1 Sßcbct UV Fxnnrik.J . uh» 1 19938 uhr» 2onnenskr. fSSISSjg», «WM: «fm, per PsM 22 ™ für jl 2- '' 'r,f'n;,Ptr>bi8A lU"d für m i.6o, *«' pttWmdlKL, Md für M 1.40, Erbsen, per W. 16 1 Md für a i.4o, fchätt, perfPfunblüA, Md für * 1.70, «t«t Rodari, empfiehl! Fr. Seibel. i zehn Jahre altes gute» d preiswürdig zu verkaufen., __________Neuenweg 33. Tietz’sche ►el-Bonbou&f mißt! ♦ Itiüfo unb Hausmittel L ^ffmFeuchhusteu,» S'iindLttvgtMeldm 2- ie ächten | hknZvlMKovdovsL rke»Zwiebel. In? ), 25, 40 und 5» Pfg F )ei Herren Heinrich «g. Noll H. 9M . 9 Uh, »E jaiW1Z^ 9921 terbüebenen: bst Familie Mannten mit der 9942 ) stzlvnm Leiden tN 78 00 l3t-b0 tzi- 169.6° lUbS 640« 80° 9280 e> S 0 .0 «w II* Jm»* ftw** hl L'M« Sonntag den 30. November Nr. 280. Erstes Blatt. 1890. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Amts- unb Anzeigeblatt füv den Krtb Greben. St^nahm« von Anzeigen zu der Nachmittags für den Gratisbeilage: Gießener Kamikieuökätter. S 8 lar« Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes aehms? Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. ücbocticn, Expedtt^»o und Druckerei: -chutstrateMs.-. Fuufprecher 51 vierteljähriger £lfle*emcirtsyttU t 2 Mark 20 Pfg. «fr Bringerlohn. Durch die Post bezvznl 2 Mark 50 Pf, Vie Gießener OSMillenrrält«» »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal ö eigelegt. Der Kdeßensr Auzeigrr erfchemt täglid?, Mt Ausnahme deS MontagS. }»jp.#ttben Dag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr Amtlicher Theil. Gießen, den 29. November 1890. Betr.: Das Viehversicherungswesen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großv. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit Erledigung unserer Verfügung vom 4 d. MtS. (Anzeiger Nr. 259) noch im Rückstände find, erinnern wir an dieselben binnen 8 Tagen- v. Gagern. Gießen, den 25. November 1890. Betr.: Beschädigung der Obstbäume. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir erinnern Sie, soweit Sie noch im Rückstände find, an Erledigung unserer Verfügung vom 3. November d. Js. (Anzeiger Nr. 259) binnen 8 Tagen. v. Gagern. Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Shawl, 1 Rechenbuch, 1 Serviette, 1 Metzgerkittel, 1 Hundskette, 1 CheniÜetuch. Gießen, am 29. November 1890. Großherzogliches Amtsgericht. Fresenius. pelitifctyc Ueverftcht. Gießen, 29. November. Am 1. December dieses Jahres vollenden sich zweiundeinhalb Jahrhunderte, daß Kurfürst Friedrich Wilhelm den brandenburgischen Thron bestieg, um in 48jähriger Regierung mit verbältnißmäßig geringen Mitteln die eigentlichen Grundlagen zu v.; i'cren Großmachtsstellung Preußens zu legen. Mit vollem Rechte sührt daher dieser Fürst in der Geschichte den Beinamen des „Großen" und in pietätvoller Erinnerung au das bedeutungsvolle Wirken dieses seines berühmten Ahnen hat Kaiser Wilhelm die festliche Begehung der 250jährigen Wiederkehr des Regierungsantrittes des Großen Kurfürsten angeordnet. In sämmtlichen Schulen Berlins und der gesummten Provinz Brandenburg sind am 1. December aus die historische Bedeutung des Tages Bezug habende Festlichkeiten zu veranstalten, die öffentlichen Gebäude werden aus gleichem Anlaß Flaggenschmuck tragen und den militärischen Theil der Jubelfeier endlich wird eine große Parade aus dem Opernhausplatze in Berlin repräsentiren. Zu derselben sind neben der Leibcompagnie des 1. Garde-Regiments zu Fuß je ein combiuirtes Bataillon der in Berlin und Spandau garniso- nirenden Infanterie-Regimenter, je 2 Escadrons von allen Gardecavallerie-Regimentern, sowie Abtheilungen der Gardeschützen, Gardepioniere und Garde-Artillerie commandirt. Dem Reichstage ist der neue Zuckersteuer Entwurf zuge- gangen. Derselbe setzt die Steuer auf 22 Mk. für 100 