«ek, BG großer L» liintn, Kraft, MW Wilh $etoiir. waschecht gr ' Md ZU ^11 pünhlid) i- Hst. 5’5', *SÄis lcWe|t g. dem uns W zahlreiche BlMit hen Dank, lmilien Böller und chtilnahme bei V «eraehlichen GM m'penben und »; f; saaeu innige' t. Aeinbardi sh. Aeinharkl Kankgtslß Mil'«'«' afittb ^A. ngnr- toltenerj” Silbenente rient HL 1890 Sr. 97. Zweites Blatt. Sonntag den 27. April Der euer Anzeiger llcheint täglich, tt Ausnahme des Montags. Die Gießener ,i«tste«ökLtter wtben dem Anzeiger «tLmNlich dreimal Keigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Bierteljähriger AVannementspreis» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Fchntßraße Ar.». Fernsprecher 61. Amts- und Anzeigeblatt für den ALreis Gietzen. I? L_...... ' -------- ■ ßnuahmr von Anzeigen zu der Nachmittag- für den Manben Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr. flei» LI '» ......_■_■■■____!!■_■»> Alle Annoncen-Bureaux de- In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Aintttcher Tbeil. Bekannnnachung. ,')m Kreise Gießen sind in der Zeit vom 1. Febr. 1889 6ii dahin 1890 in den einzelnen Gemeinden die nachstehend «lzeithneten Beträge für die Landeswaisenkasse eingegangen. Wir bringen dies mit herzlichem Danke für die Geber .hindurch zur öffentlichen Kenntniß. Niesten, am 24. April 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. OEM «r. Gemeinden JL Orb.-- Nr. Gemeinden X 1. Mach .... 1.35 42. Lindenstruth . . . 4.12 2. Mendorf a. b. Lahn 1.55 43. Lollar ..... 2.54 3. .'Mendorf a. d. Lda 1.84 44. Londorf .... —.25 Allertshausen -.25 45. Lumda..... —.— 5, Mten-Buseck . . 2.40 46. Mainzlar .... 3.40 6. Mnnerob . . . 6.89 47. Münster .... —.— 7. Wellersheim . . 3.- 48. Muschenheim. . . -.78 8. Rettershain . . 3.24 49. Nieder-Bessingen -.38 9. Nersrod . . . 3.55 50. Nonnenroth . . . —.60 10. Kettenhausen. . 4.94 51. Obbornhofen . . -.20 11. feuern .... 5.01 52. Ober-Bessingen . . —.42 12. Niiklar . . . -.53 53. Ober-Hörgern . . 7.97 13. Nurkhardsfelden 180 54. Odenhausen . . . —.— 11. Climbach . . . 180 55. Oppenrod . . . 3 94 1\ Dauvringen . . 2.77 56. Queckborn . . . -.68 16. Dorf-Gill . . . -.50 57. Rabertshausen . . -87 11 Oberstadt . . . 1.07 58. Reinhardshatn . . 1.70 ib. Ettingshausen -.70 59. Reiskirchen . . . 4.10 19. farbenreich . . 1.05 60. Nodheim .... 16.02 Geilshausen . . — 61. Rödgen .... —.35 221. Meßen .... 231.93 62. Röthges .... —.— Ä (Möbelnrob . . 2.42 63. Rüddingshausen 2.03 !L. froßen-Buseck . 9.73 64 Ruttershausen . . 1.05 221. frotzen-Ltnden . 6 — 65. Saasen .... 2.04 (Mriberg . . - 8.72 66. Stangenrod . . . —.71 226. Müningen . . 1.72 67. Staufenberg . . . 4.— 221. Harbach . . . —.22 68. Steinbach .... 4 50 Hattenrod . . —.50 69. Steinhetm . . . 6.— “J. sausen . . . —.44 70. Stockhausen . . . 1.73 Zieuchclheim . . 4.15 71. Trais-Horloff - . 8.72 31. h.'olzheim . . . 2 — 72. Treis a. d. Lda. 1.04 32 H.mngen . . . 4.89 73. Trohe..... —.65 31. Inheiden . . . > essclbach . . . 3.70 74. Utphe ..... 3.37 31 1.69 75. V'.llingen . . . • 2.90 35. A Gleit'-Linden . . Langd .... 1.68 4.17 76. Watzenborn mit Steinberg .... 7.52 31. !' ang-Göns . . 5.15 77. Weickartshain . . 1.50 W Langsdorf . . . 3.70 78. Wettershatn . . . —.— M L'auter .... — 79. Wieseck .... 12.— V Leihgestern . . 3.56 80. Winnerod .... —.