1890 Freitag den 28. März Nr. 74 Gießener A nzeiger Generat-Mnzeiger. Aints- und Anzeigeblatt für den 'Kreis Giefzen Gratisbeilage: Gießener Jamilienökätter. Heboction, «kxpedtti« und Druckerei: Kernsprecher 51. BteNeljährigee >6oKHftnfnt5pTtUj 2 Mark 20 Pf-. «Ü vringerloha. Durch "te Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Die Gießener MomittenSkLIler »erden dem Anzeiger »Lchentlich dreimal beigelrgl. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Alle Annoncm-Bureaux deS In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Anrtlicher Theil. Bekanntmachung, die Abhaltung von öffentlichen Faselschauen betreffend. Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß in Verbindung mit dem am 2. April L I. zu Gieße« stattfindenden Viehmarkt Vormittag- 11 Upr eine öffentliche Faselschau durch die Körcommission abgehalten werden wird. Die Schau findet nur zum Zweck der Ankörung statt- Die Commission wird vorzugsweise Fasel der reinen Vogelsberger und Berner, speciell Simmenthaler, Raffe berücksichtigen, andere nur dann, wenn fie ganz besonders schön sind. Es werden nur solche Bullen angekört, welche sprungsähig entweder schon sind oder bies wenigstens in kurzer Zeit werden. Den Besitzern guter Fasel können, soweit die Mittel reichen, Prämienbeträge bezw. Wegegelder vorbehaltlich näherer Bestimmung in Aussicht gzestellt werden. Gießen, den 26. März 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen- v. Gagern. Die Dienststunden Großh. Ort-gericht- Gießen ß.nd von heute ab auf täglich von 9—12 Uhr Vormittags »ngesetzt. Gießen, den 27. März 1890. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. F Gros- pditifdbt Uebersieyt. Gießen, 26. Mürz. Die tiefbewegten Dankesworte, welche Kaiser Wilhelm toi Genehmigung des Abschiedsgesuches des Fürsten Bismarck in den scheidenden Staatsmann richtete, ließen bereits hinlänglich erkennen, wie überaus schmerzlich der jugendliche Monarch die Trennung von seinem bisherigen ersten Berather empfindet. Nunmehr hat der Kaiser auch in einer anderweitigen Kundgebung diesen seinen Gefühlen bezeichnenden Ausdruck verliehen, indem er in einem, der „Wenn. Ztg." zur Veröffentlichung zugestcllten Telegramm an eine ihm sehr ergebene Persönlichkeit sich dahin geäußert hat, eS sei ihm so weh ums Herz, als ob er nochmals seinen Großvater verloren hätte. Auch diese Aeußerung beweist wiederum, wie schwer unferm Kaiser die Tennung vom Fürsten Bismarck geworden ist und hiernach läßt sich der Werth der Gerüchte beurtheilen, welche wissen wollen, Wilhelm II. habe den großen Kanzler leichten Herzens fallen lassen. Uebrigens zeugt das erwähnte Telegramm des Kaisers von der Entschlossenheit tos hoben Herrn, trotz aller ihn bewegenden persönlichen Empfindungen fest und klar die Durchführung seiner Herrscherausgaben im Auge zu behalten, denn es heißt da weiter: „Das Amt des wachthabenden Offiziers aus dem Staatsschiff ist Mir zugefallen. Der Kurs bleibt der alte, und nun „voll Dampf voraus"! Die ernste Entschlossenheit und vertrauensvolle Zuversicht, welche aus diesen Worten des Kaisers sprechen, werden im deutschen Volke gewiß auf volles Verständniß treffen und überall freudiges Echo wecken. Unter den zahlreichen Kundgebungen, die dem Fürsten BiSmarck anläßlich seines Scheidens aus dem Reichs- und Staatsdienste von erlauchten und sonst hochgestellten Persönlichkeiten zugegangen sind, nimmt ein Handschreiben des Prinz- Regenten von Bayern durch seine besondere Herzlichkeit eine hervorragende Stellung ein. Der Prinz-Regent spricht in dem Schreiben sein Bedauern über den Rücktritt des Fürsten und seine unumwundene Anerkennung der großen Verdienste desselben um Deutschland und Bayern, gleichzeitig auch seine Glückwünsche zu den dem Kanzler bei seinem Scheiden zu Theil gewordenen Ehren aus. Fürst Bismarck war, wie aus seiner Umgebung berichtet wird, über die ihm von dem Prinz- Regenten dergestalt erwiesene Auszeichnung tief gerührt und erfreut und hat dem Prinz-Regenten sofort seinen wärmsten Dank übermittelt. Die Meldungen über angebliche ernste Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Kaiser und dem Generalstabsches Grasen Waldersee werden jetzt als völlig unbegründet be- Zeichnet. Es kann demnach auch keine Rede mehr von einem Wechsel im Posten des Generalstabschefs sein, andernfalls würde doch sicherlich bei den soeben veröffentlichten Neuernennungen in den höheren Commandostellen der Armee auch ein neuer Generalstabschef ernannt worden sein. In Berlin haben die Verhandlungen wegen Errichtung dm neuen Reichspostdampserlinie nach Ostasrika mit den Lommiffarien der Reichsämter begonnen. Die Verhandlungen nehmen einen so günstigen Verlaus, daß die Hoffnung berechtigt erscheint, es könnten schon in einigen Monaten die ersten Fahrten auf der neuen Linie ausgesührt werden. In der französischen Abgeordnetenkammer ist von so- cialistischer Seite ein Abrüstungsantrag eingebracht worden, welcher die Einsetzung einer internationalen Commission zur Regelung der Arbeiterfrage und zur Herbeiführung einer gleichmäßig fortschreitenden Abrüstung vorschlägt. Angesichts der bestehenden thatsächlichen Verhältnisse wird auch dieser neueste Abrüstungsvorschlag nur ein schöner Wahn bleiben müssen. In Rom fand am Dienstag der Proceß gegen die