Kg. fest und spricht die Steuersreiheit für Zucker aus, der unter Steuerconrrole zur Ausfuhr gelangt. Das Gesetz sott am 1. August 1892 in Wirksamkeit treten und werden von diesem Zeitpunkt ab bis zum 31. Juli 1895 Erleichterungen gewährt. Während dieser Zeit beträgt die Vcrbrauchsabgabe 20,75 Mk. für 100 Kg. Für den innerhalb des gedachten Zeitraumes ausgesührten Zucker, welcher jetzt eine Materialsteuer vergütet erhält, werden Zuschüsse aus der Zuckersteuer gewährt und zwar für Rohzucker 1, für beste Raffinaden 1,75, für geringere 4,40 Mk. auf 100 Kg. Vom 1. August 1892 ab beträgt der Einfuhrzoll auf Zucker 36 Mk. pro 100 Kg. Die von der Arbeiterschntzcommisfion des Reichstages eingesetzte Untercommission nahm am Donnerstag ihre Be- rathungeu aus. Dieselben tragen einen streng vertraulichen Character und nahmen an ihnen die Abg. Hartmann (cons.), Stumnl (freicons.), Hitze (Centrum), Gutfleisch (deutschsreis.) und Böttcher (nat.-lib.) Theil- die Socialdemokraten haben eine Betheiligung an diesen Sitzungen abgelehnt. Die Regierung ist in der Untercommission durch Handelsminister Freiherrn v. Berlepsch und die Geheimräthe Losmann und Wilhelmi vertreten. In Belgien ist die von den Liberalen und den Radikalen entfachte Bewegung zu Gunsten der Verfassungsrevision behufs Erweiterung des Stimmrechtes nunmehr auch in das Parlament hineingetragen worden. In der Donnerstags- litzung der Deputirtenkammer begründete Janson, der Führer der belgischen Radikalen, den von ihm gestellten Antrag auf VersaffungSrrvision, welchen die liberalen Abgeordneten Buls und Graulx unterstützten. Ministerpräsident Baernaert nahm dem Janson'schen Anträge gegenüber einen ziemlich unbestimmten Standpunkt ein, um so bestimmter sprach sich Woeste (Rechte) gegen den Antrag aus, schließlich meinte aber Woeste, wenn denn doch eine Revision vorgenommen werden sollte, da sei er lieber für das allgemeine Stimmrecht. Die Verhandlung endete damit, baß die Kammer einstimmig beschloß, den Janson'schen Antrag in Erwägung zu ziehen. Von außen ward das Kammergebäude von erregten Menschengruppen umlagert, aus denen vielfache Ruse: „Es lebe die Revision!" erschollen. Dem Sultan der Türkei wurde von allen in Constantin- opel lebenden armenischen Notablen eine Adresse mit der Versicherung unbedingter Ergebenheit gegenüber dem Großherrn überreicht. Deutscher Reich. Darmstadt, 28. November. Den Kammern ging ein Gesetzentwurf betreffend die Gewährung eines Wohnungs- Zuschusses an die Beamten des Civilstandes zu. Der Zuschuß soll nach den festgesetzten Ortsklassen betragen 9, und 6pCt. des mittelst Decrets verliehenen pensions- fähigen Gehalts und bei der Pensionirung als Bestandtheil des pensionssähigen Diensteinkommens behandelt werden. Bei Beamtengehältern über 5000 Mk. wird kein Wohnungsgeld- zuschuß gezahlt. Netteste Nachrichten. WolffS telegraphische- Torrefpondenz-Bureau. Berlin, 28. November. In dem Prozesse gegen die 14 wegen des Köpen icker Krawalls Angeklagten sprachen die Geschworenen die Angeklagten Knoll, Maue und Budach des qualifizirten Landsriedensbruchs mit tödtlicher Körperverletzung, Fink und Reuter des qualifizirten Landfriedensbruchs, Wiwjorra, Trautmann, Sucker, Kapp, Pfeil, Schmidt und Buchwald des einfachen Landfriedensbruchs, Kulla der öffentlichen Aufreizung, endlich Ostwald der Betheiligung an der Schlägerei schuldig. Der Gerichtshof verurtheilte Knoll und Maue zu 7 jährigem, Reuter zu 5l/g jährigem, Fink zu 1 jährigem Zuchthaus, die übrigen Angeklagten in verschiedenen Abstufungen zu zweimonatlichem bis zu vierjährigem Ge- sängniß. Berlin, 28. November. Das „Militär-Wochenblatt" feiert in einem schwungvollen Artikel den 2 5 0. Jahrestag der Thronbesteigung des Großen Kurfürsten. Das