1890 Mittwoch den 30. Juli Nr. 174 Ä Amts- imd Anzeigeblatt für den Akreis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Iamilienölätter Amtlicher Theil. Nordonlage 33. Bekanntmachung. 116 ,, ♦ =8t. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgcgm. ! Theilnahme bei dem mgsten Dank wer uni Die Gießener Wa«itts«-tL1ler werden dem Anzeiger «eschentlich dreimal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. W-. -LIU—J__■ - -■ -1"? Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. — Es steht nunmehr endgiltig fest, daß Kaiser Wilhelm auf seiner Reise nach Rußland vom Reichskanzler v. Caprivi begleitet sein wird, was den politischen Character dieser Reise besonders hervortreten lassen würde. Der Kaiser begiebt sich zu Schiffe nach Reval, wo die Landung am 17. August erfolgen soll, von Reval aus erfolgt die Weiterfahrt zu Lande nach dem durch den glänzenden Sieg König Karl XII. von Schweden über die Russen historisch berühmten Narwa, welches den Mittelpunkt der bevorstehenden Kaisermanöver in Rußland bilden wird. — Die Angelegenheit des Welsenfonds macht wieder einmal von sich reden. Es heißt, daß dem preußischen Landtage vielleicht schon in seiner nächsten Session eine Vorlage, betr. die Aufhebung des Welfenfonds, zugehen und von einer Denkschrift des Ministerpräsidenten v. Caprivi begleitet sein würde. Die Verwaltung des Welfenfonds befand und befindet sich noch in den Händen des Reichskanzlers, als des preußischen Ministerpräsidenten, dessen Bestimmungen laut Gesetz sich der Beurtheilung seitens des Landtages wie der Oberrechnungskammer entzogen. Bei der jetzigen Politik, verlautet nun weiter, sei kein Anlaß vorhanden, den Fonds fortbestehcn zu lassen, weil sowohl die Staatspolizei als auch die osficiöse Presse nach wesentlich anderen Grundsätzen gehandhabt werden, als früher, und weil ferner die Verwaltung des Capitals durch den leitenden Minister ihm eine Last geworden sei, die er von sich abwälzen wolle. Die weitere Regelung der ganzen Angelegenheit wird, dem Vernehmen nach, der preußische Finanzminister übernehmen, dem auch nunmehr die Verwaltung unterstellt werden wird. — Dem Eintreffen des Asrikareisenden Dr. Peters sieht man in Berlin für Mitte August entgegen und dann dürfte sich auch die Frage entscheiden, welche Thätigkeit Dr. Peters nunmehr ergreifen wird. Wie man weiß, stand Dr. Peters bislang mit der Reichsregierung in keinerlei Verbindung und ist ihm auch auf seinem kühnen Zuge zur Aufsuchung Emin Paschas nicht die geringste Unterstützung seitens der deutschen Regierung zu Theil geworden. Die erstaunliche Energie und Thatkraft, die Dr. Peters bei seinem Unternehmen entfaltete, scheinen indessen die Vorurtheile, die man in den Berliner leitenden Kreisen offenbar gegen Peters hegte, beseitigt zu haben, denn es wird versichert, man wolle ihm Verwendung im colonialen Dienste des Reiches anbieten und sicherlich würde die deutsche Regierung mit Uebernahme des verdienstvollen Afrikasorschers in den colonialen Dienst keinen schlechten Griff machen. Vierteljähriger Avouneme«ts,rei»- 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Txpedtti« und Druckerei: -ch«cstr«ße gitele Fernsprecher 51. 89S0 9460 7910 74-80 40400 2i'737 164.70 >S ,Ä 8400 Bekanntmachung, betreffend Maul- und Klauenseuche zu Lich. Nachdem die in den Gehöften des Heinrich Walz IV., Hermann Philipp Keck und Heinrich Zimmer zu Lich ausgebrochen gewesene Maul- und Klauenseuche erloschen ist, heben wir die über die verseuchten Gehöfte verfügte Sperre sowie die über die Gemarkung Lich und die angrenzenden Ge- inarkungen Birklar, Albacher Hof und Colnhäuser Hof ver- chängten Maßregeln wieder aus. Gießen, den 26. Juli 1890. Großherzogliches Kreisamr Gießen. v. Gagern. aus der Tchaftveide bet ZViSmar Freitag den 1« August l. I., von Nachmittags 2 Uhr bis gegen 11 Uhr Nachts -ein gefechtsmäßiges Einzelschießen abhalten wird. Die Schußlinie läuft vom Bogen der Lahn her in nordwestlicher Richtung gegen die Teufelsberge. Es wird daher gewarnt, das Feld und den Wald 4000 Meter nordwestlich der Schafweide am 1. k. M. von 2 Uhr Nachmittags an, sowie die von Wismar nach Crumbach, Kirchvers, Salzböden führenden Waldwege, sowie die über die Teufelsberge führen- den Feldwege zu betreten. Sodann wird das Betreten der Straße Ruttershausen-Wismar untersagt. Gießen, den 29. Juli 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. •Wl®- Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 28. Juli. Der „Reichsanzeiger" tritt den in der Presse an den Besuch des CultusMinisters in zwei Kölner und einem Bonner humanistischen Gymnasium geknüpften Betrachtungen über die Stellung des Ministers zu den Real-Anstalten entgegen. Die Ausführungen wären vielleicht mehr eingeschränkt worden, wenn beachtet worden wäre, daß der Minister in Coblenz das Realgymnasium länger besucht hat, das humanistische Gymnasium nur flüchtig. — Der „Reichsanzeiger" vernimmt, daß im preußischen Justizministerium das bürgerliche Gesetzbuch unter dem Vorsitze des Ministers und unter Mitwirkung praktischer Juristen berathen wurde. Der allgemeine Theil, das Schuld- verhältnißrecht, das Sachenrecht und das Familienrecht wurden erledigt. Im September beginnen die Berathungen des Erbrechtes. Wilhelmshaven, 28. Juli. Bei Ankunft des Kaisers auf der Rhede wurde er von den Salutschüssen des gesummten Marine-Geschwaders und der Salutbatterie begrüßt. Hierauf dampfte die Dacht „Hohenzollern" in den Hasen ein. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft mit dem Vize-Admiral Dein- hard und empfing sodann die eingelaufene Post an Bord der Yacht. Wilhelmshaven, 28. Juli. Die Torpedoboot- Flotille ist Nachmittags wohlbehalten in den hiesigen Hafen eingelausen. Wilhelmshaven, 28. Juli. Der Kaiser blieb den Tag über an Bord des „Hohenzollern" und erledigte Regierungsgeschäfte. München, 28. Juli. Der Prinzregent empfing die Glückwunschdepeschen der Bundesfürsten und nahestehender ausländischer Fürsten, den Besuch des Diplomatencorps und der Staatsbehörden. Der Prinzregent hat eine unbedeutende Hautabschürfung an der rechten Hand. Er ordnete die Straflosigkeit des betheiligten Hofkutschers und des Trambahn- sührers an. Der Erzbischof ordnete einen Dankgottesdienst an. -aber , sorvo^ Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß bas 3. Bataillon des Großh. Infanterie-Regiments Nr. Lauterberg i. H., 28. Juli. Die Genesung W i ß m a n n s schreitet langsam fort. Der Patient war wegen des günstigen Wetters gestern Mittag eine Stunde außer dem Bette. Aus diesem Anlaß brachte die zufällig hier anwesende Capelle der Braunschweiger Husaren ihm ein Ständchen. Paris, 28. Juli. Der Deputirte Brisson gedenkt, wie verschiedene Blätter melden, seine Interpellation wegen des deutsch-englischen Abkommens in Betreff Zanzibars vor Schluß der Session zu erneuern. — Die Deputirten des Departements Alpes Maritimes beabsichtigen, die Haltung des Nizzaer „Pensiero" in der Nizzaer Flag g en aff air e in der Kammer zur Sprache zu bringen. Paris, 28. Juli. Der Kriegsminister bestimmte vier Militärärzte und der Marineminister vier Marineärzte, welche dem Berliner medicinischen Congreß beiwohnen sollen. Paris, 28. Juli. Aus Buenos Ayres wird gemeldet, daß heute 10 Uhr früh die Regierungstruppen beträchtliche Verstärkungen erhalten hätten. Der Präsident Celmann ist zurückgekehrt. Die Börse und die Banken sind noch immer geschloffen. Der Waffenstillstand ist bis 2 Uhr verlängert. London, 28. Juli. In der heutigen Sitzung des Unterhauses verlas Ferguffon ein Telegramm aus Buenos Ayres vom 27. Juli, 63/4 Uhr, welches besagt, daß die Revolution sortdauere, daß schweres Geschützfeuer vor längerer Zeit hörbar gewesen sei. Vier Kriegsschiffe hätten sich für die Insurgenten erklärt und bombardirten die Stellung der Regierungstruppen. Der Präsident sei zurückgeblieben. Waffenruhe sei bis heute 10 Uhr früh vereinbart. Im Haferr befänden sich zwei britische Kriegsschiffe. Die Stadt wäre augenblicklich ruhig. London, 28. Juli. Eine Anzahl Arbeiter der Tilbury- Docks hat die Arbeit eingestellt, weil sie die Bedingungen für die Contractarbeit als fernerhin unannehmbar betrachten. Eine Ausdehnung des Strikes wird befürchtet. London, 28. Juli. Dem „Bureau Reuter" wird aus Buenos Aires gemeldet, daß die Straßentämpfe gestern Nachmittag fortgesetzt und die Regierungstruppen zurückgeschlagen wurden. Ein 24 stündiger Waffensüllstand beendete den Kampf. London, 28. Juli. Nach einer Meldung des „Bureau Reuter" verloren die Truppen von Guatemala in der Schlacht bei Chingo 600 Mann und die Truppen von Salvator 2 Offiziere und 87 Mann todt und verwundet. Loudon, 28. Juli. Meldung des „Bureau Reuter". Nachrichten aus Buenos Aires zufolge bemächtigten sich die Aufständischen unter den Generalen Campos und Arre- dontio des Arsenals und der Kasernen des Platzes Lavalle. Die Aufständischen bestehen aus 5 Bataillonen Truppen, 2 Bataillonen Bürgerwehr und einem Corps Cadetten. Die Regierung hat über 7 Bataillone. Bei dem Zusammenstöße am Samsrag wurden viele Gebäude zerstört. Die Marine ist neutral. Der Vicepräsident Dr. C. Pellegrini übernimmt die Präsidentschaft. Dover, 28. Juli. Die Heizer und Beamten der Dampfer der London-Chatham-Dover Eisenbahngesellschast, welche gestern strikten, sind durch Beamte aus Calais ersetzt. Cardiff, 28.Juli. Alle Dockarbeiter begannen gestern zu striken und sie wollen die Arbeit erst aufnehmen, wenn die Zahlungstermine geregelt sind. Girgeuti, 29. Juli. Die Kaiserin Friedrich ist heute Vormittag von Porto Empedocle eingetroffen. Vier englische Schiffe gaben Salutschüsse. Die Kaiserin besichtigte Alterthümer. Capetown, 28. Juli. Meldung des „Bureau Reuter". Der neue Premierminister Rhodes brachte im Repräsentantenhause eine Resolution ein, des Inhalts, daß das Haus es bedauere, daß die Regierung Caplands über den englischdeutschen Vertrag, soweit er das Gebiet südlich des Zambesi betreffe, nicht um Rath befragt worden sei. Die Regierung sollte bei jedem künftigen Uebereinkommen betreffs dieses Gebiets gehört werden. Rom, 28. Juli. Dem „Diritto" zufolge reichte der Unterstaatssecretär des Aeußeren, Damiani, seine Demission ein. Rom, 28. Juli. „Capitan Fracassa" dementirt aufs Bestimmteste die Nachricht von der Demission des Unter- staatssecretärs Damiani. Madrid, 28. Juli. Der spanische Gesandte in Tanger telegraphirte, die Regierung von Marokko habe ihr Bedauern über die jüngsten Angriffe aus die spanischen Truppen bei Melilla ausgedrückt und scheine geneigt zu sein, der Beschwerde Spaniens, welche dem Sultan unterbreitet: worden sei, Beachtung zu schenken. reßener Anzeiger Kemral-Unzeiger. Deutsche- Reich. Darmstadt, 28. Juli. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 28. Juli dem Oberbaurath Victor von Weltzien -die Krone zum Ritterkreuz erster Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, an demselben Tage dem ordentlichen Professor und Rector der Landes-Universität Dr. Adolf Philippi das Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps des 'Großmüthigen zu verleihen; an demselben Tage dem ordentlichen Professor in der medicinischen Facultät der Landes-Universität Dr. Franz Riegel den Character als „Geheimer Medicinalrath" zu verleihen; an demselben Tage dem Bürgermeister der Provinzialhauptstadt Gießen Feodor Gnauth den Character als .„Oberbürgermeister" zu verleihen. Darmstadt, 26. Juli. Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 27 enthält: 1. Gesetz, die Gehalte der Volksschullehrer betreffend. 2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Organisaüon der Hebestellen für Reichssteuern, hier die Aushebung der Ortseinnehmereien Lorsch und Fürth betreffend. 3. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Organisation der Hebestellen für Reichs- steuern, hier die Aufhebung des Steueramts Pfungstadt betreffend. Berlin, 27. Juli. In Ost en de sind zum Empfange des deutschenKaisers umfassende Vorbereitungen getroffen worden. Die gesammte Garnison wird ausgestellt sein, ein reich beflaggier belgischer Postdampfer holt Kaiser Wilhelm !von der „Hohenzollern" ab, da dieselbe wegen ihres großen Tiefganges nicht in den Ostender Hasen einlaufen kann, sondern aus der Rhede vor Anker gehen muß. Am Abend des Ankunftstages giebt König Leopold zu Ehren seines kaiserlichen Gastes ein Fest im Casino-Saale. Alle in Belgien wohnenden Deutschen wollen nach Ostende kommen, um den Kaiser zu begrüßen. Falls die Meldung, Kaiser Wilhelm beabsichtige von Ostende aus in Begleitung des Prinzen Balduin von Flandern, ältesten Sohnes des belgischen Tbron- jolgers, einige der hervorragendsten Städte des Landes zu besuchen, sich bestätigen sollte, so würde sich natürlich die Weiterreise des Monarchen nach England verzögern. Mig-° geM W fthamel itf rbzurusen. Ltt. w oermiktben. ln der Exped, d. Bl. 8^' 5" kleines AW» iSeS«* *“» L ÄS" Ti---Ptjxj J1I tibar ' 1 DetaNen und 28 3"“ * Ä 16390 Marotten bei unserer Ab. Frankfurt em llhts Bewch"! amilie tzrünebaum. Zm-nd wünscht für dir Dauer Lochen Unterricht in der höheren tik: insonderheit Anleitung bei ia angewandter cudischer Glei- Bariationtn u. s. w. Werten an die Exped. d. Bl. Ein Pferdeknecht pML _________________Licherstraße 5. Ein zweiter Bäckergeselle ge- Sarl Steinberger. Ein braves fl-igiges Kädche« ! sofortigen Eintritt gesucht. Mestraße 14, 2. WMitn für Küche und Haus im durch ffrau Hüttmberger. Barcelona, 28. Juli. Eine Arbeiterversammlung beschloß, den Strike in Manresa weiter zu unterstützen. Sofia, 28. Juli. Die „Agence Balcanique" bringt eine weitere Meldung über Unruhen unter den orthodoxen Armeniern. Konstantinopel, 28. Juli. Das Jrade, betreffend die bulgarischen Bischosssragen, wurde von dem Sultan genehmigt. — Der russische Botschafter Nelidow tritt in dieser Woche seinen Sommerurlaub an. Konstantinopel, 28 Juli. Meldung des „Bureau Reuter". Einige Armenier demonstrirten gestern in der Kathedrale gegen den Patriarchen und später in der Wohnung desselben. Zur Wiederherstellung der Ordnung schritten Truppen ein. Konstantinopel, 28. Juli. Während des gestrigen Gottesdienstes in der Kathedrale Kumkapu entstand ein Auflauf. Der Patriarch flüchtete in ein naheliegendes Gebäude. Die nachfolgende Menge griff den Patriarchen thätlich an; als die Polizei einschritt, entstand eine blutige Schlägerei, wobei ein Gendarmerie-Offizier getödtet und aus beiden Seiten mehrere Leute verwundet wurden. Ueber den District Kumkapu ist der Belagerungszustand verhängt/ Konstantinopel, 28. Juli. Der Polizeigeneraldirector Kiamil Bey ist abgesetzt, der Gouverneur von Pera, Nazim Bey, zum Polizeigeneraldirector ernannt worden. NewZork, 28. Juli. Die Bergindustriestadt Wallace in Idaho ist abgebrannt,- 1500 Einwohner sind obdachlos und der Schaden beträgt eine halbe Million Dollars. Rio de Janeiro, 28. Juli. Es verlautet, daß die Regierung beabsichtige, die Gesandten bei denjenigen Mächten abzuberufen, welche die neue Regierung noch nicht anerkannt haben. Buenos Aires, 28. Juli. Die Hälfte der Truppen gingen zu den Insurgenten über. — Das britische Geschwader in den südamerikanischen Gewässern ist zum Schutze der hiesigen englischen Unterthanen hierher beordert worden. Cocates und proohtsieltes* Gießen, 29. Juli. — Einweihung der Kliniken und Enthüllung des Liebig- Denkmals. Ueber den herrlichen Verlauf dieser Doppelfeier konnten wir unseren Lesern bereits gestern Abend mittelst -einer Festnummer des „Gießener Anzeigers" Mittheilung machen. Es erübrigt uns nur noch, kurz über die einzelnen Festlichkeiten zu berichten, die am Abend stattsanden. Hier ist zunächst Steins Garten stattgehabte Festcommers der Ludoviciana zu erwähnen, der einen der ganzen Feier würdigen Abschluß bildet und während dessen, unter Vorsitz des sind. med. Kochs, eine Reihe erhebender Ansprachen gehalten wurden. Nach einem vom Präses commandirten Salamander auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog feierte Herr Rector Prof. vr. Philippi die Stadt Gießen- Herr Dr. Gutfleisch, als Vertreter der Stadt Gießen, toastete auf die Universität mit folgenden Worten: Meine Herren! -Der hochverehrte Herr Vorredner hat soeben die Zahlungsfähigkeit der Stadt Gießen so sehr gerühmt, daß ich mich beeilen will, auch die Schuld der Dankbarkeit abzutragen, welche die städtische Vertretung und Bürgerschaft, in deren Namen ich hier spreche, für die ihr erwiesene Auszeichnung zollt. Mit dem Ausdrucke dieses Dankes verbinde ich die freudige Bestätigung des herzlichen Einvernehmens, welches in Gießen von Alters her Universität und Bürgerschaft verbindet. Es sind nun fünfzig Semester verstrichen, seit ich unsere Universität verließ - diese ganze Zeit aber konnte ich unausgesetzt in mannigfachsten Verkehre mit akademischen Lehrern und Hörern Zeuge sein der Eintracht zwischen Stadt und Hochschule, einer Eintracht, welche auf dem richtigen Verständnisse der gemeinsamen Lebensbedingungen und Interessen beruht. Die Bürgerschaft weiß, was sie an der Universität hat, wie untrennbar deren Gedeihen mit dem Aufblühen des städtischen Gemeinwesens zusammenhängt, welcher starke geistige Wellenschlag von der akademischen in die bürgerliche Gemeinschaft hineinwogt. Andererseits weiß auch der akademische Lehrer, daß sein Wirken nach außen, erweckend und bestimmend, wie es der wahren Wissenschaft ziemt und wofür uns der große Mann, den wir heute feierten, ein so glänzendes Beispiel gegeben hat, den steten Zusammenhang mit dem Leben außerhalb der Hochschule voraussetzt- der Gelehrte muß vom Leben empfangen, um ins Leben wirken zu können. Aus diesen gemeinsamen Bedürfnissen heraus hat sich in Gießen der innige Verband von Stadt und Hochschule entwickelt, der die heutige Doppelfeier ausH Neue so glänzend bekundet hat. Wenn bei dieser Feier die Stadt die höchste Auszeichnung, über die sie verfügt, das Ehrenbürgerrecht, einem großen Gelehrten, der früher unserer Hochschule angehörte, verliehen hat, so bitte ich, dies als eine symbolische Handlung anzusehen, die unseren Gefühlen gegen alle Angehörige der Universität entspricht. Sie alle haben in unserem Herzen ihren Ehrenbürgerbrief- die Bürgerschaft Gießens ist stolz darauf, daß in ihren Mauern diese Heimstätte der Wissenschaft seit Jahrhunderten begründet ist und hoffentlich in alle Zukunft weiter sich in altem Glanze erhalten wird. Und so gebe ich aus dem hallenden Jubel des heutigen Verbrüderungsfestes heraus im Namen der städtischen Vertretung und Bürgerschaft das Ge- löbniß ab, daß wir, wie seither, so auch in alle Zukunft treu stehen werden zu unserer Hochschule, daß wir sie stets in Ehren halten werden und daß nichts von allem dem, was Menschen sonst zu scheiden vermag, von den Angehörigen unserer Universität uns trennen soll. In dieser Gesinnung rufe ich und wollen Sie mit mir rufen: Vivat, floreat, crescat alma Ludoviciana! Die Universität Gießen lebe hoch ! Herr Professor Dr. Löhlein toastete sodann auf die Gäste, der Director der Darmstädter technischen Hochschule, Herr Prof. Landsberg, brachte den Gruß derselben, das Hoch des Herrn Prof. Dr. Harnack galt den Schülern Liebigs. Herr Provinzialdirector Frhr. v. Gagern richtete als Vertreter der Gäste treffliche Worte an die Studirenden und feierte die akademische Jugend. Herr Stadtverordneter Sch mall brachte ein Hoch auf Herrn Prof. Schaper, den Künstler des Liebig-Denkmals, sowie auf die Erbauer der neuen Kliniken. Die bei der Einweihung des Liebig-Denkmals betheilig- ten Gesangvereine sanden sich am Abend zu einer ge- müthlichen Zusammenkunft aus Lonys Bierkeller ein, woselbst sich bald ein durch Lieder-Vorträge gewürztes Leben entwickelte, das sich noch steigerte, als in später Stunde noch unser Herr Oberbürgermeister in Begleitung einiger Herren Stadtverordneten erschien- der Festdirigent, Herr Univ.- Musikdirector Fetchner, war leider am Erscheinen verhindert. Die am Vormittag in Parade gestandenen Krieger- Vereine vereinigte am Nachmittag und Abend ein Commers im Cafe Leib, während unsere Feuerwehren im Schiffen- bergerthal und aus dem Lahnstein sich zusammenfanden. Ein hübsches „Fest der Handwerker" fand am Abend auf der Schönen Aussicht statt, woselbst die beim Bau der Kliniken beschäftigt gewesenen Handwerker nebst ihren Familien und Gehilfen sich vereinigt hatten. Faßt man den Verlauf der gestrigen Feier zusammen, so kann ohne Ueberhebung gesagt werden, daß Gießen seine Feste würdig zu feiern versteht und dabei eine so erhebende und fröhliche Stimmung walten läßt, die ihresgleichen zu suchen hat. — In theilweiser Richtigstellung eines Passus in der gestrigen Festnummer tragen wir noch nach,, daß den Schluß der Feier am Liebigdenkmal Professor Carriere von München machte, der früher hier docirte und Liebigs älteste Tochter zur Frau hatte. Er brachte den Kranz der Universität und Akademie der Wissenschaften in München als deren Vertreter „zum Zeichen der Verehrung, die beide dem unvergeßlichen Collcgen fortdauernd zollen". Aus eigenem Herzensdrang sprach er den Dank der Familie allen Denen aus, welche beigetragen, daß ein so herrliches Standbild der Nachwelt Zeugniß von der Liebe gibt, welche Liebigs Persönlichkeit und Wirken sich erworben. Dabei legte der älteste Urenkel