Nr. 50. Freitag den 28. Februar 1890 Der Hieß euer Aa-eiger evscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener K-mirieuvkälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Unzeiger. Vierteljähriger ASonnementspretsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rcdaction, Expedition und Druckerei: Schntstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Tkreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für dm folgmden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. chratisöeitage: Gießener JamikienötätLer. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 'elius. Amtlicher Theil 1663 Deutsches Reich. i'ET Großherzog und Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Feuilleton Herr Cultur-Jngenieur Wiß- Pflügen und sonstigen landw. Billig«16 W-ti mann zu Gießen. 3j Ueber Reparatur von Werkzeugen. 4) Ueber die Controle bei Rimbach bewilligt die Synode jährlich 400 Mk. aus Mitteln des Centralkirchensonds. Morgen findet die zweite Lesung des Budgets und voraussichtlich Schluß der Synode statt. Gießen, den 22. Februar 1890. Der Director des landw. Bezirksvereins Gießen- Jost, Regierungsrath. : an fünf verkebrsrcik t für jedes GeM > Handlung, geeignet aH achten. Offerten * rasenstein & rg a. d. L»__ bürg als commandirender Admiral der englischen Mittelmeer- flotte. Für den 25. haben die Herrschaften einer Einladung zum Diner bei General King, dem Commandeur der ge- sammten Artillerie, zugesagt. Am 2. März werden die Großherzoglichcn Herrschaften von Malta abreisen, bis zum 5. März in Neapel, bis zum 8. März in Nom verweilen und am 10. März in Darmstadt eintreffen. vn. Darmstadt, 26. Februar. Vierte Evangelische .Landessynode. Die heutige Sitzung wurde um 10 Uhr mit einem Gebet eröffnet und nahm nach demselben der Präsident des Oberconsistoriums, Geh. Rctth Dr. Gold- mann, Exc., das Wort, um über die kirchlichen Zustände in Hessen während der verflossenen Synodalperiode zu berichten, worüber ich später noch Bericht erstatten werde. — Hierauf trat die Synode in die Fortsetzung der Berathung des Budgets, welches, nachdem die einzelnen Positionen be- rathen, in den vom Finanzausschuß vorgeschlagenen Beträgen in Einnahmen und Ausgaben bewilligt wurde. Ein Antrag des Synodalen Rieger, das Kirchenregiment zu ersuchen, für hervorragende Theologen Reisestipcndien ins Auge zu fassen und der Synode Vorlage zu machen, wurde einstimmig angenommen, dagegen der Antrag Brandt, hierfür den Betrag von 2000 Mk. ins Budget einzustellen, abgelehnr. — Lebhafte Discussion rief der Antrag der Abgeordneten Brandt, Röm Held und Dr. Walther, betreffend Einstellung eines Betrages von 50,000 Mk. (10,000 jährlich) i» das Budget für 1890—95 für eine zweite evang. Kirche in Mainz, hervor. Seitens des Kirchenregiments, sowie vieler Abgeordneter wurde die Nothwendigkeit einer zweiten evangelischen Kirche anerkannt und darauf hingewiesen, daß gerade in Mainz, wo die evangelische Sache durch dje in allen Th ei len wohlorganisirte und wohlgestellte römische Kirche am meisten gefährdet sei, es nöthig erscheine, daß man der evangelischen Bevölkerung eine Stütze gebe durch Errichtung einer zweiten evangelischen Kirche. Der Ausschuß, welcher im Ganzen auch diese einzig dastehenden Gründe billigt,-kann es aber nicht gutheißen, daß aus Mitteln, welche die evang. Kirchensteuer liefert, der evangel. Gemeinde in Mainz ein Beitrag zum Kirchenbau gewährt werde. Dagegen rechtfertigten es die eigenthümlichen Verhältnisse der evang. Gemeinde in Mainz, wenn hierzu der Reinerlös aus dem Verkaufe des Gesangbuchs und der biblischen Geschichte verwendet werde. Demgemäß stellt der Ausschuß den Antrag, der ev. Gemeinde Mainz zu ihrem Kirchenbau aus dem ev. Centralkirchenfond für 1890—95 jährlich 5000 Mk. zu verwilligen, und diese Summe unter Rubrik 27, „Verschiedene Ausgaben", einzustellen. Diesem Antrag tritt die Synode einstimmig bei. — Bezüglich einer Vorlage, die Bewilligung einer Unterstützung an die Wittwe des Pfarrvlcars Seeger zu tiger ParU« ^MaurermeW Gießen.__ schmeichelt, bewundert und gesucht, keine der Sünden seines Vaters begehend — nur — ein Leben kalter mitleidsloser Selbstsucht. Am Ende aber dieser fünf Jahre kam er einst unerwartet und still allein in sein Schloß zu London. Er ging aus an jenem Morgen und benutzte ein gemiethetes Fuhrwerk, sein Gesicht verborgen in einem weißseidenen Shawl und nachdem er lange Zeit mit einem berühmten Arzte bei verschlossenen Thüren berathen hatte, kam er zurück, Befehl gebend, das Haus zu schließen, weil er aufs Lande zöge. Er kam direct hierher — und ehe er noch seinen Ueber- zieher nebst Shawl, welcher immer noch sein Gesicht bedeckte, abgelegt, rief er vier seiner ältesten Diener, die so lange erlebte, um ihn gewesen, zu sich. Es war dieses Zimmer, in welches sie traten, und Lindley Warwick stand dort am Herde, halb von ihnen abgewendet. Die Diener waren überrascht bei seiner unerwarteten alleinigen Ankunft — er, der gewohnt war, zu kommen wie ein Prinz von Geblüt, wenn jedes Zimmer bereit war zum Empfang seiner Gäste, die mit ihm kamen und ihm huldigten. Noch größer aber war ihr Erstaunen über alles dessen, was ihrer wartete. Er sagte ihnen, daß jeder Diener des Hauses außer ihnen selbst sofort entlassen werden solle- daß jeder von ihnen sofort gehen könne, wer sich ihm nicht fügen wolle oder ibm nicht buchstäblichen Gehorsam zu leisten sich verpflichtete. Es möge jeder unumwunden seinen Willen kundgeben, ehe er weiter spreche. Da nun Keiner seine gute Brotstelle aufzugeben geneigt war, antworteten sie alle mit Schweigen. Damit zufriedengestellt, legte er ihnen ans Herz, daß sie nun auf das Genaueste und Pünktlichste seine Befehle auszusühren hätten. Er sagte ihnen, daß niemals ihre Arbeit und Wartung keinerlei Kräfte in Anspruch nehmen geladen hatte. Auf dem Wege dahin besuchten die Herrschaften die Kathedrale in Citta Veechia. Am 22. folgten Merhöchstdieselbeu einer Einladung zum Diner bei Sir Anthony Hoskins, dem Nachfolger des Herzogs von Edin- Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß s-er Wohnsitz des Großh. Forstmeisters des Forstes Friedberg ^on Friedberg nach Bad-Nauheim verlegt worden ist. Gießen, am 25. Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, Donnerstag den 6. März 1890, Nachmittags 2 Uhr, wird in dem „Solmser Hof" zu Hungen eine Generalversammlung des landw. Bezirksverein- abgehalten werden. Alle Mitglieder des landw. Bezirksvereins und der landw. Localvereine und alle Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch ergebenst eingeladen. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Profeffors Dr. Pflug von Gießen über die Krankheiten des Jungviehes. 2) Zusammenlegung von Grundstücken. Referenten: Herr Amtmann Nebel und Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphische- Correspondcnz-Bureau. Berlin, 26. Februar. Der Kaiser fuhr heute Vormittag 11 Uhr in das Gebäude des Staatsministeriums zur Theilnahme an den Abtheilungssitzuugen des Staats- raths. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Unterstaatssecretärs Schraut in Straßburg, wodurch die Einfuhr und Durchfuhr von Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen aus Italien bis aus weiteres verboten wird. Berlin, 26. Februar. Abgeordnetenhaus. Der Etat des Ministeriums des Innern wurde ohne wesentliche Debatte angenommen. Der Antrag Berger, betreffend die Aushebung der fisealischen Brückenzölle, sowie der Antrag von Eynern-Olzem, betreffend Uebernahme städtischer und sonstiger Krregssämlden auf den Staatsfond wurde der Budgeteommission überwiesen. Bei weiterer Berathung wurde die Wahl des Abgeordneten Stüwe beanstandet, im Uebrigeu der Rest der Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung Donnerstag Vormittag 11 Uhr. Regulirung der schlesischen Flüsse - kleinere Vorlagen. Köln, 26. Februar. Nach der „Köln. Volksztg." st r i k e n feir heute die Belegschaften der Zechen Deimelsberg und Johann bei Steele. Zwickau, 26. Februar. Die Zwölsereornmissiou erhielt auf ihr Gesuch um Anerkennung als legale Arbeitervertretung für die Verhandlungen in Lohn- und Arbeitszeitfragen vom Bergamte Freiberg einen ablehnenden Bescheid. Breslau, 26. Februar. An den Kaiser wurde heute Abend das folgende Telegramm abgesandt: Eine Arbeiter- Versammlung von 4000 Männern, bestehend aus Mitgliedern des evangelischen und katholischen Arbeitervereins, sowie anderen königstreuen Arbeitern Breslaus, bringt Ew. Majestät ihren ehrfurchtsvollen, tiefempfundenen Dank für die neuerlich in den herrlichen Erlassen von Ew. Majestät vor aller Welt bekundeten Entschließungen, das Wohl des Arbeiterstandes kräftig fördern zu wollen, dar. Wir erflehen Gottes Segen für Ew. Majestät und das königliche Haus und geloben weiterhin festzustehen zu Kaiser und Reich. Paris, 26. Februar. In gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß die zustimmende Antwort Frankreichs auf die Einladung zur Theilnahme an die Berliner Conferenz bevorstehend sei und voraussichtlich morgen erfolgen dürfte. Erkrankung von bei Krankenkassen versicherten Arbeitern. Referent: Herr v. Oven zu Hungen. Nemesis. Eine Erzählung aus dem Leben von Arthur Stein. (Fortsetzung.) Da lächelte er mit seinem herzlosen schönen Gesicht und zch ihr ruhig den guten Rath, wenn sie überhaupt löge, sie lod) nicht zu ihrer eigenen Schande lügen möge! Als nun Sie Polizei kam und sie das Kind ihr nahm, stand sie da - weiß, mit zuckender Lippe, in dem großen Saal, ohne ihm ard) nur mit den Augen zu folgen, denn dieselben waren fest auf das schöne Gesicht des jungen Mannes geheftet. Der Knabe, ein hübsches, furchtsames Kind von kaum deutlich wahrnehmen, wie es sich bei den Drohungen der Schurken gefürchtet hatte. Wenn ich nicht irre, sprach sich einer der Herren vom Magistrat dahin aus, daß die entsetzliche Furcht, die der arme Junge ausgestanden, wohl Strafe genug sei für ihn, aber diese Idee wurde mit Achselzucken belächelt und das Kind zur Einzelhaft auf zwei Jahre verurtheilt. — Ja, trotzdem das arme fremde Weib den jungen Herrn auf ihren Knien anflehte, als ob es ein Gott wäre. Ehe jedoch die Zeit des Urtheils halb verflossen war, befahl der Arzt, den Knaben ins Hospital zu befördern. „Diese Einzelhaft ist höchst ungesund für einen zarten, im Wachsthum begriffenen Knaben," sagte er mit bedeutsamem Schütteln seines Kopfes, „wenn er nicht stirbt, wird er jedoch ein hoffnungsloser Idiot bleiben, so lange er lebt." Dieses schlimmste aller Schicksale blieb ihm erspart- er starb und seine unglückliche Mutter — welcher dieser Schlag den Todesstoß gegeben, obgleich sie es zur Zeit nicht wußte, schleppte üch her zu diesem Herrenhause und wünschte den EigenthüMer zu sprechen. Seine Diener benachrichtigten ihn und mit grausamem Lächeln auf den Lippen sprach er: „Gebt ihr Geld, eine wie sie wünscht nichts anderes." Geistesabwesend blickte sie aus das ihr dargebotene Gold, dann schnell einige Schritte rückwärts schreitend, hob sie ihre Arme gen Himmel, den Richter dort oben anrufend, sein göttlich Gericht zu halten über den Herrn dieses Hauses und um dieselbe Strafe flehend, zu welcher der Grausame ihr einzig Kind verurtheilt — und der gefeierte, geehrte Herr dieses schönen Schlosses blickte ruhig auf diesen Auftritt herab und — lächelte.-- Fünf Jahre vergingen und immer noch lebte Lindley Warwick sein genußreiches, verschwenderisches Leben, ge' __ Darmstadt, 26. Februar. Nach weiteren aus Malta suchen auf L AB e'w vorliegenden Nachrichten unternahmen Seine Königl. Hoheit i&ww* £ ’ l" “ ' *n'------ ■”* raMmr, n* ” pölf Jahren, wurde vorgesührt und erzählte seine Geschichte lit vielen Thränen. An jenem Abend, als er ruhig nach Hause gehen wollte, wurde er von zwei Männern eingeholt, die ihn begleiteten. Sie sprachen sehr viel zusammen/ jedoch acht alles ihm verständlich, als er jedoch am Kreuzweg ab- diegend, den Weg zu seiner Mutter einschlagen wollte, geilen sie ihm, ein wenig weiter mit ihnen zu gehen und Men, sie wollten ihm ein Geschenk für feine Mutter mit- gkben. Er ging mit, wie es ihm schien, einen recht langen und daun nahmen sie ihn in eine leerstehende Scheune, Woflen die Thür und behielten ihn dort, bis es vollständig Wei war, dann trugen sie ihn bis zum Schloß, weil er 'den Weg im Dunkeln nicht fand, und steckten ihn durch eine ^lchvochei.e Fensterscheibe, ihm befehlend, die Thür, die sich Acht bei ihm befände, von innen zu öffnen, mit ber Drohung, N/ wenn er sich dessen weigere, sie ihn für immer im Amseln belassen würden. Das war alles, was das Kind aussagte, und man konnte Alix am 21. ds. eine Luncheon-Parshie nach