Nr. 123. 1890 Samstag den 31. Mai Aints- unb Anzeigeblatt für den ALveis Gieren. chratisöeikage: Gießener JamitienSkäLLer. Dents^es Reich. daß er in der Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den falzenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Hauses ich noch aus den eine an- die Neneste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 29. Mai. Die Besserung des verletzten Fußes des Kaisers nimmt einen günstigen und schnellen Fortgang. würde. Bei dem Suchen nach solchen Reformen muß aber berücksichtigt werden, daß eine große finanzielle Mehrbelastung des Reiches für militärische Zwecke weiter nicht eintreten kann, wenn unser Vaterland nicht im hohen Maße wirthschaftlich geschädigt werden soll. Es müssen daher die Bedingungen festgestellt werden, nach denen der Haupttheil der Armee, die Infanterie, welche ja auch wesentlich leichter auszubilden ist wie die übrigen Truppengattungen, mit kürzerer, vielleicht zweijähriger Dienstzeit seine kriegsmäßige Ausbildung erlangen kann. Daß dies möglich ist, lehrt ja bereits die Thatsache, daß ein großer Theil der Infanterie als sogenannte Dispositionsurlauber nach einem Jahre und zehn Monaten entlassen werden und läßt sich mit vorsichtigem Vorgehen und größerer Ausdehnung des Princips der Dispositionsurlauber zweifellos für die Infanterie eine Verminderung der Dienstzeit und eine große Geldersparniß erreichen. rathen wird. Abg. Schröder bedauert, daß Großh. Regierung erst jetzt dem Hause die Vorlage unterbreite- sicher wäre dies schon vor Monaten möglich gewesen. Bei der knappen Besetzung des Hauses und ‘bei der gesammten Geschäftslage halte er die Berathung dieser Vorlage für sehr bedenklich. Hierauf tritt das Haus in die Berathung des Gesetz- Entwurfs, die Brandversicherungs-Anstalt für Gebäude. In der General - Discussion erläutert Finanzminister Weber die Motive, welche die Großh. Regierung geleitet haben, um den Ständen eine neue Gesetzes-Vorlage zugehen zu lassen. Danach bleibt die seither für das Großherzogthum bestandene Brandversicherungsanstalt für Gebäude fortbestehen. Dieselbe wird nur neu eingerichtet und verwaltet. Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. Schröder tritt das Haus sofort in die Special-Berathung der einzelnen Gesetzes-Paragraphen. Das Gesetz umfaßt 73 Artikel und regelt in eingehender Weise das Brandversicherungswesen in Hessen. Nach unwesentlichen Debatten und nachdem das Haus zwei von dem Abg. Schröder gestellte Abänderungsanträge abgelehnt hat, gelangt man in rascher Reihenfolge bis zum Art. 48 des Gesetzes, nachdem sämmtliche Artikel nach den Ausschuß-Anträgen Annahme sanden. Morgen findet Fortsetzung der Berathung statt. Weiter steht ein Antrag des Abgeordneten Dr. Osann und Genossen, die Verstaatlichung der Hess. Ludwigsbahn, für morgen auf der Tagesordnung. Berlin, 29. Mai. Se. Majestät der Kaiser haben Aller- gnädigst geruht, den bisherigen Großherzoglich hessischen Ober- Zollinspector Fuhry zum Kaiserlichen Regierungs-Rath und Mitgliede des Statistischen Amts zu ernennen. — Es ist Klage darüber geführt worden, daß die bei Eisenbahnbauten beschäftigten Unternehmer vielfach die Interessen der ländlichen Grundbesitzer dadurch schädigen, daß sie contractbrüchig gewordene ländliche Arbeiter annehmen und trotz an sie ergangener Reclamationen nicht ohne Weiteres zurückgeben, oder gar, daß sie den ländlichen Grundbesitzern die Arbeiter unter Verleitung zum Contract- bruch ausmiethen. Ein derartiges, zu begründeten Beschwerden Anlaß gebendes Verfahren der Unternehmer darf nicht gestattet werden, weshalb der Minister der öffentlichen Arbeiten die Königlichen Eisenbahn - Directionen beauftragt hat, geeignete Maßnahmen zu treffen, damit Vorkommnisse der gedachten Art vermieden werden. Berlin, 29. Mai. Ein Gesuch des Magistrats um Er- lnubniß zu Sammlungen für ein Denkmal des Kaisers Friedrich wurde vom Kaiser abschlägig beschieden mit der Begründung, daß er sich verpflichtet fühle, seinem Vater und Vorgänger selbst ein Denkmal zu setzen. Er habe die beiden in Betracht kommenden Minister, den Cultusminister und den Minister der öffentlichen Arbeiten, bereits beauftragt, die einleitenden Schritte zu veranlassen. Der Kaiser betonte ausdrücklich, daß ihm die Denkmalsabsicht selbst sehr sympathisch sei und daß alle, die dem Gedanken anregend oder sördernd nahe gestanden, seines Dankes gewiß sein könnten. Vierteljähriger ASorrnemenLspreütr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expeditt»» und Druckerei: ZchulstraßeAr.». Fernsprecher 51. Der Lieutenant v. Rittner schritt, in seinen großen Reitermantel gehüllt, ein lustiges Liedchen pfeifend, die Hauptstraße entlang. Plötzlich prallte er an einer Ecke mit einem Herrn heftig zusammen, der eiligen Schrittes aus einer Nebenstraße