beschäftigungslosen Arbeiter, die sich an den Unruhen am 8. Februar 1889 betheiligt hatten, seinen Abschluß. Der Gerichtshof ließ offenbar die größtmöglichste Milde walten, denn es wurden nur zwei der Angeklagten, Guochetti und Constantine, die als die eigentlichen Rädelsführer bei den damaligen Arbeiterkramallen in Rom zu betrachten sind, ver- urtheilt, alle übrigen Angeklagten sprach das Gericht dagegen frei. Deutsches Reich. Darmstadt, 26. März. Zu Ehren des scheidenden Di- visionseommandeurs General der Infanterie von Wißmann, Exc., fand gestern Nachmittag im Militär-Casino ein Festmahl statt, das durch die Theilnahme Sr. Königl. Hoheit des Erb- großherzoges, J.J. G.G. H.H. der Prinzen Heinrich und Wilhelm ausgezeichnet war und dem die Herren Staatsminister Finger Exc., Provinzialdirector von Marquard, der preußische Gesandte Legationsrath von Thielmann, sowie eine ansehnliche Zahl von Offizieren der Division, auch aus auswärtigen Garnisonen, beiwohnten. Herr duh Wißmann hat stch in unserem engeren Vaterlandc in allen Kreisen, Militär und Civil, und bei allen, die mit ihm verkehrt und unter ihm gedient haben, eine wahre Anhänglichkeit und Sympathie erworben und so begleiten ihn die besten Segenswünsche auch für sein ferneres Leben, das die Vorsehung glücklich gestalten möge. Darmstadt, 25. März. Militärdienstnachrichten. v. Kaminietz, Major vom 116. Jnf.-Regt., als Bataillons- Commandeur in das 129. Jnf.-Regt. versetzt. Seitz, Prem.-Lieutenant vom 116. Jnf.-Regt., zum Hauptmann befördert. v. Bülow, General-Major von der Armee, unter Beförderung zum Generallieutenant und unter Entbindung von seinem Dienstverhältniß bei dem Chef des Generalstabes der Armee, zum Commandeur der 25. (Großh. Hess.) Division ernannt. v. Obernitz, Oberst und Commandeur des 1. Thüring. Jnf.-Regts. Nr. 31, unter Beförderung zum Generalmajor, zum Commandeur der 49. Jnf.-Brig. (1. Großh. Hess.) ernannt, v. Schlemmer, Prem.-Lieut. vom Jnf.- Regt. von Wittich Nr. 83, unter Beförderung zum Hauptmann und Comp.-Chef, in das 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 116 versetzt. Kreut er II., Sec.-Lt. vom Jnf.-Regt. Nr. 116, commandirt bei der Unterosfizierschule in Biebrich, zum Prem.-Lt. befördert. Hauß, Major, aggregirt dem Jnf.- Regt. Nr. 116, unter Stellung zur Disposition mit der gesetzlichen Pension, zum Bezirksoffizier bei dem Landw.-Bez. I. Cassel ernannt. Werner, Hauptmann ä la suite des Cadetten Corps und Militärlehrer bei der Haupt-Cadetten- anstalt, als Comp.-Chef in das 116. Jnf.-Regt. zum 1. April d. I. versetzt. Frhr. v. Esebeck, Hauptmann ä la suite des 116. Jnf.-Regts., unter Entbindung von dem Commando als Adjutant bei der 55. Jnf.-Brigade, als Comp.-Chef in das 2. Garde-Regt. zu Fuß versetzt. Bei der Cadettenvertheilung wurde versetzt in das Jns.-Regt. Nr. 116 Cadet Stisft, als charact. Port.- Fähnrich. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 26. März. Der Kaiser empfing heute Vormittag um 11 Uhr den Fürsten Bismarck. Die Audienz währte 3/4 Stunden. Berlin, 26. März. Dem Fürsten Bismarck wurde auf der Fahrt zum Schlosse, besonders aber auf dem Schloßplatze, seitens einer großen Menschenmenge eine großartige Ovation dargebracht, welche sich wiederholte, als Fürst Bismarck nach der kaiserlichen Audienz zum Großherzog von Baden fuhr. Berlin, 26. .März. Bezüglich der Wiederbesetzung des durch den Rücktritt des Grasen Bismarck frei gewordenen Postens sind definitive Entschließungen noch nicht getroffen. Alles bisher Gesagte beruht auf Vermuthung und dürfte voraussichtlich nicht zutreffen. Berlin, 26. März. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht den Briefwechsel des Kaisers und des Papstes anläßlich der Arbeiterschutzconfercnz. Der Kaiser übersendet, anknüpsend an die Fürsorge des Papstes für die Armen und Verlassenen,' das Conserenzprogramm und theilt die Berufung des Fürstbischofs von Breslau als kaiserlichen Delegirten mit, den er von den Ideen des Papstes durchdrungen wisse, welcher seinerseits den Erfolg des Humanitären Werkes erfolgreich unterstützen könne. Der Papst dankt und beglückwünscht den Kaiser zur Inangriffnahme der ernsten und erstrebenswürdigen Sache, welche seinen innigsten Wünschen begegne. Unter Hinweis aus seine die sociale Frage betreffende Encyklika, erkennt der Papst den hohen Werth der internationalen Be- rathung, sowie des Versuchs einer Regelung der Angelegenheiten unter den Mächten und der Erkenntniß des Kaisers von der hohen Wirksamkeit der Religion und Kirche bei der Lösung der socialen Frage an und spricht die Hoffnung aus, daß die Diener der Kirche demnächst von den Behörden in der Ausübung ihrer Wirksamkeit auf socialem Gebiete unterstützt wurden. Unter dem Ausdruck der heißesten Wünsche für den Erfolg der Conferenz spricht der Papst endlich die Genugthuung für die Berufung Kopps aus, der das Vertrauen des Kaisers ehren werde. Er schließt mit den aufrichtigsten Wünschen für das Wohlergehen des Kaisers und der kaiserlichen Familie. Berlin, 26. März. Reichskanzler Caprivi hat dem Bundesrathe am 22. ds. seine Ernennung zum Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten mit dem Bemerken mitgetheilt, daß er an demselben Tage die betreffenden Geschäfte übernommen habe. -— Unter dem Vorsitz Caprivis fand