Nr. 255. Zweites Blatt. Sonntag den 1. November 189t Der Mt* MHie« täglich, . tagt U»snahl»« W MorttkLs. We ^etfUeltlftw km »nzeigtt -M-mtttch bMinel hetGelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Ihtinusbniiei 2 Mark 20 Mg. •««< Vringerloh». Durch die Post btpyt, 2 Mark 50 P1, Äebaction, tpebNte» und Druckerei: Her»tz»rechrr 6> Amts- unb Anzrigeblatt für den Uwi« Sieben. S8KKÄ6«?WiH adHiaHMa 8eac$«t L«,eigen zu der «»chmittags für d«, ^flgeAee Lag erscheinenden Nummer dir Bonn. 10 Uhr. jiHWiMM'iiiiiinin'iLzmrn—.......iinm til______ Äffe AmaoltreS'Aurroux M8 In- m-d ÄwStüw^ci aehf^» Aasigen für den ..Gießener Mnjei| s: es ost _ A A zeigt den Empfang sämmtlicher Winter-Schuhwaaren an. «. Große Auswahl für Damen, Herren und Kinder in ® ä allen nur erdenklichen Sorten und zu sehr billigen Preisen. s § Separat-Anprobir-ZLmmer für Damen. -§® H. 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Die Mitglieder des Kunftvereins mit ihren Familienangehörigen haben gegen Vorzeigung der Mtgliedskarten freien Zutritt zu der Ausstellung. Für Nichtmitglieder beträgt der Eintrittspreis 50 Eine Liste zum Einschreiben von Beitrittserklärungen liegt offen. 18 Der Ausschuß, Sonntag den 1. November ermäßigter Eintrittspreis von 20 Pf Der Feierabend für Lehrlinge ist von Sonntag den I. November ab jeden Sonntag von 6 bis 10 Uhr unentgeltlich geöffnet. — Abends 8 Uhr: Gesang und Ansprache. Der Vorstand: 9602 Din gelber). , Z^Hitrt- Ztmm-r etnjeta 7340] Wohnung, 4 Zimmer mit Ca- । Derm Wehlteinaasse 41 parterre, binet und Wasserleitung, an ruhige Leute *? X per sofort zu vermiethen. ! 93^4] Em gut möblirtes Zimmer zu W. Montanas, Marktstraße 34. । vermiethen. Franksurterstrvße 11, m. 9554! Kleine Wohnung per sofort zu j vermieden.________Merweg^26^ ÄMMeN 95' 9] Zwei Zimmer n it Küche zu ver- miethen Ederftraße 6. 34 Bahnhofstr. 34 8obb] Einfach möbl. 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Hoheit Großberzog Ludwig II. in das Leben gerufen worden war. Rach der Begrüßungsansprache erstattete der Präsident zunächst den Hau ptrech en sch astsbe richt über die Vereinsthätigkett in der abgeschlossenen Periode von 1888 und 1889, der in Betracht der Schwierigkeiten undVoruriheile, welchen die wohlthätigen Bestrebungen des Vereins oteliach begegnen, im Ganzen ein recht erfreuliches Bild der fortschreitenden Wirksamkeit desselben gewährt. Man darf hiernach mit Genugthuung^ auf die zurückgelegte und mit begründeter Hoffnung auf die vorwärts liegende Zett des Vereins blicken. Zur Erläuterung und Begründung des Berichtes wurden die abgeschlossenen Rechnungen für 1888 und 1889 nebst Belegen, die vom Vereins- auSschug berathenen Voranschläge über die Einnahmen und Aus^ gaben für die Jahre 1892 und 1893, die Uebersicht über den Stand ces VereinSoermögens rc. vorgelegt. , dem umfangreichen Material beschränken wir unS auf die Hervorhebung folgender Punkte: wie des deutsch-österreichischen Handelswerden würde. ist wenig Bcmcrkcnswerthes zu berichten, besitzt die große Rede, in welcher vor ^amen- entpsehle Univerfitäts - Nachrichten. » , .71 Der ordentliche Professor in der medictnischen Facultät der Friedrich-Wtlhelms-Universttät zu Berlin vr. Rubner wurde zum ordentlichen Mitglieds der wissenschaftlichen Deputation für das Me- dicinalwesen auf die Dauer von fünf Jahren ernannt. - 7-^eue Universitäts-Bibliothek in Leipzig. Man n mVom 28. ds. aus Leipzig: Die neue Universitäts-Bibliothek ein