Rr. 76 Freitag den 3. April 1891 Kießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger Amts- «nd Anzeigeblatt für drn Avers Grefzem lenalmt Bon Anzeigen zu der Nachmittag» für dm foigmdm Lag erfcheinmdm Nummer bi- Botin. 10 Uhr. Nedactton, ExpedM»» tmb Druckerei: SchntgratzeAr.'h Fernsprecher 51. Vierteljähriger ASonnementsprei», 2 Mark 20 Mg. mN Bringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Dir Gießener Wamttienßtütter »erden dem Anzeiger ^»chmllich dreimal beigelegt. Der Oie-ener Anzeiger erscheint täglich, ■M Ausnahme de- Montag». ALle Annonem-Bureaux deS In- und Auslandes nehm-» Anzeigen für dm „Gießener Anzeiger" entgegen. Hralisöeikage: chießener AamikienZkätter Aintlichev Theil. Statut, die Benutzung der Gemeiude-Biehwaage zu «vdeuhaufen betreffend. Mit Genehmigung Großh. Dtinisteriums des Innern und der Justiz vom 11. März l. Js. zu Nr. M. I. 5440 und unter Zustimmung des Kreisausschusses des Kreises Gießen wird wegen Benutzung der Gemeinde-Viehwaage zu Odenhausen bestimmt: 8 L Alle zur Verwiegung gebrachten Gegenstände müssen durch einen verpflichteten Wiegmeister oder durch dessen Stellvertreter gewogen werden. Außer diesen hat Niemand das Recht aus der Waage zu wiegen. § 2. Der Wiegmeister oder dessen Stellvertreter haben der ihnen zugehenden Aufforderung zum Wiegen alsbaldige Folge zu leisten. Die Aufforderung hat von den Betheiligten direct an den Wiegmeister zu geschehen. Wenn derselbe der Aufforderung nicht entspricht, so ist sich an die Großh. Bürgermeisterei zu wenden, welche denselben zum Wiegen anhalten und nötigenfalls Großh. Kreisamt Anzeige erstatten wird. § 3. Der Wiegmeister oder dessen Stellvertreter haben über die von ihnen besorgten Geschäfte ein Tagebuch zu führen, in welchem unter fortlaufenden Ordnungs-Nummern anzugeben sind: a. der Ort des Wieggeschäfts, b. der Name des Verkäufers und Käufers, e. Datum der Verwiegung, d. die Art der gewogenen Gegenstände, e. das Gewicht des gewogenen Gegenstandes, f. der Verkaufspreis, per Centner, insofern Verkäufer oder Käufer denselben angeben, wozu sie jedoch nicht gezwungen werden können, g. den Betrag der erhobenen Wieggebühren. § 4. Der Wiegmeister hat dem Verkäufer oder Käufer ein dem Eintrag im Tagebuch gleichlautendes Abdruck -Billet, woraus das Gewicht enthalten ist, auszustellen. § 5. Gebührentaris. An Gebühren werden erhoben: 1. für Kleinvieh, als Schafe, Ziegen, Kälber, Schweine u.s.w. von jedem Stück.........5 Psg. 2. für Großvieh, als Ochsen, Kühe, Rinder u. s. w. für jedes Stück, unter 10 Ctr.....15 Pfg. über 10 Ctr. von einem Stück.....20 „ 3. für jeden anderen zur Verwiegung kommenden Gegenstand, als Frucht, Kartoffeln, Steinkohlen u. s. w. bis zu 3 Ctr...........10 Pfg. für jeden weiteren Ctr........2 „ § 6. Sogleich nach stattgesundener Wiegung sind die vorbemerkten Wieggebühren nebst 5 Pfg. Vergütung an den Wiegmeister zu entrichten. Für ortsfremdes Vieh oder sonstige Gegenstände sind 10 Psg. Vergütung für jede Wiegung an den Wiegmeister nebst den unter § 5 angeführten Wieggeldern zu bezahlen. § 7. Am Schluffe eines jeden Vierteljahres hat der Wiegmeister das Tagebuch abzuschließen, sodann hat er einen Auszug aus dem Tagebuch über die im verflossenen Vierteljahr gewogenen Gegenstände zu fertigen, lvoraus sowohl das Gewicht der gewogenen Gegenstände, als auch die erhobenen Gebühren ersichtlich sind. Diesen Auszug hat er in beglaubigter Form der Bürgermeisterei zu überreichen. Die erhobenen Wieggebühren werden dann dem Gemeinde- Einnehmer in Einnahme decretirt und dann von dem Wiegmeister an denselben ausbezahlt. § 8. Der Wiegmeister wird von dem Ortsvorstand auf Widerruf ernannt, und von Großh. Kreisamt verpflichteter unterliegt als Gemeindebeamter den für solche geltenden Disciplinarvorfchristen. Gießen, den 23. März 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: Ortsbaustatut für di« Gemeind« Grog««-Linden. Auf Grund des Art. 2 der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 und der §§ 3—9 der Verordnung über die Ausführung derselben vom 1. Februar 1882 ist durch Beschluß des Gemeindevorstandes mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 24. März 1891 zu Nr. M. I. 7801 zu Art. 18 und 20 der allgemeinen Bauordnung und den genehmigten Ortsbauplänen vom 3. September 1884 zu Nr. M. I. 22222 und 24. März 1891 zu Nr. M. I. 7801 nachstehendes Ortsbaustatut für die Gemeinde Großen-Linden erlassen worden. § 1. Außerhalb des Ortsbereichs und der zur Erweiterung des Orts genehmigten neuen Straßenlinien dürfen Gebäude nicht errichtet werden. § 2. Von den für die Vergrößerung des Orts in dem unterm 24. März 1891 genehmigten Ortsbauplan vorgesehenen neuen Straßenlinien bleiben zunächst uneröffnet zur Bebauung: Gartenstraße, Altestraße, sowie von der Bahnhofsstraße einerseits die Linie K1—V des unterm 24. März 1891 genehmigten Ortsbauplans. Großen-Linden, den 28. März 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden. _____________________Leun. Deutsches Aeieh. Darmstadt, 1. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 28. März den Staatsanwalt Daniel Lordacher in Darmstadt zum Ministerialsecretär bei dem Ministerium des Innern und der Justiz mit Wirkung vom 1. April 1891 an, den Steuer- amtscontroleur bei dem Steueramte Bensheim, Leonhard Petri, den Hauptsteueramtsafsistenten bei dem Hauptsteueramte Worms, Heinrich Hellwig, die Steuerassessoren Dr. Friedrich Gärtner und Karl Greiner, beide aus Alzey, den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramte Mainz, Steuerassessor Karl Fresenius, die Steuer- affessoren Otto Stroh aus Hainchen, Adam Hübner aus Nieder - Liebersbach, Adolph Schläger aus Alzey und Dr. Adolph Heil aus Babenhausen zu Steuercontroleuren und den Steuerassessor Karl Freiherrn von Diemar aus Seligenstadt zum Steuercommiffariatsassistenten zu ernennen. Berlin, 1. April. Kaiserin Auguste Victoria wohnte am Osterdienstag der Konfirmation ihrer jüngsten Schwester, der Prinzessin Feodora von Schleswig-Hol- stein-Sonderburg-Augus^nburg, in Dresden bei, woselbst die Mutter unserer Kaiserin, die verwittwete Herzogin Adelheid von Schleswig-Holstein, schon seit Jahren residirt. Bei ihrer Ankunft auf dem Böhmischen Bahnhofe wurde die Kaiserin von König Albert, den sämmtlichen Prinzen des sächsischen Königshauses, dem Herzog Günther von Schleswig- Holstein u. s. w. empfangen. Vom Bahnhofe begab sich die hohe Frau, geleitet von König Albert, zur Begrüßung der Königin Carola, nach dem Residenzschloffe. Mittags 1 Uhr erfolgte alsdann die feierliche Konfirmation der Prinzessin Feodora im Beisein der Kaiserin