1891 Nr. 102 Erstes Blatt. Sonntag den 3. Mai Der ftfeftettet K«zei-er erscheint täglich, Bit Ausnahme deS Montags. Die Gießener V««ittenvtL1ter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-MnzWger. Vierteljähriger Kbonnementspreis 2 Mark 20 Pfg. mft Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedtttos und Druckerei: -ch»tstr«tze Ar.'»« Fernsprecher 51 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen. - —-- .. . II । I. -I . dl - - L.J». ■ --M. *L. J~m U»;! -------... . . —1. .1---------- *■■■ .!. 11.L. . ' II. ■ ,1 f..... Knnahm. ton «njeieen zu brr N°chmiN°g« für dm (4wrttic.R°ncm.»urmuk de« In- und «u,lande, nehme« w„ :w™ Tag erfchnnmdm Nummer bi, «°rm. 10 Uhr. ^IdTlSDCTiagC. ^(limUeilVLUUCC. Anzeigen für den .Gießener Luz.iger- mtgegm. 2lmtlid?er Theil. Gefunden: 1 Schraubenzieher, 1 Cigarren - Etui, 1 Metermaß, 1 Geldstück, 2 Portemonnaie» mit Inhalt, 1 Uhr- kette, 1 Messer, 1 Kette, 1 Schirm, 1 Vergrößerungsglas. Gießen, den 2. Mai 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutsche- Reich. Darmstadt, 29. April. Durch Entschließung vom 1. d. M. hatte der Groß Herzog den Bataillonen der im Mobilmachungsfalle zu formirenden Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 49 und Nr. 50 Fahnen verliehen und bestimmt, daß die feierliche Uebergabe derselben an die Truppen während der Einübungsperiode der Landwehrmannschaft vom 21. bis 30. ds. Mts. stattfinden solle. Die Uebergabe hat nun heute Vormittag aus dem Jnfanterie-Exercierplatz an die hier zusammengezogenen Landwehr-Uebungs-Bataillone stattgesunden. Zu dem Ende wurden durch eine Compagnie des 1. Groß- herzogl. Jnsanterie-(Leibgarde-)Regiments Nr. 115 mit der Regimentsmusik die Fahnen von dem Geschäftszimmer der General-Adjutantur Vormittags 8^ Uhr abgeholt, wobei dieselben von älteren Landwehr-Unteroffizieren der Uebungs- Bataillone getragen wurden. Währenddem hatten die drei Landwehr-Uebungs-Bataillone 115, 117 und 118 unter dem Befehl des Generalmajors Lademann aus dem Exercierplatz in einem nach der Stadt geöffneten Viereck Ausstellung genommen. Nach dem Eintreffen aus dem Platze formirte sich die Fahnen-Compagnie in Linie, so daß sie der Mitte des Bataillons 115 gegenüberstand, und nahm die drei Fahnen, in einem Gliede sormirt, zehn Schritte vor die Mitte. Hieraus erfolgte die Uebergabe der Fahnen durch den Divisions-Commandeur, den General-Lieutenant von Bülow mit einer Ansprache, an deren Schluß ein Hurrah ausgebracht wurde. Demnächst wurde die Nationalhymne gespielt, worauf sich die Bataillone zum Parademarsch formirten. Nach dem Vorbeimarsch brachte die Fahnen-Compagnie die Fahnen zum Großherzoglichen Schlosse zurück. Dem Landwehr-Bataillon Nr. 116 ist eine Fahne noch nicht überreicht worden, es soll dies spater geschehen. Darmstadt, 1. Mai. Das Amtsblatt des Groß- herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, Nr. 7, enthält: Ausschreiben d. d. Darmstadt, 28. März 1891, an sämmtliche Justizbehörden, betreffend Berechnung der Reisekosten der Großh. Gerichtsvollzieher, sowie der Gebühren der Forstwarte und Feldschützen. Nr. 8 enthält: Ausschreiben, d. d. Darmstadt, 21. April, an die Großherzoglichen Amtsgerichte und Gerichtsschreibereren der Amtsgerichte, sowie an die Großherzoglichen Staatsanwaltschaften, betreffend die Schreibhilfe bei den Großh. Amtsgerichten und Amtsanwälten. MM, ~ r •*'» m«' ii—um———r— | Deutscher Reichstag. 112. Plenarsitzung. Freitag, 1. Mai 1891. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Abg. Liebermann von Sonnenberg (Antisemit), er habe sich gestern während einer Rede Münchs wegen eines schaifen Zwischenrufs einen Ordnungsruf zugezogen. Münchs Rede habe sich aber mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit auf ihn bezogen. Mit den Schriftstücken, auf die sich Münch berufen, habe es folgende Bewandniß. Er fei vor 18 Jahren als junger Offizier in Wucherhände gefallen, indem er ein Gefällig- keilsaccept ausgeftrllt. Mit vieler Mühe fei es ihm gelungen, sich wieder aus den Händen der Wucherer zu befreien. Der Kniff, sich Duplicate ausstellen zu lassen, sei auch ihm gegenüber angewendet worden; diese widerrechtlich zurückbehaltenen Papiere würden nun gegen ihn ausgebeutet. Eine auf feinen Antrag stattgefundene militärische ehrengerich-liche Untersuchung habe ergeben, daß wider ihn nichts Ehrenrühriges vorltege. Auf sein Gesuch sei ihm der Abschied Zn Gnaden" gewährt worden; diese Entscheidung des großen Kaisers Wilhelm decke ihn bei allen anständigen Leuten und Parteien. Der scharfe Ausdruck, den er gestern gewählt, beziehe sich auf die Unterstellung, als handle es sich um unbezahlte Schuldscheine. Abg. Münch (bfc): Der Inhalt der betr. Actenstücke decke sich nicht ganz mit den Worten des Vorredners. Er lege die Schriftstücke auf dem T sche des Hauses nieder. Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Der Bericht der Retchsschuldencommission wird durch Kenntntß« nähme erledigt. Es folgt zweite Berathung der Novelle zum Brann Iw ein- steuergesetz (Rcf Abg. Gamp.) Artikel 1 erhöht die Jahresmenge, welche kleinere landwirth- schastltche Brennereien zum niedrigeren Satze der Verbrauchsabgabe Herstellen dürfen, um em Fünftel. Abg Dr. Barth (ofr.) beantragt, 881 und2 des Branntwein- steuer^esetzes durch folgende Bestimmungen zu ersetzen: „Der im Gebiete der Branntwetnsteuergemeinschaft hergestellte Branntwein unterliegt einer Verbrauchsabgabe von 50 Pfg. für das Liter reinen Alkohol und zu diesem Zwecke der steuerlichen Controle. Von der Verbrauchsabgabe befreit bleibt 1. Branntwein, welcher ausgeführt wird, 2. Branntwein, welcher zu gewerblichen Zwecken rc. (rote sub 2 in 8 1 des Gesetzes) verwendet wird." Redner beantragt.ferner, dem Gesetzentwurf folgende Resolution anzufügen: „Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage alsbald eine Vorlage zu machen, wonach die Maischbottich- und Branntweinmaterialsteuer völlig beseitigt wird." Redner ist überzeugt, daß der Antrag jetzt nicht angenommen werde. Aber die Beseitigung des heutigen protectionistischen Systems könne nur eine Frage der Zeit sein. Dem Wegfall der Zuckermaterialfteuer werde der der Maischbottich- und Branntweinmaterialsteuer folgen müssen, wie ja auch die Kornzölle nicht aufrechterhalten werden können. Die Behauptung, das jetzige System bezwecke, die kleinen Brennereien über Wasser zu halten, sei unhaltbar. Es handle sich einfach um eine Subvention der großen Brenner aus den Taschen der Steuerzahler. Der hier durchgeführte Grundsatz der Entschädigung für durch die Gesetzgebung entstandene Schäden sei beispiellos und unerhört. Mit demselben Rechte, mit dem man diesen Grundsatz hier anerkenne, könnten die Arbeiter kommen, um vom Staate Entschädigung für Lohnrückgänge zu fordern. Das Privat- eigenthum habe nur dann Berechtigung, wie der, der das Prtvat- eigenthum besitzt, auch das Risiko für dasselbe übernimmt und dasselbe nicht auf die Allgemeinheit abzuwälzen versucht. Wenn die Subvention falle, werde nicht ein Liter Branntwein weniger producirt werden, denn die Production werde durch den Eonsum bestimmt. Der Kartoffelbau würde also unter dem Wegfall der Subvention nicht leiden. Seine Freunde würden nicht ruhen, bis dieser Pfahl aus dem Fleische der Gesetzgebung gezogen sei. Abg. Graf Kleist (cons.) und seine Freunde würden für das bestehende Steuersystem eintreten im Interesse des Kartoffelbaues, der von größtem Werthe für die Cultur namentlich im Osten, sowie für die Volksernährung sei. Kartoffel- und Getreideernte compensirten sich; die hohen Getretdepreise des laufenden Jahres seien mit eine Folge der schlechten Kartoffelernte. Beseitige oder beschränke man den Kartoffelbau, so werde das auf die Volksernährung bedenklich zurückwirken. Er bitte, den Antrag Barth abzulehnen. Abg. Stadthagen (Soc.) befürwortet zunächst den Antrag