"ft t. !®c »11 li' kiderrr u-E-Mj IL^euen Baue ! gesucht. Restauration, eiserne DrehbM :»si trftphh- ««ee» «klier r rtnerung. Mm.T».Wo°k n Saue 39. W iges SHtttfanM auf fofort ober j» Neuenweg a; -^udMage ij Exped. b. Bl It ftnben Stellung hir urch Frau Hüttn 152-_________ »ursche fttm gesucht. Pulvermühlt. ungöschule DL sen in Wetzür. >er M Meies k katzeiMn, Lehru. Amrid vorzüglichen mpftru »es kremen ere der concesM os in Glkßn LE'Z unter* A [ejeS% yästiiw m. 76. Der Gießener -«ze^er rrlcheint i a g 11 dj, mit Ausnahme de- MonlagS. Die Gießener M-mikienttälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Drittes Blatt. Sonntag den 30. März Gießener Anzeig er General-Anzeiger. 1890 vierteljähriger A5s««cmentsprei»r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expediti», und Druckerei: -chntßrißeAr.?. Kernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreif Gieren. »-B ■" ■ «... । i, — Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Gratisbeitage: Gießener Aamilienbkätter. Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Au-landeS nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. —————W Anrtlichev Theil. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz dem Pserdemarkt-Conüte zu Fritzlar, Reg.-Bez. Cassel, die Erlaubnis ertheilt Hal, die Loose einer von demselben am 17. Juli d. Js. in Fritzlar 311 veranstaltenden Verloosung von Pserden, Wagen, Fahr-und Reit-Requisiten und sonstigen Gegenständen irr den Kreisen Gietzen, Alsfeld und Lauterbach zu vertreiben. Nach dem von dem Königl. Preußischen Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau genehmigten Verloosungsplane dürfen 7000 Loose ä 3 ausgegeben und müssen 14900 zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden. Gießen, am 27. März 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gag ern. Gießen, 28. März 1890. Betr.: Das Behüten der Wiesen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die «rstzh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß das Behüten der Wiesen nach der Wiesenpolizeiordnung für den Kreis Gießen vom 1. April an untersagt ist. Sie wollen die Schäfer hierauf aufmerksam machen und die Feldschützen strengstens anweisen, etwaige Uebertretungen zur Anzeige zu bringen. Die Gendarmerie ist gleichfalls angewiesen, bei Zuwiderhandlungen gegen dieses Gebot Anzeige zu erheben. v. Gagern. poMifchs tteberftcht. Gießen, 29. März. Die Frage der Wiederbesetzung des preußischen Ministe- :riums des Auswärtigen ist nun ebenfalls entschieden worden und zwar durch Ernennung des Reichskanzlers und Ministerpräsidenten v. Caprivi auch zum Minister des Auswärtigen. In der Mittwochssitzung des preußischen Abgeordnetenhauses wurde dem Hause hiervon durch Verlesung der betreffenden Zuschrift v. Caprivis durch den Präsidenten v. Köller amtlich Mittheilung gemacht. Dem zufolge hat der Kaiser mittels Erlasses vom 26. März das Abgeschiedsgesuch des Staals- ministers und Staatssecretärs im Auswärtigen Amte, Grafen Herbert Bismarck genehmigt, und Herrn v. Caprivi zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten ernannt. — Der neue Reichskanzler vereinigt also gleichfalls die drei von seinem berühmten Vorgänger verwalteten Aemter in sich und kann diese Entscheidung schließlich nicht weiter überraschen. Was dagegen die infolge des definitiven Rücktrittes des Grafen Herbert Bismarck nunmehr nölhige Neubesetzung des SlaatS- secretariats des Auswärtigen Amtes anbelangt, so scheint hier noch nichts entschieden zu sein und wird jetzt auch die Nachricht, wonach der deutsche Gesandte in Brüssel, v. Alvensleben, zur llebernahme dieses wichtigen Postens bestimmt sein sollte, neuerdings wieder dementirt. Ob Graf Herbert Bismarck setzt überhaupt aus dem Reichs- und Staatsdienst