1890 Donnerstag den 29. Mai Nr. 121 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Gratisbeilage: Hießener Jamitienökätter Amtlichem Theil Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. unternommen wurde. Ganz ohne Folgen ist der Unfall leider nicht geblieben. Der Kaiser hat eine Verstauchung des rechten Fußes erlitten, der auf einer acht bis neun Zentimeter breiten Fläche blutunterlaufen ist. Dr. Leuthold hat strenge Schonung des Fußes angeordnet und der Kaiser wird demzufolge etwa acht bis vierzehn Tage lang den größten Theil des Tages liegend zubringen müssen. Er wird deßhalb auch morgen nicht zur Besichtigung der Königin-Kürassiere nach Pasewalk fahren können- auch die Kaiserin wird nicht nach Pa^walk fahren, sondern bei ihrem Gemahl bleiben. Im Uebrigen aber ist das körperliche Befinden des Monarchen sehr gut. Er hat im Laufe des heutigen Tages eine Anzahl Vorträge, u. a. auch die des Reichskanzlers, entgegengenommen, auch für die nächsten Tage eine Anzahl hoher Beamten und Offiziere zum Vortrage bestellt. Hier hatte der Unfall begreifliche Aufregung hervorgerufen und auch in Berlin war man äußerst besorgt, bis das Nähere bekannt wurde. Potsdam, 26. Mai. Das Stiftungsfest des Lehr-Jn- santerie-Bataillons wurde heute in der herkömmlichen Weise abgehalten. Se. Majestät der Kaiser ließ sich durch Se. Königliche Hoheit den Prinzen Friedrich Leopold vertreten. Käsen, 25. Mai. Die Enthüllung des aus der Rudelsburg von den deutschen Corpsstudenten dem Andenken Kaisers Wilhelms I. gewidmeten Denkmals hat heute Vormittag daselbst unter großer Betheiligung junger und alter Corpsstudenten und eines zahlreichen Publikums stattgesunden. An Se. Majestät den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm der Festtheilnehmer abgesandt. Gestern Abend war hier ein Festeommers abgehalten worden, bei welchem ein Salamander auf den Fürsten Bismarck gerieben worden war. Von dem Fürsten, welcher hiervon telegraphisch benachrichtigt wurde, traf heute Morgen ein Danktelegramm ein. Oberammergau, 26. Mai. Die heutige erste Aufführung des Passionsspiels war von dem herrlichsten Wetter begünstigt. Das völlig neu hergerichtete Theater war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Zuschauer, deren Zahl sich auf mehr als 4000 belief, waren von der Darstellung sichtlich tief ergriffen. soll vom Staat unterstützt werden- die bedeutendsten griechischen Banken werden sich daran betheiligen. Man hofft durch diese Gesellschaft den griechischen Handel zu heben. Zanzibar, 26. Mai. Der Reichseommissar Major W i firn an n ist heute, begleitet von Suleiman bin Nassur, dem ehemaligen Gouverneur von Bagamoyo, nach Europa abgereift. Aus demselben Schiffe ist auch Mackenzie, der Gouverneur der Britisch-ostafrikanischen Gesellschaft, nach England abgereist. Chicago, 24. Mai. Die Polizei entdeckte heute ein Attentat, durch welches beabsichtigt wurde, das Denkmal int Haymarket zu zerstören, welches zur Erinnerung an die während der anarchistischen Unruhen umgekommenen Polizisten und Bürger errichtet wurde. Glücklicherweise war die Explosion nicht erfolgt, da der Regen die Zündschnur der mit 50 procentigem Nitroglycerin gefüllten Büchse verlöscht hatte. Jtoslanö. Moskau, 26. Mai. Der Kronprinz von Italien ist gestern Abend hier eingetroffen und auf dem Bahnhose vom Gouverneur Fürst Golizyn, der Generalität und anderen Würdenträgern, sowie dem italienischen Botschafter in Petersi- burg und dem hiesigen Consul empfangen worden. Athen, 25. Mai. Der Ministerpräsident Tricupis brachte in der Kammer einen Gesetzentwurf ein, nach welchem eine neue hellenische Schiffsahrtsgesellschaft gegründet werden soll mit einem Capital von 35 Millionen. Die Gesellschaft Vierteljähriger ASonnementspreis« 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Expedttis» und Druckerei: Kchutstraße Ar.H. Fernsprecher 51. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 27. Mai. Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Kaiser empfing gestern Vormittag den Reichskanzler v. Caprivi zu längerem Vortrag, arbeitete darauf mit dem Ches des Civilcabinets und empfing am späteren Nachmittag den Botschafter Malet. Er hörte heute Vormittag die Vorträge des commandirend^tt^Admirals, des Staatssecretärs der Marine und des Chef?"" des Marinecabinets und arbeitete längere Zeit mit dem Vertreter des Militärcabinets Obersten Oidtmann. Die leichte Verrenkung des rechten Fußes, welche der Kaiser sich Sonntag Nachmittag gelegentlich der Ausfahrt zuzog, veranlaßte denselben, auf Wunsch der Aerzte sich einige Tage Schonung aufzuerlegen. Berlin, 27. Mai. Unter der großen Zahl von Zustimmungs-Telegrammen, welche Moltke anläßlich seiner letzten Reichstags-Rede erhielt, befand sich auch ein solches des Erzherzogs Albrecht, batirt aus Wien vom 15. ds., worin es hieß: „Empfangen Ew. Excellenz den Ausdruck meiner zustimmenden Bewunderung zur gestrigen Rede. Gott erhalte Sie noch recht lange Ihrem Monarchen und Ihrem Vaterlande !" Berlin, 27. Mai. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, wonach eine erweiterte Einlösung der Zinsscheine der Reichs an leihen außer bei der preußischen Staatsschuldentilgungskasse in Berlin auch bei der Reichsbankhauptkasse und sämmtlichen Reichsbankstellen, sowie denjenigen Oberpostkassen, an deren Sitz sich keine solche Bankstelle befindet, erfolgen soll. Berlin, 27. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Blättermeldung, der Statthalter Fürst Hohenlohe werde sich nach Belfort gegeben, um Carnot zu begrüßen, für unbegründet. Seit der 1877 erfolgten Begrüßung Kaiser Deutsches Reich. Berlin, 24. Mai. Seine Majestät der Kaiser sandte unterm 20. d. M. von Pröckelwitz aus dem Grafem Moltke anläßlich seiner letzten Reichstagsrede ein Telegramm, worin er demselben wärmsten Dank für die An und Weise ausspricht, mit der derselbe für die Armee eingetreten, allezeit bereit, im Dienste für das Vaterland seine höchste Ehre zu finden, und ihn zu der Anerkennung beglückwünscht, welche er auch außerhalb Deutschlands gefunden. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Vicepräsidenten des Reichsbank-Directoriums Koch zum Präsidenten. Berlin, 24. Mai. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge greift die Meldung, der Reichskanzler werde Seine Majestät den Kaiser auf seiner Reise nach Petersburg begleiten, den Ereignissen weit voraus- nach zuverlässigen Informationen ist eine Bestimmung darüber überhaupt noch nicht getroffen. , Potsdam, 26. Mai. Ueber einen dem Kaiser zuge- stoßenen Unfall berichtet die „Köln. Ztg.": Als der Kaiser sich mit dem Erbprinzen von Sachsen Meiningen gestern Nachmittag in einem Einspänner von dem Neuen Palais nach der Dampferstation begab, scheute das Pferd, dessen Zügel Se. Majestät selbst führte, bei der Kreuzung der Marienstraße und der Jägerallee. Bei einem starken Anprall des Wagens gegen den Rinnsteinbord sprang der Kaiser heraus und fiel auf den rechten Arm- wenige Schritte weiter schlug der Wagen um, wobei auch der Erbprinz von Meiningen herausstürzte. Der Kaiser und der Erbprinz traten darauf in eine nahe gelegene Villa, wohin sich auch die Kaiserin, welche in einem zweiten Wagen mit den Prinzen gefolgt war, begab, und warteten daselbst die Ankunft eines neuen Wagens ab. Mit diesem setzten dann das Kaiserpaar und der Erbprinz von Meiningen die Fahrt nach der Dampferstation fort, von wo mit der Alexandra eine Spazierfahrt nach, der Pfaueninfel Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Sonn. 10 Uhr. Bekanntmachung. ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Grobherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz dem Verwaltungsrath des Brandversicherungsvereins Preußi- scher Staatseifenbahnen die Erlaubniß zur Ausdehnung seines Geschäftsbetriebs auf das Großherzogthum Hessen unter Bedingungen auf Widerruf ertheilt hat. Gießen, den 24. Mai 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags. Die Gießener D««ttienVtLtter werden dem Anzeiger ^«-chentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Feuilleton. Aber, Herr Assessor, // // alles wieder ausspringen und ritter zur Hochzeit kommen." // voll, anderes nehmen." Einr Verlobung mit Hindernissen. Humoreske von Alexander von Degen- (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) R. .atsch, Nummer 7^ mußte doch etwas zu eng gewesen fein. Aergerlich biß der Assessor die Lippen zusammen und zog ein neues Paar aus der Tasche hervor, das glücklich tadellos saß, als der Wagen vor dem Hundheim'schen Hause hielt. Geflügelten Schrittes eilte der glückliche Brautführer die läuferbelegte Treppe empor - waren die neuen Lackstiefel daran schuld, daß er nicht so sicher auftrat, genug, auf der obersten Stufe stolperte er und wäre ohne Zweifel auf dem Vorfaal hingefallen, wenn nicht rechtzeitig der wohlgeschulte Diener hinzugesprungen wäre und ihn gehalten hätte. Nur der Chapeau-claque flog im weiten Bogen in eine Ecke, doch schnell hatte ihn der dienstbare Geist ergriffen, abgestäubt und feinem etwas athemlosen Besitzer wiedergegeben. „Einen Moment," meinte Bach, als der Diener sich an- schickte, die Salonthüre zu öffnen. Er griff in die Hintere Rocktasche, zwei kleine Bürsten mit Elfenbeinrücken kamen zum Vorschein, die blitzschnell über das tadellose Haupthaar fuhren. Dann zupfte er den Frack zurecht, warf sich in die Brust, noch einen Blick auf das Bouquet und stand nach wenigen Augenblicken der Angebeteten gegenüber, die ihn an der Seite der Mama erwartete. Bach vermochte vor Bestürzung kaum die ersten Begrüfi- ungsworte hervorzubringen. Statt, wie ihm Hundheim mit- getheilt, ein blauweißes Kleid zu tragen, hatte Tessa ein bordeaurothes angelegt, sein Bouquet paßte also durchaus nicht. Die Mutter gewahrte den verlegenen Blick, den Bach auf fein wundervolles Bouquet warf. „Ach, Herr Assessor, Sie trifft keine Schuld. Wir hatten mit der blau und weißen Robe ein kleines Malheur, mußten also changiren." „Wie reizend, wie wundervoll ist das Bouquet!" meinte „Nur weiter, weiter, nicht so langweilig!" ries der Assessor, ungeduldig mit dem Fuße trommelnd, „wie lange soll das Rasiren dauern?" da Schraps bedächtig das neue Messer auf dem Streichriemen hin und her bewegte. Nach KVX.X., entgegnete Schraps vorwurfs- das Messer ist frisch abgezogen, ich werde aber ein einer Viertelstunde betrachtete Bach wohlgefällig sein glatt- rasirtes Gesicht im Spiegel, wirbelte den buschigen blonden Schnurrbart in die Höhe und ließ sich dann wieder in den Sessel fallen, damit Schraps mit kundiger Hand das volle Haupthaar ordne. Drei-, viermal mußte der Scheitel anders gelegt werden, er war schief nach der Ansicht des Barons. Nach Verlauf einer halben Stunde war der Anzug beendet, es saß alles tadellos, wie Schraps wiederholt versicherte. Die Vorfaalklingel ertönte und gleich darauf trat der Gärtnergehilfe mit dem Bouquet, Marschall-Niel-Rosen und Veilchen, ein. „Entschuldigen Sie, Herr Baron, daß sich die Sendung etwas verzögerte, aber wir hatten alle Hände voll zu thun." „Da konnte ich natürlich warten, mußte sogar noch einen Dienstmann schicken- sagen Sie Ihrem Herrn, daß ich in kommenden Fällen meinen Bedarf wo anders decken würde. Was sehe ich," fuhr Bach entrüstet fort, indem er das Bouquet betrachtete, „die Manschette ist ja nicht einmal ordentlich befestigt, hier an der Seite geht sie bereits los, nein, es ist nicht zu glauben." Der Gärtnerbursche stellte mit einem kunstfertigen Griff den Schaden wieder her. Großmüthig verabschiedete ihn der Assessor mit einem Trinkgeld. „Aber vergessen Sie nicht, Ihrem Prinzipal meinen Auftrag auszurichten!" Vorsichtig stieg Bach die Treppe herunter, noch vorsichtiger über das Trottoir in den seiner harrenden Landauer, der ihn nach der Wohnung seiner Brautjungfer führen sollte. Während der Fahrt zog Bach die Handschuhe an- der linke saß tadellos, .jetzt kam der rechte an die Reihe, da, ein „Aber dann haben der Herr Assessor Niemand zum Anziehen, Sie müssen sich noch rasiren, dann die Lackstiefel, werden auch Mühe machen —" „Wahr, sehr wahr, eine verteufelte Geschichte, aber auf sich können