und der übrigen Verwandten der Prinzessin, der hierzu geladenen Fürstlichkeiten und sonstigen distinguirten Persönlichkeiten- der feierliche Act wurde in der Kreuzkirche vollzogen und segnete Konsistorialrath Dr. Dibelius die hohe Konfirmandin ein. Gegen Abend reifte die Kaiserin, nach herzlicher Verabschiedung von ihren Verwandten und der sächsischen Königsfamilie, nach Berlin zurück. — Der Kaiser hat am Mittwoch Morgen seine Reise zum Besuch der Städte Stettin, Lübeck und Kiel angetreten. Dem Vernehmen nach gedenkt der Kaiser am 7. April wieder in Berlin einzutreffen. Berlin, 1. April. Der erste April .hat sich diesmal für Deutschland durch zwei besondere Ereignisse ausgezeichnet. Einerseits ist am genannten Tage die Vereinigung der Insel Helgoland mit der preußischen Monarchie vollzogen worden, andererseits ist an ihm die Neuordnung der Verwaltung Deutsch-Ostasrikas in Kraft getreten. Helgoland gehört nunmehr in aller Form als ein besonderes Verwaltungsgebiet zum preußischen Staate und zwar speciell zum Regierungsbezirke Schleswig, gemäß dem vom preußischen Landtage genehmigten Helgoland-Gesetz. Zugleich ist vom 1. April ab auf der Insel die Reichsverfassung in Kraft getreten, mit Ausnahme der Bestimm- ungen über die Zoll- und Handelsverträge, welche nicht ohne Weiteres auf Helgoland anwendbar sind. Was Deutsch- Ostafrika anbelangt, so ist bekanntlich am 1. April Herr v. Soden, der frühere Gouverneur von Kamerun, als neu- ernannter Generalgouverneur für unsere ostasrikanischen Schutzgebiete in Thätigkeit getreten und haben hiermit klare politische und staatsrechtliche Verhältnisse daselbst Platz gegriffen. Soweit sich übersehen läßt, werden die bislang im deutschen Kolonialdienste in Ostafrika thätig gewesenen verdienten Männer, v. Wißmann, Emin Pascha und Freiherr v. Gravenreuth, auch fernerhin dieser ihrer Thätigkeit erhalten bleiben, mit einem bestimmt abgegrenzten Wirkungskreise für jeden Einzelnen. Außerdem ist Dr. Earl Peters am 1. April als Kommiffar in den Dienst des Reiches getreten und wird er als solcher unter Herrn v. Soden sungiren. Neueste Aachvichteir. WolfiS telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 1. April. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Nachdem schon seit längerer Zeit Erwägungen über eine anderweitige Regelung der Verwaltung des beschlagnahmten Vermögens der vormaligen hannoverschen Königs- samilie stattgefunden haben, hat das Staatsministerium nunmehr beschlossen, dem Landtage in der nächsten Session einen Gesetzentwurf vorzulegen, der für die Dauer der Beschlagnahme nähere Bestimmungen über die Verwendung der Revenuen des Vermögens und über deren Kontrole trifft. Berlin, 1. April. Der zwanzigste Khirurgen- Kongreß wurde heute in der Universitätsaula eröffnet unter Theilnahme auch des Professors Koch. Bergmann berichtete über das Tuberkulin und hob von Neuem seinen Eharacter als Heilmittel und als Specificum bei Tuberculose hervor. Er besprach die erzielten, ungünstigen und günstigen Erfahrungen und wies auf die bei Lupus trotz der Anfangserfolge auftretenden Recidive hin. Er forderte zur Sammlung weiterer Erfahrungen auf. In der Discussion überwogen die weniger günstigen Urtheile. Einstimmig wurde die Nothwendig- keit der Fortsetzung der Forschung und Beobachtung aus Grund der Behandlung mit Tuberkulin betont. Friedrichsruh, 1. April. Anläßlich des Geburtstags des Fürsten Bismarck brachten die Ratzeburger Jäger ihm ein Ständchen. Zahlreiche Gäste* sind angelangt, um dem Fürsten ihre Glückwünsche abzustatten, darunter der Herzog von Ujest mit der Prinzessin Hohenlohe-Oehringen, zahlreiche Herren und Damen der Aristokratie, Amtsrath Dietze-Barby, viele Deputationen, darunter solche mehrerer Hamburger Körperschaften. Ferner eine aus Neustadt (Pfa^z), eine Abordnung der Münchener Künstler rc. Die Wohnräume des Fürsten sind mit prachtvollen Blumenarrangements geschmückt, welche aus Berlin, Köln und anderen deutschen Städten eingegangen sind. Friedrichsruh, 1. April. Fürst Bismarck kehrte gegen 5 Uhr von einer Ausfahrt mit dem Herzog von Ujest zurück und begleitete den Herzog zum Bahnhose, von wo derselbe mit Dietze-Barby nach Berlin zurückfuhr. An dem vom Hamburger Reichstagswahlverein veranstalteten Fackelzug nahmen gegen 3000 Personen Theil. Der Zug währte dreiviertel Stunden. Woermann hielt an den vor das Schloßthor getretenen Fürsten eine Ansprache, in der er hervorhob, er komme nicht als Vertreter einer politischen Partei, sondern als Bürger der Nachbarstadt Hamburg, um dem Fürsten ein Zeichen der Dankbarkeit zu geben für die von ihm dem Vaterlande geleisteten Dienste. Bismarck dankte bewegt und versicherte, er werde diese Anerkennung als ein theures Ver- mächtniß seinen Kindern und Erben hinterlassen. Stettin, 1. April. Se. Majestät der Kaiser ist heute früh kurz nach acht Uhr in Begleitung des Vize-Admirals Freiherrn von der Goltz, sowie eines Flügeladjutanten mittelst Sonderzuges hier eingetroffen und von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt worden. Se. Majestät begab sich sofort nach der Ankunft zu Wagen nach der Werft des Vulkan. Stettin, 1. April. Se. Majestät der Kaiser besichtigte die Werkstätten des Vulkan, sowie die im Bau begriffenen Schiffe und reifte sodann mittels Sonderzuges nach Lübeck weiter. Ueberall aus dem ganzen Wege wurde Se. Majestät von der zahlreich zusammengeströmten Bevölkerung mit enthusiastischen Jubelrufen begrüßt. Dresden, 1. April. Der König übertrug dem Staatsminister v. Grebe r den Vorsitz des gesammteu Ministeriums und die Functionen des Ordenskanzlers. Der Staatsminister v. M e tz s ch wurde mit der Leitung des Ministeriums des Auswärtigen betraut. Lübeck, 1. April. Der Kaiser wurde bei seinem Eintreffen vom Bürgermeister Behn, dem Eorpscommandeur Grasen Waldersee und dem Prinzen Heinrich empfangen und von dem zahlreichen Publikum bei der Fahrt durch die Stadt enthusiastisch begrüßt. Unter einem prachtvollen Triumph- bogen aus der Holsterbrücke begrüßte Dr. Brehmer als Vertreter der Bürgerschaft den Kaiser, dem er für den Besuch dankte. Er hob u. A. hervor, von Alters her habe sich bei den Bürgern der freien Stadt Lübeck die Liebe zur Heimath mit unwandelbarer Treue gegen Kaiser und Reich gepaart. Mit der Wiederaufrichtung des Kaiserthrones sei für Lübeck eine Zeit neuen Aufschwungs angebrochen- dankerfüllt schlügen dem Kaiser alle Herzen entgegen, und das Gelübde der Treue erneuernd, bitte er, der Kaiser wolle der alten Stadt feine kaiserliche Huld gnädigst bewahren. Der Kaiser dankte wiederholt für den ihm bereiteten Empfang. Wien, 1. April. Heute