kam. Beide murmelten ein „Pardon". „Potz tausend, Herr Assessor!" rief der Dragonerlieutenant, als er Bach erkannte, „wo wollen Sie denn so eilig hin?" „Was sehe ich, Herr von Rittner, Sie hier, sind Sie denn nicht mehr auf dem Balle!" „Famoser Witz!" lachte der Dragoner, „Assessorchen, Sie machen doch immer gern einen Spaß." „Na, wie so denn? Ich will jetzt gerade hin, nachdem ich mir einen anderen Frack angezogen." „Ach, Pardon, ich vergaß ganz, Sie um Entschuldigung zu bitten, daß ich Ihnen heute Abend ' die Unannehmlichkeit machte. Sie sind also deßhalb zu Hause gewesen? Höchst fatal- ich dachte, Sie wären mit den übrigen Gästen sort- gegangen." „Mit den übrigen Gästen sortgegangen? Wie meinen Richtung des Hundheim'schen Palais weiter. „Wenn her keinen Schwips hat, weiß ich es nicht!" murmelte Rittner, dem Davoneilenden kopsschüttelnd nachblickend. eignes Ding, weiterzutanzen, wenn die Tochter des unwohl- also hieß es Verabschiedung und jetzt will ein Glas Bier trinken, kommen Sie mit?" Bach war sprachlos. Eine Ahnung sagte ihm, an diesem Unwohlsein Tessas schuld sei. Mit einem kurzen „gute Nacht" stürmte er Kammer beschlußfähig ist. Eingegangen ist eine Vorlage Großh. Regierung Bewilligung eines Staatszuschusses von 762,000 Mk. zu Kosten der Mainzer Ufer- und Strombauten- ferner Vorlage auf Aushebung des Gesetzes über das Mitwirkungsrecht der Forensen bei Feststellung des Gemeindehaushaltes. Beide Vorlagen gehen an den Ausschuß. Die letztere Vorlage wird morgen früh zur Verhandlung gelangen, während die Vorlage wegen der Mainzer Uferbauten später be- Militärischk ZukMstsMnk. Für die Gegenwart und nächste Zukunft darf das deutsche Volk, Dank der genialen Einsicht seiner Staatslenker und der Opferwilligkeit seiner Vertreter im Reichstage, sicher mit dem größten Vertrauen auf sein Heer blicken, welches in der Stunde der Gefahr sich in der Stärke von drei Millionen Streitern wie ein Mann erheben und den Gegnern trotzen wird; so lange ein deutsches Reich existirt und ein kraftvolles Volk in seinen Grenzen leben wird, vertrauen wir auch auf deutsche Tapferkeit und Vaterlandsliebe als auf die stärksten Bollwerke gegen äußere Feinde, aber ob trotz dieser zuversichtlichen Hoffnungen der Wettstreit der Rüstungen unter den Großmächten Europas und die Lage Deutschlands inmitten von den stärksten Militärmächten das deutsche Reich nicht nöthigen wird, in umfaffender Weise sein Heer zu reformiren und zu stärken, muß gegenwärtig als eine offene Frage behandelt werden. Diese Frage bleibt schon deßhalb eine offene, weil Frankreich auch'nach Durchführung der im gegenwärtigen Reichstage geplanten Verstärkung des deutschen Heeres noch eine stärkere stehende Armee als Deutschland besitzt, und Rußlands stehendes Heer geradezu doppelt sogar stark ist als das deutsche. Mn wollen wir aus diesen Stärkeverhaltniffen zwar durchaus nicht die Folgerung ziehen, daß Deutschlands militärische Stärke derjenigen Frankreichs oder Rußlands nicht gewachsen sei, denn im Kriegsfälle spielen ja noch ganz andere Faetoren mit als die Zahlen der stehenden Heere, wesentlich überflügeln lassen kann sich aber Deutschland von Frankreich in der Heeresstärke doch nicht, weil darin im gegebenen Falle ein sehr starker Anreiz zum Losschlagen für die Franzosen liegen kann. Dazu kommt nun aber in Deutschland die be- merkenswerthe Thatsache, daß die allgemeine Wehrpflicht mchl vollständig durchgeführt ist, sondern daß rm deutschen Reiche jährlich ungefähr 70000 dienstpflichtige und bedingungsweise auch taugliche junge Leute nicht in das Heer eingestellt werden. GegenüberdieserGesetzesungleichheit,welcheeinesehrgroße Anzahl junger Leute von der allgemeinen Wehrpflicht befreit und gegenüber dem Umstande, daß das viel kleinere Frankreich bestrebt ist, ein größeres Heer in das Feld zu stellen als Deutschland, erwächst den Vertretern der deutschen Militärverwaltung und den Mitgliedern des Reichstages offenbar die Aufgabe, sich mit der Zeit nach denjenigen Reformen urn- rusehen, durch welche diejenigen jungen Leute, welche als über- zählich vom Militärdienste bisher befreit waren, künftig auch als Soldaten ausgebildet werden können und wodurch dann auch ein für alle Mal den Versuchen Frankreichs, Deutschland militärisch zu überflügeln, ein starker Riegel vorgeschoben nn. Darmstadt, 29. Mai. Zweite Kammer der Land stände. Nach kurzer Unterbrechung hat die Kammer heute ihre Thätigkeit wieder ausgenommen. Das Haus ist äußerst schwach besetzt, so daß eine Stunde später wie gesetzt, die Verhandlungen beginnen können, nachdem Sie das, Herr von Rittner?" „Ach so, natürlich, ja, können es nicht wissen, da Sie zu Hause waren. Nun, die Tochter des Hauses ist unwohl geworden, kleiner Ohnmachtsanfall, verstehen schon: gut gegessen, eng geschnürt, Ausregung, Hitze