Blatt hebt hervor, Friedrich Wilhelm sei nicht nur ein großer Staatsmann, sondern auch der Schöpfer des vaterländischen Heeres gewesen. Ihm verdanke der preußische Staat seine Wiedergeburt und ihm verdanke Deutschland die Wiederbelebung des vaterländischen Gedankens, der zu der Kaiserproclamation von Versailles führte. Die Nachkommen aus dem Hohenzollernstamme haben sich weiter an feinen Wahlspruch gehalten und denselben dem Heere und dem Volke vererbt: „Für Gott und mein Volk." Berlin, 28. November. Zum Schutze der Nordseefischerei ist an Stelle des bisher dort stationirten Avisos für 1891/92 eine Kreuzercorvette bestimmt. Kiel, 28. November. Bei der heutigen Wahl zweier- weiterer Stadtverordneten wurden die am 4. November unterlegenen Candidaten, Geheimrarh Sartori und Schuldirector Ahrens, mit je 2579 Stimmen gewählt. Die Socialisten unterlagen diesmal; sie erhielten 2000 Stimmen. München, 28. November. Die „Allgemeine Zeitung" theilt einen kurzen Brief Emin Paschas an Professor N.ak in Braunschweig mit, worin Emin aus Tabora vom 14. August meldet, er sende wiederum einige Sammlungen nach Berlin- in 4 bis 5 Tagen marschire er nach Uramba, dann zum Tanganyika oder nördlich. Paris, 28. November. Der M a r i n e m t n i st e r ordnete an, daß die Kenntniß der deutschen Sprachen in der Aufnahmeprüfung der Marineschule besonders zu berücksichtigen sei. Rom, 28. November. Der radicale Deputirte Ferrari sandte an die Kammer eine Interpellation an Crispi, worin er die Interpellation gewisser Bestimmungen des Allianzvertrags zwischen Italien und den Centralmächten verlangt. Petersburg, 28. November. Da die Cholera sich Jerusalem nähert, stellten die russichen Behörden die Ausfertigung von Pässen an dorthin reisende Pilger ein. — Die „PetersburgSkija Wjedomvsti" betonen die Nothwendigkeit, dem Personale der finländischen Behörden russische Elemente beizugeben. Dies sei nicht nur zur Förderung des Ruffenthums in Finland geboten, sondern auch aus sachlichen Gründen, denn nur zwanzig Prozent (inländischen Justizpersonals habe, wie das Blatt behauptet, Universitätsbildung genossen. Petersburg,28.November. Der deutsche Botschafter, General v. Schweinitz, feierte heute sein fünfzigjähriges Jubiläum. Namens des Czaren gratulirte der Chef des kaiserlichen Hauptquartiers, Generaladjutant Richter, ferner persönlich die Großfürsten Michael, Wladimir und Sergius in preußischen Uniformen mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens, sowie noch andere Mitglieder des russischen Kaiserhauses, das gesammte diplomatische Corps, die Minister, viele hohe Militärs und Civilbeamte, Damen aus der Petersburger Gesellschaft, endlich Deputationen von Petersburger und Moskauer deutschen Vereinen. Abends vereinigte ein Diner die Mitglieder der Botschaft, des deutschen Consulats und die Vorstände der Petersburger und Moskauer deutschen Vereine. Alsdann besuchte v. Schweinitz den Wohlthätigkeits- ball der deutschen Colonie. Buenos Aires, 28. November. Die Gehälter der Negierungsbeamten wurden mittelst Decretes um 10 pCt. herabgesetzt. — Die Kammern sind zu einer außerordentlichen Session auf den 15. December einberufen - zur Berathnng kommt die Beschaffung neuer, budgetmäßiger Hilfsquellen und neuer Stenern. Cocale# unö fiprovinzielle». Gießen, 29. November. — Eine kleine Sonntagsarbeit wurde den Familienvätern und den sonstigen Haushaltungsvorständen ins Haus getragen, nämlich die Zählkarten für die Volkszählung am 1. December. ~ Die Zählkarten sind gewissenhaft nach dem beiliegenden Schema und so zeitig auszufüllen, daß sie am Montag Vormittag wieder abgeholt werden können. — Kaiser-Panorama. Der Besuch des Kaiserpanoramas in dem Ladenlocal Mäusburg 12, parterre, nimmt