1890 Sonntag den 27. Juli Zweites Blatt Nr. 172 Amts- und Anzeigeblatt für den KwU Gieren. chratisöeitage: Gießener Kamilienötätter M. Anrtlichev Theil. dank-DiScont 4 M ter Börse. Courn vom 19./VII. 26./VII, 94.10 94- 86.25 86.20 , 1169.20 169.- v. Gagern. 113. Feuilleton. 266.9» 96« 40 89.2> :in^n 89-^ 108.25 89.15 102.05 18.15 Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. 10b 75 163 90 chnsl • igd • leimen 58.- 64.85 94.15 93.30 86.20 82.75 93.30 105- 99.50 66.55 101.60 101.- 86.— 58.10 64 95 94.70 93.95 8635 88.65 W2.40 18.- 84.20 93- Die Gießener UnmittenölLtter werden dem Anzeiger vsöchentlich dreimal beigelegt. 105.35 100.- 66.30 101.10 101.10 85.50 101.6° 97.- 95.60 101.5° 101-60 S7-- 95.60 101-5° Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Naturgeschichte des Itrohwittwers. Zur Zeit der Bade- und Erholungsreisen müssen bekanntlich die armen, zu Hause verlassen sitzenden Ehehälften den nach Stoff haschenden Feuilletonisten herhalten. So schreibt eben ein solcher Spottvogel in der „Berl. Ztg.": „Der Strohwittwer (homo bummelii L.) gehört zu der Gattung jener leichten Vögel, welche aus der ganzen Erde anzutreffen sind. Namentlich in den Hochsommer- Monaten, wo sein Weibchen das Nest verläßt und ausfliegt, tritt diese Art von lockeren Zeisigen in Schaaren auf. Man erkennt sie dann leicht an dem glänzenden Gefieder und dem Schachteln und Gouvernanten als Vogelscheuchen auf; das sind die Leimruthen, wenn er auf den Leim gehen soll. Man unterscheidet zwei Arten dieser losen Vögel: den gemeinen Strohwittwer (homo bummelii ruppicus) und den goldgelben Strohwittwer (homo bummelii Akle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Nr. 23 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 23. d. M., enthält: (Nr. 1911.) Gesetz, betreffend die Consulargerichtsbarkeit in Samoa und die Uebernahme einer Bürgschaft seitens des Reichs für Sie durch Einrichtung einer anderweiten Rechtspflege dortselbst erwachsenden anthellmäßigen Kosten. Vom 6. Juli 1890. (Nr. 1912.) Gesetz, betreffend die Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres. Vom 15. Juli 1890. Gießen, den 25. Juli 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. 898h 9460 7910 74.80 40400 20737 164.70 14250 950 168.19 14240 8400 lutiavlethen diejenigen, welche wiener und Ungarn, Spanier, raus eine schwer zu erklärende chcks wegen der amerikanischen velches amerikanischen Schiffen Bäoce haben in den letzten Mg über die Zuwendung be- iu haben scheinen. Türkische Gelsenkirchener in Folge eines Vierteljähriger KöonnementsprelO» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expeditton und Druckerei: Schutstraße Ar.7i. Fernsprecher 51. * Die Erhaltung polierter und gebeizter Möbel. Nur selten findet sich in einem Haushalt soviel Zeit, die Möbel bei dem täglichen Abstäuben wirklich gründlich zu reiben und dies ist der Grund zu der Klage, daß dieselben trotz aller sonstigen Schonung so bald ihr neues Aussehen verlieren. Durch feuchte Luft im Zimmer und die Ausdünstung der Bewohner findet täglich ein fast unmerklicher, feuchter Niederschlag auf dem Mobiliar statt, mit welchem sich der feine Staub, der auch in einem sorgfältig gereinigten Zimmer doch immer wieder im Laufe des Tages entsteht, verbindet und in dieser Vereinigung einen leichten, aber festen Belag auf dem Holze bildet. Dadurch wird der Glanz der Politur sä 6oe 26. M rov.