des Saales voila tout, ganz begreiflich. Der Papa versicherte, es sei weiter nichts, sollten uns nicht stören lassen! Aber bleibt doch immer Der {Heftener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montags. Die Gießener Isnmilienvtätter werden dem Anzeiger ssSchmtlich dreimal beigelegt. Feuilleton. Eine Verlobung mit Hindernissen. Humoreske von Alexander von Degen. (Schluß.) Mit einer fabelhaften Geschwindigkeit entledigte sich Bach des Geliehenen. Freilich, Schraps hatte recht, salonfähig war das Kleidungsstück nicht, auf dem Rücken war ein großer Fleck, der bei der Beleuchtung recht braun aussah. Trübselig betrachteten Herr und Diener das corpus delicti. * r . ... „Aber, Schraps, was thun? Rath muß werden!" //Ziehen der Herr Baron den alten an, den Sie mir geschenkt haben. Ich habe ihn nur einmal angehabt." „Her mit dem Dinge, in der Noth frißt der Teufel Fliegen, ich habe keine Minute zu verlieren!" rief der Assessor in Heller Verzweiflung. Schraps beeilte sich, dem Wunsche zu willfahren und nachdem das Kleidungsstück mit Eau de Cologne eingespritzt war, hielt Bach es für salonfähig. Im Hnndheimlchen Palais hatte unterdessen, der Ball seinen Ansang genommen, nachdem vorher der Hausherr mit Frau und Tochter eine kurze Familienunterredung gehabt- am Schluß derselben hatte Vater und Mutter die glück- strahlende Tessa umarmt. Als Tessa in die Salons zurückkehrte und die verlockenden Klänge des ersten Walzers aus dem Saal vernahm, suchten ihre Augen unwillkürlich den Assessor. Paar aus Paar engagirte sich, nur noch wenige junge Mädchen hatten keinen Tänzer und standen mit mehr oder minder trübseligen Gesichtern im Salon. Der Hausherr kam an seiner Tochter vorüber. „Ich suchte Dich und Bach bereits im Saal." ‘ „Bach ist überhaupt noch nicht hier gewesen," entgegnete Tessa mit leicht bebender Stimme. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ..........I Illi Mill I-----—---- Gießener Anzeig er Kenerat-Mzeiger. „Sollte er etwa im Rauchzimmer sein und —" ärgerte sich Herr von Hundheim, „da will ich doch gleich einmal nachsehen!" „Das scheint ja ein zärtlicher Bräutigam zu sein," murmelte der alte Herr. „Herr v. Bach war vorhin hier," entgegnete der Justizrath aus des Hausherrn Frage, „er ist dort aus der Thür gegangen." Herr v. Hundheim betrat das Toilettenzimmer, auch hier war kein Assessor zu sehen- er sah in die Garderobe. „Haben Sie den Herrn Assessor von Bach nicht gesehen?" fragte er die alte Garderobiere. „Der Herr Assessor ist vor einer halben Stunde sortgegangen." „Fortgegangen — was — Sie irren sich, ich meine den Herrn Assessor von Bach!" „Jawohl, ganz recht. Ich kenne den Herrn Assessor sehr gut, ein netter, lieber Mann- er gibt stets ein Trinkgeld - aber heute Abend war er ganz anders, er war in furchtbarer Aufregung und stürmte dann fort." „Sonderbar!" dachte Herr v. Hundheim, „Bach machte doch einen sehr vernünftigen Eindruck, als er vorhin mit mir sprach. „Ich kann mir sein Verschwinden gar nicht erklären, auf alle Fälle muß ich aber meine Frau und Tessa benachrichtigen." Er kehrte in den Salon zurück, woselbst Tessa an der Seite der Mutter stand. Beide Damen waren sichtlich erregt. „Hast Du Bach gefunden?" fragte Frau Hundheim. „Leider nein, er ist sortgelausen! Ich kann mir dieses fluchtartige Verlassen unseres Hauses nicht erklären." Tessa erblaßte, eine Ohnmacht umfing das junge Mädchen. „Auch das noch!" rief Herr v. Hundheim. Die Gäste eilten herbei. Trotz der Versicherung des Hausherrn, daß das Unwohlsein der Tochter nichts zu bedeuten habe und man sich im Vergnügen nicht stören lassen solle, verabschiedete sich einer nach dem andern bald daraus. Der Kaiser hörte auch heute Vorträge und empfing den hier eingetrofienen General Lesczynski. — Der Unterstaatssecretär des Auswärtigen, B e r ch e m, tritt in den einstweiligen Ruhestand, verbleibt aber zur Disposition des Auswärtigen Amtes. Berlin, 29. Mai. Der evangelische sociale Con- grefi berieth heute die Ausgestaltung der evangelischen Arbeitervereine. Empfohlen wurde die Gründung einer größeren evangelischen Arbeiterzeitung, die Einrichtung von Arbeitervereinshäusern in großen Städten, von Volksvereinen in kleinen Städten. Bei Besprechung der Bestrebungen aus dem Gebiete der Socialpolitik erschienen die Minister Goßler und Berlepsch. Kiel, 29. Mai. Die „Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger", die vor 25 Jahren in Kiel begründet wurde, hielt heute ihre Jahresversammlung ab. Als Ehrengäste waren Viceadmiral Knorr und Oberpräsident Steinmann anwesend, letzterer begrüßte die Versammlung Namens der Regierung, Bürgermeister Fuß Namens der Stadt. Consul Meyer (Bremen) dankte. Elbing, 29. Mai. In dem vom Reichsgericht zur nochmaligen Verhandlung hierher verwiesenen Processe gegen die Königsberger