mit jedem Tage noch zu so daß häufig, in den Abendstunden stets, eine Uebersüllung des Locals eintritt. Es lohnt sich aber auch der Mühe, die ausgestellten vorzüglichen photographischen Aufnahmen in Augenschein zu nehmen. Der Umstand, daß die einzelnen Bilder nicht wie Kraut und Rüben durcheinanderstehen, sondern dem Auge stets ein abgeschlossenes Ganze geboten wird, erhöht den Werth des Panoramas noch wesentlich. Heute und diese Woche wird die Serie Schloß Babelsberg und Glienicke, Trauerstraßen und Trauerzüge Kaiser Wilhelms I. und Kaiser Friedrichs gezeigt. Niemand versäume diese hochinteressante Serie in ihrer schönen Ausführung sich anzuschauen und empfehlen wir wiederholt, zum Besuche des Panoramas die Tagesstunden zu benutzen, da die Beleuchtung ebenso effectvoll wirkt, wie in den Abendstunden. Durch den bis jetzt durchweg guten Besuch sieht der Besitzer des Panoramas, Herr Schmidt, sich veranlaßt, seinen Aufenthalt dahier bis Ende März aus- zudehnen und können daher auch einzelne Personen, welche die Abonnementskarten allein benutzen, sich noch am Abonnement betheiligen; wir empfehlen deshalb nochmals solche Karten für 10 Besuche, umsomehr, da in nächster Zeit die großartigsten Serien zur Ausstellung gelangen: die Rheinreise, Besteigung des Mont Blanc, Oberammergauer Passionsspiele 1890, die Bayerischen Königsschlöffer rc. — Mit Interesse haben wir aus einer Bekanntmachung int gestrigen Blatt ersehen, daß morgen Herr Reichelt einen Vortrag Über Obstbau dahier halten wird. Wir kennen Herrn Reichelt aus seiner langjährigen Thätigkeit an dem pomologischen Institut zu Reutlingen als einen der tüchtigsten Obstmänner, als eine der ersten Autoritäten Deutschlands auf diesem Gebiet. Deshalb können wir dem Obstbauverein und der landwirtschaftlichen Schule zu Friedberg nur Glück wünschen, daß sie eine solche Kraft für sich gewonnen haben, und wollen hoffen, daß dieselbe ihnen recht lange erhalten bleibe. Dem morgigen Vortrag aber wünschen wir einen zahlreichen Besuch, damit die reiche Anregung, welche Herr Reichelt zu geben in der Lage ist, recht Vielen zum Nutzen dienen möge. p* Theater. Von Misch und Jakoby ist schon neulich im „Neuen Theater" ein sehr erheiternder Schwank, „Schützenfest" in Scene gegangen. „Die Strohwittwe" derselben Verfasser gibt dem „Schützenfeste" an wirksamer Komik nichts nach und überholt es in Bezug auf geschickte Scenenführung und rasch vorwärts schreitende Handlung. Gespielt wurde das niedliche Lustspiel sehr befriedigend. Die Hauptrollen des eifersüchtigen Hildebrand unb seiner Wally lagen in den Händen von Herrn Winolt und Fräulein Martin und I wurden von diesen treffend ausgeführt. Nur schien eß, alß I ob der erstere nicht überall seine Partie rein technisch ganz beherrsche. Vorzüglich war Herr Adam Reiners als Wenzel. Die umfängliche und dankbare Rolle des Meinhardt wurde von Herrn Rudolf Biebrach mit Gewandtheit und lustiger Laune wirksam repräsentirt. Sehr lieb war das Spiel von Frau Anni Reiners in der Rolle der munteren Käthe Groß. Frl. Elisabeth Bischoff, Frl. Unger und die Herren Goullon, Rupp und ganz besonders Herr Max Jaskowski trugen in ihren kleinen Rollen ausnahmslos zu dem trefflichen Eindruck der Vorstellung bei, die wiederholt mit dem lebhaftesten Beifall ausgezeichnet wurde. — In Bezug aus unsere Besprechung der „Ehre" möchten wir den Lesern nachträglich mittheilen, daß unsere ganz ausführliche Analyse des Stückes aus redactionellen Gründen auf etwa ein Drittel gekürzt werden mußte. Der stehen gebliebene Theil ist, wie unsere Leser wohl bemerkt haben mögen, naturgemäß leider an sich nicht ganz verständlich und nur für Denjenigen einleuchtend, der auch die ausgefallenen Zwischensätze ihrem Inhalte nach