1. Donnerstag den 1. Januar 1391. |d, L_ u , „mm,,, -irr ii -| .--- --------------------- .■*»— —.--w-'—-— —. «^-nr.-T..--U»T nuir, Der Oke-e«rr A«retger erschenrk täglich, eit Ausnahme de2 Montags. vir Virßener »erden dem Änr. A ^Ächrntlich drrtmat Icigdegt ießener Anzeiger Keneral-Unzeiger. HSs«»kMe»t»N-«4KL *2 Mark 20 Pfg. »K Uvingerlohn Siucd? *ie Post bezege^ ? Mark 60 Pfg. Aldacnon. ßppectfM« unb Lrnckerrt: -«Huiarehr Kr.S« Hrrni-rechrr 6t Amts- uttb Anzeigebl«tt für den Atrris Gieren. Snnsdme von Anzeigen »n der Nachmittag» für de« !*tymbfr. Tag erscheinenden 9hmimer bi.8 Borm. 10 Uhr ÄSVNWWMMWiM^MMU^— IchratiLika««: Kiener Jamiümölätter. ^^71.7:7!'."^.?.^« AnitLichsv ChtiL. Bekanntmachung, die Maul- und Klauenseuche zu Obbornhosen betreffend. Nachdem die zu Obbornhofen ausgebrochene Maul- und Klauenseuche erloschen ist, heben wir die angeordneten Sperrmaßregeln hierdurch wieder aus. Gießen, den 30. December 1890. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großh. Ministerium der Innern und der Justiz dem „Bayerischen Lloyd", T. '.LportversicherungsactiengeseÜschast in München, die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Groß- herzogthum auf Widerruf ertheilt hat. Gießen, den 29. December 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, am 30. December 1890. Betr.: Ausbildung von Obstbaumwärtern. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen an die Großh. Bürgermeisterrirn de- KreiseS. Der landwirthschaftliche Bezirksverein Gießen hat in dem Voranschläge pro 18W/91 eine Subvention von 700 Mark für junge Leute, welche an einem Obstbaumwärter - Cursus Theil nehmen, in Ausgabe vorgesehen. Der Betrag von 300 Mark ist zu diesem Zwecke dem landwirthschaftlichen Bezirksverein von der Sparkaffe zu Grünberg unter der Bedingung zur Versügung gestellt worden, daß auch jungen Leuten aus den zum Sparkaffebezirk Gcünberg gehörenden Orten zum Besuche eines Obstbaumwärter-Cursus die entsprechende Subvention bewilligt wird. Bewerber um Bewilligung dieser Subvention aus den zum.Kreise Gießen und den zum Sparkaffebezirk Grünberg gehörenden Gemeinden der Kreise Alsfeld und Schotten werden zur alsbaldigen Einreichung ihrer Gesuche und etwaiger Zeug- niffe bei der betreffenden Bürgermeisterei unter dem Anfügen aufgefordert, daß unter mehreren Bewerben! die Priorität der Anmeldung Anspruch auf vorzugsweise Berücksichtigung gibt und daß die Subvention namentlich unbemittelten Personen zugewendet werden wird; zugleich ist von den Bewerbern anzugeben, welchen Obstbaumwärter-Cursus sie besuchen wollen und welcher Subvention sie zu diesem Behufe bedürfen. Der Lehrcursus für Obstbaumwärter bei Baumschulenbesitzer Th. Jäger in Bensheim a. d. B. beginnt den 9. März und endet den 9. Mai 1891. Der Sommer-Cursus beginnt daselbst im Monat August und dauert 3 Wochen. Die Unterrichtszeit dauert daher 2 Monate und 3 Wochen in Bensheim. Der Obstbau-Cursus an der Ackerbauschiüe zu Friedberg dauert nur 8 Wochen, von welchen 5 Wochen auf die Zeit von Anfang März bis April und 3 Wochen in den Monat August fallen. Junge Leute, die an dem Obstbaumwärter-Cursus in Bensheim Theil nehmen, erhalten daher eine höhere Subvention (bis zu 100 Mark) als diejenigen, die an dem Obstbau-Cursus zu Friedberg Thell nehmen (70 bis 80 Mk.) Die Großh Bürgermeistereien werden ersucht, dieser Bekanntmachung die thunlichste Verbreitung zu verschaffen, Anmeldungen entgegenzunehmen und dieselben unter Begutachtung der Gesuche an den Unterzeichneten spätestens bis zum 1. Februar 1891 einzusenden, damit die Gesuche dem Aus- schuffe zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden können. Zugleich ersuche ich Sie weiter, sich zu bemühen, geeignete Zöglinge für die genannten Obstbau-Curse ausfindig zu machen und zur Anmeldung zu veranlaffen. Jost. Nerrjahrsgrrrtz. Ein Jahr floh wieder von der Schwelle; Vollendet hat es seinen Lauf; Und wieder schlügt an feiner Stelle Ein neues jetzl die Augen auf. Was eS wohl birgt in feinem Schooß. ? Ob dünkte ober hetl're Loose? O forschet nicht! Laßt voll Vertrauen Uns heute in die Zukunft schauer! Lebt doch ein Gott, der weiß zu jeder Frist, WaS Jedem nützt, was Jedem heilsam ist! Und beugten uns auch Kummertage, Und sänke tief uns auch bei Muth — Geduld! Nicht immer währt die Plage, Und endlich wird doch Alles gut. Was sollte aus dem Saatkorn werden. Gab' es nur Sonnenschein auf Erden? So muß auch zu des Menschen Frommen Btßweilen Schmerz und Trübsal kommen. Doch welch Glück, wenn dann nach Leidensnacht Uns wieder yell die Freudensonne lacht! So sei die Hoffnung uns Begleiter, Der Glaube unser Halt und Stab, Die Liede aber kränze heiter Den Lebenspsad uns bis zum Grab! Was wär' auch Dasein ohne Liebe? Sie nur bleibt treu, wenn nichts uns bliebe. D'rum, wo auf weitem Erdenrunde Ein Herz uns schlägt, mit dem zur Stunde Uns noch verknüpft der Liebe beii'ges Band — Befohlen sei's in Gottes Vaterhand! Magst du denn sonncnwärts nun regen Zum Flug das dunkle L-chwingenpaar Und aller Menschheit HU! und Segen In Fülle bringen, neues Jahr! Zn Frieden reife unsre Saaten, Gieb Lust und Kraft zu edlen Thaten, Zu jedem guten Werk Gelingen Und ernstem Streben das Vollbringen; Dann, junges Jahr, stellst deinen Lauf du ein, Sollst dankbar du von uns gesegnet fein! \ E. Greiner. Ium Jahreswechsel'. Wenn es einen zweiten Moment im Lause der Tage eines Jahres gibt, in dem uns der Glockenklang wie am Weihnachtsabend so feierlich stimmt und so wunderbar tief das Gemüth erregt, so ist es das Grabgeläute des scheidenden Jahres und der Morgengruß der Glocken an das neue, kommende Jahr. Zieht beim Klang der Weihnachtsglocken Freude ein in's Menschenherz, so beschleicht es beim Scheidegruß der Glocken an das verwichene Jahr Wehmuth, ernste Stimmung, ja Trauer. Es ist ja im Leben einmal so eingerichtet, daß Trennung, Abschied Wehmuth bereitet. Und so ist auch der Augenblick, in dem vom Thurme die Glocken das alte Jahr zu Grabe läuten, ein gar feierlicher, ernster, erhebender. Im Geiste ziehen in diesem Augenblick all' die dunklen und die heiteren Loose, die man im verronnenen Jahre gezogen hat, an uns vorüber. Dankbar gedenkt das von wahrem Glauben durchdrungene Christenherz der empfangenen Wohlthaten des allgütigen Vaters, gedenkt des Segens, den es bei aller Mühe und Arbeit ja doch empfangen hat und preist sich glücklich, mit Gottes Hilfe wieder ein Jahr überstanden zu haben. Doch nicht nur die sonnigen Tage des Jahres ziehen im Gedankenflug vorüber, auch die Stunden, in denen Kummer und Herzleid uns bedrückte, in denen wir mit dem Schicksal haderten, in denen wir von Wetterwolken des Unglücks umlagert waren, passiren Revue. Trotziger Unglaube verwünscht sie, flucht ihnen,- frommer Christenglaube dankt der Kraft, der Hilfe, die sie, die dunklen Loose, tragen und überstehen hals und die doch allein nur von oben kommt. Wie so die Erlebnisse und Erfahrungen im eigenen Leben