Prachtbau, der, in italienischem Renaissancestil gehalten, in der Nähe des neuen Concerthauses dicht neben dem Bauplatze des Reichsgerichts in der Beethovenftraße errichtet worden ist, wurde am letzten Sonntag im Beisein des sächsischen Cultus- mintsters o. Gerber feierlichst eröffnet. Bei der glanzvollen inneren Einrichtung hat man sich in erster Linie die neuen großen Btblto- tbeten zu Wien und Paris zum Vorbild genommen. Der Bauplan zu dem prächtigen Gebäude, welches mit einem Kostenaufwande von runb 3 Millionen Mark errichtet worden ist, rührt von dem htestgm Archttecten Baurath A. Roßbach her. fcv ».U .Leipzig wird berichtet: Vor der juristischen Facultät der hiesigen Universität hat heute der Prinz Max zu Sachsen, ein Sohn des Prinzen Georg, sein Doctorexamen abgelegt. Prinz Max vollendet in nächster Zeit sein 21. Lebensjahr. 8 politische Wochenschau. Gießen, 31. October 1891. In Ermangelung anderweitiger Stoffe beschäftigte sich die politische Presse auch in der vergangenen Woche noch mit dem Verlauf und den Ergebnissen des Erfurter Parteitages der socialistischen Partei. Wir haben an dieser Stelle bereits zwei Mal die Gelegenheit wahrgenommen, unsere Leser über die gegenwärtige Haltung der genannten Partei zu informiren, zuerst bei dem Erscheinen des neuen Programm-Entwurfes vor einigen Wochen und letzthin anläßlich des Parteitages. Desgleichen haben wir zur Zeit die nöthigen Mittheilungen über den häuslichen Zwist innerhalb der Socialdemokratie gemacht, so daß wir aus unsere früheren Betrachtungen Hinweisen können. In Ergänzung unserer letzten Ausführungen bemerken wir nur noch, daß man sehr in die Irre gehen würde, wollte man glauben, daß der Riß, welcher schon seit geraumer Zeit zwischen dem Abgeordneten v. Vollmar und dem Gros der Partei aufklafft, durch die Beschlüsse des Erfurter Parteitages mehr als eben nothdürftig „verkleistert" sei. In Wahrheit haben dieses Mal die Herren Liebknecht, Bebel, Auer und Singer sich nach dem Ausscheiden der sogenannten Jungen ihrer Sache nicht mehr hinreichend sicher gesühlt und darum v. Vollmar gegenüber eine Nachgiebigkeit gezeigt, die sie ein zweites Mal walten zu lassen wohl schwerlich sich werden entschließen können. Im Mittelpunkt des betreffenden Streites stand bekanntlich das Amendement des Delegirten Oertel, das v. Vollmar verhindern sollte, der vorgeschlagenen Resolution zuzustimmen, ohne auch die von dem Parteitag angesührten Motive zu billigen. Liebknecht erklärte geradezu, daß er selbst zu den „Jungen" übergehen werde, wenn der Oertel'sche Zusatzantrag abgelehnt würde. Bebel forderte noch in letzter Stunde die Delegirten auf, „ehrlich mit Ja oder Nein" über Oertels Clausel abzustimmen, da der Standpunkt der Partei nicht verdunkelt werden dürfe. Trotz alledem sah man sich auf Seiten der Gegner v. Vollmars nach einigen zündenden Reden des letzteren gezwungen, das bezeichnete Amendement zurückzuziehen und eine sogenannte motivirte Tagesordnung annehmen zu lassen, welche im Grunde genommen nichts aussprach, als was v. Vollmar von vorne- herein gut geheißen hatte. Wie tief aber bereits im Augenblick der Zwist in die sociatistische Partei hineinschneidet, ging deutlichst aus den mancherlei persönlichen Befehdungen hervor, die selbst Mitglieder der Reichstagsfraction gegen sich zu richten kein Bedenken trugen. So bezeichnete Bebel v. Vollmar wörtlich als „Satten", der bei seinen augenblicklichen angenehmen Lebensverhältnissen