(104.46 104.80 dv. 100.16(100.65 \t 85.10 56.80 64.60 97.30 97.10 82.9a 99.35 65.30 100.50 99.20 66.25 100.25 24./IY. 80.50 91.95 94.10 103.15 24.30 48.- 93.45 1./V. 78.40 91.- 98.20 103.1» 24.10 49.50 93.40 85.60 51- 64.10 91.30, 97.30 83.50 do. !t Gold. ),(Salrk.) rs Silber mLM hn . . v Ämb. aö gaint !.Sec.stfr. «*•* & 3 OgsvlM .215.-1214.25 mKeisier, Bnlntng. 278.40 276.- nMwerte jl 73.s0j l73.ro nnöom •88il89 Gold- Abahn- L.A.. 5.1880r , di- * * Wl»”""!?8.®' A, 01n)od)( i5Vhc datz die L v^ende •teiyX Ach. Ä*** - g*: l1W«: w* . \ . ( »4.«\ «5.« 1 toW \ 101.30 loi-3“ toi'. J- 20 2^ 1C4 20 104.20 MSL nvö. tzurldlgton ! 0 82.55 •927.y! KK>'« - M-Z-- »Ä- s auf ^2 Uhr wR g*#*»** . « . 166.30 166.80 150,20 149.99 100.40 100.65 ml. . . 146.60 147.26 Crediib.. 104.- 103.90 Verein . 100.- 99.75 minsbm! 126.70 126.40 Mr. 102. Zweites Blatt. Sonntag den 3. Mai 1891 Sn nchheiM täglich, Au-nahmr deS Wtontag». SHt GieHenri »•■iCiteSriltet dem Lnzeiger ^üch«Ultch dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Wnzeiger. S5t' m ,»,m II ! I Uli 11 1 ■SÄHK Afftffjr löc «lmo»cm-»urcaux de» I«. tmb LuANmde» «*** ^UWUUCUWUW«. «nreigeu für den .Gießener Anzeiger- entgeh ....•jj.iir.i... j.u. l_ j iijl-.il L i 11 i rhiiwii ii im— Feuilleton. Der schwarze Heinz. Eine Wilddieüsgeschichte aus dem Erzgebirge. Von P. B. (Nachdruck verboten.) Am Abend eines schönen Spätherbsttages war im Extrastübchen des Gasthofes „Zum Erbgericht" in Hennersbach, einem stattlichen Erzgebirgsdorfe, eine lebhafte Herrengesellschaft versammelt, die sich das vortreffliche böhmische Bier des Wirthes tüchtig schmecken ließ. Die Herren waren die Gäste des Oberförsters und Verwalters vom Hennersbacher Staatsforstreviere, des Herrn Gebhardt, bei einer zweitägigen Jagd gewesen und die erzielten günstigen Resultate derselben trugen nicht zum Wenigsten zu der bei der kleinen Tafelrunde herrschenden munteren Stimmung bei. Die lebhafte Unterhaltung berührte in ihrem Verlaufe auch das wohl selten in einer Jägergesellschast fehlende Thema von der Wilddieberei und einer der Gäste, der Fabrikbesitzer Schmelzer aus der Stadt Z., wandte sich mit der Frage an den «eben ihm sitzenden Oberförster: „Wie stehts denn eigentlich in hiesiger Gegend mit den Wilddieben, Herr Oberförster? Ich sollte meinen, daß bei den ausgedehnten Waldungen und dem Wildreichthum, welchen sie enthalten, die Gegend wie geschaffen wäre, um Wilddieben das Handwerk zu erleichtern?" Der Angeredete blies langsam den Rauch seiner Cigarre von sich und erwiderte dann: „Hm, vor etwa noch zehn Jahren, da hätten Sie Mcht haben können, denn damals war es in unseren Wäldern allerdings nicht geheuer und die böhmischen Wilddiebe wechselten in ganzen Trupps bis zu uns herüber. Ich war zu jener Zeit kaum erst auf die Hennersbacher Stelle vom Niederlande aus versetzt worden und sand für mich ganz neue Verhältnisse vor, gerade auch was das Treiben der Wilderer anbelangt. Mein Vorgänger, der alte, gute Hettermann, hatte die Dinge eben zu sehr gehen lassen und ich wußte nun Ordnung schaffen, was sich nur durch scharses Auftreten gegen die übermüthig gewordenen Kerls ermöglichen ließ. Na, ich drückte gehörig durch und in den letzten Jahren haben wir hier gerade nichts Auffälliges