landwirthschaftlichen Bevölkerung die Einführung . der Lebensversicherung fördern und diese den Genossenschaften dienstbar machen. Herr Amtmann Dr. Büchmann stellte nach Darlegung der Grundzüge dieser Neuerung den Antrag: Die Versammlung wolle beschließen, daß die zur Sicherung der von landwirthschaftlichen Genossenschaften gewährten Credite zu hinterlegenden Werthe, wie Hypotheken, Bürgschaft und Werthpapiere auf die Lebensversicherung ausgedehnt werden. Die Verbandsleitung sei zu ermächtigen, mit einer soliden Lebensversicherungsgesellschaft wegen Abschlusses von Verträgen sich ins Benehmen zu setzen. Nachdem von verschiedenen Seiten Bedenken gegen die Zulassung der Police als Sicherheit für gewährte Credite erhoben, auch die Schwierigkeiten bargelegt worden, die der Einführung der Lebensversicherung auf dem Lande entgegenständen, wird der Antrag, der besonders in den anwesenden Landwirthschastslehreren eifrige Befürwortung fand, angenommen. Den Verhandlungen folgte um 2 Uhr ein gemeinsames Mittagsmahl. -6. Wir machen unsere Leser auf das bei Herrn Otto Hochstätter in der Marktstraße ausgestellte imposante Porträt des Kaisers Wilhelm II. in prachtvollem Farbenlichtdruck aufmerksam. Das in gewaltigen Dimensionen gehaltene Bild ist eine Reproduction eines im letzten Jahre von dem bekannten Künstler Koner nach dem Leben gemalten Oel> Porträts Seiner Majestät, wie man sie wahrheitsgetreuer und feiner sich kaum denken kann. Man kann auf der Reproduction sogar ganz genau die Pinselführung des Künstlers verfolgen. Wir erblicken auf dem Bilde, dessen Original von dem Kaiser Sr. Excellenz dem Herrn Generaloberst v. Pape verehrt worden ist, den jugendlichen Monarchen mit einer halben Wendung nach vorn in dem Paradeanzug der Garde-du- Corps. Das Haupt ist unbedeckt und der sprechende Kopf„ an dem wir besonders die vorzüglich dargestellte Augenpartie hervorheben, dem Beschauer voll zugewendet. Die rechte Hand bat der Kaiser leicht in die Seite gestemmt, während die Linke den adlergekrönten Helm hält. Um den Hals trägt der Monarch den Orden pour le merite, über den Panzer zieht sich das orangegelbe Band des schwarzen Adlerordens. Das Bild ist in seinen colossalen Dimensionen ein prächtiger Wandschmuck für Offizierscasinos, Sitzungssäle und Vereins- locale. — Die Herren Carl Schwaab, Delicatessen-Hand- luiig und Georg Möhl, Metzgermeister dahier, wurden von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog zu Hoflieferanten ernannt. B. Jagdliches. Die Herren Jäger dürfte es wohl in- tereffiren, welche Jagdhunde hiesiger Besitzer bei der Internationalen Hunde-Ausstellung vom 27.—31. Mai in Frankfurt Auszeichnungen erhielten: 1) Treff-Gießen, kurzhaar, deutscher Hund, II. Preis - Besitzer: Ludwig Hoffmann, Gießen. 2) Im Preisschliefen für Dachshunde: Ratzmann'W., I. Preis - Besitzer: Ferd. Windecker, Gießen. 3) Wald- l'.og r ... <**■/*£ ■ Mf #ir* <Ä i.x, ^^etraaeyf *??? ?tttd,t' «Öen 'feuln8beionbert Ehrern hr,Si6”iffeber ®^£; I ’ÖjJefft ! “ e "°d Mmgii i ein’t > if^e"Se»»W 1 @enoffenfd)aften ^rat^en werden ’9: Sicherung "lassen qe- ^!icherungs° I ür> Büchmann u- $• aus -. Ge- 1 uicht jrmb in tc*; doch der 9 berufen sch bie '/ !ei neu, beide, viel zur Volks- ^ung bei Darlehen Bürgschaft, Cau- egung von Wech .e Bürgschaft, bei reise die Buchung rn Bürgschaft ge- der Werthpapierc iclsach unsichere Pa- i sich besondere Vor- j wegen serngehalten j senschaften um Be- S Realmdit bandle/ I th. Die Zulassung 1 Msleistung gegen- I cig/ die Kassenvor- I : Hinterlegung ve.i I m der hin'erlegM I lassung der Polm I icnn die Genosju. Den, dann fei c- I lod) bie &enofjen■* I treten, namentlich I] i, bieT^riMleir Mnng berochen, chechck gegenüber ^wohlverstandenem rung die Einführung den Genossenschajleu Küchmann stellte 'uetung den Antrag. die zur Sicherung fiert gewährten Cre^ *ten, Arglchast rsicherung aus- :u ermchügen, nut t wegen «W tzen. Wem;on gfiun8»«W ul bie SW ; ‘iss; Kr auf W ‘ttfilgf’ gltftnfttetS “ j^jja E-ß $r h°- " len ”llt Karde-d^ -.<1. Lnbe K°p > W wenl«,tl -'L-Ä atittnt, ®^|j tttf ite, tt6„ siblct»10'1':, un8 , ®eüe«ie"( -mann-W., I. Preis/ Besitzer: Ferd. Windecker. 4) Ratz- mann-W., II. Preis; Besitzer: Ferd. Windecker. 5) Schlüpfer- Gießen, Höchstlobende Erwähnung / Besitzer: C. Schwan jun., Gießen. Im Preisschliefen auf Dachs und Fuchs für Fox-Terrier: 6) Jake, gen. Jim, I. Preis/ Besitzer: Ernst Balser, Gießen. Letztere Rasse, für Jagdzwecke noch nicht so bekannte Hunde, arbeiteten mit ungewöhnlicher Schärfe. Das Würgen im Bau und Sprengen der Creatur war in diesem Schliefen nichts Ungewöhnliches. Es hat den diesem Schliefen beiwohnenden Jägern den Beweis geliefert, daß der Fox-Terrier ein vorzüglicher Hund auch :im Bau ist. Es freut uns, an dieser Stelle bemerken zu können, daß Gießen auch nicht in diesem Sport eine untergeordnete Stellung einnimmt. — Erledigte Lehrerstellen. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bonsweiher mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Wimpfen a. B. mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1300 Mk. Dem zu ernennenden Lehrer können die Functionen eines Oberlehrers an gedachter Schule übertragen werden. — Vom 1. Juni ab ist der Krebsfang in allen offenen Gewässern des Großherzogthums Hessen wieder gestattet. — Mit dem 9. Juni geht die für das Großherzogthum Hessen angeordnete Frühjahrs Schonzeit für Fische zu Ende. — Der Sommer bringt auch die Badesaison wieder zu Ehren. Ein Bad zur heißen Sommerzeit im kühlen Flusse oder Strome erfrischt den Körper und stählt die erschlafften Muskeln. Wer noch niemals ein Flußbad genommen hat, muß jedoch vorsichtig dabei zu Werke gehen und nur in vollständig gesundem Zustande damit beginnen. Die wichtigsten Regeln beim Baden sind folgende: Lege den Weg zur Badeanstalt im mäßigen Tempo zurück/ bei der Ankunft am Wasser erkundige dich zunächst nach der Strömung und den Terrain- vcrhältnissen / entkleide dich langsam, gehe dann aber sofort ins Waffer/ springe mit dem Kopfe voran ins tiefe Wasser oder tauche wenigstens schnell ganz unter, wenn du das nicht kannst oder magst/ bleibe nicht zu lange im Wasser, zumal wenn du nicht sehr kräftig bist/ kleide dich nach dem Bade schnell wieder an; mache dir nach dem Bade die gehörige Körperbewegung. Zu unterlassen ist das Baden bei Unwohlsein, nach stärkeren Mahlzeiten, nach durchwachten Nächten, bei heftigen Gemüthsbewegungen, sowie nach dem Genüsse geistiger Getränke. Kinder dürfen vor dem fünften Jahre kein Flußbad nehmen, denn kleine Kinder gedeihen, wie die jungen Pflänzchen, nur bei Wärme. Auch gehe man bei Kindern nicht plötzlich aus kalte Waschungen über, sondern erst auf lauwarme und ganz allmälig auf kühle und kalte. — In einem auswärtigen ärztlichen Verein kamen unlängst die großen Schäden zur Sprache, die der Genuß gekälteten, auf Eis liegenden Bieres erzeugt, die viel weitreichender sind, als man meint und die man vor der betr. Anwendung des Eises nicht kannte. Nicht nur die schlimmsten Magenleiden, Darmentzündungen re. kommen von dieser Ursache, sondern auch der in den letzten Jahren so häufige Herzschlag. Jndeß das Bier früher eine Temperatur von 8—10 Grad R. halte, ist es jetzt leider durch Eislagerung aus 3—4 Grad gekühlt und schadet dadurch sehr. Q Schotten, 1. Juni. Gestern Nacht machte eine bejahrte Frau durch Erhängen ihrem Leben ein Ende. Als Motiv zu dieser unseligen That wird langwierige Krankheit angenommen. -a- Maulbach, 1. Juni. Am verflossenen Donnerstag schied nach 18jähriger sehr segensreicher Wirksamkeit der hiesige Lehrer Schultheis, um in seinen neuen Wirkungskreis Schwalheim übe^zusiedeln. Wie sehr die Gemeinde die Verdienste des pflichttreuen Lehrers zu schätzen wußte, zeigte sich bei dem zahlreich besuchten Abschiedsessen, bei welchem dem Scheidenden vom Ortsbürgermeister ein prachtvoller, geschnitzter Sessel überreicht wurde. △ Merlau, 1. Juni. Nach getroffener Bestimmung findet am 19. Juli d. I. dahier das erste Bundesfest des Ohm-Lumda-Sängerbundes statt. Dem neugegründeten Bunde gehören bis jetzt 13 Gesangvereine an. Als Festplatz ist der historische Schloßplatz ausersehen. •/. Villingen, 1. Juni. Heute Mittag gegen 11 Uhr entlud sich über unserem Dorfe ein schweres Gewitter. Viermal schlug der Blitz in hiesigem Orte oder in unmittelbarer Nähe desselben ein, einmal in einen Viehstall, wo eine Kuh getödtet wurde. Sodann schlug der Blitz in das im Bau begriffene Schulgebäude, wo er die Mauer beschädigte. Zweimal schlug der Blitz noch, soviel bekannt ist, in Bäume ein. Ergiebige Regenmassen begleiteten das sich langsam in südwestlicher Richtung verziehende schwere Wetter. UennqCTU*« * Frankfurt a. DL, 1. Juni. Der Besuch der Ausstellung war am gestrigen Sonntage ein überaus lebhafter. Es mögen wohl nahezu 11 000 Personen ihre Eintrittskarten abgegeben haben. Der Gesammtbesuch in der zweiten Woche der Ausstellungsdauer erreicht die Ziffer von 33 111. Alle Besucher haben sich sehr befriedigt über die Fortschritte der Ausstellungs-Installationen ausgesprochen, die ihrer Vollendung immer näher kommen. Für den Monat Juni concertiren folgende Militärmusikcorps auf dem Ausstellungsplatze: Vom 1.—10. Juni das Königl. Sächs. Infanterie-Regiment Nr. 105/ vom 1.—3. Juni das 81. Infanterie-Regiment/ vom 11.—24. Juni das König!, bayr. 7. Infanterie-Regiment/ vom 4.—14. Juni das Königl. bayr. 1. Jägerbataillon / vom 15.—22. Juni das Badische Leib-Grenadier- Regiment Nr. 109 / vom 25.—30. Juni das Königl. Württemb. Infanterie-Regiment Nr. 123 / vom 23.—30. Juni das 81. Infanterie-Regiment. Von heute an wird die Maschinenhalle, die Eisenbahnhalle, die Halle für Electrochemie, diejenige für Medicin und Wissenschaft bis 10 Uhr Abends geöffnet. * Hannover, 31. Mai. Wie der „Hann. Cur." mit- theilt, ist das Befinden der im Stadtkrankenhause verpflegten Künstler vom Circus Carre den Umständen nach zufriedenstellend. Fieber ist bis jetzt bei den Schwerverletzten nicht eingetreten. Welch großes Gefühl der Solidarität unter den Circusbesitzern herrscht, beweist die Thatsache, daß anläßlich des großen Unglücks, welches die Circusgesellschaft Carrö betroffen hat, bei der Redaction des in Düsseldorf erscheinenden „Artist" Dutzende von Telegrammen und Briesen aus allen Ländern Europas eingelausen sind, in denen sich die größten Circustruppen zu jedem Opfer erbieten. * Zwischen Germersheim, Rastatt, Neubreisach und Straßburg werden gegenwärtig regelmäßig Brieftaubenposten eingerichtet und namentlich das Fliegen zur Nachtzeit mit verhältnißmäßig recht gutem Erfolge geübt. Diese Hebungen sind für Kriegszwecke in hohem Grade beachtenswerth. Wenn die Thierchen auch etwa der dreifachen Zeit wie bei Tage zur Zurücklegung der Reise bedürfen, so ist dafür die Gewähr der Sicherheit um so mehr gegeben. * Das Schöffengericht in Coburg hat in einer Privatklagesache eine Köchin und eine andere streitbare Dame wegen wechselseitiger Beleidigung wie folgt bestraft: Beide zahlen je 16 Mk. Strafe und die Hälfte der Kosten, also auch jede ihren Anwalt, und jeder wird die Befugniß eingeräumt, das Urtheil auf Kosten der Gegnerin zu veröffentlichen. Und da sage noch Jemand, daß es keine Gleichheit vor dem Gesetze gebe! * Eine anerkennenswerte Leistung auf dem Hochrade