vorüberziehen, so gedenkt man auch in der Scheidestunde des Jahres der wichtigsten Ereignisse draußen im hastenden, brausenden Weltverkehr, gedenkt der großen Tobten, welche das scheidende Jahr gefordert, gedenkt all' der schweren Schickungen, welche hier und da die Menschheit betroffen und gedenkt auch der fegenbringenden Erfindungen und Entdeckungen, des Fortschritts und der Entwickelung aller Gebiete der Cultur. Da verstummt der letzte Glockenrlang des alten Jahres. Wir halten ein mit unserem Gedankenflug, blitzschnell sind die Ereigniffe und Erlebnisse im verlaufenen Jahre an uns vorübergezogen. Ein paar Stunden noch, dann ist das alte Jahr hingeschwunden in'S Meer der Ewigkeit abermaliger Glockenklang verkündet den Eintritt in das neue. Was eS bringen wird? Mir und Dir? Ich lese diese Frage in Deinen Augen. Niemand weiß es, aber das weiß ich, daß der Weg durch's neue Jahr sich sicher wandeln läßt, waS für Steine des Anstoßes ihn auch bedecken, wenn man den Stab des lebendigen Gottvertrauens fest in feine Hand drückt und muthig, hoffnungsvoll, unbeirrt dem höchsten Ziele zustrebt. In diesem Sinne allen unseren lieben Lesern ein glückliches Neujahr! Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphifcheS Lorrespondenz-Burrau. Berlin, 30. December. Der „Kreuzzeitung" zufolge hat Consistorialrath Hegel wegen hohen Alters und Abnahme der Kräfte seine Versetzung in den Ruhestand nach- gesucht. Berlin, 30. December. Der Stadtverordnetenvorsteher Stryck widmete in der heutigen Stadtverordneten-Versamm- lung dem verstorbenen Ehrenbürger Berlins, Dr. Schliemann, einen ehrenden Nachruf. Berlin, 30. December. Für die im nächsten Frühjahre unter dem Protektorate der Kaiserin Friedrich hier stattfindende internationale Kunstausstellung hat der Magistrat eine Beisteuer von 100,000 Mk. bewilligt. Berlin, 30. December. Der Landwirthfchastsminister gestattete widerruflich auf Grund einer Ermächtigung des Bundesraths die Einfuhr lebenden Rindviehes aus Oesterreich-Ungarn in. die Schlachthäuser der Städte Bromberg, Magdeburg, Zeitz, Erfurt, Münster i. W., Frankfurt a. M., Wiesbaden und Köln. Bremerhaven, 30. December Der heute angekommene deutsche Dampfer „Australia" nahm die Mannschaft des englischen Dampfers „Sheffaly" aus, der gestern brennend unweit Borkum verlassen worden war. Das englische Schiff war mit Baumwolle beladen und von New-Orleans nach Hamburg bestimmt. Preßburg, 30. December. Der Kaiser eröffnete heute die neue Donaubrücke, überschritt dieselbe und drückte seine Zufriedenheit über den raschen und schönen Bau aus. Sodann empfing der Kaiser die Huldigungsdeputationen aller Stände und Confessionen. Auf die Ansprache der Deputation der Handels- und Gewerbekammer erwiderte der Kaiser, die Industrie und der Handel bildeten in allen Ländern den Gegenstand ernster Vorsorge der Regierungen; auch er würdige ihre aus das ganze Staatsleben einwirkende große Wichtigkeit, weßhalb sie seines eifrigsten Schutzes sicher fein könnten. Triest, 30. December. Das österreichische Borkschiff „Maria Andraina" wurde vorgestern durch einen heftigen Sturm im hiesigen Hasen von den Ankern losgerissen und versank trotz der Rettungsversuche dreier Lloyddampser auf der Höhe von Jsola; sechs Mann der Besatzung wurden gerettet, vier ertranken. London, 30. December. Die Dockarbeiter in Hüll stellten heute Nachmittag die Arbeit ein, weil die Schiffseigner auch Nichtvereinler beschäftigten. Sie beschlossen, mit Ausnahme der Schiffe der Wilson-Linie, kein dem Schiffs- eignerverbande angehöriges Schiff zu betreten. — In Carlisle und Dundee dauert der Strike der Eisenbahn- bediensteten fort, während er in Aberdeen scheiterte. Der Verkehr ist beinahe wieder normal. Nom, 30. December. „Esercito Jtaliano" sagt anläßlich der Truppenrecognoscirungen in den Alpen/ daß die Ju- > structionen betreffs der Grenzbewachung keinerlei Aen- derungen ersahren haben, daß auch keine Widerwärtigkeit Veranlassung^ geben könnte, diese Ueberwachung minder eifrig zu gestalten. Das Blatt fügt hinzu, daß Italien von französischen Offizieren buchstäblich überfluthet wurde, ohne daß man diesbezüglich Maßregeln ergreift, die wahrscheinlich ein großes Aufsehen erregen würden. Erst vor fünf Tagen fei an der Grenze bei Nizza ein französischer Offizier, der compromit- tirende Documente hatte, angehalten, in Folge einer den Localbehörden ertheilten Weisung aber zur Grenze zurückge- führt und sreigelaffen worden. Madrid, 30. December. Ein gestern unterzeichnetes Decret beruft die neuen Cortes auf den 2. März ein. Petersburg, 30. December. Die „Nowoje Wremja" bespricht die Bemerkungen Freycinets in seiner Wahlrede, daß man noch nicht von einer dauernden Herrschaft des Friedens sprechen könne, und bemerkt dazu: Die dritte Republik fei auf dem Wege, sich immer mehr zu befestigen. Niemand könne eine Bürgschaft dafür übernehmen, daß nicht neue Kämpfe der Parteien im Innern ausbrechen, aus denen einer der Nachbarn Frankreichs Nutzen ziehen könnte. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet sei die Vollendung des Werkes für die nationale Vertheidigung eine Frage der Existenz der französischen Republik. Odessa, 30. December. Die Schiffahrt ist wegen Frostes gänzlich eingestellt. Belgrad, 30. December. Die Regierung brachte m der Skuptschtina eine Vorlage ein betreffs einer Anleihe von zehn Millionen Dinars für außerordentliche militärische Bedürfnisse, zu deren Bedeckung die Skuptschtina im Frühjahre einen sechsprocentigen Steuerzuschlag bewilligte. Dieselbe suchte gleichzeitig die Bewilligung des Budgetprovisoriums bis Ende Januar nach. — Ein Rescript des Ministers des Innern ordnet wegen der in den östlichen Bezirken constatir- ren Verbreitung der Maul- und Klauenseuche eine strenge Untersuchung der Viehtransporte an. Verdächtige Thiere sollen einer vierzehntägigen Quarantäne unterliegen. Ferner sind Bestimmungen getroffen über Kautelen bei Ausstellung der Ursprungspässe. Athen, 30. December. Meldung des Bureau Reuter. Da die Regierung argwöhnt, daß eine größere Anzahl bewaffneter Flüchtlinge aus Kreta beabsichtige, demnächst nach Kreta zurückzukehren, um dort Ruhestörungen zu erregen, so ist das zwischen Cap Sumum und Cap Matapan befindliche Kreuzergeschwader angewiesen worden, alle nach Kreta fahrenden Schiffe mit Waffen oder Munition mit Beschlag zu belegen. NewHork, 30. December. Nach einem neueren Telegramm des Agenten der Vereinigten Staaten in Pine Ridge beträgt die Zahl der getödteten Indianer, Männer, Frauen und Kinder, etwa 300. RewYork, 30. December. Oberst Forsyth ist mit seinem Cavallericregiment heute Vormittag in Pine Ridge eingetroffen. Derselbe telegraphirt, daß in dem Kampfe am Porcupine Creek 25 Cavalleristen getödtet und 34 verwundet seien. Einem Telegramm aus Omaha zufolge versuchten in Ler Nähe von Pine Ridge 30 Indianer einen Munitionszug zu überfallen. Sie wurden jedoch von der Militärescorte sämmtlich getödtet. Die