mehr von der Wilddieberei bemerkt." „Aber die Bekämpfung des Unwesens ist doch sicherlich nicht ohne einige Zusammenstöße zwischen Ihren Leuten und den Wilddieben abgegangen?" srug Schmelzer aufs Neue. „Gewiß nicht," sagte der Oberförster, „und ich denke, mein braver Unterförster Polter wird Ihnen und den anderen Herrschaften besonderen Aufschluß hierüber geben können. Er sitzt mit meinen Gehilfen und den Treibern drinnen in der großen Wirthsstube und erlauben Sie mir wohl, daß ich ihn hercitire." Gebhardt erhob sich und verließ die Stube, um gleich darauf in Begleitung eines schon älteren, aber noch sehr rüstigen Mannes in der Kleidung der unteren Forstbeamten zurückzukehren. „Hier, meine Herren," bemerkte der Oberförster, „ist Untersörster Polter, er kann Ihnen ein hübsches Abenteuer erzählen, das er mit Wilddieben hatte, und das Ihnen eine Idee davon geben dürste, wie es damals in unserer Gegend zuging." Polter, dessen von einem schmalen Backenbart umrahmtes, wettergebräuntes Gesicht den Stempel von Intelligenz und Energie aufwies, mußte sich zu den Herren an den Tisch setzen, wo ihm Schmelzer eine Cigarre präsentirte, während der Wirth auf einen Wink des Oberförsters ein Glas schäumendes Böhmisch vor ihn hinstellte, und nachdem Polter die Cigarre angezündet, begann er mit seiner Erzählung: „Eigentlich könnt ich von mehreren Geschichten berichten, die ich mit Wilddieben hatte, aber ich weiß schon, was der Herr Oberförster meint, 's ist der Fall mit dem „schwarzen Heinz" und den will ich Ihnen vortragen, so schlecht und recht ichs kann. Der „schwarze Heinz" also war der verschlagenste und verwegenste Wilddieb weit und breit und hieß mit seinem richtigen Namen Heinrich Dotzauer, aber wohl nur die Wenigsten kannten ihn unter diesem Namen und allgemein hieß er eben nur der schwarze Heinz, nach dem großen schwarzen Bart, den der Kerl trug, und seiner dunklen Gesichtsfarbe so genannt. Es sind nun bald acht Jahre her, daß ich vom Bärensteiner Revier hierher nach Hennersbach versetzt wurde und es dauerte nicht lange, so gerieth ich das erste Mal mit dem „schwarzen Heinz", dem ich nach dem Auftrag des Herrn Oberförsters nachspüren sollte, zusammen. Der Heinz kriegte hierbei von mir einen Streifschuß ab, entkam aber und Sie können sich denken, daß mir der Mensch von dem Tage an spinnefeind war, zumal ich außerdem einen seiner besten Freunde und Kameraden beim ÄZildern erwischt hatte, der dann später längere Zeit brummen mußte. Von mehreren Seiten wurde mir versichert, der „schwarze Heinz" habe geschworen, es mir eintränken zu wollen, und da ich den rachsüchtigen und entschlossenen Character des Kerls kannte, so beobachtete ich auf meinen Reviergängen von nun an besondere Vorsicht — sie half mir aber doch nichts!" Der Erzähler nahm aus seinem Bierglase einen kräftigen Schluck und fuhr dann fort: „An einem schönen Novembertage — gerade so prächtig wie wir ihn heute haben — beging ich den nördlichsten Theil unseres Reviers, der gute drei Stunden von Hennersbach I entfernt liegt — und setzte ich mich schließlich auf einen I Baumstumpf, um mein Frühstück zu verzehren. Da fühle ich mich plötzlich von rückwärts von kräftigen Armen umschlungen und im nächsten Augenblick lieg ich im