Verdala-Palace, der Sommerresidenz des Gouverneurs, welcher hierzu ein- hirfdie, der Garten- uti :ebt, sucht Stelle. ir Exped. d. Bl. raver Junge al? fynti bei Mab. Seffersweg i Wie W * eleganter kliideu Ml uart- * -r7e gli K°-> V .blio‘h — Gestern Abend strandete ein französisches Tor yebob oot aus einer Sandbank bei Costa de Mira (Portugal). Die Mannschaft wnrde gerettet. Man hofft, daö Torpedoboot wieder Hott zn machen. Paris, 26. Februar. Der boulangistische Deputirte Lcvcillc hielt in LimogeS bei einem Punsch der Por zellan- Ar beiter eine Rede, in der er sagte, die Boulangisten seien für die Arbeiterklassen im Kampfe gegen die Bourgoisic und die Capitalisten. St. Etienne, 26. Februar. Wegen der Entlassung eines bei den Arbeitern beliebten Jngenienrs sand gestern in den Gruben von Jcmon eine t h e i l w e i.s e A r b e i t s e i n st e l l u n g statt. Rom, 26. Februar. In Roccadipapa wurden vorgestern, 8 Uhr 50 Min. Abends, wiederholte Erderschütterungen verspürt. — Die „Agenzia Stefani" veröffentlicht eine Note, welche die Nachricht eines neapolitanischen Blattes dem en tirt, wonach Menclik eine Protestnote gegen Italien an die Mächte gerichtet hätte. Die Nachricht scheine dadurch veranlaßt worden zn sein, daß Menelik seine Thronbesteigung den Mächten direct anzeigte, weil er damals keinen osficiellen Vertreter Italiens zur Seite hatte. Die italienische Regierung habe unter Berücksichtigung der damaligen Verhältnisse erklärt, daß künftighin derartige Mittheilungen aus Grund der Verpflichtungen Meneliks nur durch Vermittelung der italienischen Negierung erfolgen könnten. Palermo, 26. Februar. Zwischen Ticarazzelli und Palermo erstiegen vier Individuen den Gepäckwagen deS Eisenbahnzuges, knebelten zwei Beamte und raubten 8000 FrcS. Baargeld und Gepäck im VersicheruugLwerthe von 4000 FrcS., worauf sie entflohen. Es sind schon zahlreiche Verhaftungen erfolgt. Stockholm, 26. Februar. In der heutigen Sitzung des Reichstags, in welcher daö Gutachten des Steuerausschusses betreffs der Kündigung bei* Handelsverträge vorgelegt wurde, erklärte der Staatsminister, er sei überzeugt, daß die Verlängerung der jetzigen Handelsverträge nicht an- gänglich sei. Der lebhafte Wunsch deö Reichstags, den Text der Verträge während der jetzigen Verhältnisse ohne Verabredung mit fremden Mächten zu bestimmen, sei erklärlich. Trotzdem sei der vom Ausschüsse vorgeschlagcne Zeitpunkt für die Kündigung bedenklich. Der Minister des Auswärtigen führte aus, daß kein Grund vorhanden sei, den französischen Handelsvertrag vor 1891 zu kündigen. Es könnte nämlich der Fall eintreten, daß Norwegen diesen Vertrag nicht kündigte, was für den Export Schwedens hemmend wäre. Wegen der Kündigung des Vertrages in Bezug aus Schweden- Norwegen wolle er gern unterhandeln. Die erste Kammer beschloß mit 83 gegen 46 Stimmen ein Schreiben an die Regierung zu senden, worin diese ersucht wird, die Handelsverträge mit Frankreich und Spanien zu kündigen, so daß dieselben am 1. Februar 1892 zu bestehen aushören. Die zweite Kammer beschloß mit 148 gegen 98 Stimmen dasselbe Schreiben an die Negierung zu richten. Madrid, 26. Februar. General Chinchilla wurde zum Generalcapitän von Cuba ernannt. Sofia, 26. Februar. Der Geburtstag des Fürsten würbe heute sestlich begangen. Konstantinopel, 26. Februar. Die „Agence Constan- tinople" bezeichnet bie Melbung, baß bie Cholera in Persien ausgebrochen sei, aus Grunb ber Informationen beö hiesigen Sanitätsrarhes als unbegrünbet. Aus Verlangen PersienS, bie Quarantäne aufzuheben', veranstaltete ber Sanitätsrath eine Enquete, welche ergab, baß bie Cholera in Persien nicht ausgebrochen, mithin keine Noth- wcnbigkcit zu Maßregeln gegen bie persischen Provenienzen vorhanben sei. Athen, 26. Februar. Der Kronprinz von Italien besuchte ben König unb empfing besten Gegenbesuch, sowie den Besuch bes Kronprinzen unb bes Prinzen Georg unb binirte später im königlichen Schlosse. Der König verlieh bem Kronprinzen von Italien ben Großcorbon bes Erlöser- orbens. Washington, 26. Februar. Harolb Sewell würbe zum Generalconsul in Apia ernannt. würben, baß mit Ausnahme ihrer eigenen Wohnungen nur biese brei Räumlichkeiten benutzt werben würben. Er sagte ihnen, baß von biesem Tage an Weber Mann noch Weib ihn sehen solle, unb ihnen ein gclabenes Pistol mit boppeltem Laus zeigenb, setzte er hinzu, baß eine Kugel für Denjenigen bestimmt sei, ber es wagen würbe, einzubringen ober sein Gesicht zu sehen; bie anbere Kugel würbe er bann aus sich selbst richten. In biesen brei Gemächern wollte er für sich leben, sagte er, unb Thüren wollte er anbringen lassen, bnrch welche kein neugieriges Auge bringen, unb Schlösser, bie keine Hanb als seine eigene zu öffnen verstäube, ben Rest seiner Befehle würbe er schriftlich geben, nachbem bie übrigen Diener entlassen seien. So mit einem Male begann bieses traurige Dasein schmerzhaftester Einsamkeit unb obgleich seit jenem Tage Niemanb mehr ben jungen Edelmann von Angesicht zu Angesicht gesehen, unb obgleich er sein Geheimniß Niemanb an- verlraute, würbe es boch verrathen, unb bie Stille bes geflüsterten Wortes war Schrecken. Es herrschte kein Zweifel, eine furchtbare, schleichenbe Krankheit fraß an seinem Leben, unb mußte vor allem bie Schönheit seines Antlitzes, aus welches er ja stets so empfinblich stolz war, zerstören. Jahr aus Jahr verfloß in bieser schreckhaften Oebe. In diese Zimmer sammelte er um sich alles, waö fähig war, solch ein Leben erträglich zu machen, unb schmückte die Wänbe mit ben au»gezeichnetsten Gemälben erster Künstler. (Schluß folgt.) — Der Finanzausschuß deö Senats befürwortet eine Vorlage, bctr. die Ermächtigung des Schatzsecretärö zum Ankauf von Gold- und Silberbarren und zur Ausgabe von ; Schatznoten zur Bezahlung derselben. Rewyork, 26. Februar. Zufolge der letzten Nachrichten aus Arizona ist der Menschenverlnst bei dem Da mm brach von Preßcott aus 150 zu beziffern. Locales und provinzielles. Gießen, 27. Februar. Der Laudeöausschuß der nationalliberalen Partei im Großherzogthum Hessen zu Darmstadt erließ mit dem Datum deS 24. Februar folgende, in ober- hessischen Blättern als Inserat veröffentlichte Bekanntmachung: Der am 23. Febrnar d. I. in Frankfurt a. M. versammelte Landesausschuß der nationalliberalen Partei im Großherzogthum Hessen