— Ul Ach..... 10.78 Sa. X 459.47 Feuilleton. Die Naturgeschichte des Knobelns. Von Paul Belgard. ist Alles schon dagewesen", sagt bekanntlich Ben >2 !UJia, und er hat Recht: auch der „in der Welt, in der n M kmobelt", mit allgemeiner Trauer aufgenommcnc Wahrst^ des Richters von Ncurodc in der Grafschaft Glatz, wie s. Z. von den Blättern gemeldet, das Aus- lc jjhclffli von Bier als Glücksspiel in Acht und Bann that, OÄ der erste, der so drakonisch verfährt. Schon den a w Römern, welche dem edlen Knobelspiel mit großer ÄMlchaft zugethan waren, wurde durch den Erlaß des „ ,01 adateoribus“ das „Trudeln" verboten. In diesem K Eilige setz wurde alles Würscln untersagt und nur zur Zeit bi im .Saturnalien“ erlaubt. Allerdings müssen es die Welt- c Mcrr auch etwas zu arg getrieben haben. Welches waren d diie ersten Worte, die der große Cäsar, als er den überschritt, ausrief: „Jacta est alea“, und der K tor Claudius glaubte sein Volk durch nichts mehr beglücken 5; n Immen, als dadurch, daß er den ersten offiziellen Knobel- Ciimsmt, der damals „da alea“ hieß, herausgab. O, du L Wellige Zeit, in der gewiß im Palast und in der Hütte ,, M edlen Chicanen" flott geknobelt wurde. Mer auch die alten Griechen huldigten dein edlen C rofiklesie kannten schon dreißig verschiedene Würfel-Touren, d M» Namen kaum weniger originell waren als unsere hi Migem. Der schlechteste Wurf hieß bei ihnen „Kyos", d. h. HW, und der beste trug den Namen der schaumgeborenen G ickiii. der Liebe, „Aphrodite". D^aß unsere Urahnen, die alten Germanen, dem Würsel- sstM himgegeben waren, daß sie nicht selten Acker und Vieh, Gießen, den 24. April 1890. Betr.: Die Regulirung der Gewerbsteuer. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien de- Srcise-. Nach Art. 27 des Gesetzes vom 8. Juli 1884, die gleichmäßige Besteuerung der Gewerbe betreffend, geschieht die M- gulirung der Gewerbsteuer durch eine Commission, welche aus dem Steuercommissär als Vorsitzenden und drei von der Stadtverordnetenversammlung, beziehüngsweise dem Gemeinderath einer jeden Gemeinde aus drei Jahre gewählten Mitgliedern besteht. Für den Fall, daß gewählte Mitglieder mit Tod abgehen oder nicht mehr die Bedingungen der Wählbarkeit besitzen, oder sonst dauernd außer Stande sind, ihr Mandat zu erfüllen, werden in jeder Gemeinde weiter zwei Ersatzmänner gewählt, die in solchen Fällen an die Stelle von ursprünglich Gewählten zu treten haben- Zu Mitgliedern der Commission und zu Ersatzmännern können nur solche gewählt werden, welche zur Zeit der Wahl volle 30 Jahre alt sind und welche die passive Wahlfähigkeit als Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise als Gemeinderathsmitglied besitzen. Sie wollen durch die Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise den Gemeinderath, die Wahl der drei Mitglieder und zwei Ersatzmänner alsbald vornehmen lassen und uns das Ergebniß derselben binnen acht Tagen mittheilen. v. Gagern. Darmstadt, 22. April. Das gestern ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 8) enthält u. A. : Dienstnachrichten. Seine königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- guädigst geruht: Am 20. März dem Pfarrer Emil Pfaff zu Schornsheim die evangelische Psarrstelle zu Hahnheim zu übertragen. Am 15. März wurde der von dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Birstein auf die 5. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sprendliugeu präsentirte Schulamtsaspirant Leonhard Thierolf aus Neustadt für diese Stelle, am 27. März wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau aus die 5. Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Beerfelden präsentirte Schulamtsaspirant Jacob Friedrich aus Kirch-Brombach für diese Stelle bestätigt- am 28. März wurde dem Schulamtsaspiranteu Karl Keller aus Bauernhetm die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder - Mockstadt übertragen- am 29. März wurde der Bremser bei den Oberhessischen Eisenbahnen Heinrich Schneider zum Schaffner bei diesen Bahnen ernannt- am 31. März wurde dem Adolf Heß aus Vilbel das Patent als Geckkneter 2. Klasse für den Kreis Friedberg ertheilt - am 4. April wurde der Gefangenwärter Philipp Winkes in Marienschloß zum Gefangenaufseher am Landeszuchthaus mit Wirkung vom 1. April an ernannt- am 9. April wurde dem Schullehrer Johannes Adam zu Rimbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langwaden, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Philipp Rau aus Hahn eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Erfelden übertragen. Concurrenzeröffnung. Erledigt ist: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wendelsheim mit einem Gehalte von 900 Mk. Berlin, 23. April. Der evangelische Ober- kirchenrath hat, wie die „Post" berichtet, nun auch einen Erlaß aus Anlaß der soeialistischen Bewegung an die Geistlichen der Landeskirche gerichtet. Der Erlaß entspricht in manchen Punkten dem Erlaß des Cultusministers an die kirchenregimentlichen Behörden in den neuen Provinzen. Es heißt in dem Erlaß u. a.: „Wo irgend möglich, ist es auch in den Städten wie auf dem Lande zu versuchen, daß der Geistliche in freien Versammlungen, verbunden mit Rede und Gegenrede, den Arbeitern unter die Augen tritt und Vorurteile zerstreut. Fehlt einem Geistlichen die Gabe dazu, so findet sich unter den übrigen Geistlichen einer Diöcese wohl einer ober der andere, der für ihn eintreten kann." Ferner wird es als eine besondere Pflicht der Geistlichen bezeichnet, in und außer den Conferenzen die Volksschullehrer vor den in Rede stehenden Verirrungen zu behüten und ihre Mitwirkung zur Bekämpfung derselben zu gewinnen. Ferner hat der Oberkirchenrath eine Ansprache an die Gemeinden verfaßt, welche am Bußtage von den Kanzeln verlesen werden soll. Es heißt am Schluffe derselben: „Laßt uns als die von Einem Stamm stehen auch für Einen Mann, um handelnd und betend die Vorurtheile zu überwinden, die Leidenschaften zu dämpfen, den Frieden zu sichern und vor Gott und den Menschen zu beweisen, daß dir Gottesfurcht auch in unserem Volke aller Weisheit Anfang ist, und daß die Gottseligkeit die Verheißung auch des diesseitigen Lebens hat." Die vom Zuchlverein Lauterbach für Züchtung der Simmenthater Rindviehraste am 24, 26. und 28 Februar, 7. und 8. Mär? abgrhattenen Körungen. Die Körung wurde meistens durch den ganzen Vorstand des Zuchtvereins ausgeführt. Außer dem Hof Eisenbach und teaasn -R*qj Havs und Hof, Weib und Kind, ja, ihr höchstes Gut, ihre eigentliche Freiheit, von den Augen der Würfel abhängig machten, wissen wir aus dem Taeitus, der in seiner Germania die Charaetereigenschaften der alten Germanen so treffend gezeichnet hat. So böse Menschen sind wir nun allerdings nicht, wenn auch nicht geleugnet werden soll und kann: es wird bei uns viel geknobelt intra muros et extra. Daß im neuen Deutschen Reich die edle Kunst des Knobelns durch ungezählte Knobel-Breviers, Trudel-Vademeeums und sonstige Hilssbücher auf einen, ihrer würdigen Höhepunkt gebracht ist, braucht wohl nicht betont zu werden. Auch, daß im Reiche der drei Würfel neben dem geschriebenen Gesetz auch das Gewohnheitsrecht großen Einfluß hat, dürste dem £aien — und es soll deren wirklich noch einige geben — einleuchten. Auch beim „Trudeln" ist eben jede Theorie grau, und grün des Lebens goldner Baum: denn das muß jeder Knobler selbst prüfen, ob er mit kräftigem Umsturz des Leberbechers oder mit langsamem Hinausgleitenlassen oder endlich mit Zurückziehen viel oder wenig Augen wirft. Welches sind nun die sogenannten Knobel-Touren? Diese Frage erschöpfend zu beantworten, ist sehr