Moose, während ei« paar Kerle auf mir knieen, die mich blitzschnell an Händen und Füßen knebeln, so daß ich wie ein Sack daliege - zum Ueberfluffe steckten mir die Kerle auch noch ein Tuch in den Mund. Dann sprangen sie auf und betrachteten mich höhnisch, — gerechter Gott, es waren der „schwarze Heinz" und einer seiner Cumpane, einer der berüchtigsten Holzdiebe von Hennersbach. Nachdem sie mich eine Weile triumphirend gemustert, sagte der „schwarze Heinz" : „Na, Förster, — das war ein glücklicher Zufall, was? Muß ich doch gerade heut mit meinem lieben Beckenfritz hier drüben an der Siebenhaide Zusammentreffen und wie wir noch miteinander schwatzen, wer kommt da langsam auf dem alten Schlag hergestiefelt? — meiner Seel, der Herr Unterförster von Hennersbach! Wir geschwind ins Dickicht und dann Dir immer nachgeschlichen — 's war wirklich gut, daß Du heut Deinen bissigen Dächsel, den verfluchten Waldmann, nit mit hattest, denn der hätt uns freilich gemerkt. So aber ging alles ganz gut und jetzt bist Du in meinen Händen — nun können wir miteinander abrechnen!" Polter schwieg einen Augenblick, um sich die ausgegangene Cigarre wieder anzuzünden, und erzählte dann weiter: „Ich brauche den Herren wohl nicht extra zu versichern, wie mir zu Muthe war, da ich mich völlig [in die Hände rachsüchtiger Feinde gegeben sah, erwartete ich doch jede» Augenblick, daß der „schwarze Heinz" mein Gewehr — er selber schien außer einem starken Stock keine Waffe bei sich zu führen — ergreifen und mir eine Kugel durch den Kopf jagen würde. Aber es kam anders. Nachdem sich der Wilderer mit seinem Gefährten eine Weile flüsternd unterhalte« hatte, nahm er mein Gewehr und meine Waidmannstasche und hing sich beides über, dann gab er dem Beckenfritz einen Wink und schweigend beugten sich die Kerls zu mir nieder, hoben mich auf und trugen mich weiter in den Forst. Auf einer kleinen Waldwiese, aus deren Mitte sich einsam eine alte, abgestorbene Lärche erhob, machten sie Halt und es wurden mir nun die Fesseln an den Füßen zerschnitten, gleich darauf packten mich jedoch die Schufte von Neuem und schleppte« mich nach dem Lärchenbaum, an den sie mich so fest anbanden, daß ich kaum ein Glied zu rühren vermochte. Darauf nahm mir der „schwarze Heinz" das Tuch aus dem Mund, es einsteckend, und sagte: „Den Mund wollen wir Dir wieder frei machen, damit Du wenigstens mit Dir selber reden kannst, Wenns Dir vielleicht ein bischen einsam werden sollte. Na, also gehab Dich wohl, Förster, und laß Dir die Zeit nicht zu lang werden!" Höhnisch lachend nickte mir der Elende noch zu und war mit dem Beckenfritzen dann bald in dem Dickicht verschwunden." (Schluß folgt.) Provinzielles. — Den Gründern der in recht erfreulicher Weise allerorts in's Leben tretenden Spar- und Darlehnskafsen, eingetragene Genossenschaften mit unbeschränkter Haftpflicht, wird von einem offenbar mit diesen segensreichen Gründungen nicht einverstandenen Einsender der Vorwurf gemacht, daß sie die Interessenten irrig belehrten und auf Befragen sogar gesetzwidrige Auskünfte gäben, indem sie erklärten, „man könne ohne alles Weitere zwei Kassen angehören." Es wird dann behauptet, es widerspreche dies dem Genossenschafts-Gesetz und es sei selbstverständlich, daß man