heute Nachmittag eine Sitzung des preußischen Staatsministeriums statt, in welcher, wie verlautet, die Vereidigung des Ministerpräsidenten erfolgt ist. Gelsenkirchen, 26. März. In Schacht Nr. 1, Zeche Consolidation, sind zur Morgenschicht 127 Bergleute ange- gesahren. Die übrigen Bergleute, etwa 200, verweigerten die Anfahrt, da seitens der Verwaltung der Deputirte entlassen wurde. In Schacht Nr. 2 sind etwa 40 Bergleute, in Schacht Nr. 3 die ganze Belegschaft angefahren. Köln, 26. März. Die „Köln. Volksztg." erfährt aus Zanzibar, daß die Araberherrschast in Uganda und am Victoriasee gestürzt worden sei. Die Araber erlitten am 4. October eine schwere Niederlage und zogen sich aus die frühere Missionsstation Rubaga zurück, die am folgenden Tage erstürmt wurde. Die meisten Araber sind gefallen. Der Gegenkönig Karema floh nach Ungoro, wo ihn der Häuptling nicht dulden will. Am 11. dess. Monats zog Mwaga in Rubaga wieder ein. Halle, 26. März. Die Verhandlungen der deutschen Abtheilung der internationalen criminalistisch en Vereinigung begann heute unter dem Vorsitze des Reichsgerichtsraths Stellmacher. Nach verschiedenen Begrüßungsreden berichtete Geheimerath Wirth über die bedingte Verurtheilung, für deren Einführung er eintrat, ebenso der (Korreferent Staatsanwalt Blume und die übrigen Redner. Dagegen sprach nur Professor Kirchenheim (Heidelberg). Wie», 26. März. Hierher berichtete Aeußerungen der Kaisers Wilhelm constatiren, daß in den vertrauten, innig freundschaftlichen Verhältnissen Deutschlands und Oesterreich- Ungarns durch den Kanzlerwechsel nichts geändert werde- das innige Verhältniß zu Oesterreich bilde nach wie vor die Grundlage der deutschen Politik, die an den Bündnissen selbstverständlich festhalte. Triest, 26. März. Heute Abend 9 Uhr 20 Minuten wurde hier ein heftiger Erdstoß verspürt. Paris, 26. März. Der Ackerbauminister Develle empfing eine Abordnung der Schlächter und Gerber und theilte derselben die Erwägungen des Ministerraths über die Vieheinfuhrfrage mit. Der Minister besprach mit der Abordnung weitere Maßregeln, ohne irgend eine Verpflichtung zu übernehmen. Es herrschen Besorgnisse wegen einer Arbeitseinstellung in diesen Gewerbszweigen, sowie wegen des eintretenden Mangels an frischem Fleisch. London, 26. März. Somerall (conservativ) ist mit 130 Stimmen Mehrheit gegen Rouledge (Gladstonianer) für Ays gewählt worden. Der frühere Abgeordnete war Gladstonianer, so daß die Conservativen einen Sitz gewinnen. Rom, 26. März. Die „Tribuna" meldet: Gras Launay berichtet aus Berlin, Kaiser Wilhelm sprach anläßlich des Empfanges in den letzten Tagen die Versicherung aus, die italienisch-deutschen Beziehungen blieben wie bisher die herzlichsten und sympathischsten. Der Wechsel der Person des Reichskanzlers bedinge keine Veränderung der Grund- lagen des Bündnisses; Caprivi habe ganz ähnliche Versicherungen gegeben. Sofia, 26. März. Einer Meldung der „Ageuee Bal- canique" zufolge sind Nachrichten aus Philippopel hier ein- getroffen, nach welchen dort eine Frau Namens Philaretowa, eine Bulgarin und warme Freundin Rußlands, verhaftet worden ist. Vor der Ankunft derselben in Philippopel erhielt die Polizei aus Sofia Jnformatiouen und den Auftrag, eine Durchsuchung vorzunehmen, da Grund zu der Annahme vorliege, dieselbe stehe in den Diensten der Verschwörer. Philaretowa wurde am Bahnhofe von dem russischen Exconsul Garoff empfangen. Es wurden bei ihr verdächtige Briese vorgefunden. — Der Ministerrath setzte gestern Nachmittag seine Berathungen fort; die Entscheidung in der Affaire Mincevitsch ist noch unbekannt. Sofia, 26. März. Es verlautet, daß Panitza ein umfassendes Geständniß über die beabsichtigte Verschwörung abgelegt habe. Der Zeitpunkt für den Proeeß ist noch nicht sestgestellt worden. Canea, 26. März. Der Zustand der Insel Kreta ist andauernd ruhig. Petersburg, 26. März. Nach der „Nowoje Wremja" genehmigte der Reichsrath jüngst die Reform der landschaftlichen Organisation der baltischen Gouvernements. Die Reform soll insbesondere die Adels- instltutionen berühren und dieselben den im Reich allgemein bestehenden Einrichtungen entsprechend umgestalten. Die Landtage werden durch Adelsversammlungen ersetzt, die Land- rathseollegien, Comitvs, Convente aufgehoben. Demselben Blatte zufolge schrieb das Ministerium des Innern dem protestantischen Consistorium des CzarthumS Polen und den baltischen evangelischen Consistorien vor, hinfort ihre ge- sammte Correspondenz nur in russischer Sprache zu führen. €ocaU» unö ptwiitjidlcs. Gießen, 27. März. — Unter Hinweis aus die mehrfachen Veröffentlichungen über die Vertheilung der Straßen der Stadt auf die 6 Wahl- bezirke machen wir Angesichts der morgen für den 1. Hess. Reichstagswahlkreis stattfindenden Nachwahl die Wähler darauf aufmerksam, daß die Wahlbezirke wie die Wahlloeale, des gleichen die Wählerlisten eine Veränderung feit den vorigen Wahlen nicht erfahren haben. Es haben sonach die Wähler, selbst wenn sie inzwischen in einen anderen Wahlbezirk ver zogen sein sollten, nach wie vor ihre Stimmzettel in demselben Wahlloeale abzugeben, wie am 20. bezw. 28. Februar. Die Wahlloeale befinden sich: 1. Wahlbezirk im Schulhaus am Asterweg, 2. Wahlbezirk im Schulhaus in der Schulstraße, 3. Wahlbezirk in dem