Mr. .5 Donnerstag dm 2. April 1891 Der Ixzeiger scheint täglich, ctitt Ausnahme des Montags. Dir (Siebener W««itte«StLtter ü««rden dem Anzeiger ^Kchnttlich dreimal beigelegt. Kießmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Bierteltähriger ASonuemevtsPretLr 2 Mark 20 Pfg. mtt Lringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedtttsr und Druckerei: -ch»tstratzeAr.T Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. ' 1'.... ■■!■■■ = BS—---= . . pHB I BgggBBBij*e Ir- - B B n SB—B »........■»!'■■■ - . i ■ ■■ j u —g..... ______ _ - Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den I Wt *£ ff ß fÄff I Annoncen-Bureaux deS Jn. und Auslandes nehm« senden Tag erscheinenden Nummer bis «arm. 10 Uhr. Anzeigen für den .Gießener Anzeiger^ entgegen. .......— -T"T«WMMMWW—1 AnrLlrchev Sheil. Gießen, den 31. März 1891. BeLr.: Die Ablieferung der Vacanzüberfchüsfe erledigter Schulstellen an den Provinzialschulfonds. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen ait die GroHH. Bürxerweistsreien des Kreises» Sofern Schulstellen in Ihren Gemeinden während des nunmehr abgelaufenen Rechnungsjahres 1890/91 vacant waren, sehen wir, unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 24. Januar 1878 (Amtsblatt Nr. 1) der Vorlage der von Ihnen mit den Schulvorständen gemeinschaftlich auszustellenden Berechnungen der an den Provinzialschulfonds abzuliefernden Vacanzüberschüffe in doppelter Ausfertigung bis zum 20. k. Mts. entgegen. v. Gagern. Lehrer-Conferenz des Conferenz-Bezirks Gießen: Mittwoch den 8. Aplil, Vormittags 10 Uhr, in Gießen. — Lieder: 216.138. 185.175. Präcis 10 Uhr wird die Chor-Schule singen. Gießen, den 28. März 1891. Büchner, Schulrath. Derrt-ches Lieich. Darmstadt, 31. März. Seine Königliche Hoheit dec G r o ß h e r z o g empfingen gestern Nachmittag vor 2 Uhr den Rector der Landesuniversität Professor Dr. Gottschick, Decan der evangelisch-theologischen Facultät, den Prodecan der theologischen Facultät Professor Dr. Kattenbusch, den Decan der juristischen Facultät Professor Dr. Jörs, den Decan der medicinischen Facultät Professor Dr. Löhlein, den Decan der philosophischen Facultät Prof. Dr. Behaghel. Die Herren hatten darauf die Ehre, an der Großherzoglichen Frühftückstafel theilzunehmen. Berlin, 29. März. Der „Post" zufolge erhielt der Hofprediger Schrader, welcher heute seine Abschiedspredigt zu halten gedachte, gestern Abend ein Schreiben des Kaisers, welches ankündigt, daß er bis auf Weiteres das Amt an der Domgemeinde weiterzuführen habe. Der heutigen Predigt Schraders wohnten der Kaiser und die Kaiserin bei; Schrader theilte der Gemeinde den kaiserlichen Befehl am Schlüsse der Predigt mit. Köln, 28. März. Laut „Köln. Volksztg." gründeten die.Tabakbauer des Niederrheins einen Tabakverein, eingetragene Genossenschaft. Der Tabak soll an einer Centralstelle fermentirt und verkauft werden. Die consti- tuirende Generalversammlung wird am 2. April in Xanten stattfinden. Dortmund, 30. März. Am Samstag Abend wurde die won den Bergleuten Bunte, Schröder und Siegel einberusene Bergarbeiter-Versammlung in Folge anhaltender tumultuarischcr Scenen während einer Rede des Redacteurs Lensing polizeilich aufgelöst. Leasing war auf Einladung erschienen und sprach in Erwiderung auf die Reden der Ein- Lerufer. Die Versammlung war von ungefähr 1000 Bergleuten besucht. Hamburg, 28. März. Der „Hamb. Corr." bezeichnet die Meldung der Pariser „Autorite", wonach Kaiser Wilhelm eine Geschichte seines Großvaters vollendet habe, als erfunden, auch die Meldung des „Pester Lloyd", wonach der Kaiser im Monat Mai die Königin der Niederlande besuchen werde, sei falsch. Ausland. Wien, 29. März. Zu Rittern des Ordens vom Goldenen Vließ hat der Kaiser ernannt: die Erzherzöge Joses, Ferdinand Salvator urib Josef Augustin, den Sohn des Erzherzog Josef, den General der Kavallerie Grafen Sternberg, den Fürsten Edmund Clary, den Grafen Richard Clam-Martinitz und den Banus von Kroatien, Grafen Khuen. Prag, 28. März. Die Marianischc Congregation richtete eine mit zahlreichen Unterschriften bedeckte Verwahrung an den Statthalter gegen den Beschluß des Prager Stadt- verordneteu-Collegiums in Betreff des Hußdenkmals. Paris, 31. März. Heute wurde in der medicinischen Facultät der chirurgische Congreß eröffnet. Ueber 300 Chirurgen Frankreichs und des Auslandes sind anwesend. Guyon wies in seiner Eröffnungsrede auf die Fortschritte der Chirurgie hin, welche vielfach an die Stelle der medicinischen Behandlung trete. Bökel-Straßburg erstattete Bericht. Brüffel, 29. März. Die Polizei hat in der vergangenen Nacht in Seraing einen mit 250 Kilo Dyramit beladenen Wagen in Beschlag genommen, welcher von drei als Socialisten bekannten Personen transportirt wurde. Brüffel, 30. März. Das Journal „Le Peuple" spricht sein Bedauern über den Entschluß des Ministerpräsidenten Beernaert aus, der Arbeiterdelegation die nachgesuchte Audienz nicht zu ertheilen, und meint, es dürfte jetzt unmöglich sein, die für den 6. April in Aussicht genommene allgemeine Arbeitseinstellung zu verhindern. Brüffel, 31. März. Die am Samstag Nacht beschlagnahmten Dynamitwagen enthielten neun Kisten mit 8000 Patronen, welche aus der Pulverfabrik in Ombret bei Lüttich gestohlen worden sind und ursprünglich aus der Fabrik Nobel in Hamburg stammten. Es ist bisher nicht ermittelt, wie sie über die Grenze gebracht wurden. Die Kisten wurden in der Schule zu Seraing untergebracht. Auf Befehl des Kriegsministers wurden Offiziere von Seraing zur Untersuchung der Kisten und Entladung der Patronen gesandt, auch ist die gerichtliche Untersuchung bereits eingeleitet. Ein als Anarchist bekannter Wagenführer wurde in Haft genommen; er leugnet die Theilnahme am Diebstahl. Ein gewisser Stereny wurde als verdächtig verhaftet- gegen drei weitere Anarchisten aus Ougree wurde ein Verhaftbefehl erlassen. Angeblich sollten die Patronen im Walde von Cornillon bei Ougree versteckt werden. Belgrad, 28. März. Die Skupschtina nahm in zweiter Lesung die C o u s u m st e u e r conform ihrer Fassung in erster Lesung, ausgenommen die Verminderung der Tarifsätze für Rohkaffee und Speiseöle an. Sofia, 28. März. Die „Agence Balcanique" meldet über das Attentat g e g e n S t a m b u l o w und B e l t s ch e w noch Folgendes: Bis heute Nachmittag sind zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden- unter den Verhafteten befinden sich viele Macedonier. Der Mörder des Finanzministers wurde bisher nicht entdeckt- es wird eifrig nach dem Jndividium geforscht, das von dem Gendarm bei dem Mordansall verwundet wurde. Dasselbe feuerte