Barth, würde es aber für richtiger halten, wenn jede Branntweinsteuer aufgehoben würde. Abg. Dr. Buhl (natl.): Es handle sich hier nicht um eine „Liebesgabe", wie es Abgg. Barth und Stadthagen nannten, sondern um die Conservirung einer wichtigen Production. Die Schweiz habe, um die inländische Brennerei zu schützen, das Monopol eingeführt. Der der Brennerei gewährte Schutz sei keineswegs beispiellos; auch die Zuckerproduction und der Tabaksbau würden geschützt. Abg. v. Sch al sch a (Ctr.) beantragt folgenden Zusatz: „Die zu niedrigerem Abgabefatze in Rechnung gestellten Mengen solcher Brennereien, welche dem Besitzer gehören und nicht mehr als 7 Kilometer von einander entfernt sind, können in einer dieser Brennereien hergestellt werden. Die Erlaubniß hierzu erthetlt auf Antrag des Besitzers der Finanzminister der Landesregierung." Staatsfecretär Freih. v. Maltzahn-Gültz: Die verbündeten Regierungen feien übereinstimmend der Ansicht, daß zu einer vollständigen Aenderung des Systems der Branntweinsteuer zur Zeit kein Anlaß vorliege. Die verbündeten Regierungen würden gegen die Commissionsbeschlüsse voraussichtlich keine Einwendung erheben; die Annahme weitgehender principteller Aenderungen, wie sie der Antrag Barth wolle, würde die Vorlage gefährden. Abg. Münch (frs) befürwortet den Antrag Barth sowie das Amendement v. Schalscha. Abg. Hug (Ctr.): Das bestehende Gesetz habe Mängel, oberes fehle noch an ausreichenden Er fahrungen, um an eine grundsätzliche Aenderung schon jetzt heranzutreten. Abg. Dr. Barth (frs.): Graf Kleist habe gesagt, die Land- wirthe hätten jetzt keinen Einfluß auf die Preise mehr, da sich das Getreide bereits in den Händen der Händler befände. Bei dieser Sachlage könnten ja die Agrarier auch der Aufhebung der Kornzölle zustimmen, da nicht ihnen, sondern nur den Händlern ein Schaden erwachsen könne. Abg. Wisser (wild-lib.) stimmt dem Anträge Barth zu, tritt aber der freisinnigen Auffassung entgegen, als ob man einseitig die Kornzölle aufheben könne, ohne gleichzeitige Aufhebung der Jndustriezölle. Die Anträge Dr. Barth und v. Schalscha werden abgelehnt und Art. 1 in der Commifssonsfassung angenommen. Bei Art. 2 weist Abg. Dr. Hartmann (cons.) auf die liebel5 stände hin, welche mit dem gewerblichen Verbrauche des denaturirten Spiritus vorhanden sind. Die damit hergestellte Politur halte nicht und in den Arbeitsstätten, in denen dieser denaturirte Spiritus gebraucht werde, herrsche ein unerträglicher Gestank. Es müßten Mittel und Wege gefunden werden, den der Industrie zu technischen Zwecken nöthigen Spiritus steuerfrei zu liefern. Regierungsseitig wird erklärt, daß die Uebelftände nicht verkannt würden, aber daß ein anderes Verfahren zur Zeit nicht gefunden sei. Die Weiterberathung wird auf morgen 11 Uhr vertagt. Auf der Tagesordnung außerdem kleine Vorlagen und Anträge. Netteste Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrespondmz-Burean. Berlin, 1. Mai. Die Telegraphencommission des R e i ch s - tags genehmigte heute mit 10 gegen 5 Stimmen das ganze Gesetz mit der Bestimmung, daß die §§ 1 — 7 für Bayern und Württemberg nicht anwendbar seien. Berlin, 1. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm in der heutigen Sitzung endgiltig den Gesetzentwurf betreffend die Abänderung des Wahlverfahrens an. Bei der Berathung des Justizetats rügt Frhr. v. Hammerstein die Strafversetzung der Hildesheimer Referendare wegen ihrer Weigerung, einen jüdischen Referendar in ihre Tischgesellschaft auszunehmen. Der Justizminister billigt das Verfahren des Präsidenten und führt aus, er müsse von den Referendaren verlangen, daß sie ihren College» gegenüber ohne Rücksicht auf das Glaubens- bekenntniß ein collegialisches Verfahren beobachteten. Der Rest der ordentlichen Ausgaben des Justizetats wird nach längerer, wenig erheblicher Debatte erledigt. Weiterberathung morgen 11 Uhr. Berlin, I.Mai. Bei dem auf die Eröffnung