Bewohner von den Grenzen der Reservation begeben sich zahlreich in die benachbarten Städte. Locales uttö ^provinzielles. Gießen, 31. December. — Der heutigen Nummer liegt der Wandkalender für 1891 bei. Mit dem Wunsche, daß das neue Jahr unseren Lesern recht viele frohe Tage bringen möge, rufen wir Ihnen ein herzliches „Prosit Neujahr!" zu. — Sitzung der Stadtverordneten am 30. December. Anwesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Grüneberg, Habenicht, Heyligenstaedt, Keller, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schmal!, Schopbach, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Aus der Tagesordnung standen zunächst zwei Gesuche, über welche sich die Versammlung bezüglich des Vorhandenseins des Bedürfnisses zum Ausschank von Branntwein zu äußern hatte. Herr Ludwig Loth beabsichtigt in seinem Laden, Wallthorstraße 23, Verkauf von Branntwein über die Straße zu betreiben, Herr Georg Hauß den Wirthschafts- betrieb im Hause des Herrn Martin Weiner (Dammstraße), für welchen zur Zeit Berechtigung zum Ausschank von Branntwein nicht bestand, mit Branntwein-Ausschank fortzusetzen. Es wird dem Anträge der Commission entsprechend Bejahung der Bedürsnißsrage bezüglich beider Gesuche beschlossen. — Infolge des im vorigen Sommer zur Ausführung gebrachten Beschlusses, die Kriegergräber aus dem Friedhose in Stand zu setzen und jedes einzelne derselben mit einem, den Namen des Kriegers tragenden eisernen, aus Steinsockel befestigten Kreuze zu versehen, sind für das Aufstellen der Kreuze Kosten im Betrage von 110.60 Mk. entstanden. Die Kosten werden bewilligt. — Dem Anträge einer auswärtigen Holzgroßhandlung, ihr das im Gießener Stadtwalde pro 1891/92 anfallende Eichen st ammholz freihändig zu verkaufen, sowie die zu Eisenbahnschwellen bestimmten Stammabschnitte anstatt wie seither auf 2,5 auf 2,7 Meter Länge abzulängen, wird nicht genehmigt, da einestheils die seitherige Art des Verkaufs auf dem Submissionswege sich bewährt, anderntheils nicht bekannt ist, daß die Eisenbahn-Verwaltungen eine über 2,5 Meter hinaus gehende Länge der Schwellen verlangen. — Gegen den Eintritt eines neuen Theilhabers an Stelle eines ausscheidenden an der Feldjagd vor dem Wallthor findet die Versammlung nichts zu erinnern. — Für Fortführung der Personenstandsregister wird den dieselbe besorgenden Rathsdienern die übliche Vergütung angewiesen. — Die Anbringung eines Briefkastens an den neuen Kliniken wird unter der Bedingung gestattet, daß dieser Briefkasten oberhalb des oberen Eingangsthores angebracht wird. — Dem Gesuch des Herrn C. Valentin um Verbreiterung des nach seinem Steinbruch am Hardtberge führenden Weges, dessen Ausbau usw. Gesuchsteller gegen niedrig bemeffene Vergütung selbst auszuführen sich bereit erklärt, wird nicht stattgegeben. Die Versammlung ist in Uebereinstimmung mit der Baudeputation der Ansicht, daß ein öffentliches Interesse an fraglichem Wege, welches einen chausseemäßigen Ausbau rechtfertigen würde, hier nicht vorliege. — Unter Berücksichtigung zweier Eingaben von Hausbesitzern in der Damm st raße soll die Straße, unter massiver Ueberbrückung des Schoorgrabens der Nordanlage, bis zur Steinstraße ausgebaut werden. Die Kosten sind aus 12 300 Mk. veranschlagt, einschließlich der Brücke, bei deren Anlage Rücksicht auf die zukünftige Conalisation der Stadt, sowie auf die Fortsetzung der Ueberwölbung des Schoorgrabens genommen werden soll. — Der den zeitigen Be- burfnissen nicht mehr entsprechende Kassenschrank der Stadtkasfe soll durch einen neuen, größeren ersetzt werden. Vorbehaltlich weiterer Unterhandlungen über den Preis des neuen Schrankes werden 1000 Mk. hierfür bewilligt. Der alte Schrank soll später für die Armenkasse verwendet werden. — Das Gesuch der Schutzmänner Lang, Hinter, Otterbein, Wolf und Krause um Erhöhung ihres Gehaltes resp. Ausrucken in eine ihrer Dienstzeit nach infolge der neuerdings erfolgten Festsetzung der Gehälter höhere Gehaltsklasse wird genehmigt. — Gegen den Voranschlag Großh. Polizeiamts über die sachlichen Bedürfnisse für 1891/92 im Betrage von 33 937 Mk. werden von der Versammlung Einwendungen nicht erhoben; ebenso erfolgt Genehmigung des Voranschlags der Vorschule des Gymnasiums für 1891/92. — Bezüglich des Gesuches der Lehrer um Erhöhung der Vergütung für den Fortbildungsunterricht wird beschlossen, den definitiv angestellten Lehrern anstatt der seitherigen Vergütung von Mk. 1,50 per Stunde 2 Mk. zu bewilligen, die Vergütung an die Schulverwalter hingegen aus Mk. 1,50 per Stunde zu belassen. — Dem Gesuch des Allgem. Vereins für Armen- und Krankenpflege entsprechend soll an der Ecke des Schwesternhauses in der Lonystraße eine Richtlaterne aufgestellt werden. — Zufolge Gesuchs mehrerer dortiger Bewohner soll aus dem Riegelpsad zwischen Ludwigstraße und der Röder'schen Besitzung eine zweite Petroleumlaterne ausgestellt werden, nachdem die nachgesuchte Ausbefferung des Weges bereits vorgenommen wurde. — Der Voranschlag des Gaswerks für 1891/92, balancirend in Einnahme und Ausgabe mit Mk. 245,500, wird gutgeheißcn. Von der aus dem Werke ruhenden Schuld von 464,760 Mk. sollen im Voranschlagsjahr 25000 Mk. abgetragen werden, der voraussichtliche Gewinnüberschuß ist mit 15 000 Mk. eingestellt. Unter den außerordentlichen Ausgaben sind Mk. 5000 für Erweiterung des Gaswerkes und Mk. 11000 für Erweiterung des Rohrnetzes, Ausstellung neuer Candelaber u. s. w. vorgesehen. Als voraussichtlich erzeugtes Gasquantum werden 760000 Cbm. angenommen. — Der Voranschlag des Wasserwerks gleicht sich aus in Einnahme und Ausgabe mit Mk. 73 538, die durchschnittliche tägliche Wasserzuflußmenge aus den Quellen ist mit 720 Cbm. angenommen. Am 1. October 1890 betrug die Zahl der Häuseranschlüffe rund 500, es wird im Vvr- anschlagsjahr aus eine Mindestzunahme von 45 Anschlüssen gerechnet, so daß damit stark ein Drittel sämmtlicher 1420 Wohngebäude angeschlossen ist. Wie aus den vom Herrn Oberbürgermeister gegebenen Erläuterungen hervorgeht, hat die Deputation für das Gas- und Wasserwerk beantragt, vom 1. April 1891 Wassermessermiethe nicht mehr zu erheben, ferner den Bezug des Wassers zu erleichtern in der Art, daß der jährlich zu entrichtende Mindestbetrag von 20 Mk. für ein Haus mit einer Familie auf 15 Mk., von 30 Mk. für zwei Familien aus 25 Mk. und von 40 Mk. für drei Familien auf 35 Mk. herabgesetzt werde. Diese Herabsetzung des Mindestbetrags würde einer durchschnittlichen Ermäßigung des Wassergeldes von 30 aus 25 Psg. per Cbm. entsprechen. Eine Ermäßigung des Cubikmeterpreises eintreten zu lassen, hält die Deputation nicht der Absicht, die Zahl der Hauswasseranschlüffe zu vermehren, förderlich, da in diesem Falle nur die Großconsumenten profitiren würden. Durch Wegfall der Waffermeffermiethe von Mk. 7,20 pro Jahr und Stück erwächst der Stadt zwar eine Mindereinnahme von 3800 Mk. und in Folge der Herabsetzung des Wafferzinses eine solche von ca. 