auch auf den Gensdarm, als dieser ihm einen Hieb versetzte, einen Schuß ab, traf denselben jedoch nicht. Der Ort des Verbrechens ist von Soldaten und Gensdarmen umstellt. Im Stadtpark sind drei Revolver und eine Patrone ausgesunden worden, letztere entspricht dem Kaliber der Kugel, welche Beltschew tödtete. Ein Waffenhändler sagte aus, vor einigen Tagen hätten drei Personen bei ihm Revolver gekauft, eine derselben habe macedonische Kleider getragen. Aus dem Bahnhofe sind strenge Vorsichtsmaßregeln getroffen; alle Reisenden werden genau untersucht. Im Lause des gestrigen Abends ist eine wichtige Verhaftung vorgenommen worden in der Person desjenigen, der bei dem Waffenhändler Partl denselben Revolver gekauft hat, den man am Vormittag im Stadtgarten aufgefunden hat. Der Verhaftete leugnet nicht, diesen Revolver gekauft zu haben, behauptet jedoch, daß er den Einkauf für feinen Bruder besorgt habe, der sich gegenwärtig in einem Dorfe im Districte Sofia aufhalte. In Folge dessen wurden Gensdarmen in das bezeichnete Dorf entsendet. Ein bei dem Waffenhändler Partl Bediensteter hat den Verhafteten als diejenige Person recognoscirt, die den RevolvA: gekauft hat. Derselbe ist ein im Dorfe Stanimaka bei Philipopel geborener Grieche. Der Revolverkauf ist vor drei Tagen durch den Verhafteten und zwei andere Personen erfolgt, welche mit einander griechisch sprachen. Man hofft demnach, auch der beiden Letzteren habhaft zu werden. Der um den Stadtgarten gezogene Cordon ist im Laufe des Nachmittags eingezogen worden, dagegen wird der Cordon um die Stadt strengstens aufrecht erhalten und Niemand, ohne Ausnahme, gestattet, dieselbe zu verlassen. Sofia, 30. März. Gestern Nachmittag fand unter großer Betheiligung der Bevölkerung die Beerdigung Beltschews tatt. Fürst Ferdinand und Prinzessin Clementine, welche aus Philippopel eingetroffen waren, wohnten derselben bei- erfterer legte'eigenhändig einen Kranz auf den Sarg Beltschews nieder und folgte alsdann dem Leichenzuge zu Fuß ni^ch der Kathedrale. Hier fand die Einsegnung der Leiche statt, welcher außer dem Fürsten die Prinzessin Clementine, die Minister, die diplomatischen Agenten und zahlreiche hoch- gestellte Persönlichkeiten beiwohnten. Von hier begaben sich der Fürst, sowie zahlreiche Leidtragende zu Wagen nach dem Friedhöfe, woselbst die Beerdigung stattfand. Die Leichenfeier verlief in vollster Ordnung. Newyork, 30. März. Der Correspondent des „Herald" in Parkersburg (Westvirginien) berichtet über ein Verbrechen, welches von italienischen Arbeitern, die an einem abgelegenen Orte bei einem Eisenbahnbau beschäftigt waren, begangen wurde. Als sie das Lynchverfahren in Neworleans discutirten, rief ein Schotte Namens Mc'Canley, der Führer der Arbeiter aus, die Einwohner von Neworleans hätten recht gethan, so zu handeln. Darüber erbittert, stürzten sich die Italiener auf den Schotten, tödteten ihn und verstümmelten den Körper. Bisher wurde Niemand verhaftet. Chicago, 28. März. Infolge der Grippen-Epidemie hat die Sterblichkeit in der vergangenen Woche Hierselbst einen sehr hohen Grad erreicht- es starben 900 Personen gegen 419 in der entsprechenden Woche des Jahres 1890. In den letztvergangenen vier Wochen betrug die Zahl der Sterbefälle 2904 gegen 1819 in dem entsprechenden Zeitraum von 1890. In Wabach (Indiana), wo die Epidemie noch im Zunehmen ist, sollen 1500 bis 2000 Personen krank, jedoch Niemand gestorben sein. In Pitisburg und Alleghany sollen an 15000 Personen von der Epidemie ergriffen sein. Buenos-Ayres, 30. März. Meldung des Bureau Reuter. Bei den gestern stattgehabten Wahlen kam es zwischen Wählern und der Polizei zu einem heftigen thätlichen Angriff, wobei gegen zwanzig Personen getödtet oder verwundet wurden. — Aus Chile wird gemeldet, daß bei einer an Bord des chilenischen Kriegsschiffes „Pilcomayo" entstandenen Meuterei drei Matrosen getödtet und neun andere verwundet worden sind. Aeneste Nachrichten. Wolfis telegro-hischr- Eorrespondenz-Bureau. Dresden, 31. Marz. Generalmajor Edler von ber Planitz ist unter Beförderung zum Generallieutenant zum Kriegsminister ernannt worden. Bremen, 31. März. Eine am 28. März in Düsseldorf stattgehabte Versammlung von Vertretern sämmllicher am continentalen Passagierverkehr nach Nordamerika beseitigten Dampfschifffahrts-Gesellschaften hat das Ueber* einkommen getroffen, vom 1. April ab die Zwischendeck s- Passagepreife auf sämmtlichen Linien gleichmäßig ausgehend um zehn Mark, in Amerika um drei Dollars zu erhöhen. Wien, 31. März. Vom 10. April ab tritt ein neuer Tarif für den österreichisch-schweizerischen Personen- und Gepäckoerkehr über die Arlbergroute, wie über Bayern ein. Prag, 31. März. Die strikenden Maurer fordern einen Minimallohn von 2 Gulden und die Verlegung des Arbeitsbeginns auf Morgens 7 Uhr, anstatt wie bisher 6 Uhr. Am Nachmittag kamen nur geringe Ansammlungen vor. Eine Person wurde verhaftet. Bern, 31. März. Heute wurde die außerordentliche Session der Landesversammlung eröffnet. Die Haupt- berathungsgegenstänbe werben der Zolltarif und der Ankauf der Centralbahnactien bilden. Paris, 31.März. Der internationale Bergarbeiter- Co ngr eß wurde heute früh in der Arbeiterbörse eröffnet. Der Secretär der Arbeiterbörse bewillkommnete die Dele- girten, hob die Bedeutung des Eongreffes hervor und forderte zur Bildung einer Arbeiter-Internationale auf. Nachdem die Rede von einem deutschen und einem englischen Delegirten übersetzt war, dankte Piccard, Generalsecretär des Organi- sations-Comites, für die Bewillkommnung und conftatirte die Fortschritte der arbeitenden Klassen in Paris- er hob hervor, daß Belgien und besonders Deutschland feit dem letzten Kongresse in Jolimont in der Arbeiterfrage vorwärts gekommen seien, pries die Vereins- und Versammlungsfreiheit und erklärte, auf dem (Songreffe feien 600,000 Bergarbeiter repräsentirt. Hierauf prüfte die Versammlung die Delegirten- mandate. Paris, 31. März. Es sind Zustimmungstelegramme der Bergarbeiterschaft aus verschiedenen Theilen Deutschlands und Oesterreichs beim Berg ar b ei ter-Co ngr eß eingegangen. Der Congreß ernannte drei Präsidenten: Burt für die englischen, Schröder für die deutschen, Cavrot für die belgischen und französischen Theilnehmer. Die drei Präsidenten werden heute gleichzeitig den Vorsitz führen. In der Nachmittags- Sitzung wurde Piccard zum Generalsecretär ernannt und sodann ein Ausschuß von drei Mitgliedern für die Abfassung der Protocolle eingesetzt: Lamendin für die französische, Mayer für die deutsche und Haslam Asyton für die englische Sprache. Der Engländer Burt wurde zum