Handelsrichter und Consuln Gebr. Conrad und Robert Gaedecke wegen Wuchers sprach die hiesige Strafkammer die Angeklagten frei. München, 29. Mai. Es circulirt das Gerücht, in den nächsten Tagen werde sich eine neue, gemäßigt ultramontane Partei unter Führung des Grasen Conrad Preysing bilden. Paris, 29. Mai. Die Polizei verhaftete heute früh 15 russische Staatsangehörige, bei denen zahlreiche Schriftstück^owie Explosivstoffe mit Beschlag belegt wurden. Die Verhaftung erfolgte aus zahlreiche Einkäuse derselben bei Chemikalienhändlern. Verhaftet sind Mendelsohn aus Fon- tenay-aux-Roses, welcher das Haupt dieser nihilistischen Verbindung zu sein scheint, ferner Orlow, genannt Wolgriu, der Student Lavreynius, Fräulein Guatowski, Labowitsch, Atschi- nazi, Reichten und dessen Frau, Fräulein Redozowa, Nakatchiz, Nepanow, Kalchinzen, genannt Anämien, Peplow, genannt Lewow, Jemstei und Fräulein Bromberg. Bei Sämmtlichen wurden Bomben und Explosivstoffe vorgesunden. Paris, 29. Mai. Außer den bereits gemeldeten Personen verhaftete die Polizei noch zwei weitere Nihilisten, Reinstein und Berditschewski, bei welchen Abhandlungen über die Fabrikation von Sprengstoffen gesunden wurden. Petersburg, 29. Mai. Die nordische Telegraphenagentur erfährt, der Einfuhrzoll aus Baumwollengarn solle derart erhöht werden, daß für die englischen Nummern 1 bis 50 nunmehr 4 Rubel pro Pud zu zahlen sind. Zanzibar, 30. Mai. Briese des Afrika - Reisenden Dr. Peters an Tiedemann vom 13. April aus Ukummi in Ussukuma zeigen an, daß beide dort wohl angekommen seien und ihr Eintreffen in Zanzibar Ende Juni zu erwarten ist. Cocates unO ^provinzielles. Gießen, 30. Mai. — Wie wir vernehmen, werden wir in den nächsten Tagen die hohe Ehre und Freude haben, Se. Kgl. Hoheit den Großherzog, unseren allergnädigsten Landesherrn, in unserer Stadt begrüßen zu können. — Behufs Bildung der Spruchliste für die am 16. Juni 1890 beginnende Sitzungsperide des Schwurgerichts wurden folgende Namen der Hauptgeschworenen aus der Jahresliste für 1890 gezogen: 1. Wilhelm Bausch I. in Nieder-Wöllstadt - 2. Daniel Appel in Grünberg- 3. Heinrich Steffan VI. in Gettenau - 4. Franz Schneider in Gießen - 5. Jean Kirch in Gießen- 6. Frhr. Adolf v. Harnier in Echzell- 7. W. Eberhard in Gießen- 8. August Breidenbach in Dorheim- 9. Philipp Amendt III. in Allendors a. d. Lahn- 10. Ludwig Schäfer III. in Annerod- 11. Hermann Amendt in Treis a. d. Lda.- 12. Kaspar Rabenau II. in Alten - Buseck- 13. Heinemann Grünbaum in Bad-Nauheim- 14. Rudolph Nur wenige Fenster des großen Gebäudes waren noch erleuchtet, als Bach athemlos vor demselben anlangte. Der Portier wollte gerade das Portal schließen und wunderte sich nicht wenig, als der ihm wohlbekannte Assessor um diese Stunde auf ihn zugestürzt kam mit der Frage: „Ist Herr von Hundheim noch zu sprechen? Melden Sie mich sosort- ich muß unter allen Umständen eine Unterredung mit ihm haben." Das Befinden Tessas war unterdessen besser geworden, die Familie saß im Zimmer des Vaters beieinander, das Gespräch bildete natürlich das räthselhaste Verschwinden Bachs. Um so größer war das Erstaunen, als jetzt der Kammerdiener meldete: „Der Herr Assessor läßt den Herrn Baron dringend um eine Unterredung bitten." „Führe den Herrn in den Salon?" Nach wenigen Minuten stand Bach kläglichen Antlitzes dem Hausherrn gegenüber. Hastig erzählte er ihm fein Unglück. Hundheim lachte am Schluß herzlich, nahm den Affessor am Arm und noch lange war Licht in dem traulichen Gemach des Hausherrn, wo eiw^ glückliches Brautpaar mit den Eltern zu- sammensaß. Am anderen Tage wurde die Residenz durch folgende Annonce des Tageblattes in Aufregung versetzt: „Meine Verlobung mit Tessa von Hundheim beehre ich mich hierdurch cknzuzeigen. von Bach, Assessor." * In der Reitbahn. Unteroffizier: „Einjähriger, steijen Se 'mal von's Pferd runter und sehn Se sich mal an, wie jammervoll Se oben sitzen!" Guthermuth in Groß - Linden - 15. Franz Joseph Guth in Vilbel- 16. Heinrich Nicolai in Leidhecken- 17. Georg Hensel I. in Schwalheim- 18. Heinrich Görlach II. in Eberstadt - 19. Heinrich Fendt in Hungen- 20. Joh. Heinrich Michel in Burgbrecht - 21. Heinrich Schmalbach in Crainfeld - 22. Heinrich Rühl IV. in Ober-Ohmen- 23. Peter- Josef Ruhl in Herbstein - 24. Konrad Schcpp IX. in Pohl- göns - 25. Jacob Konrad Winter in Nieder-Weisel- 26. Joh. Faust in Elbenrod - 27. Friedrich Wetz in Münzenberg - 28. August Hermann in Winnerod - 29. Hermann Berk II. in Alsfeld - 30. Heinrich Emmelius in Gießen. — Herr Professor Dr. Goswin Freiherr von der Ropp ist als Nachfolger des für die Berliner Hochschule ernannten Professors Dr. Lenz zum ordentlichen Professor für mittelalterliche Geschichte an die Universität Breslau berufen worden. Herr Professor von der Nopp wird, wie