vollbrachte während der Pfingstseiertage ein Herr O. Tischbein von Weißenfels. Derselbe fuhr in der Zeit vom Samstag Morgen 4 Uhr bis Sonntag Nachmittag 5 Uhr von Hattenheim a. Rh. über Frankfurt, Hanau, Gelnhausen, Fulda, Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Naumburg nach Weißenfels, von wo aus er die Eisenbahn nach Halle benutzte, da der anhaltende Regen die Chauffee sehr aufgeweicht hatte. Die Gesammtstrecke ist 428 Kilometer — 57 deutsche Meilen. * Kant ging einst mit einem Freunde, der nach Königsberg gekommen war, ins Wirthshaus, um mit demselben zu Mittag zu speisen. Vor Kant stand eine Schüssel mit Gemüse. Ein ihm gerade gegenüber sitzender Gast, den er nicht kannte, ergriff die Pfefferbüchse und schüttete sie über das Gemüse aus, indem er sagte: „Dies Gemüse eß ich gern stark gepfeffert." Kant zog sofort seine Tabaksdose aus der Tasche und leerte sie über die Schüssel mit den Worten: „Und ich es gar zu gern mit Tabak." * Lehrlings-Weisheit. In ein größeres Weiß- und Seidenwaaren-Geschäft tritt ein Lehrling ein und der Chef verweist ihn an den älteren Commis, nach welchem er sich nur immer möglichst genau richten möge. Im Lause des Tages betritt eine Dame den Laden, die einige Meter Satin merveilleux zu kaufen wünscht. Der Commis legt ihr die Stoffe vor und die Dame äußert ihr Befremden über den im Verhältniß zu den Vorjahren so viel höher» Preis. „Jawohl, gnädige Frau", bestätigte der junge Mann, „das hat seinen Grund darin, daß die Seidenwürmer von Jahr zu Jahr seltener werden." In diesem Augenblick wird derselbe zu einer:Kundin gerufen und da die erstere Dame noch Schärpenband zu kaufen wünscht, muß der neue Lehrling einspringen. Die Dame ist wiederum erstaunt, auch hier eine Preissteigerung wahrzunehmen und fragt: „Das ist doch nur halbseidenes Band, wie kommt es, daß auch diese Bänder theurer sind, als früher?" „Das kommt einfach daher", erwiderte, seines Vorbildes eingedenk, der Lehrling mit selbstbewußtem Lächeln, „weil die Bandwürmer von Jahr zu Jahr seltener werden." Dorf*, »Uten, 2. Juni. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,90-1,00, Hühnereier 1 St. 2 St. 9—11 H, Enteneier 1 St. 5-6 H, 2 St. — A, Käse pr. St. 5-8 4, Käsemotte pr. St. 3 H, Erbsen vr. Ater 17 Ansen pr. Ater 28 H, Tauben pr. Paar X 0,90-1,20, Hühner pr. Stück X 1,50—1.80, Hahnen pr. St- X 1,50-2,30, Enten pr. Stück X 2,60—2,30, Ochsenfleisch pr. Vfd 70-74 A, Kuh- und Rindfleisch 60-64 A, Schweinefleisch 56- 64 H, Hammelfleisch 50—76 H, Kalbfleisch 50—56 Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6.50—7,50, Weißkraut pr. St. 3-7 H, Zwiebeln per Centner X 7,50—0.00, Milch per Liter 12—18 4 — In Oberhessen und Umgebung finden im Monat Juni u. A. folgende Märkte statt: Den 15. und 16. in Herchenhain Vieh- und Krämermarkt. Den 16. in Laubach Lieb- und Krämermarkt. Den 17. in Friedberg Vieh- und Krämermarkt, Herchenhain Viehmarkt, Wetzlar Vieh- und Krämermarkt. Den 18. in Butzbach Vieh- und Krämermarkt, Grünberg Vieh- und Krämermarkt, Marburg Schwetnemarkt. Den 19. in Lich Vieh- und Krämermarkt. Den 23. und 24. in Gießen Vieh- und Krämermarkt. — Patente von im Grotzh. Hessen wohnenden Erfindern. Patent-Anmeldungen. — Kl. 15, Mk. 7704. Doppel-Schnellpresse; Maschinenfabrik Worms, Job. Hoffmann in Worms. — Kl. 22, L. 5790. Verfahren zur Darstellung eines Orange-FarbstoffeS der Acridinreihe; A. Leonhardt u. Co. in Mühlheim. — Kl. 28, St. 2871. Gerboerfahren; Stark u. Co. in Weisenau-Mainz. — Kl. 36, B. 11,321. Beweglicher Kegelrost für Dauerbrandöfen mit Braunkohlenfeuerung; Buderus'fche Eisenwerke in Hirzenhainerhütte, Station Htrzenbain, Oberbessen. — Kl. 44, D. 4691. Spornbefesti» flung; Fried. Darlry und Christ. Kliffmüller in Offenbach. Patent- Ertheilungen. — Kl. 22, Nr. 57,429. Verfahren zur Darstellung eines braunen Disazofarbstoffes aus p-Amidoacetanilid und m-Pheny- lendiamin; K. Oehler in Offenbach a. M.; vom 30. November 1890 ab. — Kl. 53, Nr. 57,350. Vorrichtung zum Einpökeln von Fleisch; I. Fey in Offenbach a. M.; vom 10. August 1890 ab. — Kl. 59, F. 5262. Einrichtung zum Entleeren von Pumpen mit schwingendem Kolben; Franz Frölich in Worms, Martinsgaffe 10. — Kl. 64, Nr. 57,315. Tropfenfang für Gefäße mit Klappdeckel und Flüssigkeitsverschluß; H. Steinlein in Pfungstadt bei Darmstadt; vom 9. September 1890 ab. — Kl. 64, Nr. 57,292. Neuerung an Flüsfigkeits- verschlüsfen für Gefäße; H. Steinlein in Pfungstadt bei Darmstadt; vom 9. September 1890 ab. Literatur — Das jüngste, 20. Heft der beliebten reich illustrirten Famllim- Zeitschrift »Univetfnw* enthält folgende Beiträge: „Radu Gleva", ein Roman aus Rumänien von Marco Brociner. „Drei Tage in Warschau" von I. Th. Btns mit Original-Illustrationen von Alb. Richter. „Bekommt es den Preis?" Nooellette von Gustav Burckard. „Jugenderziehung im nächsten Jahrhundert", von einem practischen Schulmann. „Pfingsten", Gedicht von Victor Blüthgen. „Derblinde Musiker", Erzählung von Wladimir Korolenko. „Generalfeldmarschall Moltke" von Dietrich Theden. — Rundschau, Miscellen, Räthsel rc. Von den Illustrationen sind als ganz hervorragend zu erwähnen: „Ins Freie" von E. Meißner (Lichtdruck). „Bei der Arbeit" von F. Gräffel. „Ein Wiedersehen" von I. Wismajr. Porträt des Generalfeldmarschall Graf Moltke. — Der Preis für jedes Heft ist nur 50 Pfg. — Ein Volks- und Nationalwerk im besten Sinne des Worts erscheint soeben im Süddeutschen Verlags-Institut in Stuttgart. Es ist die neue Auflage der »Illustrirten Geschichte Deutschlands^ mit Bildern nach den Gemälden der ersten deutschen Künstler (69 Hefte ü 40 Pfg.). Das Werk bietet den Entwicklungsgang der deutschen Geschichte von sagenhafter Vorzeit an bis auf die heutigen Tage in volksthümlicher spannender Darstellung; ein Bilderschatz von über 1000 Illustrationen erhöht den Werth des Buches bedeutend, freilich wo Namen wie Anton von Werner, Richter, Menzel, Braun, Bleibtreu, Camphausen, Piloty u. A. vertreten sind, bedarf es keiner Empfehlung. Die „Jllustrirte Geschichte Deutschlands" ist hinsichtlich Textumfang, sowohl als Bilderzahl das vollständigste und am reichster, illustrirte Werk über die deutsche Geschichte und kann daher als ein prächtiges Haus- und Familienbuch warm empfohlen werden. Die Anschaffung ist durch den äußerst billigen Preis sehr erleichtert. 