schwer, ja unmöglich, ihre Zahl ist im wahren Sinne des Wortes Legion, wir müssen uns daher damit begnügen, aus dem Ueberreichen das Originellste und Amüsanteste herauszunehmen. Aus Galanterie gegen die Damen und um die schönere Hälfte des Mannes einigermaßen für die unzähligen Gardinenpredigten zu entschädigen, die der unscheinbare Lederbecher schon verursacht hat, sei hier den „Blauen Augen" und den „Grauen Augen" der Vortritt gegeben. Bei ersterer Bestimmung werden nur die Ungraden eines Würfels gezählt, bei letzteren nur die Geraden. Worauf diese Schätzung schöner Augen beruht, wer mag es wissen- ebensowenig ist es je ergründet worden, weßhalb die bösen Männer nicht auch die braunen und schwarzen für würdig befunden haben, im Knobel-Com- rnent zu glänzen. Doppelt schwer ist diese Unterlassungssünde, wenn man sieht, wie „Rollmops", „Gänseklein" und „Ragout mit Trüffeln", diese prosaischen Dinge, beim Würfeln sehr beliebt sind. Da klingt der „süße August" und sein Antipode, die „kleine Inste", schon pikanter- unter jenem versteht man den höchsten Wurf „wie er rasselt", unter diesem den niedrigsten „Pasch", „Sequenz", „Keins von Beiden", und „höchste", sowie „niedrigste Hausnummer" werden sehr oft bestimmt- seltener ist schon der „todt- gemimte Droschkenkutscher", der „brüllende Löwe", der „arme Ritter", der hohe und niedrige „Spitzberger", „Zeno- bias fliegende Husaren", der „unbesoldete Assessor", der „Magister", „Kückelberger", „Salamander", der „Cholerakranke in der Hand des Medicinmannes", der „dicke Bierbauch", „Rattenkönig", der „gelockte Europäer", „Mumpitz", der „Elephant von Indien", das „Mauseohr", das „Heidel- gebirge", der „verliebte Nachtwächter", die „drei fliegenden Hasen", der „blutwürstige Dieterich" (blutdürstige Wütherich), das „lachende Känguruh", der „knobelnde Walfisch", bas „hüpfende Rhinoceros", der „Biersriedrich", die „Japanesische Gesandtschaft", der „geizige Erbonkel", der „kleine Postillon" und der „Veloeipedentriumphzug mit Klimbim und Schnäd- derängtäng". Aber auch birect ungalant ist ein richtiger Knobler, sonst könnte er auf keinen Fall „Meine keifende Alte" bestimmen. Zu den „militärischen" Würfen gehören „Los" und „Halt", während die „siamesischen Zwillinge" und die „stig- matisirte Jungfrau" mehr ins Bereich der Naturgeschichte gehören. Eine originelle Bestimmung ist der „Potsdamer", bei dem der erste Wurf verliert, und der „Nassauer", wobei der den zweiten Wurf thuende „reinfällt". Man sieht, auch der Knobel - Comment hat die Begriffe „Potsdamer" und dem Schlitzerland wurden sämmtliche Dörfer, in denen mehr als ein Mitglied sich befinden, besucht. Hierbei wurden 437 Stück Rindvieh angekört. In I. Klasse wurden nur ganz reinrassige Thiere von vorzüglichem Körperbau und Nutzungsfähigkeit ausgenommen. In II. Klasse wurden Thiere gestellt, die den Zuchtzwecken des Vereins entsprechend sind und von denen eine schöne Nachzucht wohl zu erwarten ist. In III. Klasse wurde endlich Vieh ausgenommen, welches noch einigermaßen erträgliche Formen zeigte und welches für die ersten Jahre den Mitgliedern zur Beibehaltung empfohlen wird, welches aber für später wünschenswerth durch die höheren Klassen ersetzt werden möchte. Alle Thiere, die von der Kör-Commission nicht ausgenommen worden sind, werden den Mitgliedern zur baldigen Ausmerzung dringend empfohlen und sollten von Mitgliedern zur Zucht so wenig wie möglich noch verwandt werden, denn nur von etwas Gutem kann etwas Gutes fallen. In den einzelnen Orten wurde folgendes Resultat bei den Körungen erzielt: Im Ganzen K I. 1 l a s II. s e III. Riedesel'sche Guts-Verwaltung Stockhausen...... 