-SnHrtl- D GMahlMW Cecate» nnö provinzielle» Gießen, 26. Juli. — Enthüllung des Liebig Denkm-ls. Nach dem eben versandten Programm ist für die Theilnehmer an der Enthüllung des Liebig-Denkmals Folgendes bestimmt: Die Sänger finden sich spätestens um 111/2Uhr aus der Sängerbühne ein (Zugang von der Ostseite — rothe Karten). Die Vertreter der Studentenschaft sammeln sich um 11*/2 Uhr aus dem Platze um das Denkmal (Zugang von der Süd- und Westseite — rothe Karten). Die auf die Festtribüne Geladenen erscheinen spätestens ll3/4ttEjr (Zugang von der Ost- und Westseite — weiße Karten). — Gesang, unmittelbar nach Ankunft Sr. König l. Hoheit des Großherzogs („Die Ehre Gottes aus der Natur" von Beethoven). Während der Schlußstrophe des Gesanges fällt die Hülle des Denkmals. Nach Beendigung des Gesanges: Festrede des Vorsitzenden der Execuüv-Commission, Herrn Geh. Regierungsrath Prof. A. W. v. H 0 sm ann. — Uebernahme des Denkmals durch den Bürgermeister. — Schlußgesang („Festgesang an die Künstler" von Mendelssohn-B rtholdy). — Während des Schlußgesanges werden die von Corporationen gewidmeten Kränze an dem Denkmal niedergelegt. cf Rohrbach, 25. Juli. Was heutzutage die Schweinezucht einbringt, das hat ein hiesiger Landwirth mit einigen Zuchtschweinen bewiesen, denn er erzielte aus diesen binnen Jahresfrist den stattlichen Betrag von nahe 1600 M. So etwas wirft weder die Pferde- noch die Rindviehzucht ab.— Die unheimliche Person, von welcher kürzlich in Ihrer Zeitung berichtet wurde, hat auch in hiesiger Gegend ihr Wesen getrieben. Verschiedene hiesige Handelsleute gingen nicht mehr durch den Wald nach Stockheim ohne Bedeckung; sie machten lieber den Umweg über Bleichenbach. Gleich nach der Corre- spondenz in Ihrer Zeitung wurde ein Streifzug unternommen, worauf die Person verschwand und bei Altenstadt 'gesehen gkflfOJlW- z spendabilis). Letzterer, der seltener vorkommt, wird im Volksmunde auch „Schautilus" genannt. Der „Schautilus" wird von Damen oft zu ihrer Unterhaltung angeschafft, er ist ein Stubenvogel, der viel Spaß macht; nur darf man ihn nicht reizen. Er wird mit der Zeit ganz zahm und frißt aus der Hand. Auch wird er schnell aus beiden Augen blind und sieht nicht mehr, was um ihn vorgeht. Dann wird er einem Gimpel sehr ähnlich und auch allgemein dafür gehalten.. Manche Damen reißen ihm die goldenen Federn aus und lassen ihn dann hinausfliegen! Dann kehrt der gerupfte Schautilus in das Nest zu seinem Weibchen zurück und wartet, bis ihm die Flügel wieder gewachsen sind. Es ist ein sehr dummer Vogel, derselbe Vogelsteller kann ihn z. B. zweimal hintereinander fangen, ohne daß er es merkt. Dieser Strohwittwer wird oft ausgestopft! Der homo bummelii ruppicus ist, wie schon sein Name sagt, ruppig und immer in der Mauser. Er ist ein Raubvogel und stellt namentlich jungen Tauben und Gänsen nach. Er hat einen größeren Schnabel als der Schautilus; auf dem Kopfe fehlen ihm jedoch gewöhnlich die Federn. Den Ring, den er am Vorderfuß trägt, sucht er unter dem Gefieder zu verstecken. Er ist frech und raubgierig und sucht seine Beute überall, auf Straßen, Promenaden, Casäs u. s. w. Hat er ein Täubchen oder Gänschen erobert, so kann er wie ein Täuber girren und wie ein Gänserich schnattern. Er ist jedoch nicht so beliebt bei den Damen, wie der goldgelbe Schautilus, das beweisen schon die Namen, welche er im Volksmunde führt: Ehekrüppel, Glatzenkater oder auch Patent- schlemihl. Nur Dienstmädchen und Köchinnen füttern ihn mitunter mit Abfällen. Kommen mehrere Strohwittwer zusammen, so singt trotzdem jeder aus einer feineren Tonart, man nennt das „renommiren". Die Spottdrosseln stellen Gießen, am 24. Juli 1890. Betr.: Ermittelung der landwirthschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahr 1890. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien deS Kreise-» Sie erhalten mit nächster Post die zu rubricirtem Zweck erforderlichen Formularien, um die nöthigen Vorbereitungen zur Aufnahme des Ernteertrags zu treffen. Mit diesen Ermittelungen ist wiederum eine Erhebung über den Umfang der Hagelwetter und die durch Hagelschlag hervorgerufenen Ernteschäden, von Anfang des laufenden Jahres an, verbunden. Zu diesem Zwecke ist dem Formular für die Ermittelung der landwirthschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags auch für das laufende Jahr als Anlage ein weiteres Formular beigegeben, auf welchem bei eintretendem Hagelwetter die erforderlichen Angaben jedesmal zu vermerken sind. Zur Er- läutemng und Beachtung bei Eintragung dieser Angaben fügen wir das Folgende an: Für die seit Anfang dieses Jahres verflossene Zeit sind die Angaben noch nachträglich zu machen. Es sind alle Hagelwetter, also auch solche zu notiren, die einen nachweisbaren Ernteschaden nicht verursacht haben; im letzteren Falle sind jedoch in die Spalten 7—12, sowie 15 und 16 des Formulars Querstriche (—) zu setzen. In Spalte 10 ist derjenige Werthbetrag aufzunehmen, um welchen der Ertrag durch den Eintritt des Hagelschlags thatsäch- lich gemindert ist. Es ist also hierbei der Ausfall nicht gegenüber einer Normalernte oder gegenüber dem etwa versicherten Ertrage, sondern gegenüber dem bei dem vorhandenen Frucht- bestande zu erwartenden Ertrage zu schätzen und ist bei den nicht totalen Schäden die spätere Entwickelung der verhagelten Fläche stets mit zu berücksichtigen. Zur Durchführung dieser dem Interesse der Landwirth- schaft dienenden Erhebungen ist eine aus selb- und sachkundigen Personen bestehende Commission zu bilden und empfiehlt es sich, möglichst wieder dieselben Personen in die Commission zu nehmen, welche bereits früher bei Aufnahme des Ernteertrags thätig waren. Indem wir Ihnen schließlich die genaue Beachtung der in früheren Jahren ergangenen Verfügungem empfehlen, sehen wir der Vorlage der Übersichten bis spätestens 1. November L Js. entgegen. m. Lombarden do. do. DuxerGold. GoldlSalzk.) ^osej Süd« ALiont. ienbahn • • wein • • ' itawkas gamt. wurde, wo sie einen Bauer fragte, welches der Weg nach Erfurt sei. „Als grade aus", antwortete ängstlich der Gefragte und zeigte in die Richtung nach Windecken, wo die Person noch einmal gesehen wurde. =h= Mittel-Gründau, 25. Juli. Dieser Tage ist hier ein Monstreproceß um eine Lappalie zum Austrag gekommen. Zwei hiesige Einwohner streiten sich seit etlichen Jahren um ein Läppchen Land. Jeder nahm sich einen Rechtsanwalt, jeder benannte eine stattliche Anzahl von Zeugen, so daß schließlich wohl 40 Zeugen abgehört und wahrscheinlich ebenso viele Eide geleistet wurden. Termine an Ort und Stelle fanden wiederholt statt. Jeder kostete einige hundert Mark. Die Kosten, welche nach und nach aufwuchsen, werden, von beiden Seiten zusammengerechnet, auf 2000 Mark geschätzt. Und das Läppchen Land, ein sogenannter Schlüssel an einem Acker, um den die Parteien jahrelang processirt haben, wurde von der Ortsbehörde auf — man höre und staune — auf 4 Mark, sage und schreibe vier Mark taxirt. Diese vier Mark haben also ein kleines Vermögen verschlungen. Das vorliegende Beispiel zeigt, daß der Oberhesse, wenn er sich einmal in eine Sache festgebissen hat, nicht nachläßt und wenn die Haut daran hängen bleibt. Das Endresultat ist aber sür den vorliegenden Fall ganz besonders interessant. Der Besiegte muß die Kosten tragen. Durch die seitherigen Ausgaben hat er seinen Grundbesitz verhypothe- cirt, an das Mobiliar ist nicht wohl zu kommen. Darnach wird für den Sieger nichts Anderes übrig