5d?iff»nacSrid?tett. Bremen, 1. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Kaiser Wllhelm II., Capitän L. ©tormer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. Mai von Bremen und am 21. Mai von Southampton abgegangen war, ist vorgestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Haupttreffer Frc. 400,000« Geringster Treffer Ire. 400 bei der ■ Ziehung am 1« Juni ■ der 4498 Türken-Loose. «ÄU Gießen, Stets vorräthig bei Frankfurt a. M. Marktstr. 4. Schulhof & Co. Zeil 69. Auch auf Theilzahlungen ohne bes. Zuschlag. Unübertroffen in Feinheit u. Milde u. seit zehn Jahren bewährt. 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Das Concursverfahren über das Vermögen der Heinrich Konrad Geibsl Wittwe zu Hof Ludwigshöhe bei Leihgestern wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Gießen, den 27. Mai 1891. Großherzogliches Amtsgericht. Landmann. 5127 Keügeöotenes. 51481 Eia noch sehr gut erhaltenes hohes Zweirad billig zu verkaufen. Zu erfr. Restauration Bob, Neustadt 11. Mittwoch den 3. Juni, Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Bieker'schen Saale — Neustadt — Möbel aller Arten, Betten, Uhren, zwei Hobelbänke, Nähmaschinen, Cigarren u. a. versteigert Geißler, Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Vogt. Uhrkette verloren. 5143] Dem Finder gute Belohnung. Fr. Klein, Südanlage 21, H. | Mittwoch den 17 Juni, Nachmittags 2Vr Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Balthaser Emmerich Eheleute« in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 27 Nr. l87i* - 392 Meter Haus, Schuppen und Hofraum in der Stephansmark an der Selters- Versteigerung. In Folge freiw. Anstehens bringt der unlerzeichnere Gerichtsvollzieher Donnerstag den 4. Juni, Vormittags 9 Uhr, auf der Reumühle bei Beuern folgende Gegenstände zur Versteigerung: ca. 300 Ctr. Steinkohlen, 1 voll- ständ. Bett, 1 Regulator, 2 Tische, Bänke, Stühle, Vorhänge, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, oersch.Küchen- gerathe und Porzellan, 2 Bettstellen, 1 Kleiderschrank, eine Hobelbank, eine Quantität Heu und Stroh, Mist, eine Egge, 2 Leitern und andere Gegenstände. WerMieröungM. Südanlage 16 Wohnung, 1 7 Zimmer mit Zubehör und großem Garten, ebenso eine Mansarden-Woh- «u«g an eine ruhige Familie (auch getrennt) zu vermietben. [5086 L. W. Plank, Neustadt 13. Mittwoch den 17. Nachmittags £i/2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Christian Petri dritter Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 27 Nr. 962-/i'o - 173 Meter Hof- raithe in der Stephansmark jenseits der Wteseck auf das Bruch, Flur 27 Nr. 96-s/ioo — 227 Meter Grab- garten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 5. Mai 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A-: Vogt. 4332 Hoszgelverhebung Künftigen Freitag den S. Juni d. I., von Vormittags 9 bis Nachmittags 2 Uhr, soll eine weitere Erhebung von Freiherrlich von Rabenau'schen Holzgelderu in der Wirtschaft des Herrn Karl Ranft in Beuern stattfinden. Londorf, 1. Juni 1891. Mittwoch den 1. Juli l. I., Nachmittags 2Vs Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Johann Adam Hermann Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur II Nr. 64Vio — 862 Meter Acker Laggärten am Wismarer Weg, Flur II Nr. 64Vw — 250 Meter Hof- raithe daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 19. Mai 1891. 5162] In meinem Neubau, Asterweg 52, ist der untere, mittlere und obere Stock, bestehend aus je 4 Zimmern mit allem Zubehör, per 1. Juli zu vermiethen. ___H. Ruckstuhl II., Asterweg 50. 5154] Kl. Logis, 2 Zimmer, Küche mit allem Zubehör, zu verm. Neustadt 27. | Näheres Bahnhofstraße 51, III. garten daselbst, Flur 27 Nr. 3»/10 — 50 Meter Wiese daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 5. Mai 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Vogt. 4331 D. Tramsen, Frau ß. Tramsen, Gesanglehrer, Concertsängerin, Gartenstratze 38, I Courwbcricht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Kraussurler BZrse vom 2. Juni 1891. Schlußcourfe 1 Uhr 15 Min. 5155] Kl. Logis (Hinterh) per 1. Juli zu vermiethen- Schillerstraße z3, U. 5149] Ein kl. Logis an eine einzelne Person zu vermiethen. Sonnenstraße 11. 5141] Mansardenlogis, vier Zimmer mit Zubehör, an ruhige Leute^ zu vermiethen in der Nordanlage. Näheres __Asterweg 43. 4822] Erster Stock, vier Zimmer mit Zubehör, in der Goethestraße Nr. 16 zu vermiethen.___________Wilh. Seipp. 5130] Eine Familien-Wohnung zu ver- miethen. Teufelslustgärtchen 5. 30/0 Reichsanleihe 3Va°/o do. 30/0 Preuß. ConsolS 3ft,o/g do. Hackspahne verkauft L. Kohlerwaun, 5139___________Bleichstraße 12. Eieruhren mit Glockerrffgnal! Einzig richtig gehende Eieruhr empfehlen [5138 Moritz Gregori & Sohu. Junger Luxushund Z von Leonberger und Dogge, Vs Jahr alt, männlich, klug, treu und von schönem Wuchs und Farbe, steht preiswürdig zum Verkauf, und werden Liebhaber zur Besichtigung eingeladen. Nieder-Gemünden. Karl Freytag, Holzwaarenfabrikbesitzer. 