-K. 202 Dienstag den 1. September 1891 Set tUfortx **jdert eHchttrtt täglich, «6t Ausnahme bei Montags. Wt Gießener WO«ßtte«rrätis, Berben dem Anzeiger Vschealltch dreimal d rigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Unzeiger. vtertiltähriger ASsNUemenlKPreß»» 2 Mark 20 Pfg orts Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psz Redaction, Lx-ediN« und Druckerei: -chntftraße Mr.Re Kernkprecher 61. Anrts- und Anzritzeblatt für den *Krei> Eefzen. N««ahme bvn Anzeigen zu bet Nachmittags für dm 'Me' ibtn Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. chratisöeikage: Gießener Kamitienölätter. ... —« 1 »■■ijiiBmgijiBBMgWgl ^jJü^gapjgg1-:?-- surv^'^—'jaLyjc-j__Lgmuuutu. mam - M8 Alle Snnoncen-Bureau? des In- und Anilandes nehrnnr Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeh«. VMGWMWWWWMWMW^MW«M««WW>WWWWWMWiVWl Amtttchev Thsil. Bekanntmachung. Hauptversammlung des landw. Vereins von Oberhessen. Zur diesjährigen ordentlichen Hauptversammlung des Vereins beehre ich mich, die Mitglieder sowohl, wie alle Freunde der Landwirthschast aus Mittwoch den 23. September d. I., Vormittags 11 Uhr in Steins Garten zu Gießen hiermit ergebenst einzuladen. Gegenstände der Verhandlungen werden sein: 1. Der Entwurf eines Reichs-Heimstättengesetzes. Referent: Herr Amtmann Nebel-Gießen. 2. Die Bildung von landw. Verkaufs. Genossenschaften. Referent: Herr Dr. Ullmann-Büdingen. 3. Ueber Obstverwerthung. Referent: Herr Landwirth- schastslehrer Reichelt-Friedberg. Laubach, den 20. August 1891. Der Präsident des landw. Vereins von Oberheffen: Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Ausschutzsitzung des landw. Vereins von Oberhessen betr. Der auf Mittwoch den 23. September d. I. anberaumten Hauptversammlung soll um 10 Uhr Vormittags eine Ausschußsitzung vorangehen, zu der ich die Mitglieder einzuladen mich beehre. Laubach, den 20. August 1891. Der Präsident des landw. Vereins von Oberheffen: Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Betr.: Die Unterstützungskaffe der Heffischen Landes-Jrren- Anstalten. Nachstehende Erklärung der Verwaltung der Unterstützungskaffe der Hessischen Landes-Irrenanstalten bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, am 29. August 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Jost. Unterstützungskasse der hessischen Landes- Irrenanstalten. Indem wir der Vorschrift unserer Geschäftsordnung zufolge die Namen der im Kreise Gießen wohnenden Vertrauensmänner der Unterstützungskasse nachstehend zur öffentlichen Kenntniß bringen, erinnern wir daran, daß die letzteren da, wo die Frage der Aufnahme eines Geisteskranken in eine der Landes-Jrrenanstalten und überhaupt die Fürsorge für einen Irren in Betracht kommt, in der Lage und bereit sind, den Angehörigen Rath und Auskunft zukommen zu lasten. Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß die genannten Vertrauensmänner nicht minder bereit sind, Diejenigen, welche als Krankenwärter oder -Wärterinnen, oder in sonstiger Eigenschaft (z. B. als Küchenmädchen oder Waschmädchen) in den Dienst einer der Landes-Jrrenanstalten zu treten gedenken, über die näheren Bedingungen zu unterrichten, die Anmeldungen derselben entgegenzunehmen und die Entschließung des Vorstands der betreffenden Anstalt einzuholen. Heppenheim a. B., den 27. August 1891. Die Verwaltung der Unterstützungskasse der hessischen Landes- Jrrenanstalten. Dr. Ludwig. Dr. Wittich. Dr. Stühlinger. Schaum. 1. Allendorf a. d. Lahn, Bürgermeister Volk daselbst. 2. Allendorf a. d. Lumda, Bürgermeister Rein daselbst. 3. Bettenhausen, Gutsbesitzer Köhler-Lugge daselbst. 4. Beuern, Lehrer Fischer daselbst. 5. Gießen, Polizeirath Fresenius daselbst. 6. G r o ß e n - B u s e ck, Pfarrer Deichert daselbst. 7. Großen-Linden, Pfarrer Hepdmg daselbst. 8. Grünberg, Dekan Pullmann daselbst. 9. Heuchelheim, Bürgermeister Krailing daselbst. 10. Hungen, Dr. Rouge, pract. Arzt, daselbst. 11. Inheiden, Gemeinderechner Koch daselbst. 12. Klern- Linden, Schmiedemeister Schaum daselbst, 13. Langd, Pfarrer Diefenbach daselbst. 14. Langsdorf, Lehrer Bach daselbst. 15. Lich, Dr. Seipp, pract. Arzt, daselbst. 16. Lollar, Oeconom C. Geißler daselbst. 17. Londorf, Pfarrer Weber daselbst. 18. Münster, Pfarrer Weber daselbst. 19. Nonnenroth, Bürgermeister Jacob daselbst. 20. Ober-Bessingen, Lehrer Walz daselbst. 21. Röth- Zes, Lehrer Holzheimer daselbst. 22. Saasen, Bürgermeister Schmitt daselbst. 23. Steinheim, Bürgermeister Niclas daselbst. 24. Villingen, Bürgermeister Koch daselbst. 25. Weitershain, Bürgermeister Faulstich daselbst. 