hat beschloßen, daß angesichts des Umstandes, daß in den Reichstagswahlkreisen Gießen Nidda und Alsfeld-Lauterbach- Schotten antisemitische Kandidaten in die Stichwahl kommen, die nationalliberalen Wähler aufgefordert werden sollen, unter keinen Umständen für die antisemitischen Candidaten zu stimmen. In Gemäßheit dieses Beschlusses, fordern wir unsere Partei- genoffen auf, in der Stichwahl unter keinen Umständen für den antisemitischen Candidaten zu stimmen. — Wir erhielten folgende Zuschrift: Wie häßlich es ist, in Böckel'scher Weise gegen alle Israeliten zu Hetzen, kann man an unzähligen Beispielen nachweiscu. Hier aus ber allerletzt vergangenen Zeit nur zwei. War es nicht erst vor wenigen Tagen ber einzige Sohn israelitischer Eltern in Friedberg, ber bei bem vielbesprochenen Ungück ans bem Teich bei Nauheim muthig sein Leben einsetzte, um bie Tochter christlicher Eltern unb einen ev. Psarr- amtöeanbibaten vom Tobe zu erretten, unb ber bei biesem Versuche sein eigenes Leben verlor! Jeder kann sich selbst sagen, waö bie unglücklichen Eltern bieses jungen Mannes fühlen, wenn sie sich sagen müssen: unser Sohn opferte sich, um bas Leben zweier Christen zu retten, unb babei wirb Haß unb Verachtung gegen uns geprebigt. In einer Gemeinbe bei Gießen ist bie Frau eines ber wohlhabenbsteu Lanbwirthe sehr schwer erkrankt unb bebars ber unermüblichsten Pflege bei Tag unb Nacht. Die Kinder des Hauses sind noch klein. Hilfe am Krankenbett thut dringend noch. Der Hausherr eilt nach Gießen in der Hoffnung, für Geld unb gute Worte bort eine Diaeonissin zur Pflege für feine Frau zu erhalten. Aber unverrichteter Sache mußte er zurückkehren. Da fällt ihm ein, baß die Tochter feines früheren Nachbars, eines verstorbenen israelitischen Handelsmannes, sich sehr geschickt unb gewissenhaft in ber Pflege ihrer eigenen Mutter erwiesen habe. Die Betreffenbe hielt sich nun aber zur Zeit bei wohl- situirten Verwandten in Frankfurt a. M. aus. An biese wanble man sich nun in biesen Tagen. Unb siehe ba, ohne Verzug hat bie Betreffenbe ihren angenehmen Aufenthalt unterbrochen unb opsersrenbig bie Pflege ber Kranken übernommen. Was wäre es nun, wenn die Angehörigen der kranken Frau mit Böckel aus die Juden schimpfen und schmähen wollten? Sch. EIL Die gestrige Jahresversammlung des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege war gut besucht; auch bie Spitzen ber staatlichen unb stäbtischen Verwaltungsbehörden beehrten bieselbe mit ihrer Gegenwart. In ber einleitenden Ansprache wies ber Vorsitzenbe baraus hin, baß vor Allem persönliche Fürsorge nöthig ist, um ben Leiben, bie Wir in unserem Verein bekämpfen, wirksam entgegen zu treten. Das bloße Almosen- unb Unterstützunggewähren thnts nicht, sonbern bie persönliche Theilnahme an bem Geschick ber Pflegebefohlenen. Nicht ganz mit Unrecht hat man uns, wie aller Armenpflege, vorgewarfen: je mehr ihr gewährt, um so begehrlicher werben bie Leute - bas ist leiber zum Theil richtig, verschämte Arme gibt es nicht gar viele. ^)as bars uns aber nicht muthlos machen, sonbern muß uns ausfordern, das Element persönlicher Einwirkung stärker hervorzukehren, erst dadurch gewinnt man das Vertrauen der Armen, wenn sie sehen, daß man nicht blos eine Zahl-Maschine ist, sondern persönlichen Antheil nimmt an ihrem Ergehen. Dann ist es auch viel eher möglich, den Leuten zu Helsen. Auch in ber stäbtischen Armenpflege wirb ja, wie zu hoffen steht, sich diese Thatsache in Bälbe Anerkennung verschaffen. Zum Jahresbericht übergehenb, erwähnen wir aus dem- selben nur bas Wesentlichste, ba berselbe in ben nächsten Tagen biesem Blatte beigelegt werben wirb. In ber Armenpslege würben unterstützt 229 Familien unb einzelne Personen (gegen 205 im Vorjahre) in 1150 Fällen mit einem Auswanb von inögesammt 4039.93 Mk. (gegen 3052.84 Mk. im Vorjahre); darunter befinden sich u. A. 908 Ctr. Kohlen, 5646 Ltr. Milch, für 170 Mk. Wein, für Badekuren 435 Mk., an baoren Vorlagen 1542 Mk. In ber Krankenpflege (Gemeinbe unb privat) pflegten unsere Schwestern, bie ganzen, halben unb Viertel-Tage zusammengerechnet, in 805 Tagen - außerbem machten sie gegen 5000 kürzere Pflegebesuche, leisteten 566 Nachtwachen unb 740 Massagen. Die Krippe hatte 4078 Pflegetage (gegen 3200 in 1888). Das Mieths- Patronat, bas unser Verein seit 1. April 1888 nach Erwerb bes Hauses Kirchenplatz 2 auöübt, bezweckt, wie schon in früheren Berichten bemerkt, nach bem Vorgänge ber Qctavia Hill in Lonbon unb ber Übertragung aus.Heutsche Verhältnisse in Darmstabt, lebiglich bie Herstellung von Nein- lichkeit unb Qrbnung in ben Häusern, bie schon von Armen bewohnt werben. Die Miethe wirb allsonntäglich erhoben, ohne baß sich babei bis jetzt irgenb eine Schwierigkeit herausgestellt hat; bic Betreffenben empfiuben biese Zahlungsweise als eine große Erleichterung. Auch bas finanzielle Ergebniß ist günstig, so baß vielleicht im nächsten Jahre eine kleine Herabsetzung beS Miethpreiseö eintreten kann. Herr Metzger- meister I. Klein hat sich in bankenSwerther Weise ber betreffenben Pflegschaft unterzogen. Auch ein neues Unternehmen bes Vereins ist die Näh- unb Flickschule, bie unter ber Leitung ber Frau Provinzialbirector v. Gag er n seit November vor. IS. eröffnet ist. Die Zahl ber Theil behmer betrug am Schluß des Jahres etwa 30 Mädchen, nimmt aber immer noch zu, fo daß ber Saal im Schwesternhaus verlassen unb ber sreunblichst zur Verfügung gestellte Saal im alten Nachhause bezogen werben mußte, in bem sich bie Mäbchen jeben Freitag von 6—8 Uhr versammeln. Leiber ist bagegen ber Arbeits nachweis noch nicht genügenb organisirt. Die Einnahmen betreffenb, so befinben sich barunter 3522 Mk. an feften Mitglieberbeiträgen. Diese reichen jeboch nicht aus, um bie lausenden Unterstützungen zu gewähren- ist ber höhere Betrag berselben auch zum Theil baburch veranlaßt, baß bic Kohlenpreise so bebeutenb in bie Höhe gegangen finb, so sollten bie Bewohner unserer Stadt boch auch bedenken, baß ber Hausbettel gegen früher bebeutenb abgenommen hat unb Wohl noch mehr abnehmen mürbe, wenn ber Verein mehr Einnahmen hätte- größere Mitglieder- beiträge, wie sie in Darmstabt Vorkommen, zum Theil mit 100 Mk., gibt es hier nicht, sondern nur etwa 5 von 10 Mk., bic meisten anbereit Mitglieber entrichten nur ben statutenmäßigen Beitrag von 2 Mk. im Jahre. Darum aus, ihr besser fituirten Bewohner Gießens, tretet zahlreicher bem Vereine bei unb vergrößert, soweit ihr bazu im Staube seid, euren Jahresbeitrag. Unter ben Einnahmen befinben sich weiter u. A. ein Geschenk bes Volksbilbungsvereins bei feiner Auflösung von 120 Mk., Stiftungszinsen von ber Stabt im Betrage von 306 Mk., ber Zuschuß ber Stabt von 1000 Mk., ein Geschenk ber Spar- unb Leihkasse von 1000 Mk., Einnahme ber Krippe 554 Mk. (Die Pflege wirb nicht unentgeltlich erthcilt, sonbern es ist ein Kostgelb von 15 Psg. pro Tag zu entrichten). Dankopfer 1099 Mk.