der internationalen Kunstausstellung folgenden Festessen toastete Anton v. Werner auf den Kaiser und aus die Kaiserin Friedrich, die Protectorin des Unternehmens, später auf die Gäste; er gedachte dabei der anfänglich von allen Seiten zustimmend beantworteten Einladung, was mit Rücksicht auf das später eingetretene Ereigniß, das auf die Ausstellung keinen Einfluß gehabt, besonders zu betonen sei. Minister Zedlitz brachte den Toast aus die Kunst und die Künstler aus. Die Ausstellung sei hochbedeutsam, da sie beweise, wie die corporative Initiative überall, auch aus künstlerischem Gebiete, zu vollem Erfolge führe. Die Staatsregierung werde stets die Kunst und ideales Streben unterstützen. Exminister v. Goßler erklärte, er rede heute als vollkommen freier Mann- die Kunst habe in Berlin eine wahre Heimath gesunden. Er toastete aus das Comite und dessen wortlose, aber, wie die Ausstellung zeige, thatvolle Leistung. Sodann dankten mehrere ausländischen Gäste. Im Ganzen waren gegen 400 Theilnehmer zugegen. Berlin, 1. Mai. Bei der großen socialistischen Versammlung auf dem „Eiskeller"-Etabissement hielt Liebknecht die Rede über die Bedeutung des 1. Mai und forderte darin zur Einigkeit der arbeitenden Klassen auf. Hieraus wurde die Resolution, betreffend den Normalarbeitstag und Arbeiterschutz im Sinne der Beschlüsse des Pariser Congreffes angenommen und beschlossen, den dritten Theil des heutigen Arbeitsverdienstes für Agitationszwecke herzugeben. Es sind keine Ausschreitungen vorgekommen. Geestemünde, 1. Mai. Reichstags st ichwahl. In 83 Wahlbezirken erhielt Fürst Bismarck 9481, der Socialist Schmalfeldt 5150 Stimmen. Essen, 1. Mai. Heute striken im ganzen Oberbergamtsbezirk auf 22 Zechen 7300 Mann. Esten, 1. Mai. Der Bochumer Verein beabsichtigt, vorläufig täglich einen Sonderzug mit Arbeitern nach der Zeche „Hasenwinkel" zur Aushilfe bei der Grubenarbeit abzulassen. Aus Zeche „Recklinghausen", Schacht 2, fuhren heute Nachmittag 100 Mann nicht an. Im Uebrigen nimmt der Ausstand ab. Esten, 1. Mai. In der Bochumer Gegend ist nur noch ein geringer Theil der Belegschaften einzelner Zechen ausständig. Laut der „Rh.-Westf. Ztg." sind die nicht zur Arbeit zurückgekehrten Arbeiter der Zechen „Hannover" und „Holland" entlassen worden. Köln, I.Mai. Der I.Mai ist ohne alle Störung verlaufen. Es wurde überall gearbeitet. Dresden, 1. Mai. Die Arbeiterschaft verhielt sich am heutigen Tage vollkommen ruhig. Gefeiert wurde nur in vereinzelten Werkstätten. Nürnberg, 1. Mai. Die Vereinigung der bayerischen Spiegelglas-Fabrikanten beschloß in einer in Fürth abgehaltenen Generalversammlung, die Arbeit auf vier Wochen vom 19. Mai ab einzustellen, falls der Export nach Amerika so gering bleibe. Hamburg, 1. Mai. In Altona arbeitete alles, überall herrschte Ruhe. Die einzige Kundgebung war, daß sämmtliche zwischen den Elbinseln und Hamburg-Altona verkehrenden Arbeiterboote rothe Fähnchen trugen. Bern, 1. Mai. In der ganzen Schweiz ist der heutige Tag bisher ruhig verlaufen. In Gens, Zürich, Lausanne, Luzern und Basel wurden Demonstrationsaufzüge veranstaltet, ohne aber Störungen zu veranlassen. Mehrfach sind Resolutionen beschlossen worden, betr. die Revision des schweizerischen Fabrikgesetzes im Sinne der Einführung eines zehnstündigen, für gefährliche Berufsarten eines neun- und achtstündigen Arbeitstages. Wien, I.Mai. Heute Vormittag fuhr der Kaiser über die Schönbrunnerstraße in offener Equipage. Die Arbeiter grüßten ihn ehrfurchtsvoll. Aus den Provinzen constatirt man ruhigen Verlaus der abgehaltenen Arbeitermeetings. Prag, 1. Mai. Der Zuzug der Arbeiterschaft zu dem Meeting der sozialistischen Arbeiter auf der Schützeninsel ist geringer als im Vorjahre. Um 10 Uhr Vormittags waren dort höchstens 5000 Menschen, darunter viele Frauen. Die Ordnung wurde durch Arbeiter aufrecht erhalten. Prag, 1. Mai. Im Ostrau-Kar wiener Kohlenrevier wird gearbeitet, nur