bleiben, als daß er den größten Theil der Zeche bezahlen muß — und mit vollem Rechte kann er ausrufen: „Au weh! gewonnen!" Ein magerer Vergleich ist besser als ein fetter Proceß! Um für dieses Sprichwort ein recht warnendes, eindringliches Beispiel vorzuführen, habe ich Ihnen diesen Bericht erstattet. Beide Parteien haben verloren und die vielen Gänge, Lause- reien, Aufregungen und Unannehmlichkeiten hat Jeder extra umsonst. großen Schnabel. Im Neste jedoch, wenn das Weibchen daheim ist, verhält er sich ruhig, man hört ihn dort nur selten piepen, während das Weibchen sehr laut zwitschert. Ueber- haupt ist er im Neste sehr furchtsam und fliegt nur in Be- tv,. | gleitung des Weibchens aus. In den Hochsommer-Monaten, izo.sb foenn er allein ist, wird er zutraulicher und flieht nicht die ' Gesellschaft der Menschen. An schönen Tagen kann man unter den Linden große Schaaren von Strohwittwern beob- ! achten, was mitunter sehr komisch aussieht. Sie sind sehr zutraulich und begleiten besonders junge Damen unter verliebtem Gezwitscher große Strecken sogar bis in den Thiergarten. Jedoch ist diese Gattung von Ringvögeln bei den Damen oft nicht beliebt und werden dieselben auch häufig von Vätern und Vettern verjagt. Auch stellt man alte Gießener Anzeiger Keneral-Anzeiger. 155.801155.70 l&ol 11040 100. rtu^l88u.89 rt. Herb. Gold- wle .... MMmbahn- iDP^Cbl L. K. )tb.Dbly.l880r acoiw.. iL Sold-Anl. 1887 .. . l.öMter. . i «fei J** *' Manb, t«* I tot * । Sy* Rtn. S; TArentr fci- entM. iber Mn>8a. M-Act. gN Seit Btner ,64.95 10^ 161.60 164.- 114.- ihm deßhalb sehr nach; auch dieser Strohwittwer • wird viel ausgestopft. Ein Vogelbauer, in welchem sich viele Strohwittwer zusammenfinden, nennt man „Cafe Bauer". Von dort gehen sie auf Raub aus, so lange die goldene Freiheit dauert. Kehrt das Weibchen wieder, so kehrt auch der homo bummelii wieder in das Nest zurück. In der Gefangenschaft vermehrt er sich schnell und kann ein hohes Alter erreichen, wenn er gut gefüttert wird. * * * * Fette Enten. In einer mexikanischen Zeitung ist zu lesen, daß Deutschland begonnen habe, große Quantitäten von Cigarren zu exportiren, welche aus altem Papier angefertigt worden sind. Die betreffende Zeitung gibt auch an, wie altes Papier in Tabaksblätter verwandelt wird. In die Abkochung besonders nicotinreicher, also gering- werthiger Tabaksblätter wird altes Papier gelegt. Dasselbe geht daraus zwischen Cylindern hindurch, welche ihm die Adern und Nippen der echten Blätter einpressen. Darauf wird das Papier zerschnitten, gerollt und — geraucht. Derartigen Unsinn, welcher geeignet ist, Deutschland zu dis- creditiren, verbreiten jene Zeitungen. Sv lasen wir vor Monaten in dem „Star and Herald", daß in den Oel- districten Pennsylvaniens die Unsitte des — Petroleum- Trinkens mehr und mehr um sich griffe. Dieselbe sei durch deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen eingeführt, und es sei in einigen Gegenden Deutschlands gewöhnlich, daß die niederen Klaffen Petroleum statt Branntwein tränken. Solche interessante Nachrichten werden stets von kleineren Zeitungen Süd-Amerikas nachgedruckt und dienen zur Information der bedauernswerthen Leser. 