ausscheiden oder aber, wie hie und da verlautet, einen Botschafterposten übernehmen wird, ist noch unentschieden, das erstere soll indeffen das Wahrscheinlichere sein. , Die Befürchtungen, welche alsbald nach dem Rücktritte des Fürsten Bismarck, bezüglich der nachtheiligen Einwirkungen dieses Ereignisses auf die europäische Lage und speciell hinsichtlich einer Erschütterung des Dreibundes austauchten, er» fahren jetzt durch beglaubigte Aeußerungen Kaiser Wilhelms selbst ihre Widerlegung. Dieselben eonstatiren, daß in den vertrauten, innig-freundschaftlichen Verhältnissen des deutschen Reiches zu Oesterreich-Ungarn durch den Kanzlerwechsel nichts geändert wird. Das innige Verhältniß zu Oesterreich bilde nach wie vor die Grundlage der deutschen Politik, die an ihren Bündnissen selbstverständlich festhalte. Ferner hat Kaiser Wilhelm dem italienischen Botschafter Grafen de Launay gegenüber die Versicherung ausgesprochen, die italienisch-deutschen Beziehungen würden wie bisher die herzlichsten und sympathischsten bleiben. Der Wechsel in der Person des Reichskanzlers bedinge keine Veränderung in den Grundlagen d«er Bündnisse. Der Reichskanzler v. Caprivi soll dem Botschafter ganz ähnliche Versicherungen gegeben haben. Zu der Meldung, der Kaiser beabsichtige, sich mit ange- sehenen Persönlichkeiten der verschiedenen Reichstagssractioueu in persönliches Einvernehmen zu setzen, wissen die „Hamb. Nachr." noch zu berichten, daß als Führer des Centrums Herr v. Huene, als Führer der Freisinnigen Herr Hänel für die betreffenden Verhandlungen in Aussicht genommen seien. Dem genannten officiösen Blatte muß vorerst die Verantwortung für diese seine Mittheilung überlassen werden. Im preußischen Abgeordnetenhause gelangten am Donnerstag die bekannten Excesse in Köpenick, bei denen der Gendarm Müller getobte! wurde, zur Sprache; den äußeren Anlaß bildete die von conservativer Seite gestellte Interpellation, ob die Regierung für die Hinterbliebenen Müllers ebenso Sorge tragen wolle, wie für die Familie des von Anarchisten ermordeten Frankfurter Polizeicommissars Rumpff. Abg. Gras Limburg-Stirum (conf.) legte nochmals die fast revolutionären Vorgänge in Köpenick dar, in denen et einen Zusammenhang mit der Socialdemokratie erblickte, und bezeichnete er den Aufruhr als typisch für die Zukunft. Er schilderte dann die bedrohte Stellung der wenigen Polizeibeamten gegenüber der rasenden Menge und hob die Pflichttreue des ermordeten Gendarmen Müller hervor. Weiter betonte der Redner die Aehnlichkeit dieses Falles mit dem des ermordeten Polizei- rathes Rumpff und sprach er schließlich den Wunsch aus, daß eine den Hinterbliebenen Müllers etwa zu gewährende Unterstützung nicht als eine Gnade, sondern als ein Recht zu Theil werden möge. In seiner Erwiderung erklärte sich der Minister des Innern, Herr Herrsurth, im Allgemeinen mit den Ausführungen des genannten Abgeordneten einverstanden und theilte er mit, daß die Regierung bereits Anordnungen getroffen habe, um die Familie Müllers vor Nahrungssorgen zu schützen und den Kindern desselben eine ausreichende Erziehung zu gewähren, ein besonderes Gesetz sei hierzu nicht erforderlich. Mit einer dankenden Aeußerung des Abg. Grasen Limburg-Stirum für die Erklärungen des Ministers war die Angelegenheit erledigt. Im weiteren Verlaufe der Sitzung brachte das Haus die zweite Lesung des Etats zum Abschlüsse und genehmigte das Äatsgesetz mit einer von den Abgeordneten Olzem und v. Zedlitz beantragten Einschaltung, wonach die bis zur Veröffentlichung des Etatsgesetzes innerhalb der Grenzen desselben geleisteten Ausgaben nachträglich genehmigt werden. Hiermit ist die formale Schwierigkeit wegen des Nichtzustandekommens des preußischen Etats bis zum 1. April beseitigt. Schließlich