26. Wies eck, Lehrer Katzenbach daselbst. Die neuen Fahnen der vier Großherzoglich Heffischen Infanterie-Regimenter. Der in Nr. 194 unseres Blattes im Anschluß an die Tags vorher aus dem Exercierplatze erfolgte Uebergabe neuer Fahnentücher an die sechs Bataillone der 49. Infanterie- Brigade mitgetheilte Tagesbefehl unseres Großherzogs legt die Frage nahe, welche besondere Bewandtniß es mit dieser Allerhöchsten Maßregel hat. Auf Grund zuverlässiger Mittheilungen der „Allg. Militär-Ztg." erklärt sich der „Darmst. Tägl. Anz." in der Lage, folgende Erklärungen und Erläuterungen der erlassenen Verfügung zu geben. Die Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regimenter sind sämmtlich schon sehr alte Truppentheile. Das Infanterie- Regiment Nr. 115 ist die älteste Truppe: es stammt aus dem Jahre 1621 und zählt mithin heute schon 270 Jahre des Bestehens - auch das Regiment Nr. 118 feierte im Januar d. I. zu Mainz sein lOOjähriges Jubiläum. Die Feldzeichen dieser Regimenter wurden im Jahre 1813 erneutste haben in den folgenden großen Kriegen so manchen Sturm erlebt. Daß sie heute weder neu, noch schön sein können, liegt auf der Hand- um so ehrwürdiger sind sie aber geworden, nachdem sie, wie es in dem Großh. Tagesbefehl ausgesprochen ist, durch die Vorkommnisse der ruhmreichen Feldzüge vieler Jahre ihres Fahnentuchs fast gänzlich beraubt wurden. Nachdem Großherzog Ludewig I. von Hessen nach der Schlacht bei Leipzig durch den am 2. November 1813 abgeschlossenen Vertrag von Dörnigheim sich vom Rheinbund losgesagt hatte und den Verbündeten beigetreten war, erhielten die Großh. Hessischen Infanterie-Regimenter neue Fahnen, mit denen sie zu Beginn des Feldzugs 1814 gegen Frankreich über den Rhein zogen. Von den alten, in den letzten Kriegen geführten Fahnen waren nur einzelne und diese zum Theil nur in Bruchstücken in die Heimath zurückgebracht worden. Diese ehrwürdigen Feldzeichen werden gegenwärtig in den Diensträumen der Großh. General-Adjutantur im Residenzschloß zu Darmstadt ausbewahrt- auch befinden sich dort diejenigen Fahnen, welche bei dem letzten Ausmarsch der Truppen nicht mit ins Feld genommen, sondern im Zeughause zurückgelassen worden waren, welche aber die Truppen während der Feldzüge 1790—1807 geführt hatten. Eine größere Zahl von noch älteren Fahnen Großh. Hessischen Truppen ist im Großherzoglichen Museum zu Darmstadt (in der militär-historischen Mustersammlung) aufgestellt. Dort befinden sich nämlich: 4 Standarten aus der Zeit des Landgrafen Ludwig VI. (1661—1678), 1 Standarte aus der Zeit des Landgrafen Ernst Ludwig (1688—1739), 1 Standarte und 5 Fahnen aus der Zeit des Landgrafen Ludwig VIII. (1739—1768), 19 Fahnen aus der Zeit des Landgrafen Ludwig IX. (1768—1790), zusammen 30 Feldzeichen und außerdem noch eine größere Anzahl von Exercier- Fahnen. In den Diensträumen der General-Adjutantur werden ausbewahrt: 1 Fahne des Leib-Regiments (heute Nr. 115), die aus dem russischen Feldzug heimgebracht wurde, 1 Fahne des Regiments Landgraf (jetzt Nr. 117), die gleichfalls aus Rußland 1812 zurückgebracht wurde, 2 Fahnen des Regiments Erbprinz (jetzt Nr. 118), 2 Fahnen der Brigade Erbprinz, 2 Fahnen des Regiments Prinz Emil (errichtet 1814, aufgelöst 1820), zusammen 8 Fahnen. Zweimal binnen Jahresfrist — in Rußland, Spanien und Deutschland (bezw. in den Schlachten von Lützen, Bautzen und Leipzig) — waren die hessischen Regimenter größten- theils vernichtet worden, und nur mit den größten Mühen und Opfern gelang es, dieselben bis zum Frühjahr 1814 neu aufzustellen. , Am 8. Februar 1814 wurden dem Leibgarde-Regiment (heute Nr.' 115) und dem Garde-Füsilier-Regiment (heute Nr. 116) neue Fahne« verliehen. Ebenso erhielt am 9. Februar das Leib-Regiment (heute Nr. 117) und am 17. Marz das neu errichtete Regiment Prinz Emil, sowie am 31. Juli das Regiment Groß- und Erbprinz (heute Nr. 118) neue Fahnen. Noch heute sichren die Regimenter diese Fahnen. Sie sind reich decorirt mit Felddienstzeichen, Fahnenbandern, dem Ludewigs-Orden, dem Militär-Verdienstkreuz, dem eisernen Kreuz rc. t. v Im Laufe der Zeit waren nun die Fahnentücher durch den Gebrauch im Krieg und Frieden nach und nach verschwunden, so daß nur noch kleine Reste an den Stangen übrig blieben. Infolge dessen entschloß sich Großherzog Ludwig IV., die Fahnen der Großh. Division mit neuen Fahnentüchern und Fahnenringen zu versehen und ließ dieselben in der früheren Art, jedoch, statt aus Seide gemalt, schöner und dauerhafter (gestickt) anfertigen. Die Truppentheile erhielten aus diese Weise ihre alten Fahnen in neuem Schmucke zurück. Auch eine genaue Beschreibung der neuen Fahnentücher sind wir in der Lage hier zu geben. Die Fahnentücher haben die Größe von 1 Meter im Quadrat; sie sind von weißer Grundfarbe und mit diagonal liegenden Kreuzen in den Regimentsfarben versehen. In den vier Ecken befinden sich je zwei verschlungene L IV. mit Krone von einem Lorbeerkranz umgeben. Auf der Mitte ruht ein blauer Schild mit dem roth-weißen Wappenlöwen, umgeben von einem Eichen- und Lorbeerkranz, darüber die goldene Krone und das Devisenband: Gott, Ehre, Vaterland, darunter das Kreuz des Ludewigs-Ordens an einer Schleife aus Ordensband, welche die Kranzzweige verbindet. Die Farben der Kreuzbalken sind: roth für das 1. In- fanterie-(Leibgarde-)Regiment Nr. 115, roth und schwarz (statt weiß) für das 2. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116, hellblau für das 3. Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117, gelb für das 4. Jnfanterie-Regiment (Prinz Carl) Nr. 118. Zwischen den vier Armen des Kreuzes auf das Grundtuch gestickt haben die Fahnen der 1. und 2. Bataillone, welche sämmtlich Feldzüge mitgemacht haben, goldene Granaten diejenigen der aus den Jäger-Bataillonen sormirten 3. Bataillone der Regimenter 115 und 118 goldene Schützenhörnchen mit grünen Bandrollen- die Fahnen der nach 1870—71 sormirten 3. Bataillone der Regimenter Nr. 116 und 117 haben keine Abzeichen- Die Fahnenringe find von Messing und tragen die Bezeichnung der Truppentheile in Schwarz, z. B. I. R. 116. 1. B. Die Truppen haben diese neu ihnen verliehenen Feldzeichen mit Dank entgegengenommen und werden dereinst gewiß ebenso treu diese Symbole der Soldatentugenden zu schützen wissen, wie das ihre Väter in so vielen Schlachten und Gefechten und aus so vielen Kampffeldern vor ihnen gethan haben. Deutsches Reich. Darmstadt, 29. August. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben sich heute Nachmittag von Langen aus mittelst Sonderzug nach Romrod begeben. — In Romrod nehmen außer Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog I. K. H. die Prinzessin Christian zu Schleswig-Holstein nebst Prinzessin- Tochter, sowie Ihre Großh. Hoheiten die Prinzessinnen Victoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg, und Alix für die nächste Zeit Aufenthalt. — Im Gefolge Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs werden sich Obersthofmarschall v. Westerweller, Exc., Generaladjutant Generalmajor Wernher, die Flügeladjutanten Major Frhr. v. Grancy und Hauptmann Frhr. Röder v. Diersburg, Major v. Groß gen. v. Schwarzhoff und Hofstallmeister Frhr. Riedesel zu Eisenbach befinden. Berlin, 29. August. Die kurze Erholungspause,, welche sich Kaiser Wilhelm nach Abschluß der großen Reisen nach Holland, England und Norwegen in seinem trauten Familienkreise im Neuen Palais bei Potsdam gönnte, wird nunmehr wieder von einer Zelt neuer Anstrengungen für den erlauchten Monarchen abgelöst werden. Soweit bekannt, reist derselbe am 2. September direct nach Horn in Niederöfterreich ab, um den ManöVern bei Schwarzenau beizuwohnen. Sofort nach Schluß der österreichischen Manöver gedenkt der deutsche Kaiser behufs Theilnahme an den bayerischen Manövern nach München abzureisen, wo man seiner Ankunft am Abend des 7. September entgegensieht. In Cassel trifft der Kaiser am 11. September ein. Der Reichskanzler v. Caprivi wird seinen kaiserlichen Herrn auf diesen ganzen Reisen begleiten. Bei dem Schwarzenauer Manöver ist auch der österreichische Minister des Auswärtigen, Graf Kalnoky, zugegen und da er hierbei also mit Herrn v. Caprivi zusammentrrfft, so dürfte es zwischen beiden Staatsmännern zu einer sehr zeitgemäßen Aussprache über die internationale Lage kommen. — König Albert von Sachsen und sein erlauchter Bruder, Generalfeldmarschall Prinz Georg, treffen zur Theilnahme an den österreichischen Manövern am 2. September in Schwarzenau ein und kehren am 7. September nach Dresden zurück. Wie bekannt, werden der König und Prinz Georg dann auch den Kaisermanövern in Thüringen beiwohnen. — Die innere Politik feiert zur Zeit fast vollständig. Dies geht nicht nur aus dem Mangel an hervorragenderen Nachrichten auf diesem Gebiete, sondern auch aus den fortgesetzten Urlaubsreisen hervor. Auf solchen befinden sich gegenwärtig die Minister Herrfurth, Dr. Miquel, v. Heyden, Dr. v. Bötticher und v. Berlepsch; außerdem wird in diesen Tagen noch der Cultusminister Gras Zedlitz Berlin verlassen. Dagegen sind von ihrem Urlaub wieder in der Reichshauptstadt eingetroffen der Justizminister v. Schelling und der Kriegsminister v. Kaltenborn-Stachau. Auf jeden Urlaub hat, gleich dem Reichskanzler, der Eisenbahnminister Thielen verzichtet, vermutlich, weil sich Herr Thielen erst in sein neues Ressort