kennt. Wir bitten dieses nach Lage der Sache unvermeidlichen Versehens wegen nachträglich um Entschuldigung. — Theater. Nach dem gewaltigen Eindrücke, den die „Ehre" am letzten Dienstag auf ein zahlreich erschienenes Publikum gemacht hat, hat sich die Direction trotz den bedeutenden Unkosten entschlossen, das sensationelle Schauspiel auch einem weiteren Kreise von Kunstinteressenten durch eine Sonntagsaufführnng zugänglich zu machen. Jeder, der einmal ein großartiges Bild großstädtischen Lebens, sowohl seinen Nacht- wie seinen Lichtseiten nach, vor sich aufrollen lassen will, wird in der Aufführung von Sudermanns „Ehre" dazu eine Möglichkeit haben, wie sie sich ihm gleich verlockend so leicht nicht wieder bieten dürfte. E. Friedberg, 28. November. Das hiesige Kaiserliche Postamt wird am 1. December aus den seitherigen Mieths- räumen in das neue reichseigene Postgebäude an der Bahnhofstraße verlegt. Grünberg, 27. November. Aus dem Wege von Atzenhain nach Beltershain fand man heute Morgen in einem Graben liegend die Leiche eines Mannes aus Beltershain. Derselbe war gestern in Atzenhain und begab sich Abends ziemlich spät auf den Heimweg. Vermuthlich ist er unterwegs gefallen und so, unfähig, sich wieder zu erheben, eingeschlafen und des Nachts erfroren. Echzell, 26. November. Am 20. d. M. fand hier eine von unserem Herrn Pfarrer und dem Herrn Bürgermeister einberufene Versammlung behufs Gründung einer Molkereigenossenschaft, sowie einer Spar- und Darlehenskasse statt. Der auf diesem Gebiete äußerst thätige Herr Landwirthschastslehrer Dr. Ullmann-Büdingen beleuchtete die Dortheile eines solchen Unternehmens nach allen Seiten, während Herr Jhrig-Offenbach aus Grund feiner als Revisor des hessischen Verbandes, sowie als Anwaltschasts - Secretär der landwirthschaftlichen Genossenschaften des Deutschen Reiches gemachten reichen Erfahrungen über die Einrichtung der Molkereigenossenschaften sprach und Vorschläge bezüglich der Beschaffung des erforderlichen Anlage- und Betriebscapitals machte, welche einstimmige Annahme fanden. Durch Statut wurde festgesetzt, daß jedes Mitglied ein während der Mitgliedschaft unkündbares Darlehen, sogen. Sicherungseinlage, der Genossenschaft zu belassen hat im Betrage von je 10 Mk. pro gezeichnete tägliche Lieferung von 1 Liter Milch. Mit 1500 Liter Milch wird die Molkerei ihren Betrieb eröffnen — ein Quantum, das bei den hier vorliegenden Verhältnissen in kurzer Zeit mehr als verdoppelt werden wird. In derselben Versammlung wurde auch eine Spar- und Darlehenskasse errichtet, und wenn die Mitternachtsstunde nicht schon vorüber gewesen wäre, wäre es auch noch zur Gründung eines Consumvereins gekommen. x. Aus dem Ohmthal, 28. November. Die obere Ohm, welche sonst nur bei strengster Winterkälte zusriert, weil ihre Zuflüsse säst ausschließlich Quellwasser führen, ist vollständig mit einer dicken Eisdecke überzogen. Es ist dies ein Beweis, mit welcher Macht der Winter gleich seine Herrschaft angetreten. Es herrscht gegenwärtig eine Kälte von durchschnittlich — 10° R. Selbst in den Wohnstuben sind am Tage die Fenster nicht völlig eisfrei zu halten. § Gedern, 27. November. Der auf den 2. December anberaumte Viehmarkt wird wegen der in der Umgegend herrschenden Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten. △ Steinheim, 28. November. Unter den Bewohnern unseres Ortes, wie der unserer Nachbarorte wird es für wünschenswerth erachtet, daß die bei Trais-Horloff bestehende Haltestelle für Güter auch zum Personen-Verkehr eingerichtet würde. Ein diesbezügliches Gesuch wird demnächst, mit zahlreichen Unterschriften der Bewohner unseres Ortes, wie derjenigen unserer Nachbarorte versehen, bei der Direction der Oberhessischen Bahnen eingereicht werden. vermischtes. «iekte«, 29. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Sutter pr. Pfd. 1,00-105, Hühnereier 1 ©t 7-9, 2 St. — Enteneier 1 St.--4, 2 ©t — 4- Käse pr. St. 4—8 4, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 1b H, Linsen pr. Liter 28 A, Tauben pr. Paar A 0,50—0,65, Hühnerpr. Stück X 0,85-100, Hahnen pr.St X 0/0-0,90 Enten pr. Stück X 1,50-1,80, Ochsenfleisch pr. Pfd- 70—74 H, und Rindfleisch 60—64 X Schweinefleisch 70—80 H, Hammelfleisch 62—68 H, Kalbfleisch 60-64 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo ^3^0-5,50, WeUraut pr. St. 3-7 Zwiebeln per Centner X 6,00—0,00, Milch per Liter 12-18 H. Gänse pr- Pfd- 45-56 * Darmstadt, 28. November. Die Prüfungen für die Stellen der Werkmeister an den Gefängnissen und am Arbeitshause sollen Montag den 29. December 1890, Vormittags 9 Uhr, dahier beginnen. Die Anmeldungen um Zulassung zu diesen Prüfungen sind spätestens 14 Tage vor dem anberaumten Termine bei Großh. Oberstaatsanwaltschaft einzureichen. * Aus höherer Stufe. Amerikaner: „Aus das Essen wird in Deutschland nicht so viel Werth gelegt, als bei uns. In Amerika hat aber auch jede Familie ihren Koch." — Berliner : „Wenn's weiter nichts ist! Bei uns hat sogar jeder Soldat seine Köchin!" _____ — Mode-Bericht 1890/91. Das bekannte Seidenhaus Henneberg in Zürich schreibt uns: Es ist sehr schwierig, unter . all' den neuen Seidenstoffen, Geweben, Farben und Dessins den einen oder anderen Genre als bevorzugt oder tonangebend zu bezeichnen; es ist wieder ein sehr reiches Füllhorn, oas uns die Göttin Mode" für den Herbst und kommenden Winter bringt; auch der anspruchsvollste Geschmack kann befriedigt werden und unter all' den tausenden von Compositionen, Farben, Streifen rc. durste wohl so mancher Dame die Wahl recht schwer werden, und wird wohl ost die Schneiderin, als höchste und letzte Instanz, das entscheidende Wort sprechen müssen! Gestreifte und einfarbige Stoffe sind noch ebenso bevorzugt, wie schottische; für nächstes Frühjahr werden wieder groß und klein carrtrte Seidenstoffe dtspontrt in allen möglichen Farbenzusammenstellungen. Damaste, Satin merveilleux und Duchesse tn schwarz, weiß und farbig, bleiben immer noch in lebhafter Rach- frage und dürften wohl so bald noch nicht ihren beliebten Platz verlieren, ebensowenig wie Hennebergs Monopolsetde; schwarze Atlasse mit breiten und schmalen Streifen, Armüre Royale, farbige Damaste mit schwarzen Blumen und Phantasie-Effecten, sowie schwarze Damaste mit farbigen Dessins sind hervorragende Neuheit. Statt der gelben rohseidenen Bastkleider sind die grauen rohseidenen ShantungS oder PongSes bevorzugt. CrSpe de Chine und Seiden-Gaze für Ballzwecke sind viel, namentlich in den neuesten Farben, bestellt worden. Sammte für ganze Roben und Garntturzwecke lassen auch diesen Winter die Plüsche noch nicht aufkommen, und doch ist gerade Plüsch ein so herrliches Gewebe und jedem Teint so sehr schmeichelnd. Die neuesten Farben sind: Anemone, goldgelb, akaziengrün, nicket, Platine, oudme (im Tone des serpent, das sich merkwürdig schnell unzählige Freundinnen erworben hat), corail und libellule, ein Ersatz für electric. — Mit einer gewissen Freude und Genugthuung constatire ich gern, daß die Damen endlich wieder anfangen, sich bet schwarzen Stoffen den bessern Qualitäten zuzuwenden — sie haben ihre Erfahrung mit den als „Lockvögel" offertrten, anscheinend so sehr billigen dickgerippten Seidenstoffen theuer genug erkauft; diese Stoffe, die aus 2/a Farbstoff und 73 Seidenfaden bestehen, sind wahrlich den Macherlohn nicht werth, aber--sie sind billig 1 - (280) Neskehr, €anö. nnb - «imtehung »er Postwerth,eiche« altere« Art. V°m 1. December 1890 ob werden tue Verlehrsanftatten nur