1CI (<■ I. f^hne« uni *5”^ *ln der £«&- *’;:ä M^e7Ulß0< --- ‘&5J« 9142 S^Miä EW- Z-rLs 5* LL'" L'?x °d-r durch chte Anzeigen. W Gichil. 28. l. M>, AbevdS8Uhr: ^Versammlung ration ,wm WWt • Stawtenanderung- Der Vorstand» acht gegen gnten Loh« solide-Mädchen» lich kochen kann vnd in Mttg *?♦ dfried, Georg Landtrieu, ^Dillenburg^^. Äk 4 s-s-A-Z ü^«,l,bau' i)t- MtzAs L.S"»'-" >«“Ä^ Ä:5*:: 4®«» "äSWii; r Wasserl, Bleichpl), an iniilie zu oermiethm. ruseNordkmlageI8:2.Stolk «N E Zubehör uvi> vrrmiethen. Dörr, Schlossermeister, Dammstraße 6. Parterre» üüd^dritte -Hauses, Lonnenstraße Vasittleitungund alle« 'fort zu vermietheu. L -eidel. vergässe 15" em Logis zu Näheres Neuenweg -5 stmmer mit§aö/m/,Äasser- ubehör, Wju oermtethen. f- unb AchMaßen-Ecke. 7 unmSblktrö Zimmer jii Steinstratze 17. itS Zimmer zu vermietha Kirchenplah 4. ravet unmöblirteZimmn ib) zu vermietheu. Seltersweg 13. Ät. 27«. Der Kießr—r Jlnictgtr rrscheivl täglich, Btt Ausnahme deS Mouiag». Di« Gießener Aa«iki«»ßtLt1<» «Urten dem Anzeiger «sSchrutlich dreimal d eigelegt. 1890. Freitag den 28. November Gießener Anzeiger Kenerat-Mzeiger. viert^tähriger Aßo»ue«e»ts»r uns nach unserer Ansicht an ihr anstößt, versöhnen. Gut characterisirt waren der Mühlingk des Herrn Winolt und der alte Heinecke des Herrn Reiners, wenn wir auch gerade von diesen beiden Herren annehmen möchten, daß sie zum zweiten Mal noch mehr aus ihren Rollen zu machen verstehen werden. Herr Max Jaskowski hatte mit großer Liebenswürdigkeit die Rolle des Grafen Traft übernommen, die er, wie nicht anders zu erwarten, mit bekanntem Geschick in wirksamster Weise durchführte. Darüber ließe sich vielleicht streiten, ob man der Auffassung des Herrn Jaskowski im Einzelnen beipflichten möchte oder nicht. Unseres Ermessens hätte er dem Grasen Traft vielleicht einen noch ruhigeren Ton geben und besonders jene überlegene Ironie und ewig scherzbereite Art in seinem Wesen mehr hervortreten lassen können. Als Curt Mühlingk war Herr Goullou der Erscheinung nach recht vortheilhast, aber sein im Allgemeinen ja recht gewandtes Spiel war zu matt und hätte entschieden einen höhnischeren und eynischeren Character aufweisen müssen. Sehr gut wurde endlich das Ehepaar Michalsky von Frl. Martin und Herrn Schreiner dargestellt, während dem Brandt des letzteren ein noch mehr anmaßender und schnarrender Ton nur hätte nützen können und umgekehrt Herr Rupp in feinem kleinen Röllchen doch etwas gar zu plump carricirte. — Theater. Freitag den 28. November geht abermals eine der lustigsten Novitäten, welche bisher erschienen, am Neuen Theater in Scene, nämlich „Die Strohwittwe", Lustspiel in 3 Acten von Misch und Jakoby, dieselbe Firma, ans deren Feder auch der hier vor Kurzem mit großem Erfolg aufgeführte Schwank „Das Schützenfest" stammt, welcher damals leider so schlecht besucht war. Wünschen wir daher der Strohwittwe mehr Erfolg. — Ein angeblich in England getrautes Ehepaar machte die Rheingegend, Frankfurt usw. seither durch allerlei Schwindeleien unsicher. Im Besitze des Mannes, der nebst feiner Frau gestern Abend hier verhaftet wurde, befand sich ein angeblich von der Freimaurer-Loge in Budapest ausgestellter Paß, der dazu diente, die Logenbrüder in den von dem Ehepaar besuchten Städten zu brandschatzen. — Bewegung der Bevölkerung im Großherzogthum Hessen im Jahre 1889. Die Zahl der Eheschließungen belief sich in dem genannten Jahre auf 7512, die Zahl der Geborenen auf 31,958, von denen 16,414 männlichen und 15,544 weiblichen Geschlechts waren. Unter diesen befanden sich 28,443 lebendgeborene eheliche Kinder, 14,560 Knaben und 13,883 Mädchen und 2286 uneheliche Kinder, 1178 Knaben und 1108 Mädchen. Todtgeboren waren 1119 eheliche und 110 uneheliche Kinder, davon 676 männlichen und 553 weiblichen Geschlechts. Die Zahl der im Berichtsjahre Gestorbenen betrug 21,653, davon 11,095 männlichen und 10,558 weiblichen Geschlechts. Die Zunahme der Bevölkerung betrug daher im Ganzen 10,305 Personen. Die männliche Bevölkerung nahm um 5319, die weibliche um 4986 Köpfe zu. Von den einzelnen Provinzen weist die größte Zunahme, 4336 Köpfe, die Provinz Starkenburg auf, es folgt Rheinhessen mit . 