Bürgermeistereigebäude, 4. Wahl bezirk im alten Rathhaus, 5. Wahlbezirk im Schulhaus in der Neustadt, 6. Wahlbezirk im Schulhaus an der Westanlage. — In der auf gestern Abend anberaumten Wähler- Versammlung der antisemitischen Partei traten die Herren Dr. Böckel und Wilh. Pickenbach als Redner auf. Letzterer, der Candidat der Partei, wurde von Dr. Böckel vorgestellt und entwickelte, so gut ihm seine infolge zahlreicher Versammlungen in den letzten Tagen angegriffene Stimme dies gestattete, in ungefähr Vzstündigem Vortrag das politische Programm seiner Partei. Den Rest des Programms erläuterte in der bekannten Art, häufig von Zwischenrufen aus der von Gegnern der Partei und vielen noch nicht wahlberechtigten jungen Leuten zahlreich besuchten Versammlung unterbrochen, Herr Dr. Böckel selbst. Die dargelegten Programmpunkte waren: Treue zu Kaiser und Reich, Erhaltung und Entwickelung der vollen Wehrkraft gegen äußere und innere Feinde, Einführung einer progressiven Einkommensteuer mit Selbsteinschätzung, Einschränkung resp. Verbot des Börsenspiels und des Wuchers, Herabsetzung der Branntweinsteuer, Erhaltung der Kornzölle, Herabsetzung der Gerichtskosten und Anwaltsgebühren, Aushebung des Anwaltszwanges, Lösung der Arbeiter-Frage aus dem Boden der internationalen Arbeiter- Schutzeonserenz u. s. w. Nach Beendigung seines Vortrages, in welchem er auch das letzte Flugblatt der deutschfreisinnigen Partei einer Kritik unterzog, ertheilte Herr Dr. Böckel einem Herrn Krämer (Socialdemokrat) das Wort, welcher die über die Programmpunkte der antisemitischen Partei von den Vorrednern dargelegten Ansichten vom Standpunkte seiner Partei aus zu widerlegen suchte, Herrn Dr. Böckel seinen Eintritt für daS Soeialistengesetz zum Vorwurf machte und die Versammelten aufsorderte, am 28. März nach bestem Gewissen zu stimmen. Der diesem Redner zu Theil gewordene Beifall bewies, daß die Versammlung in der Mehrzahl aus Gegnern der Antisemiten bestand. Nachdem die Herren Dr. Böckel und Pickenbach den Ausführungen des Herrn Krämer unter wachsender Unruhe entgegen getreten, erhielt Herr Krämer nochmals daß Wort zur Erwiderung, bei deren Schluß sich ein nicht enden wollendes Rufen auf beiden Seiten erhob, das erst anshörte, als die Versammlung um 10 Uhr polizeilich ausgelöst wurde. — Eine von dem socialdemokratischen Wahlcomite berufene sehr zahlreich besuchte Wählerversammlung fand gestern Abend im Saale des Cafe Leib statt. An Stelle des verhinderten Candidaten Herrn Orbig hatte Herr Bildhauer Ph. Müller von Darmstadt das Referat übernommen, welcher in l^ftünbiger Rede die Stellung der soeialderno- kratischen Partei gegenüber den anderen politischen Parteien, sowie der hauptsächlichsten zur Zeit in Betracht kommenden politischen Fragen erörterte. Eingehend beschäftigte sich Redner mit der Thätigkeit des im Jahre 1887 gewählten Reichstags, indem er die Ausgaben für den Militäretat, die Zölle und damit bedingte Lebensmittelvertheuerung, die Einschränkung des durch die Reichsversassung gewährleisteten allgemeinen Wahlrechts, die Verlängerung des Soeialistengesetzes und die Beschränkung der Oeffentlichkeit des Gerichtsverfahrens hervor- hob wie auch die Unzulänglichkeit der Arbeiterschutzgesetzgebung darzulegen versuchte. Auch die antisemitische Bewegung berührte Redner, von derselben hoffend, daß sie verschwinden werde, wenn erst das Volk sich darüber klar geworden sei, daß die socialen Schäden, zu deren Heilung sich die Anü- semiten berufen fühlten, nur durch eine vollständige Umgestaltung der Privatprodnetionsweife gehoben werden können. Mit Empfehlung der Candidatur Orbigs schloß Redner seine Ausführungen, zu deren Diseussion sich Niemand zum Wort meldete, worauf die Versammlung auseinander ging. — Der Mordprozeß Kretschmar wird ein Nachspiel erfahren, indem nun auch die Mutter der verurtheilten ©tief brüder wegen Verdachts der Mitwissenschaft an der Mordthat in Untersuchung gezogen worden ist. Die Verurtheilten sollen nunmehr auch ein nmfaffendes Geständniß abgelegt und angegeben haben, daß sie die bei Ausführung des Verbrechens gebrauchte Schußwaffe in einem in der Nähe des Thatortes befindlichen Teich geworfen hätten. Die nicht aufzufinde^ gewesenen Theile der zerschlagenen Stöcke hat die Mutter der Verurtheilten beseitigt, wahrscheinlich verbrannt. — Gießener Bilder. Der Oberhessische Geschichtsverein hat sich seither nach Kräften bemüht, die Geschichte unserer alten Stadt Gießen klarer zu stellen; nicht ohne Erfolg. Dazu gehört die Sammlung einer Anzahl von Ansichten von Gießen und Umgegend ans früherer Zeit in Kupferstich, Oelmalerei ober Handzeichruing. Auch die Anzahl utter St^dtpläne hat sich vermehrt. Aber wie viel fehlt noch, wie viel ist in Privatbesitz, ohne daß weitere Kreise davon eine Ahnung haben. Es ist deßwegen der Gedanke angeregt worden, ob sich nicht gerade mit Beihülfe unserer Stadtbewohner, die gewiß auch Freunde der Stadt sind, eine Ausstellung von auf Gießen und Umgegend bezüglichen Bildern aus älterer und neuerer Zeit zu Stande bringen ließe. Dahin gehört nicht nur Landschaftliches, auch Porträts, Studentenbilder, Albumblätter, Zunftbriefe u. dgl. m. Der Geschichtsverein wird für ein geeignetes Ausstellungszimmer Sorge tragen, ebenso für unverletzte Rücklieferung der