genehmigte das Haus noch in erster, resp. zweiter Lesung mehrere kleinere Gesetzentwürfe. Auch in Oesterreich steht eine umstürzende Reform der Cisenbahntarife für den Personentransport in Aussicht, nachdem Ungarn auf diesem Gebiete durch Einführung des Zonentarifs bahnbrechend vorangegangen ist. Bereits am kommenden 1. Juli soll nach einer vom Handelsminister Marquis von Baquehem im Finanzausschüsse des Abgeordnetenhauses abgegebenen Erklärung der neue Personentarif zunächst auf den österreichischen Staatsbahnen in Kraft treten, der ebenfalls auf dem Zonensystem beruht und die bisherigen Personenfahrpreise ganz wesentlich herabsetzt. Sollte sich der Zonentarif in Oesterreich ebenso bewähren, wie dies von Ungarn schon jetzt feststehl, so werden schließlich auch die übrigen Länder Europas mit dieser einschneidenden Eisenbahnreform wohl oder übel nachfolgen müssen. Auch in Spanien hat man sich nunmehr zur Einführung des allgemeinen Stimmrechts entschlossen und genehmigte die Deputirtenkammer am Donnerstag die betreffende Vorlage mit bedeutender Mehrheit. Mit dieser Reform entspricht das Ministerium Sagasta einem alten Wunsche der liberalen Partei Spaniens und kann man wohl sagen, daß das Cabinet hiermit seine gesammte Stellung erheblich gestärkt hat. In Frankreich ist die „Rosinenfrage" durch die Fleischfrage abgelöst worden, zum Mindesten, was die Hauptstadt Paris anbelangt. Bekanntlich hat die französische Regierung die Einfuhr von Schlachtvieh aus Deutschland nach Frankreich aus sanitären Gründen bis auf weiteres verboten und der hierdurch eingetretene Mangel an frischem Fleisch wird zunächst in den Kreisen der Pariser Fleischer und verwandter Gewerbe immer fühlbarer empfunden. Wiederholt ist die französische Regierung aus diesen Kreisen um Zurücknahme des Vieheinfuhrverbotes angegangen worden, ohne daß indessen das Verbot bis jetzt wieder aufgehoben morden wäre. Am Mittwoch empfing nun der Ackerbauminister Develle eine Abordnung der Pariser Schlächter und Gerber und machte ihr noch nicht näher bekannte Mittheilungen von den Erwägungen des Ministerrathes über die Vieheinfuhr-Frage. Der Minister besprach mit der Deputation weitere Maßnahmen, ohne jedoch irgendeine Verpflichtung zu übernehmen. Es herrschen in Paris Besorgnisse wegen einer Arbeitseinstellung in den be- theiligten Gewerbszweigen, sowie wegen eintretenden größeren Mangels an frischem Fleisch. In Bulgarien nehmen die Verhaftungen anläßlich bet Panizza-Verschwörung ihren Fortgang, denn es wurden dieser Tage abermals zwei in die Affaire verwickelte Offiziere in Sofia verhaftet. Wie die „Agence Balcanique" wissen will, haben bei der Verschwörung zwei Pläne bestanden und handelte es sich bei dem einen um die Entführung des Fürsten Ferdinand, bei dem andern um die alsdann einzuleitende Action. Diese neuen Enthüllungen haben eine abermalige Verschiebung des Processes gegen die Verschwörer zur Folge gehabt, der nunmehr erst Mitte April beginnen dürfte. Locales rrnd provinzielles. Gießen, 29 März. — Dic Kaufmännische Kranken- und Begräbnißkaffe E. H. Gießen veröffentlicht in der heutigen Nummer unseres Blattes Jahresrechnung und Vermögensnachweis pro 1889. Vergleichen wir die einzelnen Positionen der Einnahme und Ausgabe mit denjenigen des vorausgegangenen Verwaltungsjahres, so finden wir, wie dies auch der in der ordentlichen Generalversammlung vom 21. März l. I. erstattete Geschäftsbericht des Vorsitzenden besagt, keine nennenswerthen Abweichungen des Geschäftsganges und mit Genugthuung können wir con- statiren, daß die Kaffe in rubr. Verwaltungsjahr wiederum recht günstig prosperirt hat. Der Zuwachs des Baarvermögenr beträgt Mk. 797,55. Das Gesammtbaarvermögen beläuft sich nunmehr auf Mk. 2969,20 (Mk. 1905,— Reserve- und Mk. 1064,20 