der „Köln. Ztg." mitgetheilt wird, diesem Ruse Folge leisten. S. Die Jahresversammlung der Südwestdeutscheu Con- ferenz für innere Misfion wird am 10. und 11. Juni d. I. zu Mannheim gehalten werden. Die erste, am 10. Juni Nachmittags 3 Uhr beginnende Hauptversammlung wird sich vornehmlich mit der Fürsorge für die Epileptischen beschäftigen, worüber Herr Decan Dr. Stromberger aus Zwingenberg referiren wird. Die zweite Hauptversammlung am Vormittag des 11. Juni wird aus Grund eines Vortrags von Strasanstaltsgeistlicheu^Scherr aus Bruchsal über die Begründung von Heimstättten für Arbeitslose berathen. Am 10. Juni, Abends 7 Uhr, findet ein Festgottesdienst statt, in dem der bekannte Psarrer Weber aus München-Gladbach predigen wird. Daran wird sich eine Nachversammlung mit Ansprache anschließen. — Heber die Ergreifung Ketters wird zur Aufklärung und Richtigstellung der Sache uns Folgendes mitgetheilt: Nach dem Bekanntwerden der Flucht Ketters gingen sofort mehrere Gendarmerie- und Schutzmannspatrouillen zur Verfolgung desselben ab und kehrten alle am selbigen Nachmittage bis aus zwei Schutzmänner ohne Ersolg wieder zurück. Die ausbleibenden Schutzmänner hatten die Spur Ketters in Watzenborn-Steinberg ausgenommen und verfolgten diese bis vor Rockenberg, indem sie die Ortspolizeibehörden der Dörfer Grüuingen, Dorfgill, Holzheim und Gambach benachrichtigten, daß Ketter im rechts von der Landstraße gelegenen Feld und Wald sich aushaltc. Da die Schutzmänner in Rockenberg erfuhren, daß für Ketter 200 Mk. bci feinem Bruder in Rockenberg bereit lagen, sagten sie sich, daß er zur Nachtzeit kommen müßte. Auch in Griedel wurde die Besetzung des Hauses vom Schwager Ketters durch die dortige Sicherheits- mannschast veranlaßt. Da in Rockenberg nur zwei Gendarmen sind und nach Aussage dieser eine Unterstützung durch Ortseinwohner nicht zu erwarten sei, begaben sich die zwei Schutzmänner nach Butzbach, um die dortigen Gendarmen zur Hülfeleistung bei Besetzung des Hauses in Rockenberg zu holen und trafen daselbst auch die Gendarmen Heppner und Schwarz von Gießen. Diese hatten, wie sie angaben, von einer Frau aus Watzenborn in Gießen die Richtung und Verfolgung Ketters durch die Schutzleute erfahren und sich Abends per Bahn nach Butzbach begeben. Es wurde nun das gemeinsame Vorgehen der vier Gendarmen und der Schutzleute nach Rockenberg in zwei Abheilungen beschlossen. Drei Gendarmen, welche von den beiden Schutzmännern eine Signalpfeife zum Signalgeben erhalten hatten, gingen die Chaussee nach Lich und der andere Gendarm mit den beiden Schutzmännern nahmen den Feldweg, um Griedel zu umgehen und nach Rockenberg zu gelangen. Auf der Chaussee nahe bei Griedel hatte Ketter aus dem Feldweg, der aus dem Wald nach Griedel sührt, die Chaussee schon passirt, hatte sich aber wieder umgedreht, da er dachte, bei den aus der Chaussee Gehenden sei sein Schwager, den er an der Stickme zu erkennen geglaubt hatte, und aus den Anruf der Gendarmen gab er sich zu erkennen und ließ sich ohne Widersetzlichkeit bezw. etwaigen Fluchtversuch sestnehmen. In Butzbach trafen sich die Gendarmen und Schutzmänner wieder. Nach Vorstehendem ist doch wohl die Wiederergreisung Ketters gemeinsam durch Gendarmen und Schutzleute bewirkt worden, wenn auch, was keineswegs bestritten worden ist, Ketter durch Gendarmen allein sestgenommen wurde. Die gebührende Anerkennung gehört also nicht allein den Gendarmen, denen er in die Hände kam, sondern auch den Schutzleuten. — Neues Theater in Gießen. Wir wollen es nicht versäumen, nochmals aus das heutige Gastspiel des Widmann- schen Ensembles vom Königl. Opernhause in Bayreuth aus- merksam zu machen. Es lohnt sich wirklich, der heutigen Vorstellung beizuwohnen, denn wir lernen nicht nur ein Werk von ganz bedeutendem Rufe kennen, das in kürzester Zeit seinen Weg über alle Bühnen Deutschlands gemacht und auch in unseren Nachbarstädten Frankfurt, Cassel, und so weiter so viel Aussehen erregte, sondern wir haben auch Gelegenheit, dieses Werk von einem Ensemble aufgeführt zu sehen, dem ein so guter Rus vorausgeht. Sämmtliche Bayreuther Zeitungen waren voll des Lobes über die vortreffliche Darstellung des Sudermann'schen Schauspiels „Die Ehre". Es lasse sich's also Niemand entgehen, ein Stück kennen zu lernen, in dem uns Menschen entgegentreten, die der Dichter mit kühnem, genialen Griff aus dem Leben der Weltstadt herausgerissen hat, wirkliche Menschen, keine Phantasiegestalten. % Friedberg, 29. Mai. Im Hotel Trapp fand heute Abend die Vorversammlung für den auf morgen anberaumten Verbandstag hessischer Vorschuß- und Credit- v er eine statt. Es waren dazu etwa 60 Vertreter von 17 Vereinen erschienen. Hauptzweck der Verhandlungen war die Wahl des Bureaus und der Revisoren der Verbandsrechnung einerseits, und