- Miethe für brei- viertel Jahre 807 Mk. - insgesammt betrugen bie Einnahmen 25 358 Mk. Unter ben Ausgaben finb hervorzuheben, wie schon erwähnt, 4064 Mk. für bie Armenpflege, für bie Kranken pflege 5475 Mk., für d'c Krippe 684 Mk., Ankauf bei Hauses am Kirchenplatz 8000 Mk. (6000 Mk. stehen noch als Hypothek auf bemselben), insgesammt 25,328 Mk. Dem Rechner, Herrn August Mayer, würbe barauf Entlastung ertheilt unb ihm für seine mühevolle Arbeit ber Dank ber Versammlung ausgesprochen. Schließlich würbe noch von Herrn Provinzialbirector Frhr. v. Gngern bem Vorstanbe zur Erwägung gestellt, ob ber Verein nicht, anstatt etwa später noch ein weiteres HauS zur Ausbehnung bes Miethsgebrauches zu kaufen, etwa Haupt miether werben unb bie betreffenden Häuser weiter vermiethen könne. Es sei dann eher möglich, Einfluß auf eine größere Zahl von Familien zu gewinnen. Auch Herr Bürgermeister Gnauth verhielt sich aus eine diesbezügliche Frage gegen diesen Gedanken nicht ablehnend. — Die mündliche Prüfung der zehn Abiturienten deS Realgymnasiums finbet Freitag ben 28. bs., von Nachmittags 2 Uhr an statt. — Achtzehntes Lahnthal - Sängerbund - Fest. Die Vereine „Lieberkranz" unb „Sängcrkranz" haben, in Anbetracht ber enormen Kosten für Erbauung einer großen Halle, von ihren Wünschen abgesehen, unb ihre Mitwirkung vollzählig unb freubig zugesagt. vermischtes. * Berlin, 26. Februar. 7 031 460 Stimmen finb am 20. Februar nach vorläufiger Festsetzung für bie Eandibaten aller Parteien im Reichsgebiete abgegeben worben. Es entfallen hiervon auf bie Conservativen 919 646, Freiconser- vativen 457 936, Nationalliberalen 1169 112, auf bie Freisinnigen 1161 839, Centrum unb Welsen 1 420 438, Socialbemokratie 1 341 587, Volkspartei 131 438, Polen 245 852, Elsaß-Lothringer 100 479, Wilbe 97 109. * Berliner Blätter berichten: Im ersten Wahlkreise hat der Reichskanzler Fürst Bismarck am Nachmittag um 4 Uhr sein Wahlrecht ausgeübt. In geschlossenem Wagen fuhr er am Portal III des Herrenhauses vor. Der Fürst, ber bie Kürasfierunisorm mit der Dienstmütze trug, sah überaus wohl und rüstig aus. Als er elastischen Schrittes dem Wagen entstiegen war, trat ihm ein mit Orden reich geschmückter Zettelvertheiler entgegen und reichte bem Kanzler einen Stimmzettel. Fürst Bismarck sah benselben prüsenb an und bemerkte: „Ist bas auch der conservative?" Dann faltete er den Zettel sorgfältig zusammen und schritt in strammer, aufrechter Haltung über den Hof nach bem Restaurationösaale bes Herrenhauses, welcher als Wahllocal biente. Der Versuch eines freisinnigen Zettelverthcilers, welcher einen Stimmzettel mit Trägers Namen bem Fürsten anbot, blieb ohne Erfolg. verkehr, LanS» und volkswtrthschaft. Limburg, 26 Februar. (Fruchtmarkt). Rother Weizen jtU 16.95, weiße, Weizen JL 16 80, Korn .,tt 13 65, Gerste JL 12 20, Hafer v* 8 35 Erbsen JL 00.00, Kartoffeln JL 0.00. Frankfurt, 26. Februar Erbsen ganze per Pfd 14—18 do. gelchälle 16—20 H, Linsen 15—25 weiße Bohnen 16—26 Ä, g'lbe Karioffeln per Gescheid 14—16 rothe Kartoffeln per Gescheid 12—14 H, Butter per Pfd. 1,00 -1,10 Eier das Stück 5—6 Blumenkohl 30- 60 Weißkraut das stüd 10-20 Rothkraut 15-30 Wil sing 10-12 _____ Ganzfeid bebruefn Foulards ©iE 1.99 bis 6.25 pr. Met- — vei s roben- und stückweise porto- und zoll» frei ins Haus bn§ Seidenfablik-D' pöt G. Henneberg (i? u- K. Hoflies.) 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Freikag Abend 5U Ubr, Samstag Vormittag 880 Uhr, SamStaß Nachmittag 3*° Uhr, Samstag Abend 680 Uhr im Ku, Mg gestellt, ob btr t» weiteres Haus zm lufen, etwa Häupter weiter vemietha ch aus eine grötzm Herr BiirgermeP« ^gliche Frage gegtr ihn Abiturienten n 28. ds., von Nch 'n i *<*r* s* tatbw,M ^rum auf ;i » Phlr-ich^ * fcMn'; -.7 bet Stabt d Dlllbt 6»n 1000$, ’ -°°° 91, ® ?,tb "ich",» " E>hk tüt btt- “9™ d'-Eimah» ri“76en, roit ' f“r di- Stankt ‘ 8nfto[ 0 stehn, noi t 25,328 M!, !>tt, tombe batti ttütjebode Arbeit b« d -Fest. Die tet nz" haben, in j einer großen Halle e Mitwirkung vo! ■n öiuit? 9M Z Wei?, 15 noch J' Hii» 50 Stimmen sind tu g sür die ßanbibaitr. en worden. Es tut 919646, Freimsn- >9112, aus die Frei- Welsen 1 420438, rtei 131438, W M 97109. ersten Wahlkreise ha! 'a^mittag m 4 Uh> enetn W *" Der Fürst, d-r 1« sah überaus wt Mtes dem W >en reich geschah dem tSartjter M eiben priiftnö an * ,;De?" Dann sam d schritt in str°«» bemNatttaWig "at biente. weich-t einen®* iten anbot, bl.eb 4 Gerste * 16 ■W- * 14-11 j he ^artfvg&d 5-6j r-L-S Bliest Bekanntmachung. Mittwoch den S. März d. I., Nachmittags 5 Uhr, wird im Main-Weser-Bahnhofe dahier eine Grube Dünger unter den bei der Versteigerung bekannt gemachten Bedingungen öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 27. Februar 1890. 1699 Königliche Eisenbahn-Station. Bau der Zellmstras- anstalt Butzbach. Schriftliche Angebote für die Lieferung von Feldbrand- und Ofenbrandbacksteinen, sowie für die Herstellung eines Theiles des Bedarfs an Feldbrandbacksteinen auf der Baustelle werden hiermit bis zum Mittwoch den 12. Msrz d. I., Vormittags tl Uhr, erbeten. Die Angebote können für jeden beliebigen Th eil der Lieferung gestellt werden. Der Be- b«arf beträgt in den Jahren 1890 und 1891: 2605000 HintermauerungS- steine erster Sorte und 217500 zur Verblendung von Gebäudeansichten g eeigneten Ofenbrandbacksteinen. Bis zu derselben Zeit werden Angebote für die Anfuhr von Backsteinen rwm Bahnhof Butzbach zur Baustelle Md für das Auffetzen von 15000 Kubikmeter Mauersteinen erbeten Butzbach, den 21. Februar 1890. Großh. Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach. von Riefel. 