genossenschasten auf die drei Jahre von 1886 bis 1888 niedergelegten Zahlen über die Häufigkeit der entschädigungspflichtigen Unfälle ausgestellt worden. Sie bezieht sich demnach nur aus die „schwere" Unsallgefährlichkeit der gewerblichen Berufszweige. Sie will auch, was bei dem zu Grunde liegenden verhältnißmäßig kurzen Zeiträume nicht anders möglich ist, kein abschließendes Resultat in dieser Frage bringen, sie ist indessen wohl geeignet, auch in ihrer noch unvollkommenen Gestalt ein interessantes Licht auf unsere verschiedenen Berufszweige nach dieser Richtung zu werfen. Die höchste „schwere" Unfallgefährlichkeit würde danach die Brauerei und Mälzerei aufweisen, die geringste die Tabakindustrie. Bei der ersteren entfallen im Jahresdurchschnitt aus 1000 beschäftigte (versicherte) Personen 8.84 Verletzte mit über 13 Wochen dauernden Unfällen. Der Brauerei und Mälzerei folgen das Berggewerbe mit 7.39, die Brennerei mit 6,90, die Spedition, der Speicherei- und Kellereibetrieb mit 6,32, der Fuhrwerksbetrieb mit 6,06, die Müllerei mit 5,95, die Papiermacherindustrie mit 5,89, das Baugewerbe mit 5,30, die Holzindustrie mit 5,29, die Zuckerindustrie mit 5,16, der Steinbruchbetrieb mit 4,92, die chemische Industrie mit 4,84, die Eisen- und Stahlindustrie mit 4,75, die Binnenschifffahrt mit 4,45, der Eisenbahnbetrieb mit 3,88, der Betrieb der Gas- und Wasserwerke mit 3,72, der Ziegeleibetrieb mit 3,54, die Nahrungsmittelindustrie mit 3,15, die Schornsteinfegerei mit 2,76, die Lederindustrie mit 2,45, der Straßenbahnbetrieb mit 1,87, die Textilindustrie mit 1,77, Feinmechanik, sowie Edel- und Unedelmetallindustrie mit je 1,68, die Papierverarbeitungsindustrie mit 1,63, die Glasindustrie mit 1,60, 'die Musikinstrumentenindustrie mit 1,42, die Töpferei mit 1,07, der Buchdruck mit 1,01, die Bekleidungsindustrie mit 0,72 nnd schließlich die Tabakindustrie mit 0,363 Verletzten unter 1000 Personen im Jahresdurchschnitt. Locate» tinfr provinzielles. Gießen, 29. März. St. Zu Ehren des 75. Geburtstages des Fürsten Bismarck veranstalten Dienstag den 1. April, Abends 8 Uhr, die hier lebenden alten Herren des S. C. im Verein mit den in den Ferien zurückgebliebenen Activen eine Fe st kneipe in der Kneipe des Corps Teutonia. Die Feier beabsichtigt, da den Corps jede Parteipolitik fernliegt, lediglich eine Bethätigung nationaler Dankbankeit gegen den großen deutschen Patrioten, der auch vor Jahren das dreifarbige Corpsband getragen hat, und sind daher alle Angehörige und Freunde des S. C. — einerlei wie ihre politische Parteistellung ist — herzlichst willkommen. — Wählerversammlung der deutschfreisinuigen Partei am 27. März. (Schluß.) Dieser oft von Beifall unterbrochenen Rede folgte lange anhaltender Beifall. Es ergriff dann das Wort Herr Dr. Gutfleisch, lebhaft begrüßt. Er dankte für die auf ihn gefallene Wahl, legte dar, wie zu seinem Bedauern deren Ablehnung nöthig geworden sei und bat, mit Vertrauen die Stimmen der Wähler auf Herrn Dove zu vereinigen, der, einer altberühmten preußischen Familie entstammend, sicherlich den Ruhm der Familie mehren und dem Wahlkreise und Reichstage zur Zierde gereichen werde. Redner schilderte den gegenwärtigen Aufschwung der freiheitlichen Bewegung und seine Ursachen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nun endlich wieder eine Verständigung möglich sein werde mit den wirklich freiheitlichen Elementen der nationalliberalen Partei nach Ausscheidung der conservativen Parteimitglieder. Jedenfalls freue er sich der Milderung der politischen Kampses- weise und bitte, stets festzuhalten an dem nicht immer gegen die freisinnige Partei geübten