Betriebs-Fonds), was durchschnittlich pro Mitglied Mk. 32,62 ergibt. Dies ist bei den ausgedehnten Leistungen der Kasse nach Verlaus eines 4i/zjährigen Bestehens gewiß ein respectables Resultat und wir verfehlen daher nicht, allen jungen Kaufleuten und Bureaubeamten, soweit solche noch nicht gegen Krankheit versichert sind, den Beitritt zu der geschaffenen Wohlfahrtseinrichtung wiederholt warm zu empfehlen. — In den Vorstand der Kasse wurden von der ordentlichen Generalversammlung für 1890 gewählt resp. wiedergewählt : Herr Will). Käser als Vorsitzender, Herr Carl Heil jr. als dessen Stellvertreter, Herr Jos. Ehrmann als Kassier (der seitherige Kassier Herr Wilh. Wagner jr. lehnte in Folge berechtigter Gründe eine Wiederwahl ab), Herr H ch. Wa g n er als Schriftführer und die Herren Jak. Jung, Moritz Krämer und Ernst Wiegelmann als weitere Beisitzer. Permif^ks. *△ Mainz, 26. März, lieber die Gründe, welche das folgenschwere Rencontre zwischen Premierlieutenant Stoll und Hauptmann Salm verursacht haben, herrscht bereits vollständige Klarheit. Die von gestern angedeutete Version ist die richtige: Lieutenant Stoll glaubte sich durch einen von Hauptmann Salm anläßlich seines beabsichtigten UebertrittS von den Pionieren zu der Infanterie ausgegangenen Bericht in seiner (Sortiere aufgehalten, was in Stoll den glühenden Haß gegen Salm hervorries. Alsbald nachdem Stoll von dem Berichte Kenntniß erhalten hatte, ließ er Hauptmann Salm eine Forderung zum Duell zugehen, auf welche der letztere aber in Uebereinstimmung mit dem Ehrengericht nicht reagirte. Wie aus einem in der Wohnung des Stoll Vorgefundenen Briefe hervorgeht, scheint er seinen Groll gegen Salm niedergekämpft zu haben, und erst die Ausführung einer Rache bei ihm wieder gereift zu sein, als die von ihm sicher gehegte Hoffnung, bei der jüngst erfolgten Neubildung mehrerer Regimenter das Patent als Hauptmann der Infanterie zu erhalten, sehlschlug. Für diese enttäuschte Hoffnung sollte Hauptmann Salm das Opfer sein. In aller Stille jpurbe heute Morgen die Leiche von Stoll zu Grabe gebracht und ohne Uniform und nur mit einem Hemde bekleidet unter die Ecde gebettet. — Die Nachricht von dem Tode des Hauptmanns Salm hat sich nicht bestätigt. Derselbe befindet sich vielmehr auf dem Wege der Besserung. * Vertreter der Fleischer-Innungen aus Hessen und Hessen- Nassau tagten am 23. März in Frankfurt a. M., um verschiedene gewerbliche Fragen zu' erörtern. So viel wir hären, wurde auch darüber debattirt, mit- welchen Mitteln der überhand nehmenden Concurrenz des minderwerthigen amerikanischen Schmalzes zu begegnen sei. Ferner sollen Maßregeln gegen die'gesetzwidrige Einbringung von amerikanischem Speck erwogen worden sein. Die Einführung von Fleisch und Fleischwaaren aus Amerika ist bekanntlich verboten. Die Metzger behaupten aber, daß ganze Massen amerikanischen Specks in Holland ankämen, der, dort umgepackt und mit holländischen Attesten versehen, als holländische Maare in Deutschland eingehe, um vorzugsweise im Ruhr- und Saargebiete, an der Nahe u. s. w. abgesetzt zu werden. Auch in den Seestädten, namentlich Bremen, Lübeck und Hamburg, sollen ganze Schiffsladungen solchen amerikanisch-holländischen Specks liegen. Dieser Speck wird nun in Deutschland zu Preisen verkauft, welche erheblich unter den Herstellungskosten deutscher Maaren sind, so daß also die Metzger die in ihrem Schlachtbetrieb gewonnenen Speckseiten kaum noch absetzen können. Unter Führung der Versandtgeschäfte und Grofi- Metzgereien zu Bremen wurde dahier unlängst das Reichskanzleramt um Ergreifung entsprechender Maßregeln gegen die gesetzwidrige Einschmuggelung des amerikanischen Speckes angegangen. * Der Ducaten Bäcker. Das „Reue Wiener Tageblatt" schreibt aus Wien: „Was