3306 Köpfen und Oberhessen mit nur 1872 Köpfen. i △ Alsfeld, 26. November. Auf vorherige Einladung ' Großh. Kreisamts versammelten sich am gestrigen Nachmittag die Bürgermeister des Kreises nebst vielen Gemeinde- Einnehmern dahier im „Deutschen Hause" zum Zweck einer Besprechung über die Ausführung des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889 über die Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Das Referat hatte Herr Amtmann Rach übernommen. In klarer, leicht verständlicher Weise beleuchtete er die Haupt- punkte des für alle Arbeitsklassen wichtigen und humanem Gesetzes. Den geschickten Ausführungen des Referenten folgte die Versammlung mit gespannter Aufmerksamkeit. Aus dem Kreise Alsfeld, 23. November. Während die Dlaul- und Klauenseuche in anderen Kreiien noch immer herrscht und noch stete Verbreitung nimmt, kann mit Freuden conftatirt werden, daß diese leidige Seuche in sämmtlichen Gemeinden unseres Kreises erloschen ist. Hiernach hebt Großh. Kreisamt die für eine Reihe von Gemeinden an- georbneten Beschränkungen auf. X X Stockheim i. d. W., 26. November. Die Berathung, welche die Interessenten am Rinderbügener Bergwerke (Mitteldeutsche Crcditbank, Bankier Herz) zu Frankfurt abhielten, hat eine große Vorwärtsbewegung in die Bahnangelegenheit der Zeche Hedwig gebracht. Man hat eingesehen, daß man selbst Hand anlegen muß und nicht auf den Staat warten kann. Dis nur die Gelder für die Vorarbeiten (von Privaten gesteuert) zufammenkommen, vergehen Monate. Dann leidet der Bergwerksbetrieb so schwer, daß man mit den Verlusten eine schmalspurige Bahn nahezu bauen könnte.. Die Gesellschaft will diese bauen; wahrscheinlich wird sie int Sommer 1891 im Betriebe fein. Der Kreis kann etwas thun, weil seine Straßenbaukosten dadurch sehr vermindert werden. Seine Durchlaucht der Fürst zu Isenburg-Büdingen ist lebhaft bei der Sache intereffirt und beweist das größte Entgegenkommen. — Nach Büdingen, wo Arbeits- und Waffer- kräfte vorhanden sind, beabsichtigt die Gesellschaft eine Briquett- fabrik zu stellen, denn Briquetts haben die Zukunft für sich. Die oberhessische Eisenbahn wird einen wesentlichen Zuwachs an Güterverkehr erhalten. — Da die Straße nach Rinderbügen bereits wieder sehr gelitten hat und die erforderlichen Kohlen für die hiesige Fabrik von der Zeche Hedwig nicht herbeigefchafft werden können, bezieht man jetzt Kohlen von dem Bergwerke Trais-Horloff bei Hungen. /\ Ans der Wetteran, 26. November. Schon wiederholt ist in dieser Zeitung auf die excessiven Witterungs- erfcheinungen und die plötzlichen Uebergänge in der Witterung während des laufenden Jahres 1890 hingewiesen worden. Seit drei Tagen haben wir wieder eine solche Erscheinung zu verzeichnen. Am 16. October trat, nach 50 herrlichen Sommertagen, ein starker Sturm mit wolkenbruchartigem Regen auf und heute, da wir dies schreiben, ist die Erde bei 6° Kälte bereits steinhart gefioren, nachdem ebenfalls ein starker Sturm mit Wolkenbrüchen vorhergegangen ist. Vom 16. October bis heute sind es 40 Tage - Mitte October hatten wir Neumond, heute haben wir Vollmond. Der gewaltige Sturm Ende August, der auch bei uns so verheerend wirkte, fand um die Zeit des Neumonds statt. Die Mond- constellationen scheinen