Nr. 49. 1890 Donnerstag den 27. Februar w »ießener Anzeiger General-Anzeiger. Stints# und Slnjeigeblatt für den T^rers Greben Rcdactton, Expedilion und Druckerei-. SchutSratz-Ar.'!. Fernsprecher 51. Vierteljähriger ASonncmentsprctt» r 2 Mark 20 Pfg. mN Brmgerlohn. Durch die Poft bezogen 2 Mark 50 Pfg. Lu (Siebener I»«misienötä1ter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der geheuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Gratisbeilage: Gießener Kamilienölätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Alle AnnonceN'Bureaux deS In# und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen Deutsches £tetd>. Darmstadt, 25. Februar. Die Zweite Kammer der Stände tritt am Dienstag, den 4. März, zu ihrer 38. Sitzung zusammen; auf der Tagesordnung stehen n. A.: Berathungen über: die Rückäußerung Erster Kammer bezüglich des Gesuchs von Steuercommissariats-Gehilfen um Regelung ihrer Gehalts- und Pensionsverhältnisse,' die Borlage Großh. Ministeriums der Finanzen, betr. die Verwendung von 10 550 Mk. aus dem Kurfonds des Bades Bad-Nauheim zum Zwecke der Herstellung der neuen Terrassenstraße daselbst- die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, betr. Verwendung eines Betrags von 31 100 Mk. zur Erbauung eines Küchenanbaues, der Vergrößerung der nördlichen Terrasse und der Restaurationshalle, sowie zur Verlegung der westlich des Curhanses gelegenen Zufahrtstraße zu Bad-Nauheim zu Lasten des Curfonds; die Vorstellung des Ortsvorllandes von Unrerschmitten, betreffend den Bahnbetrieb von Nidda nach Schotten, insbesondere die Personentaxe; die als Antrag von den Abgg. Haas, Hechler und Genossen übergebene Vorstellung mehrerer in den Ruhestand getretener Steuercommissäre um Erhöhung ihrer Pension - die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, den Personal-Etat für' die Oberhessischen Eisenbahnen betreffend, zugleich die Vorstellung der Stationsvorsteher der Oberhessischen Eisenbahnen, deren Gehaltsverhältnisse betreffend, sowie das Gesuch der Bahnmeister genannter Bahn, wegen Aufbesserung ihrer Gehalte - die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, den Personal-Etat für die Nebenbahn Hungen—Laubach (mit Abzweigung nach der Friedrichshütte) betreffend - die Vorstellung und Bitte der Firma S. Merzbach in Offenbach a. M., betreffend Begründung einer Großh. Hessischen Staats-Klassenlotterie - die Eingabe einer großen Anzahl Gewerbtreibender des Großherzogthums, betreffend die Besteuerung des Gewerbebetriebs der Cousumvereine, bezw. Hausfrauenvereine im Großherzogthum Hessen - die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, betreffend Bewilligung der durch die Reparatur der Fulda-Brücke (Eisenbahn-Linie Gießen—Fulda) erwachsenen Kosten int Betrage von 3750 Mk. aus den Ueberschüffen der laufenden Finanzperiode. nn. Darmstadt, 25. Februar. Unter dem Vorsitz des 1 Präsidenten, Oberlandesgerichtsrath Heinzerling, trat heute , Morgen die vierte ordentliche evangelische Landessynode zu einer dreitägigen Sitzung zusammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung fand zunächst die Beeidigung der neu cingetretenen Mitglieder der Synode statt, sowie die Verkündigung neuer Einläufe und Bcrichts- anzeigen. Sodann trat die Synode in die Berathung der Vorlage Großh. Oberconsistoriums, den Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben des evang. Centralkirchensonds für die Jahre 1890/95 betr. Der Synodale Brandt-Mainz als Berichterstatter conserirte zunächst über das Budget, indem er hervorhob, daß, obwohl sich die Finanzlage nicht geändert habe, in der bevorstehenden Periode große Anforderungen bezüglich der Einnahmen und Ausgaben an den Central- Kirchenfond gestellt würden, so daß bei Festsetzung des Voranschlags große Vorsicht und Sparsamkeit geboten erschien. Nach Eintritt in die Detail-Berathungen der „Ausgaben" nahm die Synode im Großen und Ganzen die einzelnen Positionen, welche zur Berathung standen, an, so daß für Kosten der Landessynode Mk. 2000, für die Kosten des Oberconsistoriums Mk. 57300, für Bureaukosten der Superintendenten Mk. 925, für Zuschuß zu dem Besoldungsfond der Snperintendantur Darmstadt Mk. 2911, für Diäten und Reisekosten der Superintendenten Mk. 6500, für Gebühren der Stiftungsanwälte Mk. 500, für Kosten des evangelischen Prediger-Seminars Mk. 22000 bewilligt wurden. Aus der Mitte der Synode wurde auch der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß man nach der Errichtung einer Pensicviskasse streben möge, selbst wenn dieses auf Kosten der Erhöhung der Kirchensteuer geschehen müßte. Morgen findet die Fortsetzung der Budgetberathung statt. Neueste Nuchvichten. Wolffs telegraphisches Corrcspondenz-Bureai'. Berlin, 25. Februar. Der Kaiser conserirte Mittags längere Zeit mit dem Fürsten Bismarck. — Das Abgeordnetenhaus setzte die Berathung des Budgets des Ministeriums des Innern fort und bewilligte nach unerheblicher Debatte das Gehalt des Ministers. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr. Fortsetzung. Berlin, 25. Februar. Amtliches Wahlresultat. (Schluß.) Von 9 restirenden Wahlen ist das Ergebniß: Gewählt: 1 Conservativer, 1 Nationalliberaler, 1 Elsässer, 1 Antisemit und 5 Stichwahlen - daran sind betheiligt: 4 Nationalliberale, 1 Freisinniger, 3 Socialisten, 1 Wilder, 1 Centrum. , — Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge werden demnächst zwei auf die Trennung der Bergabtheilung vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten und die Zutheilung derselben zum Handelsministerium bezügliche Vorlagen dem Abgeordnetenhause zugehen. Feuilleton. Nemesis. Eine Erzählung aus dem Leben von Arthur Stein. In der paradiesisch schönsten Gegend der Grafschaft Midland lag das alte verfallene Herrenhaus, und obgleich der .hauch des Frühlings alles ringsum mit Duft und Sonne erfüllte, erschien es mir, als hätte ich nie im Leben einen io traurigen Ort gesehen, als diesen, trotzdem ich öfter schon verfallene Schlösser sah und mich in vergessenen, vernachlässigten Parks ergangen habe. Diese Einsamkeit, diese Verwüstung indeß scheint mir ganz anderer Natur. In diesem 2inne äußerte ich mich zu dem Bicar, als er mich um das öde Haus führte und mir die Merkmale vergangener Schönheiten wies, die selbst jetzt sehr wohl erkennbar waren. „Sie müssen dies aber nicht etwa mit einer gewöhn- . Ich en Ruine vergleichen", versetzte er. „Die einfache That- siche ist, die Besitzung ist der Krone anheim gefallen als herrenloses Gut. Auf dem Weftflügel dort ist eine Thür, hic man mir etwas Geschick und Anstrengung öffnen kann. Würde es Ihnen gefallen, das Innere des Hauses in Augen- - ichein zu nehmen, soweit das nämlich