Nr. 203 Mittwoch den 2. September 1891 Lkr Mm A*|df6. Hinsichtlich der Bullen Simmenthaler Rasse ist urkund- ' lich nachzuweisen, daß solche entweder direct aus dem Simmenthal eingeführt worden sind oder daß dieselben aus einer Reinzucht stammen. '7. An Preisen werden aus Vereinsmitteln gewährt: 1. für den schönsten Bullen, Simmenth. Rasse 45 A 2. „ „ „ Vogelsberger „ 45 „ 3. ein Preis ä 40 „ 4. , „ ä 30 „ 5. zwei Preise ä 25 A 50 „ 6. „ „ ü, 20 „ 40 " zusammen 8 Preise = 250 A Rinder und Kühe: S. A A. zwei. Preise // fünf 35 30 25 20 15 10 70 60 50 40 30 50 M II II ä ä ä ä ä ä Für 1. 2. 3. 4. 5. 6. zusammen 15 Preise = 300 A II. Bezüglich der von der Stadt Hungen zur Ausführung der Viehpreisvertheilung zur Disposition gestellten 200 A gelten ebenfalls vorstehende Bedingungen, jedoch , sollen aus diesen Mitteln auch nicht im Kreise Gießen wohnende Züchter bei Vorführung von preiswürdrgem Vieh mit Prämie bedacht werden. ratisöeikage: Gießener Kamikienökätter VM lon Anzeigen zu der Nachmittag- für dm Coigmbm Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Alle Anuoneeu-Bureaux deL In» und Ausländer nehm»« «R Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeh. Amtlichem Theil. Gießen, 31. August 1891. Betr.: Ernteerträgnisse. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Soweit Sie unserer Verfügung vom 21. August l. I. — Kreisblatt 195 — noch nicht entsprochen haben, erinnern wir Sie daran, uns den vorgeschriebenen Bericht über die Ergebnisse der Roggenernte unfehlbar binnen 3 Tagen vor- zulegen. Soweit über die Weizenernte schon mitberichtet werden kann, wolle dies gleichzeitig geschehen. v. Gagern. III. Es bleibt dem Ermessen der Prämiirungs-Commission überlassen, die bestimmten Preise innerhalb des Gesammt- betrages je nach der Güte der ausgestellten Thiere jeder Gattung auch zu übertragen. Gießen, den 18. August 1891. Der Vorstand des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. I o st,' Regierungsrath. Zum 2. September. Mitten in hochbedeutsamer Zeit feiert in diesem Jahre die deutsche Nation ihr Nationalfest, die nun zum zwanzigsten Male erfolgte Wiederkehr des Gedenktages an die große Schlacht von Sedan! Wurde doch in diesem Jahre, am 18. Januar, das zwanzigjährige Geburtsfest des deutschen Reiches gefeiert, denn an jenem welthistorischen Tage war es ja, an welchem vor zwanzig Jahren der ruhmgekrönte König Wilhelm I. von Preußen zum deutschen Kaiser von Fürsten und Volksvertretern jubelnd ausgerufen wurde und einer der herrlichsten Wünsche des deutschen Volkes sich vollzog. So ist diesmal die Feier des Sedantages ganz besonders bedeutsam in ihren Erinnerungen an das große Jahr 1870/71, sie ist es aber fast ebenso sehr durch ihre lebendige Bedeutung für die Gegenwart. Ein Sieges- und Triumphfest über den gefällten Gegner soll die Feier des 2. September allerdings nicht sein, darüber sind längst alle erleuchteten Patrioten einig, aber ein nationales Fest der Freude über das gelungene deutsche Einigungswerk und eine Feier des heiligen Gelobens, daß alle deutschen Stämme fest, treu und freudig an der mühsam errungenen Einheit festhalten wollen, das ist die lebendige hohe Bedeutung der Sedanfeier. Daß dieser Wunsch und Wille aller Patrioten, die Einheit des Reiches unter allen Umständen zu erhalten, auch einer glänzenden äußeren Entfaltung bedarf, darüber kann nicht der geringste Zweifel bestehen. Denn wie anders als auf diese Weise kann das Vorbild der Großthaten der alten Helden aus die junge Generation würdig übertragen werden als durch eine volks- thümliche Feier des größten Ehrentages der deutschen Nation, der gerade bei Sedan am 1. und 2. September 1870 voll vereinigten deutschen Stämme? Auch sollen die auswärtigen Gegner im Westen und Osten an der deutschen Nationalfeier erkennen, daß der Einheitsgedanke im deutschen Volke für immer feste Wurzel gefaßt hat und daß die versuchte Zerreißung des deutschen Reiches auf eine kampfbereite wehrtüchtige Nation von fünfzig Millionen Deutschen stoßen würde. In einer Zeit, wo der politische Boden im Westen und Osten Europas für die Verwirklichung von Revanche-Ideen ganz besonders vorbereitet erscheint, kann auch diese Betonung der Bedeutung der Sedanseier in Deutschland nichts schaden. Unser bestes nationales Heil ist eben allein in den herrlichen Worten unseres Dichterfürsten enthalten: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, In keiner Noth uns trennen und Gefahr!" Deutsches Reich. Berlin, 31. August. Die Roggeneinsuhr aus dem Königreich Polen nach Preußen hat, wie die „Nordd. Allg. Ztg." mittheilt, in der Zeit vom 11. bis 26. August — also bis zum Tage vor dem Inkrafttreten des russischen Roggen- aussuhrverbotes — über 60000 Tons betragen, abgesehen von dem per Axe oder zu Schiffe über die preußische Grenze eingeführten Roggen. Inwieweit diese verhältnißmäßig bedeutende » Roggenzufuhr dazu beitragen wird, die Kornpreise auf dem deutschen Markte endlich zum Weichen zu bringen, muß noch abgewartet werden; zunächst machen dieselben noch keine große Miene, herunterzugehen. Vielleicht geschieht dies, wenn die Kornernte in ganz Deutschland beendigt sein wird- jedenfalls hat das in letzterer Zeit im Allgemeinen herrschende trockene Wetter die Erntearbeiten, soweit dieselben nicht schon zum Abschlüsse gebracht waren, wesentlich begünstigt. Die Ernteberichte lauten durchschnittlich gar nicht so schlecht, im Gegen- theil, aus vielen Gegenden kommen über Qualität und Quantität des neuen Roggens recht erfreuliche Mittheilungen. Sollten trotzdem die Getreidepreise sich auf ihrer jetzigen Höhe noch weiter behaupten, so könnte es keinem Zweifel mehr unterliegen, daß hierbei einflußreiche Börsenspeculanten die Hand im Spiele haben. Netteste Nachrichten. Wolfis telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Kiel, 31. August. Der Armstrongdampfer „Drudje" verließ Nachmittags den Hasen. Das chilenische Kriegsfahrzeug „Presidente Pinto" geht voraussichtlich Nachts in See. Potsdam, 31. August. Die Erbprinzessin von Hohenzollern ist gestern Nachmittag in Heiligendamm von zwei Prinzen entbunden worden. Schwerin, 31. August. Bei dem Großherzog ist eine Besserung wahrnehmbar- die Augenlähmung ist geschwunden, die Sprache etwas deutlicher, die Athemnoth verändert, die sonst affieirten Körpertheile sind unverändert. Sigmaringen, 31. August. Die Generalversammlung deutscher Alterthums-Vereine wurde heute im Beisein des Fürsten Hohenzollern eröffnet. Bis jetzt sind 130 Theilnehmer anwesend, darunter hervorragende Gelehrte. Vorträge hielten