liche an unserer Bergmannsarbeit, dies ewige Einerlei hier unten: kein Tag und keine Nacht, kein Frühling, Sommer, Herbst und Winter, ewig die dunstige, kohlenstaubgeschwängerte Lust! Was man da an Gift in den acht Stunden, die man täglich hier unten arbeitet, in die Lunge aufnimmt, bringt man in den sechzehn Stunden oben nicht wieder heraus. Wir Bergleute werden nicht alt- wir vergiften uns langsam, aber sicher, wenn wir nicht schon vorher durch schlagende Wetter, Einsturz, Ueberschwemmung oder irgend eine andere der unzähligen uns stündlich umlauernden Gefahren ein jähes Ende finden." Inzwischen waren wir immer weiter vorgedrungen und sahen jetzt in der Ferne ein Licht schimmern. Unser Führer zündete eine Sicherheitslampe an, die er bei sich führte, blies sein Grubenlicht aus und forderte uns auf, dasselbe zu thun und ihm vorsichtig zu folgen. „Hier kommen wir „vor Ort", wo die Kohlen gehauen werden," sagte er, „es wird seit einigen Tagen hier mit der Sicherheitslampe gearbeitet, da man böse Gase im Flötz vermuthet. Dieselben verlöschen die Sicherheitslampe einfach, während sie bei einer andern explodiren. Wenn solche Gase entdeckt sind, muß eine Luftschacht nach oben gebohrt, oder, wenn das zu große Mühe und Kosten verursacht, das Flötz ausgegeben werden." Jetzt standen fober vielmehr knieten wir dicht bei den Hämmern - denn wir hatten schon den letzten Theil des Weges fast kriechend zurücklegen müssen, so niedrig war der Gang. Die Leute lagen wie Maulwürfe am Boden und hackten mit eintönigem Schlage in die Kohle, die losgelösten Stücke nach hinten schiebend, wo sie Andere in kleine, niedrige Wagen luden. Wir standen eine Zeitlang schweigend da und schauten der schweren Arbeit zu, dann machten wir Kehrt. An der Stelle, wo wir sie vorher verlöscht, zündeten wir unsere Lichter wieder an und gelangten auf demselben Wege wieder an den Schacht. Als unser Führer uns fragte, ob wir auch noch das obere Flötz sehen wollten, an dem wir vorher vorbeigefahren waren, sagten wir einstimmig Nein und eilten, den Aufzug zu besteigen, der uns in wenigen Augenblicken wieder ans Tageslicht brachte, das wir mit aufrichtiger Freude tief aus- athmend begrüßten. Wir waren eine Stunde unten gewesen, abgeschieden von Luft und Licht. Jetzt empfanden wir erst so recht, ein wie großes Glück es ist, hier oben leben und für sein Leben kämpfen zu dürfen. * In dem Kundenverzeichuiffe eines bekannten Industriellen bei B. in der Bergstraße, welcher nach den Reichslanden Geschäfte macht, sind hinter jedem Namen die durch die Reisenden gesammelten besonderen Ansichten über den persönlichen Character des Inhabers vermerkt. Hinter einer Firma, welche durch ihre Chicanirerei berüchtigt ist', steht das Wort „Chicaneur". Bei Adressirung der Reise-Avise schrieb nun kürzlich der jüngste ahnungslose Lehrling: „Herrn P. R., Ehicaneur." Der Reisende wurde bei seiner Ankunst vom Adressaten natürlich sehr „warm" empfangen und portofrei auf die Straße expedirt. * Erster Geschäftsreisender: .... „Ich warte also längere Zeit im Comptoir auf den Ober-Ches des Hause- . . . endlich höre ich einen Fußtritt ..." — Zweiter: „Wirklich bloß gehört?" Nr. 253. Donnerstag den 30. October 1890 Der -ktzerrer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener MamttieuStäiter werden dem Anzeiger «Lchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Vierteljähriger KvonnementspretOh 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schntstraße Ar.1. Fernsprecher 51. Amts- rmd Anzeigebtatt für den Areis <8ieszen he vvn Gratisbeilage: Gießener IawilienSlätier Theil Mellen Cours- A t nächster Zage. Y zuliesern- v. Gagern. 8758 Feuilleton // innen ist es immer warm, hier oben Sommer ist oder Winter, dringen nicht so tief in die Erde. die Strahlen der Sonne Das ist eben das Schreck- Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Lorm. 10 Uhr. t in von der uen, die vom cke Mzetuuscht A8e Annoncm-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. letzten drei Jahren auszählenden Rede eröffnet. Ferner wird aus Belgrad die Abreise Milans in's Ausland gemeldet und soll die serbische Regierung sehr froh sein, daß sie nun diesen unbequemen Aufsichtsrath losgeworden ist. Endlich signalisirt man aus Constantinopel die Beilegung der Streitigkeiten zwischen der Pforte und dem griechischen Patriarchen. Der alte Gladstone setzt seinen Redefeldzug in Schottland gegen das Ministerium Salisbury mit ungeschwächten Kräften fort. So hielt „old Glad“ am Montag in Edinburg eine Rede, in welcher der Oppositionsführer zur Abwechslung die auswärtige Politik Salisburys tüchtig heruntermachte. Namentlich mißbilligte Gladstone die Specialmission Salisburys an den Papst, welche fast einer Anerkennung der päpstlichen Forderungen gleiche. i Logis von 4 Zimmern, ßtt* Mftrltiiung, LanMrg?. rs-ZS- Mnfhundert Meter unter der Erde. Von Hugo Werth. (Schluß.) Der übrige Theil des Bodens war ziemlich trocken, so daß es sich hier, abgesehen davon, daß man jeden Augenblick zur Seite springen mußte vor einem ankommenden und in der Dunkelheit erst ganz in der Nähe bemerkbaren Wagenzug, sehr gemüthlich gehen ließ, im Vergleich zu den Gängen, die wir nun betraten. Das waren die nach allen Richtungen auseinander gehenden in dem Flötz selbst befindlichen Stollen, aus denen die Kohle schon gehauen war. Hier war nur noch ein schmales Geleise und die Decke senkte sich oft so tief, daß wir uns zu unfern halben Höhe niederbjicken mußten, um nicht anzustoßen. Wände und Decken waren mit Balken verzimmert und man mußte sich wohl in Acht nehmen, daß Kopf ober Ellenbogen nicht mit irgenb einem hervorstehenben Stück unliebsame Bekanntschaft mache. Dabei wateten wir bis über bie Knöchel in schmutzigen Lachen unb wurden von oben bis unten von dem durch die Balken sickerndem Wasser bespritzt. Trotzdem froren wir nicht, sondern empfanden sogar eine gewisse angenehme, drückende Wärme, die zunahm, je weiter wir vordrangen und je enger die Stollen wurden. Als Einer von uns seiner Verwunderung darüber Ausdruck Gießen, am 27. October 1890. Betr.: Die Erhebung und Verrechnung der evangelischen Kirchensteuer von 1890/91. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien de- Kreises. Einem Ersuchen Großh. Oberconsistoriums entsprechend, beauftragen wir Sie, die Gemeinde-Einnehmer anzuweisen, die bi- jetzt eingegangene Kirchensteuer von 1890/91 — soweit noch nicht geschehen — unverzüglich in runder Summe an den Rechner des evang- Centralkirchenfonds absei, es hätten sich überhaupt keine Gewaltthätigkeiten ereignet, Meusel und seine Gefährten hätten erst außerhalb der Stadt Witu und nachdem sie von den Wituleuten angegriffen worden seien, ihre Schußwaffen gebraucht. — Das traurige Ereigniß bedarf jedenfalls noch immer einer näheren Aufklärung. Das neueste Avancement im österreichischen Heere, welches das Wiener „Militär-Verordnungsblatt" veröffentlicht, weist eine besonders interessante „Nummer" aus. Es ist nämlich Graf Hartenau, der ehemalige Bulgarensürst, bisher überzähliger Oberst des 6. Dragoner-Regiments, zu dem in Graz stehenden Infanterie-Regiment „König der Belgier", einem der historisch berühmtesten Truppentheile des österreichisch-ungarischen Heeres, versetzt worden. Hiermit ist Graf Hartenau in den activen österreichischen Heeresdienst eingetreten und man darf einigermaßen gespannt darauf sein, ob in demselben der fürstliche Sieger von Slivnica und Pirot eine rasche Karriere machen wird. In den russischen Regierungskreisen wird die Nachricht von der Activirung des Battenbergers im österreichischen Heere jedenfalls mit gemischten Empfindungen ausgenommen werden. In der Schweiz sind am vergangenen Sonntag zwei große Wahlacte vollzogen worden. Bei dem einen handelte es sich um die durch Volksabstimmung vorzunehmende Revision der Bundesverfassung, betreffend die Einführung der staatlichen Unfall- unb Krankenversicherung in ber Schweiz, unb hat bie Abstimmung mit großer Mehrheit bie Genehmigung bieser bebeutsamen socialpolitischen Neuerung ergeben. Der zweite Wahlact bestaub in ber Vornahme ber Nationalrathswahlen, bie sich unter lebhafter Betheiligung unb theilweise großer Erregung ber Wählermassen vollzogen. So weit bekannt, haben bei ben Wahlen zur ersten gesetzgebenben Körperschaft ber Schweiz bie Freisinnigen einige Vortheile errungen, während bie socialbemokratische Partei in Zürich unb Basel, sowie bie conservative Volkspartei in Bern Nieberlagen erlitten. In Paris würbe am Montag bie „kleine Allianz" zwischen Rußlanb unb Frankreich, nämlich bie Civiltrauung ber Tochter bes russischen Botschafters Baron Mohrenheim mit bem französischen Jägerlieutenant Dssore, vollzogen. Natürlich fehlten bei bem Acte politische Anspielungen auf bie russisch-französische Freunbschast nicht. Von ber Balkanhalbinsel liegen biesmal gleichzeitig eine Reihe interessanter Nachrichten vor. Zunächst fanben am Sonntag in Griechenland bie Neuwahlen zur Deputirtenkammer statt, bei benen bie Opposition siegte, benn es würbe kaum ber britte Theil der ministeriellen Candidaten gewählt; voraussichtlich wird daher das Ministerium Trikupis zurücktreten müssen. Weiter wurde am Montag in Sofia die Sobranje- Session durch den Fürsten Ferdinand seierlichst mit einer sehr zuversichtlich gehaltenen und bie Erfolge Bulgariens in ben politische ttebersicht. Gießen, 29. October. Ein hoher Gast ist in ber Person bes Königs Leopold von Belgien zum Besuch bei den Kaiserlichen Majestäten in Potsdam eingetroffen. Die Ankunft bes Königs auf bem Potsbamer Bahnhofe erfolgte am Dienstag in ber fünften Nachmittagsstunbe, und fand hierbei großer militärischer Empfang statt. Der Kaiser begrüßte seinen erlauchten Gast auf dem Bahnhof in herzlichster Weise und denselben Charac- ter trug auch die Begrüßung zwischen König Leopold und den zum Empfang erschienenen königlichen Prinzen. Der Kaiser geleitete sodann den König nach dem Stadtschloffe, woselbst der belgische Monarch Wohnung nahm. Daß der jetzige Aufenthalt König Leopolds am deutschen Kaiserhose einen politischen Hintergrund haben sollte, ist schwerlich anzunehmen, es handelt sich wohl bloß um die Erwiderung des Besuchs, den Kaiser Wilhelm gelegentlich seiner letzten Reise nach England den belgischen Majestäten in Ostende abstattete. Ueber die Ermordung Küntzels und seiner deutschen Landsleute im Sultanat Witu bringt jetzt der „Reichsanzeiger" einen osficiellen Bericht des deutschen Generalconsuls Micha- helles in Zanzibar, der indessen diesen blutigen Vorgang auch nicht sonderlich ausklärt. Der Bericht stützt sich auf Mit- theilungen des Vertreters der früheren Witugesellschaft aus Lamu, wonach in jenen Gegenden während der letzten Monate eine allgemeine. Gährung herrschte, die durch den englischerseits veranlaßten Anschlag eines Deerets gegen den Sclaven- verkanf und durch das unvorsichtige Auftreten Küntzels zum Ausbruche gelangte. Dagegen hat Meusel, der einzige der Metzelei von Witu entronnene Gefährte Küntzels, protocollarisch ausgesagt, daß ihm von einer heftigen Scene Küntzels mit dem Sultan oder mit einem seiner Beamten nichts bewußt Deutsche- Reich. Darmstadt, 28. October. Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 42 enthält: 1. Verordnung, die Ausführung der Landesfeuerlöschordnung vom 29. März 1890 betreffend. 2. Gesetz, die Ableistung des Diensteides betreffend. 3. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Gebühren der Ausstellung und Fortführung der Umlagekataster I. Abtheilung für die Unfallversicherung der in land- unb forstwirthschastlichen Betrieben beschäftigten Personen betr. Darmstadt, 28. October. Zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Großherzoglichen Hofe wurde vom Kaiser der bisherige Generalconsul in Budapest, Legationsrath Freiherr v. Plessen, ernannt. Be rlin, 27. October. Von Sr. Excellenz dem General- Feldmarschall Grafen Moltke ging der „Post" folgendes Schreiben zu: Gelegentlich meines Geburtstages sind mir vom Jn- und Auslande so zahlreiche Glückwünsche zugegangen, daß mir unmöglich ist, die nach Tausenden zählenden Briese und Telegramme alle zu beantworten. Ich bitte daher, allen Denjenigen, die meiner so freundlich gedacht haben, auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank aussprechen zu dürfen. Berlin, den 27. October 1890. Graf Moltke, Feldmarschall. Berlin, 28.October. Zwischen der Reichsregierung und der preußischen Regierung ist ein Einvernehmen dahin angebahnt, die Unzuträglichkeiten des Zusammenarbeitens der Parlamente so weit wie irgend thunlich herabzumindern. Man hofft es wenigstens zu erreichen, so meldet die „Magd. Ztg.", daß nicht besonders wichtige Arbeiten gleichzeitig im Reichstage und Landtage zur Berathung gelangen. In beiden Parlamenten ist in den nächsten Tagungen den Commissionen und Wasserleitung P-' WMHorstrL-- gab, nahm unser Führer wieder das Wort: „Dort hinten am Schacht," sagte er, „und in den Hauptgängen, da weht oft ein eisiger Luftzug, aber hier ist es einerlei, ob es da /Tart * auch GartenanM. M vn- eine weite Thätigkeit eingeräumt; dieser Umstand dürfte den erwähnten Absichten bei Aufstellung des Arbeitsplanes wesentlich zu Hilfe kommen. Gleich nach Beginn der Neichstags- arbeiten werden aus der Mitte des Hauses die Anträge des CentrumS wegen Aushebung des Jesuitengesetzes und wegen Verschiebung des Inkrafttretens des Arbeiter-Altersversorg- ungügesetzes eingebracht werden. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 28. October. Der „R e i chsanz eigcr" untersucht an Hand der Preisbewegungen von Schweinefleisch, Speck und Rindfleisch die Frage, ob und in wie weit die hohen Fleischpreise mit den Viehzöllen und Vieheinsuhrverboten Zusammenhängen, und weist ziffernmäßig nach, daß weder eines noch das andere ausschließlich die Ursache ist, vielmehr hätten die schlechten Futterernten von 1888 und 1889 eine Verminderung des Viehbestandes und damit Fleischtheuerung hcrvorgerusen, und ebenso würde die gute diesjährige Ernte gegentheilig wirken. Eine erneute Prüfung des Seuchen- zustandcs der Nachbarländer werde eventuell eine weitere Milderung der Einfuhrverbote herbeisühren. Berlin, 28. October. Den „Politischen Nachrichten" zufolge sind die Etatsarbeiten so weit vorgeschritten, daß der Reichshaushaltsetat dem Reichstage bei seinem Wiederzusammentritt am 18. November vorgelegt werden kann- zum Vorsitzenden der Commission für die zweite Lesung des bürgerlichen Gesetzbuchs sei der Staatssecretär des Neichsjustizamts in Aussicht genommen. Köln, 28. October. Der „Köln. Volköztg." wird aus Dortmund gemeldet, es verlaute, daß der deutsche Walzwerkverband eine Preiserhöhung um 10 Mk. pro Tonne beschlossen habe. Die bisher dem Verbände fern- gestandenen Werke seien bis aus zwei nunmehr demselben beigetreten. Düffeldorf, 28. October. Das Betriebsamt der rechtsrheinischen Eisenbahn hat aus Ermittlung desjenigen, welcher am Samstag auf dem Geleise der Eisenbahnstrecke Benrath- Köln eine Dynamitpatrone mittelst Steinen sestlegte, eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Stuttgart, 28. October. Der „Staatsanzeiger" meldet: Generallieutenant v. Wölckern wurde mit der Führung des 13. Armeecorps beauftragt. Die Königlich preußischen Generalmajore Lindequist und Nickisch-Rosenegk wurden zu Commandeuren der 26. und 27. Division, die Generalmajore Gleich und Clausen zu Generallieutenants ernannt. Schwerin, 28. October. Den „Mecklenb. Nachr." zufolge ist der Asrikareisende Gerhard Rohlss erkrankt. Wien, 28. October. Die „Polit. Corr." meldet aus Pest: Gestern sand in der Fachcommission des ungarischen Handelsministeriums ein Gedankenaustausch betreffs der Ver- befferung der Handelsbeziehungen zu Deutschland statt. Der überwiegende Theil der Mitglieder zeigte sich Zollherabsetzungen geneigt. Mit Bezug hieraus wurden con- crete Vorschläge gemacht, jedoch die Berathung derselben von dem Handelsminister als verfrüht abgelehnt. Graz, 28. October. In der Umgebung des Grasen Hartenau betont man, daß Hartenau durch seinen activen Eintritt in den österreichischen Heeresdienst feierlicher als je den Bruch mit seiner politischen Vergangenheit und die Verzichtleistung auf jede politische Rolle ausgesprochen habe. Bern, 28. October. In Freiburg hat die Negierung, welche sich bedroht glaubte, zu ihrem Schutze eine Compagnie, aber ohne deren Hauptmann, aufgeboten und Bauern nach der Stadt kommen lassen und dieselben hier bewaffnet. Hieraus bewaffneten sich die Liberalen ebenfalls. Der Bundesrath hält in dieser Angelegenbeit heute nach dem Eingänge näherer Berichte eine nochmalige Sitzung. Haag, 28. October. In der heutigen ersten gemeinschaftlichen Sitzung der beiden Kammern erstattete der Ministerpräsident Mackay Bericht über den Gesundheitszustand des Königs. Die Aerzte hätten constatirt, der König sei außer Stande zu regieren. Der Justizminister und der Minister der Colonien, die den König persönlich gesehen haben, bestätigen . die Aussage der Aerzte. Der Ministerrath verlangt von den Generalstaaten die nach der Constitution ersorderliche Erklärung, woraus die Sitzung bis Morgen Nachmittag 2 Uhr vertagt wird. Paris, 28. October. Das „Journal des Däbats" meldet, Meline, der Präsident der Zollcommission, erachte den Entwurf des Generalzolltarifs bezüglich der land- wirthschastlichcn Zölle als unzureichend und werde eine Zollerhöhung der Agriculturproducte beantragen. — Der Strike der Glasarbeiter von Deffogeö ist nach dreimonatlicher Dauer beendet. Lissabon, 28. October. Hier eingcgangenen Nachrichten zusolge fand gestern eine nochmalige Unterredung des portugiesischen Geschäftsträgers in London mit Salisbury statt, worin letzterer Geneigtheit zeigte, über einen neuen Vertrag zu verhandeln. Ferner verlautet, man werde jetzt in London über Bedingungen für einen modus vivendi be- rathcn, welcher während der Verhandlungen über den neuen Vertrag auzuerkennen sei. Athen, 28. October. Der 90. Geburtstag deö Gene- ral-Feldmarschalls Grasen v. Moltkc wurde hier in einem Meeting sestlich begangen, in welchem Depew und General Sigel als Festredner austraten. Athen, 28. October. Der Ministerpräsident Trikupiö hat in Folge des AussalleS der Wahlen seine Demission eingereicht. Der König hat Delyanncs mit der Bildung eines CabinetS betraut. Adolf Dikflerwrg. Zu seinem hundertsten Geburtstag. Von I. Oehlenschläger, Lehrer. Gießen, 29. October 1890. Vor drei Tagen feierte das deutsche Volk in dankbarer Erinnerung den neunzigsten Geburtstag des Mannes, der Deutschlands Heere zu Ruhm und Ehre gesührt, der, vereint mit dem Fürsten Bismarck und mit Kaiser Wilhelm L, Deutschland einig, groß und mächtig machte, so daß es geachtet ist von den Völkern der Erde und gesürchtet von den Feinden germanischen Lebens. Heute begeht es den hundertsten Geburtstag eines anderen Kämpsers. Adolf Diesterweg ist der Name des Helden, der nicht mit dem Schwerte, sondern mit den Waffen des Geistes kämpfte für des Volkes Wohlfahrt und Beglückung. An seinem hundertsten Geburtstage ist es wohl angezeigt, daß wir einen kurzen Rückblick werfen aus sein Leben und Wirken, um zu sehen, was er dem deutschen Volke gewesen und noch heute ist. Adols Diesterweg erblickte am 29. October 1790 zu Siegen im Nassauischen das Licht der Welt. Seine Mutter weckte durch ihr reiches, tieses und reines Gemüth in dem reich beanlagten Knaben schon frühe die Keime feinfühlender Menschenliebe und tiefer Religiosität. Leider wurde ihm sein Liebstes frühe entrissen; doch suchte die Schwester seines Vaters, Tante Charlotte, ihm die Mutterliebe zu ersetzen. Durch seinen Vater wurde er angeleitet, mit der Natur und mit den Menschen zu verkehren, wodurch er beide kennen und lieben lernte. Nachdem Diesterweg die Stadtschule zu Siegen absolvirt hatte, bezog er die damals bestehende Universität zu Herborn und diejenige zu Tübingen, um Mathematik, Naturwissen- schasten, Phisosophie und Geschichte zu studiren. Alsdann wurde er Hauslehrer in Mannheim. Von hier ging er als Lehrer an die Secundärschule nach Worms, von dort an die Musterschule nach Frankfurt a. M. und schließlich als Rector der lateinischen Schule nach Elberfeld. Im Jahre 1820 wurde er als Seminar-Director nach Mörs berufen, wo er sowohl als Schulmann wie als Schriftsteller eine äußerst fruchtbare Thätigkeit entfaltete. Mit dem Seminar verband er eine Uebungsschule, um den Seminaristen Gelegenheit zu geben, die Theorie an der Praxis zu erproben. Diese Einrichtung hat sich als äußerst segensreich erwiesen. Seine großen Erfolge veranlaßten die Berliner Unterrichtsbehörde, ihn im Jahre 1832 als Director an das Seminar für Stadtschulen in Berlin zu berufen. In dieser Stellung wirkte er bis zum 1. Juli 1847. Durch verschiedene Ansichten, die er in seinen Werken aussprach, zog er sich heftige Gegner zu, die es durchsetzten, daß er am 1. Juli 1847 zur Disposition gestellt und am 1. Juli 1850 mit Pension entlassen wurde. Bis zu seinem Tode blieb er nun aus seine schriststellerische