Rr. 255 m*w **w*eei täglich, *» 8utooN»t M Äoüioei. Ufa Oteßener ÄarHn km Lnzei,« s»ch«altch **•*»«< tneileft Erstes Blatt. Sonntag den 1. November 1891 __ ----. — ... ....... ..................... ' .......—■ ■■■» Gießener Anzeiger Keneral'-Wnzeiger. BiertNtt ketzer jfrtewxewitxiwstB S 2 Matt 20 Pfg. $nft Bringerlohn. Durch die Post be^ey» 2 Mark 50 Pf«. Hebaction, tpcbUh* und Druckerei: SchntSr-tzeK^V ^-rn^recher 51 Amts- »»nd Anzeigeblatt für den Krä» Grenzen. »,- rfi JJeiUlUgg3üMMaqa Ben Anzeige« zu der KachmitrsgL für dm ^igfubte Tag erfcheinendm Wummer dis Sonn. 10 Uhr. eeaKaeMRis3eeeKy??E5reK9y8«sem®3!esBabB^^,!!'^*Y”5S£«-”SSK=i^^ A t8 ** äUe «nnenrm-Sureaux des In. and «»«Onder uchm« GMNSELttKe: GsLDMer KtMNNMVMUer. Anzeigen für den „Gießeuer Anzeige^ entgeh. Anrtlichev Thsil. Bekanntmachung, Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft zur Entwässerung von Grundstücken in den Fluren XI, XII, XIII und XIV. der Gemeinde Holzheim betreffend. An der für die Fluren XI, XII, XIII und XIV der Gemarkung Holzheim beantragten Bildung einer öffentlichen Waffergenoffenschaft sind nach den Acten 244 Grundbesitzer mit 16,3833 ha Fläche betheiligt. Bei der am 14. ds. Mts. vorgenommenen Verhandlungs- tagfahrt hat sich ein Besitzer mit 170 qm Fläche gegen das Unternehmen erklärt. Die nach Art. 65 des Gesetzes vom 30. Juli 1887 erforderliche Mehrheit ist somit vorhanden. Einwendungen Dritter gegen das Unternehmen sind nicht erhoben worden. Die Großh. Obere landwirthschaftliche Behörde hat daraufhin dem Unternehmen die in Art. 67 des Gesetzes vom 30. Juli 1887 vorgesehene staatliche Genehmigung mit folgenden Bestimmungen ertheilt: 1) daß die 244 beteiligten Grundbesitzer, welche in den beiden offengelegten Verzeichnissen aufgeführt sind, Mitglieder der Waffergenossenschaft werden; 2) daß das Unternehmen nach dem vom Vereinswiesenbaumeister Greb ausgearbeiteten Plane, unter Berücksichtigung der von Großh. Culturingenieur Miß mann hierzu erhobenen Bemerkungen, ausgeführt wird; 3) daß bezüglich der Vertheilung der Meliorationskosten nach Art. 53 und 68 des Gesetzes vom 30. Juli 1887 (§ 5 des Statuts) verfahren wird. Vorstehende Entscheidung wird unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß innerhalb vierzehn Tagen nach der Verkündigung bei Meldung des Ausschlusses hiergegen Beschwerde bei Großh. Ministerium des Innern und der Justiz erhoben werden kann. Gleichzeitig geben wir öffentlich bekannt, daß das mit den Bevollmächtigten berathene Statut für die zu gründende Genossenschaft vom 2. November bis 16. November l. I. einschließlich auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Holzheim zur Einsicht der Betheiligten offen liegt und daß Einwendungen gegen dasselbe innerhalb dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei uns vorzubringen sind. Gießen, den 29. October 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _____________v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche; hier das Austreiben von Vieh auf Viehmärkte. Die für den Besuch von Märkten innerhalb des Kreises Büdingen bestehenden Bestimmungen bringen wir nachstehend zur allgemeinen Kenntniß. Gießen, den 30. October 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche - hier das Austreiben von Vieh auf Viehmärkte. Wir bringen hierdurch nochmals zur öffentlichen Kenntniß, daß für den Austrieb von Vieh auf Viehmärkte die folgenden Bestimmungen gelten: I. Die Seuchenfreiheit aller auf Viehmärkte aufgetriebenen Thiere muß durch entsprechende Gesundheitszeugnisse nachgewiesen werden. H. Die Gesundheits-Zeugnisse müssen ausgestellt sein: 1) für Wiederkäuer und Schweine, die von ortsfremden Viehhändlern ausgetrieben werden, von einem hierzu ermächtigten Thierarzte - 2) für Wiederkäuer und Schweine, die aus Gemarkungen stammen, in welchen die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen oder aber noch nicht einen Monat lang gänzlich erloschen ist, von einem hierzu ermächtigten Thierarzte; 3) für Wiederkäuer und Schweine, die aus Gemeinden stammen, in welchen ein zur Ausstellung von Zeugnissen ermächtigter Thierarzt wohnhaft ist, von einem hierzu ermächtigten Thierarzte; 4) für Treibheerden von Schafen und Schweinen von einem hierzu ermächtigten Thierarzte; 5) in allen übrigen Fällen von den Großherzoglichen Bürgermeistern, bezw. in deren Verhinderung von den Großherzoglichen Beigeordneten. III. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 JC. oder mit Haft bestraft, sofern nicht nach den gesetzlichen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist. Büdingen, den 27. October 1891. Großherzogliches Kreisamt Büdingen. ______I. V. d. K.: Dr. Göttelmann, Amtmann. Gießen, 30. October 1891. Betr.: Die Unterhaltung der Kreisstraßen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gietzeu an die Grotzh. Bürgermeistereien Albach, Annerod, AltemBuseck, Burkhardsfelden, Ettinashau- sen, Grotzen-Buseck, Harbach, Hattenrod, Niederbessingen, Nonnenroth, Oberbessingen, Oppenrod, Queckborn, Reiskirchen, Rödgen und Trohe. Die in Nr. 240 des Gießener Anzeigers auf Mittwoch den 4. November d. I. in Hattenrod und Großen-Buseck anberaumte Vergebung des Brechens, Anfahrens und Zerkleinerns der Unterhaltungssteine beziehungsweise die Lieferung zerkleinerter Unterhaltungssteine findet eingetretener Hindernisse halber auf folgendem Termin statt: In Hattenrod: Mittwoch den 18. November, Vormittags 9 Uhr: 15 a Oppenrod—Burkhardsfelden 25 cbm b In Burkhardsfelden 20 „ 15 c Burkhardsfelden—Hattenrod 44 „ d In Hattenrod 7 „ e Hattenrod—Harbach 80 „ 17 a Reiskirchen—Burkhardsfelden 35 „ 18 c Hattenrod—Lich 80 „ b Reiskirchen—Hattenrod 34 „ a In Reiskirchen 4 „ In Grosten-Buseck: Mittwoch den 18. November, Nachmittags P/a Uhr: 40 c Rödgen—Großen-Buseck 50 cbm d In Großen-Buseck 50 „ 40 6 Großen-Buseck—Beuern 152 „ 42 e Alten-Buseck—Großen-Buseck 66 „ f Großen-Buseck—Staatsstraße 58 „ Sie wollen dies in ortsüblicher Weise bekannt geben. I. V.: Nebel.__________________ Gefunden: 2 Zwicker, 1 Kinderschuh, 1 Brosche, 1 Laterne, 1 Taschentuch, 1 Paar Glacehandschuhe, 1 Plüschkragen, 1 Portemonnaie und 1 Contobuch. Gießen, den 31. October 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutsches Reich. — Obwohl noch keine authentische Nachricht über den Zeitpunkt der Wiederei nberufungdesReichstages vorliegt, so gilt es nunmehr doch als sicher, daß der Reichstag seine Arbeiten am 17. November wieder aufnimmt. Wie es heißt, würden den nächsten Gegenstand der Berathungen des Hauses die noch in zweiter und dritter Lesung zu erledigende Novelle zum Krankenkassengesetz bilden, worauf dann das gleichfalls aus der Sommersession restirende Telegraphengesetz und einige kleinere Vorlagen folgen sollen. Was den neuen Reichsetat anbelangt, so sind die Vorarbeiten zu demselben theilweise noch so weit zurück, daß der Gesammt- etat dem Reichstage wohl erst zu Anfang December zugehen dürfte. Was aber über das neue Budget schon jetzt verlautet, klingt gerade nicht sehr erfreulich, denn es heißt bestimmt, daß die meisten Specialetats bedeutende Mehransätze enthalten. Dies gilt speciell von dem Etat der Reichsheerverwaltung und der Marineverwaltung- ersterer weist namentlich, für Zwecke der Artillerievermehrung eine ganz beträchtliche Summe auf, dem Vernehmen nach im Betrage von ca. 33 Millionen Mark. Auch der Marine-Etat enthalt nach offiziösen Andeutungen erhebliche Mehrsorderungen in den fortdauernden Ausgaben, etwa 3^2 Millionen Mark, außerdem weist der außerordentliche Etat eine zweite Rate für die Befestigung Helogolands im Betrage von mehr als 7 Millionen Mark auf. Das wird da jedenfalls heiße parlamentarische Kämpfe geben! Neueste Zlactyridbten. L82M telegraphisches Lorrespondmz-Bureau. Danzig, 30. October. Der russische Hoszug ist heute Vormittag 11 Uhr nach Stettin abgegangen. In Danzig sind alle Vorkehrungen eingestellt worden. Stettin, 30. October. Der russische Hofzug traf kurz nach 7 Uhr hier ein. Er sollte anfänglich nach Rostock- Warnemünde weiterfahren, bekam aber Plötzlich Ordre, hier liegen zu bleiben und kehrte schließlich um 8 Uhr 40 Min. nach Danzig zurück. Hamburg, 30. October. Laut einer Meldung aus New- york besagt eine dort aus Ceylon eingetroffene Depesche, daß vier Boote des Postdampsers „Moselle" mit den Passagieren und einem Theile der Mannschaft dort angekommen sind. Die „Moselle" verließ am Mittwoch Abend Port Simon und stieß um 4 Uhr Morgens auf einen Felsen. Man hofft die „Moselle" zu retten. Ragatz, 30. October. Heute ftüh 4 Uhr brach in Rebstein bei heftigem Winde Feuer aus. 25—30 Firsten sind eingeäschert. Paris, 30. October. Dem „Temps" wird gemeldet, die spanische Regierung ernannte eine Ossicierscommrssion zum Zwecke vergleichenden Studiums der von den europäischen Mächten eingeführten Jnsanteriebewaffnung. Die Commission trifft demnächst in Paris ein. Kopenhagen, 30. October. Das „Bureau Ritzau" meldet: Die russische Kaisersamilie und das dänische Königspaar sind - heute Nachmittag mit der russischen Kaiseryacht „Polarstern" um halb 2 Uhr nach Danzig abgegangen. Die Absicht, die Reise landeinwärts zurückzulegen, ist wieder ausgegeben. Der russische Hoszug wurde nach Neufahrwasser zurückbesördert, um die Kaisersamilie und das Königspaar morgen früh dort auszunehmen. London, 30. October. Nach einer bei Lloyds aus Panama eingegangenen Depesche ist der Postdampser „Moselle", welcher der englischen Royal Mail Company gehört, 20 englische Meilen von Colon gescheitert und vollständig verloren. Die Passagiere unD die Bemannung wurden gerettet. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 30. October. Das „Bert. Tagebl." meldet: Der Marine-Etat fordert 22 Millionen für Schisss- 60uten, der Militär-Etat 50 Millionen für neues Artilleriematerial. Die Kosten der Natur al-Verpflegung wurden um 6 Millionen erhöht. Berlin, 31. October. Der Oberstaats-Anwalt soll die Berufung gegen das Urtheil des Ehrenraths über die Vertheidiger im Prozeß Heintze beabsichtigen. — Nach den „Polit. Nachr." hat sich der ordentliche Etat des Reichsamt des Innern um 31/2 Millionen erhöht, wovon 3 Millionen für Erhöhung des Reichszuschusses für die Altersversicherung nöthig sind. Posen, 30. October. Es steht eine Abänderung des russischen Ausfuhr-Verbots für Oelkuchen bevor. Weimar, 30. October. Kaiser Wilhelm, der Prinzregent von Bayern und der Großherzog von Baden sind der deutschen Shakespeare-Gesellschaft beigetreten. Breslau, 30. October. Das Auftreten der Influenza in der gesammten Provinz ist besorgnißerregend. Das Steinauer Lehrerseminar wurde geschlossen. Lauterberg (i. Harz), 30. October. W iß mann theilt unterm 16. October hierher mit, daß er seine Demission eingereicht habe. Wien, 30. October. Professor Billroth besprach in einer Vorlesung die Folgen des neuen Gewehres im Kriegsfälle und führte aus, das Sanitätswesen sei ungenügend gegen die neue Waffe, .welche einen Krieg schnell beende. Wien, 31. October. Nach Meldung der „Polit. Corr." aus Petersburg plant die Regierung ein Gesetz, welches den deutschen Colonisten nach Ableistung der Wehrpflicht die Rückkehr nach Rußland untersagen'soll. London, 30. October. Harcourt publicirt heute einen sensationellen Angriff auf den Schatzkanzler Goschen, den er falscher Finanzaufstellung beschuldigt. Cork, 30 October. Die Polizei entdeckte eine Verschwörung gegen das Leben O Brie ns. Rom, 30. October. Die Weinernte ergab einen Ueberschuß von 10 Millionen Hectoliter über den inneren Bedarf. Brest, 30. October. Die Seminaristen überreichten gestern dem Commandanten des russischen Schiffes, Minin, ein Geschenk für den Czarewitsch. Im Rathhause fand ein Banket zu Ehren der Russen statt. Der Bürgermeister pries die russisch-französische Freundschaft. Kopenhagen, 31. October. Die Zarenfamilie ist zusammen mit der dänischen Königsfamilie gestern Nachmittag 2 Uhr auf dem „Polarstern" abgesegelt, wie es heißt nach Neusahrwasser. Die Abreise hatte sich infolge des Sturmes verspätet. Washington, 31. October. Es verlautet, Blaine habe dem Gesandten Eg an befohlen, sofort von Chile abzureisen. Danzig, 31. Oct. Der „Polarstern" mit der Czaren- familie und dem dänischen Königspaar lief heute Morgen 9 Uhr hier ein. Die Herrschaften wurde von Botschafter Schuwalow, mehreren Consuln und den Spitzen der Behörden empfangen. Locales nttfc provinzielles. Gießen, 31. October 1891. — Morgen, als am Reformationsfeste, wird früh 7 Uhr, unmittelbar nach dem Festläuten, vom Th urme der Stadtkirche aus Choral („Ein' feste Burg") geblasen werden. . Auch die Gesänge im Hauptgottesdienst werden mit Posaunen begleitet. — Neues Theater. „Die Haubenlerche", Schauspiel in 4 Acten von Ernst von Wildenbruch, hatte bei der gestrigen ersten Aufführung einen unbestrittenen großartigen Erfolg aufzuweisen. Da das ausgezeichnete Werk für Sonntag als zweite Aufführung vorgesehen ist, so werden wir uns ein näheres Eingehen auf dasselbe für heute erlassen. A Concertverein. Mit einem reichen und viel versprechenden Programm tritt der hiesige Concertverein heute in sein 100. Concertjahr. Aus der im März 1792 von dem Geheimen Medicinalrath Professor Dr. Thom, späterem Großh. Leibarzt, gegründeten „Musikalischen Gesellschaft", die ihr erstes „Liebhaber-Concert" am 14. deff. Mts. im Gasthaus zum „Löwen" hielt, hat er sich im Lause eines Jahrhunderts zu einem angesehenen Kunstinftitut entwickelt. Mit verhältnißmäßig beschränkten Mitteln hat er seit langen Jahren musikalische Aufführungen zu Stande gebracht, die ihm und unserer Stadt zur Ehre gereichen. Die eigentliche Jubelfeier wird derselbe in zwei aufeinanderfolgenden großen Concerten mit hervorragenden Solisten, im Laufe dieses Semesters in noch näher zu bestimmender Zeit begehen, unter Mitwirkung des akademischen Gesangvereins. lieber Concert. und Mufikvereine. JrmHinblick darauf, daß der Gießener Concertverein sich anschickt demnächst, das Fest seines 100 jährigen Bestehens zu feiern, dürfte es lohnend sein, aus die Entstehung, Entwicklung und Bethätigung des Concertvereins einen Blick zu werfen. Wie man hört, wird unser Concertverein ein Festbuch herausgeben und in demselben eine Uebersicht seiner Thätigkeit geben. Deshalb können wir unsere Ausführungen allgemeiner halten und müssen dies auch schon, weil uns die Acten des Concertvereins nicht vorliegen. — In den früheren Jahrhunderten waren die Residenzstädte, an denen bekanntlich Deutschland damals unendlich reich gesegnet war, mit ihren Hofcapellen für die betreffenden Länder die Blüthestätten der Musik. Selbst gut situirte Grasen und Barone ließen es sich zuweilen angelegen sein, eine eigene „Hof-Capelle" zu halten. Die reicheren und größeren Städte wollten nun gegen diese nicht zxrückstehen, und deshalb errichteten und pflegten sie sogenannte „Stadtpseisereien." Als Blüthezeit dieser ist das 17. und 18. Jahrhundert anzusehen, in letzterem hatte fast das kleinste Städtchen seinen Stadtpfeifer oder Thürmer, wie dieselben auch genannt wurden, weil sie Wächterdienste zu verrichten hatten. Es ist natürlich, daß die Pflege der reinen Instrumentalmusik in den Stadtpseisereien einen größeren Umsang gewinnen mußte als in den Hofcapellen, weil die hauptsächlichste Bethätigung der Letzteren sich auf