wir die Sache mit dem Bouauet nicht ruhen lassen - so schicke einen Dienstmann." „Sehr wohl, Herr Assessor!" Nach wenigen Minuten trat Schraps wieder em und .begann seinen Herrn, der unterdessen am Toilettentisch Platz genommen, nach allen Regeln der Kunst einzuseifen. Schraps war das Muster eines Kammerdieners, in allen Künsten erfahren, deßhalb war er auch von dem reichen Baron Bach, der sich so etwas leisten konnte, engagirt worden. „Ich weiß gar nicht, was heute nur los ist!" rief Bach, als Schraps seine rechte Backe bearbeitete. „Das Messer kratzt, als ob Du Holz damit gesägt hättest- es wird wohl ich wie ein zerschimdener Raub- Wilhelms I. in Metz durch Gontaut Biron ist in Folge gegenseitigen Einverständnisses von derartigen Begrüßungen beiderseits Abstand genommen worden. Berlin, 27. Mai. Der VIII. deutsche Lehrer tag wurde bei seinem Zusammcntretcn heute Vormittag in der „Philharmonie" vom Oberbürgermeister v. Forckenbeck, Namens des Cultusministers durch den Ober-Regierungsrath Schneider, Namens der städtischen Schuldeputation vom Stadtschulrath Bertram begrüßt. Der Vorsitzende Tiersch (Berlin) brachte sodann ein Hoch aus Se. Majestät den Kaiser aus, wonach die Absendung einer Ergebenheilsadresse an Seine Majestät beschlossen wurde. Hierauf hielt Dittes-Wien eine begeistert aufgenommene Festrede zum Gedächtniß Diesterwegs ; sodann wurde an Se. Majestät ein Huldigungstelegramm einstimmig genehmigt, begleitet von der ehrerbietigen Bitte, die Fürsorge, welche der Kaiser aus Herzensneigung dem bedrängten Theile des Volkes entgegenbringe, auch der Schule und ihren Pflegern bewahren zu wollen. Sodann sprach Clausnitzer-Berlin über die Aufgabe der Volksschule gegenüber der socialen Frage. Eine Besprechung der Thesen wird morgen stattfinden. Potsdam, 27. Mai. Bei einer Vergnügungsfahrt, welche mehrere Soldaten und Mädchen gestern gegen Abend mit einem Segelboote aus dem Seddiner See unternommen hatten, sanden 4 Personen durch Umschlagen des Bootes in den Wellen ihren Tod, die übrigen wurden gerettet. Danzig, 27. Mai. Gestern Nachmittag unternahmen 11 Personen auf der Ostsee in einem Segelboote eine Fahrt nach dem Vergnügungsorte Heubude. Das Boot kenterte und 7 Personen, darunter der Schiffer, ertranken. Unter den Ertrunkenen befindet sich die Tochter eines Stolper Arztes, ferner eine Frau v. Sprockhoff mit zwei Kindern und zwei erwachsenen Schwestern. Der ertrunkene Bootssührer heißt Schulz. München, 27. Mai. Zu dem gestrigen Begrüßungsabend der dritten Hauptversammlung des Allgemeinen deutschen Sprachvereins hatten sich an hundert Philologen aus allen Theilen Deutschlands eingefunden. Nach dem Gesänge des Festliedes sprach Hofschauspieler Stury den Prolog. Stadtschulrath Rohmeder hieß die Erschienenen im Namen des Ortsausschusses willkommen, woraus der erste Vorstand Riegel den Dank erwiderte. Geheimrath Reuleaux aus Berlin feierte den hiesigen Zweigverein. Hierauf folgten Musik- und Chorlieder-Vorträge. Altona, 27. Mai. Als Ersatz für die strikenden Maurer traf heute hier eine Anzahl italienischer Maurer ein. Die Bauplätze derselben werden polizeilich überwacht. Belfort, 27. Mai. Car not ist um 11 Uhr hier eingetroffen und wurde sehr sympathisch empfangen. Bald nach der Ankunft des Präsidenten sand ein Empsang der Behörden aus der Mairie statt. Carnot erwiderte aus die dabei gehaltenen, an die Belagerung der Festung und an die republikanische Gesinnung der Bevölkerung erinnernden Ansprachen, er sei tief bewegt vom Besuche der Stadt und von den patriotischen Kundgebungen, womit man ihn in derselben em- psangen habe. Paris, 27. Mai. Carnot ist Abends in Besoul eingetroffen ; er geht morgen nach Chaumont und Troyes und trifft Abends wieder in Paris ein. CocaUs r»nd provinzielle». Gießen, 27. Mai. — Neues Theater in Gießen. Ein herrlicher Kunstgenuß steht uns bevor durch die Ausführung der Schauspiel-Novität „Die Ehre", die uns am Freitag Abend vorgeführt wird und zwar durch das Widmann'sche Ensemble vom Kgl. Opernhaus in Bayreuth. Herr Widmann beginnt mit seinen Vorstellungen im Kurhaustheater in Nauheim erst nächste Woche, und diesem Umstande ist es zu danken, daß wir mit einer so vortrefflichen Novität bekamt gemacht werden, die gegenwärtig in Frankfurt, Kassel, Darmstadt u. s. w. so großes Aussehen erregt. In dem ersten größeren Werke eines jungen, reichbegabten Autors tritt uns zum ersten Male Tessa, dem Assessor glücklich lächelnd die Hand reichend. Bach gab Tessa den Arm. Welch beseligendes Gefühl war es für ihn jetzt, an der Seite der Geliebten sitzen zu dürfen; viel zu schnell langte man am Portal der Kirche an. Nach der Trauung fuhr man in das Hundheim'sche Palais zum Festmahle. Bach und Tessa unterhielten sich ausgezeichnet, die Augen sprachen noch mehr, als Worte vermochten. Bach, als der älteste Brautführer, hielt eine begeisterte Rede auf die Brautjungfern. Das neuvermählte Paar war verschwunden, die Tafel wurde ausgehoben und der Kaffee herumgereicht. In einer halben Stunde sollte im großen Saale getanzt werden. Bach erspähte in einem Zimmer den Vater Tessas. Kurz entschlossen bat er ihn um eine kurze Unterredung; sie wurde gewährt, ebenso die Hand der Tochter, um welche der Assessor gebeten. „Beim Beginn des Balles werde ich Eure Verlobung veröffentlichen, ich will jetzt mit meiner Frau und Tessa- sprechen!" sagte Herr v. Hundheim. Wer war glücklicher als Bach. Leuchtenden Auges trat er in das Rauchzimmer. Ein Geheimer Justizrath, der die Kenntnisse des Assessors zu schätzen wußte, redete denselben wegen eines wichtigen Processes an und fragte ihn um seine Meinung. Bach mußte eine Weile den alten Herrn anhören, endlich erlöste ihn der Diener, welcher Bier präsentirte; er eilte nach dem Toilettenzimmer, um etwaige kleine entstandene Mängel an Haupthaar und Anzug wieder in Ordnung zu bringen. „Wirklich brillant sitzt alles!" murmelte er, sich vor dem großen Toilettenspiegel drehend und wendend. (Fortsetzung folgt.) wieder ein wirkliches, gesundes Schauspiel entgegen, welches mit all seinen Figuren und