Hofrath Zingeler zur Geschichte Hohenzollerns, Professor Thudichum über die Herstellung historischer Karten. Bolchen, 31. August. Bei der Eröffnung der land- wirthschastlichen, zahlreich aus Lothringen besuchten Ausstellung theilte Unterstaatsseeretär von Schrauth mit, die baldige Ausführung der Moseleanalisirung sei zu gewärtigen. Beim Festessen brachte Graf Millers das Hoch auf den Kaiser und Baron Zorn-Bulach dasjenige aus Lothringen aus. Wien, 31. August. Der am Donnerstag Nacht zwischen Thal und Lienz im Pusterth ale unerwartet niedergegangene Bergsturz droht das Drauthal vollständig abzusperren und die Drau enorm zu stauen. Die bisher abgestürzte, auf 200 000 Cubikmeter geschätzte Bergmasse riß vier Hectar Wald mit, wodurch eine seeartige Anschwellung der Drau bewirkt wurde, die ihrerseits die Gefahr einer Verlegung des Draubettes erhöht. Städte sind bisher noch nicht bedroht. Die Schutzarbeiten werden Tag und Nacht betrieben. Turin, 31. August. Heule zog über die Höhen von Settimo, San Mareo, Castiglione und Gassino ein Wirbelsturm hin- gleichzeitig ging in Sen Thälern ein heftiges Hagelwetter nieder. Die ganze Ernte ist vernichtet, viele Häuser sind stark beschädigt und mehrere Personen verletzt. Bristol, 31. August. In einer Kohlengrube bei Bedminster fand heure in Folge schlagender Wetter eine Explosion statt. Bisher sind neun Todte zu Tage gefördert. Konstantinopel, 31. August. Aus Anlaß des heutigen fünfzehnten Jahrestages der Thronbesteigung des Sultans waren die Stadt und der Bosporus festlich beflaggt. Vormittags empfing der Sultan die Vertreter der obersten Behörden und des diplomatischen Corps, die ihre Glückwünsche darbrachten. Abends waren die Gebäude sämmt- licher Botschaften beleuchtet. An vielen Orten wurden Feuerwerke abgebrannt. Newyork, 31. August. Nach einer Depesche der „World" aus Valparaiso beträgt der Schaden, welcher durch die Brandstiftungen an dem Eigenthum einer Anzahl Anhänger Balmaeedas nach dessen Niederlage verursacht worden ist, zwei Millionen Dollars. Die Plünderer konnten nur unter Anwendung von Feuerwaffen überwältigt werden- sie ließen 200 Todte auf dem Platze. Eine Bürgergarde ans Angehörigen der fremden Colonien hält jetzt die Ordnung aufrecht. Auch in Santiago ist der durch Brandstiftung verursachte Schaden groß. In der Stadt herrscht Panik, die Geschäfte sind geschlossen. Es ging eine starke Truppenabtheilung nach Santiago zur Unterstützung des Generals Baquedano, welcher die Ordnung daselbst herzustellen bemüht ist. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 31. August. Der Kaiser hat sich entschlossen, zu dem Kaiser Wilhelm-Denkmal das Schilling'scke Postament und das Hilger'sche Pferd zu nehmen. Berlin, 31. August. Wie der „Reichs-Corresp." aus Petersburg gemeldet wird, empfahl der Minister des Innern den Gouverneuren größte Vorsicht bei Eintreibung der Staatssteuern in diesem und im nächsten Jahre bis zur Ernte. Der Finanzminister erließ gleiche Vorschriften. Berlin, 31. August. Bankier Arendt und Proeurist Wolf, welche beschuldigt waren, am 20. Februar an der Börse ein Gerücht ausgesprengt zu haben, der Kaiser sei krank und Prinz Heinrich übernehme die Regentschaft, und dafür vom Schöffengericht zu 30 Mk. Geldstrafe verurtheilt wurden, sind heute in der Berufungsinstanz sreigesprochen worden. Berlin, 1. September. Die „Nordd. Allg. Ztg." theilt mit, die Angelegenheit betreffend des vor längerer Zeit in Hoboken stattgehabten Consliets zwischen den Heizern des Lloyddampfers „Elbe" und amerikanischen Polizisten sei irc. befriedigender Weise gelöst. — Nach dem „Vorwärts" brachten die socialdemokratischen Stadtverordneten bei der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag ein, mit dem Magistrat Maßregeln zu berathen, um dem Noth stand in Berlin entgegenzutreten. — Die „Kreuzztg." erfährt aus Petersburg, die Beschränkung der Pserdeausfuhr gelte als bevorstehend. Danzig, 31. August. Katholikentag. Auch Goßler ist anwesend. Präsident Graf Rechberg erklärte in der Eröffnungsrede, das Centrum halte fest an Kaiser und Kanzler, sowie an den den Frieden garantirenden Allianzen. (Lebhafter Beifall.) Schorlemer-Alst sprach über die sociale Frage. Die Lösung sei nur durch die Religion und die Kirchensreiheit möglich. Porsch verlangte ein Condominat des Staats und der Kirche über die Schule. Straßburg, 31. August. Im Vororte Königshosen ist das Stationsgebäude, zugleich Getreidemagazin der Firma Moses Frank, mit Getreide im Werthe von 10,000 Mark, gestern vollständig abgebrannt. Ueber die Entstehung des Feuers ist nichts bekannt. Wien, 31. August. Bei der feierlichen Eröffnung des Saarenmarktes, welcher massenhaft von Deutschland besucht ist, begrüßten die Regierungs- und Gemeindevertreter die versammelten Theilnehmer wärmstens und versicherten die Sympathie und Unterstützung der Institution seitens der Behörden. Die Eröffnungsrede des Präsidenten Raschauer betonte die gebesserte handelspolitische Lage und drückte die Hoffnung aus, daß im nächsten Jahre der mitteleuropäische Handelsverkehr sreigegeben werde. Die durch den Vicepräsidenten Wyngart - Berlin erstattete ziffernmäßige Darstellung der heurigen Ernte rief Sensation hervor, namentlich überraschte das günstige Weizenresultat Oesterreich-Ungarns, Preußens, Sachsens, Frankreichs und der Schweiz, sowie der außerordentlich große Weizen- und Maisertrag Amerikas, andererseits blieb der ganz unerwartet kommende Mißwachs Belgiens und die russische Weizenernte mit Ausnahme Podo- liens noch hinter den pessimistischen Schätzungen zurück. Die Roggenernte aller Staaten bleibt hinter mittel, günstig ist die Ernte von Gerste und Hafer, welche überwiegend über Mittel- Resultate liefern. Wien, 1. September. Auf der Strecke Linz-Pusterthal zwischen den Stationen Thal und Linz fand ein großer Bergrutsch statt, der das Bett der Drau zu verlegen droht. Colossale Erdmassen sind in BeweLung. Die Wohnungen sind nur gefährdet, falls die Drau gestaut wird. Krakau, 1. September. Aus Veranlassung des polnischen Rechtsraths wird in Teschen eine große Versammlung schlesischer Polen stattfinden, um die internationalen Wünsche der Bevölkerung zum Ausdruck zu bringen. — In den Westgalizischen Raphta-Gruben der Galizisch-Hannoverischen Gesellschaft in Potok bei Krosno sand eine Gas-Explosion statt. Meilenweit wurde die erdbebenartige Erschütterung bemerkt. Niemand wurde verletzt. Zürich, 31.August. Gestern Abend stieß im Bahnhofe Zürich der Genfer Schnellzug auf einen leerstehenden Rangir- zug. Die Maschine und mehrere Waggons