Begleitung von Oper und Ballet erstreckte. Die Stadtpseisereien haben sich, so lange sie mit mannichfachen Privilegien ausgestattet waren, lange bis in unser Jahrhundert hinein gehalten- den Todesstoß versetzte ihnen die Gewerbefreiheit. Allein schon längere Zeit vor der Gewerbesreiheit gingen sie einen Krebsgang- der Grund dafür liegt in der Entwicklung der Musik. — Am Ende des vorigen Jahrhunderts und zu Anfang des unsrigen wurden Haydn und Mozarc in ihren Sonaten und Kammermusiken allmählich dem größeren Theile der Musikfreunde lieb und werth. Da war es natürlich, daß man auch bald bestrebt war, die Orchesterwerke jener Meister kennen zu lernen. Auch das Gestirn Beethovens fing eben an zu dämmern- die erste (unserm verwöhnten Publikum jetzt zu fimpel erscheinende) Sinfonie und das erste Clavierconcert jenes Riesen erschienen und setzten die Welt in Staunen. Aber nicht blos das Publikum, sondern auch die Stadtpfeifer- einerseits boten ihnen diese Sachen ungewohnte technische Schwierigkeiten, andererseits sahen sie ein, daß die einfache Besetzung ihres Orchesters nicht mehr gefügte. Wie nun die Ausübung der Musik dem Dilettentismus in vielen Fällen geradezu ihre Existenz verdankt, so auch hier. Dilettanten unterstützten den Stadtpfeifer und bildeten mit der kleinen Zahl der Berufsmusiker ein Concertorchester. Aus dem Zusammenwirken dieser beiden Elemente entstanden zum größten Theil diejenigen Vereinigungen, welche den Namen Concert-, Musikverein, philharmonische Gesellschaft rc. führen - dieselben sind noch heute die vornehmsten Vermittler der höheren Instrumentalmusik für Deutschland. — Ganz vereinzelt begegnet man zwei derartigen Vereinsbildungen allerdings schon im Ausgang des 17. Jahrhunderts. Es sind dies das Collegium Musicum zu Winterthur und das Collegium 'Ultrajectinum in Utrecht. Ein rechter Fluß in die Vereinsbildung kam aber demnach erst ums Jahr 1800. In manchen Städten nahm man Beigaben und Gewohnheiten, die in den Concerten der Stadtpfeifer obgewaltet hatten, in die neuen Verdinigungen mit hinüber- so z. B. Tanz, Festessen rc. Ein Ueberrest hiervon scheint sogar jetzt noch in Leipzig erhalten- die Gewandhausgesellschaft dieser Stadt hält nämlich noch alljährlich einen solennen Ball ab. Die erst in unserem Jahrhundert gegründetenVereine dugegenscheinendieMusik einzig und allein als Ausgangspunkt gewählt zu haben. Das durch die Concertvereinigungen hervorgerufene Kunstinteresse, kaum zu wirklichem Dasein erstanden, hatte bald ganz außerordentlich durch die Napoleonischen Kriege zu leiden. Manche Vereine gingen in dieser Zeit völlig ein, andere fristeten ein sieches Leben und erholten sich erst wieder nach langen Jahren. Außerdem nahm noch der Umstand, daß allmählich mehr und mehr Stadtpfeifereien eingingen, vielen Concertvereinen ihre Kerntruppen. Gerade die kleineren Mittelstädte wurden hiervon am meisten betroffen - sie erholten sich erst, wenn sie Garnisonstädte wurden und Vollbesitze Militärcapellen erhielten. In manchen Städten stellen sich jetzt ganz allein die Militärcapellen in Dienst der Concertvereine, in größeren vereinigen sich die Stadtcapellen mit den Collegen vom Militär, und bilden sowohl zu ihrem eigenen wie dem Frommen und Gedeihen der Concertinstitute ein einziges großes Orchester. Der ausübende Dilettantismus ist leider mehr und mehr aus den Concertvereinsorchestern geschwunden. Die Entwicklung und Bethätigung der Concertvereinsinstitute hat sich naturgemäß nach der Litteratur der Orchestermusik gestaltet. Bei manchen neuen Erscheinungen haben einst und jetzt die Musiker, wenn es an die Aufführung gehen sollte, den Kopf geschüttelt, aber schließlich ist man doch gewöhnlich dann über alle technischen Schwierigkeiten weggekommen. — Es gingen z. B. noch in den zwanziger Jahren die Musiker des berühmten Pariser Conservatoriums nur mit Hangen und Bangen an die Eroica- die Herren an der Clarinette, Oboe und Fagott im Gewandhaus zu Leipzig weigerten sich sogar bei der ersten Aufführung der o-dur-Smsonie von Fr. Schubert mitzublasen, weil ihre Stimmen unausführbar seien- wie staunten die Wiener Musiker, als sie in ihre Stimmen zur Neunten Sinfonie sahen! Ja, es ging sogar so weit mit der Neunten, daß ein kurzsichtiger Musiker schrieb, das Werk wäre nicht aus dem Hirn eines vernünftigen Musikers geflossen. Wo die Vorstände von Concertvereinen dies hehrste Werk der Instrumentalmusik in früheren Jahrzehnten probeweise aufzuführen beschlossen, da erlaubte man sich viele Stellen (namentlich in den Hörnern und Trompeten) derselben so zurecht zu machen, wie es gerade die Bläser auszusühren im Stande waren. Diese Stellen werden heutigen Bläsern (nach Erfindung der Ventilinstrumente) ungleich leichter und werden entschieden vollkommener ausgesührt. Aber dennoch hört man noch ost Bläser (selbst bei Musiksesten!) darüber stolpern, gleichsam, als wären es historisch verhexte Stellen. Unendlich sind die technischen Anforderungen in allen Instrumenten gestiegen, ja sogar so weit, daß man aus den ersten Blick die Horn- stimme einer Rubinstein'schen Sinfonie