Vormittag wurde der deutsche Geographentag eröffnet. Zahlreiche Gelehrte, hohe Militärs, der Kriegs-, der Unterrichts- und der Ackerbauminister waren anwesend. Minister v. Gautsch begrüßte die Versammlung Namens der Regierung. Der Direetor der deutschen Seewarte in Hamburg, Geheimrath Neymayer, hielt einen Vortrag über magnetische Vermessungen. Wien, 1. April. Die Mitglieder des deutschen Geographentages folgten heute Abend einer Einladung nach dem Rathhause, wo der Bürgermeister und dessen Gemahlin die Honneurs machten. Unter den Gästen befand sich auch der Unterrichtsminister Gautsch. Prag, 1. April. Die strikendeu Maurer verhalten sich im Allgemeinen ruhig. Aus zahlreichen Baustellen wird sortgearbeitet, ebenso aus dem Ausstellungsplatze, theilweise unter polizeilicher Bewachung. Zu einer Nachmittags nach Straschnitz einberusenen Versammlung hatten sich tausend Maurergehilfen eingesunden; sie wurden von der Polizei mühelos zerstreut. Paris, 1. April. Die französische Delegation des Ber garbeiter-Cong resses bestätigte den Beschluß des Lyoner Congresses, Laur als Delegirten der Bergarbeiter von Rive de Gier nicht anzuerkennen. In der Generalsitzung um 10 Uhr wurde der Antrag des Congreßbureaus, die Reden auf 10 Minuten, die Entwickelung der Amendements auf 5 Minuten zu beschränken, trotz der deutschen und französischen Opposition angenommen. Bezüglich der Abstimmungsart beantragten die Engländer, es solle je eine Stimme für 1000 Arbeiter ertheilt werden. Juisseau befürwortet die Berücksichtigung der deutschen Wünsche. Der deutsche Dele- girte Siegel sprach gegen den englichen Antrag - der Mächtigere dürfe dem Andern seinen Willen nicht dictiren. Er beschwor die Engländer, ihren Antrag zurückzuziehen, damit der Congreß an nützliche Arbeiten herantreten könne. Basly und der Belgier Callewaert sprachen sich in demselben Sinne aus. Hierauf wollte der Belgier Desuet das Wort nehmen. Der Vorsitzende Pieard handhabte lebhaft die Präsidentenglocke, Basly wand ihm die Glocke aus den Händen, worauf Picard, sichtlich unzufrieden, den Präsidentenplatz verließ. Von den Gallerien wurde Zischen gehört. Als die Ruhe wieder hergestellt war, nahm Picard wieder seinen Platz ein und die Discufsion wurde fortgesetzt. Schließlich wurde die Be- rathung auf morgen vertagt. Loudon, 1. April. Nach den gegenwärtigen Bestimmungen kehrt die Kaiserin Friedrich am 8. April nach Deutschland zurück. Kopenhagen, 1. April. Der Reichstag ist heute geschlossen worden, ohne daß die beiden Thinge sich über ein Budget verständigt hätten. Der König erließ heute ein provisorisches Finanzgesetz, das die Regierung ermächtigt, die bestehenden Steuern und Auslagen fortzuerheben und die noth- wendigen Ausgaben innerhalb der Beträge der Finanzgesetz- vorlage zu bestreiten. Rom, 1. April. Der Papst ertheilte heute Vormittag um 11 Uhr dem russischen Unterhändler Iswolsky Audienz. Hierauf empfing der Papst in besonderer Audienz den Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin mit Gemahlin und die Prinzessin Elisabeth von Sachfen-Weimar. Das Befinden des Papstes ist sehr befriedigend. Turin, 1. April. Gestern Abend waren die Familienangehörigen des Prinzen Jerome Napoleon in Mon - calieri versammelt und erkannten den Prinzen Victor als ihr Haupt an. Das Testament Jeromes soll nach einer Verständigung mit den Testamentsvollstreckern veröffentlicht werden. Die Erben begeben sich deßhalb nach Gens und Prangins. Prinz Louis erhielt vom Kaiser Alexander einen Urlaub von zwei Monaten und nimmt dann wieder seinen Dienst aus. Neapel, 1. April. Der deutsche Generalconsul Beer ist heute Nacht hier gestorben. Flüelen, 1. April. Durch eine Staublawine sind in der vergangenen Nacht in Bristen etwa zwölf Häuser und Ställe zerstört worden. Belgrad, 1. April. Die Skupschtina genehmigte die vom Kriegsminister für die Ausrüstung des Heeres beanspruchte Anleihe im Betrage von 10 Millionen und nahm fernerhin Ergänzungsbestimmungen zu dem neuen Gesetz über die Capitalumsatzsteuer in erster Lesung an. Sofia, 1. April. Die Untersuchung betreffs des Attentats wird eifrig fortgesetzt - über das Ergebniß verlautbarte nichts. Täglich werden neue Verhaftungen vorgenommen, doch wurden auch einige der früher verhafteten Personen freigelassen. Lissabon, 1. April. Das amtliche Blatt veröffentlicht ein Decret, betreffend die Wiedereröffnung der Cortes aus den 2. Mai. Newyork, 1. April. Nach Meldungen aus Pittsbnrg sind Verhandlungen eingeleitet worden zwischen den Besitzern der Steinkohlengruben und den Arbeitern, um eine Vereinbarung zur Beendigung des Ausstandes herbeizuführen. Pittsbnrg, 1. April. Der Arbeiterverband ordnete en, daß der allgemeine Strike der Bergleute anstatt am 1. Mai schon heute beginnen soll, um den A u s st ä n d i s ch e n ber Cokesgegend zu helfen. Locales rin- Krovis-zieLles. Gieße«, 2. April. — Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht, unter dem gestrigen Tage zu verleihen: 1) dem Rector der Landes-Universität Professor Dr. Johannes Gottschick das Comthurkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen- 2) dem Geheimen Hosrath Professor Dr. Wilhelm Ouckeu, sowie dem Professor Dr. Albrecht Thaer das Ritterkreuz 1. Klasse des genannten Ordens mit der Krone - 3) dem Professor Dr. Schmidt, dem Professor Dr. Konrad Cosack, dem Professor Dr. Georg Gassky und dem Professor Dr. Otto Behaghel das Ritterkreuz 1. Klasse des vorgenannten Ordens. — Der Turnrath des Märkischen Turngaues erläßt folgenden Ausruf: Im Herzen Gott, voll Muth die Brust, Voll Kraft ein jedes Glied! Zum Guten rege Lieb und Lust, Im Mund ein deutsches Lied. So heißt es in einem alten Turnerliede und treffender kann in so kurzen Worten die hohe körperliche und sittliche Ausgabe des TurnwesenS nicht ausgedrückt werden. Mehr als eine Viertelmillion Deutscher erstreben als Mitglieder des mächtigen Verbandes der deutschen Turnerschaft in Beherzigung des unumstößlich richtigen Wahrspruchs „Nur in einem gesunden Körper kann eine gesunde Seele wohnen" die Ausbildung und Kräftigung ihres Körpers, des Tempels der Seele und des Geistes, und viele Tausende, vorher an ihrem Zustande der körperlichen und geistigen Ermattung Ver- zweiselnde, preisen die Turnerei als Retterin und Erhalterin ihres Daseins. Nur Gleichgiltigkeit, körperliche Trägheit und religiöses Vorurtheil sind noch des Turnens Feinde. Laßt fahren die Gleichgiltigkeit, wenn es gilt, für den Kamps des Lebens den Leib gesund und stark zu machen und zu erhalten; fort mit der Trägheit und Bequemlichkeit, damit sie nicht auch das Herz und dte Sinne anstecken; hinweg