die Belegschaft zweier Salm'scher Schächte verweigerte die Einfahrt. Die Ruhe ist ungestört» Sämmtliche Schächte sind seit gestern militärisch besetzt. Karlsbad, 1. Mai. Heute war die feierliche Brunnenweihe. Alle Kurbadeanstalten, Etablissements und Hotels find eröffnet, der Gesundheitszustand in der Stadt ist ausgezeichnet. Paris, 1. Mai. In Rodez, Campagnac, Cransac und anderen Orten werden heute ungefähr 2600 Bergarbeiter die Arbeit einstellen. Paris, 1. Mai. Der Vormittag ist ruhig verlaufen- in den Werkstätten wird überall gearbeitet. Die Arbeiter- Viertel belebter Centralbezirke bieten nichts Ungewöhnliches. Mittags versammelten sich die Arbeiterdelegirten aus der Provinz und die Sozialisten in Gruppen, um Petitionen an die Kammer zu überreichen. Auch in den Departements herrscht vollkommene Ruhe und wird gearbeitet. Ebenso ist in Havre, in den Bergwerken von Decazeville und in Lyon die Ruhe ungestört, wenngleich unter den Arbeitern eine gewisse Erregung hervortritt. Brüssel, 1. Mai. Man glaubt, daß in den Kohlengruben von Charleroi am Montag der allgemeine Strike ausbrechen wird. — In Morlanwels sand eine Versammlung statt, welche unter Hinweis auf die Haltung der deutschen Bergleute den allgemeinen Ausstand verurtheilte. Lüttich, 1. Mai. Ein etwa 1200 Mann starker S o - zialistenzug mit Musik und rothen Fahnen bewegte sich heute früh um 8i/2 Uhr von Seraing nach Lüttich. Die Kohlenwerke von Cockerill und Marihaye feiern, ebenso das Eisenwerk. Im Stahlwerk ist etwa die Hälfte des Personals anwesend. In den anderen Theilen der Cockerill'schen Werke ist das Personal vollständig an der Arbeit. Die Kohlenwerke Herstal, Vivegnis, Nottem und Wimort feiern. Die Bergarbeiter von Herstal und Umgebung veranstalten daselbst eine Kundgebung- sie haben sich den Lüttichern nicht angeschlossen. Brüssel, l.Mai. Die hervorragendsten Etablissements der Metallbranche, die Hutsabriken, Tischler- und Kunsttischler-Werkstätten Brüssels und der Vorstädte feiern vollständig. Es wird angenommen, daß die Kundgebungen im ganzen Lande und namentlich in Brüssel friedlich verlaufen werden. Rom, 1. Mai. Die Ruhe ist vollständig ungestört. Der König machte heute Mittag eine Spazierfahrt durch die Arbeiterviertel und wurde von den Arbeitern mit Hochrufen begrüßt. Aus den Jndnstriestädten und den Provinzen wird überall vollständige Ruhe gemeldet. Rom, 1. Mai. Aus Neapel und Ravenna werden Ansammlungen gemeldet, wobei anarchistische Ruse ausgestoßen wurden. Die Polizei mußte die Menge auseinandertreiben. Abends trugen sich hier keine weiteren Ruhestörungen mehr zu. Bei den Verhafteten wurden Kassen mit auffallend viel Geld vorgefunden. Nachrichten aus allen Theilen des Reiches melden völlige Ruhe. Unter den 17 in Florenz Verhafteten befinden sich die Führer der dortigen Anarchisten. Konstantinopel, 1. Mai. Das Schiff „Kostroma" von. der russischen freiwilligen Flotte, welches aus Odessa kam und Arbeiter, sibirische Colonisten und einen Courier des Zaren an Bord hatte, wurde am Eingänge des Bosporus sestgehalten, wahrscheinlich weil man vermuthete, daß sich auf dem Schiff Soldaten und Kriegsmaterial befänden. Der Com- mandant von Kavak drohte zu feuern, falls das unter der Handelsflagge fahrende Schiff die Fahrt fortsetzen würde. Er hielt das Schiff bis zum Vormittag des darauffolgenden Tages zurück. Wie verlautet, hat der russische Botschafter Nelidow eine Note an die Pforte gerichtet, worin er 1000 Pfund Schadenersatz, Absetzung des Commandanten und unbedingte Freiheit der Schifffahrt durch die Meerengen für die russische Handelsflagge beansprucht. Geestemünde, 2. Mai. Reichstags st ich wähl. Ge- sammtergebniß: Bismarck 10,544, Schmalfeldt 5486. Localer uni* provinzielles. Gießen, 2. Mai. — Sitzung der Stadtverordneten vom 1. Mai. Anwesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Beigeordneten Keller und Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Heyligenstaedt, Hom- berger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Schopbach, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab Herr Oberbürgermeister Gnauth in tiefempfundenen Worten den Gefühlen Ausdruck, von welchen durch das Ableben des General- seldmarschalls GrasenMoltke auch die Stadt Gießen erfüllt sei. Die Versammlung ehrte das Andenken des als Feldherr wie als Mensch gleich hochgeachteten und geehrten Generalfeldmarschalls durch Erheben von den Sitzen. Das Gesuch des Herrn Georg Schlörb um Erlaubniß zum Betriebe einer Wirthschast wird, dem seitherigen Brauche entsprechend, Gesuche um Fortsetzung bestehenderWirthschastsbetriebe zu befürworten, befürwortet. — Für Trottoirpflasterung in der Goethestraße werden 240 Mk. bewilligt. — Aus Vorhalten des Herrn Schopbach, daß das Cementtrottoir in den Neuen Bäuen an verschiedenen Stellen schadhaft sei, soll die Ausbesserung veranlaßt, ferner aus Anfrage des Herrn Schmall Erhebung darüber angestellt werden, inwieweit sich eine Abstellung des Mißstandes herbeiführen läßt, welcher infolge des Vorhandenseins der Treppentritte auf dem Trottoir der Kaplansgasse (am Brück'schen Haufe) besteht. Nach Darlegung des Herrn Schmall sind diese Treppentritte namentlich Abends infolge unzureichender Beleuchtung dieses Straßen- theils mißständig. — Die Untersuchung der Blitzableiter an den städtischen Gebäuden soll, nachdem Herr Bautechniker Stumpf an einem über bie Anlage und Untersuchung von Blitzableitern sich erstreckenden Cursus theilge- nommen, durch denselben vorgenommen, die hierzu erforderlichen Apparate beschafft werden. Dem Einwand des Herrn Löber, daß man diese Arbeiten doch der Privatwerkthätigkeit nicht entziehen solle, hält Herr Oberbürgermeister Gnauth entgegen, daß es sich nur um städtische Gebäude handle, ; die Theilnahme an dem betr. Cursus von der Stadtverwaltung aber den hiesigen Gewerbtreibenden empfohlen worden fei (Herr Schloffermeister Haubach hat dieser Empfehlung Folge geleistet), um diese zur Anlage und Untersuchung der Privatblitzableiter zu befähigen. — Das Gesuch des Herrn K. Nau um Erlaubniß zur Benutzung von städtischem Weggelände wird unter Festsetzung einer jährlich von dem Gesuchsteller zu leistenden Abgabe von 1 Mk. genehmigt. Gesuchsteller hat seither fragt. Weggelände zum Aufstellen von Pfählen für feine Wäscherei an der Lahn (hinter den Bahnhöfen) benutzt. — Der den Hardtberg entlang in der Richtung nach dem Windhof führende Weg soll auf Vorstellung der Bürger meisterei Heuchelheim chaufsirt werden, wenn die Gemeinde Heuchelheim sich zur Chaufsirung der in ihrer Gemarkung gelegenen Anschlußstrecke bereit erklärt. — Zur Einrichtung von weiteren, infolge Herstellung zweier Sammlungszimmer nöthigen Räume im Schulgebäude der höheren Mädchenschule werden die auf 245 Mk. veranschlagten Kosten bewilligt. — Herr Wilh. Gail beabsichtigt, seine Fabrik mit dem Lager (ehemalige Wollspinnerei am Krofdorser Weg) telephonisch zu verbinden und sucht um die Genehmigung nach, die Drahtleitung den zwischen der Euler'schen Schneidmühle und der Möser'schen Mühle durch den Eisenbahndamm führenden Wafserzufluß entlang anzulegen. Die Genehmigung wird auf Widerruf ertheilt. — Das Gesuch der Frau S. Katzen st ein Wittwe um Erlaubniß zur Bewohnung eines Gartenhäuschens wird nicht genehmigt. Das in Betracht kommende Häuschen, welches früher Backsteinmachern zum Sommeraufenthalt diente, steht zwischen der Frankfurterstraße und den neuen Kliniken, und würde nach Erklärung der Baudeputation, selbst wenn dessen Bewohnbarkeit weniger, als nach seither gemachten Wahrnehmungen angenommen wurde, in Frage gestellt würde, für die Kliniken mißständig werden. — Das Gesuch des Herrn Jul. Buch um Erlaubniß zum Umbau seines Hauses bezw. um Dispensation von der Bestimmung der Bauordnung, nach welcher Höfe an vorhandenen Gebäuden bei Um- und Anbauten nicht verkleinert werden dürfen, wird