Zeit habe, auf den Zukunstsstaat zu warten. Auf der anderen Sette spottete v. Vollmar über Diejenigen, welche mit Prophezeiungen über das tausendjährige Reich spielten. Das sei weniger die Sache ernster, mit den realen Verhältnissen rechnender Politiker, als diejenige „verzückter Ekstatiker". Nun aber hatte Bebel selber deutlich durchblicken lassen, daß er das Eintreten der socialistischen Weltordnung in nicht allzuferner Zeit erwarte. Mau kann sich leicht aus- malcn, daß trotz der formellen Einigkeit, welche durch die Annahme der erwähnten Tagesordnung erzielt wurde, in Wahrheit die Gegensätze innerhalb der Parte: sich in Folge der Erfurter Debatten noch verschärft haben und spätestens aus dem nächstjährigen Parteitage zu Berlin einen noch viel drastischeren Ausdruck als diesmal finden werden. — Die Grünberg, 28. October. Die schon seit längerer Zeit schwebende Wasserlettungsfrage scheint nunmehr ihrer Lösung um einen Schritt näher gekommen zu sein. Ein Ingenieur aus Karlsruhe, der mit der Anfertigung der Pläne betraut worden war, hat dieselben einer am vergangenen Sonntag im Gasthaus „Zum wilden Mann" tagenden Versammlung zur Begutachtung vorgelegt. Auch soll dieser Fachmann die s. Zt. von dem hiesigen Stadtvorstande geforderte Erklärung, jede Garantie für das Gelingen der hier mit besonderen Schwierigkeiten verbundenen Anlage zu übernehmen, abgegeben haben. Ob sich infolge dessen die Vertreter unserer Stadt zum endgiltigen Abschluß eines Vertrages entschließen werden, bleibt abzuwarten. Sehr zu wünschen wäre es, wenn sich die Bewohner Grünbergs recht bald der Annehmlichkeiten einer Wasserleitung erfreuen könnten. (D. Ztg.) Stangenrod, 29. October. Seit dem vergangenen Dienstag wurde der 17jährige geistesgestörte Sch. von hier vermißt. Nach langem Suchen sand man nun gestern den Unglücklichen als Leiche in einem der Ziehbrunnen des Orts. Noch an demselben Tage begaben sich verschiedene Gerichtspersonen von Grünberg hierher znr Feststellung des Thatbestandes. Hahnheim, 28. October. Heute Mittag sand dahier die Beerdigung eines älteren Landwirths statt, zu welcher auch der Schwiegersohn des Verstorbenen aus einem benachbarten Orte erschienen war. Noch während der Beerdigungsseier überbrachte nun dem letzteren ein Bote aus seinem Orte die erschütternde Kunde, daß seine Frau soeben eines schnellen Todes gestorben sei. 16 080 17 9 045 „ 91 „ Kn. ingc ion 6 bis mg nab fr Handelsvertrags-Verhandlungen mit Italien sind nunmehr ebenfalls abgeschl ssen worden. Es heißt, daß dem Reichstage schon Mitte November der Text sowohl des italienisch-deutschen Die Wahl des Ausschusses für die kommende Periode ergab sammtliche frühere Mitglieder, mit Ausnahme des aus dem Dienste scheidenden Herrn Geheimrath Küchler in Mainz, an dessen Stelle der ibn als Prooinzialdirector dafelbst demnächst ersetzende Großh. Ministerialrath Herr Rothe gewählt wurde. Der Ausschuß besteht sohin aus den Herren: 1. Wirkt. Geheimrath Goldmann Exc. Geheimrath von Marquard Oberbürgermeister Ohly Pfarrer Dr. Flöring Fabrikant Earl Hochstätter, sämmtlich in Darmstadt Prooinzialdirector Freiherr v. Gagern in Gießen und -- Prooinzaldirector Rothe in Mainz. Der Vorsitzende schloß die Berichterstattung mit Worten des ehrerbietigsten Dankes an Se. Königl. Hoheit den Großherzog, Allerhöchsten Piotector des jubiltrenden Vereins, für das stets betätigte gnädigste Wohlwollen, sowie des wärmsten Dankes an die Großherzogliche