mit allen religiösen, politischen und Standesvorurtheilen, denn die Turnerei beschränkt keinen in der Ausübung seiner Pflichten und in seinen Gedanken. Wie der Mensch das Wiedererwachen der Natur freudig begrüßt, das Herz sich dehnt und hinaus sehnt nach Wald und Feld, so sollte bei dem lebhaften Wunsche, die wundervolle Wiederkehr des Frühlings noch recht oft genießen zu dürfen, ein jeder vor Allem die wichtigste Vorbedingung zur Erfüllung dieses Wunsches, die Pflege seines Körpers, seiner Gesundheit als seine wichtigste Lebensaufgabe betrachten. Und so rufen wir Euch zu: „Tretet ein in unsere Reihen, die Ihr bis jetzt der Turnsache gleichgiltig oder mit falschen Begriffen gegenüber standet, kommt auf unsere Turnplätze, übet und stählet Eure Kräfte in edlem Wetteifer mit Gleichgesinnten, bleibt jung mit der Jugend und der sichere Lohn, der Euch winkt, ist ein gesunder Körper und ein frisches, fröhliches Herz. Und vor Allem, Ihr Eltern, Vormünder und Lehrmeister, die Ihr Eure Kinder und Anbefohlenen zu braven Menschen erziehen wollt, vergeßt es nicht, daß die Gesundheit des Menschen höchstes Gut ist. Schickt Eure der Schule entwachsenen Knaben, die in den Jahren der Entwickelung der größten körperlichen Pflege bedürfen, in die Jugendabtheilungen der Turnvereine, wo sie unter strenger Zucht und Sitte an Gesetz und Ordnung sich gewöhnen, wo ihnen aus dem Turnplätze und im Spiel in Wald und Feld das Gefühl für Mannestugend und Wahrhaftigkeit erblüht, Selbstvertrauen, Muth und Entschlossenheit erweckt und der jugendliche Sinn erhalten bleibt, vor Allem aber in leiblicher Hebung die Entwickelung des Körpers mit der des Geistes gleichen Schritt halten kann. Und geb: Ihr Euren Kindern und Anbefohlenen in gewissenhafter Erfüllung Eurer erziehlichen Pflichten einen gesunden Körper mit auf den Lebensweg, sie werden es Euch sicher mehr danken, als wenn Ihr sie mit Geld und Gut bei krankem Körper und kranker Seele dem Kampfe um das Dasein preisgebt. Darum: „Auf zürn Turnen!" Friedberg, 31. März. Heute sand in der Burgkirche die Entlassungsfeierlichkeit für die abgehenden zehn Candidateu des Predigerseminars statt, wobei Director Dr. Diegel herzliche Worte der Ermahnung an die Scheidenden richtete. Auch Professor Dr. Köstlin sprach bewegte Worte zu den Abgehenden, indem er zugleich selber Abschied von den Candidateu und der seitherigen Stätte seines Wirkens nahm. Seitens der Candidateu sprach Candidat Dieffenbach. Anschließend an diese kirchliche Feier sand sodann im Hotel Trapp ein Abschiedsessen statt, an dem sich etwa 150 Personen betheiligten, da es zugleich galt, Abschied zu nehmen von dem so sehr verehrten Psarrer Prosessor Dr. Köstlin, der als Mitglied in das Oberconsistorium berufen wurde. Schotten, 30. März. Einem Ausschreiben des Vorstandes des Gesammtvereins des Vogelsberger Höhen-Club entnehmen wir Folgendes: Die diesjährige Hauptversammlung ist auf Pfingstdonnerstag, 21. Mai, in Lauterbach festgesetzt. — Die Wirthschast im Clubhause auf dem Hohervds- kops ist wiederum und zwar diesmal auf zwei Jahre dem seitherigen Clubwirthe Johs. Stein V. übertragen worden und wird dieselbe'voraussichtlich Samstag, den 18. April, eröffnet werden. Das Clubhaus hat sehr gut überwintert, im Innern ist alles im besten Zustande, und werden in Kürze sämmtliche Fenster mit Vorhängen versehen. — Die Reparatur des alten Aussichtsgerüstes auf dem Taufstein ist aus den Mitteln des Thurmbaufonds nach Weisung der vorigjährigen Hauptversammlung oorgenommen worden. Inzwischen ist von der trigonometrischen Abtheilung des großen Generalstabs' die Genehmigung zur Anlage von Treppen am neuen trigon. Signal eingetroffen. Nach Beschluß der vorigjährigen Hauptversammlung richtete der Vorstand an die Direction der Ober- hessischen Eisenbahnen das Ersuchen, daß die Rückfahrkarten der drei oberhessischen Nebenbahnen, einerlei auf welcher Linie sie gelöst wurden, zur Rückfahrt aus jeder der drei Linien berechtigen sollten. Diesem Ersuchen wurde nicht stattgegeben. Hieraus richtete der Vorstand an die Direction ein Gesuch um Einführung von Rundsahrkarten 3. Klasse zu ermäßigten Preisen mit mindestens 3tägiger Giltigkeit für 19 angegebene Touren. Der Bescheid auf diese Eingabe war ein wesentlich günstigerer, indem für die wichtigsten 8 Routen diese Einrichtung für den nächsten Sommersahrplan zugesagt wurde unter der Voraussetzung, daß die in der Schwebe befindliche Tarifreform nicht vorher eintreten sollte. Es würden also mit Beginn des Sommerfahrplans Rundfahrkarten ausgegeben werden für folgende Touren: 1) Gelnhausen, Büdingen, Stockheim, Ortenberg, Hirzenhain, Gedern—Schotten, Nidda, Gelnhausen- 2) Gelnhausen, Büdingen, Stockheim, Gedern— Mücke, Gießen- 3) Gießen, Lich, Hungen, Laubach—Grünberg, Gießen,- 4) Gießen, Lich, Hungen, Laubach—Gedern, Hirzenhain, Stockheim, Gießen; 5) Gießen, Grünberg, Mücke —Schotten, Nidda, Hungen, Lich, Gießen; 6) Gießen, Grimberg, Mücke—Gedern, Hirzenhain, Stockheim, Gießen- 7) Gießen, Lauterbach—Schotten, Nidda, Gießen- 8) Gießen, Lauterbach—Gedern, Hirzenhain, Stockheim, Gießen. Unter Berücksichtigung dieser Einrichtung hat der Schriftführer 15 zwei- und dreitägige Vogelsberg-Touren ausgearbeitet, dieselben werden in dem von der Verkehrscommission des Taunusclub neuausgelegten Taschenbuch für Frankfurter Touristen veröffentlicht, und ist ihnen ein Verzeichniß der einschlägigen Gasthäuser und Wirthschaften beigefügt u. f. w. Die Anfänge zu einem Vogelsberger Herbarium und einer Mineraliensammlung sind gemacht - es wird gebeten, durch Zuwendungen dieselben reichhaltiger zu gestalten. — Hohes Aller. In Igels hausen (bei Glashütten) starb am 19. Juni 1823 der Taglöhner und Bergmann Heinrich Schwab in einem Alter von 103 Jahren, 2 Monaten und 12 Tagen. Er war am 7. April 1720 in Bindsachfen geboren. In seinen ledigen Jahren diente er als Knecht sehr lange auf der Krötenburgsmühle bei Nidda und zu Eichelsdors. Er war von starkem Körperbau und trug noch in seinem 84. Jahre auf jeder Schulter einen Sack voll Kartoffeln, ein Gewicht von 240 Pfund. Seine Lebensart war rauh- selten aß er warme Speise, sondern meistens saure Milch und trank stark Branntwein, ohne jedoch betrunken zu werden. Seinen Verstand behielt er bis zum Todestage. Au diesem ging er noch des Morgens umher, rauchte Tabak, legte sich dann um 11 Uhr des Vormittags zum Schlafen nieder und erwachte nicht wieder. Am 22. Juni wurde er in Gegenwart einer Menge Menschen und des Kirchspiels und der Gegend auf dem Kirchhof zu Unterlais beerdigt und zeigt ein Denkstein die Stätte, wo er ruht. Sein Vater war 