mit seinem ganzen Vermögen nur einmal haften könne u. s. w. Ein Blick in das Genossenschafts-Gesetz, die Begründung zu demselben, sowie die Musterstatuten des Allgemeinen Verbandes der landw. Genossenschaften des deutschen Reiches genügt, um die Unrichtigkeit der in einigen Blättern erschienenen „vor ungesetzlichen Handlungen warnenden" Notiz dar- zuthun. Nach § 66 des Genossenschafts-Gesetzes kann ein Genosse wegen der Mitgliedschaft in einer anderen Genossenschaft, welche an demselben Orte ein gleichartiges Geschäft betreibt, zum Schluffe des Geschäftsjahres ausgeschlossen werden. Aus Vorschuß- und Creditvereinen kann die Ausschließung wegen der Mitgliedschaft in einer anderen solchen Genossenschaft auch dann erfolgen, wenn die letztere ihr Geschäft nicht an demselben Orte betreibt. Die Ausschließung kann also unter gewissen Voraussetzungen erfolgen, ein Verbot der Betheiligung bei mehreren Genossenschaften gibt es nicht und kann es auch nicht geben. Die Mitgliedschaft bei mehreren verschiedenartigen Genossenschaften läßt sich in keiner Hinsicht beanstanden; es ist auch nicht so „selbstverständlich, daß man mit seinem ganzen Vermögen nur einmal haften kann", wie der Einsender jener Zeilen glaubt, der sich berufen fühlt, die Gründer von Sparund Darlehnskafsen aufzuklären und vor ungesetzlichen Handlungen zu warnen. Nach diesem Prineip wäre es auch unzulässig, daß Jemand mehr wie einmal Bürgschaft leistete. In Anbetracht, daß die Betheiligung bei mehreren gleichartigen Genossenschaften sehr wohl einem berechtigten Be- dürfniß entsprechen kann, wurde ein Verbot der Betheiligung bei mehreren Creditgenossenschasten nicht in das Genossenschafts-Gesetz ausgenommen, vielmehr nur der Genossenschaft ein Recht zur Ausschließung eingeräumt. Die Musterstatuten des Allgemeinen Verbandes der landw. Genossenschaften des deutschen Reiches bestimmen: „Jedes Mitglied der Genossenschaft hat die Pflicht, weder mittelbar noch unmittelbar an einem gleichen oder ähnlichen Unternehmen ohne Genehmigung der General-Versammlung sich zu betheiligen." Bei Gründung der Spar- und Darlehns- kassen wurde von der General-Versammlung jedesmal der Beschluß gefaßt, „daß der Genossenschaft Beitretende, wenn sie zur Zeit einem gleichen oder ähnlichen Unternehmen angehören, nicht verpflichtet sind, diese Mitgliedschaft aufzugeben." Es ist erwiesen, daß bei der heutige» Gesetzgebung und den damaligen Einrichtungen unter Anlehnung an den Verband der hessischen landw. Genossenschaften die Errichtung von auf eine politische oder Kirchengemeinde beschränkten Spar- und Dar- lehnskassen überall da durchführbar und warm zu empfehlen ist, wo sich noch Männer finden, die bereit sind, ihr Theil dazu beizutragen an der Förderung des Volkswohls und der Hebung der wirthschaftlichen Wohlfahrt ihrer Mitbürger. Fast in jeder Gemeinde wird eine Spar- und Darlehns- faffe entstehen. Sollte man nun Personen, welche sich an eine Creditgenossenschaft in einem benachbarten, vielleicht meilenweit entfernt liegenden Städtchen nur darum angefchloffen haben, weil bislang in der eigenen Gemeinde eine derartige Genossenschaft nicht bestand, ausschließen von den Vortheilen, die sich ihnen dadurch bieten, daß sie nunmehr nur noch mit Angehörigen