Situationen, mit all seiner sceni- schen Gliederung aus einem festen Grundgedanken, aus einer echten Schauspielidee beruht. „Die Ehre" hat so viel des Guten, diese Novität ist so reich an echtem Humor und ernsten Motiven, es spricht aus ihr eine so ehrliche, beachtenswerthe Moral und berührt in seiner ganzen Farbe und Gestalt so herzlich und anheimelnd, so gesund und warm, daß wir den jungen Autor beglückwünschen können. Das Widmann'sche Ensemble, das wir am Freitag Gelegenheit^haben sehen zu können, erzielte in Bayreuth mit der „Ehre" einen Erfolg, wie er noch selten dagewesen. Keine Vorstellung war eine so in allen Theilen vollendete, wie gerade diese, und so war es denn auch nicht zu verwundern, daß die „ Ehre" 6 Mal nacheinander bei total ausverkaustem Hause aufgesührt wurde. Nach der ersten Aufführung schrieb das „Bayreuther Tageblatt" u. a. Folgendes: „Nach den bisherigen Leistungen des Widmann'schen Ensembles konnte man wohl einer guten Ausführung dieses vorzüglichen Schauspiels entgegensehen, wir müssen aber gestehen, daß wir auf solch einen großartigen Kunstgenuß nicht gerechnet hatten. Die gestrige Aufführung kann als eine mu st er gültige bezeichnet werden, und war der stürmische Beifall, welcher den Mitwirkenden zu Theil wurde, ein wohlverdienter." Wer sich also einen recht genußreichen Abend verschaffen will, versäume es nicht, dieser Vorstellung beizuwohnen. — Der wegen den Anfang Mai dahier verübten Einbrüchen in Frankfurt a. M. verhaftete Friedrich Kelter aus Rockenberg ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag aus seiner im 2. Stockwerke des hiesigen Arresthauses belegenen Zelle ausgebrochen. Ketter durchbrach zunächst die nur einen halben Backstein starke Zimmerdecke, schwang sich von dem aufrecht gestellten Bettgestelle aus unter Zuhilfenahme eines um eine ausgebrochene Eisenstange der Bettlade geschlungenen Leinentuches durch die Oeffnung und gelangte von da auf das Dach, von dem er sich an dem Blitzableiter in den Hof herabließ. Hier gab er sich zunächst dem Wachtposten gegenüber den Anschein, als ob er mit Arbeiten im Arresthofe, Kehren und Gießen, beauftragt sei, und ersuchte denselben, mit einer Gießkanne in der Hand, ihm das Thor zu öffnen, da er auch draußen gießen solle. Dieses Begehren wurde aber von dem wachhabenden Unteroffizier, da die Wache überhaupt Niemand aus dem Gefängnißhose zu lassen hat, abgelehnt. Ketter begab sich nun wieder auf das Dach zurück und stieg von da durch den Abzugsschlot der Luftheizung in den Heizungskanal. Als die Entweichung des Ketter aus seiner Zelle am Morgen bemerkt wurde, die Wache aber auf das Bestimmteste versicherte, denselben nicht hinausgelassen zu haben, ein Ueberspringen der Mauer ohne Hilfsmittel auch nicht möglich erschien, wurde in dem Schornstein nachgesorscht, jedoch ohne Erfolg, da Ketter in den Luftheizungskanal gekrochen war, und infolge deffen nicht gesehen werden konnte. Hier brachte der Verbrecher zwei Tage und eine Nacht zu, stieg dann wieder in dem Schornstein empor und am Blitzableiter aus den Hof herab, hob hier eine Abortthüre aus, mittelst deren ihm das Uebersteigen der Mauer gelang, und kam so ins Freie. Die gleich nach dem Entweichen energisch ins Werk gesetzte Verfolgung des Ketter war von Erfolg, Ketter sollte sich nicht lange der goldenen Freiheit erfreuen. Bereits gestern Abend ist es einer gemeinsamen Patrouille hiesiger Gendarmen .und Schutzleute gelungen, den gefährlichen Menschen vor dem Dorfe Griedel bei Butzbach zu verhaften. Unter sicherer Bedeckung wurde Ketter, der aus seiner Flucht wiederholt Gendarmerie-Patrouillen wahrgenommen haben will und während der Zeit, vom Ausbruch ans seiner Zelle in der Sonntag-Nacht bis zu seiner Verhaftung, weiter nichts als die Eier zweier Rabennester genossen hatte, heute Nacht wieder in das hiesige Provinzialarresthaus eingeliefert. Wahrscheinlich werden ihm hier weitere Fluchtversuche, trotz der bei dem eben unternommenen bewiesenen Gewandtheit, unmöglich gemacht. Friedberg, 27. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog fuhren heute Morgen nach Bad Nauheim und von dort zum Bahnhof. Seine Großh. Hoheit Prinz Heinrich reifte um 8 Uhr 52 Min. ab, begleitet von Major Frhr. Schenk zu Schweinsberg. Gestern fuhren die Allerhöchsten Herrschaften nebst Gefolge nach Salzhausen und nahmen dort das Mittagessen im Curhause ein. Die Rückfahrt erfolgte gegen Abend. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute den Professor Dr. Vossius, Director der Augenklinik, und den Justizrath Baist von Gießen, den Forst- inspector Reuß von Butzbach und den Frhrn. Gil brecht ü.o n Löw von Nieder-Florstadt. Friedberg, 24. Mai. Se. Königl. Hoheit der Erb- großherzog sind heute früh 6 Uhr von Leipzig hier eingetroffen. Friedberg, 24. Mai. Die 28. Jahresversammlung des hessischen Unterverbands der deutschen Erwerbs - und Wirthschaftsgenossen schäften wird am 30. Mai, Morgens 8 Uhr, im Hotel Trapp dahier stattfinden, woraus ein gemeinschaftliches Mittagsessen folgt. Die Vorversammlung ist am 29. Mai, Abends 7 Uhr. Als Vertreter der Anwaltschaft wird Herr Ludw. Parrisius ans Berlin anwesend sein. x Friedberg, 26. Mai. Heute Morgen scheute in der Nähe der' neuen Post ein Pferd und ging mit seinem leichten Wägelchen, auf dem ein älterer Mann aus Echzell saß/ durch. In rasendem Laufe durcheilte das Pferd die Stadt, au mehreren Ecken stieß der Wagen an, so daß auch leider der Führer des Gefährtes herausfiel und zwar so unglücklich, daß er das Bein dreimal brach. Der Verunglückte wurde ins Spital gebracht, die Wunden sind so gefährlicher Art, daß man sehr an seinem Aufkommen zweifelt. DaS weiterrasende Pferd konnte erst wieder eingefangen werden, nachdem es noch in dem Seminarhof einen Flügel des eisernen Thores • mitsammt dem Sandsteinposten umgerissen hatte. -e- Lich, 27. Mai. Lehrer Roth in Altenstadt wurde zum Lehrer an der hiesigen Stadtschule ernannt und Schulverwalter Stork dahier nach Altenstadt versetzt. — Karl Dörmcr und Ludwig Erb von hier wurden als Schnl- vcrwalter in