Liebigs, Ludwig Carriere von Straßburg, einen Kranz nieder. — Der Oberhesfische Geschichtsverein hatte gestern einen denkwürdigen Ehrentag. Als die Kunde verlautete, daß Se. Königl. Hoh. der Großherzog in der Zeit zwischen der Einweihung der Kliniken und der Enthüllung des Liebigdenkmals die Bilderausstellung des Geschichtsvereins besuchen werde, bemühte sich nicht nur der Vorstand, diese auf Gießen und seine Geschichte bezüglichen Bilder soviel wie möglich zu vermehren, sondern auch zahlreiche Verbindungen und Corpora- tionen, sowie Private stellten leihweise eine große Anzahl von Bildern für diesen Zweck zur Verfügung, so daß der große Saal im alten Rathhause noch zu Hilfe genommen werden mußte, um alle Bilder so würdig wie möglich unterzubringen. Um y212 W)r hatte der Vorstand des Geschichtsvereins die Ehre, Se. Königl. Hoh. mit großem Gefolge begrüßen zu dürfen. Der hohe Herr besichtigte dann die Bilder im alten Rathhaussaal und zeigte besonderes Interesse an der Darstellung der geschichtlichen Entwickelung der Stadt mit ihrem ältesten befestigten Kern, dann von Philipp dem Großmüthigen an der Festung, bis dann in unserem Jahrhundert der Wall zum Aussüllen des Grabens geschleift /wurde und namentlich in den letzten Jahrzehnten die Stadt nach allen Richtungen über ihre alten beengenden Grenzen überquoll. Auch die Stammbuchblätter alter Gießener Studenten, die Kneip-, Pauk- und Auszugsbilder aus neuerer Zeit erregten das Allerhöchste Interesse. Hierauf begaben sich Se. Königl. Hoheit mit Gefolge nach den oberen Räumen, wo außer den alten Ofenplatten wieder die Bilder besichtigt wurden. Zahlreiche Handzeichnungen des verstorbenen Herrn Prof. v. Ritgen, besonders die von der alten Canzlei, an deren Abbruch bedauerlicherweise gedacht wird, wurden eingehend besichtigt. Auch die reiche Sammlung von Steinwaffen und bearbeiteten Knochen aus vorgeschichtlicher Zeit, sowie die pietätvoll gesammelten Reste der alten,Bürgerwehr von 1848 erregten das Interesse des hohen Besuches. Se. Königl. Hoheit der Großherzog hatten die Gnade, sich sehr befriedigt über das Gesehene auszusprechen und verließen nach einem halbstündigen Aufenthalt wieder das Rathhaus, um mit hohem Gefolge der Enthüllung des Liebigdenkmals beizuwohnen. Die auf dem Markte sehr zahlreich versammelte Menschenmenge begrüßte bei Ankunft und Abfahrt den hohen Herrn mit zahlreichen Hochrufen. — Die Ausstellung alter Bilder der Stadt rc. im'Historischen Verein im alten Rathhause auf dem Marktplätze ist nur noch morgen, Mittwoch, von 3 bis 5 Uhr geöffnet. — „Scheiden ist ein bittres Leiden!" heißt es in einem vom Gesangverein Sängerkranz zuweilen gesungenen Liede und wahrlich, genannter Verein wird dieses bei dem Weggänge seines ihm lieb gewordenen, tüchtigen, mit voller Hingabe thätigen Dirigenten Herrn Dr. Haym an sich selbst erfahren können. Als Abschiedsseier veranstaltet gedachter Verein für nächsten Montag Abend in Steins Garten ein größeres öffentliches Concert, worauf wir Freunde des Männergesanges auch an dieser Stelle aufmerksam machen wollen. Friedberg, 26. Juli. Heute besuchten drei Professoren und zwölf Mitglieder des philologischen Seminars der Universität Gießen die hiesige Taubstummen-Anstalt. Sie verweilten von 8 bis 12 Uhr in derselben und wohnten dem Unterricht in allen Klaffen je */2 bis 3/4 Stunde bei. Friedberg, 28. Juli. Im Monat Juli wurde die Herberge zur Heimath von 256 Wanderern besucht, von welchen 112 auf Kosten der Kreiskasse Verpflegung erhalten haben Zwei Handwerksgefellen hatten Kost und Logis von der An- I stakt erhalten. An Arbeitsverdienst durch die Verpflegte^ wurden 7 Mk. 10 Pf. eingenommen. § Oueckborn, 28. Juli. Die 8jährige Tochter eines hiesigen Landwirths gerieth mit der einen Hand in die Futter- schneidmaschine und schnitt siä) drei Finger so durch, daß der Daumen ganz abgetrennt wurde und die beiden anderen Finger nur noch lose mit der Haut zusammenhingen. □ Vom Vogelsberg, 28. Juli. Die Preise des Schweinefleisches, welche vor einiger Zeit sehr herabgegangen waren, sind jetzt ganz bedeutend gestiegen. Während man vor Kurzem für das Pfund lebend Gewicht fetter Schweine 36—40 Pfg. bezahlte, gilt dasselbe jetzt 48—50 Psg. Die Maul- und Klauenseuche, welche ersichtlich lähmend auf den Handel wirkte, mag mit die Ursache dieser Preissteigerung sein. Auch die Preise des Rindfleisches sind im Vergleiche zum Hochsommer in die Höhe gegangen. Hoffentlich ist dieser Aufschlag vorübergehend und läßt den Verkauf im Einzelnen, bezw. den Ladenverkauf so wie seither unbeeinflußt. A Vom Ohmthal, 28. Juli. Die Kornernte ist in vollem Gange und das schöne Erntewetter, von dem wir hoffen wollen, daß es recht lange anhalten möge, läßt die Erntearbeiten rasch von Statten gehen. Ein sicheres Urtheil über den Ausfall der Kornernte kann jetzt noch nicht abgegeben werden, da der Körnerertrag nach Lage der Aecker sehr verschieden ist. Kornfelder, die im Thale liegen, hat der Frost, welcher in der Blüthezeit des Kornes auftrat, ganz empfindlich geschädigt. Hier sind ganze Aecker voll tauber Aehren. Nur der Strohertrag ist davon zu rechnen. Im Uebrigen sind aber die Aehren wohl ausgebildet. § Grebenhain, 28. Juli. Heute fand hier Nachmittags 3 Uhr eine von 80 Landwirthen besuchte Versammlung in der Wirthschaft des Herrn Ruhl