Staatsregierung, die Vereinsorgane und alle Diejenigen, welche der Centralbehörde mit Rath und That auch in per abgelaufenen Periode zur Seite gestanden haben, mit dem Aus druck der Hoffnung, daß der Verein immer neue Anhänger und Mitarbeiter gewinnen und sich immer segensreicher entwickeln möchte. - französische Minister des Aeußeren anläßlich der Eiatsberathung die Haltung der französischen Regierung in der auswärtigen Politik gekennzeichnet hat. Die Rede hat namentlich dadurch ein gewisses Aufsehen erregt, daß sie die einschlägigen Verhältnisse mit sehr viel größerer Ruhe bcurtheilt, als es bei den seither gethanen Aeußerungen desselben Ministers der Fall war. Mit kalten Worten werden die Angelegenheiten in Aegypten, der italienischfranzösische Zwischenfall und einiges Andere abgethan. Sogar die Kronstädter Festlichkeiten, welche den gleichen Minister vor ganz Kurzem in einem Anfall von hohem Pathos die „Weihe" der russisch-französischen Verbrüderung genannt hat, wurde fast wie ein ganz ordinäres politisches Alltagssactum besprochen. Locales uttö provinzielles, Gießen, 31. October. — Wir machen darauf aufmerksam, daß in den Fällen, wo Angehörige gerne amtliche Auskunft über im Auslande lebende Verwandte, deren Verhältnisse u. s. w. erlangen möchten, man sich am besten mit einer Eingabe an das „Auswärtige Amt in Berlin" wendet. Es sind jedoch für die entstehenden Kosten 15 Mark mit einzuzahlen. Im Nichtvermögensfalle wird die Auskunft unentgeldlich auf Grund eines amtlichen Armuthszeugnisses ertheilt. k „kr8etl< .. , 7 034 v* 26 von welchem ein Theil wiederum oerzienslich, jedoch im Bedürfniß- falle jederjeit erlangbar, bei der Darmstädter Sparkasse angelegt ist. Der Reservefonds des Vereins besteht in Werthpapieren im Rominal- werthe von 37728 v* 58 und noch höherem Courswerthe; er "efert zu 4%, theilweise jetzt nur noch zu 3% o/Oz einen jährlichen Zinsertrag von 1543 JL 16 Die Mttgliederbeiträge erhöhten sich von 3396 72 im Jahre 1888 auf 3968 JL. 22 im Jahre 1889. An Unterstützungen wurden bewilligt: Im Jahre 1888 . . . 3045 X 84 „ „ 1889 . . . 3706 „ - „ (en DerE $>re- Sonntag den 1. November (Stegner Anzeiger*. Beilage zu Nr. 255. - 1891 Die Einnahmen betrugen in den Jahren 1888 und 1889 rusammen ~ die Ausgaben zusammen . : Literatur und Nurrst. Georg Ebers hat in zweijähriger Arbeit einen großen zweibändigen Roman vollendet, der im nächsten Monat in der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinen wird. Er heißt „Per aspera“ (auf steinigen Wegen) und spielt zu Alexandria tm dritten Jahrhundert nach Christus, zur Zeit des Caracalla. Wie die Heldin in einem der finstersten Zeitabschnitte der Weltgeschichte sich zum Licht (ad astra) durchringt, ist das der ergreifenden Dichtung zu Grunde liegende Hauptmotiv. — ^Wiener Mode" irr Holland. Die bekannte Firma Holkema und Warendorf in Amsterdam hat soeben mit den Heraus- gebern der „Wiener Mode" einen Vertrag zur Herausgabe einer holländischen Ausgabe der „Wiener Mode" abgeschlossen. Somit erscheint die „Wiener Mode" in ihrem eben beginnenden fünften Jahrgange in sieben Sp achen, ein Erfolg, welcher noch niemals einer österreichischen Publikation zu Theil geworden ist. — Von dem im Verlage der Königl. Hofbuchdruckerei von Trowitzscd & Sohn in Frankfurt a. O. erscheinenden Werke: . x 1,00-1,10, Hühnerüer l St. 7-8, 2 St.----4, Enteneier 1 St.