doch einen bedeutenderen Einfluß auf die meteorologischen Erscheinungen der Erde auszuüben, als mitunter angenommen wird. *** Büdingen, 26. November. Ein bedauerlicher, ganz plötzlicher Todesfall ist heute hier vorgekommen. Herr Rentner G., welcher völlig gesund in seinen Weingarten ging und sich dort beschäftigte, sank plötzlich lautlos nieder. Man rief einen Arzt, aber die Hülse kam zu fpät; Herr G. war an einem Gehirnschlage verschieden. Permifd?te». * Worms, 22. November. Der „Heurige". Chemiker Peters von hier gibt in einer Zuschrift an die hier erscheinenden „Landwirthschaftlichen Nachrichten von und für Rheinhessen" Untersuchungsergebnisse über diesjährige Moste bekannt, deren er eine sehr große Anzahl aus circa 40 verschiedenen Gemarkungen in seinem Laboratorium untersucht hat. Er sagt: „Auf Grund der Untersuchungsergebniffe läßt sich vom diesjährigen nicht viel Lobenswerthes berichten." In Qualität sei der diesjährige Wein im Allgemeinen hinter dem 1889er zurückgeblieben, namentlich in Bezug auf den Zuckergehalt. Jrn vorigen Jahre betrug das durchschnittliche Mostgewicht 85—90 Grad nach Oechsle, in diesem Jahre nur 60—65 Grad. Bezüglich des Säuregehaltes sei etwa das Ergebniß des Vorjahres zu verzeichnen (9—11 pro Mille). Zuckerverwendung sei diesmal unbedingt nothwendig. Würde dieselbe unterbleiben, so bekämen wir einen Wein mit so geringem Alkoholgehalte, daß von einer Haltbarkeit nicht die Rede sein könnte, ganz abgesehen von dem in den meisten Fällen zu hohen Säuregehalte. Von den untersuchten Mosten zeigte der schlechteste die folgende Zusammensetzung: Gewicht nach Oechsle 45 Grad, Zuckergehalt 8,5 pCt., Säure 14,25 pro Mille. * Frankfurt a. M., 26. November. Beim königlichen Eifenbahnbetriebsamt Frankfurt a. M. sind folgende Verkehrsstörungen gemeldet: Auf der Rheinischen Strecke ist die Linie Friedrich-Wilhelmshütte-Beuel bis auf Weiteres unfahrbar. Die Moselzüge werden über Hochseld-Köln-Cob- . lenz geleitet. Die Strecke Düsseldorf-Emmerich wird durch > Wendezüge befördert. Auf Strecke Oberkasfel-Niederlahnstei« ' verkehren nur noch die Personenzüge, die Schnellzüge werden , von Niederlahnstein nach Coblenz (Mosel) abgelenkt und beginnen in umgekehrter Richtung in Coblenz (Mosel). Schnellzüge Elberfeld-Frankfurt a. M. endigen und beginnen in Köln. Sämmtliche Posten Berlin-Bebra-Franksurt sind feit gestern Abend ausgeblieben, und der Postverkehr wird nur über Cassel geleitet. * Köln, 26. November. Die Bahnstrecke Siegburg- Derschlag konnte dem Verkehr wieder übergeben werden, da f das Hochwasser sich zu verlausen auschickt. — In Barmen sind fünf Männer ertrunken, darunter zwei Feuerwehrleute. — In Ueberruhr bei Steele konnte ein Schleusen- 3 Wärter mit acht Angehörigen nur durch die Deutzer Pioniere 3 gerettet werden, fein Haus war schon halb eingestürzt, als - ihm Rettung kam. — Die meisten Nebenflüsse des Rheins Heßc -LA glatt 6«* tm St°m- itqoMtn mrd-n. 3 * Atkjtlchi h< fein Mm - ««■ pflegt doch nicht Webten eine W em gMzmd-s Emk- sich die ärztlichen H< von vier Guineen st Ws ist Wn ei Mackenzie zur Zeit, ' Lippen war, in W tägliches Einkommen 5000 Mk. geschätzt m hören jetzt wohl Sch' denjenigen, welche die ger erzählt man, da erhalte, er berechnet Massage in der Dam deren ca. 30 täglich Patienten als Miethe sngerechnet. Auswärt sätzlich ab. Wahrhaft über aus, was die Pi in Wörishosen consult hosener Patienten za Summe, welche der läßt — vorausgefetz - beträgt 5 Mk. Millionär, ein imm Pfarrer, der ihn nn der Amerikaner fid erlegen. Auf eine Pfarrer : „Nix san raunte einer der ( wer der Patient eig stn S’?" jagte her' Der Amerikaner leg und ging. * Ä Wm ni vfichrs ein Herr, i und der erschreckten verhaftet worden i gesunden habe. E nung befindlichen $ Hundertguldennoter ler auslieferte, der P9en Bestreitung d * Eine Zagd tag-Nachmittag in ft. Lwit«t Wich j $».1 SS Sr*“" tZD-r SÄ Riehen, 25 m '-"Ä ^tami Reichst tll«r ; löernommpii c? ligtu unbb V“*11" bts ^wsnen «fff* >5**£ »■> -" f' rfe Sieöb^ Ä^hnstte - ^tzen, Jv S< ».