einzuarbeiten wünscht. Berlin, 29. August. Die „Reichs-Corr." erfährt aus Petersburg, es stehe eine Ausdehnung des Roggenaussuhr- Verbots auf den Hafen von Archangel bevor. Berlin, 29. August. Den „Berliner Politischen Nachrichten" zufolge ist die Anlage von Fischereihäfen in Divenow und Lupowmündung an der Halbinsel Hela und bei Schaaksvitte und Memel geplant. Eine theilweise Vorlegung der darauf bezüglichen Projecte ist wahrscheinlich schon mit dem nächsten Etat zu erwarten. Münster, 29. August. Dem „Westfälischen Merkur" zufolge benachrichtigte derRedacteur Fusangel den Staatsanwalt, daß er sich am 1. September in Duisburg stellen Werde. Kiel, 29. August. Der commandirende Admiral Goltz trifft Sonnabend Abend zur Leitung der Herbstmanöver der Flotte, an welchem 39 Schiffe und Fahrzeuge theilnehmen, ein; die Manöver beginnen am 3. September. Goltz schifft sich auf der „Grille" ein. — Die russische Dacht „Zarewna" ist eingelaufen, dieselbe wechselte Salut mit dem deutschen Kriegsschiffe „Baden". Schwerin, 29. August. Das Befinden des Großherzogs ist etwas besser, die Athemnoth geringer, die Nacht war ziemlich ruhig, sonst keine Veränderungen. 2luslanö> Wien, 29. August. Das „Fremdenblatt" bespricht den Kaiserbesuch in Prag und führt aus, der Kaiser werde in der Ausstellung die emsige Arbeit des Czechenvolks verkörpert sehen, die deutsche Arbeit aber werde der Kaiser im Centrum der deutsch-böhmischen Arbeit, in Reichenberg, bewundern. Damit ist jede Auslegung des Besuchs in eng- nationalem Sinne ausgeschlossen, die Ziele der böhmischen Reise des Kaisers seien der getreue Ausdruck jener Alle mit gleicher Innigkeit umfassenden Liebe des Monarchen zu seinem Volke, wie jener Politik, welche der gegenwärtige Ministerpräsident unter allen Verhältnissen festhielt und durchzuführen strebt. Budapest, 29. August. Das Ackerbauministerium veröffentlicht einen durch die Consuln eingesandten, in der statistischen Abtheilung aufgearbeiteten Ernte bericht für 1891/92. Die diesjährige Weizenernte der Welt beträgt danach 725 bis 736 Millionen, die Roggenernte 350 bis 360 Millionen Hectoliter; gegen das Vorjahr ergibt sich ein Minderernteertrag beim Weizen von 44 — 50 Millionen und ein Minderertrag beim Roggen von 90—100 Millionen. Das gesammte Getreidemanco beträgt 90—91 Millionen Metercentner. Oesterreich hat einen Weizenertrag von 14 bis 15 Millionen Hectoliter, Roggen 22 bis 24 Millionen. Der Importbedarf an Weizen stellt sich aus 10—12 Millionen, an Roggen auf 6 Millionen. Ungarns Weizenertrag beläuft sich aus 42—43 Millionen Hectoliter, der Roggenertrag auf 117»—12 Millionen. Es verbleibt ein Weizenüberfluß von 12—13 Millionen und das Roggenmanco wird bedeutend durch den Ueberfluß an Weizen und Mais ersetzt. Deutschlands Weizenertrag beträgt 31 Millionen Hectoliter, der Importbedarf stellt sich aus 10 Millionen Weizen und 25 bis 26 Millionen Roggen. Rußlands Weizenertrag beziffert sich auf 66t/2 Millionen Hectoliter, der Roggenertrag auf 192 Millionen; es ergibt sich dort ein Weizenüberfluß von 16x/2 und ein Roggenmanco von 40—45 Millionen Hectoliter. Paris, 29. August. Das Schwurgericht verurtheilte die Anarchisten Decamp und Dardare wegen Theilnahme an den Unruhen von Clichy am 1. Mai zu fünf resp. drei Jahren Gesängniß. Paris, 29. August. Dem „Figaro" zufolge ist von einem bevorstehenden Besuche des russischen Geschwaders in Cherbourg in Regierungskreisen nichts bekannt. Paris, 29. August. Carnot unterzeichnete ein Decret, durch welches wegen der Zerstörung aus Martinique ein Moratorium für die Wechsel- und Handelsverbindlichkeiten ertheilt wird. Nach den letzten offiziellen Depeschen aus Martinique beträgt die Zahl der Todten 378, der Verlust an Eigenthum 50 Millionen Francs. Bordeaux, 29. August. Eine Feuersbrunst zerstörte zehn Quadratkilometer Fichtenwald. Zwei Arbeiterleichen wurden verkohlt gefunden; sechs Personen wurden vermißt und ein aus Holzgebäuden bestehendes Dorf wurde vernichtet. Newyork, 29. August. Hiesigen Privatmeldungen zufolge trat Balmaceda den Rückzug auf Santiago an. Er habe seinen sämmtlichen Truppen besohlen, sich in Santiago zu concentriren und habe ferner die im Norden und Süden des Landes noch vorhandenen Heeresabtheilungen ebenfalls herbeigerufen. Hierdurch werde es Balmaceda möglicherweise gelingen, eine den Congressisten überlegene Truppenmacht zu vereinigen. Newyork, 29. August. Der „Herald" meldet aus Valparaiso vom 28. August: Der Congressisten-General Canto verdankt den Sieg seiner überlegenen Taktik und vortrefflichen Haltung seiner Truppen, sowie der Desertion ganzer Regimenter des Feindes, nachdem