--4, 2 ©L - 4, M pr- St- 4-B Ä, ft äf entarte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 25 4, Ansen pr. Liter 29 H, Tauben pr. Paar x 0,40-0,60, Hühner pr. Stück s 0,90—1.00, Hahnen pr. St- X 0,50-0,75, Enten pr. Stück ^V?0-2,00 Och!enfleisch pr.Pfd. 70-76 J,, Kuh- und Rindfleisch Schweinefleisch 60-70 4, Hammelfleisch 50-74 4, Kalb. fletsch 56—60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6,50—8,50, Weißkraut pr. Et. 4-10 4, Zwiebeln ner Centner X 4,50—5,50, Milch per Liter 12-18 4, Gänse 50-58 H. incl. Fl. Niersteiner Kranz» incl. Fl- if Course der Frankfurter Börse «X 30./X. 23./X Coar» vom 23./X. Für Aechtheit und Reinheit Weine wir- garantirt. [9677 Siissrrrdahn-Aettett. 1761/6 177.25 Ital. 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W-r-n auch b:c w.landen Comse b-.r Vorwoäc rMt biß Hoffnung auf eimn bal- brgen Trn^enruw'chwun:'. e'wcck.n lonnien, so durfte man doch die Meinung nicht von sich ab wellen, daß die langandauernde Abwärtsbewegung, die Posiüonsoerhält- n-sf" d'.e sich wählend derselben herausgebildet batten, die Lage d.s Geldmarktes und'endlich der vrimeintliche Erfolg der Russen Mission in Paris, zul'tzt doch auf a ev. T-noenzumschwung oder wenigstens aus einen Stillstand der Rückbewegung h.'n f/n tv-.rbe. Heute hat das Publikum von Neuem erfahien r. üssen, daß an1 brr Börse Verhältnisse eingerisftn, bte jeder Vorausveftimmung spotten,, daß Factoren cü c That'-gkeit uveu, unter bereu Wirkung es seinen Besitz zusammen chwinden sicht, U>>'e daß die Möglichkeit bestünde, diese silbst oder auch nur die Tragweite ihres Einflusses genau zu erkennen, denen aber — und das mag Manchem zum T ost ge- retchen — Die Großen der Börse, die Banken und die haute finance, nicht minder machtlos gegenüderstchen. Allerdings ist die Verstaatlichung der Südoahn als neues Ä.-rssemotto hinzugetreten. Aber kann das Pachtangebot der Regierung., und mag es noch so schlecht sein, das anzunehmen doch immer nur in dem Ermessen der ."ctionäre oder der Verwaltung steht, die Wirkung haben, daß esi< Ecurssiurz entfesselt wird, der alle Gebiete gleichmäßig verwüstet und selbst den Rentenmarkt nicht v.rschont?! Man sieht die Wirkung, aber bei aller Würdigung der mißlichen Verhältnisse der deutschen Industrie und der deutschen Börsen mutz man sich fragen, wo lieg ui die Ursachen, die den Entwerthungsproceß, kaum daß er zum Stillstand gekommen, von Neuem weitertr^iben und die demselben jenen stoßweisen Character verleihen, der nicht zum wenigsten zur Beunruhigung des Publikums beiträgt. Sind das lediglich speculattve Einflüsse, sind es nur Wirkungen der bekannten und oft pe mrmten Factoren, oder sind das gar die Schatten, die der Zusan,menbruch des Pariser Mai kies vorauswirft? Das Alles sind Fragen von eminentester Bedeutung, aber die Antwort darauf werden nur die Ereignisse selbst geben können. Der Pariser Markt liegt in der That außerordentlich schwach. Zu Spaniern, die seit Wochen scharf zurückgehen und an denen derselbe ein hervorragendes Interesse hat, sind nun Italiener getreten, die jene an Bedeutung noch überragen und bei beiden gründet sich der Rückgang auf die weichenden Wechselkurse Wenn in Paris spanische Wechsel mit 12%, italienische mit 2 /2% Verlust ausgeboten werden, so sind das in der That Denn Course, die seit der Einführung der Goldwährung in den betreffenden Ländern nicht gesehen wurden, und es ist klar, daß dieselben die mißliche Finanzlage der Staaten noch weiter belasten müssen, aber die Ursachen, welche eine derartige Bewegung