269.65 269.39 u6t BrUlrtM - 18l),20j^ ■ 'WÄ -■ i 125.90 1L5.6O ). ünewsb-nk “ getrübt und die Möbel werden mit der Zeit unscheinbar. Diesem Uebelstand kann man abhelfen, wenn man die Möbel im Lause des Jahres 2—3 mal kräftig poliert. Wan kann dieses mit geringen Kosten selbst thun. Ein Stück Flanell wird zu einem sausigroßen Ballen zusammengedrückt und mit alter, recht weicher Leinwand umhüllt. Der Ballen muß so groß sein, daß man ihn bequem mit den Fingern umspannen kann. Man träufelt 2 Tropfen Mandelöl und 2 Tropsen reinen Spiritus auf den Ballen und reibt fest ausdrückend immer in kleinen Kreisen die Politur wieder glänzend. Durch seftes, schnelles Reiben erwärmt sich das Holz und aller anhaftender Schmutz löst sich ab, ohne daß man Wasser dazu nimmt, welches die Politur immer eiwas schädigt. Es ist besonders zu empfehlen, nicht zu große Flächen auf einmal zu bearbeiten, sondern nur jedesmal y2 Meter mit dem Ballen zu reiben und wenn diese Fläche sauber und glänzend ist, weiter zu gehen. Vorher schiebt man die schmutzig gewordene Leinwandhülle des Putzballens etwas zur Seite und träufelt auf eine reine Stelle wieder 2 Tropfen Mandelöl und ebensoviel Spiritus. Findet man bet diesem Putzen abgestoßene Stellen oder Risse in der Politur von Mahagonimöbeln, so kocht man sich nachstehenden Kitt: Man schabt 40 gr reines, gejbes Bienenwachs fein, giebt 25 gr gestoßenes Harz und soviel Terpentinöl dazu, daß man eine Salbe erhält. Unter diese mischt man soviel indisch Roth, bis die Farbe der Salbe mit der Politurfarbe übereinstimmt, streicht den Kitt in die Risse und poliert, wie oben angegeben ist, darüber. Um Eichenmöbel zu reinigen, reibt man sie zuerst mit einem wollenen Läppchen, welches man mit lauwarmem Bier befeuchtet hat, ab. Dann kocht man ein Stück Wachs von der Größe eines Hühnereies und ein halb so großes Stück Zucker in 2 Tassen Bier, läßt die Masse ein wenig abkühlen und bestreicht die Möbel damit. Wenn sie trocken sind, poliert man sie mit einem wollenen Lappen blank. Gebeizte Möbel reibt man vierteljährlich mit einem wollenen, in etwas Wachs getränkten Lappen kräftig ab. -F-- Ukber das Schlschtm der Thiere. Jrn größten Theile Deutschlands besteht noch die grausame nnd so verrohende Sitte, die kleineren Schlachtthiere (Kälber, Schweine und Schafe) langsam zu Tode zu martern, anstatt sie nur nach vorheriger Betäubung — mittelst Kopsschlag oder Schlachtmaske — zu schlachten. Es ist das eine beschämende Lücke in unserem deutschen Sittenzustand und stehen wir in dieser Beziehung hinter anderen Culturvölkern, insbesondere hinter England und der Schweiz, weit zurück. Die deutschen Thierschutz-Vereine, besonders der Berliner Thierschutz-Verein, haben sich seit Jahren alle Mühe gegeben, ein menschlicheres Schlachtversahren einzuführen, haben aber bis jetzt in diesem Bestreben nur geringe Unterstützung gesunden. In neuerer Zeit jedoch treten für eine Besserung in dieser Sittenfrage die hervorragendsten Männer verschiedener Berufe ein. Wir bringen nachstehend einen bezüglichen Aufruf, unterzeichnet von den höchsten Würdenträgern in Kirche und Staat, von den ausgezeichnetsten Vertretern der Wissenschaft und Kunst, sowie sonstigen Gebieten des öffentlichen Lebens. Es ist zu erwarten, daß ein Mahnwort, das von so hochbedeutender Seite erhoben wird, nicht ohne die zu wünschende Wirkung auf das öffentliche Gewissen bleiben werde. Der Ausrus lautet: Ausruf uni) Bitte. Die Gesittung der Menschen und die wahre Religiosität erweist sich stets auch durch eine barmherzige Behandlung der Thiere. Das Jnslebentreten der Thierschutz-Vereine hängt innig zusammen mit allen anderen humanen Bestrebungen unserer Zeit. Diese Vereine haben schon seit Jahren die öffentliche Aufmerksamkeit auf eine Massenthierquälerei gelenkt, welche sich leider bis heAte im größten Theile Deutschlands erhalten hat und die jeden nicht gemüthsrohcn Menschen mit tiefem Mitleid erfüllen muß. Es handelt sich um die ganz unnöthigen Martern, welche im Deutschen.Reiche beim Tödten von über 100000 Schlachtthieren täglich