40 15 22 3 Gemeinde Stockhausen . . . 31 — 13 18 Hof Rudlos...... 63 9 40 14 Gemeinde Frischborn. » . . 9 — 5 4 Gemeinde Allmenrod.... 27 — 13 14 Gemeinde Sickendorf . . . 7 — — 7 Riedesel'sche Guts-Verwaltung Sickendorf...... 28 6 15 7 Gemeinde Wallenrod. . . . 14 1 7 6 Gemeinde Reuters .... 13 1 3 9 Gemeinde Landenhausen. . . 10 — 2 8 Gemeinde Angersbach . . . 64 — 11 53 Helmesmühle...... 6 — 5 1 Gemeinde Maar..... 36 — 7 29 Gemeinde Schadges .... 2 — — 2 Gemeinde Schlechtenwegen . . 11 — 1 10 Gemeinde Altenschlirf . . . 5 — 1 4 Gemeinde Rixfeld .... 17 — 4 13 Gemeinde Engelrod .... 6 1 _ 5 Gemeinde Hopfmannsfeld . . 8 — — 8 Gemeinde Blitzenrod.... 6 — — 6 Gut ©affen...... 16 — 10 6 Gemeinde Heblos..... 6 — — 6 Gemeinde Rimlos .... 3 — — 3 Gemeinde Lauterbach. . . . 9 — — 9 437 33 159 245 Es würde von der Commission in die III . Klaffe viel- sach Material ausgenommen, welches bei späteren Körungen nicht »ehr angenommen werden wird, doch glaubte man beim Anfang unserer Bestrebungen nicht so streng vorgehen zu dürfen. Junge Rinder und junge Bullen wurden strenger beurtheilt. Es können diese bei späteren Körungen, wenn sie sich gut entwickelt haben, immer noch eine Klasse höher gesetzt werden. Im Allgemeinen ist über die Rindviehhaltung der einzelnen Ortschaften zu sagen, daß man das Bestreben erkennt, in der Viehzucht vorwärts zu kommen. Es wurde sehr viel eine gute Fütterung, Pflege und Haltung des Viehes bemerkt, namentlich in der Futterzubereitung wurde vielen Orts bei kleineren Landwirthen große Sorgfalt verwendet. Auch gute Stallungen wurden vielfach bei den Bauern gefunden. — Zu tadeln ist jedoch im Allgemeinen, daß Kapitalaufwand von kleineren Landwirthen zu sehr gescheut wird, sowohl in Bezug auf Anschaffung von gutem Zuchtvieh als auch von Kraftfuttermitteln behufs einer intensiveren Fütterung. Am beklagenswerthesteu ist, daß im Allgemeinen die Gemeindebullen Thiere von geringer Qualität vorstellen. Leider sind nicht alle Gemeinden, in denen Mitglieder vorhanden sind, dem Vereine beigetreten und wurden deren Bullen deshalb „Nassauer" als commentfähig ausgenommen. Den das Tagesgespräch bildenden Zeitereignissen folgt das Trudel-Vademecum mit bewunderungswürdiger Präcision. Die „orientalische Frage" wird da gelöst, es gibt einen „Kümmeltürken", einen großen und kleinen „Pascha", einen „Abdul Medjid" und „Allah Abdallah", während „Zendavesta", „Saul und die Hexe von Endor", der „Syrochaldäische Wurf" seit Alters her das Knobel-Bürgerrecht besitzen. Nach dem letzten deutsch-französischen Kriege entstanden einem erfinderischen Hirn die Würfe „Bazaine", der „hoffnungsvolle Lulu", „Lulu mit hohen Stieseln", „Bonaparte oder die Wacht am Rhein", während „Napoleon an der Beresina" älteren Datums ist und scharfe Concurrenz vom -alte* Blücher", auch „Leipzig" oder „die Freiheitskriege" genannt, auszuhalten hat. Bei den „Freiheitskriegen" handelt es sich darum, den ersten von drei Würfen zu 13, den zweiten zu 14, den dritten zu 15 zu drehen. Politik verdirbt zwar den Character, aber nicht den Knobel-Comment- das sehen wir am „Lord Palmerston", „Beust" — auch yjpgt et un benannt — „Bismarck", „Windthorst", „Mallinckrodt", Reichensperger" und „Ledochowsky". „Windthorst" und „Mallinckrodt" heißen in der Knobelsprache auch „Kunst *«d Natur", weßhalb, daS vermag nur der Knobel-Politikus zu sagen. In diese Centrumsregion gehört auch der Wurf „römisch-katholisch", während „deutsch-katholisch" doch wohl nur Zukunftsmusik ist. „Quistorp" und „Strousberg" sind such am Biertisch „gefallene Größen", während „Mein Leopold" noch ost aus dem