ÄS fallen, besonders Neckar unö Mosel. Der Kölner Abendpegel zeigte 6 Meter Höhe bei stündlichem Steigen um je 0,02 Meter. ♦== Frankfurt a. M., 26. November. Auf dem Hauptbahnhofe verunglückte gestern Abend der Oberrangirer Ph. Weber von Arheilgen dadurch, daß er von einem abgestoßenen Wagen erfaßt und an beiden Beinen, sowie am Kopse schwer verletzt wurde. Obgleich der Verunglückte sofort in das Heiliggeisthospital gebracht wurde, woselbst ihm alsbald ärztliche Hilfe zu Theil ward, starb er nach einigen Stunden und zwar während der Amputation. Weber war «och ein junger Mann von etwa 30 Jahren und erst seit einem halben Jahre verheirathet. Vor einigen Jahren wurde er schon einmal verletzt, kam damals aber verhültnißmäßig glatt davon. Die hinterlassene Wittwe sieht ihrer Niederkunft entgegen. — Mit dem Ausbau der großen Maschinenhalle für die electrotechnische Ausstellung, welche vorgestern vom Sturme zusammengeworfen wurde, ist heute von Neuem begonnen worden. * Aerztliche Honorare. Wie schlecht auch die Zeiten sein mögen — ein Professor oder ein Arzt von Renommee pflegt doch nicht darunter zu leiden, und es gibt in allen Hauptstädten eine Reihe von Aerzten, von denen jeder über ein glänzendes Einkommen verfügt. Am glänzendsten stellen sich die ärztlichen Honorare in London, wo eine Bezahlung von vier Guineen für eine ärztliche Visite nichts Ungewöhnliches ist. Man erinnert sich vielleicht noch daran, daß Mackenzie zur Zeit, als sein Name en vogue und auf allen Lippen war, in London einen solchen Zulauf hatte, daß sein tägliches Einkommen damals von eingeweihten Personen auf 5000 Mk. geschätzt wurde. Unter den deutschen Aerzten gehören jetzt wohl Schweninger und Metzger (Wiesbaden) zu denjenigen, welche die größten Einnahmen haben. Von Metzger erzählt man, daß er täglich über 1000 Mk. Honorar erhalte, er berechnet jede Consultation mit 50 Mk., jede Massage in der Dauer von 3—5 Minuten, und er macht deren ca. 30 täglich, mit 20 Mk.,- überdies wird jedem Patienten als Miethe für den Massirsaal 10 Mk. wöchentlich angerechnet. Auswärtige Consulrationen lehnt Metzger grundsätzlich ab. Wahrhaft patriarchalisch nimmt sich dem gegenüber aus, was die Patienten erzählen, die den Pfarrer Kneipp in Wörishofen consultirten. Die große Mehrzahl der Wöris- hofener Patienten zahlt gar kein Honorar und die höchste Summe, welche der Pfarrer nach beendeter Kur sich bezahlen läßt — vorausgesetzt, daß man ihm dies freiwillig anbietet — beträgt 5 Mk. Kürzlich war ein junger amerikanischer Millionär, ein immens reicher Mann, in Wörishofen beim Pfarrer, der ihn mehrere Wochen persönlich behandelte. Als der Amerikaner sich empfahl, wünschte er ein Honorar zu erlegen. Auf eine diesbezügliche Frage antwortete ihm der Pfarrer: „Nix san S' schuldig." In demselben Augenblick raunte einer der Gehülfen des Pfarrers diesem in's Ohr, wer der Patient eigentlich sei. „A amerikanischer Millionär san S'?" sagte der Pfarrer — „gut, zahl'n S' fünf Mark." Der Amerikaner legte kopfschüttelnd den Fünfmarkschein hin und ging. * In Wien erschien bei der Gattin eines Wechselstubenbesitzers ein Herr, welcher sich als Polizeicommissar vorstellte und der erschreckten Fran erzählte, daß deren Mann soeben verhaftet worden sei, weil man bei ihm falsche Banknoten gesunden habe. Er sei beauftragt, die anderen in der Wohnung befindlichen Banknoten zu revidiren. Es