500 Mk., es ist indeß Hoffnung auf Deckung des Gesammtausfalles vorhanden, wenn durch die int Voranschläge vorgesehenen Erleichterungen im Waffer- bezuge vielen kleinen und mittleren Häusern, besonders in den alten Stadttheilen, der Anschluß ermöglicht wird. Es sind beispielsweise für ein von einer Familie bewohntes Haus anstatt der seither entrichteten 20 Mk. jährlichen Wasserzinses und 7 Mk. 20 Pfg. Wassermessermiethe — 27 Mk. 20 Psg. vom 1. April 1891 nur noch 15 Mk., für ein von zwei Familien bewohntes Haus nur noch 25 Mk. (anstatt seither 37 Mk. 20 Pf.) und für ein von 3 Familien bewohntes Haus 35 Mk. (anstatt seither 47 Mk. 20 Pfg.) zu entrichten. Der Voranschlag wird unter Annahme der beantragten Erleichterungen angenommen, lieber die von Herrn Stadtverordneten Schmal! angeregte Frage, ob infolge des schlechter gewordenen Wassers der Pumpe vor dem Gail'schen Hause in der Neustadt diese vielleicht durch einen Ventilbrunnen ersetzt werden könne, soll der Deputation für das Gas- und Wasserwerk Vorlage gemacht werden. Von einer Vermehrung der öffentlichen Ventilbrunnen soll, um die Einführung der Quellwasserleitung in die Häuser zu einer möglichst allgemeinen zu machen, im Principe möglichst ab- gegangen werden. Die Deputation wird angesichts der oben mitgetheilten Vergünstigungen für die Herstellung von Häuseranschlüssen, des Vorhandenseins eines Ventilbrunnens aus Oswalds Garten und der Ausstellung eines Ventilbrunnens in der großen Mühlgasse (wohin der an der Ostanlage, gegenüber der Wiesenstraße stehende Brunnen versetzt werden soll) zu erwägen haben, inwieweit es nöthig ist, für die eventuell zu entfernende Pumpe vor dem Gail'schen Hause Ersatz zu schaffen. — In Bezug auf das am 1. Januar in Kraft tretende Alters- undJnvaliditäts-Versicherungs- gesetz wird von Herrn Oberbürgermeister Gnauth mit- getheilt, daß, soweit eine Uebersicht der von der Bürgermeisterei in Ausführung des Gesetzes zu bewältigenden Arbeiten seither möglich gewesen, das vorhandene Bureaupersonal hinreichend erscheine. Dagegen werde sich für das Einkassiren der Beiträge, falls die Stadtverordneten-Versammlung nicht beschließe, daß dieselben von den Verpflichteten auf der Bürgermeisterei selbst abzuführen seien, ine Anstellung einer Person nöthig machen. Was die Zahl der an der Versicherung Jn- tereffirten betrifft, so kommen für Gießen ca. 13u0 Arbeitgeber und 2200 Arbeitnehmer (ausschließlich der Mitglieder von Ortskrankenkassen, Knappschastskasfen u. s. w.) in Betracht, durch welche ein sehr umfangreicher Verkehr auf der Bürgermeisterei herbeigeführt werden würde, wenn sie die wöchentlichen Beiträge selbst abliefern sollten. Herr Ober bürgermeister Gnauth erachtet es deßhalb sowohl im Interesse der Betheiligten, wie der Vereinfachung des Einkassirungs- geschästes für geboten, die Versicherungsbeiträge alle 4 Wochen bei den Arbeitgebern durch'eine gegen Vergütung anzunehmende Person einkassiren zu lassen. Was die Vergütung für das Einkassiren der Beiträge betreffe, so könne dieselbe, nach seither gemachten Erfahrungen bei anderen Kassen, auf 500 bis 600 Mk. iährlich bemessen werden, was einer Vergütung von 3 Mk. für 100 Einkassirungen gleichkomme. Die Versammlung möge deßhalb Beschluß fassen über die Fragen: Durch wen soll das Einkassiren der Beiträge erfolgen, welche Vergütung soll dafür bewilligt werden, soll die Bürgermeisterei durch Ausschlag der Einkassirungskosten auf die Betheiligten schadlos gehalten werden? Es wird beschlossen: die Beiträge alle 4 Wochen postnumerando bis auf Weiteres durch den Stadtkasseboten Gengnagel gegen eine Vergütung von 3 Mk. pro hundert Einkassirungen bei den Arbeitgebern erheben zu lassen, die entstehenden Kosten aber auf die Stadt zu übernehmen. — Ernannt wurde am 24. December der Gerichtsschreiber-Aspirant Jacob Do sch in Gießen zum Hilfsgerichtsschreiber am Amtsgerichte Gießen. — Das Panorama (Mäusburg 12) stellt in dieser Woche, jedoch nur vom 1. bis 6. Januar, „Savoyen und die Besteigung des Mont Blanc" ans. Hier sieht man die roman* tischen Thäler, die schönen Gletscherparthietr* und die wundervollen Eisgrotten nebst kühnen Bergsteigern auf schwindelnden Pfaden. Es ist eine der schwierigsten und kostspieligsten Naturansnahmen, rechnet doch ein Führer allein 300 Mark rlr eine Besteigung des Mont Blanc. Wenn uns nun solche Sehenswürdigkeiten gerade wie die Natur sie bietet, für das Minimum von 30 Psg. geboten werden, so sollte der Gelehrte wie der Laie nicht versäumen, dieselbe in Augenschein zu nehmen. w. Theater. Es geschehen Zeichen und Wunder. Obschon die „Ehre" von Sudermann gestern zum fünften Male am „Neuen Theater" in Scene ging, überschritt auch diesmal die Zahl der Anwesenden die Durchschnittsziffer der Besucher gewöhnlicher Wochenvorstellungen bei Weitem. In größerer Anzahl, als seither, gewahrten wir auch Damen. Es ist dies ein erfreuliches Wahrzeichen dafür, daß die falsche Prüderie, die man zumeist den Dramen Jbsen'scher oder Sndermann'scher Observanz entgegenzubringen pflegt und hier noch voriges Jahr den „Gespenstern" gegenüber in manchen Kreisen betätigt hat, einer besseren Einsicht zu weichen beginnt. „Den Räthseln der Gesittung nachzuspüren, ist sittlich an und für sich", sagt Sudermann ii. der „Ehre", und ist es zumal dann, wenn sich ein Dichter dieser Ausgabe mit so hohem Ernste unterzieht, wie eben Sudermann in der „Ehre". — Theater. Am Donnerstag gelangt L'Arronges berühmtes Volksstück mit Gesang „Mein Leopold" zur Aufführung. Neben den ergreifenden ernsten ©eenen kommt bekanntlich auch der Humor im vollsten Umfange in dem ausgezeichneten Schauspiel zur Geltung. Namentlich ist es die Figur des jugendlichen Musikers „Mehlmeier" (Herr Biebrach), die unwiderstehlich komisch wirkt. Herr Reiners wird in der Rolle des Schusters „Weigelt" eine ebenso vorzügliche Partie haben, wie in den „Beiden Reichenmüllern" als „Knoche". Frau Anni Reiners spielt die reizende Partie der „Minna" und Fräulein Elisabeth Bischofs die „Clara". In der Gesangsrolle der „Emma" wird unsere an Stelle von Fräulein Martin neu engagirte Soubrette Fräulein Elsa Reinhold zum ersten Male in einer derartigen Partie auftreten. — Morgen werden es 25 Jahre, daß der zur Zeit als Octroi-Erheber thätige frühere Polizeidiener und Schutzmann Rühl in städtische Dienste trat. — Vor einigen Wochen meldete eine Dame den Verlust einer werthvollen Schale bei der Polizei an. Die Schale hat sich inzwischen gefunden, ist aber noch nicht abgeholt worden. Da die Verliererin nicht bekannt ist, so wird an dieser Stelle auf den Fund aufmerksam gemacht. — Zu den geplagtesten Leuten im Deutschen Reiche gehören bekanntlich die Postboten und Briefträger, ganz be sonders aber ist ihr Dienst um Weihnachten und Neujahr ein überaus schwerer. Daher wird gewiß auch Jeder, der viel Briese empfängt, diesen vielgeplagten Beamten beim Jahreswechsel gerne eine Gratification zuwenden, wenn auch den Briefträgern