ihrer Gemeinde zusammen die Verbindlichkeiten der Genossenschaft zu tragen haben, daß sie sich in ausgiebigster, zur Sicherheit des Geschäftsbetriebes erheblich beitragender Weise an der Verwaltung des Vereins betheiligen und daß sie außerdem ohne Zeitverlust, ohne Transport- und Zehrkosten ihre Geldgeschäfte int Ort machen können? Als selb st der stündlich betrachten wir es, daß die Ortseinwohner sich der int Ort befindlichen Spar- und Dar- lehnskasse anschließen/ es ist aber durchaus nicht ersord erlich, daß Ortseinwohner, welche bereits Mitglied einer anderen Genossenschaft sind, diese Mitgliedschaft erst aufgeben müssen, bevor sie der Orts-Spar- und Darlehnskasse beitreten. Selbstverständlich dagegen ist, daß nach den gesetzlichen und statutarischen Bestimmungen ein Mitglied, welches von seiner Mitgliedschaft bei zwei Kassen einen nicht gutzuheißenden Gebrauch macht, aus der Genossenschaft ausgeschlossen werden kann. Der Beschluß auf Ausschließung eines Genossen kann nach dem erwähnten Musterstatut nur durch die Generalversammlung bewirkt werden, und zwar nur, wenn mindestens 3/< der in der Generalversammlung erschienenen Genossen dem Ausschließungsbeschluß zustimmen. Karl Ihrig, Verbandsrevisor. Vermischtes. * Aus der letzten Stunde Moltkes wird der „Nat.-Ztg." Folgendes mügetheilt: „Es ist interessant, daß selbst in dem traulichen Kreise der Familie Moltke der nie Besiegte auch als Sieger Abschied nahm. Seine letzte Whistpartie endete Wormser Dombau-Geld-Lotterie Hauptgewinn 75,000 Mark. Loose ä 3 Mark (Porto und Liste 10 Pfg.) versenden [2862 Gebrüder Henrich, Wetzlar. für ihn mit einem „großen Schlemm", also der höchsten Gewinnpartie. Darnach erhob sich Moltke und mit den Zeigefingern übereinander streichend, äußerte er voll scherzhaften Siegesbewußtseins-. „Etsch, Etsch! Wat segt hei nu tau süne Supers?" Dies war eine Lieblingsredensarr von Moltke. Sie bezog sich auf eine bekannte Episode aus der Schlacht bei Leuthen: Friedrich der Große hatte die Mannschaft eines Regiments kurz vor der «Dchlacht gescholten und sie als Säufer bezeichnet. Rach gewonnener Schlacht, als das Regiment mit eroberten Standarten an dem König vorüberzog, hoben die Soldaten ihre Beutestücke in die Höhe und riesen dem König zu: „Wat segt hei nu tau süne Süpers?" * Unter den verschiedenartigen Kopfbedeckungen der Neuzeit nimmt der Cylind er eine exclusive Stellung ein, denn er ist nicht nur die bevorzugte Kopfbedeckung der vornehmen Welt, sondern wird auch allgemein bei allen festlichen Gelegenheiten getragen. Man hat ihn zwar schon zu wiederholten Malen in den Bann gethan und ganz abschaffen wollen, wie seinen Leidensgefährten in dieser Beziehung, den Frack, mit dem er so oft vereint das starke Geschlecht schmückt, aber allen diesen gegen seine wahlberechtigte Existenz gerichteten Versuchen hat er bis jetzt erfolgreich getrotzt. Er ist nämlich noch gar nicht sehr alt und hat daher wohl auch noch Anspruch auf ein längeres Bestehen. Denn es sind erst hundert Jahre her, daß er sich seines Daseins erfreut. In diesem verhältnißmäßig kurzen Zeitraum hat er sich allerdings schon gar manche Veränderungen in der Form gefallen lassen müssen, und er ist auch heute noch sehr in Bezug auf seine Gestalt