5150] Eßkartoffelu zu verkaufen. ____________________Sonnenstraße 11. 5146] Schöne Mineralien billig zu verkaufen. Gartenstraße 38, I. Etage- Oberhesfische Bahnen. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erweiterung des Bahnwärterhauses Nr. 11 bei Großen-Buseck, veranschlagt zu 754 JL, soll auf dem Wege des schriftlichen Angebotes vergeben werden. Plan und Voranschlag liegen auf der Station Großen- Buseck zur Einsicht auf, während Offerten bis zum 6. Juni d. Js. an den Unterzeichneten einzureichen sind. Alsfeld, den 31. Mai 1891. Der Großherzogl. Eisenbahnbaumeister: ____________Schobert.________5135 Verdingung. Die Herstellung von 630 qm Kopfsteinpflaster auf dem Bahnhofe Heldenbergen und die Lieferung der dazu erforderlichen Materialien soll im Ganzen oder getheilt öffentlich vergeben werden. Hierzu ist öffentliche Verhandlung auf Mittwoch den 10. Juni, Vormittags 11 Uhr, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten anberaumt. Angebctsformulare können gegen freie Einsendung von 0,50 von hier bezogen werden. Marburg, den 28. Mai 1891. Königliche Eisenbahn - Bauinspection. Schwamborn.__ 5099 Submission. Zur Vergrößerung des Maschinenhauses in dem hiesigen Schlachthofe sollen nachstehende Arbeiten vermittelst Vermischte Anzeigen. Schützenhof, schöner N.O. geschützter schattiger Garten, ged. Kegelbahn, große ger. Localitäten, feinstes Franks. Bier, gute Speisen und Weine, Mittagessen 60 und 80 prima Wett. Aepfelwein empfiehlt 5128 Achtungsvoll C. Drübiug. 51311 Theile meiner werthen Kundschaft hierdurch mit, daß Niemand befugt ist, auf meinen Namen Arbeit zu übernehmen, !da ich Bestellungen und Aufträge persönlich entgegennehme und bestens ausführe. Hch- Neumann, Schleifer. Biffeuberg b. Wetzlar, seit 10 Jahren schon in Gießen u. Umg. thätig Gründ! 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Juni 1891 von Vormittag- VVr Uhr an zu Gießen in dem Prell’fctien Laden, Kreuzplatz Nr. 5, läßt die Firma Emil Lewin aus Offenbach a. Main durch den Unterzeichneten wiederum, wie am vor- hergegangeuen Tage: tineu weiteren Posten Tischdecken, Gardinen, Weckeruhren u. Teppiche, worunter BelourS-, Smyrna , Axminsters- und BruxelleS-Teppiche, eine große Partie guter und besserer Cigarre« und Cigarrette«. öff«otltch gegen Baarzahlung versteigern. Donnerstag den L. Juni 1891, von Morgens 9y2 Uhr an, M Gießen in dem Prell'sche« Laden, Kreuzplatz Nr. 5, läßt Herr Emil Lewin aus Offenbach nochmals einen großen Posten Tischdecken, Teppich« — worunter hochfeine B«lour-, Axminster-, Swyrna- nnd Brüffel-Teppich« —, sodann eintu Posten Weckeruhren, sowie eine große Parti« g«t«r und besserer Cigarren u«d Cigarretten. durch den Unterzeichneten gegen Baarzahlung öffentlich versteigern. 5140 Engel, Gerichtsvollzieher. ineralwässer frischer Füllung | Emser, Selters, Fachinger, Salzschlirfer, Friedrichshaller- und Hunyadi-Janos-Bitterwasser etc. • Rasche Lieferung aller weniger gebräuchlichen Wässer. • Mineral-Pastillen, Quellsalze, Quellsalzseife. Badesalze, Mutterlaugen, als Nauheimer, Kreuznacher, Seesalz etc., sowie alle sonstigen 447g T B a d e ■ Z u t h a t e n “Empfiehlt die OTTO SCTTA AF Giessen ! Drogen-Handlung von Seltersweg 39. 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Uebrigens dürfte es für Einsender sehr gut sein, wenn derselbe im Besitz von ahn- lich-n Grau- und Weiffkalkbrücheu, «$t allein in Qualität, sondern auch in Quantität wäre. 5152 « Weiss III. 5157 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Bourkarde. Danksagung. Für die so zahlreichen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem Ableben unserer lieben unvergeßlichen Mutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Iran Margarethe Bourkarde sagen wir Allen, insbesondere auch Herrn Pfarrer Dingeldey für die tröstenden Worte am Grabe, den tiefgefühltesten Dank. Gießen, Dortmund, Bonn, Rodheim a. d. Bieber, 1. Juni 1891. 5121] Lauffrau gesucht. i 5160] Eine tüchtige Lauffrau gesucht. BiSmarckstratze 6, Part. 1 Bismarckftraße 11, II- Kedattion-, A- Schetzda. — Druck und Verlag der Brühl'sche« Druckern (Fr. Chr, Pietsch) in Gießen, Mr tzEUe WmmwM «Mstzi K DsHE, Mittwoch den 3. Juni (Siebener Anzeiger. Beilage zu Rr. 125. - 1891. Ueber Bienenweide. Vortrag, gehalten auf der Versammlung des Gießener Bimmzüchter- Vereins zu Hornsheim von H. Weyl in Wieseck.*) Wenn nach des Winters langer Zeit die milden Frühlingslüfte wehen und der wohlthätige Einfluß der Sonnenstrahlen auf unsere Erde immer fühlbarer wird, wenn die Vegetation von Tag zu Tag sich reichlicher entwickelt, wenn der Raps das Feld mit einem gelben Festbande ziert und die Erde sich „blühende Kränze ins Haar flicht", dann beginnen die fleißigen Bienen ihre Blumensahrten. Nichts hält sie im Stocke zurück, fröhlich summen sie hinaus- denn für sie wird nun der Tisch von Neuem gedeckt und Floras Länder, deren Zahl von Woche zu Woche sich mehrt, sind bereit, den Bienen ihren Tribut zu spenden. Das Vorhandensein von Honig- oder Bienennährpflanzen in einer Lage oder Gegend nennt man die Bienenweide oder Tracht. Man unterscheidet die Frühtracht, welche die Zeit des Frühjahrs umschließt, die Sommertracht, welche um Johanni beginnt und bis zyr Getreideernte währt und die Herbst- oder Spättracht, wozu man die Blüthen des August und September rechnet. Ferner redet man von einer natürlichen und künstlichen Tracht. Zur ersten gehören alle wildwachsenden Pflanzen- letztere wird gebildet durch diejenigen Pflanzengattungen, welche von dem Menschen gesät, angebaut oder angepflanzt werden, wie