möglich ist, denn der Algang ist nur zu drei Zimmern." Die Thür führte in ein kleines Borzimmer, so winzig, daß; ein Sopha, Tisch nnd Stuhl nebst einem kleinen Bücher- iiänider dasselbe vollständig auszusüllen schien. Der Vicar vismete eine andere Thür, der ersten gegenüber, und ich folgte ihm: in ein großes luftiges Schlafzimmer, dessen Vorhänge kiiisü hochroth gewesen sein mochten, jetzt aber zu einem röth- lidjen Braun verschossen waren und in Fetzen hingen, an den LleAen, wo Hände dieselben einst auf- und zugezogen. Von einem Ende zum andern waren sie von Myriaden von Motten zernagt. Das Zimmer selbst war mit kostbaren und prächtigen Verzierungen ausgestattet und die Wände mit noch so wohlerhaltenen Gemälden behangen, als wollten sie die gebrauchten und abgenutzten Möbel verhöhnen. „Gibt es schönere Gemälde selbst in einer Bildergallerie als diese es sind?" fragte ich den Vicar, als derselbe abermals eine gegenüberliegende Thür geöffnet, durch welche wir eintraten. „Nein, dieselben sind die ausgesuchtesten einer Sammlung, und in diesem Zimmer sind die vorzüglichsten Familien- portraits, kommen Sie!" Er schob einen schweren seidenen Vorhang zur Seite und wir traten in ein Gemach, das an Größe und Form bem_ Schlafzimmer genau entsprach, aber zu einem Gesellschaftszimmer , einer Bibliothek, einem Musikzimmer alles vereinigt, nicht nur hübsch, sondern sogar reich ausgestattet war, wie ich trotz des Verfalls und des Nagens des Zahns der Zeit bemerken konnte- jedoch war die Einrichtung eine so vielfältige, als ob hundert verschiedene Geschmacksrichtungen oder möglicherweise ein solcher, der rastlos von Jahr zu Jahr änderte, dieselbe vorgenommen. „Diese," sagte der Vicar, auf die dicht besetzten Wände weisend, „sind die besten der Familienportraits oder besser gesagt die neuesten. Wollen Sie sich gefälligst dieses eine näher ansehen? Er ist der letzte Besitzer?" „Starb er jung?" „N — ein!" „Wollen Sie, da Sie dieselben zu kennen scheinen, mir die Geschichte dieses trostlosen Aufenthalts mittheilen," bat ich den Vicar, mich auf einem Sessel vor jenem Portrait niederlassend. //Ich werde sie Ihnen erzählen, während wir nach Hause gehen," antwortete er, als er jedoch sah, wie ermüdet ich Dortmund, 25. Februar. Auf der Zeche „Sieben Planeten" hat gestern eine Explosion schlagender Wetter stattgefunden. 5 Bergleute erlitten Brandwunden, eine Betriebsstörung wurde nicht verursacht. Barmen, 25. Februar. Eine zahlreich besuchte Versammlung der Riemen dreh er sprach sich für die zehnstündige Arbeitszeit, Abschaffung aller Ueberstunden, Accord- und Nachtarbeit aus. Von den 15 größten Riemendrehereien wurden je 3 Arbeiter gewählt, um gütlich mit den Fabrikbesitzern über Lohnerhöhung zu unterhandeln. Vorn Strike wurde vorläufig Abstand genommen. Zwickau, 25. Februar. Der Verband sächsischer Berg- und Hüttenarbeiter richtete eine Petition an den Landtag, in welcher nm die Einführung eines Rechtsmittels gegen die Entscheidungen des Bergschiedsgerichts ersucht wird. Die Petition führt aus, das bloße Vorhandensein einer Berufungsinstanz werde das Nechtsbewußtsein stärken und eine gleichmäßige Auslegung der specietlen Bergrechtssätze schaffen. Bremen, 25. Februar. An Stelle Gildemeisters wurde heute Richter Stadtläuder zum Senator gewählt. Paris, 25. Februar. Die Verhandlung über die