waren sieben Hundertguldennoten vorräthig, welche die Frau dem Schwindler auslieferte, der ihr noch großmüthig 100 fl. zur vorläufigen Bestreitung des Haushaltes zurückließ. * Eine Jagd «ach Menschenköpfen herrscht jeden Wochentag-Nachmittag in der Gegend der alten Waisenhauskirchc in Berlin, welche die Barbier-, Friseur- und Perrückenmacher- Jnnung für ihre Fachschulen benützt. In einer einzigen Klasse lernen 64 Lehrlinge den Haarschnitt und da jeder in der Lehrstunde zwei Haarschnitte machen muß, so müssen jedesmal 128 Menschen aufgetrieben werden, welche Lust haben, sich umsonst die Haare schneiden zu lassen. Wer deßhalb von den Straßen-Passauten irgend so aussieht, daß er gern das Geld für diesen Luxus spart, wird ebenso höflich als dringend eingeladen. Die Gratiskunden werden aber mit äußerster Höflichkeit behandelt, denn die Jungen müssen an ihnen auch die Kundenbehandlung üben. Ist der Haarschnitt beendet, so geleitet der Lehrling den Kunden höflich bis zur Thür, öffnet dieselbe und macht seine Verbeugung. Fünf Lehrer con- troliren unablässig die Arbeit. Der Oberlehrer macht einen Haarschnitt vor und begleitet denselben mit Erklärungen, welche die Schüler zu Hauses in einem Hefte ausarbeiten müssen. Bei ungenügender Orthographie erfolgt alsbald Zwang zum Besuche einer Fortbildungsschule. Die Handhabung des Unterrichts ist streng, aber die Jungens lernen auch etwas. Hnitttrfftäto - Nachrichten. — Professor Sucht er, Neuphilologe, in Halle hatte einen ehrenvollen Ruf nach Leipzig als Eberts Nachfolger erhalten, denselben jedoch abgelehnt. Zum Dank hierfür hat die Studentenschaft ihm einen solennen Fackelzug gebracht. Citeraätr und ICnnft — Wie auf allen Gebieten des menschlichen Wirkens das neunzehnte Jahrhundert und speciell unsere Zeit epochemachende Entdeckungen und Neuerungen eingeführt hat, so ist auch die Criminalisttk durch einen genialen Gedanken des Chefs der Pariser Crtmtnalpolizei, Bertillon, in ihren Bestrebungen einen gewaltigen Schritt vorwärts gebracht worden. Es handelt sich dabei um das Wtedererkennen von Verbrechern. Bekanntlich schnitt man in früheren Zeiten, insbesondere im Orient, den Uebelthätern, um sie zu kennzeichnen, die Ohren ab, schlitzte ihnen die Nasen auf, schnitt ihnen Riemen aus der Haut oder nahm zu anderen Grausamkeiten seine Zuflucht. Die Humanität machte diesen Gräueln ein Ende und man begnügte sich später, in den Bagnos von Italien und Frankreich den Gefangenen Stempel einzubrennen. Das bot aber keine genügende Sicherheit, da die Brandnarbe verwuchs oder durch Herstellung anderer Narben und Wunden verwischt werden konnte. Ebensowenig erfüllten Photographien mit genauen Signalements vollständig ihren Zweck. Diesem empfindlichen Mangel hat nun der obengenannte Chef der Pariser Crtminalpolizei ein Ende gemacht, indem er auf Grund von eigenen und von Beobachtungen anderer Kriminalbeamten ein neues System, die Anthropometrie, erfunden hat, wodurch es den wieder eingefangenen Verbrechern unmöglich gemacht wird, die Behörden über ihre Persönlichkeit zu täuschen. ES würde zu weit führen, hier die Grundsätze dieses neuen Systems klarzulegen. Wir verweisen daher den wißbegierigen Leser auf den höchst interessanten Artikel „Das Wieder- erkennen von Verbrechern" von A. Oskar Klautzmann in dem achten Hefte des beliebten Familienblattes: ^SOnltririe Welt" (heraus- gegeben von Professor Joseph Kürschner, redigirt von Wilhelm Wetter, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt). Der mit verschiedenen Illustrationen versehene Artikel erklärt ausführlich das neue Verfahren, welches in Paris seine Probe glänzend bestanden hat und nun auch bereits in Berlin practisch eingeführt worden ist. — Adalgrrilde, ein Sang aus Schwabens Vergangenheit von Fritz Maser. 