rc. als Violin- oder Flötenstimme ansehen wird. Unsere tapferen Orchestermitglieder weichen aber nicht mehr davor zurück. Auck der neuesten Literatur der Instrumentalmusik begegnet man auf dem Programm der Concertvereine. Das wird Alles gemacht, und wenn es die e-äur-Sinfonie von A. Bruckner ist. Hieraus erhellt, daß das Zusammenspiel in den Orchestern ganz wesentliche Fortschritte gemacht haben muß. Daß die Streicher (namentlich die Geiger) im Verhältniß die Bläser in technischer Beziehung übertreffen, daran ist der veränderte Geschmack unserer Concertvereine zum größten Theil schuld. Es giebt eine reichhaltige, werthvolle Literatur an Concertsachen für ! die Flöte, auch für die Oboe (namentlich die älteren Meister haben dies Instrument gern bedacht), ebenso auch für die jüngere Schwester, die Clarinettte; (mit zu den besten Werken M. v. Webers gehört sein Clarinettenconcert und Quintett, auch Mozart hat uns wahre Perlen für dies Instrument hinterlassen). Selbst Horn, Trompete, Posaune und Fagott haben ihre Concertliteratur. Es existiren werthvolle Ensemble- und Kammermusikwerke, welche entweder nur aus Blasinstrumenten sich zusammensetzen oder in welchem eins von den oben genannten Instrumenten neben Geige und Clavier wirkt. Wie außerordentlich selten stehen derartige Compositionen heute auf den Programmen. Da war man doch bis zu den fünfziger Jahren rücksichtsvoller- in diesen Zeiten begegnet man Solis und Ensemblestücken von Bläsern noch oft auf den Programmen. Warum heute nicht mehr? Es ist doch natürlich, daß ein Bläser, indem er sieht, wie sein Instrument in unverdienter Weise nicht mehr für voll angesehen, nicht gerade angeregt wird, vorwärts zu streben. Es ist eine Schmach, daß man Flötensolos rc. jetzt eigentlich nur in Bierconcerten hört. Hier müßten vornehmlich unsere Concertvereine eine Aenderung schaffen. Daß Posaunen-, Fagott- und theilweise auch Trompetensolos nicht mehr wie im vorigen Jahrhundert in den Concertsaal gehören, versteht sich einigermaßen von selbst. — Auch in Betreff der Anforderungen, welche man an die Solisten stellt, hat sich Vieles geändert. In früheren Jahrzehnten nahm man als Vocal- wie Jnstrumentalsolisten am liebsten befähigte Vereinsmitglieder. — Welche Fortschritte die xeproductive Kunst gemacht hat und wie die Schwierigkeiten, welche an dieselbe herantreten, gewachsen sind, daraus weist schließlich auch noch ein anderer Umstand hin. Zu den ersten Zeiten unserer Concertvereine war es noch selbstverständlich, daß der Dirigent selbst die erste Geigenstimme mitspielte- das verbietet sich heute vollständig. Bei Mozart- und Haydn'schem Orchester war das wohl möglich, selbst bei Begleitung von Concerten irgend eines Soloinstrumentes. — Heute dürfte dies kaum in den allerbesten Orchestern bei Brahms, Schumann und selbst auch Beethoven völlig unmöglich sein. — Kunstverein. Die Gemäldeausstellung im ehemaligen Hosgerichtsgebäude (täglich geöffnet von 11 bis 1 Uhr) hat in den letzten Tagen wiederum eine nach Zahl und Kunstwerth der Gemälde erhebliche Bereicherung erfahren. Neu ausgestellt sind: Scheuermann (München) — Abschied- Müller (Düsseldorf) — Die erste Cigarre - Asperger (Weimar) — Wellenrauschen a. d. Jem- Ludwig (Berlin) — Trautchen- Braubach (Cronberg) — In der Küche- Kau si d e r (München) — Wald-Inneres - Menshausen (Kassel) — Studienkops, Damenporträtgruppe, Japanerin- Münch (Vellinghausen) — Mandel- und Pfirsichblüthen, Mackartgräser- Wenz (München) — Dorspartie, Dünen ö. d. Nordsee- Schleich (Berlin) — Mondnacht, Mühle im Harz , Jentzen (Berlin) — Blumenstrauß - Semenowskh (Paris) — Zigeunerin- Reh ar (Berlin) — Venezianer. Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 10. October den außerordentlichen Professor an der Universität Leipzig Dr. Ernst Beckmann zum außerordentlichen Professor an der philosophischen Facultät der Landes-Universität mit Wirkung vom 17. October d. I. an zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen. — Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche der Großherzogthums Hessen Nr. 16, ausgegeben am 28. October, enthält: 1) Außschreiben Nr. 26 vom 16. October 1891, betreffend den evangelischen Religionsunterricht in den Volksschulen. 2) Ausschreiben Nr. 27 vom 6. October 1891, betreffend die Anlegung von Capitalien bei Spar- und Darlehenskassen. 3) Dienstnachrichten. 