Beschwerde wegen der Einschränkung der Anklagen in der Affaire der (Societe de Metaux hat heute stattgefunden. Das Unheil erfolgt in nächster Woche. Paris, 25. Februar. Eine Versammlung von sechshundert Maurern in Marseille protestirte gegen die Verwendung italienischer Arbeiter beim Bau des Postgebäudes. Der Prüftet versprach, sich mit der Angelegenheit, zu beschäftigen und ermahnte die Arbeiter, den Italienern gegenüber Ruhe zu beobachten, um einen internationalen Zwischenfall zu vermeiden. ~ Der Herzog von Orleans wurde nach Clairvaux überführt. Clairvaux, 25. Februar. Der Herzog von Orleans ist heute früh 7 Uhr 35 Minuten hier eingetrofftn und wurde alsbald in das Gefängniß aufgenommen. Der Herzog wird der für politische Gefangene giltigen Hausregel unterworfen. London, 25. Februar. Im Unterhause theilte Fer- gusson heute mit, daß die Regierung sich bereit erklärte, an der vom deutschen Kaiser vorgeschlagenen Conferenz in Berlin in Gemäßheit der von England aeceptirten Grundsätze der Gesetzgebung theilzunehmen. London, 25. Februar. Bei der Adreßdebatte bringt Graham ein Amendement ein betreffs der Erörterung der Beschränkung der Arbeitsstunden auf der Berliner und Berner Conferenz. Fergusson erklärt, da die Regierung Einladungen von Deutschland und der Schweiz erhalten habe, so könne das Amendement jetzt nicht berathen werden, indem war und wir nichts dir nichts gezwungen, dort Rast zu halten, nahm er einen anderen Sessel und, den dicken Staub nebst verschiedenen Spinnweben mit der Hand abstäubend, setzte er sich und begann die Erzählung in einem so unruhigen Flüsterton, daß meine Nerven dermaßen aufgeregt wurden, daß ich mich fast scheute, mich umzublicken. „Lindley Warwick war ein sehr junger Mann, als er diese Besitzung ererbt, bildschön, wie Sie sehen können, und stolz, und zwar mit einem Stolz, der empfindlich und höchst verfeinert zu nennen war. Daß solch ein Mann, im unbeschränkten Besitz eines feinen Gutes, von hoher Geburt, erzogen und vollendet, wie wenig Gentlemen des Landes zu jener Zeit es waren, die Zierde jedes Gesellschaftszimmers von London war, ist wohl kein Wunder, daß solch ein Mann, geübt in jedem gesellschaftlichen Umgang, frei und fast verschwenderisch mit seinem Reichthum, der Liebling eines jeden Landsitzes war, ist gleichfalls natürlich. Wenige, die sich seiner geistreichen Unter- haltungsgabe freuten, bemerkten das Fehlen edelsinniger Zu- rieigung, oder die kalte Gleichgiltigkeit, denen gegenüber, welchen es nicht vergönnt war, in den magischen Zirkeln verfeinerter und cultivirter Gesellschaft, in welcher er glänzle, zu erscheinen. Wenige, die mit Bewunderung in das vollendet edle Antlitz blickten, bemerkten, daß die Hoheit, die ihm so wohl anstand, doch nichts war als grausam kalter Stolz. Hier lebte er ein ober zwei Monate im Jahr und bann hatte er stets das Haus voll Gäste und übte die Pflicht der Gastfreundschaft mit dem verschwenderischsten Glanze. Zwischen diesen Besuchen erfreute er sich öfters heiterer Unterhaltung in seinem Schlosse zu London, dann auf seinen weitere Unterhandlungen nöthig seien und die Einladungen einer Modisteirung unterworfen werden könnten. Die Schweiz habe angesichts der beabsichtigten Berliner Conserenz die Ab- haltung der Berner Conferenz verschoben. Die Regierung habe aus die Einladung Deutschlands