mehrere Generale desselben gefallen waren. Balmaceda war zur Offensive unfähig und beschränkte sich daher darauf, eine möglichst ! starke Verteidigungsstellung einzunehmen. Er litt unter dem Zwist mit dem Kriegsminister, sowie unter der starken Eifersucht der beiden, das Obercommando führenden Generale Barboza und Alzereca, welche in entgegengesetztem Sinne operirten. Bei Tagesanbruch griffen die Regierungstruppen die Congressisten an, die aus starken Verschanzungen ein vernichtendes Feuer auf die Sturmcolonne eröffneten, welche trotzdem unerschüttert vordrang. Der Kampf wurde alsdann ein allgemeiner, wobei die Truppen Balmacedas zurückwichen. Durch die verzweifelten Bemühungen der Offiziere gelang es, die weichenden Truppen wieder zum Stehen zu bringen und aufs Neue gegen den Feind zu führen. Hierbei wurde General Barboza getödtet. Die Regierungstruppen geriethen dadurch einen Augenblick ins Schwanken, drangen dann aber wieder vor. Im Fortgänge des Kampfes wurde General Alzereca tödtlich getroffen und starb auf dem Transport binnen einer Stunde. Nunmehr befahl General Canto einen allgemeinen Angriff. Die Congreßtruppen verließen ihre Verschanzungen und eröffneten ein mörderisches Feuer auf die Truppen Balmacedas, welche ohne Führer sich nicht wieder sammeln konnten. Der Rückzug artete daher in eine vollständige Deroute aus. Die Kavallerie leistete vorübergehend Widerstand, wurde aber alsbald vernichtet. Ganze Regimenter, namentlich solche, die aus gewaltsam eingestellten Soldaten gebildet waren, gingen mitten im Feuer zum Sieger über. Fast alle Offiziere vom Stabe Balmacedas sind getödtet oder verwundet. Zur Vermeidung eines Blutbades durch ein gewaltsames Eindringen der Congreßtruppen in die Stadt wurde die freiwillige Uebergabe von Valparaiso angeboten und von den Führern der Congreßtruppen acceptirt. Kurz nach Mittag zogen Letztere in die Stadt ein und wurden mit den Rufen: „Es lebe Chile!" „Es lebe Canto !" empfangen. Auf Ersuchen des Jntendenten Viels landeten einige der auswärtigen Kriegsschiffe Mannschaften zum eventuellen Schutze der Einwohner. Der Torpedo-Kreuzer „Almirante Linch" wurde aufgesordert, sich zu ergeben, suchte aber den Hasen zu verlassen und schoß aus die Congreßtruppen. Nach einem viertelstündigen Kampfe strich der Commandeur die Flagge des Schiffes. Die Mehrheit der Gefangenen ist auf Ehrenwort sreigelassen worden, Unruhen werden nicht befürchtet. Man vermuthet, daß Balmaceda nach Buenos Ayres flüchten werde. Newyork, 29. August. Der „World" zufolge erhielt Montt eine Depesche aus Jquique, wonach die Congressisten nach ihrem Siege über die Truppen Balmacedas zunächst außerhalb Valparaisos blieben. Dieses sei dem deutschen Admiral übergeben worden, welcher die Stadt sofort der Congreßregierung überwies. Der „Newyork Herald" will wissen, der von der Partei Balmacedas zum zukünftigen Präsidenten gewählte Herr Claudio Vicunna habe sich an Bord eines deutschen Kriegsschiffes geflüchtet. Newyork, 29. August. Der „Newyork Herald" meldet aus Valparaiso, 28. August: Die Macht Balmacedas in Chile ist gebrochen, seine Armee nach fünfstündigem verzweifeltem Kampfe definitiv vernichtet. Die Insurgenten ergriffen Besitz von Valparaiso. Die Zukunft des Landes ist damit entschieden. Balmaceda ist ein Flüchtling ohne jede Hilfsquellen. Die großen Häsen befinden sich in den Händen der Congreßpariei. Der zukünftige Präsident Vicuna soll sich an Bord eines auswärtigen Kriegsschiffes geflüchtet haben. Da sich die Einwohner des Landes in Masse unter die Fahne der Congressisten stellen, dürfte binnen wenigen Tagen auch die Hauptstadt Santiago völlig in den Händen der Con- greßpartei sein. (Ist bereits geschehen). Eine Regierung mit dem Richter Belisario Prats oder dem Sennor Manuel Jose Jrrarazaval an der Spitze soll eingesetzt werden. Dann dürsten die Geschäfte wieder in den normalen Gang kommen. Netteste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 30. August. Der König von Schweden und Norwegen hat dem Präsidenten der physikalisch-technischen Reichsanstalt, Professor Helmholtz, anläßlich seines siebzigjährigen Geburtstages das Großkreuz des Nordstern-Ordens verliehen. Kiel, 30. August. Prinz und Prinzessin Heinrich sind heute Nacht hier eingetroffen. Schwerin, 30. August. In dem Befinden des Großherzogs ist seit gestern eine bemerkenswerthe Veränderung nicht eingetreten. Cilli, 30. August. Der Kaiser Franz Joses traf heute früh 7 Uhr mittelst Separatzuges hier ein und wurde von den Erzherzögen Albrecht und Wilhelm, den Spitzen der Civil- und Militärbehörden, sowie von der Geistlichkeit auf dem Bahnhofe empfangen. Die