Schatzmeister gewühlt. Derselbe führte in längerer Rede die Wichtigkeit der dem Con- greffe vorliegenden Fragen aus, insbesondere auch betreffs der Verkürzung der Arbeitszeit, worüber alle Delegirten einig waren. Bei der Erwägung, ob ein allgemeiner Ausstand zu beschließen sei, müsse man sich vorher vergewiffern, daß später keinerlei Abtrünnigkeit eintrete. Schröder überbrachte den Gruß der deutschen Bergarbeiter. Er sagte, wenn die Bergarbeiter in den Kampf einträten, so seien sie durch den internationalen Capitalismus dazu gezwungen; Schröder ermahnte die Delegirten zur Einigkeit. London, 31. März. Earl Granville ist heute Nachmittag gestorben. Petersburg, 31. März. Eine neue Verordnung betreffend die Beaufsichtigung der Flottenmann schäften zu Lande wurde vollzogen. Danach soll die Zahl der Flottenequipagen nunmehr von 11 auf 33 erhöht und in drei Divisionen getheilt werden. Die Mannschaftszahl wird augenblicklich nicht erhöht. Eine Flottenequipage zählt 800 bis 1000 Untermilitärs. Pittsburg, 31. März. In dem Steinkohlengebiete von Pennshlvanicn dauert die Arbeitseinstellung noch immer fort und dehnt sich sogar aus. Heute fanden cnifte Ruhestörungen statt. Gegen 1000 Strickende griffen die Fabrik Frick in Mortwood an, rissen die Eisenbahnschienen in einer Länge von 500 Fuß aus, zerstörten 12 Coaksösen. Mehrere einzeln gelegene Häuser und Scheunen wurden in Brand gesteckt. Etwa 1500 Strikende umzingelten die Fabrik in Jimtown, vertrieben die Angestellten und bedrohten die Oberausseher. Sofia, 31. März. Der Ministerrath bewilligte der Wittwe Beltschews eine lebenslängliche Pension von 9000 Francs. — Eine Kundmachung des Präfecten setzte eine Belohnung von 20,000 Francs Demjenigen aus, dessen Mittheilungen die Verhaftung des Mörders ermöglichen würden. — Natschowic übernahm das Finanzportefeuille. — Vom Sultan ist ein Beglückwünschungstelegramm au Stambulow eingetroffen, das in offiziellen Kreisen den besten Eindruck hervorgerufen hat. Sofia, 31. März. Die „Agence Balcanique" bezeichnet Vie Meldung des serbischen offiziösen Journals „Objekt", wonach in der bulgarischen Provinz Widdin ein Ausstand ausgebrochen sein sollte, die Bevölkerung die Beamten getödtet hätte und Militär zur Unterdrückung des Ausstandes dorthin entsendet sein sollte, als absolut unbegründet. Im ganzen Lande herrsche Ruhe und Ordnung. Athen, 31. März. Den aus Kreta eingegangencn Meldungen zusolge hätten sich bei den vorgestern stattgehabten Wahlen für die gesetzgebende Körperschaft die Christen überall der Abstimmung enthalten. Washington, 31. März. Der italienische Gesan dte Fav a verlangte seine Pässe in Folge der Vorgänge in New- Orleans. Er überreichte Vormittags dem Staatsdepartement seine Abberufung. Dieser Schritt verursachte lebhaftes Erstaunen, da er vollständig unerwartet kam und die Untersuchung in New-Orleans noch nicht beendet ist. Die Abberufung wird mit der Mißstimmung motivirt, welche König Humbert über das Fortschreiten der Arrangements zwischen beiden Ländern betreffs des Lynch-Vorsalls von New-Orleans empfindet. Der „Star" bemerkt, Fava habe sich verpflichtet gehalten, abzureisen. Der Legationssecrctär Jmperiali bleibe jedoch zur Erledigung der lausenden Angelegenheiten noch zurück. Die Pässe wurden dem Gesandten sosort ausgehändigt werden. Chicago, 31. März. Die Grippe tritt sortgesetzt epidemisch auf. Gestern sind 300 Personen gestorben und etwa 600 Leichen sind noch unbeerdigt. Saigon, 31. März. Der Großfürst-Thronfolger von Rußland ist nach China weitergereist. tocete» «n£ prwinjkUt». Gießen, 1. April. — Auf der Post hat von heute ab wieder der Sommerdienst begonnen und findet die Schalteröffnung anstatt wie bisher um 8, schon um 7 Uhr früh statt. — Wie aus dem Anzeigentheile ersichtlich, werden von heute ab zwischen Hamburg und Frankfurt a. M. über Cassel in jeder Richtung zwei Eilgüterzüge eingelegt. Soweit die gesammte Eilgut- und Viehbeförderung mit Personenzügen stattfand, gehl dieselbe auf der ganzen Linie auf diese beiden Eilgüterzüge über. Der Fahrplan dieser Züge kann aus den Eilgutabsertiguugsstellen der an der Linie liegenden Stationen cingesehen werden. — Der außerordentliche Prosessor an der Universität Jena, Dr. Dietrich Behrens, wurde zum ordentlichen Prosessor in der philosophischen Facultät der Universität Gießen mit Wirkung vom 1. April an ernannt. — Der Hauptsteueramtscontrolleur bei dem Hauptsteueramt Mainz, Johannes Dern, wurde zum Hauptsteueramts- rcndant bei dem Hauptsteueramt Gießen ernannt. — In Sachen der Fleischbeschau im hiesigen Schlacht- Hans hatte der Vorstand der Metzgerinnung zu Gießen in Nr. 60 unseres Blattes auf zwei vorausgegangene „Eingesandt" eine Erklärung erlassen, welche im Wesentlichen für Ausübung der ständigen Fleischbeschau int Schlachthaus einen Thierarzt, bezw. den Ersatz des derzeitigen Schlachthausverwalters durch einen solchen verlangte. Wir sind heute in der Lage, das Ergebniß der über sraglicheu Vorfall bei Großh. Kreisamt Gießen geführten Disciplinaruntersuchung mitzutheilen: 1. Der stellvertretende Fleischbeschauer ist aus seinem Dienste entlassen worden, weil er sich einer schweren Verletzung seiner dienstlichen Verpflichtungen schuldig gemacht, als er von einem geschlachteten Ochsen ein mit Geschwüren behaftetes Stück von der Lunge weggeschuiticn und das Fleisch l)es Ochsen danach für ladenrein erklärte,- derselbe habe als erfahrener Fleischbefchauer wissen müssen, daß die in der Lunge gesundenen Geschwüre durch Tuberkulose hervorgerusen waren, und sonach seiner Dienstinstruction bewußt zuwider- gehandelt. Aber auch wenn derselbe, seiner Entschuldigung gemäß, die Tuberkulose thatsächlich nicht erkannt hätte, so wurde dies nur bewiesen haben, daß er den an einen Fleisch- beschauer (nicht Thierarzt) zu stellenden Ansprüchen nicht gewachsen war, weil nach dem Gutachten Großh. Kreisveterinäramtes die Krankheit der Lunge jenes Ochsen von jedem Fleisch beschauer als Tuberkulose erkannt werden mußte. 2. Der Schlachthausverwalter war nicht befugt, den fraglichen, von der Fleischbeschau für ladenrein erklärten Ochsen im Schlachthaus zurückzuhalten; sein Verfahren, möglichst rasch das Gutachten des beamteten Thierarztes zu erwirken, „verdient eher eine Anerkennung statt einer Rüge". — Die Nr. 8 des im Auftrage des Evang. Pfarrvereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Psarrer Dr. Naumann hier herausgegebenen „Hessischen Kircheublattes" hat folgenden Inhalt: 1. Ostersreude. 2. Antwort aus die 10 Anfragen bctr. die Verfassung der ev. Kirche in Hessen und die Verwaltung des Kirchenvermögens. 