Festsetzung der Tagesordnung für morgen anderseits. Als 1. Vorsitzender wurde Verbandsdirector Diehls-Cassel, als 2. Vorsitzender Steinhäuser-Fried- berg, als Schriftführer Fertsch und Hieronymus gewählt. Zu Revisoren der Verbandsrechnung wurden Dörr-Friedberg und Wörner-Nauheim gewählt. Außer den Vertretern von siebenzehn Vereinen (der Verband besteht gegenwärtig aus 23 Vereinen) waren von Seiten der Anwaltschaft L. Parisius und als Gast Bankdirector Meißner anwesend. Hausen bei Friedberg, 29. Mai. Gestern kam hier ein kaum glaublicher, aber doch wirklich wahrer Fall vor. Ein hiesiger Bewohner hatte einen schlimmen Finger, wodurch auch die Hand in Mitleidenschast gezogen war. Behufs Heilung wurde eine Sublimatlösung zum Ausschlägemachen Seitens des Arztes verordnet. Jedoch unser Bewohner scheint die innere Anwendung des Sublimats dem der äußeren vorgezogen zu haben, denn derselbe nahm einen großen Eßlöffel voll dieses nur zum äußerlichen Gebrauch zu verwendenden Medi- camentes und lehrte deffen Inhalt bis zum letzten Tropsen. Die Wirkung blieb nicht ans. Colossale Schmerzen folgten. Dem rasch herbeigeholten Arzte gelang es, durch geeignete Brechmittel das starke Gift aus dem Körper zu entfernen und die Schmerzen zu lindern, so daß eine Lebensgefahr nicht mehr vorhanden ist. Grünberg, 28. Mai. Nunmehr ist die Petition der hiesigen Bürger um Errichtung einer städtischen Wasserleitung nach dem Project des Ingenieurs Hilliger aus Frankfurt a. M. an den Stadtvorstand abgegangen. Die Liste trägt 150 Unterschriften - davon sind 113 Hauseigen- thümer und 37 Miethcr, einschließlich des Fiskus für die Staatsgebäude. Eine so zahlreiche Theilnahme haben wir nicht erwartet. Wenn man außerdem in Betracht zieht, daß mehr als 50 Hauseigentümer erklärten, ihre Häuser an die Leitung anschließen zu wollen, wenn dieselbe gebaut sei, nur jetzt noch nicht sich binden zu wollen, muß wohl jeder Unbefangene gestehen, daß eine Bedürfnißsrage absolut vorliegt und nicht mehr weggeleugnet werden kann. Mag nun der Beschluß des Stadtvorstandes aussallen, wie er will, eine Frage, welche mit solcher Macht auftritt, kann nicht absterben und wird sich nie ganz zurückdrängen lassen. Jedenfalls wird es für den Stadtvorstand das Richtige sein, ehe er einen Beschluß saßt, sich eingehend bei den Städten zu erkundigen,^ welche bereits im Besitze einer Wasserleitung sind. Wir wollen das Beste hoffen. G. A. Grünberg, 28. Mai. Seit vorigem Samstag wird ein bejahrter Mann von hier vermißt. Ein zurückgelassener Brief läßt daraus schließen, daß er durch Selbstmord geendet hat. E. Laubach, 29. Mai. Zur Eröffnungsfeier der Eisenbahn Hungen—Laubach findet Sonntag den 1. Juni l. I., Vormittags 7 Uhr von hier nach Hungen abfahrend, ein gemeinschaftlicher Ausflug statt. Nachmittags 3 Uhr: Fest- zug vom Bahnhof durch die Stadt, und hiernach: Festbanket bei Gastwirth Schütz zum „Solmser Hof". — Aus Bobenhausen wird dem „Grünb. Anz." über eine daselbst am zweiten Pfingstfeiertag bei Gelegenheit einer Tanzbelustigung vorgefallene Blutthat mitgetheilt, daß ein junger Israelit von mehreren Stammesgenossen durch Messer-- stiche in lebensgefährlicher Weise verwundet worden sei. * Grebenhain, 29/Mai. Zum Districtseinnehmer der Districts-Einnehmerei Grebenhain wurde der Hauptsteueramts- Assistent bei dem Hauptsteueramt Darmstadt Heinrich Weber ernannt. * * Vom Vogelsberg, 29. Mai. Die Generalversammlung des „Vogelsberger Sängerbundes", verbunden mit Sängertag, findet Sonntag den 1. Juni, Nachmittags- 1 Uhr auf dem Hoherodskops statt, wo sämmtliche Bundesvereine (Crainfeld, Ilbeshausen, Altenschlirf, Herbstein, Rixfeld, Hörgenau) zusammenkommen. Dieser Bund ist vor einigen Jahren gegründet und hat den Zweck, durch Zusammenhalten zur Veredelung und Förderung des Gesanges und zur Hebung des deutschen Volksliedes beizutragen. △ Heblos bei Lauterbach, 29. Mai. Gestern Nachmittag brach aus bis jetzt noch unbekannte Weise in der Behausung des Justus Weißgerber Feuer aus. Von dem Wohn- hause blieb der unterste Stock verschont, während die Scheuer und Stallungen völlig in Asche gelegt wurden. Es herrschte während des Brandes Windstille und konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt, desgleichen alles Vieh und Mobiliar gerettet werden. Vernrischtes * Mainz, 29. Mai. Als Garnisonsort für das 2. Eisenbahn-Regiment wird Mainz bezeichnet. * = Frankfurt a. M., 29. Mai. Erst gestern Abend hab der 8. Handwerkertag des Verbandes deutscher Zimmmerleute seine Verhandlungen zu Ende geführt. Von den Beschlüssen sei noch Folgendes herausgehoben: Aus Antrag Erfurt wird in Streitfällen, wo es sich um Accord- geld handelt, der Rechtsschutz nicht gewährt. Das Verbandsorgan „Der Zimmerer" wird in der seitherigen Weise erscheinen. Beschlossen wurde ferner, dem Hauptvorstand z aufzugeben, der Organisation mit alle^i Mitteln Vorschub zu leisten. Betreffs des Reiseunterstntznngs-Reglements wurde den Localvorständen anheimgestellt, geeignete Maßnahmen zu treffen. Als Ort für die Abhaltung des nächsten Handwerkertages wurde in erster Linie Halle event. Bremen in Aussicht genommen. Die diesjährige Lohnbewegung roar, wie festgestellt wurde, eine ungemein große. 