III. statt, in welcher Herr Landwirthschaftslehrer Leithiger von Alsfeld einen sehr interessanten Vortrag über Hebung der Rindviehzucht und Vortheile der Stallfütterung hielt. Auch Herr Kreisrath Dr. Wolf von Lauterbach und Dr. Ba ckhaus von Rudlos beehrten die Versammlung mit ihrer Gegenwart. Der Vorsitzende des landwirthschastlichen Ganverbaudes Nieder-Moos, Herr Bürgermeister Muth von Salz, eröffnete die Versammlung. Nach dem sehr eingehenden Vortrag des Herrn Leithiger sanden Discussionen von Seiten einiger Landwirthe u. s. w. ftattr bei welcher sehr wichtige Punkte unserer Vogelsberger Land- wirthschast in Erwägung gezogen wurden. Allgemein sprach man sich für Züchtung der Simmenthaler Rindvieh-Rasse aus, so daß schließlich ein Redner betonte, daß der ganzen Vogelsberger Rindvieh-Rasse heute „die Grabrede gehalten worden sei"- ob sich indeß die Simmenthaler Rindvieh-Rasse auch für die Folge für unseren hohen Vogelsberg bewähren werde,, in Bezug auf Klima u. s. w., sei noch eine Frage der Zukunft. Sodann wurde noch ein Mißstand unseres hohen Vogelsberges hervorgehoben, nämlich die allzugroßen Flächen Gemeinde- Hutweiden und trug hierin Herr Dr. Backhaus den Landwirthen sehr practische und beherzigenswerthe Vorschläge vor. Bei der sehr anregend wirkenden Verhandlung konnte entgegen 6 Uhr die Versammlung geschlossen werden. Hoffen, wir, daß auch jeder Landwirth, welcher der Versammlung, beigewohnt hat, all die gehörten Winke ausnutzen möge! vermischtes. * Ans Hessen, 27. Juli. In den Kreisen der Post- bediensteten begegnet man neuerdings allenthalben vergnügten Gesichtern. Die Kaiserliche Oberpostdirection Darmstadt har nämlich in den letzten Tagen die vom Reichstage bewilligten Gehaltsaufbesserungen in ihrem Bezirke ausgeworfen und neben den Beamten, Landbriefträgern und Posthilssboten auch die Privat-Unterbeamten, welche auf die Zulage keineswegs rechnen konnten, mit angemessenen Gebühren-Erhöhungen vom 1. April l. I. an bedacht. * Worms, 26. Juli. Dem Stadtverordneten-Collegium wurde gestern in nichtöffentlicher Sitzung vom Vorsitzenden die Mittheilung gemacht, daß die Erweiterung der- hiesigen Garnison (ein Bataillon des 118. Jns.-Regts.) durch Hierherverlegung eines zweiten Bataillons, sowie des Stabes, der Kammer und der Capelle des genannten Regiments in Frage stehe resp. geplant sei. Die Militärbehörde bedürfe zur Ausführung dieses Planes etwa 16—20 Morgen Gelände (für Kasernenbau, Exercierplatz u. s. w.), welches die Stadt stellen müßte. Die Verhandlungen schweben noch, doch ist nicht daran zu zweifeln, daß von Seiten der Stadtverwaltung Alles aufgeboten werden wird, um den Plan zur Ausführung zu bringen. Der Kostenpreis für das zu beschaffende Gelände wird ungefähr 200 000 Mk. betragen. — Frankfurt a. M., 28. Juli. Die Buchdrucker hielterr vorgestern abermals eine öffentliche Versammlung ab, in welcher u. A. die jüngst vertagte Frage: „Abschaffung der Sonntagsarbeit in den Zeitungsdruckereien" berathen wurde. Während einige Redner das Erscheinen der Zeitungen mit der durch die Concurrenz geschaffenen Noth- wendigkeit erklärten und eine Aendemng am hiesigen Platze um deswillen nicht glaubten befürworten zu können, weil die hiesigen Blätter gegen auswärtige nicht zurückstehen könnten,, vertraten andere entschieden den Standpunkt der allgemeinen und unbedingten Sonntagsruhe, betonend, daß die Zeitungs- verleger sich in Betreff dieser Frage leicht verständigen könnten^ wenn sie wollten. _ Ein Redner konnte im Auftrage des Be- sitzer;? des „Frankf. Journals" mittheileu, daß derselbe der Sonntagsruhe sehr sympathisch gegenüberstehe. Ein weiterer Redner glaubte, man müsse erst die Beschlüsse des Reichstages in Betreff der Sonntagsruhe abwarten und zunächst auf Abschaffung der Nachtarbeit dringen. Nach langer Debatte, in welcher die verschiedensten Ansichten geltend gemacht wurden, nahm die Versammlung folgende Resolution an: „Die heutige allgemeine Buchdruckerversammlung ersucht den Hauptvorstand des U.-V. D. B. eine Petition an ben Reichstag zu richten zwecks Abschaffung der regelmäßigen Sonntagsarbeit im Buchdruckergewerbe, ins- ui MlM .lau s:%5 MH 8 auch bereits der Lieutena ien der Patrouillenfühm Schonenburger Hoh aus Erkundeten zurückgesandt war. Bei dem Gesech französischer Seite ein : Mann und vier Pserde ve verwundet: Dragoner Si v. Wechmar und Lieute RevolverftM'e des stau die den genannten Oss verwundeten. Er starb wurde. Die gesangenei SaargMnd nach Motz, Tafel zog. Der Lieu Geburt, hatte bei der Reiterpatrouille als Fiih Unterelsaß gelebt und genau kennen gelernt hat Feier mit einem Choral, 15. Dragoner zu Pserde kinder und hieraus hiel v. Cannstadt eine Anrei Gemeinde hundershofen. leider nicht jedem gefallen setzen könne, aber hier Dankbarkeit gewesen. & welche unter fih der Mädchen vo w m’*" SuP- old Port ve7 sup. tawny bli » Mark 10 -,e Verdelho Mgeeia Wit Si'oss, Di, <*in »ter Qn den Kreisen der P4- Mthildw oergnügten „Linctta Darmstadt hat L Reichstage bewlütgten ftjirfe -nsgew-M ™ U?#f8botw “i "i 6ie Zulage keme-wegs E°° E-H^gm » ^d,°°r°rdnettn-C°il-g-« gl *u„9 °°m SB»** i= ®ÄeSA*> 'LSS -n°ö welch-8 ;etpto? “• '•!ÄtI »°ch, -;nbU"9ge,ta‘[3t* -g °°" se' bi„$nn ff cn ®A. jü! das i«6te ■ ,lS ®f. be«fl9en' 900000 J*1 A^teir ' tk i« nl> - . ,.