92 und feines Vaters Bruder 98 Jahre alt geworden. -dt. Neu . Ulrichstein, 1. April. Monatsbericht der Ar beite r-Colonie pro März 1891. Ende März 1891 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 97 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 34, Königreich Preußen: Provinz Brandenburg 2, Provinz Hannover 3, Provinz Hessen-Cassel 8, Provinz Hessen - Nassau 10 , Provinz Posen 1 , Provinz Pommern 1, Provinz Ostpreußen 1, Provinz Rheinlande 7, Provinz Sachsen 5, Provinz Schlesien 4, Provinz Westfalen 3. Königreich Bayern 8 - Königreich Württemberg 4. Groß- herzogthum Mecklenburg 1 - Herzogthum Lauenburg 1 - thüringische Staaten 3. Ausland: Ungarn 1. Hiervon waren: Arbeiter 38, Anstreicher 1, Bäcker 5, Brauer 2, Buchbinder 1, Buchdrucker 2, Cigarrenmacher 2, Conditor 1, Former 3, Gärtner 1 , Glaser 1, Handschuhmacher 1, Kaufleute 5, Kellner 1, Kesselschmied 1, Maschinenbauer 1 , Maschinenschlosser 1, Metzger 2 , Mechaniker 1, Sattler 1, Schneider 4, Schuhmacher 6, Schreiber 2, Stellmacher 1, Steinmetz 1, Tüncher 1, Ziegler 3, Zimmerleute,1, Maurer 5, Koch 1, Klempner 1. Im Monat März wurden entlassen 36, und zwar in Arbeit durch die Colonie 2, auf eigenen Wunsch 30- in die Familie zurück 1, durch eigenes Bemühen 2, auf Requisition der Behörde 1. Verpflegungstage im März 1891 : 3346. Gearbeitet wurde an 2378 Tagen, hierunter 165 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden 1685 Mann, dagegen abgegangen 1588; bleibt Bestand 97 Mann. 8 Ulrichstein, 1. April. Das ist kein Nachwinter, das ist der Winter in feiner vollen Macht, wie er hier auftritt in unserem Gebirge. Fußhoch bedeckt der Schnee Flur und Feld, ja in den Hohlwegen thürmt er sich meterhoch auf und hindert die Passage. Bereits gestern zogen Schneefchipper hinaus, um den Schnee von den Straßen zu schippen. Die Post fährt feit dem zweiten Ostertag auf Schlitten - auch sonst tönt das Schellengeläute der Schlitten und Fuhrwerke. Dazu herrscht Nachts eine empfindliche Kälte - heute Morgen zeigte das Thermometer—5° R. Fürwahr hier gilt die Parodie des Geibel'schen Frühlingstrosts: „Und dräut der Frühling noch so sehr, es muß doch Winter bleiben." — Erledigte Stellen für Milit'äranwärter im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division. ' Darmstadt, Großh. Oberstaatsauwaltschaft Darmstadt, Gefangenwärter am Gesängniß Darmstadt, auf Widerruf, eine baare Remuneration von 1000 Mk. jährlich. Darmstadt. Gamifonbaubeamter Darmstadt, Bauschreiber, auf Kündigung, 90 Mk. Remuneration monatlich. Daselbst, Baubote, auf Kündigung, 2.50 Mk. täglich. Direction der Main-Neckar-Bahn, drei Schaffner, auf Widerruf, Gehalt im Höchstbetrage von je 1150 Mk. pro Jahr, freie Dienstkleidung und gesetzliche Fahrgcbühreu. — Kleine Mittheilungen aus dem Großherzogthum Hessen. Aus Mainz wird berichtet, daß um die demnächst daselbst zu besetzenden zwölf neuen Schulstellen außerordentlich viele Gesuche einlaufen. Besonders seien es gering besoldete Lehrer und Lehrerinnen „vom Lande", welche sich nach einer besseren. Ml Ws ä Mk. t.SO pr. 1/1 Flasche Mindergewicht confiscirt und an die Armen vertheilt. — In Kostheim zog sich beim Seilspringen ein 13jähriger Knabe | boten je 20 Mk. Prämie. [3019 Treis a d. Lda. y freiwillige anama 2500 Wellen Eichen-Reisig Löberstraste 7. 2120 317 Gegen Baar hoher Rabatt. Reparaturen achnell und preismässig. Thonröhren. Emil Pistor Ein 2—Spf. Dampfmotor, wenig gebraucht, ist unter Garantie billig zu verkaufen. 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April 1891. 3001 Amendt. eine Darmverschlingung zu, an welcher er bald darauf starb. — Die Generalversammlung der Spar- und Creditkasse des Grotz-Gerauer Amtsgerichtsbezirks bewilligte für 37 Dienst- Ei«e praktische Neuheit für Hau-» franen ist die ächte Hochachtungsvollst Wilk. Förster Unübertroffen in Feinheit u. Milde u. seit zehn Jahren bewährt. Hoüänd Tabak 10 Psd. lose in Beutel frco. 8 Mk. nur bei B. Becker in Seesen a. Harz. 1006 Vermischtes. * Darmstadt, 1. April. Herr Ministerialrath I)r. D i 11 m a r hat sich am 30. März nach Berlin begeben, um dort an den Sitzungen der zur zweiten Lesung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich berufenen Commission theilzunehmen. * Von der oberen Bergstraße, 31. März. Der Preis gesunder Speisekartofseln beläuft sich gegenwärtig auf durchschnittlich 5 Mk. per Doppelcentner. Feinere Sorten werden mit 7.50 Mk. bezahlt. Der Zwiebelpreis ging wegen geringer Nachfrage aus 2 Mk. per Gentner zurück. Für Kornstroh werden durchweg 1.75 Mk. per 50 Kilo erlöst. Schisssnacheichten. Bremen, 31. März. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Eapt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Marz von Bremen und am 22. März von Southampton abgegangen war, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newport angekommen. Holzverstcigcmng| Holzversteigerung im Freiherrlich von Rabeuau- im Freiherrlich von Milchling- schen Wald in der Gemarkung schen Wald in der Gemarkung Treis a/L. I Treis a. d. Lda. Für Maurer! Lackirte eisendlecherne MSrteltrüaer vorräthia bei j2760 Earl Hensel, Wallthorstraye. titeratur KtmfL — Für lustige Jäger — und welcher Jäger wäre nicht gern luftifl — empfehlen wir die in Berlin im Verlage der bekannten Firma Haafenftein u. Vogler A.-G. erscheinenden, vortrefflich redigirten ,Waidmünnischen Fliegenden Blätter^. Humor ist Reickthum und ein recht herzliches Lachen ein Untversalmittel, gesund an Geist und Gemüth zu bleiben. Gäbe es nicht so viel unfreiwillige Spässe, sowie freiwilligen Mutterwitz auf der Jagd und im gesunden Sinn achter Jägernaturen, wahrlich, es würde weit weniger Jagd- freunde geben. Aber der Lateinertisch nach der Jagd und außerhalb der Saison fesselt die frohen Geister aneinander, kürzt die Zeit in angenehmster Weise und bewahrt selbst den Alten eine muntere Jugend unö iugendliche^Frische^^^^^ Fliegenden Blättern" finden wir in Wort und Bild eine ganz reizende Zerstreuung; aus allen Revieren kommen sie da zusammen, die Humoresken der grünen Gilde; viele erinnern uns erheiternd an ähnlich selbst Erlebtes; andere wieder bringen uns Neues, Erheiterndes aus Wald und Feld und erfreuen Die Zeitschrift erscheint elegant illustrirt monatlich zweimal und kostet pro Quartal X 1,50. _ Geschenk für junge Eheleute. „Das erste Geschenk" — so schreibt ein junger Ehemann an die Leiterin des practischen Wochenblattes .Fürs HanS" — „welches ich meiner Frau nach unserer Hochzeil machte, bestand in der Bestellung Ihrer geschätzten Zeitschrift Obgleich wir erst seit Pfingsten verheiralhet find, ist uns Fürs Haus" schon