Thätigkeit beschränkt. Durch Begründung der von ihm angeregten Pestalozzi- Stistung und des Pestalozzi-Vereins zur Unterstützung von Lehrer-Wittwen und-Waisen setzte er sich selbst im Jahre 1846 ein unvergängliches Denkmal. Die Bewohner der Stadt Berlin ehrten ihn, indem sie ihn am 10. December des Jahres 1858 zu ihrem Abgeordneten wählten. Der unermüdlich thätige Mann starb am 7. Juli 1866. Seine sterbliche Hülle wurde aus dem Kirchhof der St. Mathäi- gemeinde beigesetzt, wo ihm seine dankbaren Schüler und Verehrer ein Denkmal setzen ließen, einen Granitscckel mit seiner Büste in Erz, 'ein treffendes Bild seines unerschütterlichen, mannhaften Characters. Diesterwegs ganzes Bestreben bezweckte eine gründliche Reform des Volksschullinterrichts- er wollte die Volksbildung heben und dadurch die Lage des Volkes verbessern. Als Seminar-Director suchte er die jungen Leute zu lebendigem Streben anzuregen, sie mit Liebe zum Amt und zu den Kindern zu erfüllen. Stets hatte er Ehrfurcht vor der Menschennatur und betonte die freie Entwickelung zur Selbstbestimmung- alle drückende Bevormundung war ihm verhaßt - er erstrebte zwanglose Heranbildung zur geistigen Freiheit. Fertige Charactere sollten seine Bildungsanstalt verlassen und als Lehrer das Volk zu freier, selbstthätiger Entwickelung führen. Er selbst war ihnen stets ein Vorbild. Diesterweg betrachtete allen Unterrichtsstoff als Erziehungsstoff- durch denselben sollten die geistigen Kräfte zu jreier Entfaltung gebracht werden. In diesem Sinne suchte er den damaligen Volksschulunterncht gänzlich umzugestalten. Mit glühender Seele hing er an den als Wahrheit erkannten Ideen und mit Feuereifer verfocht er dieselben. Für das Höchste hat er stets gekämpft und für das Heiligste gestritten. Er hat gestritten, weil er das Volk liebte von ganzer Seele und das Wohl desselben ihm am Herzen lag. Mit Starrheit und Rücksichtslosigkeit hat er den Kamps gesührt gegen die Mißstände des damaligen Schulwesens- in diesen Kämpfen hat auch er viel gelitten, aber müde ist er nie geworden- seine Liebe für Menschenglück und Menschenwohl haben ihn nie verlassen. Von seinen literarischen Arbeiten sagt Diesterweg selbst: „Ich will nichts anderes, als dazu Mitwirken, daß das Wirken in der Volksschule kein anderes als ein Pädagogisches sei, daß sämmtliche Wirkungen und Einwirkungen aus die Schule durch keine andere Macht als durch die Macht und den Geist der Pädagogik bestimmt werden möchten." Diesterwegö Werke sind ein immer sprudelnder Born didactischer Pädagogik. Tausende von Lehrern und Schulmännern schöpfen aus dieser nie versiegenden Quelle. Durch heftige Gegner, die sich Diesterweg durch verschiedene Ansichten zugezogen hatte, ließ er sich nie zurück- schrecken, sondern wandelte den als richtig erkannten Weg ruhig weiter, allezeit bereit, sein ganzes Sein einzusetzen im Kampfe für das Wahre, Gute und Schöne. Als Pädagoge und Volkümann hat er nach den Idealen der Menschheit gerungen bis zum Ende seines Lebens. Seine Saat hat Früchte getragen- indem er die geistigen Waffen schärfte, hat er mitgeholsen, das deutsche Volk zu der Höhe zu führen, aus der es heute steht. Dasselbe wird deshalb seinem Namen stets ein ehrenvolles Andenken bewahren. £»cwU» nnt> prrohtjUUe». Gießen, 29. October. — Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog sind heute Vormittag in Seiner Wohnung durch den Rector Herrn Prosessor Dr. Gottschick unter Assistenz der Decane der Facultät immatriculirt worden. Die dabei von Sr. Magni- ficenz dem Herrn Rector gehaltene Ansprache hatte folgenden Wortlaut: Eure Königliche Hoheit woflen der Landesuniversität für dieses Semester die Ehre Ihres Besuches schenken. Das ist uns nicht nur eine hohe Ehre, für die wir von Herzen dankbar sind, sondern auch ein erneuter Beweis und ein hocherfreuliches Unterpfand dafür, daß das erlauchte hessische Fürstenhaus die ideale Bedeutung einer Universität überhaupt und einer Landesuniversität insbesondere noch ebenso hoch anschlägt, wie es seit den Tagen des Landgrafen Philipps des Großmüthigen, des mittelbaren Stifters auch unserer Hochschule, die Fürsten dieses Hauses stets durch die That bewiesen haben. Eine Landesuniversität ist für die auf ihr studirenden Landeskinder und damit für das ganze Land nicht nur wie jede Universität ein Herd, von dem das erleuchtende, erwärmende und belebende Feuer der Wissenschaft und des idealen Sinnes ausstrahlt, sondern sie hat für beide eine noch weiter reichende Bedeutung. Sie verknüpft die idealen Güter, deren Pflege ihr anvertraut ist, enge mit dem Land, dessen geistigen Mittelpunkt sie bildet. Sie schafft eine innige Verschmelzung der Liebe zu der besonderen Heimath und des für das Allgemeine geöffneten Sinnes. Sie stiftet zwischen denen, welche dereinst die Diener des Staates und die Leiter des Volkes sein werden durch das gemeinsame Ringen nach den idealen Zielen des akademischen Lebens in der Zeit der jugendlichen Empfänglichkeit ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Durch alles dies liefert sie ihren Beitrag zu der Lösung der hohen Ausgabe, welche innerhalb der politischen Einigung der deutschen Stämme den einzelnen deutschen Stämmen und Ländern gestellt ist, zu der Lösung der Ausgabe den ganzen Reichthum deutschen Wesens in einer Fülle kräftiger, sich gegenseitig ergänzender und fördernder Eigeuthüm- lichkeiten zur Entfaltung zu bringen. Möchten Eure Königliche Hoheit durch das Studium au der Landesuniversität, durch die Berührung mit den Doceuteu, wie mit den Commilitonen den Eindruck empfangen, daß die Ludoviciana der Bestimmung nicht untreu geworden ist, welche ihr ihre erlauchten Stifter und Pfleger verliehen haben. Und möchte sich dadurch zwischen Eurer Königlichen Hoheit und der Landesuniversität ein Band knüpfen, welches dauert zum Heile der Universität und zum Segen des Landes. Wollen Eure Königliche Hoheit nun die Gnade haben, durch das äußere Zeichen des Handschlags dem Ausdruck zu verleihen, daß Sie in die Zahl der Bürger der Academia Ludoviciana Giessonsis und in die Gemeinschaft ihrer Rechte und Pflichten eintreten wollen. — Ueber die bei der Moltkefeier in Metz erfolgte lieber« reichung des von dem hiesigen Veteranen-Verein gestifteten Fahnennagels an den Krieg er-Verein Metz schreibt man uns aus Metz: „Die programmmäßige Nachfeier leitete der Männer- gesangverein durch das packend gesungene, mit einem Beifallsstürme belohnte „O, Vaterland, mein schönster Stern"' von Abt ein. Es wurde schon mitgetheilt, datz'der „Veteranen- Verein Gießen" in anerkennender Erinnerung an die kameradschaftliche Ausnahme durch den „Metzer Kneger-Verein" bei des ersteren Besuch zu Metz im August d. I. dem hiesigen Vereine einen goldenen Fahnennagel stiftete. Herr Regie- rungsrath Becker vom kaiserlichen Bezirkspräsidium dahier, Landsmann der Geschenkgcber, vollzog die Befestigung des Fahncnnagels mit folgender Anrede: „Hochgeehrte Festvertommlung! Am zehnjährigen Stiftungsfeste des „Krteger-VeretnS