verübt werden. Diese Martern können leicht vermieden werden durch die Betäubung der kleinen feie der großen Schlachtthiere mittelst Beilschlag, Schlachtmaske oder anderer zweckmäßiger Betäubungs-Instrumente. Selbst wenn wir absehen von dem Erbarmen dieser gequälten Thiere, so müssen wir schon aus Rücksicht aus die Sitten der Menschen ein humaneres Schlachtversahren anstreben- besteht doch em unleugbarer Zusammenhang zwischen der Grausamkeit gegen Thiere und den Rohheitsvergehen und Verbrechen gegen Menschen. Alle Schritte der deutschen Thierschutz-Vereine um eine gesetzliche Anordnung der — von verschiedenen Schlachthäusern und vielen rationellen Schlächtern bereits eingeführten — Betäubung auch der kleineren Schlachtthiere sind bis jetzt vergeblich gewesen. Es muß deshalb das Volksgewissen geweckt werden, damit das unnöthige Todtmartern unserer Schlachtthiere allgemein als ein Unrecht gekannt werde, obgleich es bis jetzt nicht durch das Gesetz verboten ist. Es muß besonders dahin gewirkt werden, daß möglichst viele Gemeinde- und Bezirksbehörden mit der ihnen zustehenden Polizeigewalt die Betäubung der Schlachtthiere anordnen. Wir sind überzeugt, daß das Gefühl aller guten gesitteten Menschen verletzt wird durch die Massen- thierfolter, wie sie heute noch bei unserem Schlachtbetrieb stattfindet, und wir bitten sie, die Bestrebungen der Thierschutzvereine zur Beseitigung dieser ganz unnöthigen Thierquälereien in jeder ihnen möglichen Weise zu unterstützen. Besonders • richten wir diese Bitte an die Bezirks- und Gemeindeverwaltungen, an die Geistlichen, Lehrer, Schriftsteller und Zeitungs-Redaeteure. Von den etwa 200 Unterschriften des Ausrufs erwähnen wir nur folgende: Professor Dr. Heinrich v. Sybel, Direetor der Staatsarchive, Berlin; v. Levetzow, Landes-Direetor der Provinz Brandenburg, Präsident des Reichstags; / Gras Moltke, Feld mar schall- Professor Rud. v. Gneist, Berlin- Dr. von Simson, Reichsgerichts-Präsident, Leipzig - Professor Dr. Hmschius, Rector der Universität Berlin- Gras v. Blumenthal, General-Feldmarschall- Professor Dr. Friedrich v. Esmarch, Geh. Med.-Rath und Generalarzt I. Klasse ä la suite des Sanitätscorps, Kiel - Graf von Waldersee, Vorsitzender des Thierschutzvereins in Hannover- D. Koegel, Ober-Cons.-Rath, Ober-Hos- und Domprediger, Berlin- Freiherr von Huene, Major a. D., Mitglied des Reichstags und des Preußischen Abgeordnetenhauses- Dr. P. Reichensperger, Ober-Trib.- Rath a. D., Mitglied des Reichstags, Berlin; Staats- fecrctär Dr. v. Stephan, Berlin - General-Superintendent Braun, Ober-Cons.-Rath, Berlin- Dr. v. Bennigsen, Oberpräsident von Hannover- D. Freiherr v. d. Goltz, Ober-Cons.-Rath, Probst und Professor, Berlin- Gras v. Mirbach-Sorquitten, Mitglied des Preußischen Herrenhauses und des Reichstags- Dr. Max v. Pettenkoser^ Professor der Hygiene an der Universität München; Dr. Weyland, Bischof von Fulda- Gras Baudissin, Regierungs-Präsident, Magdeburg - Professor Dr. Heinrich von Treitschke, Berlin- Ernst v. Wildenbruch, Berlin- A. Wörmann, Hamburg- D. v. Weyrauch, Consistorial- Präsident, Mitglied des Reichstages, Cassel - Görz,. Oberlandesgerichts-Präsident, Darmstadt - Friedrich Spielhagen, Schriftsteller, Berlin- Dr. Goldmann, Wirkt» Geh.