1536 Holzversteigerung. Saw-tag den 1. März er., Nachmittags 3 Uhr Men die Ausputzreiser in der Südanlage, Ostanlage, Friedhofsanlage und am Steinbergerweg öffentlich ver- fteiflert werden. Zusammenkunft am Neuenwegerthor. Gießen, den 27. Februar 1890. @ roßherzogliche Bürgermeisterei Gießen Gnauth 1725 Iiimierverfleigerung. SamStag den 1. März er,, Vormittags 11 Uhr werden die Kaldaunenabgäi.ge pro März sowie eine Grube Mist aus beit Schlachthausanlage im Verwaltungsgebäude daselbst öffentlich ver- steiigert. Gießen, den 27. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 1716 Holz-Versteigerung. Dien-tag den 4. und Frei- ta g den 7. März, Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen im Albacher Gemein de mald, Dffiricten kieuzholz und Mühlberg, folgende Hodzsorten versteigert werden: A. Bau- und Nutzholz: 90 Eichenstämme von 20 bis 40 cm Durchmesser, 4 bis 14 Meter Länge = 40,36 fm, 370 Nadelstämme von 14 bis 40 cm Durchmesser, 8 bis 20 Meter Länge — 140 fm, 360 Derbstangen von 8 bis 14 cm Durchmesser, 8 bis 14 Meter Länge — 22,30 fm, 60 Nadel - Reisigstangen von 6 bis 8 cm Durchmesser, 8 bis 12 Holzversteigerung im Iürstiichen Hchutzbkjirk Fangsdorf. Montag den 3. März d. I., Morgens 10 Uhr, sollen in obigem Bezirk: 1 Eichen-Schnittholzstamm = 1,34 fm, 12 Eichen, Schwellen- und Wagnerholz = 7 fm, t Linde = 0,55 fm, 11 Buchen-Stämme von 88—49 cm Durchm. — 9,14 fm, 3 Fichten von 5 m Länge = 2,33 fm, 539 Fichten-Stangen, zu Latten, Leiterbäumen und dergl. geeignet, sowie gleichzeitig je nach der Nummernfolge: 76 Raummeter Buchen-Scheitholz, 163 „ Eichen- und Buchen-Prügelholz, 362 „ Buchen-Reiser, 61 „ Buchen-Stockholz, . 1 Eichen-Stock, zum Ambos geeignet, öffentlich verkauft werden. — Zusammenkunft am Langsdorf—Nonnen- rother Weg. Hungen, den 25. Februar 1890. Fürstliches Rentamt. Demme. 1669 Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 3 März 1890, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Hochwart, Oberwald, Faulerboden und Bruderwinter nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A Bau-, Werk- und Nutzholz. 101 Eichenstämme mit 22,57 Festmtr., 2 Eichenstangen mit 0,19 Festmtr., 42 Nadelstämme mit 12,89 Festmtr., 79 Fichtenderbstangen mit 4,47 Fm., 128 Fichtenreisstangen 3,15 Festmtr., B. Brennholz. Echeith. Prügelh. Stockh. RetSH. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Eichen- 36,0 78,8 37,5 3610 Buchen- 46,0 79,9 20,0 2220 Nadel- 42,0 74,0 19,0 1835 Aspen- 4,0 — — 2280 Linden 3,0 — — — Die Zusammenkunft ist am Lumpenmannsbrunnen. Gießen, am 25. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 1657 Versteigerung von Maschinen und Geräthen zur Schuhsabrikation- Montag -en 3. Mürz. Nachmittags 2 Uhr, werden Sonnenftraße 5 die im Concurs Grünebaum vorhandenen, »um größten Theil sehr gut erhaltenen Maschinen und Geräthe rc., als: Stan;-- Walz-, Ritz-, Schärf-, Spalt-, Durchnäh-, Absatzaufnagel- , Halbdoppel - Maschine, Nähmaschinen, Stanzmesser, Zwickfiän der, Leisten, Werktische, Handwagen, Decimalwaage, Kunstleder, Schäften, angefangene Schuhe, Knöpfe, Stepp- garn, Lederlack u. s. w versteigert. F. Hoffmann, 1619 Concursoerwalter- Aeikgeöotenes. la. Schellfische, Cabliau, Hecht, Zander, gew. Stockfische, Seezungen, Steinbutten, ger. Bücklinge, 6 $ pr. Stück, ger. ächte Kieler Sprotten, 50 und 60 H pr. Pfd-, ger. Lachs, Helgol. Hummer, Oel-Sardinen, Rollmöpse, Sardinen, grobk. mild. Caoiar, Bismarck-Häringe, Ostsee-Delic.-Häringe, diverse feine Käse, Goth, und Franks. Würste, la. Mastgeflügel, lebend und geschlachtet, in C. G. Kleinhenns [1715 Delicatessen-, Fisch- und Gtflügel-Handlg., Bahnhofstraße 59. Preise sehr billig, Qualität nur prima. 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Jnderihal Neuenweg 39. , 1712] Ich suche per 1. April ein ordentliches Mädchen, welches in Küche und Hausarbeit erfahren ist- ___E Ketz, Lonnenstraße 12. 17051 Lehrling gesucht. I. Vogel, Lackirer, Fiügelsaasse L. 1710] Ein junger lediger Bursche, der Gartenarbeit verü bt, als Hausdiener gesucht durch Wilhelm Krämer, Lud- wigsstraße 24. _____________________ Belbeilieungr» Geschäftsmann wü^ scht sich an einem rent. Geschäft mit glößerem Capital zu betheiligen. Solche, welche das Capital sicher stellen können, erhalten den Vorzug Offerten unter R. N. 124 an die Exped. dieses Blattes. Discretion zug-'sichert._____________[1656 Buchbinder- und” Cartonagen-Arbeiten werden sauber und billigst angefertigt in der Buchbinderei von 1625 R. Scdmidt, Marktstraße 27. Ein zuoerlä'si^es Dienstmädchen nach auswärts gesucht 1615] Decker, Sonnenstraße 6. Giessener Concertverein. Viertes Concert am Sonntag den 2. März 1890,5 Uhr Abends im grossen Saale des Gesellschaftsvereine. Ausführende: Frau Uzielll (Sopran), Frau Hahn (Alt), Herr Dr Gunz (Tenor), Herr Dr. Krükl (Bass1 und Herr Uzielll (Pianoforte), sämmtlich aus Frankfurt a. M. Programm. 1 Spanisches Liederspiel op. 74, für eine und mehrere Stimmen von R. Schumann. 2. a) Etüde / für l „ Paganini- b) VariationsJ Piano-( Schumann, brillantes) forte ( „ F, Chopin. 3. Duette für Sopran und Tenor: a) „Ange adorable“ aus „Romeo et Juliette“ „ Ch. Gounod. b) „Unter’m Fenster“ „ R.Schumann. 4. Paraphrase de Concert aus „Die Fledermaus“ „ Ed. Schütt. 5. Zigeunerlieder für vier Singstimmen „ Joh. Brahms. ------ [1650 Der Concertflügel von Blüthner ist aus dem Lager des Herrn W Rudolph. Eintrittskarten zu JL 2.50 (Sperrsitz JL 3.5h), Liedertexte zu 10 sind in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) zu haben. 1723] 2 i. Ärbriter finden dauernde Beschäftigung A. Zufall, Marktstr. 7. Ihl3] Gebrauchter leichter Fahrstuhl zu kaufen gesucht. Offerten unter F. an die Exped. d^ Bl.__ 1472] Zur Aushülfe wird auf einige Wochen ein solider, tüchtiger Schlofier« geselle gesucht. Näheres za erfragen in der Expedition dieses Blattes.____ Für Schäfer! Wegen Sterbfall wird ron der Schaferei- gesellschaft zu Mainzlar ein tüchtiger Schäfer auf sofort g sucht. 1631______• Schwalb, Schafmeister. 1616] Gin Kellner gesamt. ' ____________________Hotel Lenz. 1667] Suche zu Ostern einen braven Jungen als Lehrling. Carl Berg, Sckuhmachermeister. 