4) Concurrenzeröff- nungen. — An im Großherzogthum Hessen lebende Erfinder wurden letzthin folgende Pateute ertheilt: Treppenroststab - A. Römheld in Friedrichshütte bei Laubach in Hessen, vom 27. März 1891 ab. Ledersalzmaschine, Zusatz zum Patente Nr. 50 905- W. Hartmann und I. Thomson in Offenbach a. M., vom 29. April 1891 ab. Neuerung an Oefen für Briquettes- Feuerung- Buderus'sche Eisenwerke in Hirzenhainerhütte, Eisenbahnstation Hirzenhain, vom 26. August 1890 ab. Dampfdruckminderer mit selbstthätigcm Durchlaß- und mittelst Nebenleitung bethätigtem Regelungsventil- W. Kuhlmann irr Offenbach a. M., vom 30. October 1890 ab. Bad Salzschlirf (Oberhessen). Auch in der diesjährigen Saison hat trotz der Unbill der Witterung die Frequenz des hiesigen Bades wieder bedeutend zugenommen. In der hohen Saison waren außer den Wohnungen der zum Bade gehörigen fünf Logirhäuser sämmtliche Privatlogis (einschließlich der voriges Jahr neu gebauten) besetzt und gab dies Anlaß zu begonnenen weiteren Neubauten, durch welche die Zahl ber Fremdenwohnungen wieder erheblich vermehrt wird. Den Ruf als Heilbad verdankt Salzschlirf seinem Bonisacius- bru nne n und zwar nicht allein aus dem Grunde, daß dieser der Analyse nach der stärkste aller überhaupt existirenden Lithionquellen ärztlich und in den medicinischen Lehrbüchern des In- und Auslandes als wirksamstes Heilmittel gegen Gicht, Rheumatismus, Harngries und -Stein, Nieren- und Blasenleiden empfohlen wird, sondern weil dessen tatsächliche Heilerfolge gegen genannte Krankheiten derartige sind, wie sie durch kein anderes Mineralwasser oder Arzneimittel erreicht werden können. Viele durch Gicht und Rheumatismus vollständig gelähmte Kranke und ebenso an Nieren- und Blasenkrankheiten schwer leidende Patienten finden alljährlich durch den hiesigen Curgebrauch Heilung, die sie vordem in den renommirtesten Weltbädern vergeblich gesucht hatten. — Wer den Bonifaciusbrunnen nicht hier an der Quelle zu trinken vermag, kann es mit gleich gutem Erfolge zu Hause thun, da er sich auf der Flasche vollständig unverändert erhält. Niederlagen desselben befinden sich in allen Mineralwasser- Handlungen- auch erfolgt directe Lieferung nebst Zusendung von Gebrauchsanweisung durch die Brunnenverwaltung zu Salzschlirf. -dt. Neu - Ulrichstein , 31. October. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro October 18 91. Ende October 1891 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 57 Mann. Dieselben vertheilen sich aus das Großherzogthum Hessen 13. Königreich Preußen: Provinz Berlin 1A Provinz Brandenburg 2, Provinz Hannover 1, Hessen- Kassel 6, Provinz Hessen-Nassau 11, Provinz Pommern 11 Provinz Rheinlande 1, Provinz Schlesien 1, Provinz Westfalen 1- Königreich Bayern 6, Königreich Württemberg 2,. Großherzogthum Baden 3, Großherzogthum Mecklenburg 1; Herzogthum Braunschweig 1 - thüringische Staaten 4. Freie Stadt Bremen 1. Ausland: Kaiserreich Oesterreich: Wien 1. Hiervon waren: Anstreicher 1, Arbeiter 19, Bäcker 1, Färber 1, Former 1, Glaser 1, Goldschläger 1, Gürtler lr Kaufleute 7, Krankenwärter 1, Kupferschmied 1, Metzger 1, Schlosser 2, Schuhmacher 3, Schneider 6, Schreiber 3, Schmiede 1, Seiler 1, Strumpfwirker 1, Schweizer 1, Tüncher 2, Weber 1. Im Monat October wurden entlassen 5 Mann, und zwar durch eigenes Bemühen 1, auf eigenen Wunsch 2, wegen Arbeitsunfähigkeit 2. Verpflegungstage im October 1891 : 1524. Gearbeitet wurde an 1382 Tagen, hierunter 344 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 1781 Mann, dagegen abgegangen im Ganzen 1724- bleibt Bestand 57 Mann. Darmstadt, 30. October. Von nächsten Montag an wird in den sechs städtischen Volksschulen (wieder mit der Verabreichung warmen Frühstücks an arme, schwächliche und kränkliche Schulkinder begonnen. Das Frühstück besteht, wie im vorigen Winter, in 1/4 Liter (V2 Schoppen) gekochter Milch und einem Wasserweck von 70—80 Gramm Gewicht. Zur Theilnahme an dem Frühstück sind bis jetzt nahezu 550 Kinder ausersehen. Vermischtes. * Frankfurt a. M., 30. October. Die Kraftübertragung Lausfen-Franksurt, an welcher von der Prüfungs- Commission während der nächsten Tage weitere Messungen vorgenommen werden, war heute Abend seit Schluß der Ausstellung zum ersten Male wieder in Betrieb. Es wurde mit Strömen bis zu einer Spannung von 26,000 Volt gearbeitet. Die an dem bekannten großen Schilde befindlichen 1000 Glühlampen brannten sehr schön. * Frankfurt a. M., 30. October. Die hiesige Polizei scheint infolge des kaiserlichen Erlasses gegen das Zuhälter- thum in schärferer Weise vorzugehen. Die unter Sitten- controle stehenden Insassinnen des Polizeigefängnisses wurden. darüber befragt, ob sie einen Zuhälter haben ober nicht, ob sie ihn ernähren muffen, sowie nach Namen, Geschäft und Wohnung des Betreffenden. Die meisten Beschützer sind sogenannte „Agenten". Der Gewerbeschein allein aber schützt sie in Zukunft nicht mehr, sondern die Besitzer müssen nachweisen, daß sie auch arbeiten. Eine Anzahl dieser Existenzen wird nach den polizeilichen Erhebungen siftirt werden. * Mannheim, 28. October. Ein fatales Versehen passirte einem biederen Landmanne eines benachbarten Ortes. Seine Frau hatte ihm am Abend für den am anderen Morgen hier stattfindenden Wochenmarkt den Korb mit Butter und Eiern hergerichtet und darnach den Rübsamen geputzt und auch in der Stube stehen lassen. Am Morgen nahm das Bäuerlein in der Dunkelheit seinen Korb, und als er nach etwa zweistündiger Wanderung in die Nähe der Stadt kam, gewahrte er zu seinem Schrecken, daß er den Rübsamen anstatt Butter und Eier hatte. * Chemnitz, 29. October. Hier und in der Umgegend hat heute der erste Schneefall dieses Winters statt- gesundem Auszug aus den Airehenbüchern -er Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 25. October. Jakob