Garbenteich bezw. Ilbeshausen und Heinrich Vogt von hier als Schulgehülfe in Allendors a. d. Lumda bestellt. — Gestern in der Mittagszeit wurde in das zur sog. Westendhalle gehörige Gebäude cingcbrochen und daraus ein Kistchen Cigarren, eine Flasche Liqneur und eine Quantität Wurst entwendet. Dem Thäter ist man auf der Spur, hoffentlich wird er auch die verdiente Strafe erhalten- 3. Lich, 25. Mai. Dem Männergesangverein „Cäcilia" und den meisten hiesigen Einwohnern wurde heute eine Überraschung dadurch zu Theil, daß dem Herrn Schulverwalter Stork dahier ein Versetzungsdecret nach Altenstadt zugestellt wurde. Der hier allgemeiner Beliebtheit sich erfreuende Mann wurde neulich für die definitiv zu besetzende 5. Lehrer- ftelle dahier vom Stadtvorstand einstimmig vorgeschlagen und dieser Gemeinderathsbeschluß von dem Schulvorstande befürwortet- man wundert sich daher allgemein, daß nicht Herr- Lehrer Stork, sondern Herr Lehrer Roth von Altenstadt die betr. Stelle erhielt. Dem Cäcilienverein besonders war diese Versetzung insofern unerwünscht, als er in Herrn Stork seinen tüchtigen Dirigenten verliert; dadurch ist auch der Besuch des Lahnthal-Sängerbund-Festes in Gießen, auf welches sich alle Mitglieder so sehr gefreut und bei der Einübung der Bundeschöre so große Mühe gegeben haben, in Frage gestellt. A Lindheim, 27. Mai. Die Schlußseier des 1890er I. Cursus der la ndwirthschaftlich en Haushaltungsschule in Lindheim findet Samstag den 31. Mai 1890, Vormittags 10 Uhr, in dem Anstaltsgebäude unter folgendem Programm statt: 1-) Gesang der Schülerinnen. 2) Ansprachen des Präsidenten des landwirthschastlichen Provinzialvereins Oberhessen (Graf Friedrich von Solms - Laubach) und des Vorsitzenden des landwirthschastlichen Bezirksvereins Büdingen (Kreisrath Dr. Klietsch). 3. Uebergabe der Zeugnisse an die Schülerinnen. 4) Ansprache einer Schülerin an das Lehrer- personal. 5) Besichtigung von in dem Arbeitszimmer offen gelegten weiblichen Handarbeiten, schriftlichen Arbeiten und Molkereiproducten. 6) Gesang der Schülerinnen. ** Aus dem südöstlichen Vogelsberg, 26. Mai. Wie aus anderen Gegenden berichtet wird, sind die Maikäfer so stark aufgetreten, daß dieselben zur Plage geworden sind. Hier ist gerade das Gegentheil der Fall, denn man findet sehr wenig Maikäser und trifft nun auch die Bauernregel „Maikäfer-Jahr, ein gutes Jahr" keine Anwendung, denn hier stehen, wie auch in anderen Gegenden, alle lcmdwirth- schastlichen Gewächse so prächtig, daß auch wir eine durchaus gute Ernte erhoffen, namentlich in Roggen und Weizen, welche feit 4 Jahren nicht gediehen. Welche Hoffnungen nun erst in der fruchtbaren Wetterau! In der Gegend von Dauernheim müssen viele Laudwirthe Stücke mit Korn grün füttern und bann Kartoffeln darauf pflanzen, weil das Korn zu fett gewachsen ist und sich lagern würde. Gute Gegenden haben auch oft ihr Unangenehmes. 40 Büches, 26. Mai. Angeregt durch die interessanten Mittheilungen des Herrn Curschmann über absonderliche Vogelnistplätze theile ich Ihnen mit, daß hier ein Birnbaum, da wo die Straße von Wolf in die große Staatsstraße mündet, steht, auf welchem im letzten Jahre nicht weniger als fünf Sänger erster Klasse ihre Residenzen ausgeschlagen hatten: eine Amsel, zwei Buchfinken und zwei Schwarzköpschen. Es war ein Hochgenuß seltener Art, diesen auserlesenen Sängern Morgens und Abends zuzuhören oder sie in ihrem Wohnungsbau und ihrem Lege- und Brutgeschäfte zu beobachten. — Nicht weit davon steht der roth und weiß ange- strichene Pfahl, worauf Ortsname, Gerichtsbezirk, Militärbezirk u. s. w. verzeichnet ist. Obgleich wir seit einem Jahrzehnts keine Landgerichte, sondern Amtsgerichte besitzen und oft aus diese unrichtigen Bezeichnungen von der Behörde hingewiesen wurde, haben wir immer noch ein „Landgericht" Büdingen, was. zuweilen die Heiterkeit der Vorbeireisenden heraussordert. cf Altwiedermus, am Fuße der Ronneburg, 25. Mai. Von dem Hauptthurme unserer altehrwürdigen Ronneburg, der sich durch seine interessante Architectur auszeichnet, hat man eine bedeutende Rundsicht, die bereits vor zwei Jahren zu geodätischen Beobachtungen benutzt wurde. In die Gallerte des Thurms wurden eiserne Bolzen zum Befestigen von Reflexionsspiegeln und Fernrohren eingelassen. Kürzlich erschienen ein Major, ein Hauptmann und ein Premierlieutenant vom großen Generalstabe und inspicirten die Station. Ein Soldat ist beständig hier. Alltäglich um 4 Uhr Nachmittags besteigt er den Thurm und gibt und empfängt Spiegelzeichen nach und von Bergen bei Frankfurt a. M., wenn die Sonne nicht von Wolken bedeckt ist. Auch nach dem Taufstein im Vogelsberge und dem Hahnenkamm im Spessart seien Einschlüsse gemacht worden. Die Beobachtungen werden noch den Monat Mai in Anspruch nehmen. Eine große Anzahl Offiziere (es sollen 19 gewesen sein) haben sich die hiesige Gegend vor einiger Zeit ebenfalls angesehen, aber diese Jn- spection hatte ihren Grund in den Herbstmanövern dieses Jahres. vermischte». * Darmstadt, 27. Mai. Ein Liebesdrama mit recht traurigem Ausgang wird aus dem benachbarten Nieder- Rarnstadt gemeldet. Ein noch sehr jugendliches Liebespaar, Kinder achtbarer Handwerkerfamilien, war letzten Freitag Abend von einem Ausgange nicht mehr zurückgekehrt. Die Eltern hatten das Verhältniß der jungen Leute (der Bursche war 19, das Mädchen erst 16 Jahre alt) nicht gebilligt und waren darum die Nacht schon beunruhigt. Schon in aller Frühe suchten sie daher am Samstag in den benachbarten Waldungen nach den Verschwundenen und sah man auf demWaltersteich amLndwigswegeinenHemdkragenschwimmen. Beivorgenommener Untersuchung des Teiches sand man auf dem Grund desselben das vermißte Paar, das sieb mit den Händen zusammengebunden und so gemeinsam den Tod im Wasser gesucht und gesunden hatte. Gestern, am zweiten Pfingstseiertage, sand im Beisein einer außerordentlich zahlreich zusammengeströmten Menge die Beerdigung des unglücklichen jungen Liebespaares auf dem Nieder-Ramstädter Friedhöfe statt. * Wetzlar, 27. Mai. Ein schweres Unglück hat sich am Samstag