z. B. Raps, Esparsette, Buchweizen, Linden, Akazien re. Es unterliegt keinem Zweifel, daß in solchen Gegenden, in denen ein Mangel an den für die Bienen nöthigen Pflanzen sich nicht fühlbar macht und die zugleich von einem milden Klima begünstigt sind, die Bienenzucht von lohnendem Erfolge begleitet sein muß. Weiter ist es keine Frage, daß die Resultate derselben ergiebiger sind, wenn man durch künstlichen Anbau ein reicheres Vorhandensein der Honiggewächse herbeisührt. Wie gewinnbringend gestaltet sich z. B. für die Viehzucht neben dem natürlichen Wiesensutterbau die künstliche Futtergewinnung durch Futterkräuterbau auf dem Felde! Aehnlich verhält es sich mit der Anlage zweckentsprechender Bienenweide, die, in der rechten Weise zur Ausführung gebracht, den Bienen eine frühere oder spätere Sammelzeit ermöglicht. Es gibt ja Gegenden, in denen es im Frühjahre, andere, in denen es im Sommer oder Herbst an der erforderlichen natürlichen Tracht mangelt. Da ist es am Platze, durch Anlage künstlicher Weide Abhilfe zu schaffen, damit die in der Sammelzeit befindlichen höchst nachtheiligen Lücken zweckmäßig ausgesüllt werden können. Wo eben die Natur den Bienen nicht zu Zeiten den Tisch reichlich deckt, da muß der Imker das- Seine thun und die Weide verbessern, d. h. er muß die Früh-, Sommer- und Spättracht im Flugkreise der Bienen möglichst zu vereiuigen, lückenlose zu verbinden suchen. In wald- und heidereichen Gegenden ist auf natürliche Weise für Bienentracht hinreichend Sorge getragen; die vielen Zierblumen und Zierbäume in den Gärten, an den Straßen und auf den öffentlichen Plätzen der Städte sind reiche Honig- auellen. Und welch unermeßlicher Honigreichthum ist in den Gegenden für die Bienen ausgespeichert, wo Gärtnereibetriebe im Großen vorhanden sind und der Anbau von Handelspflanzen in ausgedehntem Maßstabe geschieht. Wo aber die Bodenfläche immermehr urbar gemacht und für bestimmte Zwecke ausgebeutet wird, da geht gar manche Bienenpflanze verloren; da ist es erforderlich, auf künstliche Ansaaten Bedacht $ Wenn ich nach diesen einleitenden Betrachtungen nun der Frage näher trete: „Aus welche Weise läßt sich eine Verbesserung der Bienenweide, bezw. eine zweckmäßige Vereinigung der Früh-, Sommer- und Spättracht erzielen?" so antworte ich: Zunächst durch vermehrte Anpflanzung entsprechender Baumgattungen und Straucharten auf freien Plätzen, Kirchhöfen, an Flußusern, Häusern, Bergabhängen, Böschungen, Wegen 2C., sodann durch das Ausstreuen von Samen em- und mehrjähriger honigender Pflanzen, aus Wiesen, Rainen, Kleefeldern und vielen anderen Orten, ferner durch das Bebauen einer entsprechenden Fläche mit Esparsette, Buchweizen u. dergl. Seitens des Bienenzüchter-Vereins und endlich durch die Unterstützung der Landwirthschaft und Obstbaumzucht. Landwirthschaft, Obstbaumzucht und Bienenzucht muffen Hand in Hand gehen, sie ergänzen, unterstützen sich wechsel- seitia. Von diesen drei Zweigen der landwirthschaftlichen Thätiqkeit gilt das Dichterwort: „Alles muß ineinander areifen, eins durch das andere gedeihen und reifen! und das andere: „In der Kräfte schön vereintem Streben zeigt sich erst das rechte Leben." Die Herren, welche Landwirthe sind, möchte ich auf drei Cultur- und zugleich Honigpflanzen aufmerksam machen und dieselben zum Anbau empfehlen. Diese sind: Die Esparsette, der weiße Klee und der Sommer- f met£)ie Esparsette ist eine höchst schätzbare Futterpflanze, durch welche man aus unfruchtbarem Bergrücken viel kostbares Heu ernten kann. Sie verlangt emen kalkigen Untergrund, der in unseren Lahnbergen fast überall vorhanden ist. Die Wurzeln gehen tief in die Klüfte der Kalkfelsen, holen ihre Nahrung in der Tiefe und bereichern damit die' Oberfläche. Durch den Esparfettenbau wird daher das Feld bereicher^ die flache Ackerkrume beträchtlich vertieft, der Kalkfelsen durch die starken Wurzeln mürbe gemacht und somit einer sthnelleren Verwitterung entgegengeführt. Sie kann längere ^ahre anhalten, jedoch gedeiht sie sobald da nicht wieder, wo sie einmal gestanden hat. Rachsam ist es, sie mit Asche, Thomasphosphat- mehl oder Compost zu düngen, wodurch selbstverständlich der Ernteertrag gesteigert wird. Man sät sie im Frühjahr unter Hafer oder Gerste- scharfes Eggen ist sehr zuträglich. *)Hrd aus Wunsch der Versammlung veröffentlicht. Der weiße Klee, auch wilder Klee genannt, liebt einen feuchten und etwas lehmigen Boden. Wegen seines dichten Standes gibt er einen Schnitt, der in Quantität dem ersten Schnitt des Rothklees fast gleichkommt, in seiner Nahrhaftigkeit den letzteren aber weit übertrifft. Er nimmt mit geringerem Boden vorlieb als der Rothklee, namentlich kann er die Nässe besser vertragen. Dazu kommt, daß er alle drei Jahre auf demselben Stück wieder gesät werden kann. Noch besser eignet sich der weiße Klee, wenn er, mit Grassamen vermischt, zur Anlage neuer Wiesen benutzt wird. Der Sommersame wird von Ende Mai bis Ende Juni auf gut zubereitete Aecker gesät und gibt meistens werthvolle und sichere Ernten. Zwar liefert er nicht den Ertrag des Winterrapses, doch dürfte sich sein Anbau insbesondere in diesem Jahre empfehlen, weil der Raps infolge des kalten Winters fast gänzlich zu Grunde gegangen ist. Die Landwirthe werden freilich sagen: „Wir sollen säen und arbeiten für die Bienenzüchter, was thun diese denn für uns?" Dem Anscheine nach ist die Ansicht richtig, allein ich habe vorhin schon angedeutet, daß Landwirthschaft, Obstbaumzucht und Bienenzucht von einander abhängen. Wenn Sie zur Zeit der Obstbaumblüthe einen Gang ins Freie machen, so finden Sie, daß Tausende von Bienen in den üppig schwellenden