Trudel-Repertoir steht. Zum Schluß sei erwähnt, daß natürlich auch die Bier- und Studentenschaft par excellence, das idyllische „Jene", wo flchs bene lebe, im Kuobel-Cemment verewigt ist. Die dankbare Mitwelt hat einen der beliebtesten Würfe „Jenenser Bierseidel mit vielen Semestern" benannt. nicht gekört. Es wurden diese jedoch trotzdem von der Commission besichtigt und dabei viele Thiere gefunden, die nicht hätten angekört werden können. Nachstehend die in Besitz von Privaten und Gemeinden, welche Mitglieder sind, aus- genommenen Bullen, nebst Angabe der Klassen, in welchen dieselben einrangirt wurden. K l a s I. | II. e III. Riedesel'sche Gutsverwaltung Stockhausen Gemeinde Stockhausen...... H. Backhaus, Rudlos...... Gemeinde Allmenrod...... Riedesel'sche Gutsverwaltung Sickendorf Gemeinde Wallenrod...... Gemeinde Reuters....... Gemeinde Angersbach...... Andreas Karl Keller, Angersbach . . Gemeinde Schlechtenwegen .... Gemeinde Altenschlirf...... Gemeinde Rixfeld....... Gemeinde Lauterback...... 1 2 1 1 1 1 1 2 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Summa 4 10 6 Erwägt man, daß die aufgezählten Bullen wohl die besten im Kreis Lauterbach darstellen, und vergleicht man diese geringe Zahl mit der großen Zahl Sprungbullen, welche sich im Kreise befinden, so kann man hieraus aus die Beschaffenheit der Zuchtbullen für die Zwecke unseres Zucht- Hereüp» schließen und ist es nöthig, daß der Bullenhaltung v.»n Seiten des Vereins und seiner Mitglieder vor allen Dingen das größte Interesse zugewendet wird. Den Gemeinden, welche sich scheuen, einen hohen Preis für einen Bullen anzulegen, möge folgende Rechnung zum Exempel dienen. Gesetzt, ein vorzüglicher Bulle würde zum Sprung für 100 Kühe benutzt, es fielen aber bloß 80 Kälber von ihm und diese Kälber würden sämmtlich ausgezogen, die Ochsenkälber würden castrirt und als Zugstiere verwendet, die Mutterkälber wiederum als Zuchtthiere. Nehmen wir an, daß von den 80 Kälbern blos 60 aufkämen und zwar 30 Mutter- und 30 Ochsenkälber, so wird ganz sicher jedes dieser Thiere im erwachsenen Zustande im Vergleich zu Vieh, welches von einem schlechten Bullen gefallen ist, 50 Mk. pro Kops mehr werth sein. Dies ergibt einen jährlichen Mehrwerth der Nachzucht von einem guten Bullen im Vergleich zu der Nachzucht von einem schlechten Bullen, von 3000 Mk. Nehmen wir weiter an, daß jedes Mutterthier, welches von dem guten Bullen stammt, pro Tag ein Liter Milch mehr gäbe, so macht dies pro Jahr bei einem Preis der Milch von 10 Pfg. pro Liter einen Mehrertrag von 36.50 Mk. pro Jahr und Kuh aus und von 30 Thieren pro Jahr 1095 Mk., im Ganzen also jährlicher Nutzen des guten Bullen 4095 Mk. Wenn der Bulle blos 3 Jahre zur Zucht verwandt würde, so würde der Gemeinde oder dem Privatbesitzer dadurch, daß er einen guten Bullen verwandte statt eines schlechten, ein Nutzen von 12 285 Mk. erwachsen. Wie die Verhältnisse heute liegen, kostet ein geringer Bulle 300 Mk., ein guter Bulle der Simmenthaler Rasse 800—1200 Mk., also mithin ein Unterschied von 700 Mk. Was bedeutet diese Zahl gegenüber dem Nutzen, den ein guter Bulle nach obiger Rechnung seinem Besitzer mehr einbringt, als der geringere, nämlich 12 285 Mk., der eher viel zu niedrig als wie zu hoch angeschlagen ist. Welcher Nutzen durch einen guten Zuchtbullen erzielt werden kann, zeigte ein Beispiel aus unserem Vereine. Herr G. Dörr II., Rixfeld brachte vor ca. drei Jahren 2 geringere Kühe zu dem Originalbullen der Gutsverwaltung Stockhausen. Er besitzt heute 2 sehr schöne Rinder von diesen Kühen, die dem Vater nachgeschlagen sind und die mindestens zusammen 900 Mk. werth