Metz" im Jahre 1884, am Vorabend des ewig denkwürdigen Tages von Gravetotte, hatte ich die Ehre, dem Krieger-Verein das von Seiner Königlichen Hoheit dem Grotzherzog von Hessen verliehene Ehrengeschenk in Höchstdessen Auftrage zu übergeben. Heute, an dem Tage, an weichem das dankbare deutsche Volk das 90 jährige Geburtsfest seines großen Feidherrn Moltke feiert, ist mir wiederum die Ehre zu Theil geworden, dem Krieger-Verein aus meinem Hetmathlande Hessen eine neue Ehrengabe an seine Fahne zu befestigen. Der Krieger-Verein zn Metz hat sich, außer seinem eigentlichen Vereinszwecke, noch die ganz besondere Aufgabe gestellt, hier an der Westmack des Reiches die Erinnerung wach zu hallen an jene weltgeschichtlichen Ereignisse deS Jahres^ 70, welche die Vollendung des deutschen Einigungswerks, die Gründung deS Deutschen Reiches und die Wiedervereinigung von Elsaß-Lothringer» herbeigeführt haben. Zugleich mit dieser Erinnerung an die glorreiche Seit verbindet der Krieger-Verein da« dankbare Gedenken an die Edlen, mit deren Blut das theuere Gut eines einigen großen Vaterlandes erkauft wurde und treulich sucht der Verein das Mahnwort Theodor Körners zu erfüllen: „Und Du. mein Volk, in Deiner Zukunft Glücke Vergiß der theuren Tobten nicht und fchmücke Auch ihre Urne mit dem Lorbeerkranz." Meine Herren! Die zahlreichen Ehrengaben, welche diese Fahne zieren, bezeugen dem Verein die warwe Anerkennung, welche seine hochstnnigen Bestrebungen allenthalben im Deutschen Reiche gefunden haben. So ist es heute der „Veteranen Verein" meiner Hetmathstadt Gießen, der eine neue Gabe htnzugefügt hat. Der Veteranen-Verein in Gießen, dessen Mitglieder in jener entscheidenden Schlacht von Graoelotte am Boiü de la Cusse todesmuthtg allen Angriffen deS Feindes Stand hielten, besuchten in diesem Sommer unter Führung des Krieger-Vereins jene Stätte wieder, an welcher ste vor zwanzig Jahren Sette an Sette mit Manchem von Ihnen gekämpft und zum Siege mitgeholsen haben. In dankbarer Erinnerung an diesen Besuch und in warmer Würdigung der hierbei wahrgenommenen Bestrebungen des Krieger-Vereins stiftete der Veteranen-Verein diesen Fahnennagel. Möge diese neue Ehrengabe dem Verein ein Sporn sein, auch ferner in der Erfüllung seiner hohen Pflichten niemals zu erlahmen. So befestige ich nun diesen Nagel mit dem Wunsche, daß der „Krieger-Verein Metz" fernerhin blühen und gedeihen und daß ihm stets voranleuchten möge der Wahlspruch unseres hessischen Fürstenhauses: „(Mott, Ehre, Vaterland!" Ni! fiie fiat«, d Vaterland! p. »ater. Di „Familie Hörner "schwank" em, n* u den übrigen Liter litel für fich Ap ünb macht bergeftalt b da biefe ja unter solch ist, nicht lange nachfra euftfpiel" dem Ms so genießen kann, wi amüsanten und unter! Hörner" ofrie Wenn ui darf. Die Aufführung wie es die muntere, an verlangt. Vater und Winoltund Frl. Bis lid) mußte der erstere durch seine comische Ve Herr Biebrach zeigt em viel vortheilhaste mit seinem belustigende Ausnahme des Schim Hermann mit beton gerade in dieser Rolle Organe eigene Schärf zu mildern gesucht Hai schmidt war Herr Re Ida Unger ihr f> characterillifches Spie der Maske schädigte. Georg Fritzschle erstere scheint ja en wältigung seiner M eben darum nm so ®°r atlen Gingen auf tr auf der Bühne m ^llen darf, sondern gilbe ihm die betreffende oder Gesticulation ein. dürfen nicht den M mit einer gewissen hö WW und ganz QU mQn es keinem Redet merken, daß er sich c ^sowenig richtig T fünf Minuten 5e" °btt g°r ™ >°-M er, iobaib '» einer jede ?lrr"”6 feiner fe«n Mrr6 .Um , Wch wirk, 6„T ’ deinen 3|onf LKLr, ?.°"nerstag ' ^rcus schg tbenb be »erei^26. r Kfiser wie g "'rcr an M i e rci'c och ans (169 ■ ' Uldern d«s bemu'^aeiitige». := sich }u btr »ird Anbeuten be- •NtUe,. *;*«<*. ;Wei bWgr"“"'b* "flw* h°"° s°lg-§ Mi«MH «iol9tiUtb‘^ äJetetanen--ä’Eiet" 9 iireg'1 sRSÖ‘2e§uniD«ntät ni(L ?re' !ur die wir Ä?ÜTr \ erlauchte öeitt ma cmr MerfiL !t töt «***« 5 öen Tagen des M- es m,^baren SGrs V Hames stets durch die Universität ift für die auf amit für das ganze Land Herd, von dem das erde Feuer der Wissenschaft sondern sie hat für beide Sie verknüpft die idealen ist, enge mit dem Land, et. Sie schafft eine innige sonderen Heimath und des nes. Sie stiftet zwischen des Staates und die Leiter gemeinsame Ringen nach n Lebens in der Zeit der Gefühl der Zujammen- :rt fie ihren Beitrag zu der : innerhalb der politischen : den einzelnen deutsche« zu der Lösung der Aufgabe )esens in einer giiße lräf- und sördernderEigenthüm- en. it durch das Studium an der ngmitdenDocenten,wiemit angen,datz die Ludoviciana >orben ijt, welche ihr ihre ’iefyen haben. Uni) möchte en Hoheit und der Landes- ,es dauert zum Heile der/ ndes. t nun V\t Gnade Men, Matzs dem Ausdruck zu der Bürger der Acadenna iie Gemeinschaft ihrer Rechte jttijtiit, d°e «t mt), W Äm S*1 *Ä fe‘*«SÄ SStf»»-! Ĕģ®» 1114 Mit** IlhAÜöi a[,®'*8ök; rn A unter ^lizis ia- L ft# vor r 1Uu . * h*’ an **S M - ,ä J-i«'1'6ld# ÄVA Mit dieser, durch ihre Wärme sehr wirkungsvollen, mit wahrer Begeisterung ausgenommenen Rede schloß, nachdem die Musik während der Nagelung „Ich hatt' einen Kameraden" intonirt hatte, die erhebende Festhandlung. Bei der Nagelung wurde der Hammer gebraucht, welchen seiner Zeit Se. Majestät der Kaiser Wilhelm II. in Metz bei Gelegenheit der Grundsteinlegung zum Denkmal für seinen hochseligen Großvater benutzt hatte. Der „Krieger-Verein Metz" benachrichtigte den „Vete- rauen-Verein Gießen" von dem geschehenen Acte durch folgendes Telegramm: „Fahnennagelung soeben bei Mo'ltkeseier durch Regierungsrath Becker aus Gießen mit hessischem Wahlspruch: „Gott, Ehre, Vaterland!" vollzogen. Kameradschaftlicher Gruß und dreimaliges Hoch dem „Veteranen- Lerein!" Im Lause des Nachmittags traf von Gießen folgende Depesche ein: „Dem „Krieger-Verein Metz" die besten Wünsche zum heutigen Feste! Mit Gott für Kaiser und Vaterland!" p. Theater. Die gestern zur Aufführung gelangte „Familie Hörner" führt sich offen und ehrlich als „Schwank" ein, verschmäht es also, in erfreulichem Gegensatz zu den übrigen Literaturerzeugnissen ihres Genres, einen Titel für sich in Anspruch zu nehmen, der ihr nicht gebührt und macht dergestalt der Berichterstattung das Geschäft leichter, da diese ja unter solchen Umständen in der angenehmen Lage ist, nicht lange Nachfragen zu müssen, ob diesmal die Etikette „Lustspiel" dem Inhalte auch entspricht, sondern das Gebotene so genießen kann, wie es sich gibt, und darum einem so amüsanten und unterhaltenden Stücke wie der „Familie Hörner" ohne Wenn und Aber das beste Zeugniß ausstellen darf. Die Aufführung erfolgte in der Hauptsache so flott, wie cs die muntere, an ergötzlichen Scenen reiche Handlung verlangt. Vater und Mutter Hörner wurden von Herrn W i n o l t und Frl. Bischoff wirkungsvoll dargestellt, namentlich wußte der erstere in seiner dankbaren Rolle die Lacher durch seine römische Verzweiflung auf seine Seite zu bringen. Herr Biebrach zeigte sich als Fritz Hörner