nicht befürwortet. Gesuchsteller, dessen Haus nach vorliegenden ärztlichen Gutachten den Anforderungen an gesundes Wohnen nicht entspricht, beabsichtigt dasselbe umzubauen und zur Anlage der Treppen und Aborte einen Theil des Hofes zu benutzen, wodurch letzterer räumlich so beengt würde, daß er den einschlägigen baupolizeilichen Bestimmungen nicht mehr entspräche. — Behufs Aufnahme des neuerrichteten Hauses in der der Wolkengasse gegenüber angelegten Privatstraße in die Brandkasse ist die Benennung dieser Straße nothwendig geworden. Es wird beschlossen, diese Straße Schanzenstraße zu benennen mit Rücksicht auf die in dieser Gegend früher bestandene Schanze. — Von einem Schreiben des Herrn Stadtrechner Laub er, worin derselbe auf 1. Juli sein Amt kündigt, nimmt die Versammlung Kenntniß und beschließt Annahme der Kündigung. Ob die Stelle ausgeschrieben oder ohne Ausschreiben besetzt werden soll, darüber wird die Finanzdeputation demnächst entscheiden. — Für die Abtretung der Schüler'schen Besitzung find von Seiten bet Stadt dem Curatorium, welches diese Be> fitzung in Händen hat, 90 000 Mk. geboten worden. Die Uebergabe muß jedoch ohne alle Verbindlichkeiten an die Stadt erfolgen. Hoffentlich wird das Curatorium seine Zustimmung ertheilen und dadurch unserer Stadt ein Object erhalten bleiben, wie es gleichschön selten zu finden ist. — Wie in vorhergehenden Jahren, so beabsichtigt auch am diesjährigen Himmelfahrttage der hiesige Turnverein einen größeren Turngang auszuführen und soll sich derselbe diesmal über Krofdorf, durch einen Theil des Hinterlandes nach Marburg erstrecken. Der Abmarsch wird Morgens präcis 6 Uhr von der Lahnbrücke aus erfolgen. Freunden größerer Fußtouren dürfte somit Gelegenheit geboten sein, neben körperlicher Stärkung Naturschönheiten in überraschender Weise zu genießen und ist wohl anzunehmen, daß auch bei diesem Turngang sich eine rege Theilnahme seitens der Mitglieder bethätigen wird. — Die aus Anlatz der Maifeier gestern Abend abgehaltene Arbeiter-Versammlung war mittelmäßig besucht. Es nahmen an derselben auch Arbeiter aus einigen Nachbarorten theil. + Eichelödorf, 1. Mai. Am Montag den 27. April brach in dem Domanialwalddistrict Altenberg Feuer aus, das jedoch durch zufällige Anwesenheit eines Forstbeamten sehr bald auf feinen Herd beschränkt wurde, nachdem es sich über eine Fläche von etwa 100 qm ausgebreitet hatte. Als Entstehungsurfache wird Unvorsichtigkeit bezeichnet. LingesMtdt. Gießen, 2. Mai. — Cas6 Leib. Am Samstag und Sonntag finden hier die Künstler- und Spectalitaten-VorsteUungen der Gesellschaft des weltberühmten und bekannten Athllten Carl Abs unter Mitwirkung des ebenso allgemein bekannten und beliebten Ortginal-Salonhumortften Oscar Fürst, sowie anderer Specialttäten ersten Ranges statt. Um Jrrthümer zu vermeiden, bemerken wir unseren Lesern, daß diese Vorstellungen mit der Gesellschaft, welche in obigem Local am Donnerstag und Freitag gasttrte, nichts gemein hat und daß Carl Abs sowohl wie Oscar Fürst nur am Samstag und Sonntag austreten werden. Verkehr, Land« un6 Volksw»r»h^chc»f.. Gießen, 2. Mai. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. ,* 0,90—1,00, Hühnereier 1 St. 5-, 2 St. 11 4, Enteneier 1 St. 5-6 4, 2 St. - 4, Käse pr. St. 5—10 4, Küsematte pr. St. 3 4, Erbsen vr. Liter 28 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar JL. 0,75—01,0, Hühner pr. Stück JL 1,00—1 20, Hahnen pr. St. 1,30—1,50, Enten pr. Stück JL 2,00-2,30, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70—74 4, Kuh- und Rindfleisch 60—64 4, Schweinefleisch 60—70 4, Hammelfleisch 50—70 4, Kalbfleisch 60-00 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 7,50-8,00, Weißkraut pr. St. 3—7 4, Zwiebeln per Centner X 7,00—8,00, Mich per Liter 12-18 4. Gänseeier 11-12 4 S Grünberg, 1. Mai. Der gestern dahier abgehaltene sogen. „Walp en markt" war recht gut besucht und mit Schweinen