sind. In vielen Gemeinden konnte man einer bestimmten Altersklasse von Kälbern, Jungvieh oder auch erwachsenen Thieren eine gleichmäßige, bedeutend bessere Beschaffenheit als wie den Eltern anmerken und meistens war dies auf einen guten Zuchtbullen zurückzusühren; umgekehrt zeigte sich auch vielfach eine Verschlechterung des Viehstandes durch schlechte Bullen. Ein Beispiel wie man einen Viehstand in kurzer Zeit ohne große Kosten heben kann, bot sich bei Herrn Fr. Schmidt II., Angersbach. Derselbe har fast nur von einer guten Kuh nachgezogen und besitzt heute ein solch gutes Vieh, daß ihm 4 Thiere in die II. Klasse, 2 in die III. Klasse ausgenommen werden konnten. Außer aus größeren Gütern sanden sich Zuchtthiere, die in die I. Klasse ausgenommen werden werden konnten, bet den Herren Heinr. Döll IV., Wallenrod, Fr. Friedrich, Reuters, Konrad Ludwig, Engelrod. Welche Preise durch gute Zuchtthiere erzielt werden können, zeigt uns der Umstand, daß Herrn Heinr. Döll IV., Wallenrod für ein Bullensaugkalb 200 Mk. geboten wurde, der Riedesel'schen Gutsverwaltung Sickendorf für ein Mutterkalb 300 Mk., Herr H. Backhaus, Rudlos für em Bullenkalb 300 Mk., Herrn Conrad Ludwig für ein Mutterkalb 200 Mk. Daß die Simmenthaler Rasse in Milchergiebigkeit mit anderen Rassen concurriren kann, zeigt uns der Umstand, daß Milcherträge von 20—30 Liter pro Kuh den Tag nichts seltenes sind. Die unter Nr. 184 in unserem Zuchtbuche aufgenommene Kuh von der Gutsverwaltung Sickendorf gab längere Zeit 35 Liter Milch pro Tag bei hohem Fettgehalt. Zu bedauern ist es, daß den Bestrebungen des Zuchtvereins großes Mißtrauen entgegengebracht wurde. In Maar z. B. wurde der Körcommission von verschiedenen Einwohnern erwidert: „Der Zuchtverein tauge nichts für ihren Ort, mit Stierenzucht würde bei ihnen das meiste Geld verdient." Da -ist denn doch eine Aufklärung über den Zuchtverein nöthig. Der Zuchtverein bezweckt nur, den Rindviehstand unserer Gegend zu verbeffern und hält hierzu die Simmen thaler Rasse am geeignetsten, da diese vielseitige Nutzung, Frühreife und gute Futterausnutzungsfähigkeit besitzt. Wenn die Mitglieder Stiere ziehen wollen, so verwehrt ihnen k der Zuchtverein durchaus nicht, im Gegentheil glaubt ei h von reinen Simmenthaler Ochsen und Mutterthieren, in d , Simmenthaler Blut steckt, bessere Zugochsen erzielt als von Bastardbullen und kleinen schlechtgebauten Kühen Landrasse. Auf der Magdeburger Ausstellung im Juli w waren es gerade zwei Simmenthaler Ochsen, die bei h" Zugprüfung den ersten Preis gewannen. Sie zogen aus J schweren Wagen 470 Gentner. Zum Schlüsse sei noch ans eine schlechte Einrichtung d> Viehställe hingewiesen. Man findet fast durchgängig in b Ställen zu hohe Krippen und viel zu hohe Raufen, woduo das Vieh leicht senkrückig wird. Ferner sind die Stcmr vielfach zu abschüssig gepflastert, wodurch eine schlechte tz. staltung der Hinterhand bei dem Vieh hervorgerusen wir! Endlich sind die Ställe vielfach mit unnützen Scheidewand^ durchzogen, die nur den Stall verdunkeln und Unreinlichke> befördern. (Aus dem LauterbacherKreisblatt.) Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen während des Monats März 1890. Milzbrand wurde festgestellt in den Orten des Krei^ Friedberg Wickstadt am 4., Okarben am 16. und Ober-Wöllstadt 23., in Nieder-Mockstadt, Kreis Büdingen, am 26., im Kreise in Alten-Buseck am 6. und Birklar am 10., ferner in Offenbe?