Grundsätze der Achtung auch des politischen Gegners. Energisch bitte er der antisemitischen Bewegung entgegenzutreten. Redner schilderte unter anhaltender Heiterkeit, mit welchen albernen Anecdoten und Späßen diese Bewegung zu wirken versuche und führte im Einzelnen den Nachweis, wie thöricht und ungerecht es sei, auf Juden, Zwischenhandel und Wucher alles Unheil der Welt zu schieben. Kein anständiger Mann billige den Wucher und die Auswüchse der Speculation und des Börsenspiels. Aber die Mittel der Besserung seien von anderen Parteien überall ernstlicher gesucht worden, als gerade von der antisemitischen. Nebenbei berühre es eigenthümlich, Herrn Pickenbach, der selbst seither, wie ein dem Redner vorliegender Brief desselben ausweise, Makler für Darlehen, Hypotheken und Grundstücke gewesen sei, als Vorkämpfer gegen den Zwischenhandel zu sehen. Kein Antisemit habe bis jetzt irgend ein practisches Mittel vorgeschlagen zur Besserung der Schäden, über die er klage. In der Thal befördere der Antisemitismus diese Schäden, indem er das Volksgemüth vergifte, die Selbst- erkenntniß und sittliche Einkehr des Volkes hindere und damit diejenige Selbsthilfe ersticke, ohne die bei aller Staatshilse eine Gesundung des politischen und wirthschaftlichen Lebens unmöglich sei. Er fordere auf, bei einer etwaigen Stichwahl, falls nicht, wie er zuversichtlich hoffe, Herr Dove zur Stichwahl gelange, jedem anderen in die Stichwahl gelangenden Candidaten, welcher Partei er angehöre, gegen den Antisemiten zum Siege zu verhelfen, damit der Wahlkreis vor mich aber aus alle Fälle vor, indem ich aus der Spitze des Inselchens aus den Herumliegenden Steinen einen Wall erbaute, hinter dem ich mich mit meiner Flinte und einem Dutzend Enten verschanzte. So brachte ich die Nacht zu- selbstverständlich schlief ich weder gut, noch viel. Als der Tag kam, war mein erster Blick nach dem Boot- es hing noch im Röhricht. Mein zweiter Blick galt dem Alligator: er war verschwunden, aber statt seiner lag ein halbes Dutzend seiner Kameraden am Ufersand rings um die Insel und schien zu warten, ob ich nicht bald herunterkomme. Sie betrachteten mich offenbar als eine von Rechtswegen ihnen verfallene Beute. Jetzt konnte ich nicht einmal meine trockene Kehle mit Wasser erfrischen. Der Durst wurde unerträglich. Ich nahm mein Taschenmesser, schnitt eine Ente auf und saugte ihr das Blut aus. Den ganzen Tag vom Hunger geplagt, spähte ich fieberhaft nach Rettung aus- umsonst. Gegen Abend gab es etwas Abwechselung. Etliche Schildkröten kamen und legten ihre Eier in den Ufersand. Plötzlich fuhren sie auf und stürzten sich eiligst in das Wasser. Ein Jaguar war herangeschlichen- da ihm die Schildkröten entgingen, machte er sich über die Eier her, die er aus dem Sande scharrte und mit Behagen verzehrte. Hinter meinem Steinwall vor schaute ich ihm zu und hielt den Athem an. Wieder brach die Nacht herein und diesmal brachte mir die furchtbare Ermüdung einen festen Schlaf. Als es Tag war, hatte ich Hunger und Durst, die so schrecklich waren, daß ich alles vergaß,' ausgenommen einen großmächtigen Alligator, der gerade da unten unbeweglich aus dem Wasser hervorragte und unaufhörlich nach mir blickte. Ich hätte ihn allein umbringen können, selbst aus die Gefahr hin, dem übrigen Theil der Bande zum Opfer zu fallen. Dabei kam mir eine Idee. Mit dem Reste meiner Kräfte errichtete ich eine zweite Steinmauer, die dem User näher war, dann nahm ich ein paar meiner Enten, rupfte sie und warf sie an den offenen Uferrand, woraus ich mich schleunigst in meine Festung flüchtete. Dort hielt ich meine Flinte bereit, deren einer Lauf immer