der Mode unterworfen. Ebenso dient er der Spottlust häufig als Zielscheibe, wie seine verschiedenen Spitznamen bezeugen, von denen „Angströhre" der bekannteste und am weitesten verbreitete ist. WaS diese gewiß hoch poetische und zugleich so tief empfundene Benennung zu bedeuten hat, darüber giebt den Wißbegierigen ein hübscher Aufsatz „Vom Chlinder" von A. Schroot in dem neuesten, 19. Hefte des beliebten Familien-1 blattes „Jllustrirte Welt" (herausgegeben von Professor Joseph Kürschner, redigirt von Wilhelm Wetter, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) die nöthige Aufklärung. Der amüsant geschriebene Artikel bringt auch sonst noch verschiedene hübsche Anecdoten über diese vielverleumdete männliche Haupteszier, so daß er auch Freunden heiterer Lectüre eine angenehme Unterhaltung bieten wird.__ Landwirthschafttiche Winke und Rathschläge. △ V«S Oberheffen, Ende April. Man spottet ost in den Zeitungen über die banale Redensart: Die Sltesten Leute erinnern sich nicht mehr, daß das und das pasfirt sein soll. Vom heurigen Winter, der hoffentlich definitiv abgezogen ist, darf man aber wirklich jene banale Redensart mit Recht aiv wenden, denn so etwas war factisch seit zwei Menschenaltern nicht mehr da. Dem Einsender liegen Aufzeichnungen vor, welche zu Ansang der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts beginnen, also nahezu durch 70 ^ahre hindurch reichen. Während dieser Zeit hat es oft harte und lange Winter gegeben. Besonders sei des 1879/80er Winters Erwähnung gethan, an dessen üble Folgen wir im Hinblick auf den gewaltigen Schaden, den die Obstbäume erlitten, noch heute leiden. Die strenge Kälte jenes Winters und vieler anderer wurde jedoch immer von milden Wochen unterbrochen, so daß Mensch und Thier wieder aufathmen konnten. Anders der 1890/91cr Winter! Er begann, wie auch in dieser Leitung berichtet wurde, am 26. November mit 6 Grad Kälte und dauerte bis zum 25. April, also volle fünf Monate saft ohne jede Ausnahme. Ungemein interessant ist es, daß dieser frühzeitige lange, strenge, harte Winter von Wetterkundigen bereits im August und September vorigen Jahres sehr bestimmt voraudgesagt wurde. Pflanzen und Thtere brachten so deutliche Vorzeichen, daß Derjenige, welcher Sinn und Verftändniß für solche Dinge besaß, mit einiger Sicherheit urtheilen konnte. Grade diese Zeitung brachte eine ganze Reihe von Mittheilungen, z. B. über das Verhalten der Bienen, über den Wegzug der Vögel, über das Verhalten des Heidekrautes, der Vogelbeere und verschiedenes Andere. , „ Der denkende Landwirth versäume nicht, seine Aufmerksamkeit auch ans solche Punkte rn richten und sich Aufzeichnungen zu machen, sie werden sich lohnen. , . , Zur gegenwärtigen Lage übergehend, bemerken wir, daß an manchen Orten, wo der large Winter die Winterfrüchte vernichtet, den Klee sebr geschädigt und die rauhe seitherige Witterung noch nichts wachsen ließ, förmliche Muthlosigkeit eintreten wollte. Dies herrscht da, wo die kleinen Leute Pachtgrundstücke bebauen. Der Verdienst ist gering, Säfrucht und Beftellungskosteu für Winterfrüchte sind verloren; die Preise für He*n.- mrttt. - Die russtichm >m W 1890. - We t - ntutt Stowt - liier Kalender. - lieber - MckW SMaW. IS*«** M: a»=lt