des Wechselcomses bewirken, sind wcnig- st-ns für Italien nicht erkenntlich und es bleibt somit noch di: Hoffnung, daß die Erscheinung nur eine vorübergehende ist. Aber hier liegt auch nicht der schwächste Punkt der Pariser Börse, dieser findet sich vielmehr im Russenmarkt und von hier aus geht di? Beunruhigung, die am meisten auf die Böcsin wirkt. Der Freudenjubel über den Erfolg der Emission war stark verfrüht, denn der heutige Cours der Obligationen bedeutet nahezu 3% 23erlüft. Das wäre nicht möglich, wenn thatsächlich das Prioatcapital in solchem Umfang als Zeichner erschienen wäre, als man se.ih^r verbreitet hat. Aber es ist müssig heute darüber n-rchzuMgUn, cut welche Ursachen der ichnelle Rückgang zurückzuführen ist; man muß mir der Thalsache des gcwichemn Conrses rechnen und diese wird natürlich dahin wirken, daß der Rest der unbegebenen Obligationen außerordentlich schwer unterzubrmgcn se n wird, sie wird auch v ole Leute aus dem kaum erworbenen Besitz be-ausscheuch n und so weitere Rückgänge verursachen, sodaß zu den bisher erlittenen Verlusten neue hinzutteien. Und diese sind schon fitzt nicht gering. Man muß sich vergegenwärtigen, daß namentsich die Orientanlechen zu Coursen nach Frank!eich gcwar-dert sind, die 10% und mehr über Dm heutigen standen, und daß dieser Veilust fast ausschließlich die dortigen Börsen trifft, denn in das Capitalisten- publikum Hot die Orientanletbe nie Eingang gefunden. Die Coursentwicklung ber selben hängt völlig ab dok btr der russischen Valuta, und diese ist überaus merkwürdig. “Die Mißernte in den einzelnen Gouvernements Rußlands, die Ausfuhrverbote, die verniehrte Notenausgabe im Inland, das Alles mußte auf eine Verschlechterung der Valuta hinwnken. Seitdem aber hie neue Anleihe untergebiacht und dadurch die Zablungäbilanz Rußlands plötzlich um 400 Millionen Flanken verbessert wurde, sollte füglich der künstlich erzeugte Rimessenbedarf der fortschreitenden Valutaenlwick.'uNg Einhalt gebieten, aber nichts destoweniger geht der Rubel- cours in Sprüngen abwärts. Der Finanmüntster Hut die Geldinstitute des Reiches ersucht, die ausländische Contremine nicht durch Noteusendungen zu unterstützen und hak damic auch erreicht, daß der Deport auf 3—3.50 gesprungen ist, er hat auch erreicht, daß der Cours vorübe-mhend bis auf 215 stieg, aber heute schließen die Noten trotz des obigen Deports mit 206 und was die nächsten Tage bringen werden, vermag Niemand zu enthüllen. Dcr Rückgang der Lombarden begann bereits am Samstag der vergangnen /'och-. Dre Actien standen am Freitag 92, am folgenden Tag war der Cours 89, bis Dom.erstag waren sie auf 77 gefallen. Als vor einigen Wochen die erste Nachricht einer Verstaatlichung auftauchte, da wurde sie mit einer Hausse begrüßt, die Aussichten aber, welche die ersten thatsächlichen Bei Handlungen der Gesellschaft eröffnen, scizziren sich in obiger Coursbewegung. Es handelt sich übrigens nicht um eine Verstaatlichung, sondern nur um eine Verpachtung, in die zu willigen im freien Ermessen der Acttonäre steht, aber die Pachtsumme, welche der Staat glaubt bieten zu können, scheint eine so gelinge zu sein, daß für die Actien kein irgendwie ausreichender Ueberschuß verbleiben würde. Daß ein solches Gebot keinerlei Aussicht auf Annahme hat, formte sich die Regierung selbst sagen, gerade deßhalb aber verdient ihr Vorgehen die schärfste Kritik. Ein Staat, der etwas auf feine Würde hält, sollte sich nicht so wert