zahlreich anwesende Bevölkerung begrüßte den Kaiser mit enthusiastischen Zivio- und Hochrufen. Um 9 Uhr Vormittags wurde eine Anzahl Deputationen empfangen. Für den Nachmittag ist der Besuch öffentlicher Gebäude in Aussicht genommen; um 6 Uhr ist Hofdiner und Abends soll ein Fackelzug mit Serenade stattfinden. Die Stadt wird festlich beleuchtet sein. Washington, 30. August. Dem hiesigen Vertreter der chilenischen Congreßpartei, Pedro Montt, ging folgende Depesche des Ministers Errazuriz aus Jquique vom 29. ds. zu: „Unser Sieg ist ein vollständiger. Der Commandant Montt gibt an, daß von den Truppen Balmacedas, deren Zahl 12,000 Mann betrug, 3000 zu Gefangenen gemacht wurden; seine ganze Artillerie ist erbeutet, die Torpedoboote „Almirante Lynch" und „Almirante Condell" und alle anderen Schiffe befinden sich in unseren Händen. Vicuna, Godoy, Danados und viele Andere flüchteten auf auswärtige Schiffe; unsere Verluste sind wenig erheblich." Newyork, 30. August. Telegramm des „Newyork Herald" aus Valparaiso vom 29. August: Santiago capitulirte, die Congressisten errangen einen vollständigen Sieg. Depeschen tt8 „Bureau Herold". Bremen, 30. August. Das vom Socialisten Lang vorbereitete Gewerkschaftsfest hat unter großer Betheiligung auch der Umgebung stattgefunden. Ein einstündiger Zug pasfirte die Hauptstraßen der Stadt. Auf dem Festplatz sprachen Abgeordneter Grillenberger und Frau Ihrer. Ersterer gegen das Trunksuchtsgesetz und für die internationale Organisation auf Grundlage der Brüsseler Beschlüsse. Danzig, 30.August. Zur 38.Generalversammlung der Katholiken Deutschlands haben sich 500 Theil- "ehmer gemeldet. Am Begrüßungsabend war das Schützenhaus überfüllt. Kaufmann Fuchs begrüßte die Versammlung. Erster Bürgermeister Baumbach spricht namens der Stadt und bedauerte Windthorsts Tod. Anwesend sind: Graf Ruhberg, Graf Ballestrem, Schorlemer-Alst, Baron Buol, Biehl-München. Schorlemer-Alst, welcher stürmisch begrüßt wurde, dankt dem Bürgermeister und führt aus, die Katholiken einige ihre Liebe zu Papst und Kaiser, auf beide bringe er ein Hoch aus. Als Präsident wurde Gras Ruhberg designirt. Das süddeutsche nationalliberale Parteifest in Worms. Worms, 30. August. Während die Theilnehmer an dem nationalliberalen Parteifest auf dem Auerbacher Schlosse sich aus 3000, diejenigen auf dem Heidelberger Schlosse auf 5000 bezifferten, betrug die Zahl der Wormser Festgäste, einschließlich der hiesigen Parteimitglieder an 7000; und über alles Erwarten war das Fest von prächtigstem Wetter begünstigt. Schon bei dem gemeinschaftlichen Mahle im Festhause waren gegen 400 Personen vereinigt und viele Hundert mußten vor den Thüren im Garten verbleiben. Die ersten warmen Be- grüßungsworte sprach hier der Vorsitzende des nationalliberalen Vereins in Worms, Herr Dr. Schneider. Herr Reichstagsabgeordneter v. Kuny toastete auf die alte liebe Stadt Worms, die schon vor achthundert Jahren ihre felsenfeste Treue für Kaiser und Reich an den Tag gelegt. Dankend erwidert wurde dieser Trinkspruch von Herrn Oberbürgermeister K ü ch l e r mit einem Hoch auf die lieben Gäste. Herr Hersbach aus Ruhrort leerte unter Anspielung auf die Beziehungen von Ruhrort und Worms (Kohlenzufuhr) sein Glas auf das treue Zusammenhalten von Niederrhein und Oberrhein. Grüße aus dem Sachsenlande überbrachte Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Götz- Leipzig; Grüße aus Hannover Herr Kiefer. Herr Dr. Osann bat dann um Ermächtigung, dem ältesten Parteimitgliede Hessens, Herrn Rentner Holtzmann in Stockheim (Oberhcffen), der vor ein paar Tagen seinen 100. Geburtstag gefeiert, den Glückwunsch der Partei übersenden zu dürfen. Jmponirend war der hierauf angetretene Zug der Parteigenossen auf den Festplatz, unter Vorantritt eines Musikcorps durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt. Dortselbst angelangt, wo bereits achthundert mit Dampfschiffen hierherbeförderte Mannheimer Parteimitglieder ihrer Ankunft harrten, sprach als erster Redner wieder Herr Dr. Schneider in kernigen Worten den Willkomm. Die Hauptfestrede auf den Kaiser hielt Herr Reichstagsabgeordneter Buhl. Auf die Vergangenheit zurückblickend, wie der Zukunft gedenkend, recapitulirte derselbe die Entstehungsgeschichte des Reiches und betonte, wie Deutschland nun zu einem Bollwerke des Friedens geworden; er berührte das, was zum inneren Ausbau des Reiches in den vergangenen zwanzig Jahren geschehen und wie nun gewissermaßen eine Pause eingetreten, um uns in die gegebenen Gesetze erst einzuleben. Er verhehlte dann nicht, daß wir in einer schweren Zeit lebten, vielleicht auch noch schwereren Zeiten