rennt das Volk, was wälzt sich dort die langen Gassen brausend fort!" Nun, Rohdus stürzt nicht unter Feuerflammen, auch nicht, wie wir zur Beruhigung der Bevölkerung hinzuzufügen uns beeilen, die Haidgasse in der Leopoldstadt, die den Physiognomen seit einigen Tagen in der That das elassische Citat in Erinnerung ruft: Was rennt das Volk? Es kauft Brod, als ob Wien von Hungers- noth bedroht wäre, es drängt sich zu der Backstube, als müßte es auf Wochen hinaus seine Vorräthe sichern und sich gegen Hunger schützen. Die Veranlassung zu diesem Sturm auf den Bäckerladen ist in Wirklichkeit aber folgende: Der Bäckermeister Herr Dallowitz buck seit sechs Tagen täglich in einem Brodlaib unter tausend einen Ducaten ein. Wem nun der Zufall gewogen ist, der erwischt diesen Ducaten- Drodlaib und findet beim Zerschneiden desselben die funkelnde Goldmünze vor. Freilich, ob der Ducaten-Bäcker auf die Dauer seine Rechnung dabei finden wird, ist eine andere Frage. Aber vorläufig findet das Brod reißenden Absatz, es rennt das Volk in die Haidgasse. * Der Augenblicksroman. In unserer Zeit, in welcher alles mit Dampf geht, müssen uns jene Romane lächerlich vorkommen, in denen Liebende erst nach drei dickbändigen Schicksalen vereinigt werden, bei uns geht es in 3 Capiteln — z. B.: 1. Capitel. Bekanntschaft und Liebe. — „Mein Name ist Arnold Bock. Darf ich meinen Regenschirm anbieten?" — „Sehr freundlich - beschirmen Sie mich. Ich heiße Sophie Milz, singe, male und habe 50,000 Mark Mitgift." — Arnold sah ihr tief in die Augen, sie ihm auch. Sie waren einig, ohne einander nicht mehr leben zu können, besonders als Arnold gestand, daß er Besitzer einer rentablen Cichorienfabrik sei. — 2. Capitel. Verheirathung. Arnold schüttelt im Flur das Regenwasser von den Kleidern ab und folgte seiner Angebeteten, welche ihn ihren Eltern vorstellte. Telephonisch wurden die Eltern Arnolds, der Geistliche und der Notar, sowie ein Standesbeamter gerufen. In einer Stunde waren Arnold und Sophie verheirathet. — 3. Capitel. Katastrophe. Schon wollten alle auseinandergehen, als zwei Depeschen eintrafen. Die eine besagt, daß Arnolds Cichorienfabrik niedergebrannt sei, die andere, daß Kux Lurer Bergwerksactien auf mehrere Grad unter Null gefallen seien. Dadurch war Herr Milz ruinirt. Ans beiderseitigen Antrag der Ehegatten erfolgte sofortige Scheidung. * Der kleinste Säugling, der wohl jemals dagewesen, ist Alice Foster Curtis in Mason City, West-Virginien. Das Kind wog ein Pfund bei seiner Geburt vor zwei Monaten, jetzt wiegt es in seinen Kleidern nur zwei Pfund. Es ist wohlgebildet und vollkommen wohl. Sein Kops hat etwa die Größe eines Hühnereies, ein Fingerring kann leicht über seine ganze Hand gestreift werden, während die Finger wie Stricknadeln aussehcn und die Füße nur einen Zoll lang sind. * Zwei Männer sitzen noch spät am Kneiptische. Es ist schon längst Mitternacht vorüber. Fritz: „Sag, August, was sagst Du denn immer zu Deiner Alten, wenn Du so spät Nachts nach Hause kommst?" — August: „Ich sage nur: Guten Abend! Das Andere sagt dann Alles meine Frau!" * Mutter: Wenn Du fortfährst, unartig zu sein, Emil, so sperre ich Dich in den Hühnerstall. — Knabe: Meinetwegen, aber das sage ich Dir, Eier lege ich doch nicht. Literatur und Kuttff. — Von den soeben erschienenen Heften 15 und 16 des -Uni* versum* (Jllustrirte Famtltenzettschrift) enthält ersteres: SophieJunghans, Eine Versuchung (Forts.). E. v. Iagow, Ein Pariser Cicerone. Mit Original-Illustrationen vonO.Gerlach. A. Hartenstein, Im Wahne. Novelle. G. Truppel, Deutsches Leben im Bismarck-Archipel. Eusemta Gräfin Ballestrem, Die Falkner vom Falkenhof (Forts.). A. Hartenstein, P. K. Rosegger. Die Beruhigung der Meereswellen durch Oel. A. Feldmann, Ein Schüler