^ Kreis Alzey, am 29. März, jedesmal bei einem crepitten Rtn^ viehstücke. Rotz. Die in Lengfeld und. Habitzheim, Kreis Dieburg, weaa- Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung stehend» Pferde wurden wieder freigegeben. In Offenbach stehen drei Pferde eines Besitzers wegen An- steckungsverdachts unter polizeilicher Beobachtung und ein $feih desselben Besitzers wegen Verdachts der Seuche unter Stallspnre Zwei Pferde eines anderen Besitzers unterstehen noch der erstes Maßnahme. Die Maul- und Klauenseuche in Rimbach und in Viernheim, Kreis Heppenheim, ist erloschen. In Nidda, Kreis Büdingen, ist die Seuche in drei wetteren Gehöften aufgetreten, so daß daselbst jetzt zusammen sechs Gebötie mit 28 Stück Rindvieh, 22 Schafen, 5 Ziegen und 11 Schweim verseucht wurden. Im Krelse Büdingen wurde die Seuche ferm festgestellt in Geiß-Nidda am 3. März in zwei Gehöften mit 8 Stück Rindvieh, 3 Schafen und 6 Schweinen, in Wallernhausen ai 10. März in zwei Gehöften mit 17 Stück Rindvieh und 2 Schafen in Büdingen am 19. März in einem Gehöfte mit 4 Stück Rtndviü und am 22. März in einem Gehöfte bei Lorbach mit 40 Stück Rind: vieh und 15 Schweinen. Im Kreise Groß-Gerau wurde die Seuche festgestellt in Bischofsheim am 2. März in zwei Gehöftes mb 7 Stück Rindvieh, und in Groß-Gerau am 5. März in zwei Ge» Höften mit 13 Stück Rindvieh. Die Seuche wurde noch festgestck im Kreise Bingen in Gau-Algeshetm am 11. März in einem Höfte mit 3 Stück Rindvieh und in Heidesheim am 24. März i> einem Gehöfte mit 4 Stück Rindvieh; im Kreise Worms tu Eich am 10. März in einem Gehöfe mit 5 Stück Rindvieh, unb ta Kreise Oppenheim in Hillesheim am 20. März in einem Gehöfte mit 7 Stück Rindvieh, 1 Ziege und 4 Schweinen. In Bischofsheim, Groß-Gerau und Eich ist die.Seuche »lebtt erloschen. Festgestellt wurde dieselbe endlich noch in Darmstadt ra 24. März bet einem Transport von 40 zum Schlachten befttmmta Mastochsen. Der Bläschen ausschlag unter dem Rindvieh in FM- gesäß, Kreis Erbach, in Oberndorf und in Nieder-Gemünder» ta Kreise Alsfeld, in Götzenhain im Kreise Offenbach, in Kaicheo md in Ossenheim im Kreise Friedberg ist erloschen. — In Lasbrch, Kreis Schotten, herrscht tue Seuche noch fort. Festgestellt wurde die Seuche am 4. in Udenheim im Stellt Oppenheim, am 6. in Gadern, Kreis Heppenheim, am 10., bezw. 13. in Bieben und Udenhausen, Kreis Alsfeld, am 10., bezw. 29. und 30. in Götzen, Betzenrod und Steinberg, Kreis Schotten, am 13. in Ober-Kleingumpen, Kreis Erbach, und am 29. in Stangenrod, Sreiä Gießen. Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Dotn- Assenheim im Kreise Friedberg, in den Orten des Kreises Büdtngw, Gelnhaar, Bergheim und Usenborn. Beim Herannahen des Frühlings machen sich in der Familie wie bei dem Einzelnen die verschiedensten Bedürfnisse für die wärmere Jahreszeit geltend. 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Gleichzeitig bringe alle ins Stickereifach einschlagenden Artikel in em- psehlende Erinnerung. J. H. Fuhr, Sonnenstrasik 25. • — •■MMN'*'» »"•*•—» • «t - » —■■■■■»»«v —r irr.ia ■■■ — —- A cMu/nff / Wohne jetzt Marktplatz 22, parterre. Alle in mein Fach einschlagende Arbeiten werden schnell, gut und billig angefertigt. Monogramme und Wappen auf Briefpapier und Couverts äußerst billig. 3708 Max Rühl, Metall-Graveur. 3374] Ein ordentlicher Junge, welcher die Eonditorei erlernen will, wird ge- sucht. Näheres in der Exped. d. Bl. 2323] Kost und LogiS ä jt 1.- per Tag können mehrere Herren erhalten. Neustadt 48 bei E. Harms. nach Auskunft crtheilcr / von der Becko L Uaraily, Antwerpen J. I?or?inf, C ricralacent, Mainz. W. Klippstein in Langsdorf [371 PaShcü kaufen (3545 lUftttnhfimrr & Zchulthns. 3385] Pensionärinnen finden freundliche und gute Aufnahme. Näheres in der Exved. d. 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