Morgen gegen 11 Uhr auf der unweit der Station Braunfels gelegenen Grube „Maria" ereignet. Drei Bergleute, Heinrich Schnorr und Bender von Leun, sowie Wilhelm Hebel aus Tiefenbach, hatten in kurzen Entfernungen von einander drei Sprengschüssc gelegt und warteten die Entladung derselben in angemessener Entfernung ab. Da eine längere Zeit verging, ohne daß die Explosion erfolgte, machte sich Schnorr, ein schon bejahrter Mann, auf den Weg, um nachzusehen und eine neue Ladung anzubringen. Während er hiermit beschäftigt war, ging der Schuß los und traf den Unglücklichen mit voller Gewalt, ihm die Brust auf das furchtbarste zerfleischend. Sein Körper wurde unter den durch die Sprengung herabgestürztcn Gesteinsmassen fast vollständig vergraben. Bender, welcher das Unglück wohl ahnen mochte, eilte trotz der Gefahr sogleich herzu, um seinem Genossen Hilfe zu bringen. Ihn ereilte dasselbe Schicksal, indem während seines Hinzutretens der von ihm gelegte Schuß sich entlud und ihn tödtlich verwundete. Obwohl der Dritte, Wilhelm Hebel, das Unglück seiner Milarbeiter vor Klugen sah, zögerte der muthige Mann keinen Augenblick, Hilfe zu bringen. Auch er sollte ein Opfer seines Wagemuthes werden. Der letzte der unglückseligen Schüsse streckte ihn mit zwar erheblichen, aber glücklicherweise nicht gerade tödtlichen Verletzungen zu Boden. Erst einem Vierten, dem Bergmann Klotz, gelang es, das Schicksal der Verunglückten näher zu erforschen- durch seine Vermittelung wurde ihnen die erste Hülfeleistung zu Theil. Schnorr starb bereits aus der Station Braunfels, als er in die Gießener Klinik verbracht werden sollte, auch Bender soll bereits gestorben sein, während Hebel sich besser befindet. Alle drei sind verheirathet und Familienväter. — Das traurige Loos, welches die braven Männer und ihre Familien betroffen hat, wird nicht verfehlen, unter der Bevölkerung unseres Kreises die herzlichste Antheilnahme hervorzurufen. Die Gestorbenen sind gleich tapfern Soldaten in der Ausübung ihres gefahrvollen Berufes gefallen — Ehre ihrem Andenken, Friede ihrer Asche! — Frankfurt a. M., 24. Mai. Von Mainz wird hierher berichtet, daß der angebliche Complice Lieskes, des Mörders des Polizeiraths Rumpf, der Anarchist Wilhelm Gebhard, von der Mainzer Strafkammer heute zu 15 Monaten Gefängniß verurtheilt wurde und zwar wegen Meuterei und Bedrohung. Bei der Verhandlung soll sich herausgestellt haben, daß Gebhard zur Zeit der Ermordung Rumpfs sich im 'Auslande befand, so daß seine Theilnahme an dem mehrerwähnten politischen Morde eine Ente ist. — Die Specialdirection der Hessischen Ludwigsbahn in Mainz theilt mit, daß der Verwaltungsrath in seiner gestrigen Sitzung die Erhöhung der Gehälter der unteren und mittleren Beamten genehmigt und die Auszahlung vom 1. Januar d. I. ab beschlossen hat. .= Frankfurt a. M., 24. Mai. Der Vorstand für die internationale e l e c t r o t e ch n i s ch e A u s ft e l l u n g hat für die Aussteller folgenden Kraft-Tarif festgesetzt: Für Maschinen von 1—50 Pferdekräften 60 Mk., von 50 bis 100 Pferdekräften 50 Mk., für solche von 100 bis 300 Pferdc- kräften 40 Mk. und endlich für Maschinen über 300 Pferdekräften 30 Mk. pro Pferdekraft für die Dauer der ganzen Ausstellung ohne Berechnung nach Tagen und Stunden. *X Koblenz, 24. Mai. Das 18. Turnfest des Mittelrheinkreises wird am 3., 4. und 5. August hier gefeiert werden. Die verschiedenen Festausschüsse sind bereits in voller Thätigkeit. Der Preßausschuß beabsichtigt, eine reich ausgestattete Festzeitung in 5 Nummern herauszugeben, die im Verlage der Hosbuchhandlung von Wilhelm Groos (Kindt u. Meinardus) zum Preise von 1 Mark erscheinen wird. Namhafte Schriftsteller haben bereits Beiträge zugesagt. Daß die Bürgerschaft dem Feste ein lebhaftes Jnter- effe entgegenbringt, beweist der Umstand, daß in kurzer Zeit ein Garantiefond von 60 000 Mk. gezeichnet worden ist. Als Festplatz dient der Clemensplatz und der Schloßplatz. Au dem Clemensplatze, den das stattliche neue Postgebäude und der Espenschied'sche Prachtbau begrenzen, wird eine Festhalle für 2000 Personen nach Plänen des Stadtbaumeisters errichtet. Unter den schattigen Linden des Schloßplatzes soll die turnerische Arbeit geleistet werden. Für Sonntag den 27. Juli, Nachmittags 4 Uhr, ist eine Vorfeier geplant, bestehend in einem Schauturnen der Coblenzer Turnerschaft. Samstag den 2. August, Abends 8 Uhr, findet die Begrüßung der auswärtigen Gäste in der Festhatte statt. Der Haupt- fcsttag ist Sonntag den 3. August. Nachmittags 1 Uhr bewegt sich der Festzug durch die Stadt, an dem sich neun Musikcapellen betheiligen- Nachmittags 3 Uhr: Freiübungen und Mustcrriegenturnen- Abends 8 Uhr: Fackelreigen- Abends 9 Uhr: Verkündigung der Sieger. Montag den 4. August, Vormittags 7 Uhr: Beginn des Einzelwettturnens - Nachmittags 4 Uhr: Schülerschauturnen - Abends 8 Uhr: Verkündigung der Sieger. Dienstag den 5. August, Vormittags 7 Uhr: Beginn des Wettfechtens - Nachmittags 3 Uhr: Wettringen, hierauf Turnspiele- Abends 6 Uhr>- Verkündigung der Sieger. Für Mittwoch den 6. August sind Ausflüge geplant. Herr Franz Litterscheid hat zum Kreisturnfeste einen Turnermarsch componirt und der Eoblenzer Turnerschaft gewidmet. Der Marsch ist im Verlag der Gebr. Prem erschienen. Universttäts. Nachrichten. Marburg. 