erniedrigen, daß er auf so kleinliche Joböerkniffe zurückgreift und um feilschen zu können, einen Preis bietet, von dem er genau weiß, daß er unannehmbar ist. Erfolgt aber dieses niedrige Gebot mit der Absicht, die Act,onäre einzuschüchtern, so daß sie bei einer geringen Airfoesserung desselben willig eii schlagen, so ist eine solche Polit k an sich so unmoraUsch, dag daraufhin die Anknüpfung von Unterhandlungen überhaupt ab- gelehnt werden müßte. Thatsächlich hat die Verwaltung auch die Unterhandlungen abgedrochen und die Regierung selbst scheint vor dem Entiüstungssturm, der sich allseitig e,hoben £at, zurückzuweichen. Der Cours der Act>e aber hat sich nur um wenige Gulden gehoben unb die Börse selbst bleibt schwach auf allen Gebieten. Die Liquidation ist somit zu Ende gegangen, ohne daß ihr Einfluß auf die Course bemerkt wurde. Die Deportsätze blieben im vollen Umfang bestehen, Geld wurde täglich billiger und die Course fielen um Procente. Mit dieser widerspruchsvollen und hö ost unbehaglichen Situation gehen wir in den neuen Monat hinüber. Das widerstandsfähigste Gebiet scheinen noch die deutschen Bankactien zu sein, denn deren Course erscheinen im Verhältniß zu den großen Schwankungen der anderen Unter^euge, wie: Hautjacken, Normalhemden, Normalhosen in großer Auswahl bei ~ [9687 Fritz Nowack, Seltersmeg. lebStarlml Uothe Siern Linie König. Velg. Postdampfcr Don 4c/o Pfälz. Ludwigsbahn (Bexdach) . . . „ Hessische Ludwigsb. 68/69 garant. . w Glisabetbö. steuerfrei Gold . . . . 5'/s) Oestr. Staats bahn . 4%' do. do, 32/c. do. do. I.—VIII.Emiff. 3% do. Ergänzungsnetz b% Nordwestbabn ^oln k Flasche .70 Gebackene Fische auf der PulveemÜhle.[9707 Brumata -Leim bester Raupenleim. Gustav Walter, MäuSburg 13 [9679 Ausgftkämmle Haare | kauft A. Plank, Kaplansaaffe 2. 2978] Einzelne Wäschegegenstänve, wie auch SLusftattungen werden zum Festoniren, Sticken, Zeichnen, sowie auch Säumen anaenommen. Ijudwigstrasse 12, pari. Bei groß Ausstattungen Preisermäßigung. 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Das liegt aber nur daran, daß auf diesem Gebiet, II gegen welches seit Monaten jeder Angriff der Contremine sich richtete, die SMonco; i H|$| j inn |||lPI/S*i enaagements am größten sind. > IIMIIIi IUIB ■ UVKeVl Ile Disconto verloren 2,40%, Handelsgesellschaft 2%, Darmstädter und Dresdener Waavettlmudlutta Wieseck je 1 °/o; auch bei Credit, die schon in den letzten Wochen starken Angriffen ausgesetzt ^ ZVaacenDmilHmeJ waren, beschränkt sich der Verlust auf 3 fl., er steigt indeffen bei ungarischen Credit- Niederlage der lLvelN-Gl'0tzhanolUUg actien auf 5 fl. Im Markt der Transporiwerthe gedieh die Bewegung zu größtem p Ilmiwftwtnili Dnncc«A11a Umfang. Der Rückgang der Lombarden wurde schon angedeutet. Staatsbahn, die sich UeHBllZvl U lange Zeit behaupten konnten, fielen unter dem panikartigen Rückgang vom Donnerstag um 4 fl. und schließen nach kurzer Erholung nur unerheblich besser, Buschtherader sind bei 3 fl. Verlust wieder kräftig erholt, Duxer aber zeigen noch 10 fl. Verlust; Koflacher. und Elbthal beschränken sich auf 2 fl. Von Schweizer Bahnen scheinen Gotthard zwar behauptet, aber auch bei diesen liegt zwischen den Vergleichscoursen eine Schwankung, Bode»üeimer die 4% umfaßt. Rordost schließen bei einer kleinen Erholung von 1% mit 3%, Central mit 2% Verlust. I Aorffer Auch im Montanmarkt hat für einzelne Werthe wenigstens eine Erholung Platz greifen können, aber auch hier