3. Zur Beseitigung der Eidesnoth. 4. Katholische Patrone evangelischer Pfarreien. 5. Literarische Thätigkeit Hess. Psarrer. 6. An die Mitarbeiter und Leser. — Wie der „Frkf. Ztg." berichtet wird, trifft in den nächsten Tagen eine Commission in Gießen ein, die im Auftrage des preußischen Cultusministeriums das hiesige pädagogische Seminar und den Unterrichtsbetrieb an dem Seminargymnasium kennen lernen soll. Als Mitglieder der Commission werden die Geheimräthe Stander und H i n z p e t e r genannt. — Infolge deS im October v. I. erlassenen Preisausschreibens eines Wettbewerbes zur Anfertigung von Entwürfen für eine neue evangelische Kirche in Gießen sind 39 Entwürfe eingelaufen. Heute am 1. April begannen die Berathungen des Preisgerichtes, bestehend aus den Architecten Oberbaurath Dr. vonLeins - Stuttgart, Prof. K. Schäser - Berlin, Geh. Baurath Prof. H. Wagner-Darmstadt und den Mitgliedern des Kirchenvorstandes Dr. Naumann und Pfarrer Schlosser. Nach getroffener Entscheidung, die am 3. oder 4. dieses Monats zu erwarten ist, soll die öffentliche Ausstellung der Entwürfe in der großen Aula des Collegien- hauses hier stattfinden. Der Bauplatz der beabsichtigten neuen Kirche ist in der neuen Anlage. — Eine Sammlung prächtiger Raubthiere, wie wir sie noch in keiner Menagerie gesehen, 'überraschte uns beim gestrigen Eintritt in diejenige des Herrn Weid an er aus dem Oswaldsgarten. Vor allen anderen Thiercn hervorragend, bewegten sich elastischen Ganges zwei asiatische Löwen (Männchen und Weibchen) und ein Löwe aus der Berberei, die Mähne des Letzteren sich bis über den halben Körper erstreckend, durch welche dieses Thier fast unerreicht dasteht. Ein Königstiger aus Bengalen, schwarze Panther und Jaguare sind in sehr schönen Exemplaren vertreten, auch Lama und Strauß, welchen die Kälte nicht recht behagt, sind vorhanden^ dahingegen ist der riesige Eisbär und das Rennthier mit unserm langen Winter recht einverstanden. Gestreifte und gefleckte Hyänen, durch ihr lachendes Geschrei und ihre Kauwerkzeuge Respect einflößend, sowie russische und sibirische Wölfe sind ebenfalls vorhanden. Weiter gehend, gelangen wir an einen Käfig, welcher uns unwillkürlich zu längerem Verweilen zwingt. Er enthält drei junge Löwen, welche vor vier Monaten geboren wurden, cs sind sehr schöne Kätzchen, possirliche Thiere, mit ihren munteren Springen und Sätzen. Eine Kategorie von Affen und überseeischen Vögeln vervollständigen die schone interessante Sammlung aller Thiergattungen. Auch die Riesenschlange erregte unsere volle Bewunderung. Nachdem wir die Thiere besehen, wenden wir uns zur Dressur derselben. Der Elephant mit seinen riesigen Stoßzähnen entwickelt eine große Fertigkeit im Harmonika- und Orgelspielen, schlägt mit dem Rüssel fein Notenbuch aus und amüsirt uns durch seine acrobatischen Künste. Die nächste Dressur mit den beiden asiatischen Löwen ist wohl die interessanteste, die wir gesehen haben. Ein junger Thier- bändiger, Charles Weidauer, begiebt sich in den Käsig, läßt die Löwen voltigiren, durch Feuerreise springen, ans die Erde legen und sonst noch andere Kunststücke aussühren. Ebensalls ein schönes Bild der Dressur wird uns durch den jungen Thierbändiger, Hary Weidauer, bei den sechs nubischen Löwen geboten. Derselbe begiebt sich in den Central-Käfig und führt mit den Thieren die schwierigsten Productionen aus. Dieselben gruppiren sich in verschiedenen Stellungen, schießen Revolver ab, küssen den Dresseur und nehmen ihm das Fleisch aus dem Mund u. dgl. m. Reicher Beifall lohnte den kühnen Mann beim Verlassen des Käfigs. Zum Schluß lernen wir die Freßgier der Thiere bei der Fütterung mit Fleischportioncn kennen. Wir verließen die Menagerie mit dem Bewußtsein, daß hier wirklich etwas Sehenswerthes geboten und können wir den Besuch derselben Jedem aufs Wärmste empfehlen. — In der Charfreitag-Nacht wurden an Laternen der Marburgerstraße mehrere Scheiben entzwei geworfen. Der Thäter, ein Cigarrenarbeiter aus Wteseck, ist ermittelt und zur Anzeige gebracht worden. — Ein seither in Gießen conditionirender Metzgergeselle wurde wegen Sittlichkeitsverbrechen verhaftet. Friedberg, 30. März. Steuerassessor Dr. Victor Würth in Friedberg wurde zum Hauptsteueramtsrevisor bei dem Hauptsteueramt Mainz ernannt. Storndorf, 27. März. Nachdem am vergangenen Samstag infolge eines Vortrags des Herrn Laudwirthschastslehrers Leithiger von Alsseld und nach verschiedenen Besprechungen die Gründung einer Molkerei beschlossen worden war und sich eine Anzahl Laudwirthe aus Storndorf und Vadenrod unter das Statut eingezeichnet hatten, ist nunmehr auch das von vornherein für diesen Zweck in Aussicht genommene Gebäude, die sogenannte Papiermühle, definitiv gekauft worden. Es ist also damit der erste Schritt zu einem Unternehmen geschehen, wie sie anderwärts zum Segen der Landwirthschast eingerichtet worden sind, und auch wir hoffen, daß eine Molkerei bei uns nur vorteilhaft auf die Entwickelung unserer Landwirthschast einwirken wird. Anmeldungen zum Be'tritt werden noch ohne Eintrittsgeld bis zum 1. Mai von Herrn Joh. Weiß III. in Vadenrod entgegengenommen. vermischt«,. T' *tt Kassel, 31. März. Eisenbahnunsälle. Der gestrige Tages schnellzug Frankfurt-Hamburg bezw. Berlin erlitt auf der Strecke Gießen-Kassel zwischen den Stationen Treysa und Zimmersrode einen bedenklichen Unfall. Auf freier Strecke wurde der Kessel der Maschine desect und konnte infolge dessen der Zug nicht weiter, mußte vielmehr längere Zeit auf freier Strecke liegen bleiben, bis eine telegraphisch beorderte Hülssmaschine ankam und den Zug wieder zurück nach der Station Zimmersrode zog. Von hier aus ging cs dann erst nach Kassel, wo die mit dem Schrecken davongekommenen Passagiere mit P/2 Stunden Verspätung eintrafen. Die Anschlüsse nach Berlin und Hannover waren verfehlt, von Kassel aus wurde ein Vorzug abgelassen. — Aus der Westfälischen Bahn ereignete sich gestern Morgen ebenfalls ein erheblicher Unfall. Auf den im Geleise haltenden Frühpersonenzug nach Kassel stieß auf der (Station Warburg beim Rangiren eine Locomotive auf und zwar mit solcher Vehemenz, daß ein Personenwagen und der Packwagen ineinander geschoben und stark demolirt wurden. Die Passagiere wurden in den Waggons durcheinander geworsen unb erlitten Hautabschürfungen 2c., der Packmeister erlitt eine Quetschung des Beines, eine ganze Anzahl Milchkannen mit Milch wurde zertrümmert. * Karlsruhe, 29. März. Bei einem heute Nacht um 3 Uhr im Hause des Regierungsraths Schneider ausgebrocheneu Feuer ist ein D i e n st m ä d ch e n verbrannt/ ein anderes Mädchen wird vermißt. Beim Bruch