1678] Gesucht wird ein Mädchen, welches gut bürgerlich kochen kann, auf sofort oder später in einen kleinen Haushalt gegen guten Lohn durch Vermieth- frau Müller, Löwengasse._____________ Gesucht auf sogleich ein tüchtiges gewandte» Mädchen für Küche und Hausarbeit von ss-rau Profefior Birnbaum, 1286] Alicestratze II II. 1714] Eine Scheuer oder sonstiger großer bedeckter Lagerraum zu mietben gesucht. Von wem? sagt die Erp, o. Bl. - I Ankauf alter Bücher u. Bilderwerke. B Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bucher erbittet die [579 BH J. Rick er sehe Buchhandlung H Giessen. 22 Neuenweg 22. An« und Berkaus von: Möbeln, Betten, Kleidern Haus- haltungsgegenständen, Gold- und Sil er- sachen. Kupfer, Zinn, Mrssing, Blei, ^ink, E'sen und alten Oefen, alterthümlichem Porzellan, Münzen, alten Büchern, Papier und Acten zum Einstampfen, Flaschen u. a. gebrauchten Gegenständen. Neuenweg 2 2. [331 Zur Stichwahl! Allen den Bürger», welche am 20. Februar ihre Stimmen mir gegeben baden, hiermit meinen herzlichsten Dank. Zugleich erlaube ich mir die dringende Bitte an Sie zu richten, am Tage der Stichwahl Alle Man» für Mann Ihre Stimme Herrn Dr*. Gutfleisch, dem Candidaten der deutschfreisinniqen Partei, zu geben mit der Devise: Nieder mit dem Antisemiten Bocket! welcher für das Ausnahmegesetz gestimmt. Achtungsvoll KaH Orbig9 1658 Kandidat der Socialdemokratie für den 1. Hess. Wahlkreis. Ausverkauf. = Durch Erweiterung meines Arbeiter-Confecttons Geschäftes habe ich mich ent- schloffen, einen Theil meiner eWT Schnittwaaren. auszugeben und einem Ausverkauf zu unterwerfen. Es bietet sich hier einem verehr!. Publikum, speciell Landleuten und Arbeitern, günstige Gelegenheit, den Bedarf an Schnittwaaren für täglich benöthigte Kleidungsstücke, Bettzeugen rc zu außerordentlich billige» Preisen zu decken- Außerdem verfehle ich nicht, mein Lager in Arbeiterkleidern — in großer Auswahl und solider dauerhafter Arbeit zu billigen Preisen in empfehlende Erinnerung ju bringen 169, Robert Stuhl, lleuiköl 23. Stimmzettel aus bm Namen des Herrn Dr. Gutfleisch lautend, sind an jedem Wahl local zu haben, leg» Das freisinnige Wahleomitv. Der Nähabend im Saale de- alten Nathhauses wird diesmal statt Freitag- Samstag Abend von 6 bi- 8 Uhr 1724 gehalten. I. A.: Schlosser. sieschüfls-Vertegung Mein Geschäft befindet sich jetzt in meinem Hause 3KF* Bahnhofstraste 29 i572 Ä. Fangmann. Best. z. Berg-Bräu, Sonnenstrasse 14. Heute Donnerstag den 27. Februar, Abends 8 Ahr: Grosses Concerl der bestrenommirten Variete-Gesellschaft Jos Weih (3 Damen, 2 Herren). 3W®T Entree frei 1709 Es ladet ergebenst ein Die Gesellschaft Die Loeflund’schen Kinder - Nährmittel aus Alpenmilch sind den Altersstufen genau angepasst und enthalten die beste Alpenmilch in der für das Verdauungs- Vermögen der Kinder und für ihre Entwicklung zuträglichsten Form. Schwerverdauliche, geringe Mehlstoffe, Rübenzucker und ähnliche Zusätze sind dabei ganz ausgeschlossen und geben sich die Vortheile solcher Nahrung aus deren Geschmack und Wirkung leicht zu erkennen, worüber sich jede Mutter selbst ein Urtheil bilden kann. Peptonisirte Kindermilch für Säuglinge in den ersten Monaten. — Mk. 1 20 per Büchse. Peptonisirter Milchzwieback vom vierten Monat an. Mk. 1.— per Büchse. Sterilisirte Alpenmilch (soxhiet-Miich) ^rd jeden Alters. — 65 Pfg. per Büchse. In allen Apotheken zu haben: in dringenden Fällen auch direct von der Gesellschaft für Fabrikation diätetischer Produchte Ed. Eoeflund ä Co. in Stuttgart. 1718 ^«llllllllft Von Autoritäten empfoStlen. j| Bairischer Hof (J Thoma), Bahnhofstr. 43. Heute, Donner-tag Abend 8 Uhr: GROSSES CONCERT Wermielhungen. 1696] Der untere Stock, vier Zimmer, Cabtnet und Zubehör, per 1. Juni zu vermiethen. Aosef Herz, Neuen Baue 25. der Sänger - Gesellschaft Familie Müller 1721 Todes-Anzeige 1469] SelterSlveg. im Namen der Hinterbliebenen: Gießen, den 27. Februar 1890 1717 Bahnhofstrasse 53, aus statt. 1711 102 30 Tendenz: fest. Telegraphischer KourSbericht der Berliner Börse vom 27. Februar 1890, 176101 DtSconto-Lom.-AntheUr Um stilles Beileid bitten 1719 miethen Kirchenplatz 4 104. Rcbfldlon: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. »arperer )stpreußev 37009 19325 166.00 135 40 3649 17850 158.60 8880 236.66 23225 8680 193.40 233.10 165 60 162 20 179.40 274 75 108.25 192.50 115 00 88.70 93.50 7610 6830 Oesterr. Credttactien Oesterr. Staatsbahn-Actieu Dortmunder Union-Actien Darmstädter Bankactien 169.401 Bochumer Gußstahlactteu Tendenz: fest. 9675 103.40 106 25 Oesterr. Silberrente 10230 Rufs. Orient III. Für all die vielen Beweise herzlicher Theilnahme an dem uns betroffenen unersetzlich schweren Verluste, sowie für die überaus reichen Blumenspenden, sprechen wir hiermit unseren tiefgefühltesten Dank aus. Besonderen Dank Herrn Pfarrer D ingel- b e t) .für seine trostvoll rühr enden Worte und dem Veteranenverein für seine vollzählige Betheiligung Die Beerdigung findet Freitag den 28. d. Mts., Nachm 3 Uhr, vom Sterbehause, Schmerzerfüllt mache ich Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, dass meine innigstgeliebte, unvergessliche Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante DiSconto-Comm- Darmstädter Bank-Act Dresdener Bank-Act. Berliner Handelsges. Oesterr. Credit-Act. Wiener Bankoeretns-Act. Oesterr. Staatsbahn Lombard. Eisenbahn Glise Weber nebst Kindern, Val. Weber, Heinr. Weber. (3 Damen und 3 Herren). ™ Entree frei ■■ Buschtherader Elbethal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordoft „ West Gelsenkirchener Ver. Kön.- und Laurahütte-Act. Oesterr. Alpine-Montan 1703] Möbltrtes Zimmer mit oder ohne Pension vom 1. Marz zu vermiethen. Weidengasse 1, 2. Stock. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 107.20 4 pCt. Ungar. Goldrente Schutzmann Ochs und Familie Gießen, den 27. Februar 1890. der tiefgebeugte Gatte August Noll II Giessen und Katzenelnbogen, den 26. Februar 1890. !Weisswaaren- und Ausstattungs-Artikel! 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Wcbtt. sst und enthalten t las Verdauungs- S zuträglichsten - ubenzucker und i 1 und geben sich ■ -k und Wirkung : Blbst ein Urtheil ' eizen-Extract, - Inge in den ersten ? ntwöhnte Kinder II vierten Monat an || ra , x für Kranke £ ‘"J und Kinder ■ den Fallen auch I x diätetischer I luttgart. 17181 v ■?*!' 