2. Auflage. Fein gebunden mit Goldschnitt 2 Mk. Stuttgart, A. Jungs Verlag. In Gießen in der Ferber'schen Univ.-Buchhandlung. Wir haben hier ein Epos vor uns, das zu den Besten zählt, was die neuere Dichtung geschaffen. Für den, der es zu lesen begonnen, bedarf es eigentlich keiner weiteren Empfehlung; er wird bis zum Schlüsse gefesselt von der in klarem Flusse fortschreitenden Handlung, von der edlen Sprache, von dem Feuer, welches das Ganze durchglüht. Vaterlandsliebe, zarte Frauenverehrung, wilde Kampflust und schöne Naturschilderungen sind hier in meisterhafter Form und Sprache geschildert. Das Büchlein, dessen äußere Ausstattung dem Inhalte entspricht, sei hiermit als sinniges Angebinde speciell für den Weihnachtstisch bestens empfohlen» Verkehr, Cond» und velk»u>rrthsng dieses Institutes i Vortheilen eine Erfparniß durch I sertionskasteii erreicht Vertreter in Gießen: Heinrich Wallach, Kaufmann S. Weimersheim Nachf. Berbefferle <0 W Lilienmilchseife i W von Bergmann & Co, Berlin u. Frkft. M. den 2 9889 z E Otto Bergen. 9902 Gebe. Stamm 8446| lltubau i) Atelier Gehr. Müller Gesucht gebrauchtes Dreirad für einen UFUttlVUlIVMI . Dffprten an die Erp- ■'» 32 3383 32 Neustadt 56. 9899 6948 Für den Vorstand: Dr Naumann, Pfarrer. Disconto-Command.-Anth- 9709 9845 9840 11 705 1210 442 800. 930 307 656. bezw. Stockheim ICl Gedern, 31 49 41 Oest. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. 89 50 92 20 78.00 78.00 von He . 323 . 150 . 1339 Elisabeth Bischoff. Anni Reiners. Richard Goullon. Rudolf Biebrach. Max Jaskowski. Karl Rupp- Adam Reiners. 07 68 05 50 02 Der Nechner: Stumpf. Wally, seine Frau Eva, seine Tochter Käthe Gross, s. Nichte Hilprecht, sein Compagnon Hans Meinhardt Dr. Lavonius Valentin, sein Sohn Wenzel 1123. Caffel 1202 127 347 809 991 H4, 12b4 440 8°3*.__ 222 454 616 ?c>8* 1131 43 i _ß08 7Ö3 8bl 1123.__ 7« 244 (führt 2 -4 Klasse). Marburg FronhaufcnI(Locoli.) 1202 127 347 8<»9 901 114, 12&4 440 821* 9J1- 140 630 (führt 2.-4. Klasse). 6b0 7^6 941 1127 1241 334 433 656 727 81111^11^1. 941 1241 334 621 811 1121. Wetzlar EmS—Covlenz 503 62b s08 348 IO00 11b» 12to 441 500 735 gb7 90b. 505 8u8 9l8 Ipo 441 73d. 625-1Q00 1240 50b.___________ 642 1150 73».___ 700 1210 442. 1127 433 727 1101._____________ 7Ö7 130 420 1Q00,_______________ 9’30 307 H56. Deutz—Eöln Fulda Gelubausen y30 307 6^6. Schotten bezw.Nidda 705 1210 442 8'jo. l’omii Feuilleton In Berlin W gestellt war für den zweiten amm Vorm. IO Uhr Montag den 1 Deeember d 9864 9731 Gerichtstaxator. 9845 9543 Besorgung durch die Agenten Bahnhofstraße 34. 9840 heil Preise abgegeben fjitiio5' Neustadt 11 [9672 gsschenke 6552 rme -o' 9050 und billig besorgt //S6L 202.50 158.40 13^.90 11640 jrtoet Trwei lacht8fleschenke -ieden Haushalt- und BMngung-n liegen im Geschäftszimmer Nr. 3 zur Einsicht offen und werden daselbst unentgeltlich abgegeben. Angebote sind bis spätestens Platz aus den ausgestellten einfachen Holzbänken nieder und Alles harrte voll Ungeduld der Dinge, die da kommen sollten. Außer dem verehrten Publikum selber gab es aber noch nicht viel zu sehen oder zu hören, höchstens daß das Stadtorchester vaaren. rofen, Reguiir. WirthschaftS- Zerde rc. rc. Wen Prch« . Happel, Amßadt 56. vorig«- Saison brdentend Preis, empfehlen Gebr. Stamm. 