dargeliehenen Bilder, falls sie nicht dem Verein geschenkt oder für längere Zeit geliehen werden. Um zu wissen, ob eine derartige Ausstellung lohnt, so wäre wünschenswerth, wenn die Besitzer derartiger Bilder, die zum Verleihen derselben bereit sind, dies noch vor Ostern Herrn Dr. O. Buchner anzuzeigen die Güte hätten. imty»» ■■ i — —■mim i—»wcrow■»—»—nnw »» 11 lwm—j Uermifcbtes. △* Mainz, 26. März. In einer gestern Abend stattgehabten, sehr zahlreich besuchten Versammlung der hiesigen Schreinergesellen haben dieselben beschlossen, Ende April oder spätestens Anfangs Mai die Arbeit niederzulegen, wenn bis dahin die ausgestellten Forderungen von den einzelnen Meistern nicht genehmigt werden. Diese Forderungen lausen auf Einführung der 91/2ftüiiöigen Arbeitszeit und 18 Mk. Minimalwochenlohn, sowie Abschaffung der sogen. Entlassungs^ scheine hinaus. — Auch die hiesigen Metallarbeiter sind in die Lohnbewegung eingetreten. In einer allgemeinen Versammlung haben sie ihre Forderungen dahin sormulirt: lOftünbige Arbeitszeit, 10pCt. Lohnerhöhung und 33*/$^. Lohnerhöhung bei Ueberzeitarbeit. — Die allen Rheinreisenden wohlbekannten Salonboote „Humbold" und „Friede" werden in diesem Sommer nicht mehr in Dienst gestellt und durch zwei neue auf das Prachtvollste ausgestattete Dampfer, „Lohengriu" und „Frauenlob", ersetzt werden. — Für hiesige Metzger sind eben große Transporte Schweine aus Dänemark unterwegs. Die mit der Einführung geschlachteter Schweine aus Oesterreich gemachten Versuche sind nicht günstig ausgefallen, indem die geringe Fleischmastung der österreichischen Schweine den Anforderungen der hiesigen Consumenten nicht entspricht. *△ Mainz, 26. März. Das hiesige Realgymnasium hatte im verflossenen Schuljahre einen Schülerbestand von 263 und die Realschule einen solchen von 441. Der Zugang zu beiden Anstalten betrug im Lause des Schuljahres 43 und der Abgang 84. Der Confession nach waren 376 katholisch, 287 protestantisch, 121 israelitisch und 10 gehörten anderen Consessionen an. An beiden Anstalten wirkten außer dem Direetor 32 Lehrer. *= Frankfurt a. M., 26. März. Der Allgemeine deutsche Verein für Armenpflege und Wohl- thätigkeit wird im September d. I. dahier seine Jahresversammlung abhalten. Hauptberathungsgegenstände werden die Landarmen- und Wohnungsfrage sein. Es hat sich bereits ein Eentralausschuß, bestehend aus den Herren: Oberbürgermeister Dr. Miquel, Polizeipräsident a. D. von Hergenhahn, Stadtrath Horkheimer, Ehr. Hallgart^n, Stadtverordneter Sonnenberg, Stadtrath Dr. Flesch und Stadtarzt Dr. Spieß gebildet, welcher die weiteren Schritte vorbereiten soll. Dr. Miquel hatte dieser Tage eine Anzahl Herren zu einer Vorbesprechung eingeladen, in welcher er das hervorragende öffentliche Interesse, das dieser Verein habe, betonte. — In der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde einem Ausschußantrag, dahingehend, die Wohnungen bis zu 300 Mk. Miethe vom Wassergeld zu befreien, zugestimmt. Es entsteht freilich durch Annahme dieses Antrages ein Ausfall an Einnahmen von 38V2 Tausend Mark, indeß glaubt man dieserhalb nicht zaghaft sein zu müssen, da auf eine Mehreinnahme aus dem Wassergeld von 80000 Mk. gerechnet wird. Ein anderer Antrag, die Wohnungen von mehr als 4000 Mk. Miethe vom Wassergeld zu befreien, fand keine Gegenliebe. Wer 4000 Mk. und mehr Miethe zahlen kann, den wird wahrlich and) das Wassergeld nicht drücken! 1 r* »i,iihbpti aii—riz.-jb**^**' *•'*pi—— Hals- und Bruftleiden zugsweis/ Fay« Aechte Sodener Mineral-Pastillen als ein ausgezeichnetes Linderungsmittel. Aufgelöst in heißer Milch, wird durch sie die Hesligkeil der catarrhaOichen Slffectlonext abtztNchwacht, die Schleimadsonderung sehr begünstigt und dem Leidenden dadurch wohlthätige Erleichterung gewährt. Fays Sodener Mineral-Pastillen sind in allen Apotheken und Droguen ä, 85 Pfg. zu haben. 65 verkehr, Land- und volkswirthschaft. Limburg. 26. März. (Fruchtmarkt). Rother Weizen 17.05, weißer Weizen JL 16 80, Korn JL 13 55, Gerste JL 12.25, Hafer JL 8.25, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln JL 0.00. Kranksnrt, 26. März. Erbsen ganze per Psd. 14—18 4, do. geschälte 16-20 4, Linsen 15-25 4, weiße Bohnen 16-26 4, gelbe Kartoffeln per Gescheid 14—16 4, rothe Kartoffeln per Gescheid 12-14 4. Butter per Pfd. JL 1,00-1,10 4, Eier das Stück 4-6 4, Blumenkohl 40—70 A, Weißkraut das Stück 15—30 4, Roihkraut 20—30 4, Wirsing 12—20 4- Deutscher Schulverein. Generalversammlung am Freitag den 28. März, Abends 7 Uhr, im Cafe Ebel. Berichterstattung. Rechnungsablage. Vorstandswahl. Hoffmann. Wortmann. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgestllschafl. Freitag Abend 6°° Uhr, Samstag Vormittag 83° Uhr, Samstag I Nachmittag 300 Uhr, Samstag Abend 710 Uhr 2705 in Darm- 2749 Bor«, Gerichtsvollzieher. Vorstande der land- und sorstwirthschastlichen Berussgenoffenschast stadt bei Meldung späterer Nichtberückstchtigung vorzubringen. Gießen, am 27. März 1890. Grcßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Freitag den 28. Mär?, Nachmittags 2 Uhr, werden im Gasthaus ,zum Adler" dahier, Marktplatz 20: 1 Sopha, 1 Commode, 1 Waschtisch, 1 Nachtschrank, 1 vollständiges Bett, 1 Tisch und 1 Spiegel gegen Baarzahlung versteigert: Die Versteigerung findet sicher statt. Gießen, 25. März 1890. Bete.: Die Unfallversicherung der in land- und sorstwirthschastlichen Betrieben beschäftigten Personen. Bekarmtmachrmg Beide Abtheilungen des Umlagekatasters der land- und forstwirthfchast- lichen Berussgenoffenschast liegen zwei Wochen lang, nämlich vom 28. März bis zum 11. April dieses Jahres, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Bethelligten offen. (Äwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieser Kataster find innerhalb einer Frist von vier Wochen nach der Offenlegung bei dem Donnerstag den 8. Mai, Nachmittags 2V, Uhr, sollen aus dem hiesigen Ortsgericht die den Johann Adam Hermann Ghelenten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur II Nr. 64,, — 250 Meter Hofraithe, Leggärten am Wismarer Weg, Flur II Nr. 64,t — 862 Meter Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen. 27. März 1890. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt. 2748 Bekanntmachung. Areitag de« 28. MLr- I. I»., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz 20 dahier: 1 Pferd, 2 Wagen, 1 Billard, 1 Laden- theke und verschiedenes Hausmobtliar, als Kleiderschränke, Commoden, Tische, Küchenschränke, Sophas, Regulatoren, Betten, Spiegel, Bilder; ferner goldene und silberne Herren- Uhren und sonstige Juwelen. Bor«, 2747 Gerichtsvollzieher in Gießen. Dienstag den 1. April, Nachmittags 2>/r Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht aus frei- willtgesAnsuchendas der KaSparKappeS Wittwe und Kinder in Gießen gehörige Wohnhaus (die Liebigshöhe) in der Nähe der neuen Kaserne, worin schon länger als 40 Jahre eine gut gehende Wirtschaft betrieben wird, nebst Oeco- nomiegebäuden und circa 15 Morgen Garten und Ackerland, um die Gebäude herumltegend und eingezäunt, öffentlich meistbietend mit dem Bemerken versteigert werden, daß bet annehmbarem Gebot der Zuschlag sofort ertheilt wird. Nähere Auskunft ertheilt Herr Karl Brück, Kreuzplatz 8. Gießen, 24. März 1890. Großherzogltches OrtSgericht. I. A-: Bogt. 2665 Holzversteigerung in der Fürstlichen Mersörßerri Hohensolms am Montag den 3L d» MtS. in den Districten Annewald, Grundwald, Eichelsberg, Scheuernwald, Lappenberg und Buchenberg: 88 rm Buchen-, Eichen- und Nadelholz-Scheit- und Prügelholz, 160 „ , „ , „ Stockholz, 130 Hdt. Wellen Buchen-, Eichen- und Nadelholz-Reisholz I. u. II. Kl., 600 Stück Fichten-Bohnenstangen, 1 w Eichen-Schnittholz mit 1,37 km, 38 „ „ Bau-, Gruben- und Wagnerholz mit 15,34 km, 270 Fichten-, Kiefern- und Lärchen-Bau- und Grubenholz mit 71,91 km, 197 w Fichtenstangen mit 20,50 fm zu Sparren und LeUerbäumeu. Zusammenkunft Morgens genau 9Va Uhr auf der Blasbach -Hohen- solmser Chaussee am hohen Damm. Hohensolms, den 25. März 1890 Fürstliche Obersörflerei Hohensolms. ______________________ Rietsch, Revierförster.__________________ 2724 Mr Handwerker- Lehrlinge! Dosen, $cmöen, Mausen «. Schürzen § empfiehlt Robert Stuhl, Neustadt 2L 2740] Frühkartoffeln sind zu ver-l 27191 Circa lS «tr. He« zu verkauf«^ kaufen. SelterSweg 71 (Mansarde). 1 Seltrrsweg 64» "%l I ’Sien. S-K '-4 ’“f d°»,' Und "oraue^. »2*te 5?j4 -*4 Schuljahres i "°ch waren 3i| u""»gch«, 11 toltften aijt ltr I' Mb $,il; *et inne J«h« W&ibe wetfe *>ot fid) bereit Ten: Oberbürgn von Hergenhahi Stadtverordnm ^dtarzi Dr. Spitz vordereüm \i )l Herren zu eint das hervorragend betonte. Stadtverordneik^ i dahingehend, fe le Dom Wasser tsteht freilich dm an Einnahmen er >n dieserhalb nii: ceinnahme aus der irb. Ein andein 4000 Mk. Mck Gegenliebe. K , den wird mhck t erweisen sich w- zugswetse Fayi als ein ausgezcich : Milch, wird durch KS. n WM W ener Minnal-P»^ sg. zu haben- L wirthschA other Weizen rrfte * 12.25, D per Psd> 14—18 4 fr Bohnen 16-2CJ Kartoffeln per W -irr das Stück i-U 15-30 4, RotM erein. g bett 28. Mi>> Ebel. t jßortma”^, ttag 8* «r. ■fe> ^PchÄ-li, ttsss* 1) 104,6 Raummeter Buchen-Scheiter 2737 Walz aufmerksam gemacht. SMT 2 Mark per Paar veranschlagt zu 36 50 2608 Neuenweg 410* 2722 50 Gießen, den 27. März 1890. 2738 Seltersweg 22. 2743 58 Ueberaus prachsch. Georg costi Prügelh. Stockh. Reish. Rmtt. Wellen. ertheilt C. Kranz, Lehrer. und Raummeter 21 in. 25 Gnauth. 2596 und 411 n 1715 p 2611 Giebtchenstein. w 16 X [897 429 m 2600 Cöln 1889! [898 empfiehlt 6 Nreuzplatz 6. 2745 Pulver Seifen Marke. Schutz- 2201 Bahnhofstraße 68. 2723 Baumann. 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Sctterswasser-Apparate mit Anwendung flüssiger Kohlensäure liefert in bester Ausführung Max Jsensee, Halle a/S., 25251 90 00 dis 10,000 Mark werden auf erste Hypotheken gegen sichere und pünktliche Zinszahlung zu leihen gesucht. Offerten unter P. in der Expedition dieses Blattes niederzulegen. 2654] Per sofort tüchtige Hand- Näherinnen gesucht. Geübte Wetßzeug- näherinneck erhalten den Vorzug. M. Levi, Schirmfabrik. 2206] Einen Lehrling sucht Karl KSHler, Schreinermeister, Flügelsgasse. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 31. März 1890, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Charlottenwald, Sorge rc. nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. Zusammenkunft Vormittags V,9Uhr an der Kreuzbuche. — Von 11 Uhr ab wird die Versteigerung am Forst- Haufe Bieber fortgesetzt, woselbst auch tat Holz aus dem Schmittenberg und dem Strupbacher-Wäldchen zum Ausgebot gebracht wird. — Bei ungünstigem Wetter findet der Verkauf in der Reehmühle statt. — Kaufliebhaber wollen daher das Holz vor dem Termine anfehen. FH. Strupbach, 24. März 1890. Der Königliche Oberförster: Drogenhändlern- von Otto Schaaf, Seltersweg 39. Aür WiederverkLufer Rabatt! Mobiliar- Versteigerung. Montag den 31. Mär; und Dienstag den 1. April, Nachmittags von 2 Uhr an, wird der Nachlaß des Herrn M. Pfisterer, Liebigftraße 47 lll, neben dem Comptoir der Herren Heyligen- staedt & Cie. meistbietend versteigert Es befinden sich dabei Sophas, ovale und andere Tische, Stühle, Commoden, 1 Wascheornwode und 2 Nachttische mit Marmorplatte, ovale und andere Spiegel, Uhren, 1 Dertikow, 2 complete Betten mit Sprungfeder- und Roßhaarmatratze, 1 Brandkiste, Blumentisch, Notenständer, Reisekoffer, Kaffee- und Bier-Service, Mörser, Teppiche, 1 neuer und mehrere gebrauchte Herrenanzüge, Damenkleider, Leibwäsche, Weißzeug, Porzellan und Gläser, Küchen- moblliar und Geräthe, Haushaltungsgegenstände u. s. w. Maeearoni, Neapol., Macearoni, sst. Wiener, Ciergewüseuudeln, extragute Qual., -mpfiehlt Holz-Versteigerung m der Königlichen Oberförsterei Strupbach. Schutzbezirk Bieber. Förster Körner zu FH. Bieber am Dünsberg. Montag den 14. April er. kommen aus den Districten 27b, 28a, 29b, 33cd, 36a, 37ab, 37c, 39bc, 41ta, 42 und 47b zur öffentlichen Versteigerung: 2732] Wegen demnächstigen Wegzuges von hier steht mein Fuhrwerk, ein kräftiges, zuverlässig eingesahrenes Pferd nebst Wagen mit Geschirr und Sattelzeug zum Verkauf. Braunfels, im März 1890. Bergverwalter Kampf. Mobiliar- Versteigerung. Samstag den 29. März, Nachmittags 2 Uhr, werden die zum Nachlaß der Gg. Kampe Wittwe gehörigen Gegenstände, als Haus- und Mchengeräthe, Kleider, Bettzeug, Weiß- Mg und dergl. in deren Wohnung, Xeuenbäue 7, gegen Baarzahlung versteigert. 2726 Der Anfang ist Morgens 9 Uhr am Pflanzgarten an der Hattenröder Straße. Lich, den 26. März 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Strohhute werden gewaschen, gefärbt und fa?onirt bei C. L. Geil, Hutmacher, Linoleum (tngl. Korkt,ppich) Wes Fabrikat, empfiehlt Gruft Vloedner, Zimmerspähne sind zu haben bet (2653 H RnLstutzl L, Sderstraße. C. G. 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IS. soll im Licher Stadtwald, District Plattenwald, Lindenseis und Kleinhäuserberg folgendes Holz ver- steigert werden: Rmtr. 138 139,8 5 2 8 Pilsener pr. ^-Liter-Flasche 15 Pfg. 2739 8 9 Frankfurter Schublager 5E $ 27 Marktstraße Gießen Marktstraße 27 • empfiehlt __ W Konfirmanden - Zugstiefel 9 Konfirmanden - Schaftstiefel • Confirmanden - Knopfstiefel 9 Confirmanden - Schnürstiefel 9 in großer Auswahl und zu erdenklich V billigen, aber streng festen Preisen — W sowie sämmtliche Neuheiten der Saison. d ggflT Gleichzeitig wird auf eine große Partie Kinder» G knopssti^fel hoch, mit Absatz und Lackblatt, Größe 21—24, zu ä dem enorm billigen Preise 2647] Lehrling, der die Schneiderei erlernen will, zu Ostern gesucht von Georg Leib & Sohn. ar Muster im Schaufenster. “9G 2536 27 Marktstr. Reiss Marktstr. 27. Verkäufer für Nähmaschinen (auch Berkänfe- rinnen) gesucht. Guter Verdienst, feste Anstellung. Adressen unter J. 90 an die Exped. d. 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Priwatstunden in allen Fächern ertbeilt während der Schulferien ein im Unterrichten geübter Candidat. Näheres in der Exped. d. Bl. [2634 2619] Ein junger gut empfohlener Kaufmann sucht auf einem Bureau oder Comptoir unter öescheid. Ansprüchen per sofort Stellung. Offerten besorgt unter M. Sch, die Exped. d. Bl.__ 2492] Großer Garten (Bauplatz) an der Heuchelheimer Chaussee zu verkaufen oder zu verpachten. Näheres bet K. Hoffmann, Seltersweg 33. 2594] Privatstnnden in den Elementarfächern resp. Nachhülfe in denselben Bekanntmachung. Die erledigte Stelle eines Kreis-1 ffraßenwarts mit dem Sitz in Lang- 8öns soll auf 21. Aprll d. Js. besetzt werden. Bewerber haben ihre Meldungen unter Angabe von Alter, Wohnort und seitheriger Beschäftigung, sowie Beifügung etwaiger Zeugniffe über frühere Arbeitsleistungen ähnlicher Art schriftlich bei dem Bezirksbauaufseher Rohrer in Gießen, welcher über die Dimstobliegenheiten und über die Be- schästigungsdauer weitere Auskunft rrtheilt, bis längstens 6. Aprll l. IS. zu erstatten. Gießen, 25. März 1890. Der Kreis ausschuß des Kreises Gießen. 2753 v. Gagern. Mittwoch den 2. f* M», Nachmittags 5 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Wieseck nach- stchende Arbeiten und Lieferungen öffentlich in den Accord gegeben wer- St. Eichen-Stämme m. 14,07 £m, „ Buchen- „ m. 1,19 „ „ Birken- „ „ 0,44 „ „ Nadelholz < (Stämme unb -Stangen mit 17,75 fm, Neue und gebrauchte Federbetten billig r« verkaufen. 727 Neuenweg 22. Elegante Herren- und Damen-Stiefel sowie gewöhnliche Sorten habe eine Parthie 726 zum Ausverkauf übernommen. Louis Rothenberger, ___________Reuenweg 22._____ Apfelspalten, amer., Apfelscheibeu, hochfeine Ringapfel, Brünelleu, Kirschen, Awetscheu, türkische, in feinen und feinsten Qualitäten, Bordeaux-Pflaumen, Aprieosen Emil Fischbach; J*ußöoömanjlrict), sowie alle übrigen Farben, Lacke und Firuiffe empfiehlt August Noll II«, des Anstrichs sofort gerucbfrei kart und fest; giebt dem Fussboden ein brillantes Dor hUllZfiU Fussboden-Anstrich, da von Jedem Laien ohne unterschied verwendbar. » In diversen Farben stets Btreichfertlc // ff ff National liberaler Verein Dcr Wähler! Mitbürger! 