ein lieber Gast geworden, den wir jeden SamS- tag Abend mit Spannung erwarten und mit vieler Freude gemeinsam lesen. Wenn man auch jahrelang verlobt gewesen ist, wie weit die Gedankenkreise der Frauen und Männer auseinander liegen, merkt man doch erst recht nach der Hochzeit. Besonders weiß der Mann, wenn er wie ich seit seinem vierzehnten Jahre bei fremden Leuten in Kost war, herzlich wenig von dem Wirkungskreise der Frau und versteht in Folge dessen ihre Arbeit auch nickt recht zu schützen. Durch das gem^-'same Lesen Ihrer Zeitschrift „Fürs Haus" ist es uns gelungen, 'ereits mehr als eine Brücke des Verständnisses zwischen unsere inuurgemätz verschiedenen Gedankenkreise zu schlagen bei Andreas Euler. ritalich aeöffnct von 6 Uhr Morgen« bi» 1 Uhr Abend» 8 Sonntag» bi» Mittag 12 Uhr. Die Zellen sind durch Dampf geheizt. [395 Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen find sämmtliche Bade» Sxtrarte, alr:Fichtenuadel-,Malz-, Loh-undWeizenkleie-Extractezuhaben. Portland - Cement von Dyckerhoff Söhne, Amöneburg anerkannt bestes Fabrikat. 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Infanterie-Regiment eintreten- der Oberst des Regiments, Neckel, war drei Jahre lang in Japan thätig, woselbst er nach deutschem Muster eine Kriegsschule errichtet hat. — Dieburg stattete vor einigen Tagen eine Frau ihrem Neffen einen Besuch ab. Kaum daselbst angelangt, war dieselbe eine Leiche; die Freude des Wiedersehens hat der ohnehin etwas leidenden Frau durch Herzschlag ein jähes Ende bereitet. — Aus Auerbach a. d. Berg str. wird berichtet, daff dieser Ort im Laufe dieses Jahrhunderts nur zweimal den Pfarrer qewechselt; der im letzten Jahre des vorigen Jahrhunderts einqetretene Pfarrer versah seine Stelle bis 1852, sein Nachfolger von 1852 bis 1883, seit welcher Zeit nun em dritter Pfarrer thätig ist. (Die „N. Hess. Volksbl/', denen wir diese Nachricht entnehmen, fragen an, ob im Groffherzogthum Hessen ein zweiter Ort sich findet, von dem eine gleiche Stabilität gemeldet werden kann.) — Bei dem achten Sohne eines Gastwirths in Wimpfen hat Se. Kgl. Hoheit der Groff- herzoa Pathenstelle übernommen. — Beim Ausgraben eines Fundaments in Hergershausen bei Babenhausen wurde Lieser Tage ein Tops mit ca. 30 Stück Brabanter Thalern gefunden. — Einen gräfflichen Tod fand am 24. v. Mts. der schon bejahrte Ausläufer einer Mainzer Anstalt. In dem Glauben, Cognae vor sich zu haben, trank derselbe em Stengelglas voll Vitriol aus einen Zug aus. Unter schrecklichen Schmerzen verschied der Unglückliche alsbald. — Die Arbeiter der Mainzer Möbelfabriken und Schreinereien, welche sich nicht an dem Ausstande beteiligt, sowie die von auswärts zugereisten erhielten am Ostersamstag als Gratifi- cation je 20 Mk. — Zwischen Bingerbrück und Trechtüngs- hausen wurde am 30. März die Leiche des Kindes entdeckt, welches vor Kurzem von seiner Mutter, nachdem dieselbe aus der Entbindungsanstalt in Marburg entlassen worden, bei Mainz in den Rhein geworfen worden war. In Gegenwart des Gerichts erkannte die Mutter das Kind als das ihrige an. Die Untersuchung hat ergeben, daff das Kind gelebt hat, als es in das Wasser geworfen wurde. — Durch einen unglücklichen Sturz von der Treppe brach am 30. d. Mts. in C a st e l ein Arbeiter das Genick. — In Castel wurde am 30. d. Mts. abermals ein sehr grohes Quantum Brod wegen —-----------—77^:---:----Marke Nr. 30 der Deutsch. Vp.rmonth di Torino Ataue«. Wer« - Import- V U1UUIU Ul 1 Ul uiu Geschäft (Eentral'Ber. wattrrng Frankfurt a.M.) ist ein italien. Vermorrth- sr per Flasche 20 Pfg. ' * p r - \ in’ö Haus. h , 1.- , ' ht1150*^, (in<‘61 . zur Latten Wäsche für faröige Stoffe jeden Heweöes. Diese Seife, nach eigener Methode fa- bricirt, besitzt die Reinigungskraft der Panamalauge und übertrifft Gallseife in Wirkung. [1899 ♦ Pr. Stück Mk. 0.30. ♦ Nur allein zu haben in dem AroMgeschästvoll Otto Sihststf. Kichci- md Tanki- Schkilhlil! abzugeben bei K. Jung IV., 116]_______Klein-Linden. 3008] Ein an einer frequenten Straße vor der Stadt beleaenes Haub mit schönen großen Räumlichkeiten, worin schon seit 20 Jahren eine Wirthschast mit Erfolg betrieben worden, ist wegen Zurückziehung des Eigenthümers vom Geschäft zu verkaufen. Bei einer Anzahlung von etwa i/3 des Kaufpreises wird der letztere so günstig wie möglich gestellt werden. Näheres bei der Erped. d. Bl. ___IV ’ZDCUCU ==----------jl n ■ 6 Rmtt. Birken-Knüppel (3 m lang) £vn 4Rmtr. Nadel-Knüppel 6300Nadel-Wellen. ier traueret Friedel Die Zusammenkunft ist Vormittags , -^7 "" 9 Uhr auf der Jägerschneise. llefete Großen-Linden, am 1. April 1891. Gr. Bürgermeisterei Großen - Linden. Leun. [3046 303o Dienstag den 7. April werden im District Riederfeilbach । versteigert: 130 Stück Fichten-Bohnenstangenund 8000 Wellen gemischtes Laubholz- Reisig. Zusammenkunft Morgens um 11 Uhr am Jagdhäuschen. Treis a/L., den 1. Aprll 1891. 3000 _______Amendt. Holz-Versteigerung. Dienstag, den 7. d. Mts. Wird in hiesigem Gemeindewald folgendes Holz versteigert: 56 Eichen-Stämme von 13 bis 30 cm Durchm. und 4 bis,7 m Länge 95 Eichen-Derbstangen von 10 bis 12 cm Durchm. und 4 bis 6 m Länge (Wagnerholz) 6 Fichten»Derb- u. 45 Reisstangen, 122 Rmtr. Eichen-Knüppel (hierunter 44 Rmtr. von 2, 2Vr und 3 m Länge) 9 Rmtr. Eichen-Scheiter 122 Rmtr. Eichen-Stöcke in großer Auswahl bei 3028 Cleckotklhn. AnsMimg iu FkmKsmt». M. Khere un-erweiterte Mädchenschule t nAttt Oft 1QQ1 ..... ___/Si innnnn .nrx.i _ J \ r 3030 Anmeldungen nimmt entgegen der Vorstand Um und der Nachbarplätze den Erwerb dieser zu 3042 Der Vorstand. Der Vorstand der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung 3051 Todes-Anzeige 3050 Der Vorstand. 3039 Vr-Flasche zu 1.60 [3038 Ph. Bauer II., Bahnhofstr., Gießen. Die Reichsbank-DiScont 3 pCt. — Frankfurter Bank-DiScont 3pCt. 3Va% Gießener Gelsenr. Bergw.-Aet. E. Trenckmann Gießen, Sonnenstr. 5. Das Curatorium. Gnauth. Verwandten und Bekannten die traurige Mittheilung, dass unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante In Folge Allerhöchsten Erlasses vom 28. Januar 1891 sind wir zur Ausgabe von St. 120000 Antheilscheinen ermächtigt worden, deren jeder NB. Bei günstiger Witterung findet nächsten Sonntag dtach« mittag das diesjährige Anschießen statt- Frische Schellfische, ächte süße Monnikendamee Brat- bückinge, Kieler Sprotten u Bückinge treffen heute ein. [3027 E. Dort, Wallthorstraße 45. Mosel Cognac aus der Destillerie von A. L. Elfe« in Trier a. d. Mosel. Weindeftillat ohne den geringsten Spritzusatz; in Brüssel mit der silbernen Medaille gekrönt, empfiehlt die Vi-Flasche zu JL 3 — und die Beerdigung findet Freitag, den 3. April, Nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Sonnenstrasse 3, aus statt. Disconto-Command.