Beethovens. Dr. H. Lahmann, Führt die vegetabile Diät zu einer Verkalkung der Schlagadern? und die Kunstbeilagen: B. Vautier, Tanzsaal in einem schwäbischen Dorfe; R. Hesse, Der kleine Corporal; R. Eis ermann, Am Aschermittwochmorgen; A. Gaiser; Schelmenlieder; H. Kaulbach, Alter schützt vor Thorheit nicht. Heft 16 enthält: Sophie Junghans, Eine Versuchung (Forts.). E. von Hesse-Wartegg, Eine Nacht im Chinesenvicrtel von San Francisco. Mit Original-Illustrationen von A. Richter. A. Hartenstein, Im Wahne (Schluß). S. Tromholt, Isländische Fahrten I. Eufemia Gräfin Ballestrem, Die Falkner vom Falkenhof (Forts.). K. von Vincenti, Freiherr von Hasenauer. W. Hetz, Das Petermännchen. Graf Julius Andrassy f. Das Rathhaus in Lindau. Peter Taren, Die erste Aufführuna des „Egmont" in Paris. G. van Muyden, Die Canalbrücke; und die Kunstbeilagen: T. E. Rosenthal, Mutterliebe; H. Ltnden- schmit, Er kommt nicht; G- Max, Vestalin; W. Kuhnert Löwen beim Mahle; S. Htrszenberg, Uriel Acosta und Sptnora" Preis jedes Heftes 50 Pfg. — Der bekannte Reisende und Naturforscher Prof. Pechuel- Loesche in Jena ist mit einer Neubccnbeitung von »Brebms Thierleben* beschäftigt. Das Erscheinen der neuen Auflage des berühmten Werkes wird im Herbst d. I. erwartet. verkehr, Land« uttö Polfstvirtbjcbaft. / eue« BSue 10 * *.«. Roth, Wallthorstr. 5.12154 Tapeten ■ in den neuesten Mustern, in größter Auswahl empfiehlt zu billigsten Preisen 2689) Ernst Blödner, Settersweg. NB- Reste bis zu 20 Stück werden zur Hälfte des Preises abgegeben. Die letzten Neuheiten in Hüten, Bändern, Ga?en, Tüllen, Spitzen, Blumen. Jeder» etc. find eingetroffen und empfehle solche in großer Auswahl zu billigsten Preisen A- Fangmann, 2685 _______Bahnhofstraße 29. Besser als Sodener und alle Mineral-Pastillen sind in ihren Wirkungen die Apotheker Albrechts „Frankfurter Apfelsäure-Pastillen“. ©or|üfl «roße Goldene Medaille. Köll 1887. Laubenheimer Diirkheimer o w älia' B Vermischte Anzeigen. Tafflöhner für Landwirtbschaft gesucht von 2799) _3« Dern Frankfurterstr. 86. Ein braver stadtkundiger Junge für leichte Beschäftigung «ufsofort gesucht. [2783 H. Schwall, Hess. Hof. I 2709] Junger Kellner gesucht. Restaurant Postteller*. sich ju verheiraten. Herren rrhal-.^^ sofort unter der denkbar größten cretion Näheres durch General-Anzei- W*ger Berlin SW. 61. Porto 20 Pf.^WV 379 Fabrik-Marke ' für kleine Kinder. Mk. L— per Büchse. Sterilisirte Alpenmilch (soxhiet-wich) S jeden Alters. — 65 Pfg. per Büchse. In allen Apotheken zu haben: in dringenden Fällen auch direct von der (xesellschait iiir Eabrikation diätetischer Produchte Ed. Loetlund & Co. in Stuttgart. 1718 pr. Fl. JL 1.— 1 >, » n 1 20 „ „ 1.30 » n » 1 30 » » n 1-40 n » » 1 50 » „ „ 1 40 „ » >♦ 150 n » » 1 50 » » » 2 9 __ » » » » » n 2— » » „ 2.50 n », » 2.— » » » 2.50 n » » 2.50 » ,, „ 2.50 » j» n 1 40 », » » i 40 » » » 2. » ,, „ 110 Bordeaux Medoc pr. Fl. ji 1.40 „ St. Julien Rüster Ausbruch Menescher Ausbruch Tokayer Ausbruch „ 99 (extraf.) Capwein Deutscke. Kinderwagen in größter Auswahl zu billigsten Preisen bet [511 5 Kilbinger, P L- Senners Rchf Selbstgefertigte Stroh- und alle Sorten Rohrstühle, sowie WirthfchaftSstühle mit Patent- sitz nnd Schrauben liefert unter Garantie und zu sehr billigen Preisen Philipp Henkel, 1862 Stuhlmacher, Sonnenstr. 14. Reparaturen an Stühlen gut und billig Säwmtliche Sorten Pepsin-Wein und Pepsin-Magenbitter, von dem ersten rereidigten Chemiker Herrn Dr. C. J. Schulte als bester alleinstehender Magen-Wein und Magenbitter anerkannt und beständig controlirt. Preisgekrönt auf den ersten Ausstellungen und von ersten hiesigen Aerzten als vorzüglich aicrfannt Alleinverkauf für Gießen und Umgegend bei Herrn Ang. Saame, Gießen, Arankfurterftratze 11 (neben dem Hess. Hof" )" 2831] Einige Ctr. gnttS Grummet zu verkaufen. Georg Hammel, gr. Mühlpasse 6 2795] Sehr preiswürdig zu verkaufen: zwei neue Betten mit vollständigem Bettwerk (Bettstelle nußb. lacktrt), zwei hochfeine franz. Bett.n (polirte Bettstelle) mit vollständigem Bettwerk, Sophab, Seffel, Stühle u. s. w. JP. Möllmann, Neuen Bäue 6. Ein braver Junge kann das Tapezier- geschäft bei mir erlernen-_________________ 2790] Ein großer Kinderwagen zu verkaufen.