in fernem unsympathischen Geiste geantwortet; dieselbe müsse jedoch das Amendement bekämpfen, da es die Hände der Regierung binden würde. Das Amendement wird sodann mit 198 gegen 87 Stimmen abgelehnt. Brüssel, 25. Februar. Die belgische Regierung beant- wortete heute die Einladung zur Berliner Con- screnz. Sie nimmt die Einladung bereitwilligst an und tritt den Gesinnungen bei, welche den deutschen Kaiser bei seiner Einleitung leitete». Wenn ihr das Couserenzprogramm zugegangen, würde die belgische Regierung wahrscheinlich einige Vorbehalte machen müssen, namentlich betreffs der Schwierigkeiten, welche aus den in den Gesetzen, den Arbeitsbedingungen der einzelnen Länder und in den internationalen Arbeitsverhältnissen hinsichtlich der Zollirage bestehenden Verschiedenartigkeiten sich ergäben. Rom, 25. Februar. Bor dem Schwurgericht begann der Proceß gegen 32 bei den am 8. Februar 1889 hier statt- gesnndenen Unruhen betheiligte Arbeiter. Eine bedeutende Anzahl von Zeugen und Beschädigten ist vorgeladen. Die Bcrhandlnng dauert jedenfalls mehrere Wochen. Madrid, 25. Februar. Das Befinden des Königs hat sich bedeutend gebessert. Petersburg, 25. Februar. Dem „Invaliden" zufolge wird durch eine kaiserliche Verordnung der Kriegsstand des Kuban'schen Kosaken Heere s um 2 Ersatzregimenter zu 4 Sotnien, der Kriegsstand des Terek'schen Kosakenheeres nm eine Sotuie für jedes Ersatzregiment erhöht. Das Ural'sche Kosakenheer stellt im Kriegsfälle zukünftig 32 berittene Sotnien außer dem Friedenöstande. Stockholm, 25. Februar. Aus dem Gute Vrcten im Bezirk Skaraborg ist vor einigen Tagen neuerdings die S ch iv e i n e p e st a n s g e b r o ch e n. Rewyork, 25. Februar. Nach weiteren Meldungen über die Katastrophe in Arizona stürzte am Samstag eine ungeheuere Wasserwoge den Hassayampafluß hinunter, wobei 34 am Damm beschäftigte Arbeiter ertranken. Im Gegensätze zu den ersten Meldungen wird nun berichtet, daß die Stadt Wickenburg gerettet ist. Der Menschenverlust zwischen Wickenburg und dem Damm dürste 40 nicht übersteigen. Locales und provinzielles. Gießen, 26. Februar. — Reichstagswahl. Bei der Wahl am 20. Februar slimmten in hiesiger Stadt von rund 3100 Wahlberechtigten nur 2650, es machten sonach ca. 450 von ihrem Wahlrechte keinen Gebrauch. Wie viele von den Weggebliebenen durch Krankheit, BerussgeftjMe u. s. w. verhindert wurden, an die Wahlurne zu treten, soll hier nicht untersucht werden, Thctt- sache aber ist, daß von den Weggebliebenen der größte Theil zu den Säumigen, Gleichgültigen gerechnet werden kann. An diese Letzteren wenden wir uns angesichts der am Freitag den 28. ds. Mts. stattfindenden Stichwahl nochmals mit dem Ersuchen, doch von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Wahl findet nach dcnselb en Listen und in denselben Localen statt, Stimmzettel sind an den Wahllocalen zu haben. Nachstehend veröffentlichen wir wiederholt zur Nachachtung für alle Dicjeni gen, die am 20. Februar den Weg zum Wahllocale nicht finden konnten, eine Uebersicht über die Eintheilnng der Wahlbezirke und Wahllocale in der Stadt Gießen: I. Wahlbezirk: Wallthorstraße, Lindengasse, Hundsgasse, Zozelsgasse, Flügelsgasse, Asterweg, Schillerstrabe, Nordanlage, Steinstraße, Schottstraße, Ederstraße, Weser- straße, Dammstraße, Marburgerstraße, Rodberg, Wiesecker- weg. Wahllocal: Schulhaus, Asterweg. Jagdgründen in Schottland, dann unterwegs oder andere Familien besuchend. Er war das Ziel, auf welches die Blicke und Gedanken der Mütter gerichtet waren, er war das Ideal ihrer Töchter __ er war der verzogene Liebling der Gesellschaft. Eines Tages, als er hier in Gesellschaft heiterer, vornehmer Gäste lebte, wurde ein tölpelhafter Versuch von einem paar Ein- | brechern gemacht, das Haus zu berauben- ich glanbe, es war der Herr selbst, der die Räuber zuerst gehört- wie dem auch sei, jedenfalls wurden dieselben verscheucht, ehe sie einen Eingang finden konnten, und nur ein kleiner Knabe, welchen die Elenden Lurch eine mit Gewalt durchbrochene Oesfnung steckten, um die Thür von Innen zu öffnen, war der einzige Gesungene. Dieser Knabe war das einzige Kind einer Frau, die ein sehr stilles, zurückgezogenes Leben führte in einer ziemlich ärmlichen Hütte, die man ihr gegeben- man sagte, von dem verstorbenen Herrn selbst. Sie war Spanierin von Geburt, ein wundervolles dunkles Weib, von welcher, obgleich sie ihm so nahe wohnte, nie Jemand gehört, daß sie den Namen jenes reichen Mannes genannt, welcher sie aus ihrer Heimath hierher gelockt — ein armes Weib, deren einsames Leben verknüpft war mit dem ihres Kindes. Als sie erfahren, was geschehen, und daß der Besitzer ihren Knaben eingeschlofjen und zur Polizei gesandt hatte, kam sie aufs Schloß, zum ersten Male seit jener Zeit, als der Vater des jetzigen Herrn und zugleich der Vater ihres eigenen .Kindes sich herzlos abgewandt von ihr und erzählte dem jungen Edelmann mit heißen bitter« Thränen den einzigen Grund, warum er Mitleid haben möge mit ihrem Knaben. (Fortsetzung folgt.) * Angeklagter (zu seinem Vertheidiger): „Herr Doctor^ i dank Jhna schön für mei Freisprechung — zahlen kann i Jhna net — erlaubens, daß i Jhna an Schinken von der gestohlenen San schick!" II. Wahlbezirk: Kirchen- und Lindenplatz, aus der Bach, Wetzsteingasse, Braugafse, Brandgasse, Braudplatz, Ost I anlage, Wiesenstraße, Schloßgasse, Eanzleiberg, Kaplancigasse, Schülstraße, Waagengasse, Dreihäuscrgasse, Neuen Bäue, Erlcngasse, Weidengasse, Sonnenstraße. Wahllocal: Schnl- I Haus, Schul st r a ß e. III. Wahlbezirk: Gartenstraße, Ludwigsplatz, Grün- bergerstraße, Wolsstraße, Eichgärteu, Licherstraße, Nahrungs berg, Schiffenbergerweg, LudwigSstraße, Löberstraße, Lony- straße, Stephanstraße und Gemarkung Schissenberg. Wahllocal: alte Realschule (Bürgermeisterei). IV. Wahlbezirk: Marktplatz, Neuenweg, Südanlage, BiSmarckstraße, Göthestraße, Bleichstraße, Seltersweg, Mai- gasse, Plockstraße. Wahllocal: altes Nathhaus. V. Wahlbezirk: Mäusburg, Kreuzplatz, KaplanS- gasfc, Katharinengasse, Burggraben, Marktstraße, Wettergasse, Sandgasse,' Rittergasse, Neustadt, Tiesenweg, Korn- blumeugasse, große und kleine Mühlgasse, Lahnstraße, Rod- heimerstraße, Hammstraße, Schützenstraße, Krofdorferstraße | und der Weg an der Hardt. Wahllocal: Sch ul haus in der Ne ust adt. VI. Wahlbezirk: Wolkengasse, Löwengasse, Teusels- lustgärtchen, Bahnhosstraße, Westanlage, Frankfurterstraße, Alicestraße, Liebigstraße, Riegelpsad, Leihgesternerweg, Wil- helmstraße, an den Bahnhöfen. W a h l l o c a l: S ch u l h a u s, W e ft anlage. Aber auch au die außerhalb Gießens wohnenden Wähler | unseres Wahlkreises richten wir die dringende Bitte, von ihrem Wahlrechte