Blüthen emsig summen und schwirren. Nehmen Sie eine Biene in die Hand, dann bemerken Sie an den steisen Härchen der Beine und des Leibes ein rot weißgelben Staub, das ist der Blüthenstaub, das Befruchtende der Blüthe. Bei dem emsigen Herumkriechen auf der Blüthe und bei dem beständigen Wühlen in derselben blieb dieser Staub hängen und wird nun von dem Thierchen nach anderen Blüthen gebracht- und es müßte doch wunderlich zugehen, wenn diese Pollenkörnchen nicht mit irgend einer Narbe in Verbindung kämen. Was die eine Biene thut, das thun Tausend und Millionen andere. Ohne Bienen erfolgt die Befruchtung nur selten und mangelhaft. Bedenkt man dazu, daß die Biene ihre Nahrung in der Entfernung von einer Stunde noch sucht, also etwa eine Quadratmeile befliegt und zahllose Blumen besuchen muß, um nur ein Pfund Honig zu sammeln, so ist der Vortheil, den die Bienenzucht der Landwirthschaft bringt, nicht hoch genug anzuschlagen. Ich erinnere mich, einmal gelesen zu haben, daß in Australien angepflanzte Obstbäume trotz des fleißigsten Blühens nur wenig Früchte getragen und erst dann solche in reichem Maße angesetzt hätten, nachdem die dortigen Baumbesitzer den Rath befolgt und sich Bienenvölker hätten kommen lassen. Wie bei den Bäumen, so besorgen die Bienen auch bei den meisten übrigen Pflanzen die Befruchtung. Fragen Sie nur die Gärtner über diesen Punkt, warum sie den Bienen Einlaß in ihre Gewächshäuser gewähren! Und nicht umsonst dichtete Goethe: „Ein Blumenstöckchen vom Boden hervor War früh gesprosset in lieblichem Flor; Da kam ein Bienchen und naschte fein, Die müssen wohl beide für einander sein." Wenn der Besitzer eines Rapsfeldes reichliche und volle Körner in den Schoten findet, so ist das in erster Linie nur den Bienen zu verdanken, die so geschäftig von der einen zu der anderen gelben Traube den befruchtenden Staub hintragen. Und was die gelben Blüthen zu spenden haben, bemerkt man an den dicken, gelben Höschen, mit denen die Bienen heimkehren und kann es auch als glänzende Flüssigkeit in den Stöcken sehen. Wer wollte noch verkennen, daß die Bienenzucht für die gesammte pflanzliche Bodencultur von unberechenbarem Nutzen ist und deshalb ihre Hebung im Interesse eines Jeden liegt! Nicht minder ist sie auch ein Hebel zur Veredlung des Menschen. Der Altmeister Dzierzon sagt in dieser Beziehung: „Der Umgang mit Bienen erweckt in jedem empfänglichen Gemüth Geschmack an den Werken der Allmacht und den Wundern der Natur, und wer an der Natur Gefallen hat, ist sicher kein böser Mensch." Wohl hat Derjenige recht, der das Verslein: „Wo man singt, da laß' Dich ruhig nieder- böse Menschen haben feine Lieder" auch aus die Imker in Anwendung gebracht hat und sagt: „Wo Imker sind, gesell' Dich froh zu ihnen; Böse Menschen haben keine Bienen." * Hamburg, 24. Mai. Eine seltsame Erbschasts- geschichte wird hier erzählt. Vor einigen Jahren starb in Schleswig der Königliche Kriegsrath Nielsen, der allgemein als Feind der Ehe bekannt war. Vor seinem Tode vermachte er seinem Diener und seiner Köchin je 20000 Kronen mit der Bestimmung, daß das Erblheil des einen Theils dem anderen zusallen soll, sobald der Diener oder die Köchin eine Heirath eingingen. Kaum war der Kriegsrath tobt, so hatten die beiden Erben nichts Eiligeres zu thun, als gemeinschaftlich zum Traualtar zu schreiten- das junge Ehepaar zog alsdann nach Hamburg, wo es bereits seit sechs Jahren seine Wohnung hat. Kürzlich erfuhren die in Kopenhagen wohnenden Verwandten des Kriegsraths Nielsen, daß die Erben sich verheirathet hätten- sie forderten sofort die Rückzahlung der 40000 Kronen, da durch die Heirath die Bestimmung des Testaments verletzt worden sei. Der frühere Diener und die ftühere Köchin behaupten dagegen, daß sie ihren Verpflichtungen vollständig nachgekommen seien- denn er (der Diener) habe, als er sich verheiratete, seine 20000 Kronen an die Köchin abgetreten, und diese habe gleichfalls ihr Erbtheil, der Bestimmung gemäß, dem Diener übergeben. Die Angelegenheit gelangt demnächst zur gerichtlichen Entscheidung- aus den Ausgang ist man gespannt. * Von einem kühnen „Pump" wissen die Annalen der Universität Jena zu berichten. Zu Anfang des Sommerhalbjahrs 1864 kamen auf einer ziemlich ausgedehnten „Spritzfahrt" vier Cartellbrüder der „Thuringia" nach Jena und hielten sich nur kurze Zeit auf „F. P.“ (Fremden-Pump) auf. Es kam dabei gleich am ersten Tage zur Sprache, daß sie Geld gebrauchten, das ihnen zur Verfügung gestellt wurde - aber die Herren wollten einen Philister „anpumpen" und — wie S., jetzt Arzt in Hamburg, sagte — „wenn es der Großherzog selber wäre". Ueber diese tolle Idee flogen die Worte hin und her- S. schlug eine Wette vor, daß er selbst den Pump beim Großherzog, als dem Rector der Universität Jena, „risciren" wolle, und — die Wette wurde angenommen. Am anderen Tage fuhr man nach Weimar, S. erhielt mit seinen drei Corpsbrüdern die nachgesuchte Audienz fofort und trug sein Anliegen dem Großherzog, den er mit „Ew. Magni- ficenz" anredete, vor. Sie wüßten nicht, wohin sie sich wenden sollten, rechneten auf die bekannte Güte des „Herrn Rectors" und versprächen auf Ehrenwort, die Schuld mit 25 Thalern binnen acht Tagen zurückzuzahlen. Dieses unverfrorene Verlangen mußte den Großherzog weidlich amüfiren, ^er lachte viel, ließ sich in ein längeres Gespräch mit den Studenten ein und wies den anwesenden Kammerherrn an. ihnen in seinem Namen gegen Ehrenschein 25 Thaler auszuzahlen. S. stellte den Schein aus, erhielt das Geld und hatte seine Wette gewonnen. Die 25 Thaler mitsammt Ehrenschein erhielt S. aber, nachdem er sein Wort glücklich