24. Mar. Herr Lwential Link in der ideologischen Fücultäl der ht.sigen Unioafität ift ooni nächsten S'meUer an zum außrrord.nlitchen Professor an der Uttwerstläl Königsberg ernannt worden. Viehhaltung und Milchwirthschafl. Milchergievigleit einer Simmenthaler Kuh. Herr Schäfer, Administrator auf dem Freiherrlich Riedesel'schen Rittergute Sickendorf bei Lauterbach in Oberhessen, kaufte mit anderen Kühen auch die Kuh Nr. 42 am 24. September 1888 als trächtige Kuh von einem Händler, direct ans dem Simmenthale bezogen - dieselbe ist von reiner Rasse, gelbscheckig, hat jedoch wenig schwarze Hornspitzen und wiegt 1450 Pfund lebend. Die Kuh brachte am 16. November 1888 ein Bullenkalb zur Welt, welches 120 Pfund bei der Geburt wog. Bis zum 12. November 1889 gab die Kuh 4110 Liter Milch. Bis zum 15. December 1889 trocken stehend, brachte sie an dem Tage ein Kuhkalb von 100 Pfund Lebendgewicht zur Welt. Gleich vom ersten Tage ab säugte die Kuh neben ihrem eigenen noch ein fremdes Kalb und wurden doch noch täglich 8—10 Liter von ihr gemolken. Am 31. December 1889 wurden beide Kälber abgestoßen und gab die Kuh vom 1. bis 20. Januar 630 Liter Milch, am 20. Januar 35 Liter. Am 21. Januar wurde die Milch vor Zeugen (Ortsvorstand) gemolken und zwar Morgens um J/27 Ufyr, Mittags um r/zlL Uhr, Abends um V27 Uhr: 153/4 Liter, 10 Liter, 91/4 Liter, Summa 35 Liter. Die Milch der einzelnen Melkzeiten wurde je in eine Kanne gefüllt, diese versiegelt und zur Molkerei nach Fulda geliefert. Die dort vorgenommene Untersuchung mit je doppelten Proben zur Controlle lieferte folgendes Ergebniß: Morgenmilch Mittagmilch Abendmilch 16 Kilo 150 Gr. 9 Kilo 900 Gr. 9 Kilo 400 Gr. bei 15° Wärme: spec. Gew. 1,030 1,026 1,029 Fettgehalt 2,95 pCt. 6,05 pCt. 4,56 pCt. Das Gemisch aller drei Melkungen ergab eine Gesammt- menge von 33 Kilo 450 Gramm, spec. Gewicht 1,0288, Fettgehalt 4,32 pCt. (zeigte im Kremometer Chevalier 12Theil- striche Rahm). Fulda bezahlt die Milch nach dem Fettgehalte und zwar per 1 pCt. Fett 23/4 Pfg. Es berechnet sich also obige Milch mit 11,88 Pfg. per Liter und somit im Gesammtertrage an diesem Tage auf 3.97 Mk. (rund 4 Mk.), ein gewiß seltenes Ergebniß. Die musterhafte Viehwirthschaft, Haltung, Pflege, Ergebniß nicht als ganz genau bezeichnet werden. Die Molkereianstalt in Fulda ist zu weiterer Auskunft gern bereit. D. Allg. Ztg. s. Landw. Schiffsnachrichten. Bremen, 24. Mai. [Per transallantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Capt. W. Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 14. Mai von Bremen und am 15. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 24. Mai. [$er transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Weser, Capt. H. Winter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. Mai von Bremen abgegangen war, ist gestern Vormittag wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 24. Mai. [93er transatlantischen Telegraph.) Der Postdumpfer München, Capt. A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. Mai von Bremen abgegangen war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt fofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterlaßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-Depöt von G. Henneberg (K. u. K. Hoflief) Zürich versendet gern Muster von seinen echten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. 1873 Rademarms Kindermehl, ?:r goldenen Medaille, unerreicht i. Nährwerth und Leichtoerdaulichkeit, ist nächst der Muttermilch thatsächlich die beste und zuträglichste Nahrung für Säuglinge. Zu haben ä JL 1.20 pro Büchse in allen Apotheken, Drogen- und Colonialwaarenhandlungen.[7 Gummi- Paris. Feinste Speeialitäten. Zollfr. Versandt durch W. H. Mielck, Frankfurt a. M. Ausfiihrl. Special-Preisliste gegen 20 Pfg. Portoauslage. [4447 Verkehr, Land- rrnd VoU-wirthschaft. Srünberg, 24. Mai. (Fruchtpreise). Weizen JL 20.50, Korn ( ®ie Dffett« zi.Sra», ein-urechen. Gießen, Groß «/£ «- Pfund für Pfund vorzüglich gute c?K/ 1 • • Pfund la. Halbdaunen cAL 1 • Pfund la. Daunen... 23.-JI Das ötttfedcrn-Lager ! Schliemann & Kähler in Harnburg versendet portofrei gegen Nachnahme ' Bettfedern nJ liefert die BrBhl’sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) 7. Schulstrasse 7. Vermiet (jungen. Abtthesßsihk Eisenbahnen 4672 Vorsitzender des Aufsichtsrathes. des Bremen nach Amerika 4648 des von ralten SüdslMerika Steins Garten sucht. [3197 ober dessen Agenten: 4670 V o gt. 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Juni d. zu Gießen. Der Wirthschastsbetrieb in den auf dem Festplatz zu errichtenden 7 Bierhallen, 1 Weinhalle 2 Conditoreieu und 1 Waffer- bude sollen zu den von dem Comite festgesetzten Preisen vergeben werden. Pläne und Bedingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten tSeltersweg 67) vom 29. Mai d. I. offen und sind auch bei demselben schriftliche Offerten bis zum 2. Juni er. einzureichen. Gießen, den 28. Mai 1890. 4679 Adolf Zinßer. Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Christian Ludwig Thomas Eheleuten in Gießen gehörige Hofraithe: Flur I Nr. 934 — 88 Meter in der Wall- thorstraße öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 28. Mai 1890. Großh. Ortsgericht. I. A. Internationale Ausstellung Cöln a. Rh. 1889: Goldene Medaille. 1XX Friedl*. Leo in Giessen CoarSbericht vo« E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Mrarrkfrrrter Börse vo« 28. Mai 1820. Hchlußeours- 1 Uhr 15 Min. Keilgeöotenes. /Schillers Werke und 6 Daheim- ratender, alles sehr gut erhalten, für JL 7— zu verkaufen. [4651 Verschl. Offerten an die Exp^d. d. Bl. g.®. MMw, 28. Mai, Abd. 8 U Bea.-W. Ball. GkwelbebllilK tu 6irfri eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Die verehrlichen Mitglieder unserer Bank werden, unter Hinweis auf die in Nr. 120 des Gießener Anzeigers abgedruckte Tagesordnung und auf den demselben beigelegenen Geschäftsbericht pro 1889 zu der Montag den 2. Juni 1. J., Abends 8 Uhr, im großen Saale des Cafe Leib (Gühlholtz) dahier abzuhaltenden 31. Misslichen General-NeckMlmg ganz ergebenst eingeladen und, bei der Wichtigkeit der zur Verhandlung kommenden Gegenstände, gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Gießen, den 27. Mai 1890. Gewerbebank zu Greste« eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. I. Hanstein, gebiet nach den Hochofer.stationen dieser Gebiete rc (Nothfiandstarif) wird mit der Maßnahme bis zum 31. December verlängert, daß unter Beobachtung der gesetzlichen Frist eine frühere Aufhebung desselben vorbehalten bleibt, falls die Klhierzucht und Thierernührung, VI wichtiger Rathgeber für alle Viehbesitzer, besonders bei jetziger Grünfütterung, mit vielen Recepten, frei erhältlich gegen 15 Pfg in Briefmarken bei [4652 Alb Roebele«, Stuttgart. 