-Rath, Präsident des Ober-Consistoriums in Darmstadt- Freiherr von Gagern, Provinzial-Director von Oberhessen, Gießen - Dr. Brüger, Oberlandesgerichts- Präsident, Jena; Dr. Lueder, Professor an der Universität Erlangen - Scipio, Hosprediger und Consistorialrath in Arolsen - Dr. Klein, Bischof von Limburg- Dr. Oetker^ Geh. Justizrath, Berlin- Militär-Oberpfarrer Knoche, Hannover- v. Schmidt-Phiseldeck, Consistorial-Präsident in Wolfcnbüttel- Professor Dr. Pflug, Director der Veterinär-Anstalt an der Universität Gießen. Meys Stoff fraßen, Manschetten nnd Vorhemdchm sind aus starkem, pergamentähnlichen Papier gefertigt und mit einem leinenähnlichen Webstosf überzogen, was sie der Leinenwäsche im Aussehen täuschend ähnlich macht. Jeder Kragen, kann bis zu einer Woche getragen werden, wird aber, wenn unbrauchbar geworden, einfach weggeworfen und trägt man daher immer nur neue Kragen rc. Meys Stoffkragen übertreffen aber die Leinenkragerv durch ihre Geschmeidigkeit, mit welcher sie sich, ohne den Hals zu drücken, um denselben legen und daher nie das unangenehme, lästige. Kratzen und Reiben von zu viel oder zu wenig ober zu hart gebügelten Leinenkragen herbeiführen. Ein weiterer Vorzug von Meys Stoffkragen ist deren leichtes Gewicht, was ein angenehmes Gefühl beim Tragen erzeugt. Die Knopflöcher sind so stark, daß deren Haltbarkeit bei richtiger Auswahl der Halsweite ganz außer Zweifel ist. MeyS Stoffwäfche steht daher in Bezug auf vorzüglichen Schnitt und Sitz, elegantes und bequemes'Passen und dabei außerordentliche Billigkeit unerreicht da. Sie kosten kaum mehr als das Waschlohn für leinene Wäsche. Mit einem Dutzend Herrenkragen, das 60 Pfennige kostet, (Knabenkragen schon von 55 Pfennigen an) kann man 10 bis 12 Wochen ausreichen. Für Knaben, die ja bekanntlich nicht immer zart mit ihrer Wäsche umgehen, sind MeyS Stoffkragen außerordentlich zu empfehlen, was jede Hausfrau nach Verbrauch von nur einem Dutzend sofort einsehen wird. Für alle Reisenden ist Meys Stoffwäfche die bequemste, da erfahrungsgemäß leinene Wäsche auf Reisen meist sehr schlecht behandelt wird. Weniger als ein Dutzend von einer Form und Weite wird nicht abgegeben. Meys Stoffwäsche wird in fast jeder Stadt in mehreren Geschäften verkauft, die durch Plakate kenntlich sind; auch werden diese Verkaufsstellen von Zeit zu Zeit durch Inserate in dieser Zeitung bekannt gegeben; sollten dem Leser diese Verkaufsstellen unbekannt sein, so kann man Meys Stoffwäfche durch das Ver» sand -Geschäft Mey & Edltch, Leipzig - Plagwitz beziehen, welches auch das interessante tlluftrirte Preis» verzeichnitz von MeyS Stoffwäfche gratis und portofrei auf Verlangen an Jedermann verendet, auch die Bezugs- quelle am Orte anaiebt. 2000 empfiehlt sich durch Reinheit, Aroma und Ergiebigkeit als die beste unti PreiM»i-ke,eSte A. Zuntz sei. Ww. Kai>- "■ KSjUH Hon. n. ai kc. _ Bonn, Berlin. Zu haben bei J. M. Schulhof. 852 Arbeiten im Innern der Kirche Mroßm-Buseck. Maurerarbeit, veranschl. zu 200 «X Schreinerarbeit, „ 519 „ Weißbinder- und Malerarbeit, veranschl. zu 438 „ Oelfarbenanstrich, veranschl. zu 510 „ Sonstige Arbeiten, „ 183 „ Summa 1850 at sollen im Submissionswege vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen im Psarrhause dahier bis zum 29. d Mts., offen, woselbst auch die Forderungen schriftlich, versiegelt, und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Nachmittags 2 Uhr einzureichen sind, zu welcher Stunde die Eröffnung derselben erfolgt. Großen-Buseck, 23. Juli 1890. Gr. Bürgermeisterei Großen-Buseck. _________Stephan. 6198 Ausverkauf des Cour. Jos. Keller'schen Maarenlagers. Es wird noch aus eine größere Auswahl in Posamenten, Be- fatzstoffi n, Seidenzeugen, Tüllfpitzen, Band, Knöpfen, Brautkränzen, Buntfticke- reien, Schonern, Läufern u. s. w. aufmerksam gemacht. [6189 Die ConeurSverwaltung. Keiigeöolenes. Neues Sauerkraut empfiehlt [6207 JFexd Drebas. Eine Parthie TricoltMen u. 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