eingelöst, zurück und zugleich ein Schreiben, in dem der „Herr Rector" S. nur bitten ließ, auf sein Wohl zu trinken und — die Quelle nicht zu verrathen, da er sonst wohl häufiger, als ihm lieb sein würde, „angepumpt" werden könnte. * Amerikanisch. Aus Chicago meldet ein Telegramm: „Ein reicher Bürger von Chicago hat dem Welt-Ausftellungs- Ausschusse den anscheinend ernstgemeinten Vorschlag unterbreitet, das Colosseum in Rom zu kaufen und es in einzelnen Theilen nach Chicago zur Welt-Ausstellung zu bringen. Der Unternehmer versichert, eine Gesellschaft zu vertreten, welche über 200 Millionen Dollars versügt und schätzt die Kosten der Verwirklichung seines Gedankens auf 40 Millionen Dollars." — Sollten sich nicht auch ein paar „wohlhabende" Amerikaner finden, welche das Geld für eine Uebersührung der Alpen oder des Rheines nach Chicago zur Verfügung stellen? verkehr, Canb* unb volkLwrrthfchaft. Frankfurt a. M., 1. Juni. Der samstägige S ch weine - markt tm städtischen Viehhof war befahren mit 435 fetten Thieren und 84 Zuchtferkeln. Fette Schweine hielten die seitherigen Preise; Ferkel wurden verhandelt: fünf- bis sechswöchige zu 10—12 JL, sieben- bis achtwöchige zu 15 JL per Stück, doch fehlte die Kauflust und wurde nicht viel abgesetzt. Citeratu» »nd — .Neueste Erfindungen und Erfahrungen" auf den Gebieten der practtschen Technik, der Gewerbe, Industrie, Chemie, der Land- und Hauswirthschaft rc. (A. Hartlebens Verlag in Wien). Pränumerationspreis ganzjährig für 13 Hefte franco 7.50 Mark. Einzelne Hefte für 60 Pfg. in Briefmarken. Von dieser gediegmen gewerblich-technischen Zeitschrift erschien soeben das sechste Heft ihres XVIII. Jahrganges, das wie gewöhnlich einen Reichthum an nützlichen und wichtigen Belehrungen jeder Art für Gewerbetreibende und Techniker enthält. Eine geschickt redigirte Uebersicht der neuesten Fortschritte aus allen Gebieten menschlicher Thätigkeit läßt die Zeitschrift für Jedermann lehrreich und anregend erscheinm und machen wir besonders Freunde der technischen Gewerbe auf die werthvolle Lectüre aufmerkfam. Die Redaction vermittelt auch in geschicktester Weise den Verkehr ihrer zahlreichen Leser durch einen in jedem Falle Auskunft gebenden Fragekasten, durch Besprechung neuer Patente, literarischer Erscheinungen rc. Zahlreiche Illustrationen bilden eine Hauptzier der in jeder Hinsicht vortrefflichen Zeitschrift, welche wir hierdurch nur erneut Jedermann zum Abonnement ihres kürzlich begonnenen achtzehnten Jahrganges bestens empfehlen können. — Moltke vor Paris. Mit einer wohlgelungmm, wirkungsvollen Lichldruck-Reproduction des Harrach'schen Bildes eröffnet die illustrirte deutsche Zeitschrift „Zur Guten etmtbe* (Verlag: Deutsches Verlagshaus Bong, Dominik & Co., Berlin W. 57) ihr neuestes Heft (Preis 40 Pfg.), das in feiner reichen Ausstattung, sowohl illustrativ wie textlich wieder Zeugniß davon ablegt, wie Redaction und Verlag bemüht bleiben, ihr Blatt auf der Höhe zu erhalten, auf die es sein literarischer wie künstlerischer Inhalt gehoben hat. A. O. Klaußmann erzählt uns das Leben Dr. Strousbergs, Friedrich Rühle behandelt die räthselhafte Erscheinung der Fisch- fluthen, Sigmar das Gedankenlesen im Salon. Daneben laufen die großen Romane Hermann Heiberg, „Todsünden" und C. Karlweis, „Ein Sohn seiner Zeit". Gustav Falke ist mit einem stimmungsvollen Gedicht verttelen. An Illustrationen bringt das Heft: Henrik Nordenberg „Junges Leben", I. Kleinmichels „Der erste Schritt", G. Eberlein „Flötenspielerin", R. Poetzelberger, „Eine Rose", Tamburini „Rasirtag", „Ansichten der Umbauten am Mühlendamm in Berlin", ferner den „Löwenritt im Circus". Besonders werth- volle Kunstbeilagen sind außer dem oben erwähnten Lichtdruck Moltke vor Paris: C. Niczky „Erwartung", I. Leisten „Musikprobe". Ferner liegt als Gratisbeigabe die neunte Lieferung der Klassiker-Bibliothek bei, welche die von Hans Looschm vorzüglich illustrirte erste Lieferung von Goethes „Hermann und Dorothea" bildet. Spitlplan der vereinigten frankfurter Ltaüttheater. OpernhanA. Mittwoch den 3. Juni geschloffen. Donnerstag den 4.Juni: Cavalleria ruaticana. Vorher: Hamlet (1. u. 4. Act). (Ophelia: Fräulein Blätterbauer als Gast.) Zum Schluß: Ballet-Diverliffement. Große Preise. Freitag den 5. Juni: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Faust (2. Theil.) Außer Abonnement. Anfang 6 Uhr. Samstag den 6. Juni: Die Hugenotten. (Königin: Frl. Blätterbauer als Gast.) Gewöhnliche Preise. Sonntag den 7. Juni: Gastspiel der Frau Ende-Andrießm. Tristan und Isolde. (Isolde: Frau Ende-Andrießen.) Große Preise. Schanfpielhang. Mittwoch dm 3. Juni: Letztes Gastspiel des Fräulein Gisela Fischer und des Herrn Felix. Gasparone. (Sora: Frl. Fischer. Conte Erminio: 'Herr Felix.) Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 4. Juni: Abonnement-Vorstellung für einen ausgefallenen Mittwoch. Minna von Barn Helm. (Franziska: Fräulein Drucker als Gast.) Gewöhnliche Preise. Freitag den 5. Juni geschlossen. Samstag dm 6. Juni: Die Haubenlerche. (Lme: Frl« Drucker als Gast. Gewöhnliche Preffe. Sonntag den 7. Juni: Die Sonne. Gewöhnliche Preise. genil»* Ärosc eine Droscj Reglements 1878 in 5 Gietzr hcheb Seit nach Mögli Verpflegung währt hat. Station ir burschen h wird gege sonstige V wird also ständig fer eine Weit richtet m dringend ge W M an Arbeit? seits zu wohner G das Almo die um I zu üertoei1 Gieß *wl & guävai Äoflta Betr.: 1 q $«86 an die Dieje Abverdienh im Mckstar acht Tagen , Darr wmmlung teitagec wurden h gewählt n neter Dr. Ingelheim , Terli wngene (j ^ch den h ^gepliinr *«cteUt i su' a6et 5 N' ft'1'"-®; M li J“1 Mt