wurden zertrümmert. Als Ursache wird falsches Bahnsrei - Signal angegeben. Mehrere im Schnellzuge befindliche Personen wurden verletzt. Rom, 31. August. Die Nachrichten aus Mailand über den Strike der Arbeiter der metallurgischen Anstalt „Elvetica" lauten ernster. Der gestrigen Versammlung wohnten ungefähr 2000 Arbeiter bei. Es wurden viele Reden, besonders gegen die Stückarbeit, gehalten. Die Polizei ließ den Rednern vollständige Redefreiheit. Es wurde befchlossen, wenn binnen drei Tagen kein Einvernehmen erzielt ist, die Bäcker und Arbeiter der electrischen Beleuchtung auszusordern, die Arbeit einzustellen, damit die Stadt ohne Brod und Licht bleibe. Die Agitation wegen der Arbeits- Einstellung beginnt heute früh. Rewyork, 31. August. Nach Meldung aus V a l p a r a i s o wurde der Herausgeber des balmacedistischen Organs, „Journal Comerico", Lawvin, wegen Verbreitung einer gegen die Con- greßregierung gerichteten Schmähschrift erschossen. Rewyork, 31. August. Im hiesigen Auswärtigen Amt wird trotz der entgegengesetzten Meldungen angenommen, Santiago sei noch im Besitze Balmacedas, da der nordamerikanische Gesandte in Chile die Uebergabe noch nicht gemeldet habe, was schon geschehen sei, wenn dies wirklich der Fall wäre. — Der „Worl d" wird aus Valparaiso gemeldet, die Insurgenten verdankten ihre Erfolge hauptsächlich dem strategischen Talente Körners, welcher als Jnstructeur in der Kriegskunst von Deutschland nach Chile berufen wurde, aber Balmaceda verlassen hat, um sich den Congreßtruppen anzuschließen. Die diesjährigen Kaisermanöver. Die diesjährigen Kaisermanöver umfassen bekanntlich zwei Armeecorps, das elfte (Provinz Hessen-Nassau) und das vierte (Provinz Sachsen) und werden hauptsächlich, mit Ausnahme der in Cassel stattfindenden Kaiserparade des elften Armeecorps, in Thüringen in dem Gelände zwischen Erfurt, Langensalza, Mühlhausen und Heiligenstadt vor sich gehen. Dort werden zwei Armeecorps in einer Stärke von etwa 52,000 Mann und 354 Geschützen unter den Augen des obersten Kriegsherrn und vieler berufener Heerführer gegeneinander austreten. Innerhalb beider Armeecorps wird eine Dreitheilung stattfinden und zwar dergestalt, daß dem schon in gewöhnlichen Zeiten aus drei Divisionen — 21., 22. und 25. — bestehenden 11. Armeecorps, das 4. Armeecorps gleichfalls in einer Stärke von drei Divisionen — 7. und 8. und Reservedivision — gegenübertreten und nachher mit dem ersteren gemeinsam gegen ein zusammengestelltes Armeecorps fechten wird. Man will an der Ausstellung einer Reservedivision prüfen, wie sich diese ganz wie im Mobilmachungsfalle wenige Tage vor Beginn der Uebungen gebildete Truppe, die ausschließlich aus Reserve- und Landwehrmannschaften ersten Aufgebots bestehen wird, in Bezug aus militärische Anforderungen und Ertragung von Strapazen bewähren wird. Ein weiteres characteristisches Gepräge werden die Kaisermanöver durch die große Kavalleriemasse, welche zu ihnen herangezogen wird, erhalten. Nicht weniger wie 18 Cavallerie-Regimenter mit 85 Escadrons und circa 8000 Pferden werden sich in dem Gelände westlich und nordwestlich Erfurts tummeln. Die 18 Regimenter kommen dergestalt zur Verwendung, daß je drei Regimenter jedem Armeecorps zugetheilt, während aus den übrigen zwölf Regimentern zwei Cavalleriedivisionen — A uni) B — formtet sind. Von diesen Reitermassen wird besonders an den beiden ersten Tagen der Operationen —- dem 15. und 16. September — der Aufklärungsdienst in großem Maßstabe zur Uebung kommen. Die Operationen der drei Hauptmanövertage — dem 17., 18. und 19. September — werden streng kriegsmäßig und nach ganz allgemeinen Dispositionen gehalten sein. Die Zeiteinteilung ist folgende: Samstag, 12. September, Parade des 11. Armeecorps bei Niederzwehren. Sonntag, 13. September: Feldgottesdienst von Deputationen der Truppentheile des 11. Armeecorps auf dem Bowlinggreen in Cassel. Montag, 14. September: Parade des 4. Armeecorps bei Gamftedt südwestlich von Erfurt. Dienstag den 15. September: Corpsmanöver des 4. Armeecorps in zwei Parteien nordwestlich von Erfurt. Mittwoch, 16. September: Kriegsmarsch des 4. Armeecorps in der Richtung aus Cassel, wohin schon am Tage vorher die Cavallerie-Division A. aufklärend vorgegangen. Das 11. Armeecorps führt während dieser Tage — also am 14., 15. und 16. September — von Cassel heranrückend gleichfalls Kriegsmärsche in der Richtung aus Erfurt aus, die ihm beigegebene Cavallerie- Division B. zur Aufsuchung des Feindes an der Tete. Donnerstag den 17. und Freitag den 18. September: Manöver des 4. und 11. Armeecorps gegeneinander in dem Gelände bei Langensalza und Mühlhausen i. Th. Samstag den 19. September: Manöver der zu einer Armee formirten 4. und 11. Armeecorps gegen ein zusammengestelltes Armeecorps. Am 17. und 18. September wird es aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen den beiden Armeecorps in der Nähe von Langensalza, bezw. Mühlhausen zu großartigen ( Gefechten kommen, doch ist die Gegend, in welcher der Zu- . sammenstoß an den einzelnen Tagen stattfinden wird, um so ungewisser, als sämmtliche Truppen in den Nächten biwakiren und die Leitung dadurch von vorher bestimmten Quartieren und derartigen Friedensrücksichten ganz unabhängig ist. Der erste Tag führt meist nur zu einer Entwickelung der Avantgarden, während der Hauptzusammenstoß in entwickelter Front erst am zweiten Tage erfolgt. — Interessant ist bei Be- trachtung der diesjährigen Kaisermanöver beider Armeecorps die Tha'tsache, daß an Soldaten, nach Heimathsländern geordnet, eine so große Anzahl verschiedener „Landsleute" zusammengeführt werden, wie wohl nie bei anderen Armeecorps. Die Armeecorps recrutiren sich aus den preußischen Provinzen Sachsen und Hessen-Nassau, sowie einem Theile der Rheinprovinz, aus Elsaß-Lothringen, aus den Groß- herzogthümern Hessen und Sachsen-Weimar-Eisenach, aus den Herzogtümern S.-Altenburg, S.-Coburg-Gotha, S.-Meiningen- Hildburghausen, Anhalt-Dessau, aus den Fürstentümern Waldeck, den beiden Reuß, Schwarzburg - Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen. Von Rhein und Nahe, von Main und Neckar, von der Lahn, von der Fulda und Weser, der Leine, der Elbe, der Saale, der Unstrut und wie die Flüsse alle heißen mögen, geben sich Deutschlands Söhne in Waffen ein Stelldichein auf Thüringens gesegneten Fluren — zum Kaiser-Manöver. Locales unb Lroviirzrelles. Gießen, 1. September. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 3. September 18 91, Nachmittags 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Gesuch des Condirors H. Hettler um Ertheilung der Concession zum Wirthschasts- betrieb. 