bleiben die Verluste groß. Reben Bochumer mit 6% Verlust sind namentlich Kohlenactien stark gedrückt und zwar Hibernia um 4,50%, Gelsenkirchener um 3%, Harpener um 2,50% und Riebeck um 4,50%. Laurahütte sind bei 30/0 Verlust wieder 2% über dem niedrigsten Wochencours. Deutsche Fonds haben sich annähernd behauptet. Italiener aber fielen 1% und haben nur Weniges davon einholen können. Orient sind 2%, Goldruffen 1% schwächer und österreichisch-ungarische Renten, Griechen und Türken sind gleichfalls niedriger. schnelle Fahrten, gute |l|r Verpflegung, billiaste Preise. 'HIWK 103.55 103 80 4%%Portug.-A. 88 u.89 50.70 51.50 104.75 105.— 5°/o auiort. Serb. Gold- 102.20 102 40 Rente .... 8505 85.- 85.10 84.90 5% SerbischeEisenbahn- —.— — — Hyp.-Obl. L. A. „ 87.80 87.40 — 94 — 4o/oSchwed.Ob!ig.1830r 101.25 101.25 94.50 94.10 1% Türken conv. Lit. D. 17.50 17.40 5% Argent. Gold - Aul. 40.40 39.70 61.10 60.30 n. 1887 . . . 97.65 97.20 3%% Egypt. priv. Aul. 89.90 89.20 95.20 94.90 Eerrvsvn-Vrtoteltüierr. 5°/o Südbahn Lombarden 102.05 102 — 101.40 101.10 4'Vo do. do. 94.20 93 70 3% do. do. 62.40 61.80 101.45 101.05 40/0 Prag-Duxer Gold . 98 50 98 45 fr Rudolf Gold (Salzk.) 99.— 98.95 99,80 99.70 „ Franz-Josef Silber 83.10 82.70 106 — 106.— 3% staatl. garant Ital. 99.20 98.80 Eisenbahn . . 54.45 53 85 30/0 Livorneser . . . 4% Ruff. Südw Eisenb. 61.— 60 85 83.30 82.80 92.05 89.10 80 — 80.05 4o/g Wladikawkas garnt. 90.80 88.85 —.— 105.60 40/0 gar. Sardin.See.stfr. 77.50 77 30 BarÄ-Aetten. Deutsche Reichsdank . Berlin. Handelsgesellsch. Deutsche Bank . . . atscheGe-nofsenschftsb. v.S oergel.Par'cistusLCo. 144 — ; 143.40 Dresdener Bank. . . Ntttt-üdeutsche Creditb. . Wiener Bank-Verein . Württemb. Vereinsbank Deutsche Vereinsbank . 13520 97.80 91% 122.50 106.50 134 65 97 — 91% 122.5U 106.- 138.— 147.70 120.90 137.05 145.80 120 50 Bmding-Bv,ruerei . . Stern- do. (Obevrab) Bed. Anilin- u. Soda- febrif .... Hibernia Bergw.-Ges. . A 155.— 129 — 272 50 146.60 ndrrffri 157.50 129.10 271.— 144.05 r--Actien. Deutsche Verlagsanstalt Farbwerke,voruuMeister, Lucius & Brüning. RiebeckffcheMorttanwerke Bochumer Gußsiahl 195.— 274.50 175.70 115 80 191.75 275.— 175 5Q 111.90 4% Franks. Hpv.-Psdbr. v. 91 ab . . . 3%°/oFrmf.Hyp.-Pfd'or. 4o/stPreuß.H^p.-Act-Bk^ Pfandbr. . . . 3«/r% do...... 4%Preuß. Centr.-Bod.- Creo.-Pfandbr. bis 1885 ..... 102.— 95.— 101.10 93.40 100.15 Pfand 102.— 95.— 101.10 93 40 100.20 dri«kfe» 4^/vDeutscheGrundschld.- Bk.-Pfandbr. . 3%Vo do. .... . 3’/. % Rhein. Hyp.-Dcmk- Psandbr. . . . 4% Meininger Pfandbr. 101.— 93.40 92.20 100.80 101 — 93.40 92.— 100.80 Oestr. 1860rfl.500-Loose „ 1854i fl.250- „ 40/0 Meininger Prämien- Pfandbr. . . . 118.95 129.20 So, 119 — 119.30 128 95 »fe. Braunschweig. 20 Thlr.- Loose .... 3% Oldenburger Loose . 3V»o/yKöln-MinbnLoofe 103.30 126.— 132.50 103.80 125 10 132.95 Ai 6V°ChiL.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1910 . 5o/gChic.Mllw.f.St.Psul Prt., rückzahlb. 1921 . 6,j/g Centr. Pacis.I.Mrtg. rückzahlb. 1896 . . 113.- 104 — 104.75 113 — 104.10 104 80 rfendahn-Bortd-. 40/0 Chicago Burlington Nebraska 1927 . . 41/2% California Pacif. I. M., rückzahlb. 1912 6%Pacif.o Missouri con- solidated I. M. r. 1920 84.— 102.50 103.70 84.40 102.65 104 10 50/0 Buderus-Obligat . Diverse Dvligativnei». 103 50 I 103.501 4 7o Eisenbahn-Rentenb.- Obliaat. . . 99.80 | 99.80 KrdaMM: ^1° Verlag Ärühl'sitzw Druüerec ^Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.