noch Postwerthzeichen neuerer Art verkaufen. Die alsdann noch in den Händen des Publikums befindlichen Postwerthzeichen älterer Art (Freimarken, sowie gestempelte Briefumschläge, Postkarten, Streifbänder und Postanweisungs Formulare) können noch bis zum 81. Januar 1891 zur Franktrung von Postsendungen verwendet werden. Vom 1. Februar 1891 ab verlieren die älteren Poft- werthzetchen ihre Gültigkeit. Dem Publikum soll tndetz gestattet sein, die bis dahin nicht verwendeten Poftwerthzeichen älterer Art btS spätestens zum 31. März 1891 gegen neuere Werthzeichen gleicher Gattung und von entsprechendem Werthe umzutauschen. Gestempelte Briefumschläge und gestempelte Streifbänder werden gegen Freimarken zu 10 und 3 Pfg. umgetauscht, die Herstellungskosten werden mit I Pfg. für jeden gestempelten Briefumschlag und 72 Pfg. für ledes gestempelte Streifband baar erstattet. Der Umtausch der alteren Poftwerthzeichen gegen neue wird an den Postschaltern bewirkt. Postsendungen, welche nach dem 31. Januar 1891 noch mit Werth- zetchen älterer Art zur Auflieferung gelangen, werden dem Absender zurückgegeben, oder wenn dies nicht lhunlich fein sollte, als unfrankirt behandelt werden. Vom 1. April 1891 ab sind die Verkehrsanstalten zum Umtausch älterer Poftwerthzeichen nicht mehr befugt. — Wegfall der gestempelte« BriefumschlSge und der gestempelten Streift)»«»«. Vom 10.D-c.mb-r ISOOab werben g stempelte Briefumichläge und gestempelte Streisbander Seitens der Verkchrsanftalten nicht mehr verkauft. Von demselben Zeitpunkt ab wird die Reichs Postverwaltung derartige Postwertbzerchen überhaupt nicht mehr Herstellen lassen und zum Verkauf bringen; dem Publikum bleibt überlassen, ungestempelte Brsifumschläge und Streifbänder zu verwenden und mit den erforderlichen Freimarken zu bekleben. Die am 10. December 1890 noch in den Händen des Publikums befindlicher gestemp lten Briefumschläge und gestempelten Streifbänder neuerer Art können weiter verwendet werden. Dagegen behalten die Brt.fumschläge und Streifbänder mit W- tbzttchm älterer Art nur noch bis zum 31. Januar 1891 ihre Gültigkeit. Auszug uus den StandescunLsregifteen der Stadt SWtu Aufgebote. November: 24. Dr. Earl Nicolaus Ustnger, GerichtSaccesfist zu Mainz, mit Charlotte Johanna Babette Noll dahier. 24. Philipp Werner, Taglöhner dahier, mit Marie Eltsabethe Erb Hierselbst. 25. Leonhard August Wilhelm Robert Brauch, pract. Arzt zu Steinbrücken, mit Bertha Philtppine Wilhelmine Fuchs zu Dillenburg. 27. Heinrich Arnold, Glasermeister zu Gießen, mit Elisabeth Katharine Welker Hierselbst. 27. Gustav Emil Theodor Müller, Garnison- Verwaltungs-Jnspector dahier, mit Johanna Mielke zu Saarbrücken. Gheschlietznnge«. November: 26. Georg Wink, Schuhmacher dahier, mit Elisabeth Leib hierselbst. 26. Gottfried Mankel zu RachelShausen, Knecht dahier, mit Catharina Nasemann von Allendorf bei Kirchhain. 26. Johann Friedrich August Lotz, Bäckermeister zu Ems, mit Jacobine Karoline Emilie Christine Georgine Maria Emma Frech dahier. 26. Johannes Btcker, Metzger zu Wetzlar mit Catharine Balzer von Rosenthal. 28. Jacob Heinrich Hammel, Fabrikarbeiter von Trohe, mit Maria Gertrude Thielmann, geb. Nickel, Wittwe von Schuhmacher Heinrich Thielmann dahier. Geborene. , November: 16. Dem Taglöhner Ludwig Baumann eine Tochter, Katharine. 18. Dem Universitäts-Professor Dr. Konrad Cosack ein Sohn, Karl Albert Heinrich Hellmuth. 20. Dem Schriftsetzer Hermann Stolting eine Tochter, Anna Elifabetha Bertha. 22. Dem Hüttenarbeiter Philipp Balser ein Sohn, Wilhelm. 23. Dem Bahnhofs- arbeiter Jacob Dingel ein Sohn. 24. Dem Bremser bei den Ober- hessischen Eisenbahnen Hans Heinrich Scherz ein Sohn, Karl Heinrich Moritz. 