einer Leiter trug der Feuerwehrmann Marx einen Nippenbruch davon. * Aecht amerikanisch. Aus New-Iork wird gemeldet . Die Legislatur von Minnesota ist hinter einen sonderbaren Betrug gekommen. Im letzten Jahre wurden nicht weniger als 25 000 Doll. Prämien im Betrage von je 5 Doll, für erlegte Wölse bezahlt. Die Höhe dieser Summe erregte denn doch Bedenken und bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß es in den nördlichen Theilen des Staates in großem Maßstab eingerichtete Wo l sszü ch t er e i c n gab. die ein sehr einträgliches Geschäft daraus machten, Wölfe zu ziehen und später ihr Fell dem Staate zu verkaufen £iteratur unö "Kunft. — Nr. 13, vi. Bd. der Raturwiffenschaftttchen Wschan» schrift, Redacteur Dr. H. Potoniv, Verlag von Ferd. Dümmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin, hat folgenden Inhalt: Dr. E. von Rebeur-Paschwitz: Wellenbewegung des Erdbodens in Puerto Orotaoa. (Mit Abbildungen.) — Harry Gravelius: lieber WettersLulen. — Dr. C. Matzdorff: Zur Zellenlehre (Schluß). — Aus dem Leben des Alpenseglers. — lieber den Einfluß des Windes auf den fliegenden Vogel. — Honigihau und Pflanzenläuse. — Mtrification und Kohlmstoffasstmilation ohne Licht und Chlorophyll. — Vorweltliche Riesenhöhlenbären ausgestellt. — Die Kälte im December und Januar dieses Winters im westlichen Europa. — Frau Prof. Sophie Kovalevsky f. — Literatur. Spielplan der vereinigten Iraukfurter Stadttheater. Opernhaus. Donnerstag den 2. April: Die!Meistersinger. Große' Preise. Freitag den 3. April: Zum Besten des Chor-Pensionssonds Neu einstudirt: Robert und Bertram. Gewöhnliche Preise. Außer Abonnement. Samstag dm 4. April: Stumme von Portier. Gewöhnliche Preise. Sonntag dm 5. April: Walküre. Große Preise. Schauspielhaus. Donnerstag dm 2. April geschlossen. Freitag den 3. April: Jphigenia aus Tauris. Gewöhnliche Preise. Samstag den 4. April: Zum ersten Male: Benedikt. Characterbild in 4 Acten und einem Vorspiel von B. Schwemer Gewöhnliche Preise. Sonntag den 5. April: Zum ersten Male wiederholt: Benedict. Gewöhnliche Preise. Amtliche Prüfung der Lichtstärke der Leuchtgase,. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen. Monat März 1891: 14*/, Kerzen. Buchner. vjTJr>artteben’5 tferlaq mXUirn 3h wer luth. Pfarrkirche und an der Caffelerstraße sollen vergeben werden, desgleichen die Lieferung von 260 Mr. neuer und die Umsetzung von 580 Mtr. alter Londorser Randsteine und die Herstellung von 2400 Quadratmeter Cementtrottoir in der Bahnhossstrabe. Submissionübedingungen liegen im Secretariat zur Einsicht offen. Termin zur Oeffnung der ver- schlosien einzureichenden Angebote ist aus Montag den 9. t. Mts», Nachmittags 4 Uhr, angesetzt. Marburg, 27. März 1891. Dec Oberbürgermeister. Schüler. 2933 10,1 4340 18 1240 5 700 Zeilgeöolenes. 1OO Matter verschiedene Sorten Spät-, sowie 15Malter Frühkartoffeln zu verkaufen. 2941 Ltcherstraße 5. jede Woche Mittwochs: Tie „Thierbörse6*; Organ der deutschen Thierschutzbeftrebunyen und von circa 50 Thierzucht-Vereinen, 3 große Bogen stark (eine Fülle belehrender und unterhaltender Artikel, rllustrrrt, und eine große Anzahl Annoncen aus dem gesummten Gebiet der Threrwelt und geschast- Bom I. April d.J. ab werden zwischen Hamburg und Frankfurt a. M. Aber Kassel in jeder Richtung zwei neue Eilgüterzüge eingelegt. Die ge- sammte Eilgut- und Viehbesörderung, soweit dieselbe seither mit den Perfonenzügen stattsand, geht auf der genannten Linie aus die neuen Züge über. Die Versender von Eilgut und Vieh werden aufgesordert, die Auflieferung nach Möglichkeit den Abgangszeiten der neuen Züge anzupaffen. Der Fahrplan kann aus den Eilgut-Absertigungen eingesehen werden, woselbst auch jede weiter gewünschte Auükunst ertheilt wird. Caffel, den 28. März 1891. Königliches Eisenbahn-Betnebs-Amt (Main-Wes er-Bahn).___________ Zusammenkunft Vormittags 9V2 Uhr beim Pflanzgarten im Districte Hausplatz. Laubach, den 23. März 1891. Ä 2932 Gräfliche Oberforflerer. Reubau einer Turnhalle für öie Nealfchule Die Grobfchlofferarbeiteu sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. __ Arbeitsverzeichniffe liegen im Geschäftszimmer Nr. 3 zur Einsicht und «erden daselbst unentgeldlich abgegeben. Die Angebote sind bis spätestens Montag den 6. April, Vormittag- 10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Donnerstag den 2. April, Nachmittags 2 Uhr, Versteigerung verschiedener Mobilien im „Adler" dahier. Geißler, 2995 Gerichtsvollzieher. Holzversteigerung. Montag de« 6. April d. I. werden aus den Districten Grauer- bera, Beltershainerwald, Steinkaute, Esp, Neuhosstanne, Kaulham, Ham und Sohlwald der Forstwartei Reinhardshain, sowie aus dem Drstnct Breiteloh der Forstwartei Saasen versteigert: 8 Fichten-Stämme mit 1 fm, Scheiter rm: 4 Buche, 10 Eiche, 227 Nadelholz; Knüppel rw: 2 Buche, 18 Eiche, 359 Nadelholz; Reisig rm: 732 Buche, 14 Eiche, 1350 holz (darunter 650 rm in ganzer Länge eingesetzt); Stöcke rm: 23 Stadel- Holz. Zusammenkunjl Vormittags V29 Uhr am District Grauer berg aus der Staatsstraße Beltershain—Geilshausen, Nachmittags 1 Uhr rm District Breiteloh auf der Kreisstraße Beltershain—Göbelnrod. Das in den Districten Beltershainerwald, Steinkaute, Esp, Neuhosstannen, Kaulhain, Ham und Sohlwald sitzende Holz wird bei der Versteigerung nicht vorgezeigt und kommt im District Grauerberg zum Ausgebot. Bekanntmachung er wird hierdurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß mit dem am 8. April d. I dahier statt findenden Markte (j. g. zweiter Ostermarkt) Rindvieh «ud Schweiuemarkt verbunden ist. Pflasterarbeit . - • dasAufschlagen von Schutzgeländern in der Lahn das Auftäumen von Fluth- Msfige Kohlensäure zum Bierausschank hält stets vorräthig die Firma I. K. DpieS, 2962 Fraiikfurtersti aße Nr. 78. Scheith. ttuüppelh. Stockh Reish. Rmtt. Wellen. 2673j Ein HauSvursche gesucht von Herrn Bierbraueretbesitzer Bratz zu Limburg a d- Lahn. 2981] Einen Schreinergesesten sucht A. Klinael meyer, Sandgasse 33. 2977] Schlofferlehrling gesucht. Näheres in der Exped. d Bl- ___ 2978] Einzelne Wüschegegenstünde, rote auch Ausstattungen werden zum Festoniren, Sticken, Zeichnen, sowie auch Säumen angenommen. , Südanlage 15, I. Bei groß. Ausstattungen Preisermäßigung. Gin tüchtiges Ladenmädchen gesucht. In jeher deutschen FaunUe sollte hie Thurborse morhon denn die „Thierbörse-, welche in Berlin erscheint, gehalten werden^ tft unftretttg das inlereffanteste Aach- und Kamilienblatt Deutschlands. 