noch geladen war, uyd erwartete den Feind. Eine Stunde verging, dann noch eine und ich verzweifelte schon am Erfolg meines Experiments. Endlich bewegte sich das Wasser und der ganze Rumpf des Monstrums tauchte herauf. Es dauerte eine halbe Stunde, während deren der Alligator wieder unbeweglich blieb. Endlich wandte er sich nach der Seite, wo die Enten lagen, er kam immer näher und schließlich that sich ein ungeheurer Rachen mit ganzen Reihen furchtbarer Zähne auf. Großer Gott, wer da einmal hineingeräth! Aber ich hatte keine Zeit zu langen Betrachtungen - meine Flinte lag in einer Lücke der Steinmauer und als der Riesenschlund sich aufthat, sandte ich meine einzige und letzte Ladung direct hinein. Das Thier fuhr zurück, sein Schweif peitschte das Wasser und Fluthen nassen Sandes flogen zu mir herüber. Endlich wurde das Thier ruhig und blieb wieder unbeweglich liegen. Ich wagte nicht, mich zu rühren. Die dritte Nacht brach herein. Ich mußte mich entschließen, eine Ente roh zu verzehren. Als die Sonne heraufstieg, konnte ich mich überzeugen, daß der Alligator tobt war. Und merkwürdig, er schien mir größer zu werden als er zuvor war. Es war in der That so- unter der vereinten Wirkung der Hitze und des Wassers schwoll er immer mehr an und von Stunde zu Stunde schwamm er leichter auf der Oberfläche. Ein Hoffnungsstrahl durchzuckte mich- wenn ich, ohne daran zu denken, eine Rettungsplanke gesunden hätte! Wenn dieser geschwollene Cadaver mir als Floß dienen könnte! Ich kroch aus meinem Versteck hervor, ging zum Ufer und überzeugte mich bald, daß das tobte Unthier noch größere Lasten tragen würde als mich. Ich schob den Körper ganz ins Wasser, schwang mich darauf und indem ich den Flintenkolben als Ruder benutzte, steuerte ich direct auj mein Boot zu. Ein paar Secunden später war ich gerettet." — Hm! N i 1890 Sonntag den 30. März Zweites Blatt Rr. 76 75, Amts- und Anzeigeblatt für den Areis (Stegen nach Feuilleton t H Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgtnbcn Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Ubr. Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. t) WjS Vierteljähriger AvonnementspretO: 2 Mark 20 Pfg. mO Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kch»kgr«t« Ar.' Fernsprecher 51 er b. BiWerwh ozer Bibliotheken, z», er erbittet die ’’sche Bnchhandli! riessen. Abonnements - Einladung! Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" ftir das 2. Vierteljahr laden wir hiermit ergebenst ein. — Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer objectiver Uebersicht zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten des Wolff'schcn telegraphischen Correspondenz- Bureaus sowie zahlreiche Mitthcilungen aus Stadt itrib Provinz wie auch des engeren mit) weiteren Vaterlanbes halten ben Leser stets über bic Vorfälle in benselbcn ans dem Laufenden. — Die „Gießener Aamilienbliitter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3-mal bcigelegt werden, bringen stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff, wie auch die gewerblichen, landwirthschaftlichcn und Handelsnach- richtcn, Courstabcllen und -Notizen im Anzeiger rianchem der Leser stets willkommen sein dürften. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu Dollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. April den Anzeiger kostenfrei zu- Mellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Exemplare nach auswärts postfrci zu versenden. Den Lescrm in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, salls nicht aus- drückliche Abbestellung erfolgt Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch). lij ib mkgrM W189O. IV - Oölbrenk lener M lberrente :t in. Deutsches Reich. Berlin, 25. März. Unfallgefährlichkeit der einzelnen gewerblichen Berufszweige. Einer interessanten Statistik begegnen wir in einem Versicherungs- fachblatte. Dieselbe betrifft die Unsallgefährlichkeit der einzelnen gewerblichen Berufszweige und ist auf Grund der in den bisher veröffentlichten Rechnungsergebnissen der Beruss- Zuartal. ßO vierteljährlch c: tterr»25HdiM idurch die Postam! ein neuer Roman r- Rosenhag"- - ^Werner iS»*» Der chteßener Anzeiger trfcbemi täglich, mit Ausnahme deS MonlagS. Die Gießener M««ttieubtLtter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Eine amerikanische Zagdgeschichte. Daß man auch jenseits des Canals sich auf das Jägerlatein versteht, das scheint folgendes Jagdabenteuer zu beweisen, das von dem „Londoner Naval and Military Magazine“ — übrigens eine ganz ernsthafte Zeitschrift — geschildert wird. Der Schauplatz ist das englische Guyana und der Held des Abenteuers, Capitän Walmer, erzählt: /--Ich begab mich in einem Boot auf die Jagd und befand mich bald bei einer kleinen Insel, als ein prächtiger Flug Wildenten über meinem Kops- dahinfuhr. Mein erster Schuß traf so gut, daß der zweite unnöthig war. Eine ganze Menge Enten fiel aus die Insel und ich landete, um meine Beute einzusacken. Als ich damit fertig war und mich wieder einschiffen wollte, sah ich, daß mein Kahn fortgeschwommen war: in einer Entfernung von etwa 40 Meter war er in eiinem Röhricht hängen geblieben. „Aha", dachte ich muß geschwommen werden". Schon war ich daran, mich zu entkleiden, als ich zwischen dem Boot und mir einen Gegenstand entdeckte, der mich sehr beunruhigte. Es war ein riesiger Alligator, der wie ein Baumstamm auf der Oberfläche des Wassers lag und seine kleinen wilden Augen aus mich richtete. Es war klar: wenn ich mich in das Wasser b>egab, war es mit einem einzigen Schnapper um mich geschehen. Und doch gab es keinen Weg als durch das Wasser, uim zu meinem Boot zu kommen. Ich entschloß mich, zu warten. Ein Indianer könnte vorbeifahren, meine Stimme hjören und mich retten. Das war zwar wenig wahrscheinlich, denn es gibt in dieser Gegend nicht viel Indianer, aber iMmerhin war es nicht unmöglich. Es war drückend heiß umd die Sonne brannte glühend herab, aber ich war doch eiinigermaßen froh darüber, denn ich konnte nur mit Schreck aut die bevorstehende Nacht denken. Für diese bereitete ich ießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Uc ^3-billigst? Sfanft erteilen: { e&ilareily, Ofncralagent, 11^ 1 w Langsdorf, Ha ihn-dlct- llordost Sn MittweidaV - &C11M1 - ‘ iiiei-hgenleir-Sthli meirtsr-Sülle. VorunterkN tret - ■ 208 8 69 50 tf 234 Bez.-Bauaufseher. 2738 2724 Im nächst 3) dem Licher Feld. 5) F. Zöller. 6) 2665 1) 2) 70 70 75 billigst. 2020 n u ii n it ii it tt ti n ii ii n n den und zwar: Maurerarbeiten Schreinerarbeiten Weißbinderarbeiten Pflasterarbeiten Chaussirarbeiten Steinfahren Steinsetzen Steindecken Wandsteinelieserung Decksteinelieferung I. A: Bogt. Ganz wahrhaftige Wetterregeln. Gtbts im April viel Regengüsse, Dann kriegt man draußen nasse Fuße. Sind im Mai von Schnee die Felder frei, Isis mit dem Schlittschuhlaufen vorbei. Wenn um Marien die Sonne sticht, Geh in den Schatten, dann merkst Du's nicht. Kommt der Regen aus dem Norden, dem kalten, Darfst Du den Schirm nicht nach Süden halten. Wenn der Rauch ganz senkrecht zur Höhe geht, So darfst glauben, daß der Wind nicht weht, Ist um Johanni große Hitzen, Dann werden Mensch und Thiere schwitzen. Schret'n um Martini vor Kält die Dohlen, Muht Du den Paletot vom Lethamte holen. Wenn der Hase feist zu Holze ziehen thut, So