selbst verboten ist, zu gratuliren. Wir wünschen allen wackeren Boten Stephans, daß das Neujahrsgeschenk für sie nicht zu gering ausfallen möge. Friedberg, 29. December. In vielen Orten unserer Kreises ist es Gottlob wieder Sitte geworden, am heiligen Abend sich in der erleuchteten, mit einem brennenden Weihnacht s bäume geschmückten Kirche zu versammeln. Auch dieses Jahr huldigte man vielfach, hier und da zum ersten Male, dieser schönen, alten Einrichtung, und mancher Geistliche scheute selbst an diesem oder dem nächsten Abend den Gang auf sein Filialdors nicht, um seine Gemeinde durch die längst bekannte und immer wieder gerne gehörte Weihnacht^ geschichte zu erbauen. Die vollen Kirchen legten am besten Zeugniß davon ab , wie dankbar sich die Gemeinden gegen diese Bemühungen der Geistlichen, das religiöse Leben zu heben, zeigten. An vielen Orten war der Gottesdienst ein liturgischer, mit kurzer Ansprache des Geistlichen, und in manchen Kirchen klang, von frischen Kinderstimmen gesungen, das schöne Lied: „Stille Nacht, heilige Nacht!" (D. Z.) 8. Ettingshausen, 28. December. Dahier wurde ein Mädchen wegen Verdacht des Meineids, sowie ein hier ansässiger Bergmann wegen Verleitung hierzu, verhaftet und in. das Untersuchungsgesängniß nach Gießen verbracht. — Kleine Mittheilungen aus dem Großherzogthu«. Dem Garnison-Bauinspector Herzog in Darmstadt wurde vom Kaiser der Character als „Baurath" verliehen. — Dem Bürgermeister Wolz in Seligenstadt wurde das Ritter- kreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthi-r gen verliehen. — In Bensheim steckte ein in der Gesäng- nißzelle des Rathhauses inhastirter Junge das Bettstroh in Brand,- das Feuer wurde rasch gelöscht. — Einem Land- wirthe aus Pflaumheim ging am Sonntag sein Pferd durch, wodurch das Gefährt in Trümmer ging; ehe der Landmann, feinem Fuhrwerke nachzueilen vermochte, waren die auf dem Wagen befindlichen, in Groß-Umstadt gekauften Maaren im Werthe von 200 Mk. bereits von „redlichen" Findern geborgen, d. h. gestohlen. — Der Stadtverordnete Rückert in Darmstadt beabsichtigt, soferne ihm die Erlaubniß er- ttzeilt wird, in der Nähe des Friedhofs einen Leichen-Ver- brennungsosen aus eigene Kosten zu errichten. Zur Unterstützung der städtischen Suppenanstalt in Worms hat die Freifrau von Hehl daselbst 500 Mk. gestiftet. — Die Lotterie zur Restaurirung des Wormser Domes ist auch für Bayern gestattet worden. — In Guntersblum werden seit dem 2. Weihnachtsfeiertage zwei junge Leute vermißt, die auf dem sog. Altrhein Schlittschuh liefen- man vermuthet einen Unglücksfall. — Nach annähernder Schätzung sind in der Gemarkung Bretzenheim 130 Morgen Rüben und 1 Morgen Kartoffeln erfroren. Vermischtes. * Darmstadt, 30. December. Der hiesige Gastwirth- v er band hat, laut „T. A.", an das Großh. Polizeiamt eine Eingabe gerichtet mit dem Ersuchen, alle diejenigen Wirthschaften, bei welchen innerhalb eines Jahres keine Ruhestörungen vorgekommen sind und die anständig geführt wurden, von der Feierabendstunde zu befreien. * △ Mainz, 20. December. Der Rhein hat sich nach einer telegraphischen Nachricht von Bingen oberhalb der Loreley gestellt. Bei Oppenheim und Ginsheim ist in Folge des starken Eisgangs der Verkehr mit den fliegenden Brücken eingestellt, ebenso der Trajectverkehr bei Worms und Bingerbrück. Bei Worms, Ginsheim, Oppenheim und Bingerbrück findet der Verkehr nur noch mit Nachen statt. — DaS hiesige Militärgericht verurtheilte letzter Tage einen Unteroffizier vom 88. Infanterie-Regiment wegen Mißhandlung von Untergebenen zu zwei Jahren Festung und Degradation. Dem Verurtheilten sind nicht weniger wie 32 Fälle von Mißhandlungen nachgewiesen worden. — Wegen Mangel an Nahrungsmitteln und aus Sorgen über Geschäftsrückgang versuchte sich gestern ein hiesiger, früher ziemlich begüterter Geschäftsmann mit seinem sechsjährigen Kinde im Rhein zu ertränken. Vorübergehende Personen konnten den Verzweifelten nur mit Gewalt von seinem Vorhaben ab- halten. * = Frankfurt a. M., 30. December. Ein Raubansalt wurde gestern in der Wirthschaft zum „großen Speicher" aus ein Bäuerlein aus Oberheffen gemacht, welches in unserer Stadt eine Summe von 300 Mk. bezahlen wollte. Der Haudmann hatte die Unvorsichtigkeit begangen, sich in der genannten Wirthschaft einem fremden Burschen, Namens Heidt, der sehr liebenswürdig that, anzuschließen und seine Baarschajt blicken zu lassen. Als der Bauer mir seinem neuen Freund zum zweiten Male den „großen Speicher" betrat und das Local verlassen wollte, wurde er im Hausflur des Wirths- hauses von Heidt mit einem Schlagring niedergeschlagen und seiner Baarschast beraubt. Als der Wirth und Gäste dem Uebersallenen zu Hülste eilten, hatte der Räuber schon das Weite gesucht. Weit kam er freilich nicht, denn noch im Lause des Tages wurde er festgenommen. Allerdings hatte er, wie man der „Kl. Pr." berichtet, bereits 135 Mk. von dem geraubten Gelde ausgegeben. * Beuthen i. Oberschl., 29. December. Die Hinrichtung des Lustmörders Johann Muschiol wurde heute Morgen 8 Uhr durch den Scharfrichter Reindel aus Magdeburg hier vollzogen. Bremen, 29. December. [Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Aller, Eapitän H. Ehristoffertz, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 17. December von Bremen und am 20. December von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Neujahrsgabe« str die Kleinkinder-Bewahranstalt dahier. Von dem Herrn Rentamtmann i. P. Lyncker dahier wurden wieder in diesem Jahre folgende milde Beiträge zur Ersparung der üblichen Neujahrsbesuche und Gratulationen an den Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt baar abgeltefert mit zusammen 36.90 Mk. Diese milden Beiträge wurden von nachstehenden Personen gegeben: 1. Schuldirector Vigeltus, 2. Bankier Kaufmann, 3. Oberst- lteutenant Caspary, 4. Rentamtmann Lyncker, 5. Ctaarrenfabrikant Bender, 6. Kaufmann Kraatz, 7. Rentner L. Bücking, 8. Buchhändler Ferber, 9. Präsident Dr. Knorr, 10. Stadtrath Wolff, 11. Buchhändler Rtckrr, 12. Freiherr V. v. Rabenau, 13. Dr. Mettenheimer. 14. Kreisarzt Dr. FollentuS, 15. Geh. Hofrath Professor Dr. Oncken, 16. Ctgarrenfabrikant L. Emmeltus, 17. Justtzrath Batst, 18. Staatsanwalt W. Bücking von Mainz, 19. Kaufmann Emil Plstor, 20. Frau Gastwirth Müller Wwe. im Einhorn, 21. Agent K. KleeS, 22. Kanzler Gehetmrath Wasserschleben, 23. Th. Lommel, Apotheker, 24. Wetnhändler K. Schwan I. Besonders wird hier noch bemerkt, daß das im Jahre 1881 mit 50 Mk. für die Kletnkinder-Bewadranstalt zinstragend eingelegte Kapital, welches im vorigen Jahre 943 Mk. betrug, sich in diesem Jahre auf den Betrag von 1017.35 Mk. erhöht hat. Zur Vermehrung dieses Capttals haben folgende Sammelstellm mllde Beiträge geliefert: 1. Die Sammelliste im Gasthaus zum Einhorn 5.92 Mk. 2. dieselbe im Gesellschaftsverein . . . 4.08 „ 3. Erlös aus gesammelten Cigarren-Abschnitten 20.40 „ 4. von Herrn Oberkellner Pfitzner im Prinz Earl abgeliefert.......11— „ 5. Zinsen von 1890 mit . ♦ . 