___________Westanlage 11 IV. 257'] Blumen. Bänder, Federn und Strohhüte billigst bei Ottilie Schmidt, Wallthorstraße 46. Stall besonderer Anzeige Frau Pfarrer Göbel Rudolf Göbel und Frau. 2849 Katharinengasse 8, aus statt. 2811 Gießen, den 28. März 1890. ©et Vorstand. Jahresrechrmug 1889 und Vermögens-Nachweis Debet. Orediti JL JL An Vermögensstand am Per Krankenlohn . 84 72 20 1905 19 943 ii 2969 20 3739,87 ,3739,87 2785 zu vermiethen. Sonnenstraße 9. Pfandbriefe. zu vermiethen. Neuenweg 48. 98.40 101.30 100.70 118 — Pfandbr. . 131.80 3V»o/oKöln-Mtndn.Loose 139.10 138.75 132.— «merttanifche Eisenbahn-Bonds. bo/g Buderus-Obligat. . | Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. CHr. Pietsch) in Gießen. 101.70 98.50 96.70 101.50 101.60 98.50 65 02 101.70 98.50 105.35 105.76 133.20 132.50 96.40 101.50 101.60 98.50 11 u 102.— 98.— 11 11 n ff 83 Drucksachen . Verwaltungskosten . . . Anlagen bei: Spar-und Leihkaffe Gießen . GewerbebankE G. Gießen . Caffabestand am 31. Dec. 1889 . 686 11 1. Januar 1889 . . Zinsen . . . . . Eintrittsgelder. • . Beiträge..... Sonstige Einnahmen . Bankvermögen am 31. Dec. 1889 . 2171 98 16 1453 1 4o/oDeutscheGrundschld.- Bk.-Pfandbr. 3V8°/o do...... 3V8o/v Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 4% Meininger Pfandbr. 2820] Ein mobl- Zimmer zu vermiethen Lindengasse 1. Loose . . . . 3% Oldenburger Loose . heute Morgen in Grünberg nach längerem Leiden sanft entschlafen ist. Giessen, den 28. März 1890. 2816] Ein hübsch möblirtes Zimmer zu vermiethen, passend für Einjährige. __Eichgärten Rr. 12. 282 ] Einfach möbl. Stube für Arbeiter Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, dass unsere innig geliebte Mutter und Schwiegermutter im Alter von 80 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 28. März 1890. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause, Geprüft und richtig befunden. Gießen, den 26. März 1890. Die Revisoren: C. L. Schmid. L. Häuser. Carl Schiesser. 104.75 ! 104.75 Wermiethungen. 2797] Der mittlere Stock meines Hauses, 5—6 Zimmer, Wasserleitung, Gartenantheil; ferner im Nebenhause großer trockener Lagerraum nebst Bureau, eventuell Pferdestall rc., zusammen oder getrennt, per 1. Juni d. I zu vermiethen. LouiS Bersch, Al'.cestraße 22 Kauf m.Kranken- u. Begräbni sskasse E. H. Giessen. Wir bringen hiermit gemäß § 37 unseres Statuts Jahresrechnung für 1889 und Vermögensnachweis zur Kenntniß unserer Mitglieder. Todes-Anzeige. Heute Abend 8 Uhr verschied sanft nach langen schweren Leiden unser geliebter Vater, Bruder, Schwager und Grossvater Herr Christoph Breustädt, Rentier, 12101 tirte ein Hin- und Herschwanken der Course, doch hielten sich beide Plätze liemliA das Gleichgewicht, bis in Berlin das Deckungsbedürfnitz verschwand. Darauf gingen die Course stärker zurück, zumal da Meldungen über partielle Strikes auf den Bergwerken Hibernia und Consolidation auf die Course der Montanweribe drückten. In Berlin wurden namentlich auch Bochumer Gußstahl-Actien stark ae« worsen, weil man sich dort durch die Erklärung des Generaldirectors Baare über die Schwierigkeiten de8 Savonaer Werkes nicht befriedigt fühlte. Das erneute Auftreten von Strikes kann nicht überraschen, es ist schon mehrfach darauf hingewtese» worden, daß diese Gefahr für die Zukunft weiter fortbestehen wird