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Kl. frauberg: 34 rm Buchen-Stammprügel, 700 rm -Stamm- und Zops- reiser in Schichten, 6 Lärchen von 15-18 cm Durchmesser -- 1,12 cbm, 180 Fichten- und Lärchenstangen von 7-14 em Durchmesser; 3) im Taub- haus und Tüßeukopf: ca. ,100 rm Nadel- und Werchholz-Reiser; 4) in verschiedenen Districten des Reviers Thiergarten: Lesholz abtheüungs- Eichenstämme mit 25,77 Eichenstangen „ 00,19 Nadelstämme „ 14,15 Nadelstangen „ 2,33 B. Brennholz: Mr Einjiihrig-MeiMigk. Exercier-Reglement. — Schieß Vorschrift. — Garnison-Dienstvorschrift. — Felddienstordnung. 2950 Vorräthig in der Buchhandlung von E. Trenckmann, Gießen, Sonnenstr^b. 297^Srückst-l^onnerStag, Morgen- 9—11 Uhr, werden verschiedene Sorten Saat- und Speisekartosfeln aufdew Brandplatz zum Verkauf gebracht» ______ . , I. A. 2980] Stief, Stadtbaumeister. Im Conmrr über das Vermögen der Heinrich Konrad Geibel'S Wtw. auf Hof Ludwig-hohe ist Schlußrechnung gestellt und auf der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts niedergelegt. Die noch zur Vertheilung kommende Maffe beträgt Mark 1503.43, die Forderungen 2935] Die, diesjährige Lohernte in den Gemeindewaldungen von Dornholzhausen, Hörnsheim, Niedercleen, Obercleen und Reiskirchen soll nochmals auf schriftliche Gebote, welche bis zum 4. kft. MtS., Vormittags 10 Uhr, verschlossen rc. hierhin einzureichen sind, an den Meistbietenden verkauft werden. Groß-Rechtenbach, 28- März 1891. Das Bürgermeisteramt. "Verdingung Die Lieferung von Loos 1 — 100 cbm Reihenpflasterstetnen aus Basalt, Loos II — 250 lfd. rn Bordsteinen aus Basaltlaoa oder Granit soll nach Maßgabe der durch die Regie- rungsamtsblätter veröffentlichten Bedingungen für die Bewerbung um Lieferungen und Arbeiten vom 17. Juli 1885 verdungen werden- Angebotenebst Materialproben, an denen die Art der Bearbeitung zu ersehen ist, sind verschlossen mit der Aufschrift: „Angebote auf Pflastersteine bezw- Bordsteine" bis zum Eröffnungstermine am 18- April d. Js , Vormittags 11 Uhr, an das Ban- Bureau, Gartenstraße 2 1, portofrei em- znreichen- Bedingungen und Angebotsformular können gegen postfreie Einsendung von 20 Pfg. für jedes Loos von dort bezogen werden. Dieselben liegen auch in obengenanntem Bureau zur Einsichtnahme ‘T aus. — Zuschlagsfrist 14 Tage- [2930 i Erfurt, den 25- März 1891. : Königliches Eisenbahn-Betriebs-Amt. 2970] Eine Kaute Mist verkauft W. Lauge, Neustadt 47. 29611 Ein neues «ommerwägelchen (Break) zu verkaufen. Sattlermstr. SpieS, Neuenweg. gratis f Die »Raturalie« und Lehrmittelbörse - ö gratis die Pflanzenbörse. 4. gratis: das Beiblatt Industrie und Land- wirthschaft (alle drei Blätter ebenfalls eine Fülle von unterhaltenden und gratts^Das^Jllustrirte Unterhattungsblatt" (Romane, Novellen, Beschreibungen, Räthsel u. f- w. u- s- w-)- Kein Blatt Deutschlands bietet eine solche Reichhaltigkeit an Unter- baltuna und Belehrung. 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Buchen: Scheit 103,; Scheit und Knüppel 50, Knüppel 88, Stöcke 48, Reiser 1593 rm. c. Kiefern: Knüppel 1 rm. d. Fichtenreiser: 4 rm. e. Nadklholzreifer: 10 und f Weich- holzreiser: 650 rm. Krofdorf, den 26. März 1891. Das Bürgermeisteramt: Schüler tauch Israel.) erhalten Kost und Wohnung 2469] Bahnhofstr. 62, II. ium Schlacht«« Herde »*- Weidaucrs Menagerie, Giessen, Oswalds Garten. [2872 ArbtilsmftngnmM Holzversteigemng Dien-tag den 1. L Mts., im Lollarer Gemeiudewald. Die Zusammenkunft ist im District Boden. Lollar, den 1- April 1891. Großherzogl. Bürgermeisterei Lollar. __C- Geißler. 2938 Donnerstag den 2. April, Nachmittags 2 Uhr, in der Bieker'schen Hofraithe hier sollen durch den Unterzeichneten gegen Baar öffentlich versteigert werden: , 1 Caffaschrank, 1 Piamno, 1 Eisschrank, Ladentheke u. Waage, 1 Regulator, 1 Sopha, 1 Spiegel rc- Versteigerung voraussichtlich theilweise Donnerstag, 2. April, Abds. 8'/r Uhr, im Vereinslocal (Caf^ Ebel): Monatsfitznng. Tagesordnung: Aufnahmen, Ersatzwahl, Unterricht, Verschiedenes. 2964______________Der Vorstand. 8 Stellenvermittelung für Kanstente durch den Verband Deutscher HandlnngSge hülfen zu Leipzig und feine Geschäftsstellen in Berlin, Breslau, Dresden, Frank« furt a. M. und Königsberg i. Pr. 2997] Ein ober zwei Schüler finden freundliche Aufnahme und gute Pflege. Näheres in der Exped. d- Bl.________ 2993] Schreinergeselle gesucht. __Smil Beil, auf der Bach- 2960] Ein Lehrling gesucht. Sattlermstr. SpieS, Neuenweg. 2971] Einen Bäckerlehrling sucht ________Wilh. Lange, Neustadt 47. 2959] Zuverlässiger Pferdeknecht ge- sucht. Karl Euler, Hammstraße 5. 2955] Ein Laufmädchen gesucht. ___Seltersweg 23, II. 2975] Schüler, welche eine hiesige Lehranstalt besuchen wollen, finden freundliche Aufnahme. Näheres bei der Exp. d- Bl- Sängerkranz. i Donnerstag, 2. April, präcis 9 Uhr Abds. -von i)itr Schrecken 11 ^echcitnnq 7°der waren Klassen. - estern Morgen habcn- Station Dar- Nx mit sol- ?r Pockwagen Sie Pa»- Torfen und r erlitt eine bannen mit ch um 3 Uhr luszebrochenen l / rin anderes 'eiter lruz der in. vird gemeldel n sonderbaren nidir weniger • 5 Toll, für unme eiiegtc ng stellte sich 5 Staates in ien gab, dir n, Wölfe zu. aufen lc- Dev ,nu6>e Wettet, bte ichen vechue» ferd. Dümmlers itit: 1 des Erdboden', my Graoelius' niedre (Schluß), dm Einfluß des ) WMMläust. W unb Sfoloro; - Die Silk en Europa. - rMM. finger. Sroße sr-Penstonssonds. wohnliche Preise, rttei Sewöbn greife- ris. e- Sßeitebiit 3 B. Schvrwtt ttlt Wdlichm * UOW Mr SÄ . «e«e, Ä^* ?*A81 -tz^' < Beton Die am k »eindewald ch ""d RGcho« ’W worbe «als Dovuersta^ von Vorn ^gehalten wer 10kN-NM 1U6 E>chen-N« ^3 $tm. unb bi8 40,29 » 168 $« f J" MMikwg 1,1 den W*“ Sra*>N H-innch Sch" 1, Spril iöyi Damstadt Hrotzherzog den Lehrer an zum Director an dem neuen i zum Directory affejsorHemrlch btn B-meiper M°O b£nJ Mafferbauaye^ zu ernennen. Darmstad Grotzherzo csnWorialratk Comthurkreuz fcroßmütfrigen DsmM Srbgrotzher Sich morgen zi zu melden. Damßadt. Ärotzherzog u. A. den Haupt Jns.-Regt. lGr Berlin, i wurde das doch erfuhr d> fern eine Verc einen Tag neu ihrer jüngeren stein-Augusterl Aufenthalt bei es bestand nm fleiivoljniing in Holstein und i Dresden weilet -Äm gründer de langjährige 9 76. Geburt Mein Bukskin-Lager nzuge zu Wirklich billigen Preisen. MrKtpliih 6. J. 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Täglich geöffnet von Morgens 10 Uhr bis Abends 9 Uhr. Um 5 und 8 Uhr Abends Haupt-Dressur und Fütterungs-Vorstellung. 