32.95 „ 74.35 Mk. Hierzu das Capital Ende 1889 mit 943.— y gibt Ende 1890 1017.35 Mk. Außer den vorgenannten haben folgende Herrm zur Enthebung von Neujahrsbesuchen der Kleinkinder-Bewahranstalt Gaben zugewendet : 25. Rentner Balthasar Lenz, 26. Geh. Ktrchenrath D. Köttner, 27. Realgymnafiallehier Jann, 28. Justtzrath Dr. Diery, 29. Rcal- gymnasiallehrer Albach, 30. Rechnungsrath Kalbfleisch, 31. Oberbürgermeister Gnauth, 32. Kgl. Eisendahn-Stalions-Vorsteher Jean Heidt, 33. Poltzetrath Fresenius, 34. Fabrikant Gustav Patz, 35. Kaufmann Rudolf Göbel, 36. Pfarrer Dr. Naumann, 37. Zahnarzt Koch, 38. Fabrikant Eugen Keuffmann, 39. Ingenieur Schiele, 40. Pfarrer Dtngeldey, 41. Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch, 42. Rentner Louis Ltmpert. 43. Fabrikant Emil Schmoll, 44. Bankoorstand Georg Wortmann, 45. Georg Noll, 46. Professor D. Gottschick, Rector der Universität, 47. Pfarrer Schlosser. Von den voranstehenden 23 Herren wurden 45 Mk. für unsere Anstalt gespendet. Allen freundlichen Gebern sagen wir unteren herzlichsten Dank. Mit herzlichstem Dank bescheinigen wir noch besonders den Empfang von 50 Mk., die uns von Mitgliedern der hiesigen Freimaurerloge, der Gründerin unserer Anstalt, auch in diesem Jahre als Geschenk für die Anstalt übergeben worden sind. Zu besonderem herzlichsten Dankesausdruck hat uns auch diesmal wieder Herr Rentamtmann Lyncker verpflichtet, der in alter Treue und gütigem Wohlwollen auch während des Jahres 1890 zum Besten unserer Anstalt eifrig sich bemüht hat. Gießen, am 31. December 1890. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer. verkehr, Land« unö Dolfewinbjdjaft. — Im Publikum ist vielfach die Ansicht verbreitet, daß für die an die Postbehörderr gerichteten Schreibe« Porto nicht zu zahlen sei. Den Öbeiponotrecioren und den Postanstalten gehen daher häufig aus den Kreisen des Publikums Schreiben und Eingaben zu, welche unfranktrt in die Briefkästen gelegt worden sind, für welche die Absender dann nachträglich das höhere Porto für unfranktrte Briefe zu zahlen haben. Es wird daher im allgemeinen Interesse darauf aufc merksam gemacht, daß auch für alle an die Postbehörde gerichteten Sendungen, welche in die Postbriefkasten gelegt werden, das volle Porto zu entrichten ist. Wer diese Ausgaben ersparen will, muß die betreffenden Sendungen im Bureau der Postdtrectionm oder im Amtszimmer der Postanstalten abgeben. Wöchentliche Zleberficht der Todesfälle in Gießen. 52. Woche. Vom 21. December bis 27. December 1890. Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSztffer: 40,6%*. Kinder Es starben an: Zusammen: Rachenbräune 3 Wochenbettkrankheitm 1 Lungenschwindsucht 4 Acute entzündliche Erkrankungen der Athmungs-Organe 3 Gehtrnschlagfluß 1 Rose 1 Andere bekannte Krankheiten__________3 Summa: 16 Erwachsene: tm tont 1. Lebensjahr: 2.—Ib.Jahr: - - 1 — — 3-1 2—1 1 — ' — 1 — 1 1 1 8 2 6 Bekanntmachung. Die Pläne über den Ausbau de» Vicinalwege» von Gießen nach GöeiLerg liegen U Tage lang zur Einsicht auf dem Etadtbauamte offen. Gin»endungen dagegen können innerhalb dieser Zeit, bei Meldung des U»»schiuffe», bei der unterzeichneten Stelle vorgebracht werden. Gießen, den 29. December 1890. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 57 Bekanntmachung. Die mit dem 9. Januar k I. frei werdende Controleur»Stelle bei Stadt, mit welcher eine Jahresvergütung von 500 verbunden ist, soll aus ein Jahr anderweit besetzt werden. Bewerber um dieselbe wollen ihre Gesuche bi» zum 6- k. Mt». bei der unterzeichneten Behörde einreichen. Hießen, den 31. December 1890 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________________Gnauth.______________________59 Bekanntmachung. 6m Nachtrag-Voranschlag der Gemeinde Grotzen-Linden Pro 1890/91 liegt vom 2. k Mt». an 8 Tage bei un» offen. Hroßen-Linden, am 31. December 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden. 72 Leun. Deutsch - Italienischer Güterverkehr. Mit dem 1. März l. I. treten die Frachtsätze für die Beförderung von Braunkohlen und Braunkohlenbrikets von Hungen, sowie die Frachtsätze für die Beförderung von Rohrzucker von Stockheim nach italienischen Stationen mangels Frequenz außer Kraft Hießen, den 1. Januar 1891. Großh. Direktion [36 der Oberhessischen Eisenbahnen- Dienstag und Mittwoch -en 6. und 7. Januar, Nachmittags von 2 Uhr an, »erde» die -um Nachlaß der Frau Hch. Beeret Wwe.. Südanlage Nr. 7, gehörigen Möbel, wie: mehrere vollständige Betten, Bettstelle mit Sprungfedermatratze, Bett- werk, Weißzeug, Schränke, Sopbas, Tische, Stühle, Eommoden, Nachttische, 1 St llleiter und andere Leitern, Oecovomiegerölhe, 1 Flieger, schrank, 1 fast netter kupferner Walch testet 0 Bobnenftang.m, Fässer, Herren- und Damenkleider, Haushaltungssachen, 1 Nähmaschine, ein Porzellanofen rc. »ersteigert. [68 I. A: korriS Rothenberger, Gerichtstaxator. I Punschessenz, Rum, Arrac, I Weine jeder Art empfiehlt in feinster Qualität 61 Emil Orbis Walllhorftraße 6. [17 M* \ wird durch meine Katarrh- cJCÖtt Brödchen 1 binnen 24 Stunden töllflCH I radical geheilt. / El. Jßleib. In Beuteln ä 35 bei Eyt. K. Thoma», Delic-Handlg, I 52] Ein braves tüchtiges Dienste Mädchen für sofort gesucht ' Rüderes in der Exped. d- Bl. 6 vis 10 tvtart lägt, itiecoienfthu durch den Verkauf eines gut lohnend hq Consum-Artikels (Svecialität). welch e in j'd. Haushalte gekauft wird [45 ■ Auf Wunsch versenden franco Muster B (Werth 5t) Pfg.), gegen Einsendung W von 50 Pig. in Briefmarken. (ÄebtüDer Welter, Hamburg M Korbflechterei I von Hugo Hoffmann. Mein Geschäft befindet fich von jetzt ab Neustadt Nr. 11, im Hause des Herrn Ernst Lotz. Ich empfehle mein großes Lager in Korb« waaren, als: Blumentische, Kinder- wogen. Henteltörve, Schließ- und Waschtörbe. Arbeit-- nnd Notenständer, Papierkörbe, sowie zur Stickerei eingerichtete Korbwaaren u. s. w. Kleidergestelle von JL 1.— an. Bestellungen, Reparaturen und Stühle- flechten werden billigst besorgt.[55 Kaufmännischer Verein Frankfurt (Main) empfiehlt seine ausgedehnte Stellenvermittlung für Handlungshäuser und Mitglieder vollständig kostenfrei, für Nichtmitglieder zu neuerdings ermässigten, günstigen Bedingungen. Man verlange Satzungen.__________________ 69 ""Gelber Spitzhünd- zugelaufen. Gegen Jnsenions- und Fütterungskosten abzuholen. [43 Krofdorferstraße 10, vordere Bleiche. 60] Fleißiger sauberer Han-bnrsche gesucht. Lonoitorei Hettler, Südanlage. 53] Ein braves Dienstmädchen auf sofort gesucht.__________Ludwigsplatz 4. 48] Möblirte Zimmer für einen Studenten der Medicin gesucht. Adressen unter G. R. 24 an die Ero d- b Bl. 62] Junges Mäk'ch n kann das Kochen erlernen. Wo? sogt die Exped. o. Bl- Fernspredw 51. rief- nnd Packetsiegel- Marken in Prägedruck werden schnell und billig angefertiflt in der rühl’schen Druckerei Schalstrasse 7. Vorhandene Stempel köaien benutzt werden. 