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Aub-rd-m befand sich auf dem wackeligen Podunn vor der Stadtkapelle der Cellokasten des Herrn Kratzer und neugierig starrten die guten Rllbenheimer das unscheinbare hölzerne Gehäuse an, welches das kostbare Instrument des Herrn Kratzer m sich barg. Wo aber stack dieser nur selbst? Es fehlten nur noch zehn Minuten bis zum festgesetzten Beginne des Con- eertes und doch war der Künstler noch immer nicht sichtbar, _ sollte er sein Vorhaben vielleicht gar vergessen oder verschoben haben und, leichisinnig, wie im Allgemeinen ja Künstler sind, mit dem erwarteten freunde in Schrumsdorf gemuthlich I Herumkneipen? t K I Herrn Meyer schoß dieser Gedanke durch den Sinn und eben wollte er den Hausknecht anweisen, die zwei munteren Rappen des Löwenwirths vor den leichten Landauer zu spannen, um damit nach Schrumsdorf zu jagen und den bummeligen Cellisten aus jeden Fall nach Rübenheim zurückzubrmgen, als an der Hofthür ein dem Löwenwirth bekannter Bursche aus | Schrumsdors auf Meyer zutrat und ihm einen Briet mit den Worten überreichte: ,, „Sie, Herr Meyer, diesen Brief da soll ich Ihnen übergeben, ich habe ihn für 'ne Mark Botenlohn von einem seinen Herrn gekriegt, der nachher gleich mit dem Zug weg- 9 s ^Eine^böse Ahnung überkam den Wirth, hastig zerriß er den Briefumschlag, aus welchem ihm ein Zettel m die Hande fiel und dieser enthielt in flüchtigen Zügen die mit Bleistift offenbar sehr eilig hingekritzelten Worte: „Mein lieber Herr Meyer! . Zur Stunde hat mich aus unaussprechlichen Gründen der Bahnzug schon weit hinweggetragen, so daß ich also beim besten Willen mein Cello-Concert nicht geben kann. Entschuldigen Sie mich also bei den lieben Rübenheimern und grüßen Sie namentlich den Herrn Bürgermeister vielmals von mir. Was meine kleine Zeche bei ^hnen Freitag den 28. November. Gießener Anzeiger. *•m -189°- Zweiter Vortrag der Deutschen Colomatgesckschast, Abtheiluag Gießen, Donnerstag, den 27. November, Abends 8 Uhr, im Clubsaal. Herr Lieutenant VON Tiedemann, der hervorragendste Ge< führte von Peters auf seiner Emin-Pascha-Expedition, wird über seine Eindrücke und Erlebnisse, sowie über unsere wirthschastlichen und politischen Aufgaben in Jnnerafrika berichten Eintrittspreis JL 0,50, numerirte Plätze eX 1,—. Der Reinertrag wird der Colonialgesellschaft überwiesen. Der Verkauf der EintrittS- karten vom 25. November ab in der Ferber'schen und Ricker'schen Buchhandlung. Die Mitglieder der Colonialgesellschast erhalten je eine Karte für num. Platz zum halben Preis in der Ricker'schen Buchhandlung. Aus besonderen Gründen wird daS vereheliche Publikum um pünktliches Erscheinen ersucht. Der Vorstand. Dienstag den 2. Deeember 11. Mittwoch den 3. Deeember, Nachmittags von 2 Uh« an, versteigert der Unterzeichnete in der Wohnung des verstorbenen Fräulein C. Aenry', Wodtstraß« SS II, sämmtliche. Möbel, Weißzeug, Kleider re. Dabei sind: . 2 Sophar, 12 Stühle, 1 neuer Rohrsessel, 2 Schränke (em- und -weithürig), 1 Brandkiste (dreitheilig), 3 Commoden, 1 Console, 1 Wascheonsole und Nachttisch, Spiegel (1 ovaler, 1 runder und andere), Tische, Bücherreale, Bilder, 40 Betttücher, Ueberzuge, Vorhänge, 3 vollständig- Setten, Porzellan, NMachenund andere Haushaltungsgegenstände; ferner von einer Vormundschaft eine Parthie Damenkleider, Wäsche rc. Louis Rothenberger, Der berühmte Cellospieler. Humoreske von P. Berthold. (Schluß.) Wollen Sie denn nicht meinen Wagen nehmen, Herr- Kratzer ?" erwiderte der Wirth, „Friedrich fährt Sie in einer Viertelstunde hinüber." „Ich danke Ihnen bestens, aber ich möchte mich gern ein wenig ausgehen," lehnte Kratzer ab, „und der Weg nach Schrumsdorf ist ja äüßerft angenehm. Inzwischen wollen Sie aber meinen Cellokasten in den Saal schaffen lassen, nur bitte ich Sie, dafür Sorge zu tragen, daß sich keine unberufene Hände an dem Kasten vergreisen, ich werde ihn nach meiner Rückkehr schon selbst öffnep." „Haben Sie keine Angst, Herr Kratzer, ich werde selbst Alles überwachen," versicherte Meyer und stieg in den Heuer