gestern von einer viel vortheilhasteren Seite, als am Sonntag und trug mit seinem belustigenden Spiele wesentlich zu der freundlichen Ausnahme des Schwankes bei. Die Adele spielte Frl. Hermann mit bekannter Gewandheit- sicherlich hätte es ihr gerade in dieser Rolle gut gestanden, wenn sie die ihrem Organe eigene Schärfe vielleicht durch breitere Vocalisation zu mildern gesucht hätte. Als tauber Rechnungsrath Goldschmidt war Herr Reiners wieder vorzüglich, indessen Frl. Ida Unger ihr sonst durchaus anerkennenswerthes und characterillisches Spiel durch eine unpassende Jugendlichkeit der Maske schädigte. Wenig entzückt waren wir von Herrn Georg Fritzschler und Frl. Rellstab. Namentlich der erstere scheint ja eine ganz außerordentliche Mühe zur Bewältigung seiner Rollen auszuwenden und wird sich vielleicht eben darum um so lieber einige Rathschläge geben lassen. Vor allen Dingen muß Herr Fritzschler einseheu lernen, daß er auf der Bühne nicht Worte eines Anderen declamiren wollen darf, sondern so spielen und so sprechen muß, als gäbe ihm die betreffende Situation erst diese und jene Aeußerung ober Gestikulation ein. Unterbrechungen des Partners z. B. dürsen nicht den Eindruck machen, als warte Herr Fritzschler mit einer gewissen Höflichkeit bis sein vis-ä-vis sein Stichwort hübsch und ganz ausgesprochen hätte, und umgekehrt darf man es keinem Redenden schon am Anfänge des Satzes anmerken, daß er sich am Ende unterbrechen zu lassen gedenkt - ebensowenig richtig ist es, wenn man es Herrn Fritzschler schon fünf Minuten ansieht, daß er demnächst einen Witz reißen oder gar nur einen römischen Eindruck machen muß und wenn er, sobald dieser beseligende Moment gekommen ist, dann in einer jede Illusion störenden Weise zeigt, daß er sich der nach den Intentionen des Dichters unbewußten römischen Wirkung seiner Rolle völlig bewußt ist. Hier nehme er sich Herrn Reiners zum Muster, der eben dadurch so unwiderstehlich wirkt, daß er, indem er die römischsten Menschen zeichnet, diese sich selber völlig ernst nehmen läßt. Die Stimme darf ferner im Salongespräch nicht hart und leidenschaftlich erhoben klingen usw. usw. Uebrigens hat Herr Fritzschler schon wesentliche Fortschritte gemacht und wird wohl bei Beobachtung unserer wohlgemeinten Winke schon bald durchaus Zufriedenstellendes leisten. Von den übrigen kleinen Rollen wurde diejenige des Peter Lerche von Herrn Carl Rupp sehr drastisch wiedergegeben. — Circus Lorch ist mit seinen Elephanten, edlen Reit-, Schul- und Freiheitspferden, sowie Künstlern und Künstlerinnen, durchch^ Specialitäten, bei uns aus Oswalds Garteu ein- getroftw/ und wird in geheiztem Circus seine Vorstellungen Donnerstag Abend beginnen. Das gute Renomme, das der Circus schon seit Jahren besitzt, wird sich auch hier bei bestbesuchten Vorstellungen bewahrheiten. Grimberg, 26. October. Einer Einladung des Krieger- vereins folgend, hatte sich heute Abend eine große Anzahl hiesiger Einwohner aus allen Ständen zusammengefunden, um, wie überall im Deutschen Reiche, dem großen Schlachteu- deuker an seinem neunzigsten Geburtstage den Zoll der Dankbarkeit und Verehrung freudig zu entrichten, auf den der Mann ein so wohlerworbenes Recht hat, der von sich sagen kann: Ich habe viele mächtige Feinde bekämpft und besiegt, aber ich habe doch auf der ganzen Welt keinen einzigen Feind. Mehrere Redner gaben der patriotischen Stimmung der Versammlung Ausdruck und Musik- und Gesangvorträge trugen zur Verschönerung des Abends bei. * Interessante Häuserinschristen. Im Anschlüsse an meine Mittheilungen in Nr. 244 d. Bl. vom 19. October l. I. Lasse ich heute folgende Inschriften solgen. Zu Eberstadt bei Lich findet sich: Wenn Golt das Haus Nicht selbst bewacht Sa ist umsonst d.s Wächters Wacht. (1692) d. 17. März. Drei Dinge sind es, die der Landmann sehr fürchtet und wenn er eins davon brauchen muß, ist ihm — nach einem asten Sprüchworte — ein Malheur passirt, nämlich: eine Feuerspritze, einen Arzt und einen Advokaten. Im Hinblick aus die Feuerspritze steht an dem Spritzenhause zu Dors-Gill bei Lich: Hier steht eine neue Spritz im Haus, Gott geb', daß sie nicht werd' gebraucht, Gott wolle unseren Ort bewahren Und alle anderen Oerter auch, Daß unsere Spritz nicht werd' gebraucht. Die Verse sind zwar holperig und reimen sich in der Manier des Hans Sachs- aber die Dorf-Giller denken besser als die Ober-Bayern, welche zu dem Feuerheiligen beten: „Heiliger Sanct Florian, schon' unser Haus, zünd' andere an." An dem Schulhause zu Lindheim i. d. W. findet sich eine hübsche Inschrift und oben drüber das Wappen des Dorfes: eine große Linde und zu beiden Seiten je ein Thurm, durch eine. Mauer mit einander verbunden. Daß die gewaltige Linde durch den in der Nacht vom 27. zum 28. August l. I. tobenden Orkan auseinandergerissen wurde, stand in dieser Zeitung. Unter dem Wappen stehen die Worte, die wir in ihrer ursprünglichen Ortographie folgen lassen: Als man zehlt 1669 Jahr hat ein ehrbarer Naht und Gant- eibher, schatt dieses Haus gedauct, das Gott behüte es vor aller Gefahr. Das Schulhaus, welches 1877, also nach zwei Jahrhunderten umgebaut wurde (wie eine weitere Inschrift besagt), wurde demnach wenige Jahre nach dem Tode des scheußlichen Amtmanns Geis, der im sog. Teuselsgraben zuletzt den Hals brach und der die Menschen dutzendweise verbrannte, errichtet. — Daß die schöne Sitte, sein Haus durch eine passende Inschrift zu zieren, auch in der neuen Zeit noch nicht erloschen ist, zeigen viele Fälle, von denen einige solgen mögen: In Ruppertsburg bei Laubach stehen über dem Eingangsthor eines neuerbauten Bauernhauses die zwei bekannten Vers- zeilen aus einem berühmten Kirchenliede: „Wer Gott dem Allerhöchsten traut, Der hat auf einen Fels gebaut." Eine andere Inschrift aus neuerer Zeit, in Büdingen gefunden, ist deshalb interessant, weil sie die Krittler und Mäkler abweist. Ein altes Sprichwort sagt: „Wer will bauen an die Straffen, muß die Leute reden lassen." Die hier in Betracht kommende Inschrift aber sagt: „Ist dieses Haus Dir zu höfisch oder zu schlecht, So mach', wenn Du kannst, es Jedem recht. Es ist gebaut nach meines Sinnes Gestalt, Gottlob! daß es nicht Jedem gefallt". Vermischte*. *△ Mainz, 28. October. Am verflossenen Sonntag tagte hier eine Conserenz des deutschen Schneider- und Schneiderinnen-Verbaudes, welcher zu dem Zwecke zusammengetreten war, um gegenüber der ländlichen Con- currenz, die das Schneidergewerbe bedrückt, Stellung zu nehmen. Es wurde beschlossen, das Augenmerk darauf zu richten, durch lebhafte Agitation die Gewerbs- und Berufsgenossen und Genossinnen auf dem Lande zu dem Beitritt zu dem Verbände zu bewegen und so eine Solidarität der gemeinsamen Interessen anzubahuen. * Frankfurt a. M., 28. October. Ein auf der Hochzeitsreise befindliches Ehepaar aus Köln machte gestern hier die unangenehme Entdeckung, daß während der Reise aus dem Reisekoffer Schmucksachen im Wcrthe von 1300 Mark gestohlen waren. Unter den gestohlenen