2943______________ H. ’W’eidauer. Kunst- und Handels-Gärtner Carl Becker Hchiffentmgerweg ladet zur Besichtigung seiner Rosentreiberei ganz ergebenst ein. 2948 ÄtbftcttnxxU. Gcheüds — Drua uno Äerlag der Brühl'scheu Druckerei Henkels Bleich-Soda Henkels schäumende Bltich-Soda Billig. Unübertroffen an Wasch- u. Bleichkraft. Unschädlich. I Danksagung. Für die so zahlreichen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste unserer innigst geliebten unvergeßlichen Tochter und Schwester Helene sagt hiermit aufrichtigen Dank 2949 Familie Gerudt, Schiffenbergerweg. 127.00 Reichsbank-DiScont 3 pCt. — Frankfurter Bank-DtScont 3pCt. 104 25 439 50 200 75 157.70 148 30 116.10 16709 92 60 93 60 81 60 76 60 3V»% Gießener Gelsenk. Bergw.-Act. 206.20 251.50 157. :>o 127.00 103.75 266.50 219 75 Lomb. E--B.-Act. Buschtherader E-,B.-Act. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Aet. Disconto-Command^Anth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankoer.-Act. Oest. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. 3% Reichsanleihe 3V2o/o do. 3% Preuß. ConsclS 3V»o/s do. Schlußcovrse 1 Uhr 15 Min. 86 25 4% Ung. Gold-Rente 98.95 5o/o Jtal. Rente 86 40 4V5°/o Oest. Silber-Rente 99.10 5% Ruff. UL Orient 96 — | Ver. Königs-Laurah-Act. 160.001 Tendenz: still. Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 1. April 189L lffr. Chr. Pietsch) in ©iegrn. W Sewewt «WstrUt « satte. Univ.-Augen-Klinik. 2957] Ein Wärter sofort gesucht. a L. z. T. 3. 4 Abd. 7>/r U. 2998 Obl. «. Ausn CZ1 I. G I 2500] Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Marktstraße 16, II. 2822] Möblirtes Zimmer zu vermiethen- Grünbergerftraße 34, II. 2734] Ein unmöblirtes Zimmer mit Cabinet im Hinterhause pr. 15. April zu vermiethen. 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April, Abends 8 Uhr, Hotel Victoria. — __________________ 2956 Besuchs Anzeige von Georg Benz in Wiesbaden in Gießen vom 10. April an Hotel Kühne. 2951 Donnerstag den 2. April. Gietzener Anzeiger♦ Beilage zu Nr. 75. - 1891. Deutsches Reich. Darmstadt, 28. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 21. März den Rath bei der Brandversicherungscommission Brandver- ficherungsrath Karl Hechler von der ihm gleichzeitig übertragen gewesenen Stelle eines Secretärs gedachter Commission mit Wirkung vom 1. April 1891 zu entheben- am 21. März den Kreisbauasseflor Friedrich Zimmer aus Lich zum Brandversicherungs-Jnspector, und den Finanzaspiranten Heinrich Schneider ans Leeheim zum Calculator bei der Brandversicherungscommission — beide mit Wirkung vom 1. April 1891 zu ernennen. Darmstadt, 31. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 28. März den Lehrer an der Realschule zu Bingen Hermann Jäger zum Director der Realschule zu Butzbach, und den Lehrer an dem neuen Gymnasium zu Darmstadt Dr. Joseph Hahn zum Director der Realschule zu Heppenheim, den Wasserbauassessor Hemrich Simon zu Mainz zum Eisenbahnbauassessor, den Baumeister Franz Frenay aus Mainz zum Kreisbauassessor, den Baumeister Rudolf Schmitt aus Alsfeld zum Wasierbauassessor, sämmtlich mit Wirkung vom 1. April l. I., zu ernennen. Darmstadt, 31. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: dem Ober- consistorialrath Superintendenten Dr. K. Sell dahier das Comthurkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. Darmstadt, 31. März. Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog begaben Sich heute nach Potsdam, um Sich morgen zum Eintritt m das 1. Garde-Regiment z. F. zu melden. Darmstadt, 31. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am Samstag, den 28. d. Mts., u. A. den Hauptmann G o l d m a n n vom 2. Großherzogl. Hess. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116. Berlin, 31. März. Am deutschen Kaiserhofe wurde das Osterfest in der üblichen Weise begangen, doch erfuhr die Osterseier am Berliner Hofe diesmal insofern eine Veränderung, als die Kaiserin sich zu Ostern auf einen Tag nach Dresden begeben hatte, um der Confirmation ihrer jüngeren Schwester, der Prinzessin von Schleswig-Holstein-Augustenburg, beizuwohnen. Das Programm für den Aufenthalt der Kaiserin in Dresden war ein sehr einfaches, es bestand nur in einem Besuche der Königin Carola, in der Beiwohnung der Confirmation der Prinzessin von Schleswig- Holstein und in einem Diner bei der zur Zeit ebenfalls in Dresden weilenden Mutter der Kaiserin. — Am 1. April feiert der politische Begründer des neuen deutschen Reiches, der ehemalige langjährige Reichskanzler Fürst Bismarck seinen 7 6. Geburtstag, und es wird für viele Vaterlandsfreunde erfreulich sein, zu hören, daß Fürst Bismarck sein 76. Lebensjahr verhältnißmäßig in guter Gesundheit vollendet. Aus verschiedenen Städten wird auch berichtet, daß Vereine und Corporationen beabsichtigen, den Geburtstag des Fürsten Bismarck festlich zu begehen. — Die Zahl der Mitglieder der Commission ür die zweite Lesung des Entwurfs eines deutschen Bürgerlichen Gesetzbuchs ist, nach einem kürzlich gefaßten Beschluß eitens des Bundesrathes, um zwei erhöht worden. Bisher betrug die Zahl der ständigen Mitglieder der genannten, im Januar dieses Jahres neueingesetzten Commission zehn, welche jetzt durch die Berufung des Directors im Reichs-Justizamt Wirkl. Geh.-RathS Hanauer, aus 11 gestiegen ist, während der Rechtsanwalt beim Kammergericht, Justizrath Wilke, der als nichtständiges Mitglied berufen ist, die Zahl der nichtständigen auf 13 vermehrt. Die Gesammtzahl der Mitglieder der Commission, einschließlich des Vorsitzenden, beträgt jetzt 24. ----- Frankfurt a.M., 31.März. Friedrich Stoltze f. Frankfurts bester und treuester Sohn hat mit den Klängen der Osterglocken die Augen zum ewigen Schlummer geschlossen. Der Dichter Friedrich Stoltze, der Mann mit dem interessanten Kopf, dem geistvollen Gesichte ist zur ewigen Ruhe eingegangen. Die ganze Bürgerschaft trauert um den Heimgegangenen, dessen biederer Character, dessen Ueber- zeugungstreue von Allen ohne Unterschied ebenso offen anerkannt wurde wie seine Liebenswürdigkeit im persönlichen Verkehr. Die Blätter widmen ihm spaltenlange Nachrufe. Der Verstorbene war am 16. November 1816 in der Frankfurter Altstadt, im „Rebstock", dessen Gasthalter sein Vater war, geboren und hatte mit seiner ältern Schwester Annette eine sehr sorgfältige Erziehung genossen. Auf den Wunsch seines Vaters, aber gegen seine eigene Neigung widmete er sich dem Kaufmannsstande. Bei der Firma G. C. Melchior trat er als Lehrling ein, wo der nachmals berühmte Bühnenkünstler Hermann Hendrichs das gleiche Amt bekleidete. Friedrich Stoltze blieb dem kaufmännischen Berufe bis zu dem am 6. November 1833 erfolgten Tode seines Vaters treu, dann warf er die Fesseln von sich und gab sich seiner Neigung, dem literarischen Schaffen, hin. Bei seinem früheren Lehrer Dr. Textor, dem Neffen Goethes, sowie durch eine