75 Städte haben beim Vorständ Unterstützung nachgesucht und 63 davon wurde sie bewilligt. In 58 Fällen wurde der Rechtsschutz in Anspruch genommen. Dem Verbände deutscher Zimmerleute gehören ca. 10000 Mitglieder an, die sich auf 218 Localverbände vertheilen. Erledigt wurden außer der neun Gegenstände umfassenden Tagesordnung noch 90 auf Sratuten-Aendernng hinzielende Anträge. Der Zweck des Verbandes wurde neuerdings wie folgt definirt: Zweck des Verbandes ist, Lohn- und Arbeitsbedingungen so zu regeln, daß jeder Zimmerer und im Zimmerergewerbe beschäftigte Arbeiter sich kräftig, wie die Natur es gestattet, gesund und sittlich erhalten und seiner Familie eine kräftige Entwickelung angedeihen lassen kann." Tietzes MÜCHEIN! * Mark. S 56 I. Happel empfiehlt 4672 Reperativ-Gasheizöfen Billigste Preise. 9 Tage. Wohn-, nil Höchste Auszeichnung | Cöln 1889 j von Verkaufsstelle Giessen: Heil« Wftllach, M arkt 8. Mit H. NESTLE’S KINDERMEHL Bremen nach Amerika Bremen nach von A u st r a l i e n 10 H. 4593 66 Verkauf in allen Apotheken und Droguen-Handlungen. ö m c r t W Pfund für X « ö Pfund vorzüglich gute 1 £ oder dessen Agenten r [3197 Pfund la. Halbdaunen 1 •> 2096 4464 Goldene Medaille. 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Bezahlt wurden für das Paar Ferkel 50-70 Mk., 70-90 Mk., für Läufer 90-120 Mk., 120-140 Mk. Trotz der sehr stai ken Auffahrt an Ferkeln verkauften doch die Händler aus, da die Nachfrage darnach eine große war. 5* er® wirkt mit geradezu frappiren- der Kraft und rottet das vorhandene Ungeziefer schnell und sicher derart aus, dass gar keine Spur mehr davon übrig bleibt. [4698 Man beachte genau rothe Beutel (Germania - Marke). „Mucheln“-Specialltät L 10, 25 und 50 Pfge, zu haben bei Herrn A. Noll II. welche beim Transport durch Wasser etwas gelitten, werden weit unter Preib verkauft bei [4478 L. Mühlhausen, Westanlage 15. 4707] Einen Schmiedegesellen sucht H. ThomaS, Neuenweg 18. C». s s$ "’S *5 * Weimar-Lotterie 1890. Juni und December. 6700 Gewinne i. W. v. 200,000 Mk. Geschw. Heerz Neuenweg 7. f ersuchen Sie geil. 455 Schusters Caffee. Temperatur ötr Lahn und der Lust am 30. Mai, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 141 /2, Luft 111/a Gr. Rübs am en. und 14 Gold. Medaillen. fcOJ ähriger Erfolg. 32 Auszeichnungen, Zahlreiche worunter ZEUGNISSE 12 Ehrendiplome Verdingung. Die Anlieferung von rund 3500 cbm Lahnkies auf die Lagerplätze bei Bahnhof Wetzlar soll unter Zugrundelegung der in Nr. 295 der Kölnischen Zeitung vom 24. October 1889 veröffentlichten Bedingungen in einem Loose vergeben werden. Verdingungs- Unterlagen können bei der unterzeichneten Dienststelle eingesehen, auch gegen Erstattung von 0,50 JL von dort bezogen werden. Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote find versiegelt und kostenfrei bis Mittwoch den 11. Juni d I-., Vormittags 10 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. [4708 Wetzlar, den 27. Mai 1890. König!. Eisenbahn-Bau-JnspectionIIl. Gasthaus „z. weissen Ross“ Neuenweg [4592 Würmer Sauerbraten zu jeder Tageszeit, ä Portion 15 Psg. Fernste Gothaer Cervelatwurst (beste Winterwaare) empfiehlt [4296 Emil Elschbach* Hühne r h tfn d, Pracht-Exemplar, 10 Monate alt, ist preiswürdig abzugeben. Näheres in der Exped. d. Bl. [4705 das Vorzüglichste gegen alle 8 * Insecten, Fabrik-Marke Vollständiges Nahrungsmittel für kleine Kinder. Ersatz bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und vollständig verdaulich, d esshalb auch ERWACHSENEM bei MAGE5F- LEIDEN bestens empfohlen. Zum Schutz gegen die zahlreichen Nachahmungen fuhrt jede Buchse die Unterschrift des Erfinders Henri Nestle. Aeügeöoienes. 4699] In einem Städtchen im Lahnthal, Eisenbahnstation, Sitz von Gruben und Fabriken, ist eine sehr rentable Gast- wirthschast nebst Inventar, Bier- relt, schönem Garten, sowie StaUrrrrg sür 6 Pferde krankheitshalber unter günstigen Bedingungen preiswürdig zu verkaufen Nähere Auskunft ertheilt W. Grünstein in Gladenbach. SchisfsnarhErchten. Der Postdampser „Belgenland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 28. Mat wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Lieferung. Für das Großherzogliche akademische Hospital in Gießen soll die Lieferung von Weißzeug, Bettwerk, Kleidungsstücken und Lederschlappen pro 1890/91 auf dem Submisfionswege vergeben werden. Die Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau obiger Anstalt an den Wochentagen Nachmittags von 3—6 Uhr eingesehen werden. Offerten sind verschloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 4L Juni 1890, Vormittags 12 Uhr, einzureichen. Gießen, den 27. Mai 1890. Großherzogliche Direction des akad. Hospitals. Riegel.4648 4658] Einen Schlofferlehrting sucht H. Hansel, Lowengasse 3'). Versteigerung. GamStag den 81. Mai l. IS., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich tm Gasthaus „zum Adler" dahier, Marktplatz 20: 1 Sopha mit 6 Sesseln, 1 Schreib- secretär, 2 Verticows, Commoden, Kleiderschranke, Tische, Sophas, Spiegel, Bilder, Nähmaschine, 5 Betten, goldene und silberne Taschenuhren, Juwelen, 2 Oeconomiewagen und andere Sachen] Die Versteigerung bezüglich eines Shells dieser Mobilien findet bestimmt statt- Born, 4692 Gerichtsvollzieher in Gießen. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Trinitatis, 1. Juni. Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 2Vr Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser Katechismuslehre für die confirmirten Mädchen Vormittags 11 Uhr in der Friedhofskapelle: Pfarrer Dingeldey. Als Kirchen-Collecte gingen ein am 1. Pfingstfeiertag für die Lutherstiftung 34 «X 55 H, am 2. Pfingstfeiertag für die Armen 39 «X 51 H. Für den Kirchbaufonds gingen weiter ein: aus den Opferbüchsen in der Kirche im Januar, Februar und März d. I. 35 75 X von der Friedberger evangelischen Conferenz durch Herrn Professor Dr. Weiffenbach in Friedberg 25 JL, an Zinsen im Rechnungsjahr 1889—90 — 551 «X 61 H. Gesammtbetrag jetzt 14984 JL 89 H. *— Frankfiirt a. M., 29. Mai. Der Srri k.e der Schuhfabrik-Arbeiter nähert sich seinem Ende und scheint mit einem Siege der Arbeitnehmer zu enden. In Mainz, Offenbach und Oberrad würbe die Arbeit unter den von den Arbeitern gestellten Bedingungen wieder ausgenommen und auch in der Herz'schen Fabrik dahier sott nächsten Montag die Arbeit wieder ausgenommen werden. Allerdings rufen die Arbeiter das Gewerbeschiedsgericht zuvor als Einigungsamt an und verlangen, daß die Firma Herz & Co. sich verpflichtet, bei Lohndifferenzen in anderen Geschäften künftig keine Kündigung mehr zu erlassen- ferner, das Arbeitsmaterial zum Selbstkostenpreis zu geben, die Cautionsabzüge abzuschaffen und den Zwang zur Gründung einer Sparkasse zu beseitigen. Ferner wird — und für diese Forderung treten Arbeiter wie Arbeiterinnen ein — verlangt, daß die Buch- führerin, Frl. Josefine Ohhaus, den hübscheren Arbeiterinnen nicht fernerhin die beste Arbeit gebe. Speeiell von der letzteren Bedingung wird die Aufnahme der Arbeit abhängig gemacht. Die Mißbräuche des Bureau- und andern Personals müßten aufhören. Das Lettftdern-Lager Schliemann & Kähler in Haisburg versendet portofrei gegen Nachnahme ?"uc Bettfedern Neuenweg 30. Neben dem „Löwen", i Specialität: Corfetten Grosse Auswahl![4226] * Katholische Gemeinde. Dreifaltigkeitssonntag, 1. Juni. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um VtB Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um VeV Uhr Austheilung der hl. Communion; um V»8 Uhr Frühmesse; um 8/*10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um V,3 Uhr Christenlehre und Andacht. Frohnleichnamsfest, 5. Juni. . Mittwoch: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um '/-v Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Donnerstag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenhett zur hl. Beichte; um Va7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um '/,8 Uhr Militärgottesdienst mit Predigt; um «/UO Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 2 Uhr Festandacht. Gottesdienst in der Synagoge. 31. Mai. Freitag Abend 7« Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 4« Uhr, Samstag Abend 8« Uhr. Gmerbebililk Gießen eingetragene Genostenschaft mit unbeschränkter Haftpsticht. Die verehrlichen Mitglieder unserer Bank werden, unter Hinweis auf die in Nr. 120 des Gießener Anzeigers abgedruckte Tagesordnung und auf den demselben beigelegenen Geschäftsbericht pro 1889 zu der Montag den 2. Juni 1. J., Abends 8 Uhr, tm großen Saale des Cafe Leib (Gühlholtz) dahier abzuhaltenden 31. otiitiitlidjen (General--Bcrfiiiiimluiig ganz ergebenfi eingeladen und, bei der Wichtigkeit der zur Verhandlung kommenden Gegenstände, gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Gießen, den 27. Mai 1890. Gewerbebank zu Gieße« eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpsticht. Abführung der Heizgase, für Salons, 'chlaf- und Krankenzimmer, grosse Säle, Kirchen. in f> Tagen Aachener Badeöfen für Gas. Liefern sofort heisses Wasser. Ueberraschend schnelle Erwärmung eines Bades bei 0.7 cbm. Gasconsum. i 6 goldene und Z silb.Medaillen. I M. Schulhof, Gieße«, Aug. 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