-Anth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act. Oest. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. 2. Auslassung eines Anthellscheins. 3. Festsetzung des Eröffnungsschießens. 4. Abhaltung eines größeren Preisschießens in diesem Jahre. Kchühen-Verein Gießen. General-V ersammlung* Mittwoch, den 8. April, Abends 9 Uhr, im Schützenhaus. Tagesordnung: 1. Berichterstattung. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 1. April 1891. ZU Greste«. Mit Ermächtigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten, bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß das neue Schuljahr mit Rücksicht auf den in der Direktion der Schule eintretenden Wechsel erst am Montag, den 13. April d. I. beginnt Gießen, den 2. April 1891. Alice-Sclmle. Beginn des Sommercursus: Montag den 13. April 1891, Vormittags 10 Uhr, im Schullocale (Asterweg). Auch wird ein Cursus zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen stattfinden. Der Kleider-Cursus wird etwas später anfangen; die dadurch ausfallenden Stunden werden nachgehalten werden. 3034 ben Einwohnern Frankfurt's .... sichern, bringen wir einen entsprechenden Thetl derselben jetzt zur Ausgabe. Der Verkauf erfolgt: Sängerkranz. Wir beehren unst hiermit, unsere verehrlichen Mitglieder zu einer Abendunterhaltung aas Sonntag den S. April, Abends 8 Uhr, in Steins Garten höflichst eivzuladen. Toües-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mit- theilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Sohn, Bruder und Enkel Wilhelm Beyler, Postgehilfe, nach langem schweren Krankenlager zu sich zu rufen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Heuchelheim, am 2. April 1891. 3025 Die Beerdigung findet statt Freitag, den 3. d. M., Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause in Heuchelheim. im SWiirtau der Internalmmleu Elektrotechnischen Avsstellnna . t t 3« Frankfurt a. M., Große Eschenheimerstraße Nr. 35, Parterre in den Stunden von 11 bts 1 Uhr Und von 4 bis 6 Uhr. „. US» MÄS des Rückportos mittels Posteinzohlung an das Stadtbureau der Ausstellung adresstrt werden. Ueber die Zahlung wird eine Q uittung ertheilt, gegen deren Rückgabe der Umtausch in Original-Antheilscheine nach vorausgegangcner öffentlicher Bekanntmachung stattfindet. An der Kasse der Ausstellung beträgt der Preis einer Eintrittskarte 1 Mk. Ein Abonnement für die Ausstellung findet nicht statt. Der Vorstand behält sich das Recht vor, an einem Tage der Woche eine Zuschlagsgebühr zu den Eintrittskarten zu erheben. Frankfurt a. M., im März 1891. 30WJ Ein Lade« in beiter Lage zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 3022] Ein schönes Zimmer wird zu vermiethen gesucht an einen älteren soliden Herrn, dem zugleich im Hause gegen Vergütung ein Vertrauensposten anvertraut werden soll. Zu erfragen bei der Expedition d. Bl- 1 Loos zu ME. 5 und 10 Eintrittskarten zur Ausstcllu.'.g im Nennwerthe von je 1 Mk. enthält. Der Vertrieb dieser Antheilscheine ist mittels Allerhöchsten Erlasses vom 26. März im Großherzogthum Hessen gestattet. Die Loose nehmen Theil an der am 2. November 1891 und den folgenden Tagen gemäß dem unten beigedrucktkn Ztehungsplan stattfindenden Ziebuna. Dir Auszahlung der Treffer erfolgt an den Inhaber der mit einem Gewinn gezogenen Loose gegen Aushändigung der,eiben vom 1. December 1891 ab an der Kasse der Deutschen Vereinsbank dahier in baarem Gelde. Alle binnen sechs Monaten, vom Ziehungstage ab gerechnet, nicht erhobenen Gewinne verfallen zu Gunsten des Ausstellungs-Unternehmens. Ziehungfsplan« Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 2. April 1891. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min- 3% Reichsanleihe 3Va% do. 3% Preuß. ConsolS 31/8°/e do. Mk. 250,000 Antheilscheine zum Originalpreise I - ^023] Eine ältere solide Näherin T 8 I kann freie Wohnung erhalten gegen einige 3002] Eine Mansardenstube mit ver-1 Hilfsleistungen in der Haushaltung bei schlossenem Vorplatz an einzelne Person einer Kranken zu vermiethen Marktstraße 16. I 3U erfragen bei der Expedition d. Bl. 3017] Ein kleines Logis zu vermiethen bei Th. Bogt, Löwengasse 1b. Elisabeth Möhl nach langem, schweren Leiden sanft entschlafen ist, Um stille Theilnahme bitten töebacnonr 3L - Tcuo uno Verlag her Brühl'schcn Dructere, «Fr Chr. Pietsch) in Gießen, Die heeEKS »Msstzt 6 Getts«. Wohnungsveränderung. Meine Wohnung befindet sich vom 1. April ab im Hause des Herrn Kaufmann Schulze, Seltersweg 1 (Ecke des Kreuzplatzes). — Für das mir seither geschenkte Vertrauen bestens dankend, bitte ich meine werthe Kundschaft, sowie ein hochgeschätztes Publikum, mir dasselbe auch fernerhin bewahren zu wollen. * Hochachtungsvoll [3016 zuletzt wohnhaft in Gießen, Kellner,; evangelisch, 2) Salomon Walldorf, geb am 9. October 1859 zu Londorf, zuletzt in Gießen, Kappenmacher, Israelit, 3) Jost Nickelei, geb. am 13. September 1854 zu Trais a.d.Lda. zuletzt wohnhaft daselbst, Maurer, evangelisch, 4) Ferdinand Karl Meister, geb. am 31. December 1853 zu Gießen, zuletzt wohnhaft daselbst, Schuhmacher, evangelisch, jetzt alle mit unbekanntem Aufenthalte abwesend, werden beschuldigt, zu Nr. 1 als beurlaubter Reservist, zu Nr. 2 als beurlaubter Wehrmann I. Aufgebots olme Eclaubniß ausgewandert zu fein, 'zu Nr. 3 und 4 als Wehrleute II. Aufgebots ausgewandert zu fein, ohne von der bevorstehenden Auswanderung der Militärbehörde Anzeige erstattet zu haben — Uebertretung gegen § 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs. Dieselben werden auf Freitag, de» 24, Juli 1891. Vormittag- 10 Uhr vor das Großherzogl. Schöffengericht Gießen zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach § 472 der Strasprozetzordnung von dem Großh. Bezirks-Commando zu Gießen ausgestellten Erklärung ver- urtheilt werden. 1925 Gießen, den 16. Februar 1891. Der Großh. Amtsanwalt. Br Zimmermann.