-funt> Z-itONS8' " - o-'^d-s - »d-S^iSb' ■ •*'' ;t lUnichs'^M ' 14 At 10** . L: ,rjutt IE. jährige s-jx, Hr |o bur?'Sottet. b blc beiden »n ?/ ’6 b« 'nenhingen. te" Singet Ät fehL^'i' des J'lri'gen.' fc^egangen ’ seA'L «°° sichtlich {afimpn?,9‘ $ie xALrri *. «taii'*“'. «al*** »in ■- 7 *“Ä “ N°ch Lage bet Aetet t des 7 * lie9'"- h->t 'toftoms auftrat, gan> . 9.Qn5c Decker voll tauber 'r,ÖQDon zu rechnen. ausgebildet. lte. ^ud hier Nachmittags suchte Versammlung in Uatt, in welcher Herr fon Alsfeld einen sehr 'er Rindoiehzucht und Vor- HerrKreisrath 0?. Wolf i» von Nudlos beehrten 'art. Der Vorsitzende des iwder-Moos, HerrBürger- die Versammlung. Nach Herrn Leithiger sanden Landwirthe u. s. w. statt,, mietet Vogelsberger Land- teurben. Allgemein sprach mhaler Rindvieh-Rasse aus, tte, datz der ganzen Vogels- brabrede gehalten worden chaler Rindvieh-Rasse auch Vogelsberg bewähren werde,. ;.od) eine Frage der Zukunft, unseres hohen Vogelsberges großen Flächen Gemeinde- l)r. Backhaus den Lanö- scnswetthe Vorschläge vor. Verhandlung bonnte erst schlossen werden. Hassen welcher der Vechumilung Linke ausnutzen möge! besondere auch in den Zeitunßsdruckereicn. Diese Petition soll in allen Gauen in Umlauf gesetzt und mit möglichst vielen Unterschriften versehen werden. Die Versammlung glaubt, gestützt auf die erklärte Bereitwilligkeit eines hiesigen Blattes, auch dies Ersuchen an die hier in Betracht kommende Zeitung richten zu dürfen, schon jetzt die regelmäßige Sonntagsarbeit abzuschaffen". * Straßburg, 26. Juli. Ein Act der Pietät vereinigte gestern eine stattliche Versammlung in Scheuerlenhof bei Gundershofen (Kreis Hagenau). Es galt der Einweihung eines Denkmals, gewidmet dem Lieutenant Winsloe vom 3. Badischen Dragoner-Regiment Nr. 22 Prinz Karl, der hier vor zwanzig Jahren als der erste deutsche Krieger im Feldzuge 1870 die Todeswunde empfangen hat, bei jenem kühnen, weltbekannten Patrouillenritt, welcher unter Führung des württembergischen Generalstabs-Hauptmanns Graf Zeppelin mit sieben badischen Dragonern und vier badischen Offizieren v. Wechmar, v. Gayling, v. Villiez und Winsloe von der Pfalz ins Elsaß hinein ausgeführt worden ist und der deutschen Heeresleitung wichtige Aufschlüsse über die französischen Truppenstellungen im nördlichen Elsaß lieferte. Im Scheuerlen- hofe, wo die Deutschen abgesessen waren, um sich zu erholen, wurden sie von französischen Jägern zu Pferde in Uebermacht überfallen und in dem sich entspinnenden Gefechte gefangen genommen; nur Graf Zeppelin entkam mit knapper Noth auf einem französischen Pferde und brachte die wichtigen Erkundigungen des kühnen Rittes ins deutsche Hauptquartier, wo auch bereits der Lieutenant v. Gayling mit zwei Dragonern, den der Patrouillenführer Gras Zeppelin am 24. Juli vom Schonenburger Holz aus mit der Meldung des bis dahin Erkundeten zurückgesandt hatte, glücklich wieder eingetroffen war. Bei dem Gefechte im Scheuerlenhofe wurde auf französischer Seite ein Wachtmeister erschossen, sowie drei Mann und vier Pferde verwundet; aus deutscher Seite wurden verwundet: Dragoner Kraus, Gefreiter Z'.lly, der Lieutenant v. Wechmar und Lieutenant Winsloe- letzterer durch zwei Revolverschüsse des französischen Jägerlieutenants de Chabot, die den genannten Offizier in Hüfte und Unterleib tödtlich verwundeten. Er starb zu Nrederbronn, wohin er gebracht wurde. Die gefangenen .deutschen Offiziere brachte man über Saargemünd nach Metz, wo sie der Marschall Leboeuf an seine Tafel zog. Der Lieutenant Winsloe, ein Engländer von Geburt, hatte bei der vom Grafen Zeppelin befehligten Reiterpatrouille als Führer gedient, da er längere Zeit im Unterelsaß gelebt und als eifriger Jäger Wald und Feld genau kennen gelernt hatte. Gestern um 1 Uhr begann die Feier mit einem Choral, geblasen von den Trompetern der 15. Dragoner zu Pferde, dann folgte ein Gesang der Schulkinder und hierauf hielt Major a. D. Freiherr Schilling v. Cannstadt eine Anrede und übergab das Denkmal der Gemeinde ^Gundershofen. In seiner Rede sagte er, daß man leider nicht jedem gefallenen braven Soldaten ein Denkmal setzen könne, aber hier dem ersten sei es eine Pflicht der Dankbarkeit gewesen. Es folgte die Ansprache einer jungen Dame, welche unter fünf weißgekleideten Jungfrauen im Namen der Mädchen von Gundershofen und Scheuerlenhof gTORx.i.«»im i ........—■— IM mm MM einen Kranz für den tapsern deutschen Offizier am Denkmal niederlegte, ebenso Übergaben die anderen Jungfrauen einem jeden der anwesenden Theilnehmer an der Zeppelin'schen Srreispatrouille, dem Lieutenant v. Gayling und sechs Dragonern, einen Kranz. Von den ehemaligen Dragonern wurde der Dank ausgesprochen für die Ehre, der Denkmaleinweihung für ihren Offizier beiwohnen zu können. Rittmeister Winsloe, einer der anwesenden Brüder des Gefallenen, sprach im Namen seiner Familie den Dank aus für das Denkmal und an alle Theilnehmer der Feier. Oberstlieutenant v. Treskow, Com- mandeur der 22. Dragoner, brachte ein Hoch aus den Kaiser aus, in welches Alle begeistert einstimmten. Die Kriegervereine legten Kränze am Denkmal nieder, und es waren von Nah und Fern soviel Kränze angekommen, daß das Denkmal ganz damit bedeckt wurde. An der Feier hatten sich viele Einwohner der anliegenden Ortschaften und Curgäste auS Niederbronn betheiligt. Das Denkmal