10723] Jüngeres MonatSmädchrn für ten ganzen Taa gesucht Wo? sagt die Exped- d Bl- Die Proben werden in der nächsten Zeit für Damen und Herrm getrennt gehalten werden, für die Dame» Dienstag», für die Herren Freitags, und nehmen für die Damen Dieu-tag de» 6. Ja»uar, für die Herren Freitag den 9. Januar ihren Anfang. Der Vorstand: 37]Schlosser. X Von heute Sylvester-Abend ab X ffi empfehle täglich: X 5 SW* Hochfeine "WE 5 \ I [h Zum Solmser Hof. Am Nrujahrstage, Samstag den 3. und Sonntag den 4. Januar Humoristische Concerte auageführt von der Greaellachaft Franz Grill. Entree frei. 70 A» F. Alteoid, „Zum Solmser Hof. Sylvester-Abend im Rebstock. Concert der Säuger - G-sekschaft Franzetto unter Mitwirkung der Damen Frl. Laura, Frl. Fanny, Frl. (dilli. Anfang Uhr. Entr-e 20 Pfg. NB Zum Vortrag kommen Soloscenen, Duette und Terzette in den dazu paffenden Costümen. (42 Zu zahlreichem Besuche labet ergebens! ein ssar Di- sr-f,llscbaft. Betölies Maisprodnct. Für Kinder und Kranke mit Milch gekocht speziell geeignet — erhöht die Verdaulichkeit der Milch. — In Colonial- nnd Drog.-Hdlg. in Pack, ä 60 und 30 92S1 Süd-Anlage. 51 inj Berliner Pfannkuchen und Kreppet. H. Hettler, Conditor Dir Girßenrr unii Marburger Durscheufchaft feiert den Gedenktag der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches, zugleich als Borfeier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers, durch einen Festcammers in Gießen am 19. Januar in dem Saale des Hotels „Steines Garten". Beginn des Commerses Uhr, vorher FackeLzug. Nachmittag 4$ Uhr Abholung der Marburger Burschenschafter an dem Bahnhofe, Zug mit Musik durch die Stadt nach dem D. C. Locale „Weidig", hierauf Aufstellung zum Fackelzuge. Die Unterzeichneten beehren sich, alle alten und jungen Burschenschafter ergebenst einzuladen. Mit burschenschaftlichem Gruße Der Ausschuß der Marburger a. H. a. H. Prof. Dr. Fischer (Hemanuine-Heidelberg-Halle), z. Zt. Vorsitzender. Der Ausschuß der Gießener a. H. a. H. Bursch ensch ast Hewunum-Marburg Krug XX Burschenschaft Arminia-Marburg Wittmann XX Geh. Hofrath Prof. Dr. W. Oncken (F ranoonirm-H eid elb ergj, z. Zt. Vorsitzender. Burschenschaft Alemannia-Gießen Blaess XX Burschenschaft Oermania-Gießen Franz XX Entree 40 Pf Anfang 5 Uhr x Giessen. [50 Elisabeth Bischoff. Richard Goullon. [44 zum 5 Neuen Jahr! 5 * 66 welches tiefbetrübt angeigen Coursdericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 31. December 1890. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 3% Reichsanleihe 3»/a«/o do. 40 Die nächste Nummer diese» Blatte- erscheint de- Neujahr-tag- wegen am Freitag Nachmittag» 212.90 155.30 155-2' 138.90 104 37 273 00 216.37 ausgeführt von der Capelle des 2. Großh. Heff.Jns.-Rtgts. Nr-116 unter Leitung des Großh. Mufikdirectors Herrn Krauße. Disconto-Command^-Anth- Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act. Oeft. Credit-Act. Oest. StaatSb.-Act. Lomb- E--B.kAct. Buschtherader E-B.-Act. Elbthal-Bahn-Aci. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act. si.sv> 93 ID 80 »0 78.70 Gießen, den 31. December 1890. Die tiefbetrübten Eltern: Johann Hofmann und Frau. Die Beerdigung findet am 1. Januar, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Dammstraße Nr. 34 aus statt. Volks stück mit Gesang in von L’Arronge. Personen: 87.00 4% Ung. Gold-Rente 97.85 50/0 Jtal. Rente 87 00 4Vs % Oest. Silber-Rente 98.10 50/0 Ruff. UL Orient : Ihren werthen Gästen, Freunden und ® Bekannten wünschen ein recht frohes • E ! 38] 11 Mk. 60 Pfg. voareS Geld aus der Grünbergerftr. gefunden; der fich 8 Heues Jahrl 8 8 41 Ad. Wendler und Frau. • 8ee®©eeeeeet«eeeeeeeeeee8 5 Herzlichen Glückwunsch i 6 Bildern C. Stein und Frau Steins Garten. Die Loealitäte« stad gut geheizt 65 Kaiserpauorama. MäuSburg 12, parterre. Nur vom 1. bis 6. Januar Abends große historische romantische Reise: Savoyen und die Besteigung des Mont Blanc. Einer der schwierigsten und kostspieligsten Natur-Aufnahmen, 4810 m über d Meere, großartige plast. Wolkenbild, prachtvolle Thäler von Chamouny, Gletscherparthien, Schluchten, Eisgrotten, Schnee-Tunnels. Diese Serie ist in der prachto. Darstellung nur in einem Panorama zu sehen. — Extra ausgestellt: Samoa (Apia), nebst Bewohner, deutsche Kriegsschiffe rc. (47 Heute Morgen verschied nach schwerem Lewen unser geliebtes Kind J 19.56 4177& 203.75- 160 16 140.70 115.4V L5.6V Zernickow,Stadtrichter Karl Schreiner. Natalie, seine Frau Ida Unger. Marie I ,n.. , , Antonie Roland. Emma<80100 Tocht^ Elsa Rainhold. Weigeit.Schuhmacher Adam Reiners. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Drühl'sHen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. tzsuttg« Rww « Vette«. Minna,Dienstmädchen Anni Reiners. Starke, Werkfäkrcr Heinrich Winolt. Mehlmeyer, Klavier!. Rudolf Biebraeh. Hempel, Geselle Hans Rudolf. "Wilhelm, Lehrjunge Emma Reil stab. Krümel, Unteroffizier Fritz Pauli. Schwalbach, Kaufm. Karl Rupp. 30/0 Preuß. Conscls 3‘/a nw‘ Loo-, Berlin. Bekanntmachung, die Anmeldung zur Jnvaliditats- und Altersverficherung betr. Nach § 1 des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889 sind vom vollendeten 16. Lebensjahre ab verstchernngspflichtig: 1) Personen, welche als Arbeiter, Gehülfen, Gesellen, Lehrlinge oder Dienstboten gegen Gehalt oder Lohn beschäftigt werden ; 2) Betriebsbeamte, sowie HandlungSgehülfen und -Lehrlinge (ausschließlich der in Apotheken beschäftigten Gehülfen und Lehrlinge), welche Lohn oder Gehalt beziehen, deren regelmäßiger Jahresarbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt aber 2000 Mk. nicht über- steigt. Als Gehalt oder Lohn gelten auch Tantieme« U«d Natural- brzüar. Eine Beschäftigung, für welche als Entgelt nur freier Unterhalt gewährt wird, gilt nicht als eine die Versicherungspflicht begründende Beschäftigung. Richt verstchernngspflichtig sind: 1) Beamte des Reiches und der Bundesstaaten und die mit Pensionsberechtigung angestellten Beamten von Communalverbänden; 2) Personen des Soldatenstandes, welche dienstlich als Arbeiter beschäftigt werden; 3) Personen, welche in Folge ihres körperlichen oder geistigen Zustandes dauernd nicht mehr im Stande sind, mindestens ein Drittel des für ihren Beschäftigungsart festgesetzten Tagelohns gewöhn- licher Tagearbeiter zu verdienen. Berechtigt zur Selbftverficheruug sind, unter der Voraussetzung, daß dieselben das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben unb nicht bereits dauernd erwerbsunfähig sind: 1) Betriebsunternehmer, welche nicht regelmäßig wenigstens einen Lohnarbeiter beschäftigen; 2) solche selbstständige Gewerbetreibende, ohne Rücksicht auf die Zahl der von ihnen beschäftigten Lohnarbeiter, welche in eigenen Betriebsstätten für Rechnung anderer Gewerbetreibender mit der Herstellung gewerblicher Erzeugniffe (Hausindustrie) beschäftigt sind. Die Ausstellung der Quittungskarten, die Einziehung der zur Hälfte von dem Arbeitgeber und zur Hälfte von dem Arbeiter