Renner, Hausbursche, und Luise Schäfer, Tochter des Ackermanns Georg Schäfer von Bischoffen. Denselben. Johann Philipp Vincenz Wild, Milchkutscher, und Karoline Marte Philtppine Schmidt, Tochter des verstorbenen Schuhmachers Friedrich Schmidt zu Gießen. Den 28. October. Wilhelm Jochum, Gensdarm, und Sidonir Katharine Kltppert, Tochter des verstorbenen Leinwebers Heinrich Kltppert zu Mahlen. Getankte. Den 25. October. Dem Photograph Gustav Mook eine Tochter, Minna Luise Sophie, geboren dm 21. August. Denselben. Dem Revisor an der Oberhessischen Eisenbahn Emil Franz ein Sohn, Paul Heinrich Karl Gustav, geboren den 24. September. Dmselben. Dem Schneider Heinrich Loos ein Sohn, Hermann, geboren den 29. Juli. Denselben. Dem Kaufmann Friedrich Wilhelm Petry eine Tochter, Marie, geboren den 6. September. Denselben. Dem Metzger Gustav Kreuder eine Tochter, Auguste Wilhelmine, geboren den 15. August. Denselben. Dem Ausläufer Adolf Fink eine Tochter, Luise Anna, geboren den 16. September. Denselben. Dem Rangtrer Gottfried Lauder eine Tochter, Johanna, geboren den 19. September. Den 28. October. Dem Händler Ernst Birkenstock eine Tochter, Anna, geboren den 9. October. Beerdigte. Dm 29. October. Dr, Hermann Hoffmann, Geh. Hofrath, ordmtlicher Profeffor an der Universität, alt 72 Jahre, starb den 26. October. Denselben. Katharine Göbel, geb. Belloff, Wittwe des Ackermanns Ludwig Göbel von Rödgm, alt 69 Jahre, narb den 27. Octbr. Den 30. October. Sophie Ferber, geb. Leicht, Wittwe des Sattlermeisters Wilhelm Ferber, alt 73 Jahre, starb dm 28. Octbr. Auszug aus den Stan-esau.tsregtttertW der Stadt Gretzeu. Aufgebote. October: 24. Joh. Jacob Ulmer, Kaufmann zu Bockenhetm, mit Anna Marie Schleier daselbst. 24. Karl Georg Emil Keil, Bäcker dahier, mit Wilhelmine Karoline Malkomesius Hierselbst. 24. Hugo Julius Hosch, Schubmacher zu Biedenkopf, mit Katharine Größer dahier. 26. Peter Höbel, Kaufmann zu Mörstadt, mit Margarethe Elisabethe Hedderich zu Kriegshetm. 27. Gerhard Jahres, Cigarrenmacher dahier, mit Anna Margarethe Kreiling zu Gleiberg. 29. Johann Heinrich Hahn IL, Schneider zu Großm-Buseck, mit Sophie Häuser zu Gießen. 29. Philipp Schaum, Landwirth zu Großm-Ltndm, mit Elisabeth Schupp daselbst. 29. Georg Heinrich Knöß, Schuhmacher zu Sellnrod, mit Elisabeth Schneidmüller daselbst. 29. Joseph Marx, Lehrer und Cantor dahier, mit Johanna Michelson au Mörs. 31. Wilhelm August Heinrich Langner. Hilfsheizer bei der Main-Weser-Bahn dahier, mit Emilie Auguste Wilhelmine König zu Stargard i. Pomm. 31. Christian Hermann Wagner, Buchbinder oahi r, mit Helene Marie Feldhaus hterselbft. Eheschließungen. Oc ober: 28. Wilhelm Jochuw. Gendarm dahier, mit Sidonie Kath. Kltppert bierselbst. 28. Friedrich Wilhelm Heinrich Henze, Heizer bet der Main-Weser-Bahn dahier, mit Anna Marte Friederike Hamel von Cassel. 30. Friedrich Wilhelm Adolf Drahn, Schreiner dahier, mit Margarethe Luise Kümmel dahier. Geborene. October: 19. Dem Dachdecker Karl Heck eine Tochter, Paula Liesa. 23. Dem Wirth Heinrich Zipp ein Sohn, Heinrich. 24. Dem Schriftsetzer Josef Weinert eine Tochter. 25. Dem Realoymnasiallehrer Johann Wilhelm Geiger eine Tochter, Anna Marte Gertrud. Gestorbene. October: 24. Heinrich Zipp, 13 Stunden alt, Sohn von Wirth Heinrich Zipp dahier. 26. Geheimer Hofrath Dr. Hermann Hoffmann, 72 Jahre all, Großb. Universitäts-Professor. 27. Katharine Göbel, geb. Belloff, 69 Jahre alt, dahier, Wittwe von Arbeiter Ludwig Göbel. 28. Sophie Ferber, geb. Leicht, 73 Jahre alt, Wittwe von Sattlermeister Wilhelm Ferber dahier. 28. Phtltpv Körber, 61 Jahre alt, Anstalts-Diener dahier. 29. Joseph Georg, 33 Jrbi e alt, Kaufmann dahier. 29 Susanna Hou.oerger, geb. Mesiel, 71 Jahre alt, Wittwe von Fabrikant Heinrich Homberger dahier. 30. Adolf Schmidt I, 73 Jahre alt, Rentner dahier. Anzeiger» -er Stadt Gietzen. Katholische Gemeinde. Sonntag (Fest Allerheiligen): Morgens von V^Uhran Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr Frühmesse; um VaB Uhr Militär- g-tt-sdi-nst mit Predigt; um ’/t10 mit Predigt. Nachmittag? um >/>3 Uhr Festandacgt, Wen-» Uhr Arm-nle-lenand-cht m f $Montafl (Allerseelen): MorgerN 7 Uhr S-°l-ngmt für di« Abgestorbenen der Gemeinde. Abends^ Uhr Armenseilenandacht. Verkehr, Land« nnd »lkswirthschaft. »rantftttt a. M., 30. Oct, Der gestrige Vi-bm-rN war befahren mit 43 Ochsen, 1 B*, $4 Kühen, Rindern rmd Stieren, 475 Kälbern, 133 Hämm^nd 436 Schweinen. Ochsen wurden um 1 bis 2 Mk. billiger aU* Montag verkauft; für Kuye wurden 3 Mk. pro Gentner mehr klt; Kälber erster Sorte 70biS 75 Pfg., zweiter Sorte 60 bis 6R- per Pw"d; Hammel unv Schweine unverändert: erstere 66 68 und 50 bis 52 Pfg., letztere 58 bis 60 und 55 bis 57 Pfg. pe,und. Amtliche Prüfung der Kstärke des Leuchtgases. Vorschriftsmäßige Lichtstärke kl50 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deuc Vereins-Parasfinkerzen. Monat October 91: 14 Kerzen. 