46/3] Eine Restaurations-Köchin gesucht. Zu erfr. in der Exped. d- Bl-_ 4676] Ein tüchtiger Bursche zu einem Pferd gesucht. __Balth. Strauch. 4210] Ein , braver, mit den nöthigen Schulkenntniffen versehener Junge, kann bei mir die Photographie erlernen. W. Becker, vorm. G. Backofen- 4404] Eine schöne komfortable Wohnung von 6—8 möglichst geräumigen Zimmern mit Zubehör in freundlicher guter Lage der neu erbauten Stadttbeile wird für Anfang Oetober diese- Jahre- oder früher gesucht. Guter Ausbau, Wasserleitung' thunlichst auchStallung und Nemise erwünscht Offerten mit Beschreibung und Preisangabe erbeten unter E. 36 an die Expedi- tion diese- Blatte-__ igr Ein Wort an Alle, 107.50 4 pCt. Ungar. Goldrentr 5 „ Italiener Rente 4675] Zwei kleine Zimmer zu vermiethen, einzeln oder zusammen. Wetzsteingasse 31. 4439] Ein schön möblirtes Zimmer zu vermiethen. Asterweg 5. m „ber Nudeln v C. Weiner, keine sog i §arnfnubeln, empfehlen W. Schomber,, N c uen Bäue 10 u- E. Roth, Waltthorstr- 5. i Ausserordentliche Generalversammlung Samstag den 31. Mai a. e. im BereinSloeal (Darmstädter Hau-). Tagesordnung: Betheiligung am Lahnthal-Sängerfest. 4656 Der Vorstand. Briefpapier und Couverts 1 mit TelegraPhischer 6eurlbtri . Holzversteigerung in dem Feldheimer Walde. Mittwoch den 4. Juni l. I. sollen öffentlich versteigert werden: 7 Fichten - Stämme — 1 00 fm (Sparren), 8 Fichten-Stangen — 0.36 Im, 1.5 rm Buchen-Prügelholz, 32.5 rm Eichen-Reiserprügelholz (Schälholz), 205 rm Eichen- und 2 rm Buchen- Reiserholz. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr im District Hinterwald. Arnsburg, den 24. Mai 1890. 4653 Gräfl. Revierverwaltung. Dienstag den 17 Juni 1. J.. Neues Theater in Greste« (Cafö?eib). Freitag den 30. Mai 1890: [4654 Gastspiel des Widmann fchen Ensembles w Dom Kgl Opernhaus in Bayreuth. flME ar Zum ersten Male! W* Zum ersten Male! Repertoirstück sümmt- KgaM» Repertoirstück sämmt- ticher Bühnen! licher Bühnen! Schauspiel in 4 Acten von Hermann Sudermann. Repertoirstück sämmtlicher Bühnen Mit sensationellem Erfolg aufgeführt in Hamburg (Thalia-Th.), Stettin (Stadtth.), Frankfurt a. M. (Stadtth.), Leipzig (Stadtth.), Riga (Stadtth.), Cassel (Hofth.), Berlin (Lessinath), New-York (Daly Th.), Wien (kgl. Hofburgth.), Dresden (Hofth.), Darmstadt (Hofih ), Dessau lHofth.), Köln(Stadtth.), Bremst (Stadtth.), Mannheim (Hofth.), Oldenburg (Hofth.', Lübeck lStadtth.), München (kgl. Th. am ©ärtnerpt), Nürnberg (Stadtth.), Stuttgart (Hofth.), Bamberg, Fürth, Mainz, Homburg, Worms. ___ arr Näheres besagen die Theaterzettel. __________ Deutsche Schaumwein-Fabrik Wachenheim (Rheinpfalz) empfiehlt ihre patentirten aus reinem Naturwein ohne Zusätze von Spirituosen und ohne Einpumpen von Kohlensäure hergestellten, von ärztlichen Autoritäten günstigst begutachteten Schaumweine Dienstmädchen, welches mit guten Zeugnissen versehen ist, findet bei gutem Lohn für 1- Juli d- I. dauernde Stellung Frau Wilh. Wallensels, 4660___________Wallthorftraße 71. Köchin gesucht für die Balser'sche Stiftung. 4136___________Wilhelmstraße Nr- lo. 4658] Einen Schlosserlehrling sucht _ __H. Hansel, Löwengasse 30. Einen tüchtigen Hosenarbeiter, sowie einen Lehrling sucht [4655 I. Becker, Bahnhofstraste 8 4667] Ein Metzgerlehrling gesucht. Näheres bei ____Friseur Melior, Bahnhofstraße. 4666] Ein junges Mädchen zu Kindern gesucht Näheres in der Exp d- Bl. 4663] Ein ordentlicher Junge als Hausbursche sofort gesucht. Conditor Hetiler, Frankfurterstraße Nr. la_____________ 4662] Ein Hausbursche wird ge- Vermischte Anzeigen. 4669] Ein am 14. d- Mts. mir zugelaufenes weiße- Ferkel (Bick) kann zu jeder Zeit gegen Erstattung der Jnseratgebühren und des Futtergeldes bei mir in Empfang genommen werden- Rodheim a. d. Bieber, am 22. Mai 1890. Kaspar Stork II. Verloren ein goldenes Armband in Steins Garten. Gegen Belohnung abzugeben 4664 Gartenstraße 19. 4649] Ein LaboratoriumSdiener für das medicinische Laboratorium (Klinik) auf sofort gesucht.____ Mehrere Aushilfskellner während des Sommers gesucht- 4617 SteinS Garten. Voraussetzungen seiner Einführung »Noth läge des 'Eisenerzbergbaues an der Lahn, Dill und Sieg) nicht mehr oorliegen sollten Gießen, den 22. Mai 1890. 4650 Großherzogliche Direction. Lieferung. Für das Großherzogliche akademische Hospital in Gießen soll die Lieferung von Weißzeug, Bettwerk, Kleidungsstücken und Lederschlappen pro 1890/91 aus dem Submissionswege vergeben werden. Die Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau obiger Anstalt an den Wochentagen Nachmittags von 3—6 Uhr eingesehen werden- Offerten sind verschloflen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Juni 1890, Vormittags in 9 Tagen Bremen • MMMWWWWWW ‘ ---;k 'abrik w fämff- stUSiaM), h.), Drrttm aenlStadttP, acht« ikgl-TH. !>kkg, Ort^ 3816g 200-12 16870 138.80 3890 160* 'S yein ohn0 ipen von utoritaten ließen. enichtenden L Waffer- ben werden, terzeichneten ch bei dem» edaille* n Giessen- iM [4654 stes Ditz. Iln»«4 auf f®W unb ammlung e. Ha«-). iA*& iS 16180 Donnerstag den 29. Mai. Giehener Anzeiger. Beilage zu Nr. 121. - 1890. Mark, Wiederverkäafer werden unter günstigsten Bedingungen angestellt. 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Sei gmdigst Eisenbahi zur Am dem tüd Klaffe, । Berlin d ihm von Rothen $ Die, Sei Znadigst ES daß Ms bestehende Ligen, am einzusühre reiche Bert würde, eil genehmigt des Austr ist, nicht \ auf die i höchsten G S 28 des Rindvieh von solch Zweck de Anfigen find, das' an den (£ Handlung' der S tzk kommen ‘ Gie D' -iehever gilt Mot //A W biefeg » 3it tchmanker ber Hoch .. „Lai tlef der \ Sx !**!' r iE«e Bj ^glückli Wan8/ ba6 %»t $0 Fermietyungen. 3928] Ein Familienlogis vermiedet Ehr. Noll II!. Wittwe, Kanzleiberg 5. 4612] Kleines Logis zu vermiethen- _____________________Katharinengasse 8. 4440] Kleine Familienwohnung zu oer- miethen bei Metzger Seng. 3785] Wegen Uebersiedelung des Prof. Löhlein in seine Dienstwohnung ist Ostanlage 29 die Beletage, 6 große Zimmer mit Veranda, dazu 2 Zimmer im 4. 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