laß ihn braten, dann fchmeckl er gut. Dreht sich der Wind von Süd nach Westen, So beachte dies nicht, das ist am besten. Zieht früh im Herbst die Lerche fort, Dann findst Du sie am andern Ort. latten eignend, Eichen-Stämme mit 1,50 Festmeter, Nadel-Stämme mit 14,31 Festmeter, Nadel-Derbstangen mit 16,55 Stück Fichten-Bohnenst angen, ,, Elchen-Schnittholz mit 1,37 fm, „ „ Bau-, Gruben- und Wagnerholz mit 15,34 fm ,, Fichten-, Kiefern- und Lärchen-Bau- und Grubenholz mit Festmeter- Zusammenkunft in Abtheilung Hang. Stamm- und Stangenholz kommt am ersten Tag zum Ausgebot. Leihgestern, am 27. März 1890. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. Heß. 2760 die Zeit nahm, sie irgendwo aus einem Hinterhof zu verscharren. Und mit diesem Gewerbe beschäftigte sich die Stysinski mehrere Jahre! Nicht ein Kind verließ lebend ihre wohlthätige „Krippe" ! Das Bezirksgericht verurtheilte die Stysinski zu drei Jahren Gesängniß und Entziehung aller besonderen Rechte. * Ueber eine Lebensrettung durch Liebesbriefe schreibt der Milwauker Herold: Austin Texas. In Dallas wurde Dr. Robert Blair des Nachts auf der Straße von zwei Räubern angehalten. Den ersten streckte er mit einem Faustschlage zu Boden. Der andere griff ihn mit einem Messer an und versetzte ihm einen Stich in die Herzgegend. Dort aber trug der Doctor ein großes Packet Liebesbriefe seiner Braut in seiner Rocktasche, welche den Messerstoß aushielten und ihn unschädlich machten. In diesem Falle ist treue Liebe wieder einmal belohnt worden. 160 130 600 1 38 270 Vevinlschtes. * Kassel. Ein internationaler Hundeschwindler. Ein sensationeller Monstre-Säiwindel-Prozeß, der besonders Straße. Lich, den 26. März 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. 2737 __________Walz.___________ Ketzer Versuch bringt dauernde Abnehmer des Holland. Tabak», 10 Pfd. fco. 8 Mk nur bei 8. Becker in Geesen a- Harz. [156 Holzversteigerung. Dienstag den 1. und Mittwoch den 2. April, Vormittags 9 Uhr ansangend, soll im Leihgesterner Gemeindewald nachstehendes Holz versteigert werden: 4 Raummeter Nadel-Scheit, 71,91 fm, 197 „ Fichteustangen mit 20,50 fm zu Sparren und Leiterbäumen. Zusammenkunft Morgens genau 9Vr Uhr aus der Blasbach - Hohen- solmser Chausiee am hohen Damm. Hohensolms, den 25. März 1890. Fürstliche Obersörsterei Hohensolms. Rietsch, Reoiersörster. Beim Herannahen des Frühlings machen sich in der Familie wie bei dem Einzelnen die verschiedensten Bedürfnisse für die wärmere Jahreszeit gellend. Nun ist es gewiß für Jedermann eben o vortheil- haft als angenehm, feinen Bedarf in einem einzigen bedeutenden und durchaus soliden Geschäfte zu decken. Als solches ist das Versand- Geschäft Mey & Edlich in Leipzig-Plagwitz allgemein bekannt; es hat in der langen Reihe von Jahren vie auch dieser Redner gezeigt habe, dah über die Erzählung jüdischer Anekdoten die Agitation der Antisemiten nicht hinauszukommen wisse. Jedenfalls werde Herr Müller sich heute überzeugt habe», daß das Pulverfaß für deu antisemitischen Feuerbrand nicht in Oiehen stelle. , Da Niemand weiter das Wort begehrte, schloß der Vorsitzende nach einem begeistert ausgenommenen Hoch auf den Candidaten und einem ebenso begeisterten Hoch desselben aus Kaiser und Reich die sehr animirt verlaufene Versammlung. Friedberg, 22. März. In Anwesenheit der Mitglieder der Großh. oberen landwirthschaftlichen Behörde, Regierungsrath Nover und Oeeonomierath Müller aus Darmstadt, des Prosessors Dr. Thaer aus Gießen und der Mitglieder des Aus- sichtsrathes sand heute im Nathhaussaale die Prüfung der Zöglinge der Ackerbauschule statt. Eine große Anzahl von Angehörigen der Schüler