auszubringenden Beiträge und die Verwendung der Beitrags-Marken erfolgt: 1) für diejenigen Versicherten, welche der Ortskrankenkaffe oder einer Fabrikkrankenkasse angehören, von den Organen dieser Kaffen; 2) für alle übrigen Versicherungspflichtigen durch die unterzeichnete Behörde. Die Arbeitgeber haben jede von ihnen beschäftigte versicherungspflichtige Person, welche einer unter pos. 1 erwähnten Kranken- kaste nicht angehört, spätestens am dritten Tage nach Beginn der Beschäftigung anzumelden und spätestens am dritten Tage nach Beendigung des Arbeitsverhältniffes wieder abzumelden. Ebenso ist jede während der Dauer des Arbeitsverhältnisses eintretende, das Versicherungs- verhältniß beeinfluffende Aenderung binnen drei Tagen nach deren Eintreten zu melden. Kür Angehörige der unter pos. 1 erwähnten Krankenkassen ist eine besondere Meldung für die Invalidität- und Altersversicherung nicht erforderlich bezw. ist derselben durch die Anmeldung zur Krankenkaffe genügt. Zuwiderhandlungen gegen die Meldepflicht werden nach § 112 Abs. 1 Ziffer 2 des Reichsgesetzes mit Geldstrafe bis zu 100 Mk. geahndet. Wir fordern hiernach die Arbeitgeber unter Hinweis auf die genannten Strafvorschriften auf, ihre Versicherungspflichtigen, der OrtSkranken- kaffe oder einer Fabrikkrankenkaffe nicht angehörigen Arbeiter bis spätestens zum 3. Januar 1691 bei der unterzeichneten Bürgermeisterei zur An« Meldung zu bringen. Arbeiter, welche nicht zu einem bestimmten Arbeitgeber in einem ArbeitSverhältniß stehen, haben sich selbst anzumelden. Zur Erleichterung der Meldepflicht haben wir Vorkehrung dahin getroffen, daß den Arbeitgebern in den letzten Tagen dieses Monats Anmelde- formularien durch die Schutzmannschaft zugestellt und von diesen am 2- Januar 1891 wieder abgeholt werden. Die Arbeitgeber sind für die rechtzeitige Anmeldung und die richtige Ausfüllung der Anmeldeformularien haftbar. Später haben diese Meldungen auf dem hierfür eingeführten Formular direct auf dem Bürgermeifterei-Bureau Zimmer Rr. 15 in de« Nachmittagsstunden von 2—4 Uhr zu erfolgen. lieber die Art der Einziehung der Beiträge bleibt weitere Bestimmung vorbehalten. Gießen, den 19. December 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 10519 Flaschenbier. Die in Oberlaendere Brauerei zu Frankfurt a. M. eräugten Biere sind nur aus Malz und Hopfe« gebraut und erfreuen sich einer allgemeinen Beliebtheit. Die Unterzeichneten offeriren in Flaschen: Helle- Wiener Bier ä 20 Pfg. dunkle- Bayrische- „ 20 „ ( vorzügliche- Münchener Export „ 23 „ frei in'- Haus geliefert. Carl Möser. Alicestraße. Justus E. Eens«, Ludwigstraße. H» Banset, Bleichstraße. 7] Philipp Wetter, Wolkengaffe. Dr. Aumann’s & Süsser Medicinal- Heidelbeer - W ein Schutzmarke. eideXb£er® rein und unverfälscht dargestellter rrin’nTtIcher flrztllcherseits als Ersatz der zumeist Z^aS^MM’’ka«er‘ W7/nC ,d,r,ingend empfohlen wird. — Aumann’s süsser < r - JVrin j->t ein vorzütr- Kräftigung für Kinder, und auch als Hausmittel gegen Hasten, Heiserkeit Verschleimung, Magenleiden etc. etc. mit gutem Erfol" ^gewendet. — i/i Originalflasche Mk. 1.20a Man achte auf den Namen Dr. Aumaun. Zu haben in nachfolg. Depots : In Giessen bei Carl Schwaab. q 8] In bester Geschäftslage ist ein HarrS, worin ein feineres Modewaaren- geschäft bis jetzt mit bestem Erfolg betrieben wurde, anderweitiger Unterneh- munaen halber billig zu verkaufen. Offerten unter Nr. 10540 befördert die Expedition dieses Blattes. WWWWWWM Peruan- ■ÜHMB Tanin-Balsam von A Ullmann & Co. Plauen L V- ist das Veste Mittel gegen Hopfschuppen I und dient zur Erhaltung und Förde- ■ rung des Haarwuchses Zu haben bei ■ 29 Gustav Gerhardt. | Oefen: Regulirfüllöfen, Kochöfen, Wormser Oefen, Herde re., in grober Auswahl bei [16 J. Happel, Neustadt 56. Vermietungen. 4j Die seither von Herrn Kreisarzt Dr. Balser innegehabte Wohnung ist durch deffen Versetzung per sofort zu vermiethen. , «. «atz, Südanlage 15. 5] Ludwigstraße 22 schöne Parterre- Wohnung von sechs Zimmern zu ver- miethen. 2 Bernhardt. 61 Wohnung. 3 bis 4 Zimmer mit Zubehör, per 1. April zu vermiethen. s ___________SelterSweg 67. ”"91 Nordanlage 18 ist der mittlere Stock (5—6 Zimmer mit Zubehör), auf Wunsch auch Pferdestall, zu vermiethen. _______________Martin D-rr. H] Wohnung mit Werkstatt- zu vermiethen. Dammstraße 6. 12 Hammstraße 12 ein schönes Familienlogis, 3 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen. Näheres Lahnstraße 11. 13] Ein Logis, 3 Zimmer mit 3u= behör, zu vermiethen. Ludwigsplatz 4. 14 Grabenstr. 9, Wohnungen von 4 u 3 Z. zu verm. Näh. Bahnhofstr. 39. , 15] Die beiden seit langer Zeit von Herrn Reg.-Baumeister Horstmann bewohnten Zimmer find durch deffen Wegzug sofort zu vermiethen. Frau Dr. Sra«r Gckftet«, _ iAlicestraße 13, 1. Etage^ ~ 19] In meinen Neubauten in der Ludwigstraße find Logis, 5 Zimmer und Zubehör, sowie zwei Mansardenlogis zu vermiethen.______________L. Huh«. "20] Wallthorstraße 44 ist eine Wohnung von 4—5 Zimmern mit Zubehör, auf Verlangen auch mit Gartenantheil, zum 1. März zu vermiethen. Näheres daselbst im 2. Stock. 271 Wohnung im Hinterhause, vier bis fünf Zimmer, zu vermiethen. ________________ «. «rSll. 22] Drei Zimmer, Küche mit Waffer- leitung und Zubehör, zu vermiethen. WUH. Becker, vorm. G- Backofen, Bahnhofstraße. Weserstraße Rr. 6 ist der mittlere und der Mansardenstock, * 5 Zimmer, Küche mit Wasserleitung und Zubehör, sofort zu vermiethen- [23 «derstraße Rr. 7 24 ist der mittlere Stock, 4—5 Zimmer, Küche mit allem Zubehör, sofort zu vermiethen 25) Schöne, neu hergerichtete Wohnung im 1 Stock, 5 Zimmer, Küche mit Speisekammer und Wasserleitung, großem Corridor, zwei Mansardenstuben u allem Zubehör, per sofort oder auch später zu vermiethen bei jft?» Jordan, Btsmarckstraße 6—8. 26] Stube, Cabinet und Küche zu vermiethen. Kaplansgasse 5. Schöne Wohnungen 27 find in meinem Neubau (Bahnhofstraße), ganz oder gethe.lt zu vermiethen. August Rost II., Bahnhofstraße 53. 28] Schönes Logis, 6 Zimmer mit allem Zubehör und Bleichplatz, Bahnhofstraße 66 (zunächst der Wieseckbrücke) alsbald zu vermiethen. Wilhelm Reiber. 30] Im früher Bender'schen Hause, Selter? weg 83, 3. Stock, 6 Zimmer mit Zubehör und Grrtenbenutzung. alsbald zu vermiethen. Näheres «. Mees, Südanlage 18. Schöne Wohnung, 4 Zimmer mit Zubebör nebst Garten- antbeil, sowie Pierdeftall mit Burschenzimmer, 2 Remisen, 4 Keller und große Voriathsräume, per 1. April zu ver- miethen.' (34] Wiesenstraße 4. 35] Der Parterre- und dritte Stock meine- Hauses, Sonnenstratze Rr. 3. mit Wasserleitung und allem Zubehör, sofort zu vermiethen. ________________L. «eidel. 10] Ein Laden mit Logis zu ver- mietben bet Wilh Plank, Babnbofstraße 18. 8807] Der 2. Stock meines Hauses, 4 Zimmer, Küch? rc, per sofort zu ver- m'etben. JnliuS S»ul,- am K^enz Rrdamon: A° Schetzda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei Verlag von Z B- 0d?reibet in Lßlingen bei 5tultg