25. Dem Landgerichtsgehülfen Otto Geilfus ein Sohn. 25. Dem Schaffner bei den Oberhessischen Eisenbahner Johannes Schlitt eine Tochter, Katharine Carola Johanna. 26. Dem Schmied Johann Georg Schäfer ein Sohn. Gestorbene. November: 23. Sophie Wöhler, geb. Grohn, 32 Jahre alt, Ehefrau von Bergmann Christian Wöhler zu Winnersbach. 25. Karl Gräber, 12 Jahre alt, Sohn von Georg Gräber zu Niederwetz. 26. Heinrich Steinmüller, 50 Jahre alt, Zimmermann von Rodgen. 27. Luise Helene Laudon, 5 Jahre alt, Tochter von Schreiner Adolph Laudon dahier. 28. Katharine Weller, geb. Wadenpfuhl, 67 Jahre alt, Wittwe von Dienftmann Melchior Weller II. dahier. 28. Elise Petri, geb. Soldan, Wittwe von Weißbindermeifter Heinrich Petri dahier. 28. Otto Hollmann, 11 Jahre alt. Sohn von Maschinen- fabrtkant Friedrich Hollmann zu Oberndorferhütte. ArrsMS den ds* Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 26. November. Johannes Becker, Metzger zu Wetzlar, und Katharina Balzer, Tochter des verstorbenen Zimmermanns Wilhelm Balzer aus Rosenthal. Denselben. Georg Wink, Schuhmacher, ein Wittwer, und Elisabeth Leib, Tochter des verstorbenen Aufsehers Konrad Leib, zu Gießen. Denselben. Johann Friedrich August Lotz, Bäckermeister zu Ems, ein Wittwer, und Emma Frech, Tochter des verstorbenen Octroierhebers Heinrich Frech zu Gießen. Den 28. November. Heinrich Hammel, Fabrikarbeiter aus Trohe, ein Wittwer, und Marie Gertrud, geb. Nickel, Wittwe von Schuhmacher Heinrich Thielmann. Getaufte. Den 23. November. Dem Secondlteutenant Karl HooS eine Tochter, Anna Amalie Lina Johanna, geboren den 29. September. Denselben. Dem Handelsmann Johann Hankel ein Sohn, Heinrich Adolf, geboren den 9. October. Denselben. Dem Taglöbner PhUipp Roll eine Tochter, Anna Katharina Elisabeth, geboren den 25. September. Denselben. Dem Metslldreher Emil Schützler eine Tochter, Therese Marie Johanna, geboren den 5. October. Beerdigte. Den 22. November. Julius Hoch, Bauunternehmer, alt 61 Jahre, starb den 20. November. Den 23. November. Dr. Wilhelm Diehl, Gymnasiallehrer i. P., alt 83 Jahre, starb den 21. November. Denselben. Elisabeth Wittich, geb. Becker, Wittwe von Schuhmacher Georg Wittich, alt 79 Jahre, starb den 20. November. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. Sonntag den 30. November: Kinderkirche um 7-12 Uhr. Gedenket der hungernden Vögel! SBMBta—MllllllllilBI mWIBHIIIHI I Illi Wir irBtflBMMBBiaiig IIITIBWMMMaMKgMBBeaBWgaMMiiegaBMMCT — G,e@rg la», Spengler, 12 Marktstrasse 12 empfiehlt: alle Arten Spielwaaren für die Puppenküche, sowie ________Kochherde in schönster und größter Auswahl. ss8i eEau de Cologne double ▼o« Maria Clementine Niessen gegenüber dem Dom-Cöln a. Bh. o mit (toldetiquette und nebenstehender Öehwtieoarke „lönne“. Anerkannt eh die beste durch Zuerkennung der Goldene» Medaille und Diplome d'Ilonneur auf den Ausstellungen in Edinburgh und Cole 18.\ Mau achte flehetzauu-ke. aal'den Namen L>r. A ’hiann 'n holten in nucllfolg. Dcenr-j von J. H. Fuhr Sonnenstrasse 25. Louis Rothenberger Gerichtstaxator. „ . , Süsser Medicinal- r. «mann s jjeidelbeer -Wein Briefpapier und Couverts Von der Versteigerung in Villa Pietsch sind die nachbenannten übrig gebliebenen Gegenstände in meinem Hause, Neuenweg 22, lbt|6e Erb Ä ÄS’«wies Sju »fflenfej. Mstn Garntsov- ^Saarbrücken. M*. 26.5^ 'Mta. 26. ■öaljer von Rosenthal °on-uohe, mit Malta 1 Schuhmacher Heinrich Bekanntmachung. Den der Hauptagentur Gießen zugewiesenen Rentenbeziehern der Renten- und Lebensversicherungsanstatt zu Darmstadt zur Nachricht, daß die Iahresrenten im Laufe des Monats Deeember d. I. dahier erhoben werden können. 9960 Gießen, den 29. November 1890. Luskhardt, Oswaldsgarten 19, II. KHZ Aechte von H. 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