001 lD™'3Cn Sßoct>en 1,1 zwei oberhesslschen Wahlkreisen die Thatsache kund wurde, daß daselbst ein Antisemit für den Reichstag kandidire, hat XtX0Vel.T ? ° /T ^at,ei g°hbrt, Keiner aber geglaubt, daß dieser Versuch einen nenn.nswerthen Erfolg hab^. werde. Wie ganz besonnenen Nlenient^ r Kreisen hat der Antisemit eine große Anzahl von Stimmen und gelangt zur Stichwahl, vielleicht auch, wenn nicht alle vesonnenen Elemente Zusammenhalten, zum Steg. 1 1 1 eilte nnitiP ungeahnte Erfolg dieser Bewegung? Vergleicht man das Programm der Antisemiten mit dem anderer Parteien, so decken sich Klassen von d"" e"; Das Eintreten str die Einheit und Größe des deutschen Vaterlandes, für die Erhaltung der Wehrkraft, für Entlastung der unteren t J .... . -ie v-)0^un9 ^cr Branntweinsteuer und gegen die Vertheuerung der Lebensmittel, für deutsches Recht, für Herabsetzung der Prozeß- 8Cf 2 «9rfl6e;,er?179e^9=bung, für Anfbessernng der Lage der arbeitenden Klassen: dies Alles sind Grnndsätze, die in zahlreichen anderen Partei- Programmen ebenfalls vertreten sind. Ihrethalben bedarf es keiner antisemitischen Bewegung. itnh «nn iS ^"^^miten finden, von dem weiteren Theile deren Programms, wonach Aufhebung der Iuden-Kmancipati-n derer die wirss'^^8 * $ Jn/** *1 f Sbfordert wird? Sicherlich besticht dieser Punkt manchen Judenfeind und führt den Antisemiten die Schaaren sein WKnen unrfl ? Ärmeln I ) von Juden benachtheiligt, die Zeit der Rache hierfür herbeisehnen. Aber auch das kann nicht die große Masse der Wähler die Entwicklnn 1 deä c>nd \ O^murfe gegen te Juden bestehe», auch in den Volksmassen ist doch die Erkenntniß weit verbreitet, daß der Druck früherer Jahrhunderte und rrwisckenbnndel Et- b« ""d das Meiste der Mißstände verschuldet hat, die man jetzt beklagt, daß diese Mißstände,/soweit sie den Wucher k cv < r. ., reffc”' Ech en chrij ichen Volkselementen nicht fremd sind, und daß mit der rohen Gewalt und einfachen Unterdrückung oder Austreibung der Juden hier nicht gewirkt werden kann. 9 9 foenetftpri fommen nun die großen Massen, welche dem antisemitischen Agitator auf das erste Erscheinen zulaufen und seine Lehre wie ein Evangelium ^nehmbn? Die Antwort ergrbtZsich nicht aus dem gedrucktem Programm für sich allein. Man muß, um sie zu finden, die Yedeu der Antisemiten x *****f**9 ber ^mett -eg-» die Nutzenden, der im Leben und ßrwerve Mrückgebtiebenen gegen die vom 5b « ^bSuustlgten, der Anfähigen urtd schwachen gegen die an wirtyschafttichen Kräften Mebertegenen. In den Ruf nach Befreiung von aller Noth " Antisemiten ! 1 s 1 } -C x s^hfllVe^n ÖIC vermeintlich Glücklicheren, und die auf die Entfesselung der niedrigsten Leidenschaften berechneten Brandreden der »en ©im»««, daß alles dies nur »en Inden gelte. Die Schaaren der Unzufriedenen mischen sich mit den zahlreichen Inden- fetnden, und es entsteht so der allgemetne Massenznlanf der verschiedensten Volkselemente zn Den antisemitischen Versammlungen. ' u„S( galten Antisemiten nicht für thöricht genug, daß sie glauben mit der Unterdrückung der Inden sei aller Armuth und Noth int Reiche ein Oin''nfr ft 7 l°L ° Unterdrückung 11t früheren Jahrhunderten reichlich geübt worden, ohne daß die Antisemiten diese Zeiten als Muster für die Gegen- l) z s en vermochten. Wir haben auch bis jetzt noch keinen Antisemiten gefunden, der irgend ein brauchbares Mittel niigäbc, wie die Glückseligkeit der 7 v ■11 ,‘)U ^ä^^n tonre, irgenb einen weittragenden sozialpolitischen Plan, oder eine große durchführbare wirthschastliche Verbesserung. Man < , 1 'M6’ °/r chutz der Landwirthschaft durch hohe Zölle! Beseitigung des Wuchers, des Zwischenhandels, der Bolksausbeutung, der -V 3 'djen ®°"furfe" xF -e -DU ° e5 bteS 9eschehen? Die Antisemiten verschweigen, daß an diesen Aufgaben die patriotischen Männer aller Nationen schon seit Langem arbeiten, und daß mit tönenden Redensarten hier nichts geholfen wird. ; >.a6er v eif21r2s k0® b7 ®n‘7Cmit' roie et bie h°Mch-n Wahlbezirke in Angriff nimmt, nicht die Absicht und noch weniger die Zähigkeit h , den Uothstemden, die er schildert, mit ziekbewußtem M-rgeßen ein Kude zu machen, sondern, daß er lediglich bemüht ist, die Herrschaft, zunächst in ""'9er ^elchstagsmandate zu erringen durch Aiifwllhlen der niedrigsten Instinkte des Volkes, durch Anreizung des Glaubens- und Rassenhasses, des Neides und der Begehrlichkeit unb alter auch im besten Menschen schlnmmernben gefährlichen Leibenschafteu. Darin aber ruht bie unsägliche Gefahr bieser ganzen Bewegung. Der Aufrnhr, ben biese wahrhaft frivole Agitation im Laufe ber Zeit erzeugen muß, wirb schwer zu bannen sein. Von der Judenhetze bis zur Bekämpfung aller Besitzenden ' - ®d,ntt,' ber Bon be§ Gebens Ungunst Gedrückte aber, dem man seine vermeintlichen Bedrücker dennnzirt, wird in raffinirter Weise durch die Aussicht auf Hulse gequält und angestachelt, um erst zu spät zu erfahren, daß diese Aufreizung ber einzige Zweck seiner Aufhetzer gewesen ist, bie erwartete Hülfe aber nirgends erscheint. y 1 ß«rx^LtlClem jeder Denkende diese Art der Volksauswiegelnng betrachten, die an die traurigsten Zeiten unserer Vergangenheit erinnert, die den sttttrchen ßrnst und Katt unseres so tüchtigen Kesseuvokkes zu untergraben droht und uns weitab von dem führt, worauf allein unser Heil beruhen ann. Die christlichen Sendboten zogen seinerzeit aus, um die Lehren des Friedens, der Liebe und der sittlichen Selbstzucht des Volkes zu verkünden und haben damit die Welt erobert. Diese neuen Apostel des Antisemitismus predigen den Unfrieden und Haß, die Unterdrückung Anderer und das Begehren nach ihren Gütern, um em paar Reichstagssitze zu erobern, unbekümmert, was aus der wilden Saat wird, die sie in das vertrauende Volksgemüth werfen. Wähler hütet Euch! Wer nngedenk ist des Wortes: ,.Wer Wind sät, wird Sturm ernten", wer das Streben hat, daß die sittlichen Grundlagen unseres Volkslebens bewahrt bleiben, wird mit einstimmen in den mahnenden Ruf:' meinem Iwanin Strasse 1{ »«H 8 Ah, erl _Sa®", 2 Sara] M -^t-Uschan :hen c E,,»!»"«' ?i' ,w”l* bnflML Tag « $etr-: N Pfleg Das Gro! -aditS'»/ itt «tauft MtM, M Mr«««»/ 1890,naibeiro« fertig gestellt st Wii M K®« Vergütung str demstchen HoD die PfleggeldfL iien an anderen klang zu bringe Auf Grün! die Pfleggelder für für jeden Tag Maßgabe festgi für die auf Ko, genossenjchasten Mich ist Aufnahme entjp erneuern, ober t rneinden, Kranker Wen, welche ge hitefienben M Gießen, Gr die Wu , Es wird Kreisausschuß i 15- b. 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