Schmucksachen befand sich ein Armband mit Saphiren und Brillanten, eine Damen- vorstecknadel mit Brillanten, ein Kettenarmband mit Saphire, ein Diamantring, eine Vorstecknadel mit zwei Smaragden und zwei Rubinen. * Berlin, 27. October. Malheur beim Moltke- Fackelzug. Beim großen Fackelzuge in Berlin ist es leider ohne Unfälle und Raufereien nicht abgegangen. Eine große Anzahl Theilnehmer hat sich die Kleidung ruinirt, indem die im Winde umherwirbelnden Funken große Löcher in Ueber- zieher und Röcke brannten. Recht schlimm erging es den Zuschauermassen in Folge des colossalen Andranges und die Patrouillen der Sanitätscolonne hatten genug zu thun. Am meisten Arbeit gab es an der Ecke der Friedrichstraße und der Linden. Hier waren die Menschenmassen in zehn- bis sünfzehnfachen Reihen ausgestellt und schoben und drängten nach vorn. Viele Ohnmachtsfälle von Damen und auch Herren kamen vor. Andere hatten Quetschungen der Finger erlitten, als sie zu Boden gefallen waren. Sie mußten verbunden und in ihre Wohnungen geschafft werden. Widerliche Scenen veranlaßten einzelne unter dem Publikum befindliche Raufbolde. Mehrere Male wurde kräftig Lynchjustiz geübt, auch die Polizei nahm viele Verhaftungen vor. * Zn Angst und Besorgniß ist die Familie des Herrn Stadtmissions-Jnspector Wegner in Berlin durch einen Brief versetzt worden, den sie mit der letzten Post aus Zanzibar erhalten hat. Die Tochter dieses Herrn, die im Mai nach Afrika gegangen und sich dort vor einigen Wochen mit dem Missionar Krämer verehelicht hat, ist von einer Schlange gebissen worden. Die junge Frau ist ins Krankenhaus geschafft worden. Dort hatte sie gerade noch Zeit, einige Zeilen mit Bleistift an ihre Eltern zu schreiben und mit dem gerade abgehenden Dampfer mitzuschicken. Die Ungewißheit über den Verlauf der Krankheit hält natürlich die Eltern in banger Erwartung auf nähere Nachrichten. * Aus Emden wird gemeldet, zwei aus der Nordsee zurückkehrende deutsche Häringsboote seien von englischen Fischern beraubt worden und hätten ihren gesammten Fang im Werthe von 15,000 Mk. eingebüßt. Näheres wird nicht gemeldet. Falls die Nachricht sich bestätigt, werden die Schuldigen jedenfalls wegen Seeraubs zur Verantwortung gezogen werden. Oberpräsident v. Bennigsen war beim Einlaufen der Boote in Emden anwesend. *X X Königsberg (Provinz Hessen-Nassau), 28. October. Ueber die am 2. August ds. Js. hier und in der Umgegend tattgefundene Verhagelung gibt das Privat-Hilfs-Comits folgende Statistik heraus. Es sind verhagelt in der Ge- Summa 50000 Mk. Schaden. markung Königsberg an Körnern: 1. Korn 130 Morgen mit 8000 Mk. Schaden 2. Weizen 105 „ „ 8500 „ „ 3. Gerste 60 „ „ 3000 „ 4. Hafer 265 „ „ 10500 „ „ 5. Schotenfrüchte mit 4500 „ „ 6. Kartoffeln u. Gemüse mit 7500 „ 7. Obst mit 2500 „ „ 8. Stroh mit 2000 „ 9. Futterwachs mit 3500 „ „ Von 77 Bürgern sind 16 unter 100 Mk., die anderen 61 Bürger sind mit 800 Mk. pro Mann im Durchschnitt beschädigt. Durch milde Gaben konnte das Hilfs-Comite bis jetzt 10 pCt. des Schadens auszahlen und vorläufige Noth lindern. Jedoch wird den Winter über noch mancher Bürger der Hilfe bedürfen. Allen Gebern von milden Gaben, die uns letztere gespendet haben, herzlichsten Dank! Weitere Gaben nimmt das Hilfs-Comite mit herzlichstem Danke an. Literatur «»d ICnnfL Auf die wichtige, oft gestellte Frage: „Was für Wetter bekommen wir?" erhält man gewöhnlich bei uns zu Lande eine unbestimmte, zweifelhafte Antwort. Unseren Meteorologen geht es nicht so gut wie dem Schiffer auf dem Meere, der seine Uhr nach den Erscheinungen des Himmels conlrolirt, die ihm genau vorausbestimmt werden. Die Bewohner der heißen Zone sind in dieser Hinsicht auch b.sser daran als wir, denn bei ihnen ist das Wetter nicht so launenhaft wie bei uns. Im tropischen Amerika labt man ja seine Nachbarn zum „Kaffee nach dem Gewitter" ein, in der sicheren Erwartung, daß das Wetter zur bestimmten Stunde eintreffen wird, was auch zumeist stattfindet. Ebenso ersetzt, nach Humboldt, das Barometer in den Tropen die Uhr des Reisenden, so regelmäßig stellen sich dort die Veränderungen des Lustdrucks ein. Daß es aber auch bei uns etwas Regelmäßiges in dem Wetter gibt, darüber belehrt uns ein interessant geschriebener Aufsatz von Dr. W. Läska: „Was bekommen wir für Wetter?" in der zweiten Nummer des neuen Jahrgangs 1890/91 von „Ueber Land und 3Reet* (herausgegeben von Prof. Joseph Kürschner, redigier von Otto Baisch, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt). Dieser lesenswerthe Artikel setzt in eingehender und gemeinverständlicher Weise auseinander, daß die Natur, in der sonst alles so regelmäßig ist. auch uns nicht in Bezug auf das Wetter dem launenhaften Spiel des Zufalls überlassen hat. KatechiSmnS deS Bankwesens von Dr. E. Gleisberg, Lehrer an der öffentlichen Handelstehranstalt zu Dresden. Mit 4 Checkformularen und einer Uebersicht über die deutschen Notenbanken. VIII und 139 Seiten. In Original - Leinenband. Preis 2 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Dieser Katechismus bringt das Bankwesen, wie es sich namentlich im Deutschen Reiche entwickelt hat, in seinen Grundzügen zur volksthümlichen Darstellung. Im ersten Theil sind die Handels-, Hypotheken-, Noten- und Volksbanken, sowie deren Geschäfte, das Geldwechsel-, Depositen-, Dtscont-, Rimessen-, Arbitragen-, Lombard-, Contocorrent-, Giro-, Jncasso-, Effecten- und Gründergeschäft eingehend behandelt, während sich der zweite Theil mit den deutschen Notenbanken, insbesondere der Reichsbank und deren Einrichtungen und Geschäften befaßt. Das mit einem Verzeichniß der bet der Reichsbank beleihbaren Effecten ausgestattete Büchlein ist dem Handelsstande, Kapitalisten und allen denen, die sich über Bank- und Börfen- wesen unterrichten wollen, sehr zu empfehlen. Verkehr, Land- und wirth schäft. Darmstadt# 28. October. Die königlich italienische Regierung hat sich bereit erklärt, unter Abänderung des seit dem Jahre 1879 bestehenden Verbots, in Zukunft die Einfuhr von gesalzenem, geräuchertem oder in anderer Weise zubereitetem Schweinefleisch aus Deutschland nach Italien zu gestatten, sofern die Sendungen von einem Seitens oer deutschen Fleischbeschau - Behörde ausgestellten Attest über die Trichinenfreiheit des Fleisches begleitet sind. Interessenten mögen hiervon Kenntniß nehmen. Frankfurt, 27. October. Viehmarkt. Es waren ange- ttieben 344 Ochsen, 27 Bullen, 435 Kühe, Stiere und Rinder, 214 Kälber, 377 Hämmel und 324 Schweine. Die Preise stellten sich für Ochsen L Qual, auf v4L 69—72 pr. Ctr Schlachtgewicht, 2. Qual. JL 63—66, Bullen «X 55—58, Kühe und Rinder 1. Qual. X 60-63, 2. Qual. JL 52-54, Kälber 1 Qual. 70—75 H, 2. Qual. 60-65 J», Hämmel 1. Qual. 64-66 H, 2. Qual. 48—52 H per Pfd., Schweine 1. Qual. 65—67 H, 2. Qual. 63—64 H pr. Pfd. Schlachtgewicht. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidensabrik-Depöt von G. Henne- berg (K. u. K. Hoflies) Zurich versendet gern Muster von feinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollftei ins Haus. Doppeltes Briefporto noch der Schweiz. 