2717. Gießen, 2554] Stübchen mit Bett zu vermiethen- Liebigsstraße 63. J. Kaan junM Kreu?plah 10. 2727 Josef Herz, Neuen Bäue 25. |u oer Flügelsgasse 6. 2741] Schlafstelle zu vermiethen Schiffenbergerwea 39 Re-acnon: A. Schetzda. — Druck und Derlag der Brühl'sch« Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Schön möblirte- Zimmer sofort zu vermiethen. 2661] Bahnhofstraße 61 III. Tanahm folgenden die die Wähler! 2663] Wohnung zu vermiethen. Mäusburg 3. Kaserne. Nähere- «sterweg Nr. 12, 2. Stock 2180] Schillerstraße 9, parterre, ein sehr schönes, gut möblirtes Zimmer zu * »»*" Pionta sät* " * btigelel g Wir beehren uns zu einer Donnerstag den 3^. März, Abends S stattfindenden Herr Landrichter Dove wird in dieser Versammlung sein Programm entwickeln und sind alle Wähler freundlichst eingeladen. Das freisinnige Wahlcomit^. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste unserer unvergeßlichen Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Margarethe Bast, geb. Becker, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Naumann am Grabe sagen innigsten Dank 2731 Die trauernden Hinterbliebenen. 2 Uhr in Steins Saalbau Vereinigt Eure Stimmen am 28. März auf Herrn Ij. lleyligenstädt zu Giessen. 24 März 1890. ’ Der Wahlausschuß der nationaNöeraken Partei. Allgemeine Wählerversammlung im Saale des Cafe Leib. 2461] Eine kleine Wohnung zu Der* miethen.Lindenplatz 4. Große Auswahl achter Schweizer Stickereien ohne Appret in Stücken von 4,20 Meter zu Fabrikpreisen bei 2660 _____________________ Wermieiyungen. Reichstagswahl! Donnerstag den 27. März, Abends 8 Uhr: 2725] In dem früher Nerizel'schen Hause, Westanlage 15, ist im 1. Stock eine Wohnung, bestehend aus 4 Zimmern mit allem Zubehör per 1- Juli oder auch früher zu vermiethen- Näheres Liebigstraße 15. Für Einjährige. Zwei möblirte Zimmer einzeln per 1. April beziehbar, zu vermiethen. 2128] Grünbergerftraße 13, 2. Stock. Bux gesucht. 2721 Ostanlage Nr. 4. nhethSume ® sste*» V Mö lUd UIIBCh baumfchulen v. Karl Umber in Laubenheim b. Maliz. Kataloge 2646] Gut möbl- Zimmer für 1 und 2 Herren (Einjährige) zu vermiethen- Dickore, Grünoerger (Wolf-)Straße. FlkmiRge EMM Feuerwehr. General-V ersammlung SamStag den 29. d. M., Abends 8 Uhr, in der Restauration Klingenberg (vorm. Bramm). [2588 Tages-Ordnung: Corpsbericht, Rechnungsablage, Vorstands- wähl.D°er BorÄand 2734] Ein kleines Logis zu vermiethen. ____________________Sonnenfiraße 24. 2733] Ein Familienlogis ist zu vermiethen. Karl Gerlipp Wwe., Ktrchenvlatz 3. 48] Gartenstraße 13 ist der mitt• lere Stock, enth. 7 Zimmer nebst allem Zubehör, per 1. ob. 15. April z« vermiethen. Näheres bei Herrn Architect Stein. Am 28. Marz b. I. müssen wir wiederholt zur Wahlurne treten, um einen Abgeordneten in den Reichstag zu wählen! Wir schlaacn diesmal einen unserer Mitbürger vvr, den Herrn 8. Heyligenstädt, Maschmensabnkant zu Gießen Als ein Mann den das Vertrauen seiner Gießener Mitbürger bereits in die hiesige städtische Vertretung berufen hat, der ferne geachtete Stellung lediglich der eigenen That'kraft und Gcschäftstüchtigkeit verdankt, der von entschieden liberaler Gesinnung und unabhängig nach oben und nach unten rst, drillte derselbe dcr Stimmen aller Wähler würdig sein. ..... ~ ... r ,r, . , Die Grnndzügc seiner llebcrzengung in politischen, socialen nnd wirthschaftlichen Fragen hat unser Gandrdat bereits öffentlich dargelcgt. Treu zu Kaiser und Reich stehend, würde unser Candidat Eintreten für den freiheitlichen Ausbau der Verfassung; die Aufrechterhaltung des Friedens nach Innen und nach Außen; die zweijährige Dienstzeit der Infanterie, sofern sie durch Sachverstand,ge befürwortet wird; die Verminderung von Gerichts- und Anwaltskosten; die Verschärfung der Wuchergesetze und Erhöhung der Börfenstener; den Schutz der Industrie, der Landwirthfchaft und des Handwerks gegen ausländische Concurrenz; Gesetze zum Wohle und Schutze der Arbeiter, Fernhaltung aller Monopole. Wähler-Versammlung die Anhänger und Freunde der Candidatür Hehligenstädt cinzu laden. Der Reichstags und Landtagsabgeordnete Herr Rechtsanwalt Dr. Osann aus Darmstadt wird über die bevorstehende Reichstagsnachwahl reden unb Herr Heyligenstädt sich den Wühlern vorstellen. __________________________________________________________________ 2707 vermiethen Gute Bedienung._________ 2303] Ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen-___Wallthorstraße 1703] Möblirtes Zimmer mit ober ohne Pension sofort zu vermiethen- Weidengasse 1, 2. Stock. 2190] Ecke der Ludwigs- und Bleichstraße Nr. 26 ist der mittlere Stock, sieben Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen- Näheres Frankfurterstraße Nr. 4, unterer Stock-__ 2103] Kleines Logis zu vermiethen- _______Seltersweg 3. 2077] In meinem Hause, Frankfurterstraße 5, ist der mittlere Stock, vom 15. Mai an zu vermiethen. __________________Philipp Uhl. 539] Der 3. Stock (mit ob. ohne Mans, in meinem Vorberhause per 15. April zu vermiethen- Euler, Lubwigsstr. 14. 1766] Mansarden-Logis zu vermiethen per 1. 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