Reise nach Frankreich suchte er seine Bildung zu vervollkommnen. Im Jahre 1841 erschien die erste Frucht seiner literarischen Thätigkeit, ein Band Gedichte. Vorher war schon eine Reihe von Dichtungen im „Frankfurter Conversationsblatt" erschienen. Friedrich Stoltze war bei dem ihm wohlgesinnten Frankfurter Kaufmann Marquard Seufferheld eine Zeit lang Secretair, machte auf dessen Wunsch auch einen Versuch, die pädagogische Lausbahn zu beschreiten, indeß bei dem Versuch blieb es auch. 1849 kehrte Stoltze von Crefeld, wo er kurze Zeit Hauslehrer war, nach Frankfurt zurück und vermählte sich mit Frl. Marie Messenzehl. Am 4. August 1884 ist seine Gattin ihm im Tode vorausgegangen. Der Verlust seiner Lebensgefährtin schmerzte ihn tief; er faßte seine Klage in folgende Verse: So ist es endlich mir gelungen Nach langer Zeit mit Lied und Reim, So hab' ich endlich mir ersungen Für Dich und mich ein eigen Heim- Zwei Kämmerchen getreu erwogen, Zwar klein, doch bei einander dicht, Du bist in Dein's schon eingezogen, Ich komme, ich verlaß' Dich nicht. Mit Stoltzes Verheirathung begann die Zeit seines reichen Schaffens. Seit 1852 erschien die in Frankfurter- Mundart geschriebene „Krebbelzeitung", die ihm viel Freunde gewann, aber ebenso viel Anfechtungen. 1865 folgte auf die „Krebbelzeitung" die „Frankfurter Latern", die Stoltze mit dem Zeichner Schalk gründete und die mit Ausnahme der Jahre 1866—1872, in welchen Jahren der Herausgeber politischer Flüchtling war, bis jetzt forterschienen. Dies Wochenblatt mit seinen politischen und unpolitischen Liedern, seinem humoristisch-satirischen Inhalt ist allenthalben bekannt. Schwere Schicksalsschläge sind Stolze nicht erspart^ geblieben. Er sah drei Söhne sterben, darunter einen Sohn im Alter von 23 Jahren. Zwei Töchter von ihm leben hier und ein Sohn in Ravensburg. Stoltze kränkelte seit Frühjahr 1890. Im vorigen Sommer suchte er im Bad Königstein Erholung, aber er fand sie nicht. Sein Zustand, der sich zum Schluß als ein schmerzhaftes Leberleiden characterisirte, wurde schlimmer und am Osterabend ist der Sänger Frankfurts entschlafen. Das Leichenbegängniß Friedrich Stoltzes gestaltete sich zu einer wahrhaft großartigen Trauerkundgebung. Eine unendliche Fülle von Blumen und Kranzspenden schmückte das Studirzimmer des Verblichenen, dessen sterbliche Reste dortselbst aufgebahrt worden waren. Unter dem Trauergefolge befanden sich die Herren: Oberbürgermeister Adickes, Bürgermeister Dr. Heuffenstamm, Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, Intendant Claar, Vertreter der Presse, Freunde von auswärts, Deputationen von Vereinen rc. rc. Der Zug der Leidtragenden zählte nach Tausenden. Auf dem Friedhöfe wurde des Sängers sterbliche Hülle von den Klängen der Feuerwehrcapelle und dann von einem Choral des Theaterchors empfangen. Am Grabe sprach zuerst Sonnemann, der im Namen der deutschen Volkspartei einen Kranz niederlegte. An zweiter Stelle sprach der Stadtverordnete Jean Drill, welcher im Namen der Frankfurter Sängervereinigung einen Kranz niederlegte. Der dritte Redner war Dr. Wilhelm Jordan, der dem treuen Kameraden im Namen der Berussgenoffen einen warmen Nachruf widmete. — Daß Stoltze in seiner Vaterstadt ein schönes Denkmal gesetzt werden wird, kann ich, ohne Prophet zu sein, heute schon Voraussagen. Bekanntmachung. Die am 18. d. M. im hiesigen Ge- «eindewald abgehaltene Bau-, Werk- und Nutzholzversteigerung ist nicht genehmigt worden und soll daher abermals Donnerstag den 2. April I. I., von Vormittags 9 Uhr an, abgehalten werden. Es werden zur Versteigerung kommen 106 Eichen-Baustämme von 14 bis 33 Ctm. mittleren Durchmesser und bis zu 12 Mr. Länge, 40,29 Fstm. enthaltend, 168 Nadel-Baustämme von 14 bis 20 Ctm. Durchmesser und bis zu 20 Mtr. Länge, 65,64 Fstm. enthaltend, 63 Nadel-Derbholzstangen, 6,23 Fm. enthaltend, 1 Eichen-Stange. Die Zusammenkunft ist am Wege nach Bersrod im District Wilshäuserwald am Eingang des Waldes- Reiskirchen, am 27. März 1891. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. 2877 Jünger. Donnerstag den 2. April, Nachmittags von 2 Uhr an, »erden im Hause des Herrn Merz, Bahnhofstraße Nr. 48, wegzngs- halber verschiedene MSbel u. s. w- versteigert, rote: mehrere gnte Bettstellen, 5 Wasch- sousole, 1 Waschkommode, 1 Sopha 3 Commoden, 4 Kleiderschränte (etnthür.), 1 deSgt. zwetthür., 1 Wetßzengschrank, 1 neuer Küchenschrank, 1 runder Tisch, mehrere läng- liche Tische, 1 großer Tisch (für Wtrthe geeignet), 23 Stühle, mehrere Spiegel, 1 GestmS, 1 Parthie steinerne Töpfe, HanS- gerüth re. Im Auftrag: [2824 Hont- Rothenberger, Auktionator. Versteigerung. Freitag den 3. April, Nachmittag» von 2 Uhr ab, werd«« im früher Rahn'fch«« Haufe, Wetzsteingaff«, wehrer« Taufend alte Ziegel, Thür««, -O«f«u, Fenster, ei« «och sehr guter kupferner Äeffel und eine Parthie Brenn- und Nutzholz metstbietend gegen Baarzahlung versteigert.2912 Mittwoch den 8. April l. A, Nachmittags 2'/r Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Martin Schmidt in Gießen gehörige Hofraithe: Flur I Nr. 797 — 37 Mtr. in der Schloßgasse öffentlich meistbietend oet steigert werden. Gießen, den 17. März 1891. Großherzogliches Ortsgericht. I- V- 2498___________Bogt._________ Donnerstag den 30. April, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Jost Bellos Wittwe in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 36 Nr. 3,s — 319 Meter Hofraithe unter den alten und neuen Eichgärten am Steinweg, Flur 36 Nr. 3,t — 606 Meter Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 17. März 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A-: Vogt. 2559 Aeilgebolenes. Wagen. Neue und gebrauchte Landauer, Halb' verdeck (Mylord), auch Bock zum Ab' nehmen, BreakS. Doka, Ponywagen rc. rc. zu verkaufen. [2793 Friedberg. H. Ph. Romeiser. Bei den stetig steigenden Kaffee- preisen empfehle ich außer meinen beliebten Tbee- einen guten 8ou- chong-Thee» ä. Psd. je. 21 /3. 2747 Emil Fischbach. Wollene und wasserdichte Pferdedecken billigst. Wasserdichte Wagen- und Waggondecken zu Fabrikpreisen bei [1237 Louis Wittich II., Neustadt 6. Staubfreie prima Hellsehern und Daunen billigst bei Fritz Mowack, 1937] Seltersweg. Pain de grec (Griechisches Drod) vorzügliches neues Gebäck zu Kaffee und Thee empfiehlt Conditorei Hettler, 2681________Süd-Anlage.________ "Für Vogelzüchter. § Sommersamen, zuckersüß, 5 Pfund 1 Mark, per Centner 18 Mark, empfiehlt Carl Schulze II., Schillerstratze 7. Unübertroffenes Fabrikat zum Stärken der Wäsche empfiehlt [1321 STAEBKJE Emil Fischbach. 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