9067 Man lese die Anerkennungen. Worms. Besckeinig? Ihnen trermn gerne, Duß bte mit ). Z. zugefantten Apotheker Richa 0 Bronvl's Schweizerpttlen (Preis L Schachtel 1 J4) gegen meine Magenbettemmunaen vorzüglich gewirkt haben. Ich o rspürte nach Gebrauch einer halben Schachtel Pillen (regttmä^ig MoigenS nüchtern und Abends vor dem Schtaiengehen genommen) eine wesentliche Besserung und bin jetzt von meinem unangenehmen ßetbm vollständig btfreit, was ich Ihnen mit Vergnügen benötige. Ad. Holter- back. (Unterschritt von der Großb. Bürgermeisterei beaiautigt.) Haupt-Drpol: Adler#Apotheke in Frankfurt a. M., Tttrscher Platz. 9060 empfiehlt sich durch Reinheit, Aroma und Ergiebigkeit als die beete und '"‘ImK68“ A- Zunt2 8el- Ww- Zu haben bei J. M. Schul hot. 852 «w'29 Vollständiges 9092 9079 66 Verkauf in allen Apotheken und Droguen-Handlungen. 9091 I. Hengst, Licherstraße. C. Roth II, Wallthorstraße 5. W. Schomber, Neuen Baue 10. G. Bötz, Brandgaffe. A. Blum, Steinstraße. pr. FL Jt, 1.40 25 Gießen, den 25. Ociol 6952 1.20 2.M« weiei 2.5<> 6?pyi6iait6i Seel *> im Saale von Steins Garten. 9023 Fr. 9063 Der Vorstand. Anfang Abends präcis Si/2 Uhr- GO :ro CO 3V*% do. 143.0» Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 29. Oktober 1890 8376 N»Ss, Reichsbank-Discont öVb pCt. — Frankfurter Bank-Discont 5Vi pEt. W. Semmler, Seltersweg 16. Phil. Bauer, Bahnhofstr. 57. 218.90 197-60 95.60 151,50 218.30 158.30 156.60 149-50 104.75 270 25 215.87 130.00 42900 209.31 158.20 145.00 11740 61,50 1.75 3.— o 5‘ 3Vr0/o Gießener Gelsenk. Bergw.-Act. 150 49( 26( 2. Disconio-Command.-Anth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act. Oeft. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. Lomb. E.-B.-Act. Buschtherader E. B.-Act. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordoft-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act. Das Haus Nestle hat an der Pariser Weltausstellung 1889 die höchsten Auszeichnungen, einen GROSSEN PREIS und eine GOLDENE MEDAILLE erhalten. 1.60 1.80 1.80 2— .3 — 2 "» 1 8 ExpoH-Bier im Glas und Flaschen bei: Sen' Bez.-N Oefterr. Credtt Act. Oesterr. Staatsbahn-Act. Dortmunder-Union-Act. Darmstädter Bank-Act. 2 2. 2 1 5i [fjanbenheiaöer 2—। Türkheimer 'Oppenheimer I sfiochlieizner SitgeSbc-tmer Itoth- Zahlreiche ÄEuenrissB der ersten medioiniaohen Autoritäten. ^^Ä^Bemeflung der Fristen wird den örtlichen Verhältnissen und der Lage der Züge thunlichst Rechnung getragen Zur Vermeidung weiterer Beschränkungen werden Interessenten dringend ersucht, durch möglichst beschleunigte Be- und Entladung der Wagen die Eisenbahn-Verwaltungen tn ihrem Bestreben, die Leistungen des Wagenparks den Verkehrsverhältnissen entsprechend zu steigern, nachdrücklich zu unterstützen. Hannover, den 20. October 1890. Königliche Eisenbahn-Direction. I. Häuser, Ludwigstraße 36. I. Georg, Ederstraße 2. H. 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November, Nachmittags 2% Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht erb- vertheilungshalber die den Erben des Jacob Magel in Gießen gehangen Immobilien: Flur I Nr. 307 — 25 Meter Hofraum mit Scheuer in der Kaplansg-^sse, Flur I Nr. 313 — 19 Meter Hofraum mit Stall und Miststälte daselbst, Flur 1 Nr. 314 — 12 Meter Hofraum, Miftstätte daselbst, c ,ir Flur I Nr «20 - 75 Meter Hofraithe daselbst 4 öffentlich meistbietmd versteigert werden mit dem Bemerken, daß, sobald hie Taxation erreicht wird, der Zuschlag sofort Span. Cötes i Portng. Gebirgwein Priorato (herb) ,, (mild) (füss) ,, (süss, alt) S'txrt agotia (süsser) Vnldepennas Xe res Pajarete Portwein (weisser) Sherry 55 aiaga (alter) Madeira „ (alter) Alicante illnscateiler Samos Barletta (alt) Marsala Burgunder ertheilt werden kann. Gießen, 28. October 1890.*^ Großh. Ortsgericht Gießen I V: B 0 g t. Montag dtn3.Nl 8oeW> 11 Uhr. |ofl Treis fl/xM arbeiten öffentlich in den ?Jeben weiten und zwar^ ReHctitn: L. Scheyda. — Bruck und Verlag der Brühl^sihen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) tu Gieß«. Die heuttcht Stummit 6 Geitem. 32 Auszeichnungen, worunter 12 Ehrendiplome und 14 Gold. Medaillen. 96.001 Ver. Königs-Laurah-Act. 172.00| Tendenz: fest. Oberhesfische Gesellschaft für Natüy- und Heilkunde. Die im Juli d. I. ausgefallene Generalversammlung soll Sanr-tag, I. November, Abends 6 Uhr, im Römischen Kaiser (Kuhn) in Wetzlar abgehalten werden, wozu alle Mitglieder der Gesellschaft, sowie alle Freunde der Naturwiffenschafien ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: Bei gutem Wetter für Fußgänger Versammlung VaS präc an der kathol. Kirche; bei Regen gemeinsame Abfahrt 4 Uhr 41. Sitzung mit Vorträgen 6'/z, gemeinsames Nachtessen 8 Uhr. Rückfahrt nach Gießen 11 Uhr. 9083' Bekanntmachung. Das uns unterstellte Königliche Eisenbahn-Betriebsamt (rechtsrhein.) Hierselbst (Ursulaplatz 6) wird am 1. December d. I nach Köln,Deutz in das umgebaute ehemalige Empfangsgebäude auf dem Köln - Mindener Bahnhose verlegt werden. Es ist daher der Schriftwechsel mit dem genannten Betriebsamte vom I. Decemb/r d. I. ab an „DaS Königliche Gisen- bahn-Betriebsamt (rechtsrhein.) in Köln-Deutz' zu richten. I 3% Reichsanleihe 3V2°/o do. 3% Preuß. Confils Donnerstag den 11. December, Nachmittags 2Vr Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsaericht die dem Martin Schmidt in Gießen gehörige Hofraithe: Flur I Nr. 797 — 37 Meter in der Schloßgasse . öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 29. October 1890. Großh. Onsgericht Gießen. V o g t. -078 Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß uns unsere innig geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante, Caroline Dern Wwe., geb. Atzbach, nach kurzem Leiden durch einen sanften Tod entrissen wurde. Um sttlles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen und Mainz, 29. October 1890. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause (Wilhelmstraße 3) aus statt. 9089 5? 90.10 98.20 78.60 79.50 Ordentliche Hauptversammlung Samstag den I Nov. 1890, Abends 8 Uhr, im Vereinslocal« Tagesordnung: Berichterstattung, Rechnungsablage, Neuwahl des Vorstandes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. [9090 Der Vorstand. Kerlgevorenes. Rrumalateim empfiehlt 9087 Emil Elschbach. 8114] Fr. Schellfische, Kiel. Sprotte« «. Bückinge bet E Dort, Wallihorftr. 9062] Einen Landsuer in sehr gutem Zustande verkauft Karl Wallenfels N. der A >» (S H. NESTLt'S KINDERMEHL " SOJ&hrlger Erfolg. < oit, ,tM(,ren< Ws 2tn ö^en99 gelobet t89J ^‘*1« « ametuM B^tderatbed ffiefieit, 28. Oktober 18 Wh. Wrgelireisterel Gnauth. A. Schultheis junior, Kürschnermeister, Seltersweg 21. ~~ti tüchtige Gart« »arbeit«- werden gesucht. Meldungen nimmt an das Baubureau der Kliniken. [9061 Pelzwaaren I Neue Fracks billig zu verleihen, event. auch zu ver- felbfigefertigie, in allen Sorten, kaufen bet D. 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