entgegengingen, und gedachte der zu Merseburg erst kürzlich gesprochenen kaiserlichen Worte, welche die deutsche Poluik kennzeichneten: wir wollten den Frieden, aber auch für den Kriegsfall werde man uns bereit finden. Unwandelbare Treue zum Reich unb zur Verfassung, das sei unser Gelöbuiß; dem obersten Verrreter des Reiches, unserem Kaiser, brächten wir das erste Hoch. Auf die deutschen Bundesfürsten sprach Freiherr Heyl zu Herrnsheim, auf das Vaterland in sehr ausführlichen und warmen Worten Herr Rohr hurst aus Mannheim. Mit Begeisterung vorgetragen wurde dann von Herrn Weg er ein Gedicht von Banspach in Mannheim. Die Rede auf den Fürsten Bismarck harte Herr Professor Dr. v. Marquard- sen übernommen, der bei dieser Gelegenheit über das außerordentliche Wohlbefinden des von ihm kürzlich erst gesprochenen Alt-Reichskanzlers öffentlich Kenntniß gab. Noch immer sei er der getreue Eckart des von ihm mitgegründeten deutschen Reichs und durch die an die Studentendeputation gerichteten Worte: „Thut Eure Schuldigkeit" habe er sich an die ganze Nation gewendet. An solcher Gesinnung wie sie sich hier in Worms heute bethätigt, werde er gerade seine volle Freude haben. — Von dem auf den Fürsten Bismarck ausgebrachten Hoch wurde dem Alt-Reichskanzler sofort auf telegraphischem Wege Kenntniß gegeben. Der letzte osficielle Redner war Herr Dr. Osann aus Darmstadt, dessen Worte dann unserem deutschen Heere galten. Was es 1870/71 erkämpft, müsse von ihm nun auch gewahrt werden und wenn die schwere Rüstung auch drücke, so möge man sie doch geduldig weiter tragen. Disciplin und Manneszucht unseres deutschen Heeres, um das uns die ganze Welt beneide, möge Allen aber ein Vorbild sein. — Zwischendurch wurden viele patriotische Lieder gesungen. Der Verlaus des ganzen Festes war ein ganz außerordentlich erhebender und hochbefriedigender. Die Stadt ist übrigens überreich mit Flaggen geschmückt, ja sogar Ehrenpforten waren erbaut. totales ttnd ArovinzieNes. Gießen, 31. August. — Es zogen drei Burschen wohl — nicht über den Rhein, aber gestern Abend gegen 11 Uhr durch die Neustadt. Die durch verschiedene eingenommene Bierproben in. "her Brust wie in den Armen des Trios angesammelte Spannkraft verfehlte ihre Wirkung ebenso wenig, wie der von einem der Gesellen gegen den Rollladen eines Metzgers geschleuderte Pflasterstein, denn unglücklicher Weise befand sich hinter dem Rollladen auch eine Erkerscheibe, die kunstgerecht, d. h. strahlenförmig in Trümmer ging. Nachdem der große Wurf ge- ' lungen, wird der junge Mann wohl blechen müssen, den polizeilichen Strafzettel bekommt er als Beilage. Die hinter der Erkerscheibe dem Morgen cntgegenschlummernden Würste kamen ohne nennenswerthe Verletzungen davon. Warum pflastert man aber auch in der Neustadt? — Die Nr. 19 des im Auftrage des Evang. Psarr- vereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenen „Hessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Der Bann heimlicher Sünde. 2. Die evangelischen Psarrvereine (insbesondere Sachsen und Nassau). 3. Ausschreiben des Oberconsistoriums im Verordnungsblatt Nr. 13. 4. Zur Barettfrage. 5. Geistliches Decorum aus dem Friedhöfe. 6. Etwas für die Amtsbrüder. 7. Einige Zahlen zur Gehaltssrage. 8. Auskunft auf die „Anfrage, betr. Selbstständigkeit und Würde der Kirche". 9. Das hessische Oberconsistorium und „das Volk". 10. Lebensversicherungsverband. 11. Anfrage. 12. Anzeigen. 13. Stellen- Gesuch. Darmstadt, 29. August. Vorgestern fand hier das Examen für die Einjahrig-Freiwilligen statt,- von den 23 Schülern bestanden sieben, und zwar fast nur solche, welche bereits 20 Jahre zählen. Schisfsirachrichten. Bremen, 29. August. sPer transatlantischen Telegraph-! Der Schnelldampfer Werra, Capt. C. Pohle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 19. August von Bremen und am 20. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Hamburg, 29. August. Der Hamburger Doppelschrauben- Schnelldampfer „Columbia", Capitän Vogelgesang, der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, welcher am 22. August von Southampton abgegangen, ist am 29. August, 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 8 Tage 10 Min. Oceanfahrt von Southampton 6 Tage 21 Stunden 45 Min., von Queenstown aus gerechnet nur 6 Tage 6 Stunden 45 Min. Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen. Monat August 1891: 13^/, Kerzen. Buchner. Verkehr, Land« und Volkrwirthschast. Gründer-,! 29. August. Fruchtpreise. Weizen jl--, Korn vH. 25.—, Gerste X 19.60, Hafer vH. 16.50, Erbsen vH Linsen vH. —, Wicken vH —, Lein vH 20.—, Kartoffeln vH 0.