hinab, während Kratzer, ein Liedchen vor sich hinsummend, die Richtung nach Schrumsdorf, der für Rübenheim nächsten Eisenbahnstation, einschlug. . Drei Uhr Nachmittags war, wenigstens der Rubenhermer Rathhausuhr zufolge, vorüber, ohne daß sich Herr Kratzer im „Rothen Löwen" wieder eingefunden hätte, und schon ließen sich die ersten Coneertbesucher blicken. Auch um 1/ 4 Uhr war noch nichts von dem Künstler zu erspähen, wvhl aber wuchs die Masse der zum Coneert Herbeiströmenden dermaßen an, daß Meyer den zur Abhaltung des Coneertes bestimmten großen Tanzfaal öffnen lassen mußte, an dessen Eingang der Rathsdiener Zippert zur Billetcontrole aus- Ez» Gasbeleuchtungs- Gegenstände, ■ Gas- Jip®* Koch- nHeizapparate bewährtester Constrmtion hlt bestens [9092 Städtisches Gss- und Wasserwerk Gretzerr. anbelangt, so werden Sie hoffentlich das stolze Bewußtsein sich als Zahlung genügen lassen, daß Sie einen be= rühmten Künstler bei sich beherbergt haben, womit ich verbleibe , Ihr ergebenster Kratzer." Mit einem ingrimmigen Fluche schleuderte der Löwenwirth den ominösen Zettel, der es klar machte, daß ganz Rübenheim einem gewandten Gauner zum Opfer gefallen war, zu Boden. Als das Coneertpublikurn von der fatalen Entdectung hörte, gab es namentlich unter den Stammgästen des „Rothen Löwen", die sich natürlich alle eingesunden hatten, ungemein lange Gesichter, hauptsächlich verlängerte sich das Antlitz des Herrn Bürgermeisters in fast beängstigender Weise, während die bei dem übrigen Publikum anfänglich hervortretende Entrüstung bald allgemeiner Heiterkeit darüber, daß der Schwindler sozusagen die ganze Stadt zum Narren gehalten hatte, wich. Unverzüglich wurde nun das angebliche Gehäuse des Cellos geöffnet, das sich aber als em unschuldiger Kasten, lediglich mit Stroh gefüllt, erwies, und als nun Herr Meyer nach den Zimmern des falschen Cello- künstlers stürzte und den zurückgelassenen Koffer desselben ausbrach, zeigte sich dessen Inneres mit nichts als mit schweren, | aber sorgsam in Papier eingepackten Feldsteinen gefüllt. Das war freilich ein schlechter Ersatz für die theure Zeche, die Herr Kratzer, oder wie er sonst heißen mochte, im „Rothen Löwen" gemacht hatte, aber der Löwenwirth mußte sich eben mit dem Gedanken trösten, daß so ziemlich Alle von dem Gauner, der sich bei seinem Auftreten offenbar geschickt gefälschter Papiere bedient hatte, beschwindelt worden waren, hatte doch selbst der Druckereibesitzer für die Herstellung der riesigen Coneert-Plakate keinen Pfennig erhalten. Nur der I Rathsdiener Zippert durfte zufrieden sein, er hatte ferne zehn Mark für die Besorgung der Subseriptionsliste in der I Tasche- er durfte sich also als den einzigen Rübenheimer I betrachten, der von dem falschen Künstler nicht geprellt I worden war. Korkstopfen, Korkmnschtnm empfiehlt billigst Louis Lony, 9381 Bahnhofstraße 27. EniUOrbif 9681 8114] Fr. Schellfische, Kiel. Sprotten u. Bückinae bet «. 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Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe.und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u. bergt-, besonders aber auch an Geld, das uns die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Fräulein Amalie Bansa (Nordanlage 41), Frau Oberbürgermeister Bramm (Grünbergerstraße 1), Frau Dr. Brüel (Neuen Bäue41), Frau Amtsrichter Gebhardt (Garten- firaße 15), Fräulein Emilie Langermann (Südanlage 21), Frau Pfarrer N^aumann (Südanlage 8), Frau Louise Ottens (Bismarckstraße 11), Frau Auguste Schwan (Seltersweg 64), Fräulein Louise Wortmann (Asterweg 16). Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Gießen, den 10. November 1890. 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