und Freunde der Anstalt hatten sich hierzu eingesunden. Die Prüsung erstreckte sich aus folgende Fächer: Chemie und Ackerbau (Landwirthschafts- lehrer Dr. v. Peter), Rechnen und Botanik (Lehrer Felsing), Anatomie und landwirthschastliche Betriebslehre (Landwirth- schastslehrer Engel). Die Leistungen der Schüler waren durchaus besriedigend, wie Negierungsrath Nover besonders hervorhob. Daß dieses Resultat erzielt wurde, verdient um so mehr Anerkennung, als das Lehrerpersonal fast ganz gewechselt hatte. Die Anstalt verliert in dem abgehenden Lehrer Engel wieder einen tüchtigen Lehrer, die ganze Umgegend einen beliebten Redner in den landwirthschaftlichen Versammlungen. Aus dem von Dr. v. Peter als Stellvertreter des für das abgelausene Semester beurlaubten Direetors Dr. Tobisch gegebenen Jahresberichte ersahen wir, daß die Anstalt in diesem Winter im Ganzen von 18 Schülern besucht worden ist. An mehrere Schüler der Oberklasse, die sich durch Fleiß und Fortschritte besonders ausgezeichnet hatten, wurden Bücher als Preise und an alle abgehenden Andenken vertheilt- außerdem hatte Professor Thaer 3 Bilder seines um die Landwirthschast so sehr verdienten Großvaters zur Vertheilung überwiesen. Zum Schlüsse sorderte Kreisrath Dr. Braden die Schüler auf, die in dieser Schule erworbenen theoretischen Kenntnisse nun auch draußen in die Praxis umzusetzen und ihren Gemeinden durch Unterstützung der Bestrebungen, die daraus ausgingen, die Landwirthschast zu sördern, mit gutem Beispiel voranzugehen. Mittags vereinigten sich die Schüler, deren Angehörige, sowie die Lehrer und Freunde der Anstalt zu einem gemeinsamen Mahle im Hotel Trapp. Mittwoch den 2. f. Nachmittags 5 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Wieseck nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich in den Accord gegeben wer* veranschlagt zu 36 JL 50 4 „ „ -Knüppel, 45 „ „ 'Stöcke, 13490 Nadel-Wellen, hierunter 1300 lange Wellen, sich zu Spalier- Jäger, Jagdliebhaber und Forstbeamte interessirt, gelangte nach zweitägiger Verhandlung vor dem hiesigen Gerichte zum Abschlüsse. Vor den Schranken stand ein junges bartloses < Männchen, klein, blaß und schmächtig, einige 20 Jahre alt, anqeklagt des rasfinirtesten Hundeschwindels tn einigen । 30 Speeialanklagen. Derselbe heißt Julius Fricke und bezeichnete sich aller Welt gegenüber als „Förster und Hunde- , züchter", obwohl er keins von beiden war. Früher Fors^ praetikant, war er im Examen durchgesallen und verlegte sich ■ nun in den letzten Jahren aus den Handel mit Jagd- und Luxushunden. Heiwar das ein ergiebiges Feld. Er ließ in allen Fachblättern alle möglichen Rassehunde mseriren (um sachmännische Ausdrücke war er nicht verlegen) oder er machte aus solche Gesuche Offerten- er hatte immer den gesuchten Hund aus Lager, d. h. aus dem Papiere, denn in Wirklichkeit kaufte er alle Hühner-, Schäfer-, Hofhunde re. der ganzen Gegend auf, bezahlte wenige Mark dasür (2, 3, 5 re. Mark) und setzte sie dann unter den verlockendsten Anpreisungen an Hundeliebhaber in allen Gegenden Deutschlands für den 20sachen Preis, für hunderte von Mark ab. Er verschickte schlauer Weise diese edlen Rassehunde, die kaum die Jagd gesehen und dem dümmsten Bauer nicht mehr gut waren, die Hühner vom Hose zu jagen, unter Nachnahme ab. Aus diese rasfiuirte Weise hat Fricke in den Jahren 1888/89 einige drelßigtausend Mark in solchen Hunden umgesetzt. Er „exportirte" seine Jagdhunde nach Oesterreich-Ungarn, Rußland, Rumänien, Italien re. Er verstand es aber auch aus dem FF, dem gewöhnlichsten Hoshund die wunderbarsten Eigenschasten anzudichten. Ja es grenzt geradezu ans