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Billets ä 60 Pfg. vorher bei Herrn Friseur Gustav Gerhardt. Nur dieser eine Abend. F= €k F. 9686 ^Montag Abend: Böhm. i Jn nur 5 Lecttonen wird durch meinen Unterricht jede schlechte Handschrift in eine lchone und gefällige umgewandelt. Meldungen u. Unterricht v Damen, Herren und Kindern zu jeder Tageszeit in meiner Wohnung Wallthorstr. 48, Zweite Etage. Näheres Prospecte. (9700 O. Gottlieb, Kalligraph. Stadt Marburg. Jeden Sonntag: [9706 Gänsekegeln. 9684] Ein tüchtiger HauSbursche gesucht.______________G. Katz, Asterweg. 9670] Ein braves Mädchen vom Lande wird auf Weihnachten gesucht. I. Balser, mittlere Bleiche. 9056] Bescheidenes Fräulein mit guten Empfehlungen, in der Küche, häuslicher 1 Handarbeit und Nähen bewandert, sucht Stelle alS Stütze. Beanspr. vorläufig blos etwas Gehalr, geht aud) aufs Land-' Gefl. Lffirten an die Exped- d. Bl- ausgsührt vom Mnsikcorps der Frciw. Giehener Feuerwehr. ___2sfang Abends 8 Uhr. [9667]__________Entree 20 Pfg. Resl-ruramt „Zum Postlkeller". Nb Heute Sonntag 9210 ^Fpei-Concert. 5g Nestaur»tion „Zum Lahnstein." Sonntag den 1. November: Zwei gross humoristische Soireen der Variete,Truppe „Colner Ts»i®fi8= Auftreten des weltbereisten maischen Humoristen und Charakter-Darstellers Herrn Carl Schä^x (genannt Ohr) aus Gießen. Neu! ------ Herr Flesch ftjuer elertrischeu Nase. =====------ Neu! Große, überraschende Bra>our-Nummer (großer Lacherfolg) sowie Auftreten des übrigen Perso-als. Entree 25 Pfg. Hochachtungsvoll 9699_______________________Tie Direction Palm & Körfgen. Giessen. — Oswalds Garten. Circus Blumenfeld. H^ute Sonntag Len I. November: « Letzte Mi grch DnßelmM M« Nachmittags 4 Uhr und Abends 8 Uhr. v' ■< Auftreten iämmtlicher Künstler und Künstlerinnen. ‘ •' > -V Zum ersten Male: Großes Preis'Esel Reiten, zu - - •-s dem sich mehrere hiesige Herren gemeldet haben. 9672 13000 bis 3500 Mark jährl. Nebenverdienst | B können solide Personen jeden Standes bei einiger Thätigkeit erwerben. Offerten H V unter B 7090 durch Rudolf Messe, Berlin S.-W. erbeten. 9675 Montag den 2. November, Abends 8x/2 Uhr, öffentliche Volksversammlung 9671 im Leib’schen Saale. Bericht des Delegirten über den socialdemokratischen Parteitag zu Erfurt- Referent: Herr Schreinermeister Orbig. Zur Deckung der Tageskosten wird ein freiwilliges Entree erhoben. Geschäfts-Veränderung. Meiner geehrten Kundschaft von Gießen und Umgegend zur Nachricht, daß ich die von mir seither betriebene Glaserei mit dem Heutigen an Herrn lugo Spier übertragen habe. Indem ich für das mir geschenkte Vertrauen herzlich danke, bitte ich dasselbe auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen, NB. Die Porzellanhandlung u. s. w. betreibe ich unverändert weiter und bitte ich ein geehrtes Publikum, mich auch hierin ferner unterstützen zu wollen. 9703 Achtungsvoll W. Fillmann Wwe. Bezugnehmend auf Obiges erkläre ich, daß ich die betreffende Glaserei unter der Firma W. Fillmann Nachfolger unverändert weiter betreibe und bitte, indem ich mich in allen vorkommenden Glaserarbeiten, wie Anfertigen von Fenstern und Bleiverglasungen, Ein- rahmcn von Bildern und Spiegeln, sowie Liefern von Schaufensterscheiben bestens empfehle, das meinem Vorgänger geschenkte Vertrauen auch mir zu Theil werden zu lassen unter Zusicherung reellster Bedienung. Achtungsvoll Hugo Spier Glasermeister. Sophie Ferber [9696 Christian Rühl und Frau ent- 9685 Gießen, den 31. October 1891. die und Allen Denen, welche bei dem Hinscheiden unserer geliebten Mutter so herzliche Theil- nahme bewiesen, sagen innigsten Dank Restauration zur Stadt Mainz. Montag den 2. November: Grosse humoristische Soir6e der VarietS-Truppe Cölner Trio. — Auftreten des urkomischen Humoristen und Character-Darstellers Herr» Earl Schäfer, genannt Ohr aus Gießen, sowie Auftreten des übrigen Personals. Anfang 8 Uhr. Entree frei. 9704 Die tieftrauernden Ellern: Carl Stohr nebst Frau, geb. Stooß. Todes-Anzeige Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir traurige Mittheilung, daß unser innigstgeliebtes Töchterchen Schwesterchen Else Stohr nach kurzer schmerzvoller Krankheit gestern Abend sanft schlafen ist. GonrMericht von E, WasserscMeben, Bankgeschäft, Frankfurter Börse vom 31. October 1891. Schlußes» ri- 1 Uhr 15 Min- 3% Reichsanlrihr 31/g °/o do. 3o/o Preuß. ConsvlS 3Vi9/3 do. 84 00 97.50 8400 97 50 40/0 Ung. Gold-ReMe . 50/0 Jtal. Rente 4i/rio/n Oeft. Silber-Rente 3°/o Portugies. Anl. 89 30 87 50 78.70 35,70 DiSconto-Command-t-AMH. 170 50 Lomb. E -B.-Aet. 80.37 Darmstädter Bank--Aet. 127-70 Buschtherader E.-B.-Act, 395 50 Dresdener Bank-Act- 133.50 Elbthal-Bahn-Act. 184 50 Nordd. Lloyd-Act. 109 50 Gotthard-Bahn-Act. 130 SO Wiener Barckver.-Aet 91 00 Schweizer Nordoft-B.-Act. 11290 Oest. Credit-Act. 235 62 Mainzer E.-B.-Act. 11070 Oeft Staatsb.-Act. 237.62 Marienburger E.-B.-Act. 53 20 1% Mainzer St^-Anl. Gelsenk- Bergw.-Act. 10)-SO 1 148 50! Ber. KönigS-LauraH 'ALL. Tendenz: matt 110.10 ReichSsMck.'D-scM 4 pLt. — Frankfurter Bcack-Discont 4 pCL ®OF Der heutigen Nummer tiegt 6in Preis-Courant der Firma A. Holterhoff Söhne bei. 9710 Nedactton: Sl. Schevd«. — Druck und Verlag der Drühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.