außerordentlich stark befahren. Aus dem Schweinemarkte zeigte stch ein lebhafter Handel, dessenungeachtet machte sich ein starker Rückschlag in den seitherigen hohen Preisen der Jungschweine sehr bemerkbar. Mancher Verkäufer, der die seitherigen Preise noch gewohnt, wollte denn auch nicht herunter und mußte seine Schweine wieder mit heim nehmen. Ganze Heerden von Ferkeln waren von Händlern aufgetrieben und wurden billig losgeschlagen. Man bezahlte per Paar Ferkel 25—30 Mk., 30—40 Mk. und die besten bis 50 Mk. Das macht gegen das Vorjahr eine Preisdifferenz von ca. 20 Mk. aus. Der Abschlag der Schweinepreise rührt einmal daher, daß die Nachfrage eine schwache ist, weil, ourch die seitherigen hohen Preise angeregt, fast Jedermann die Schweinezucht selbst betrieben und nun seine Maaren zu Markte bringt, das andere Mal, daß die Ernteaussichten nicht die besten sind, daß die Setzkartoffeln mangeln und daß endlich der Preis für fette Schweine erheblich herabgegangen ist. — Dem Krämermarkte schadete der Sturm, der oft orkanartig blies, ersichtlich. Die Marklbesucher zogen sich hierdurch mehr in die Handelshäuser der Stadt zurück und diese machten um so beffere Geschäfte. Freiensteinau, 1. Mai. Der heutige Vieh markt war mit Schweinen (ca. 500 Stück), meistens jungen Frühjahrsferkeln, befahren. Mangels Käufer waren die Preise sehr gedrückt. Im Allgemeinen ist ein großer Preisrückschlog für Frühjahrsferkel zu melden; das Paar, welches um Ostern für etwa 50 Mk. verkauft wurde, galt heute nur 35 Mk. Aufschrift der Postsendungen. Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen muffen aus denselben Empfänger und Bestimmungsort so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wirv. Dai« find namentlich folgende Punkte zu beachten: 1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichstgenauanzugeben, Huch ist es vsn Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stets an derselben Stelle der Auffchrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge. 1. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer dec Wohnung des Empfängers, der Postbezirk (0., N., NO. rc.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ortsbezeichnung .Berlin" zu vermerkm. r. Gibt es mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Po st orte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Weiche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzusehen sind, ergibt sich aus dem „Ber- zeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Postorte", das zurr Preise von 1U Ps. durch Vermittelung jeder Rcich-s-Postanstalt bezogen ,verden kann. 4. Wenn der im Reichs-Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, deffenungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es sich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch des Rähenn zu bezeichne^. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des SMrtes und bei größeren Staaten des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) rc.j, oder von Gebirgen l(Harz), (Riesengebirge) rc.j. Nicht minder sind zusätzliche Be» zeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark), (Lausitz) ic.] für den Zweck geeignet. 6. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenigePost« anstatt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll. 6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Po st gebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffende Land bez. der Landestheil auf der Sendung anzugeben. Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen Ueberkunft der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und es liegt daher im eigenen Interesse der Absender, die Aufschriften der Sendungen hiernach aenau anrufertigen. StaatScontrolle garantirt reine StLrkrrngsweine, welche roth und weiß, Marken Nr. 9 und 18 der Deutsch-Italienischen Wein- Import • Gesellschaft (Central Verwaltung Frankfurt a. M.) sind angenehm schmeckende, d«r