Dies Kampfmittel hat den Arbeitern so große Erfolge verschafft, daß mehr als gewöhnliche Selbstbeherrschung dazu gehören würde, dasselbe mit Mäßigung handhaben. Es hatte anfänglich den Anschein, als ob sich Geld in der Liquidation beträchtlich theurer stellen würde. Berlin meldete an einem Tage 61/* °/o, aber dieser ^>atz hat sich nicht behaupten können, der Durchschnitt wird sich ungefähr 1 % billiger stellen. Trotzdem ist es nicht im Ueberfluß vorhanden und fehlt namentlich an den Stellen, die von Geldsorgen früher nicht berührt wurden. Der letzte Bankausweis zeigte keine Verschlechterung, und es steigt damit die Hoffnung, daß der Quartaks- wechsel ohne eine Dtsconterhöhung überwunden wird. Ein schwacher Trost! aber bezeichnend für den Grad, bis zu welchem die Hoffnungen herabgestimmt wurden. Das Resultat der Coursschwankungen der Woche ist ein sehr geringfügiges. Bei Banken blieb das Coursniveau fast vollkommen unverändert, nur Darmstädter lassen mit 1%, Handelsgesellschaft mit 2% einen größeren Coursabschlag erkennen. Letzterer wurde herbeigeführl durch ein Gerücht, welches von Differenzen mit der Dresdner Bank, die zum Prozeß führen würden, zu erzählen wußte. Diese Meldun, ist dementirt worden, und sie charakterisirt sich daher als eine jener falschen Nach, richten, mit welchen die jüngste Zett leider so reich gesegnet war. Das Gebiet der deutschen Bahnen war mehrfach bewegt, namentlich die östlichen Bahnen, weil noch immer an der Börse Gerüchte in Umlauf kommen, nach welchen auch der Minister Maybach sein Amt niederlegen werde und die Hoffnung besteht, daß sein Nachfolger sich weniger schroff ablehnend gegen die Verstaatlichung dieser Bahnlinien erweise» werde. Böhmische Weftbahn verloren 4 fl., Nordbahn 21/» ft; für letztere Actie» ist vor Kurzem das Project einer Capitalerhöhung aufgetteten. Buschtherader sind 71/» ft besser, Duxer verzeichnen eine ähnliche Steigerung, dagegen sind Nordwestbahn wieder 2 fl. schwächer. Auch Schweizer Bahnen sind rückgängig, namemlich Gotthard. Renten haben sich nicht erholen können. Sie sind vielmehr mit Ausnahme weniger Werthe wiederum abgeschwächt und diese verdanken die Besserung nur Con- oersionen und Sudscriptionen wie Russen und Serben, oder einer bevorstehenden Neuemission, wie Egypter, Argentinier, lagen am Freitag fest auf Depeschen, welche eine Reform der Finanzverwaltung in Aussicht stellen, aber die anfänglichen Coursverluste waren zu groß, um gänzlich wieder ausgeglichen zu werden. Auch deutsche ! Fonds sind weiter rückgängig. Angesichts der bedeutenden Coursermäßtgung, welche namentlich 3V2% deunche Werthe in der letzten Zeit erlitten haben, hört man jetzt vielfach die Meinung aussprechen, daß die Zett der Conoertirungen vorläufig beendet 'sei. In der That hat schon die letzte Subscription auf 3V»o/o Reicheanlethe ein unbefriedigendes Resultat gegeben, und große Summen des aufgelegten Betrags sind iweifellos in den Händen des Uebernahme-Consortiums zurückgeblieben. Bei dieser Lage der Dinge scheint es gewagt, die Ausgabe weiterer 31/*°/oigev Xitel fortzusetzen, wie es anscheinend geschehen sein soll, denn noch vor wenigen Tagen ist der Finanz- Minister ermächtigt worden, wettere 250 Millionen 3V,o/oige Anleihe zu emitttren. Erfolgt die Ausgabe dieser Titel mit ähnlicher Hast wie seither, so werden aller Wahrscheinlichkeit nach Consols und Reichsanleihe auf einen Coursstand zurück- »sinken, den sie bisher noch nicht eingenommen haben. Auf dem Jndustrteactienmarkt überwiegen gleichfalls die Coursoerluste. Namentlich sind neben Montanwerthen Brauereien und Verlagsactten niedriger. Laura, welche sich verhältnißmäßtg gut gehalten hatten, litten am Freitag unter Executionen. Course der Frankfurter Börse Ciaatiattltib ttu Börssnwo«heNberi