besteht aus einem 6 Fuß hohen unbehauenen Syenitblock, in dessen Mitte auf einem polirten Felde mit goldenen Buchstaben folgende Inschrift eingegraben ist: „Hier fiel bei einer Recognoscirung am 25. Juli 1870 im Krieg gegen Frankreich als erster deutscher Soldat William Herbert Winsloe, Lieutenant im badischen 3. Dragoner-Regiment Prinz Karl. Seinem ehrenden Andenken gewidmet von seinen Verwandten, Kameraden und Freunden." Dasselbe steht an der Dorsstraße, ist von einem eisernen Gitter umgeben und von Nußberg in Karlsruhe angefertigt. * Nur immer praktisch. Unter dieser Spitzmarke durchlief die Zeitungen eine Notiz, daß die Amerikaner zuerst auf die famose Idee gekommen seien, die Kraft der schwingenden Schaukel zu verwenden. Damit wird den Amerikanern mit Unrecht die Priorität zugeschrieben. Bereits ist den 50er Jahren benutzte ein Grundstücksbesitzer in Hainichen die Bewegung einer Schaukel dazu, um aus einem Trinkwasserbrunnen möglichst andauernd Wasser zu pumpen, damit dasselbe frisch und wohlschmeckend bleibe, was erfahrungsgemäß bei häufigem Gebrauche eines guten Brunnens der Fall ist. Ferner hatte ein Gasthosbesitzer in der Nähe Dresdens einen ziemlich hoch gelegenen Teich, dem im Sommer häufig das Wasser mangelte. Der Mann half sich gleichfalls, indem er eine Schaukel für Kinder seiner Gäste anbrachte, durch welche mittels geeigneter Vorrichtungen Wasser aus der Elbe in jenen Teich gepumpt wurde. — Wir nehmen mit Vergnügen Kenntniß von dieser Notiz, welche beweist, daß unsere Landsleute selbst den als praktisch bekannten Amerikanern manchmal in solchen Dingen „über" sind. * London, 26. Juli. Eine Königin gesucht. Ein neues Königreich macht sich bemerkbar, und zwar in Europa. Man hat herausgefunden, daß die nordwestlich von Schottland gelegene Insel St. Kilda niemals in Besitz genommen worden, weder thatsächlich noch documentarisch. Es ist, unbesucht von der Welt und ihren Seglern, ein kleines Königreich für sich selbst. Die Unterthanen sind sriedsame Fischerfamilien. Nach ihren Gesetzen muß ihre Königin — Könige dulden sie nicht — abdanken, wenn sie heirathet. Wie Londoner Blätter erfahren, ist in Folge dessen jetzt eine Vacanz auf dem Thrönchen und eine königliche Jungfrau werde gesucht — ohne Unterschied der Nationalität. Ihre Apanage besteht in freiem Lebensunterhalt und arbeitslosem Verdienst, aus Garderobe und kleinem Taschengeld nach der Fischzeit. Ein Eden im Meere.____________________________________ Schistsnachrichten. Hamburg, 25. Jult. Der Hamburger Doppelschrauben- SchneUdampfer „Normannia", Capitan Heblch, welcher am 18. Juli von Southampton abaegangen, ist am 25. Juli, 10 Uhr Morgens wohlbehalten in New-Am k angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 8 Tage 3 Stunden 15 Minuten. Oceansahrt nur 7 Tage 45 Minuten. Hamburg, 26. Juli. Das Hamburg-Newyorker Post-Dampfschiff „Rugta", Capitan Karlowa, ist am 25. Juli, 12 Uhr Nachts, wohlbehalten in Newyork angekommen. Dertefcr, Canfc» unO DelTsuHrt^fd^aft. Gießen, 29. Juli. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pst. 1,05—1,10, Hühnereier 1 St. 6, - 2 St. 11 H, Enteneier 1 St. 6- H, 2 St. - Käse pr. St. 5—7 H, Käsematte pr. St. 3 X Erbsen pr. Liter 17 Linsen pr. Liter 28 H, Tauben pr. Paar JL 0,90—1,00, Hühner pr. Stück JL 1,00—150, Hahnen pr. St. 0,60—1,00, Enten pr. Stück JL 1,50—1,80, Ochsenfleisch pr. Pfd- 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 H, Schweinefleisch 66—70 H, Hammelfleisch 58—68 4, Kalbfleisch 56—60 Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 4,50—5,00, Weißkraut pr. St.--H, Zwiebeln per Centner JL 8,00—9,00, Milch per Liter 12-18 H, Kirschen per Pfd. 25—30 H. Rohseidene Bastkleider Mk. 16.80 pr. Stoff zur compl. Robe und bessere Qualitäten vers. porto- unb zollfrei das Fabrik-D4M G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Plg. Porto. 1983 Gummi- Feinste Specialitäten. 4447 Zollfr. Versandt durch W. H. Mielck, Frankfurt a. M. Special-Preisliste in verschloss. Couvert ohne Firma geg. Eins, v. 20 Pfg. in Briefen. Wöchentliche Zleberficht der Todesfälle m Greßen. 30. Woche. Vom 20. Jult bcS 26. Jult 1890. Einroohnerzahl: 20 500 (tncL 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 20,3 Kinder Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: < Erwachsene: im Di301 Diarrhoe 1 1. Lebensjahr: 2.-15.Jahr: 1 Leberentartung 1 1 — — Nierenentzündung 1 (1) 1 (1) — — Krämpfen 1 1 — Scrophulose 1 — — 1 Kinderabzehrung 1 — 1 — Krebs 1 (1) 1 (1) — — Altersschwäche 1 1 — — Summa: 8 (2) 4 (2) 2 2 Temperatur Ser Lahn unö Ser Lust am 29. Juli, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16i/2, Lust 19 Gr. Rübsamen. Imperial Wine Comp. London E. C. Portweine» Old Port Mark 2.- Sup. old Port „ 2.25 very sup. tawny „ 2.75 bis zu Mark 10.— per Flasche. Sherry» Xeres Gold Mark 2.— Oloroso „ 2.25 Amoroso „ 2.75 bis zu Mark 10.— per Flasche. Madeira» Verdelho Mark 3 — | Saö Martinho Mark 4.— a i in alten Weinen für »pttlilBllill Reconvalescenten. 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Ordensverleihunae htt!°S i)«bcn Sflergnib ®«6 °ur Srtittnborn, Heidllbkig in s «"Mortwj, w 2 Ntiimtonit 5111. bei dem schabe der Qni. L54 SSrr** «ei i» besetzen & ö,t öer TtudöU Men, Ä «em t !e?i,,fiöiLTbic® J bi Njiit s j ° ms l’l>ä i?^riq HTÄ* . «hSÄS