3. Die Einfriedigung an dem Garten des Christoph Spies, Diezstraße. 4. Desgleichen des Kohlenhändlers Unverzagt, Schottstraße. 5. Desgl. des Heinrich Gröninger, Steinstraße. 6. Desgl. des Locomotivführers Dotzenrod, Schillerstraße. 7. Desgl. des Hermann Katz, Schillerstraße. 8. Desgl. des Karl Zwesch, Schillerstraße. 9. Gesuch des L. Scharmann um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen. 10. Das hiesige Leichen- und Bestattungswesen. 11. Die Friedhofsordnung. 12. Erlaß eines Polizeiregle- wents, die Bezeichnung der Fuhrwerke betr. 13. Gesuch des W. Gail um Genehmigung zur Anlage eines Anschlußgeleises. 14. Verbesserung eines Stücks Wieseckböschung hinter dem Noll'schen Garten. 15. Ausbau der Straße auf der Nordanlage. 16. Herstellungen in der Dienstwohnung des Octroi- erhebers Vix. 17. Das Feuerlöschwesen, hier die Anschaffung von Gürtelzeug. 18. Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben der Vorschule des Gymnasiums für 1890/91. 19. Die Rechnung der Plock'schen Stiftung für 1890/91. 20. Desgl. Voranschlag. 21. Desgl. der Armenkasse. 22. Desgl. Voranschlag. 23. Decretur von Kostenrechnungen. — Unglück. Ein allgemeines Bedauern erregender Unglücksfall ereignete sich gestern Abend auf Oswalds Garten. Der Steigerzug der dort übenden Gießener Freiw. Feuerwehr nahm Uebungen am Steigerthurm vor und wollten die oben befindlichen Steiger fich eben, nachdem die Selbstrettung durch tzerablafien am Seil geübt worden war, mittelst Rettungs> sackes herablafien. Nachdem der Hauptmann der Feuerwehr, Schlachtausverwalter Möhl, die oben befindlichen Leute über die bei Gebrauch des Rettungssackes zu beachtenden Verhaltungsmaßregeln instruirt, schickte er sich an, selbst in den Sack zu steigen. Der dabei stehende Steiger W i l h e l m L ö b e r, ein junger Mann von ca. 22 Jahren, erbat fich, weil schon geübter Feuerwehrmann, die Erlaubniß, als erster hiuuntergleiten: zu dürfen, in Folge deffen der Hauptmann davon abstand. Kaum war 256er, vorschriftsmäßig Kopf nach unten, in den Sack gelangt, als dieser riß. Löber stürzte durch den in Höhe des obersten Stockes befindlichen Riß in die Tiefe nnd brach das Genick, so daß der Tod augenblicklich eintrat. Da es schon mehrfach bei Uebungen vorgekommen, daß Rettungssäcke durch die am Gurte getragenen Beile der Steigermannschaften Riste erhielten, hatte Hauptmann Mohl vorfichtshalber dem Löber das Beil abzulegen befohlen. Der Rettungssack ist erst seit dem Jahre 1886 in Gebrauch und ist es um so unerklärlicher, wie derselbe einen so verhängnißvollen Riß erhalten konnte. Löber war ein seiner freiwillig übernommenen Pflicht stets eifrig obliegender Feuerwehrmann, beim Corps ein beliebter Kamerad; sein Eifer im Dienste aufopferungsfreudiger Nächstenliebe kostete ihm das Leben. Ehre seinem Andenken! — Ausdauer beim Radfahren zeigte am vergangenen Sonntag ein hiesiger elfjähriger Junge. Derselbe fuhr von Gießen bis Dillenburg und von da zurück bis Wetzlar, eine Strecke von über 75 Kilometer. Die Strecke von Gießen bis Ehringshausen wurde zurückgelegt, ohne vom Rad zu steigen. — Ernennung. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 15. August den seitherigen? Oberlehrer an dem Gymnasium zu Mitau in Kurland Arthur Frederking zum Lehrer an dem Gymnasium zu Mainz, mit Wirkung vom 16. September d. I. an, zu ernennen. Schloß Romrod, 30. August. Se. Königliche Hoheit der Großherzog besuchten heute Vormittag mit den hier anwesenden Herrschaften den Gottesdienst in der Pfarrkirche, welcher von dem Pfarrverwalter Lindenschmitt abgehalten wurde. — Zur heutigen Tafel war Se. Hoheit Lieutenant Prinz Albert von Schleswig-Holstein erschienen. Schloß Romrod, 31. August. Se. Königliche Hoheit der Großherzog nebst Prinzessin en und Gefolge fuhren heute früh aus der Straße Alsfeld-Lauterbach über Wallenrod nach Reuters, woselbst Allerhöchstdieselben zu Pferde stiegen, um der Gefechtsübung der 50. Infanterie-Brigade beizuwohnen- es operirte aus der Straße Lauterbach-Reuters das Regiment Nr. 118 gegen das Regiment Nr. 117 bei Brauer- schwend; nach der Uebung werden die Herrschaften wieder hierher zurückkehren. Heute Abend sind der Stab des Infanterie-Regiments Nr. 118, sowie die Offiziere der 12. Compagnie desselben und der 2. Escadron des Garde- Dragoner-Regiments, die hier in Romrod im Quartier liegen, zur Tafel befohlen. D. Ztg. + Lich, 31. August. Gestern wurde das Sedansest unter einer sehr starken Betheiligung auf dem herrlich gelegenen Hardtberge dahier abgehalten. Der Festzug, gebildet aus den mit Bretzeln beschenkten Schülern Der Volksschule, sowie denjenigen der Präparanden-Anstalt, ferner den verschiedenen Vereinen mit einem Musikcorps an der Spitze, bewegte sich um 3 Uhr nach dem Festplatze. Hier angelangt hielt nach Absingung des Liedes „Deutschland, Deutschland über Alles" Lehrer Wagner die Festrede, welcher die beiden Kaiseraussprüche „Welche Wendung durch Gottes Fügung" und „Der Schlachttag von Sedan ist zugleich auch der Geburtstag des wiedererstandenen deutschen Reiches" zu Grunde lagen und welche mit einem begeistert aufgenommenen Hoch aus Kaiser und Großherzog schloß. Dem sich nunmehr entwickelten munteren Treiben bei Spiel, Gesang, Musik und Tanz konnte erst durch die hereinbrechende Nacht ein Ende gesetzt werden. Ein schöneres und besuchteres Sedansest als dieses letztere ist nach allgemeinem Urtheil in Lich noch nicht gefeiert worden. Grünberg, 31. August. Die Herb st Übungen der Truppen, welche in unserer nächsten Umgebung abgehalten wurden, veranschaulichten ein recht lebhaftes Kriegsbitd, wozu viel das eigene Abkochen mit Selbstverpslegung und kriegsmäßiger Einquartierung, besonders aber die nächtliche Alar- mirung, beitrug. Leider wurde aber die Ernte von vielen Grundstücken ganz und von vielen theilweise vernichtet. Bereits sind von Grobherzoglicher Bürgermeisterei die Grundbesitzer ausgesordert, bis zum 1. September ihre Schäden mit Bezeichnung der Grundstücke und Angabe der Entschädigungssumme anzumelden. Grundstücke, welche vor dem Eintreffen der Einschätzungscommission abgeerntet werden sollen, sind vorher anzugeben. -dt. Neu»Ulrichstein, 1. September. Monatsbericht der Arbeiter - Colonie pro August 1891. Ende August 1891 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 50 Mann. Dieselben Verth eilen« sich aus das Groß- herzogthum Hessen 9. Königreich Preußen: Provinz Brandenburg 1, Provinz Hannover 1, Provinz Hessen - Kassel 3, Provinz Hessen-Nassau 7, Provinz