Märchen- haste, was die Hunde alles thuu sollten, und bei Verlesung der Offertbriefe herrschte fortwährende Heiterkeit im Gerichtssaale, der selbst der Gerichtshos sich nicht entziehen konnte. Einem Hund, der kaum Zähne hatte, 3/4 Jahr alt war, dichtete er ein „eolossales Zangengebiß" an, ferner sollte er „aus den Mann dressirt sein" (war ein fußgroßer Hoshund) und „des Nachts den Dachs im Mondenscheine stellen . Dabei war es eine Hündin, die nicht einmal stubenrein war. In den meisten Fällen verlauste er Hündinnen für Rüden re. Als seine Schwindeleien entdeckt wurden — die Wenigsten haben nur Anzeige erhoben — wurde er verhaftet, entsprang aber aus dem Gesängnisse und entkam nach der Schweiz. Aus Ersuchen der deutschen Behörden wurde er jedoch aus- qeliefert und hier zu 3Vs Jahren Gesängniß verurtheilt. * Warschau, 19. März. Die vom Massenkindsmord lebenden Weiber scheinen in Polen ziemlich verbreitet zu fein, wie ein Proeeß zeigt, der das Bezirksgericht zu Petr o k o w beschäftigte. Die Czenstochower Kleinbürgerin I. Stysinski hat wiederholt gegen Bezahlung von 3 bis 5 Rubeln neugeborene Kinder ausgenommen, welche nach ein paar Tagen starben. Nach Aussagen der Nachbarn ließ die Stysinski die Kinder, die sie schon seit Jahren und oft mehrere auf einmal in Pflege nahm, hungern, nährte sie selten mit Schwarzbrod- zulpeu und bettete sie unter einer Bank auf faulem Stroh, von wo ein übler Geruch ausging- einige Tage nach der Ausnahme starben gewöhnlich die Kinder- beerdigt wurden sie selten- die Leichen verschwanden gewöhnlich. Di^Stystnski ließ ungern andere Personen ihr Quartier betreten. Beim Tode der Kinder äußerte die Stysinski nicht selten: „Es ist kein Unglück, für einen gestorbenen Denkart (Bastard) werden Hunderte neuer fein!" ein anderes Mal sagte sie: „Mem Gewerbe ist ein vorteilhaftes, in drei, vier Tagen verdiene ich mehr, als ein Anderer in drei, vier Monaten! Die Mütter tröstete sie, indem sie sagte: „Bei mir geht es so: zwei, drei Tage — und es stirbt, dann bist Du srei. Wenn Du willst, stirbt's auch in einem Tage — nun ja, das kostet aber mehr, ca. 20 Rubel." Einem Kinde, das nicht aushörte zu schreien, riß sie mehr als die Hälfte des Ohres ab. Die kleinen Leichname der Kinder lagen nackt, schmutzig mehrere i Tage unter der Bank, bis die „Engelmacherin" sich endlich 226 84 1410 268 220 46 12 48 600 KieSlieserung 45 Gießen, den 27. März 1890. Senßselder, 594] Schuhmacherlehrling sucht I 2)52] Ein ^^^^^^^hrlinggesucht- H. Krug, Walllhorslraße 22. Nordanlage 28. Influenza-Bitter mit gesetzlich eingetragener Schutzmarke. 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Für Einj.-Freiwillige. 2744] In der Nähe der alten Kaftrne gut möblirte Zimmer zu vermiethen. _____Schloß goffe_9._ 2730] Ein gut möblirtes Zimmer, nach der Stratze gelegen in einem Neubau, passend für einen Einjährigen oder sonst besseren Herrn zu vermiethen in der Nähe der alten Kaserne. Näheres _____Asterweg Nr. 12, 2. Stock. Iiir Einjährige! 2718] Möblirte Zimmer zu vermiethen. Rest. Kronprinz Licherstraße. 2623] Freundliches, gesundes Zimmer zu vermiethen. Ludwigsplatz 14, 2 Tr. Für Einjährige; 2406] Möbl. Zimmer mit oder ohne Pension zu oermiethen. ____Ludwigsplatz 13. Für Einjährige! Ein fein möblirtes Zimmer mit Cabinet, sow. ein kleineres möblirtes Zimmer (letzteres 10 Mk. monatl.) zu vermiethen. 2676] Grünbergerstraße 36. Für Einjährige. Zimmer mit Cabmet, forme einzelne Zimmer zu oermiethen. (Nächste Nähe der neuen Kaserne). 1985] E. Loth, Licherstraße 21. Laden mit Wohnung per sofort oder später wegzugshalber zu vermiethen. F. 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