__ Marca Hungaria Reiner, kräftiger Rothwein *) Zerkleinerung der Cokes betreffend. Außer der seither üblichen Zerkleinerung der Cokes für größere Füllöfen wird jetzt noch, um daS Nachrutschen der Cokesstückcheuin den neueren Oefcn mit engeren Füllschächten 3« erleichtern, eine Zerkleinerung in der Korngröße von Anthracitkoylen, sowie eine noch etwas kleinere Sorte als letztere hergeftellt. M bitten unsere geehrten Abnehmer, durch Versuche die zweckmäßigste Korngröße für die betreffenden Oefeu zu ermitteln und bei Bestellung von zerkleinertem Cokes die gewünschte Sorte — Nr. 1 etwas größer als Anthracit, Nr. 2 in der Größe des Antbracit, Nr. 3 kleiner als Antbraeit — zu bezeichnen.D. O. Feuilleton. Elisabeth. Rovellette von Hedwig Erli». (Nachdruck verboten.) Sie hieß Elisabeth und war siebzehn Jahre alt. Eine anmuthige, schöne Gestalt und freundliche, wenn auch nicht regelmäßige, so doch interessante Gesichtszüge machten ste zu einer angenehmen Erscheinung. Soeben tritt sie aus dem eleganten Confecttonsgeschast, in welchem sie seit Kurzem als dritte Verkäuferin angestellt ist. Ihre Wangen sind etwas bleich, gewiß von der vielen Arbeit der vergangenen Woche und vom Aufenthalt in dem staubigen, drückenden Locale, bei der entsetzlichen Julihitze. Ja, früher, als der Vater noch lebte, hatte sie das alles nicht nöthig gehabt, da war ihr sogar der Besuch einer- höheren Schule vergönnt gewesen. Doch als der Ernährer plötzlich vom Tode ereilt wurde, hörte das Wohlleben auf und sie mußte der einsamen Mutter die Sorgen tragen Helsen. Um in ihrer nunmehr veränderten Lebensweise irgend etwas Verletzendes zu finden, dazu war Elisabeth noch zu harmlos- gern arbeitete sie, gern wollte sie alles erdulden, wenn nur die geliebte Mutter erst wieder fröhlich lächeln wollte. Ach, das gute Kind wußte ja kaum, daß Arbeit, die Arbeit, die es so mit Stolz erfüllte, sogar als eine Schande betrachtet werden kann, natürlich nur von Leuten, die neben einer guten Herkunft und viel Geld sonst nichts^aufzuweisen haben. Der nächste Tag war ein Sonntag. Alt und Jung pilgerte fröhlich hinaus in die freie, schöne Natur, um sich von den Mühen der vergangenen Woche zu erholen. Auch Elisabeth hatte mit ihrer Mutter die Stadt verlassen, um einen kleinen Spaziergang zu unternehmen, und während sie ein kleines Tanuengehölz, wo die Lust kühl, und der Boden mit seinen Nadeln besäet war, durchschritten, sang und jubelte Versteigerung. Freitag den 3. April, Nachmittags von 2 Uhr ab, werde« im früher Rahn'scheu Hause, ««tzsteingasse, mehrere Tausend alte Ziegel, Thüren, Oefeu, Fenster, ein noch sehr guter kupferner Kessel und eine Parthi« Brenn- und Nutzholz meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. 2912 sitzen bleiben. „Mütterchen, laß mich ein wenig in die Anlagen gehen, ich möchte ein Sträußchen winden." Mit diesen Worten fand sie eine Gelegenheit, der Mutter, die in eine Zeitung vertieft, überhaupt nichts von dem ganzen Vorgang bemerkt hatte, ihr Verlassen des Platzes zu erklären. Bald hatte Elisabeth eine einsame, ganz im Laube versteckte Bank gefunden. Hier war sie endlich allein und den Kopf in beide Hände geborgen, weinte sie bitterlich. „Nur eine Confectio -use!" Das also war es, warum man ,.ch von ihr zurÜC g. Man verachtete sie, weil sie für Geld arbeitete. Ach, sie alle wußten es ja nicht, wie süß es war, dem geliebten Mütterchen das selbsterworbene Geld in dte > zu legen und ihren Dank, ihr Lächeln dafür zu empfangen. Des armen Mädchens Thränen flössen reichlicher, ob aus verletztem Stolz oder ob aus Mitleid mit seinem eigenen Ich, das wußte es selbst kaum. Plötzlich raschelte es im Laube. Erschrocken schaute Elisabeth auf. Vor ihr stand derselbe Herr, der im Garten ihr Nachbar gewesen war. Erröthend, sich ihrer Thränen schämend, senkte sie die Blicke nieder. Es war eine peinliche Situation, denn der Fremde blieb unbeweglich stehen und sah forschend auf das verlegene Mädchen. „Mein Fräulein!" sagte er endlich eigenthüwlich langsam, dann schwieg er wieder. Elisabeth hatte erwartungsvoll ausgesehen, jetzt wagte sie endlich die naive Frage: „Ja, was wollen Sie denn eigentlich von mir, weßhalb sehen Sie mich immerfort an?" „Weil Sie weinten, mein Fräulein, und weil ich wußte, warum Sie weinten." „Nein, das konnten Sie ja gar nicht wissen." „Doch, mein Fräulein, man kränkte Sie, ich weiß alles, denn ich saß im Garten dicht neben Ihnen, sah Ihr Erbleichen ..." Wieder tropfte eine verrätherische Thräne von Lisas 2981 j Einen Schreinergesellen sucht A. Klirigelmeyer, Sandgasse 33. wahr: „Du, Margot, kennst Du denn die drüben?" „Bitte, drücke Dich deutlicher aus, Wange. „O, verderben Sie doch nicht Ihre wunderschönen Augen mit diesen unnützen Thränen," fuhr der Fremde sein lächelnd fort, unbeirrt durch das Erröthen Lisas, „und nun erlaube« Sie, daß ich mich ein wenig zu Ihnen setze und Sie tröste- ich hoffe doch, mein Fräulein, daß wir uns vertragen." Elisabeth war es merkwürdig zu Muthe. Sie war noch so unerfahren, was sollte sie eigentlich thun? Sollte Sie den Fremden bitten, sie zu verlassen? Das konnte sie doch auch wieder nicht, denn der Herr war ja ganz artig und dann schließlich durste er sich auch ohne ihre Erlaubniß auf die Bank setzen, höchstens hätte sie dann ausstehen können. Aber das ging doch auch nicht so ohne Weiteres. Jetzt stellte er sich ihr vor. Rechtsanwalt v. Sendler sich. Wie vornehm das klang. Nein, da wagte sie nichts zu sagen. Aengstlich rückte sie aus die Seite und nur zuweilen blickte sie verschämt aus ihren Nachbar, der bald prüfend, bald bewundernd sein scharfes Auge auf ihr ruhen ließ. Jetzt kam er ihr sogar ganz nahe und sagte in eigentümlichem Tone: „Ich kenne Sie bereits, mein Neubau einer Turnhalle für öie Realschule Die Grobschlofferarbeiten sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. n . Arbeitsverzeichnisse liegen im Geschäftszimmer Nr. 3 zur Einsicht und werden daselbst unentgeldlich abgegeben. Die Angebote sind bis spätestens Montag den 6. April, Bormittag» 10 Uhr, Eichenstämme mit 53,96 Fstm., Nadelstämme „ 6,14 Fichten-Stangen mit 66,67 Fstm. Rmtr. Gichen Nutz-Scheit Holz. B. Brennholz. den unter der Controlle des Herrn Dr. Theodor Petersen stehenden Kellereien von Franz Schiemann, Frankfurt a. Kl. Preis per ^4 Literflasche Ml. 1.— mit Glas. Ferd. Drebes, Marktplatz. E. Dort, Wallthorstraße 45. E. Fischbach, Seltersweg 24. C. G. Kleinhenn, Bahnhofstraße. P. F. Thomas, Wallthorstraße 6. In Grotzen-Linden: Georg Post. „ Lollar: H. Geissler VI. „Zur Germania“ „ Langgöns: C. Weil III. „Zum Schwanen66. „ Leihgestern: J. Hess XX 1529 weiß ich, wer es „yvu, Dich doch nicht so an, Du mußt sie doch kennen, mich grüßte sie jedenfalls nicht." „Ach, richtig, ich erinnere mich, nun, wenn Du Dich für die so interessirst, so wisse, daß der Gegenstand Deiner Be- wrmderung nur eine Confectioneuse ist- ich kaufe alle meine Bänder und Schleifen bei ihr, daher auch der zuvorkommende war." 2396] Spaten, Hacken Schippen Rechen, Hecken» und Rosenscheeren, _ — Barrmsäaen Sicheln, Sensen empf. 2993] Schreinergeselle gesucht. Carl Hensel. Wallthorstraße. C.. “ “ ” ' . Cokes. 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