—. Für Reich und Arm! L mittelt vorzeitiges Altern, Runzeln, Gesichtsröthe etc. Bedient man eich beim Waschen anstatt solcher der milden vollkommen neutralen Doerings Seife mit der Eule bekanntlich der besten Seife der Welt, erzielt man schönen Teint, frisches Aussehen, zarte und schöne Haut. Preis nur 40 Pfff. 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Zugleich wird daran erinnert, daß die in Folge von Reclamationen erlasienen Gemeindesteuern gegen Quittung in Empfang zu nehmen, bezw. zu verrechnen sind. Gießen, den 29. August 1891. 7736 Michael Seid. 7786 Frische Eier, Block. 7737 7728 Donnerstag den 3. September frisch, bei stets 7790 6812 Neuenweg 15. versteigert. 7767 Regenerativ-Gasheizöten von versteigert. 7766 werden im Bramm'schen Saale dahier Möbel aller Arten, 1 Ladentheke, Bücher, 1 Stoßkarren, 2 Hobelbänke, 1 Pferd u. a. 100 bei 5807 Freitag den 4 September, Vormittags 9 Uhr, bei Wirth D o r - feld in der Post zu Wieseck aus der Gemarkung Wieseck; Freitag den 4. September, Nachmittags 2 Uhr, bei Wirth Leib im Philosophenwald aus der Gemarkung Gießen. Gießen, den 28. August 1891. Großh. Oberförsterei Gießen. Der Rentmeister: Schmidt. Der Stadtrechner: Doepfer. Engel, Gerichtsvollzieher. AMmKrand-ilOll-enplatz treffen heute Dienstag früh Gurken und Ueberrheiner Weißkraut ein. Heinrich Arnold II. Schloßgaffe 5. Trohe. Rabenau, den 29. August 1891. Möbel- 7748 Das Grummetgras von den Pfarrwiefen zu Wieseck wird nächsten Donnerstag den 3. Septbr., Vormittags 10 Uhr, im Dorfeld'schen Garten daselbst V/ 6000 Francs Prämie der Stadt Brüssel lür besten Gasofen. nie Abführung der Heizgase, für Salons, Wohn- •chlaf- und Krankenzimmer, grosse Säle, Kirchen schwere Waare, 1 Stück..... 6 Pfg 5,50 Ml Mlgeöotcnes. SM. Mut. Freibank. [7668 Ochfenfleisch, nicht ladenrein, per Pfd. 54 Pfg. la. deutsches Zchmillkschulch, Feinste Margarine. Sommerlad, Bürgermeister. 7778] Ein Acker ftltt zu verpachten. Wilhelm Ockel, Neustädter Thor 81. Zwangsversteigerung. Dienstag den 1. September, von Nachmittag- 1 Uhr an, werden in dem früher Bramm'schen Saale — Neustadt — gegen Baarzahlung versteiget: Stickwolle, Borden, Perl- u. Seiden- possamente, Franzen, Einsatz- und Besatzlitzen, Hutfedern, Stickereien, Spitzen, Corsetten, Gummiband, eine Parthie Deckchen, Seiden- und Ätlas- band, Knöpfe, Handschuhe, Tarlatan, Verzierstoffe, Schleiertülle, 1 Stück blauer Plüsch, Damenkragen, vier Meter Mantelsammt und vieles andere. Versteigerung ganz bestimmt. Geitzler, Gerichtsvollzieher, j Grummetgras- Versteigerung. Das diesjährige Grummetgras von Freiherrlich von Nordeck zur Rabenau'schen Wiesen und Gärten soll Aachener Badeöfen für G-a,s. Liefern sofort heisses Wasser. rfeberraschend schnelle Erwärmung eines Bades bt 0.7 ebtn. Gasconsum. S 6 goidene und » silb.Medaillen. in Abteilungen an Ort und Stelle DlkNSläg bftl 1. SkplkMbkl,' Nachmittags 2 Uhr, M Frauenschönheit erblüht, Sommersprossen und Hautunreinigkeiten verschwinden, einen zarten Teint bewirkt nur allein [5637 Lilienmilch-Seife von Bruno Bergmann in Elberfeld. 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September, Nachmittags 4 Uhr, sollen in dem Pfarrhofe zu Londorf TasChCD - Apotheken mittelst Ausgebots an die Wenigst-; _;so. [7782 nehmenden in Accord gegeben werden:1 Drogenhandluug Otto Schaaf. « ***** AlleSortenWaagen als: [6678 > G. HGiiben Sohn Carl, Aachen. Referenz: Jede Gasanstalt. Dreimal-, Tisch-, Schnelloder Kettenwaagen :c. vorräthig bei Carl Hensel, 7751 ]__Wallthorstraße._______ £&eineeteuden arotze prima zum Einmachen empfiehlt 7762 Heinr. Jentzen, Westanlage 3.- ParketBod.n LL Iah, Lenz, Schreinerei und Holzhandl. zu 168 Jt, 2) Maurerarbeit nebst Lieferung von Thonplatten, veranschlagt zu 88 «X Londorf, am 29. August 1891. Im Auftrag des Kirchenvorstandes: Unger. 7752 Das Grummetgras von den Wiesen des Oeconomen Kitz wird am Donnerstag den 3. Septbr., Bormittags 10 Uhr, im Torfeld'schen Garten zu Wieseck 6087 I Miße Kernseife GGGGGGGGOchGMGGGGGGOGOOGO Mein neu^eingerichtetes Geschäft in nur solid und dauerhaft 7780 GOGOGOOSGOWWGGGGGKGKOGOO per 10 25 werden billigst besorgt. L. Katz, Marktstraße 27 im Hause des Herrn Elsoffer. zu ermäßigten Preisen aus. __________Fr. Seibel gearbeiteten ■ Schuhwaaren § aller Art • für Herren und Damen sowie M Kinder jeden Alters M empfehle unter Zusicherung reeller D und prompter Bedienung zu streng festen Preisen. Reparaturen ä rohe Kaffees, per Pfd. von Mk. 1.20 an, gebrannte Kaffees per Pfd. von Mk. 1.50 an. bös? t'r. Seibel. beste Qualität Pfd. ... 27 Pfg. „ für . . Mk. 2.65 „ „ . . „ 6.50 empfiehlt [6088 Fr. 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