Rheinlande 5, Provinz Sachsen 1, Provinz Schlesien 2, Provinz Westfalen 1, Provinz Pommern 1. Königreich Bayern 5, Königreich Württemberg 2; Königreich Sachsen 1. Großherzogthum Baden 3, Großherzogthum Mecklenburg 1. Thüringische Staaten 5, Reichslande 1. Ausland: Kaiserreich Oesterreich: Wien 1.. Hiervon waren: Arbeiter 13, Bäcker 2, Dachdecker 1, Färber 2, Former 1, Glaser 1, Goldarbeiter 1, Handschuhmacher 1, Kaufleute 3, Kellner 1, Krankenwärter 1, Kupferschmied 1, Metzger 1, Schlosser 3, Schneider 6r Schuhmacher 3, Schmied 1, Schreiber 3, Heizer 1, Strumpfwirker 1, Tüncher 2, Weber 1. Im Monat August wurden entlassen 18 Mann, und zwar durch eigenes Bemühen 1, aus eigenen Wunsch 16, entlausen 1. Verpflegungstage im August 1891 : 1675. Gearbeitet wurde an 1416 Tagen, hierunter 321 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 1754 Mann, dagegen abgegangen im Ganzen 1704; bleibt Bestand 50 Mann. nn. Darmstadt, 31. August. Bei der im Frühjahr d. I» stattgesundenen sogen. Bauaufseherprüsung für Hessen i hatten sich 35 Candidaten betheiligt. Nach dem vor einigen // Bez.-Bauaufseher. 7742 Gerichtsvollzieher. 7794 Unger. 7752 7820] Nr. 41 hat die Bettdecke gewönne«. u 284.— 66.— 151.— 55.50 154.78 140.— Erdarbeiten Röhrenlegung Fuhrlöhne Maurerarbeiten Vorder: Durch den kaufmännischen Verein. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 5. September geschlossen. Freitag den 4. September: Neu einstudirt: Der Vetter. Hierauf: Der zerbrochene Krug. Gewöhnliche Preise. Samstag den 5. September: Neu einstudirt: Der letzte Brief. Gewöhnliche Preise. Sonntag dm 6.September: Der letzte Brief. Gewöhnliche Preise. Präsidenten Herrn Dr. Schulze-Berlin eröffnet. Auf Vor- i schlag von Canitz-Berlin wird der Bundesvorsitzende Schmei- del als Vorsitzender und Rechtsanwalt Dr. Volkmar Leipzig als Stellvertreter in das Bureau berufen. Die von der Vorversammlung festgestellte Geschäftsordnung wird debattelos genehmigt, nach längerer Debatte wird beschlossen, daß alle Anwesenden stimmberechtigt sind, sofern sie beabsichtigen, dem zu gründenden Verbände beizutreten. Nach dem § 1 soll der Verband „eine Vereinigung aller Derer sein, die auf dem Standpunkte der naturgemäßen, arzneilosen Heilweise stehen, dieselbe practisch ausüben und das Publikum in dieser Richtung zu belehren befähigt sind". Ein Zusatzantrag, die Verwendung von Arzneimitteln, z. B. Morphium, für die Mitglieder des Verbandes principiell und unter allen Umständen zu untersagen, begegnet lebhaftem Widerspruch insbesondere von Seiten der Herren Dr. Schreiber-Frankfurt und Dr. Schulze-Berlin und wird abgelehnt bezw. durch den Ausdruck „naturgemäße Heilweise" als erledigt betrachtet. Im § 2 betr. „Ziele des Verbandes" (Verbreitung der Principien der Naturheilmethode und fortgesetztes Bestreben, für die Naturheilmethode und die „Naturärzte" diejenigen Rechte vom Staate zu erlangen, auf die sie durch ihre Erfolge Anspruch haben) wird aus Antrag des Herrn Oberstlieutenant a. D. Künftigen Donnerstag den 3. September d. I., Nachmittags Großh. Bürgermeisterei Beuern. Otto. 7800 Versteigerungs-Anzeige. Freitag den 4. September, Vormittags 9 Uhr, wird ein der Gemeinde Queckborn gehöriger Faselochse auf dem Bürgermeisterei-Bureau öffentlich meistbietend versteigert. Queckborn, am 31. August 1891. Großh. Bürgermeisterei Queckborn. Schmidt. 7798 Bekanntmachung. Zum Neubau einer offenen Wartehalle und einer Fahrkartenausgabe auf dem Haltepunkte Berkersheim sollen die Erd-, Maurer-, Steinhauer-, Zimmer-, Tischler-, Dachdecker-, Anstreicher- und Klempnerarbeiten einschließlich Lieferung aller Materialien öffentlich verdungen werden. Hierzu ist öffentliche Verhandlung auf Sonnabend den 12. September d. Js., Vormittags 11 Uhr, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten anberaumt. Zeichnungen und Bedingungen können vorher bei dem Bahnmeister Weihl in Bockenheim und bei der unterzeichneten Bauinspection eingefehen werden. Angebotsformulare können gegen freie Einsendung Don 1 at. von hier bezogen werden. Marburg, den 28. August 1891. Königliche Eisenbahn - Bauinspection. Schwamborn. 7802 Spohr der Ausdruck „Naturärzte" durch „Vertreter der Naturheilkunde" bezw. „und deren Vertreter" ersetzt. Der Jahresbeitrag wird auf 10 Mk. festgesetzt. Der Vorstand besteht aus fünf Mitgliedern, welche auf der mindestens alle zwei Jahre stattfindenden Hauptversammlung neu gewählt werden. Weiter wird beschlossen, je nach Bedarf besondere Mittheilungen für die Vereinsmitglieder in Form einer Beilage zum „Naturarzt" herauszugeben und es von der weiteren Entwickelung des Vereins abhängig zu machen, ob die „Mittheilungen" später in eine selbständige Zeitschrift umgewandelt werden können. Nachträglich wird der Ausdruck „Naturärzte" auch aus der Ueberschrift der Satzungen entfernt, und der Verein benennt sich endgiltig „Verein der Vertreter der Naturheilkunde". * Zwei Offiziere als focialdemokratische Redacteure. Der Redacteur des in Pirna erscheinenden socialdemokratischen „Volksfreunds", Diehl, stand bisher als ehemaliger Offizier im Verbände der bayerischen Armee und besaß auch das Recht, die Offiziers-Uniform tragen zu dürfen. Kürzlich ist ihm, wie die „Neuesten Münchener Nachr." mittheilen, eröffnet worden, daß er seinem Anträge gemäß aus der Categorie der mit dem Rechte zur Führung des Osfizierstitels und der Erlaubniß zum Tragen der Uniform verabschiedeten Offiziere entlassen sei. Der Redacteur der socialdemokratischen „Sächs. Arbeiter-Ztg.", Dr. Gradnauer, war bis vor Kurzem Reserveoffizier. * Prosessionsmäßige Giftmischerinnen. Im Lause der letzten Jahre sind viele Fälle bekannt geworden, wo Bäuerinnen in Südungarn entweder selbst ihre Männer vergiftet haben, oder dieses Geschäft von einer Klasse von alten Weibern besorgen lassen, welche das Vergiften als ihren Beruf betrachten. Gewöhnlich wurden diese Verbrechen deshalb begangen, weil ein junges Weib seinen alten Mann los werden wollte, um sich mit einem jüngeren Geliebten verheirathen zu können. Neuerdings wird aus Szent-Tamas gemeldet, daß drei alte Weiber aus der Klasse der professionsmäßigen Gist- I mischerinnen, von denen jedes mehr als zehn Bauern auf Anstiften der betreffenden Ehefrauen vergiftet haben soll, in Hast genommen worden sind. Der bevorstehende Prozeß wird sensationelle Enthüllungen in großer Menge bringen. * Bautzen, 30. August. Der Naturheilkundige Bohl, I welcher mehrere nachexercirende Soldaten durch einen Zuruf I zum Ungehorsam gegen ihre Vorgesetzten aufgefordert hatte, I wurde vom hiesigen Landgericht wegen Vergehens gegen § 112 ' des Strafgesetzbuchs zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt. Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 1. September, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Lust 15 Grad Reaumur. L. Ehr. Rübsamen Wwe. Lpielpla« der vereinigten frankfurter Ltaüttheater. OpeimharrO* Mittwoch dm 2. September: Cavalleria rueticana. Gasparone. Große Preise. Außer Abonnement. Donnerstag den 3. September: Loh eng rin. Große Preise. Freitag den 4. September: Excelsior. Außer Abonnement. Große Preise. , a Samstag den 5. September: Zur Feier von Meyerbeers hundertjährigem Geburtstag. Erster Abend: Die Hugenotten. Große^Preift. ß September: Zur Feier von Meyerbeers hundertjährigem Geburtstag. Zweiter Abend: Prophet. Große Preise. Montag den 7. September: Excelsior. Große Preise. Schauspielhaus» Mittwoch dm 2. September: Der selige Toupinel. Vermachtes. * Womit die Menschen sich betäuben. Seit einiger Zeit sind die französischen Blätter voll von Schaudergeschichten über das in Deutschland herrschende Elend. Jetzt kommt nun gar „Paris", das seine Nachricht in einer der berüchtigten Agenturen aufgelesen haben wird, mit der Entdeckung, daß die deutschen Arbeiter sich, um ihr Elend zu vergessen, nicht nur in Schnaps, sondern sogar in Petroleum berauschen. Letzteres soll — und das kann man begreifen — höchst nach- theilige Folgen auf den Gemüthszustand haben und seine Verehrer auf mehrere Stunden in todtähnliche Erstarrung versenken. Am nächsten Morgen stellt sich dann allgemeine Schwäche ein mit Ohnmachtsansällen, die oft einen tödtlichen Ausgang haben. * Posen, 29. August. In Chomencire bei Posen sind in einer Familie fünf Kinder infolge des Genusses von giftigen Pilzen gestorben. Die Mutter der Kinder liegt schwer krank darnieder. * Halle a. b. S., 23. August. Im kleinen Saale des „Prinz Carl" trat heute der erste Deutsche Naturärzte tag zu seiner ersten geschäftlichen Sitzung zusammen, nachdem am Abend vorher die Tagesordnung festgestellt worden war und die Begrüßung der Gäste stattgefunden hatte. Kurz nach 8 Uhr wurden die Verhandlungen durch den Alters- Donnerstag den 3. Seplbr., Nachmittags IV2 Uhr, versteigere ich die Hafererrtte von einem großen Acker am Wtßmarer Weg. Zusammenkunft auf der Lahnbrücke. Geisler, M Vergangenen fuhr 6ott Wetzlar, eine «« von Siegen e d°°> Rad ju Arbeitsversteigerung. Samstag den 5. September, Nachmittags 4 Uhr, sollen in dem Pfarrhofe zu Londorf mittelst Ausgebots an die Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden: 1) Weißbinderarbeit, veranschlagt zu 168 au, 2) Maurerarbeit nebst Lieferung von Thonplatten, veranschlagt zu 88 at Londorf, am 29. August 1891. Im Auftrag des Kirchenvorstandes: Pflasterarbeiten Decksteinelieserung Gießen, am 29. August 1891. Senßfelder, Grasversteigerung. Montag den 7, d. Mts., Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das Grummetgras von den dem Marienftift Lich zustehenden, etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Oberbessingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. Lich, 1. September 1891. Winheim. 7828 "6"*« E.Si »*?« S; Menliebe tofleti — Auszeichnung. Laut telegraphisch etnaetroffener Nachricht hat das EomilS der in Halle a. S. zur Zeit versammelten deutschen Naturheilärzte der Firma Franz Kathreiners Nacht., München und Wien, für ihr Fabrikat: »tkaihreinerS «neipps Malzkasfee" die goldene Medaillelverltehen. Seidenstoffe (schwarze, weißeu.farbige) v. 95 Pfft. bis 18.65 p. Met. — glatt, gestreift und gemustert (ca. 380 verseh- Qual ) u-2500 versch- Farben — versendet roben- u. stückweise porto- u. zollfrei das Fabrik-Depot G. Henneberg (K- u- K- Hoflief.), Zurich. Muster umgeh. Dopp- Briefporto nach d- Schweiz. 477 Arbeitsvergebung Frcitaa den 4. September, 1 Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde Mttags 3 Uhr, sollen in der Ge- gehöriger, im Dienst zu schwer gemeinde Staufenberg nachstehende Ar. wordener fetter Faselochse auf hiesiger beiten öffentlich in den Accord gegeben | Bürgermeisterei mfleigert werben, werden: veranschlagt zu Beuern den 30. August 1891. du Großherzig, dm seitherigem tQU in Kurland Gymnasium 'bad. I. an, zu "gliche hohen btr mit den hier an- ! der Psarrkirchr, ichmitt abgehallen Hoheit Lieutenant ienen. nigliche Hoheit der ad Gesolge fuhren ach über Wallenrod zu Pferde stiegen,. rie-Brigade bchu- Mch-Reuters das- .117 bei Brauer- errfchaften wieder ) der Stab des ne Offiziere der ibron des Garde- m Quartier liegen, D. Ztg. e das Sedanfest herrlich gelegenen istzug/ gebildet au§ ■ Volksschule, sowie r ben verriebenen piße, bewegte sich gelangt hielt nach chland über Alles" beiden W* MM" und „Der bei Geburtstag des Grunde lagen und nen Hoch aus W unmehr entnMen kufik und Tanz konnte Ende gefetzt werden ft als dieses letz ere noch nicht gefeiert bstübungen der lmgebung abgehalt " es Kriegsbrld/ woz ieaung und kttegs- ÄS ,, Schäden mH s. °ckitsl°.s 4 Branden- 'illande 0/ ^o- ^estlale^teop Adnigr^ $flben 3, Mate" Mtye gßjen 1- DM »sWs SnÄ 7-* i"1?0 > st. Scl)iffsnacbrichten. Hamburg, 29. August. Das Hamburg-9tewyorker Post- Dampfschiff „Wieland", Capttan Karlowa, von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, ist am 29. August. 7 Ufer Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Der Hansa-Dampfer „Stubbenhuk", Capitan Benöhr, ist am 27. August in Montreal angekommen, CUeratur und Nnnst — Die Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart gibt jetzt wieder ein in dem gleichen Formate und der gleichen gediegen künstlerischen Ausstattung wie die Prachtausgaben von Goethe, Schiller usw. erscheinendes monumentales Prachtwerk heraus, die Schriften deS liebenswürdigsten deutschen Erzählers aus der besten Zeit unserer deutschen Literatur, »HausfS Werkes Es wäre überflüssig, über die Bedeutung des leider so früh dahingeschiedenen und doch unsterblich gewordenen Dichters weitere Worte zu machen. Die bisher erschienenen ersten neun Lieferungen sind in jeder Beziehung unüberttefflich. Sie enthalten den sorgsältig reoidirten Text der romantisch-historischen Erzählung „Lichtenstein" und der beiden feinen Novellen „Die Bettlerin vom Pont des Arts" und „Othello". Es ist Alles geschehen, um dem deutschen Volke eine Muster-Ausgabe seines Hauff zu bieten und da der Preis der Lieferung nur 50 Pfg. beträgt, so kann ein Jeder sich diesen kostbaren Besitz verschaffen, und in keinem deutschen Haus und Heim sollte in Zukunft die von der Deutschen Verlags Anstalt in Stuttgart herausgegebene Pracht-Ausgabe von „Hauffs Werken" fehlen. — Lehrbuch der GabelSbergerschen Stenographie ,De° battenschrift*. Von Dr. R. Tombo. ca. 1.60 Mk. Verfasser der „Correspondenzschrtft". Unsere Stenographie treibenden Leser wird es interessirm, zu vernehmen, daß dieses früher von F. Schrey herausgegebene, 'jetzt von Dr. R. Tombo, einem der bedeutendsten stenographischen Practtker und Theoretiker verfaßte Buch, welches auf durch 25 Jahre beim Unterricht gemachten Erfahrungen beruht, demnächst vollständig umgearbeitet im Verlage von Hugo Klein in Barmen erscheinen wird. Dasselbe vertritt einen durchaus practischen Standpunkt und dürste nicht verfehlen, in der Lehrmittel-Literatur der Gabelsbergerschen Schule eine beachtenswerthe Stelle etnzunehmen. Wir behalten uns vor, auf dasselbe nach Erscheinen zurückzukommen. — Eine Bayreuth-Nummer. So oft die Bayreuther Festspiele stattfinden, wendet sich das Interesse der ganzen gebildeten Welt auf das kleine fränkische Städtchen, welches einige Wochen hindurch zum Mittelpunkt des sommerlichen Lebens der Gesellschaft wird. Es war daher ein guter Gedanke, dieses Leben und Treiben in Wort und Bild festzuhalten, wie es von Seiten der »Moderner* Kunsts (Berlin, Rich. Bong) in der soeben zur Ausgabe gelangenden Sommer-Nummer geschehen ist. Auch äußerlich kündigt sich die Special-Nummer durch ein neues Gewand als etwas Besonderes an; der den Einzug des Sommers allegorisch darstellende Titelentwurf von V. Oliva ist ungemein reizvoll und ebenso sein künstlerisch durchgebildet, wie in den Hellen Farbentönen wirksam repro- ducirt. Den Inhalt des Heftes bildet ein ausführlicher Bericht über die Bayreuther Festspiele von F. Beneseld, während Illustrationen von F. Stahl, dem bewährten Schilderer des modernen Lebens, und Porträts der Darsteller den Text schmücken. Verkehr, Land» rind Volkswirthschaft. Gieße«, 1. September. Marktbericht. Auf dem heuttgen Wochemnartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,05—1,10, Hühnereier 1 St. —, 2 St. 11—14 4, Enteneier 1 St.--4, 2 St. — 4, Käse pr. St. 7—10 4, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 25 4, Linsen pr. Liter 29 4, Tauben pr. Paar X 0,60—0,80, Hühner pr. Stück X 0,80—1.20, Hahnen pr. St. X 0,50-0,80, Enten pr. Stück X 1,70-2,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70—76 4, Kuh- und Rindfleisch 60-64 4, Schweinefleisch 60-70 4, Hammelfleisch 50-744, Kalbfleisch 56—60 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 7,00-0,00, Weißkraut pr. St---4, Zwiebeln per Cerstner X 6,50—7,00, Milch per Liter 12-18 4. Grummctgras- versteigerung. Die diesjährige Grummeternte von der Sirchenwiese in Hause«, die über vier Normalmorgen hält und guten Erttag liefert, soll einer nochmaligen Versteigerung ausgesetzt werden kommenden DouuerStag den 3. September d. I., Abends 7 Uhr, auf dem Rathhause in Hausen. Es wird bemerkt, daß bei der ersten Versteigerung nur 25 X geboten wurden. Hausen, am 31. August 1891. 7801________Der Ktrchenvorstand. Das Grummetgras von der cameral-fiscalischen Sorauwiese wird Freitag den 4 Septbr. d. I, Nachmittags 2 Uhr, bei Wirth Schäfer zu Daubringen versteigert. Treis a/L., den 30. August 1891. Großh. Oberförsterei Treis a/L. Amendt. 7793 Tagen veröffentlichten Resultat haben 20 derselben die Prüfung 1 bestanden, während 15 sich nochmals einer weiteren Prüfung unterziehen müffen. Zugleich wurde den die Prüfung bestandenen Candidaten von der Großh. Baubehörde die Weisung ertheilt, sich bereit zu halten, um in nächster Zeit im Staatsdienst verwendet zu werden. Elmshausen, 29. August. Ein „Kirmesspaß" spielte sich am Montag morgen gelegentlich der hiesigen Kirchweihe ab. Ein Gurkenhändler hatte vor dem Gasthaus „zum Hirsch" Halt gemacht. In dem Gastzimmer saßen einige angeheiterte Burschen, mit denen er bald zechte. Nachdem der Händler, ebenfalls in etwas angeheitertem Zustande, den Burschen erklärte: „Macht mit meinen Gurken, was ihr wollt," säumten diese nicht lange, von der Güte dieses Mannes Gebrauch zu machen. Einer setzte sich aus das Pferd und trieb den Wagen an, während die anderen theils aus den Wagen stiegen, theils nebenher gingen und Gurken seilboten. Alles eilte aus die Straße, um den „Kohl" zu sehen, und wer keine Gurken kaufen wollte, mußte dieselben unbedingt doch nehmen. Bis zum Ausgang des Dorfes war der Wagen ausverkauft, ohne einen Pfennig erlöst zu haben. Der Händler, dem jetzt ein Licht über den tollen Spuk aufging, eilte auf die Bürgermeisterei, erhob Anzeige und verlangte von den Burschen 50 Mark. Dieselben stellten nun eine Sammlung an, welche die recht nette Summe von — 58 Pfennigen für den ganzen Wagen voll Gurken ergab. § Borsdorf bei Nidda, 30. Aug. Hier stürzte ein Landwirth beim Abladen seiner Frucht so unglücklich von der Scheuer, daß er sofort verstarb. Der Taufstein. Im Vogelsberg, im Oberwald hoch droben Erhebt der Taufstein dort sein Felsenhaupt, Nur Sagen sinds, die diesen Riesen loben, Der still sich birgt in Buchen, dicht umlaufet. Nicht eine Burg, nicht Mauern und Ruinen Erblickst du hier aus längstvergangner Zeit, Viel Felsen, riesengroß, das sind die Zinnen, Sie reden auch von der Vergangenheit. Der Sage nach verdankt der Berg den Namen Der fernen Zeit, in der, hinausgesandt, Die Helden mit dem Kreuze mutfeig tarnen, Zu künden Gottes Wort von Land zu Land. Auch feier bei uns, im Land der alten Katten, Auf diesem Berg hat Winfried glaubenskühn Das Volk im stillen heilgen Waldesschatten — Wie noch die Sage geht — geführt zum Kreuze fein. Ein großer mächtger Stein, tief ausgefeöhlt, Ist stummer Zeuge dieser großen Zeit, Ihn hat zum Taufen Winfried auserwählt, Der Mann, der Thor und Wodan nicht gescheut. Vom Thurm von Holz, der Taufsteins Gipfel krönt, Blickt sichs so schön in Gottes weite Welt; Ich schau ein Bild, vom Sonnengold verschönt, Das lange trunken mich gefesselt hält. Du schöner Berg, so lang verkannt, geschmäht, Ich denke dein, so oft von fern mein Blick Zum Oberwalde schweift, und, efe ein Jahr vergeht, Kehr ich zu deiner Felsenrufe zurück. Aus der Section Herbstein. Aulen D Scharfen Hochfeine Doppel-B aus der Weinessig köpf in bezogen, < Als seine Exc meinte: neugierig, ja nicht \ ich, /N dc dazu lach vergnügt« betrachtet rigens, t Dienstpsl und gen blos leh linge, zr lichieit fanb er nehme seinen ■ der Fa junge £ namen unten - Reiter^ und Hos unbebing Besonder jüngere 5 ihn und : die er au Sartern-s Sorte - Nm lustige ji nach her Per L N Ps «rt ' Ntth Mt| L & ^Ui! ÜÄ«, & Ä«li ltlÄ« le T odes-Änzeige. Verwandten und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, dass unser guter lieber Sohn, Bruder und Schwager Wilhelm Löher gestern Abend plötzlich verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten im Namen der Hinterbliebenen die tieftrauernden Eltern Job,. Dan. Löber und Frau. Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 5 Uhr statt vom Sterbehause, Frankfurter Strasse 69. 7818 Bekanntmachung 7824 der Wäsche empfiehlt [1321 Emil Fischbach ; Außerordentliche General-Versammlung im Vereinslokal. 7810 Der Borstand. 7814 Der Borstand 7813 7807 Wan; am 30. Juni 1891 Natürliche ineralwässer Activa. . M in stets 3 630. 10 M 13 868. — M 13868. — 28. 64 M 406. 52 134. — 3 484. - neue 12.10 M 4 065.26 Ausgeschieden im Laufe des Geschäftsjahres . . Das neue Geschäftsjahr beginnt mit einem Bestände von 111 Mitgliedern. Main-Weser-Hütte, 31. August 1891. 7812 148.20 Tendenz: fest. Heinr. Bigge. ReichSbenk-DiScont 4 p®t — Frankfurter Bank-Discont 4 vEt Mtglieder Vortrag auf Rechnung . 257. 75 192. 39 2917. 86 10500. - Mainzer St^Anl. Gelsenk. Bergw^Act. Inventar . . Cassabestand . Debitoren . . Waarenbestand Mitglieder . . Reservefonds . . Creditoren . . Die trauernden Hinterbliebenen: Christian Marx und Frau. Gewinn- und Verlust- Conto . . . . Inventar. . . Zuschreibung zum Reservefonds. . Zinsen an die Mitglieder . . . Dividende an die Hochachtungsvoll Abr» Hm 3 350. — 4 552. 88 2 335. 02 Passiva. Conto der Vereins- Der Verein zählte am Beginne des Geschäftsjahres Hinzugetreten im Laufe des Geschäftsjahres . . . Dle Einwohnerschaft wird freundlichst ersucht, zur Erinnerung an den Tag von Sedan am 2. September die Häuser zu schmücken. Gießen, den 1. September 1891. Grotzh. Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h. Zur Beerdigung des Kameraden Löber der ®. F. F. Zusammenkunft in Uniform Mittwoch Nachmittag 4 Ul,r bei Jentzen. 7825 ________F. W. Feller. Rebaction: A. S (Heyda. — Verlustkonto. Haben. Per Gewinn an Maaren M 4 065. 26 Hochachtungsvoll Karl Otto Bender. Consum-Verein der Main-Weser-Hittte, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht Das Grummetgras von der Wiese der Christian Jughard Erben, 3468 [HKlafter, in der Oberlach, soll Donnerstag d. 3. Sept. 1891, Vormittags 10 Uhr, im Dorfeld 'scheu Garten zu Wieseck versteigert werden. Gießen, 1. September 1891. Konrad Simon. 7822 Turnverein Gietzen. Die Beerdigung unseres verstorbenen langjährigen Mitglieds Wilhelm Löber findet Mittwoch den 2. September, Nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Frankfurterstraße 69, aus statt. Um Erweisung der letzten Ehre werden die Mitglieder ersucht. Aus vorstehende Annonce höflichst Bezug nehmend, werde ich das übernommene Geschäft unter der Firma Karl Otto Bender, A. Hess Nachfolger unverändert fortführen, stets bemüht sein, die werthen Kunden auf's Sorgfältigste zu bedienen und bitte um geneigten Zuspruch. 7821] Allen Freunden und Bekannten vor unserer Abreise ein herzliches Lebewohl. Postpackmeister Jakob Uebel und Fra«. Unübertroffenes Fabrikat zum Stärken Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 6 Sette« 3000 bis 3500 Mark jährl. Nebenverdienst können solide Personen jeden Standes bei einiger Thätigkeit erwerben. Offerten unter B 7090 durch Budolf Messe, Berlin S.-W. erbeten. 7811 Bauer scher Gesangverein Freitag, den 4. September, Abends 9 Uhr: Disconto-Command^Auth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bmckver.-Act Oest. Credtt-Act. Oest. Stacttsb.-Act. Danksagrmg. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem Verluste unseres lieben Kindes, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen tiefgefühlten Dank Gewinn- und Soll. An Abschreibung auf Conrebericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 1. September 1891. Schlußcovrs« 1 Uhr 15 Min Zum Geburtstage. 7815] Unserer werthen Kneipwirthin Louise senden die herzlichsten Grütze zu ihrem heutigen Wiegenfeste Mehrere Stammgüster ___________ K. K. L. A. Gesucht werden Mädchen sur Küche und Hausarbeit, sowie eintüch- tigesHausmädchen für eine alleinstehende Dame auf sofortigen Eintritt durch Frau Müller, Löwengaffe. empfiehlt die flTTfb 4 4 "V Giessen Drogen-Handlung von VzJ--i.vz OVI jL-oL -cLa Selters weg 39. Donnerstag, 3. Sept., AbdS. 9 Uhr: Monats-Sitzung. 7795 7792] 16000 Mr. «nr auf erste Hypothek zu verleihe«. Gesuche zu richten an die Expedition dreses Blattes.__ 7830] Ein angehender Kellner oder Kellnerlehrling kann sofort eintreten. Wo? sagt die Exped. d.- Bl._________ . 7826] Pensionärin findet Aufnahme in einer ruhigen Beamtenfam. in der Nähe der Alicefchule.Steinstraße 55. KttkßBotenes. Stadt. Schlachthaus. Freibank. [7668 Ochfenfleifeb, nicht labenrein, per Pfd. 54 Pfg., 8chwemefleisch, nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg. Herrenhemden nach Maß werden unter Garantie des guten Paffens in kürzester Zeit geliefert. Reiche Auswahl in Stoffen und Einsätzen. [6055 Geschw. Heerz, Neuenweg 7. Ziehung:3Q.SeptcmbcrI8»r. 7 0^] Die beliebten inner der Frankfurter LUUuLpferdemarktlotterie 400 Gewinne im Werthe von 84,000 Jl, darunter 10 elegante Equipagen u. 61 Pferde find ä Drei Mark zu beziehen vom Sekretariat des Landw. Vereins in Krarrkfnrt a. M. Zu haben in Gießen bei Ang. Boigt- Seltersweg, H. Hof und Carl Lehr- mund Wwe. 7799] Ein gebrauchter, aber noch gut erhaltener Röder'scher Herd ist billig zu verkaufen im _____Pfarrhofe zu Londorf. 7832] Drei Reiseeontos (Extra-An- I fertigung) find billig abzugeben. 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Bließ der Wind auch kalt von Norden Und hat die Sonne heiß gebrannt, Bet gut und schlechtem Wetter Bliebst Du doch unser Vetter. Drum wünschen Deine Freunde Dir Ein rechtes langes Leben- Sei vergnügt und trink Dei' Bier, Es kann nichts Schöneres geben. Denn von der Wiege bis zur Bahre Ist der Suff das einzig Wahre Und kommt dereinst der Tod ins Haus Bis vor Dein Sterbebett, So sprich: „Pack Dich zur Thür hinaus, Mir habe de letzte ja noch nett". [7827 __ Gewidmet von seinen Freunden. 7796] Ich erkläre hiermit, daß ich für etwaige Schulden meiner Mutter, der Balthafar »alfer zweiter Wittwe, zur Zett in Klein-Linden wohnhaft, nicht hafte. Oppenrod, 30. August 1891. ______Carl Christian Balfer, Caffee-Agenten • Eine alte erste rheinische Kaffee- brennerei sucht durchaus tüchtige Vertreter. Nur allererste Kräfte mit prima Referenzen werden berücksichtigt. Franco-Offerten sub 8. 9168 an Rn« dolf Moste, Köln.____________[7808 7803] Eine Frau sucht Lanfdienst. Kaplansgaffe 14, 2. 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