den ausgiebigsten Gebrauch zu machen, nicht nur selbst zu wählen, sondern auch die Säumigen herauzuziehen. lieber 3000 Stimmen wurden im Vergleich zur Abstimmung im Jahre 1887 bei der Wahl am 20. Februar d. Js. weniger abgegeben, trotzdem angenommen werden muß, daß seit 1887 eine der Bevölkerungszunahme entsprechende Vermehrung der Wahlberechtigten stattgesnnden hat. — Am Montag Abend fand in Steins Garten die erste Sitzung des Gesammt-Comites für die Abhaltung des Lahnthal-Sangerbund Festes, welches bekanntlich in diesem Jahre am hiesigen Orte abgehalten wird, statt. Herr I. Kirch als 2. Festpräsident eröffnet die Sitzung, begrüßt die Versammlung und spricht noch insbesondere den Herren I Vertretern der Civil- und Militärbehörden für ihr Erscheinen und ihre Mitwirkung bei den Arbeiten des Festes seinen Dank aus. Nach einem von Herrn Ph. Uhl eingegangenen Schreiben legt derselbe sein in voriger constituirenden Sitzung übertragenes Amt als 1. Festpräsident wegen Krankheitsfällen in seiner Familie nieder, was von der Versammlung mit I Bedauern zur Kenntniß genommen wird. Da Herr I. Kirch dieses Amt geschäftlicher Verhinderung halber nicht annehmen zu köünen erklärte, wurde aus Vorschlag Herr Fabrikant Georgi als 1. Festpräsident einstimmig gewühlt. — ES folgt hierauf ein Bericht des engeren Comitös über seine seitherige Thätigkeit, sowie Bekanntgabe der in der letzten Sitzung desselben gefaßten Beschlüsse. — Zum Fest-Dirigenten wurde alsdann Herr Musiklehrer Bauer ernannt. — Da sich die Anstellung eines Dieners als nothwendig ergibt, wird Herr Clubdiener Berg als solcher angenommen. - Nach einem Anträge des Musik-Ausschusses werden hierauf folgende Chorlieder bestimmt: 1) Das Grab am Bussento, 2) Die Nacht am Meer, 3) Der frohe Wandersmann, 4) Das deutsche Lied. Zur Mitwirkung bei dem Feste haben sich von hiesigen, nicht zum Lahnthal-Sängerbund gehörigen Vereinen bestimmt erklärt: Männergesangverein, Concordia, Bürgergesellschajt, Heiterkeit, während 3 Vereine bedingungsweise zugesagt, resp. ihre Mitwirkung von der Erbauung einer zur Abhaltung des Coneertes geeigneten größeren Halle abhängig machen und sich die weitere Beschlußfassung ihrer betreffenden Vereine Vorbehalten. — Die weiter für das (Somite zugezogenen Herren werden alsdann in die verschiedenen Ausschüsse eingekeilt und besteht der engere Fest- Ausschuß nunmehr ans den Herren: Provinzialdireetor Frhr. v. Gagcrn, Oberst v. Rogge, Geh.HosrathProfessor Dr. Oncken, Professor Dr. Pasch, Prof. Dr. Streng, sowie den Herren: Bürgermeister Gnauth als Ehren-Fest- präsident, Fabrikant Georgi, 1., und I. Kirch, 2. Fest- i Präsident, C. Stohr und L. Huhn, Schriftführer, Ferd. Hoffmann, Rechner, ferner den Obmännern der einzelnen Ausschüsse und den Vorsitzenden der beiden festgebenden Vereine, W. Löb er nnd Balth. Schwan. — Als Festtage wurden der 29. und 30. Juni bestimmt und für den Abend des 28. Juni ein Commers in Aussicht genommen. — lieber I die Beschaffung eines Garantiesonds, resp. die Uebernahme der Kosten, entfpinnt sich eine längere Debatte, da die beiden sestgebenden Vereine, der „Bauer'sche Gesangverein" und „Harmonie", sich nur zur Uebernahme eines allensallsigen Deficits erklären, wenn von der Erbauung einer größeren, bedeutende Kosten verursachenden Halle für das Concert Abstand genommen und das Fest in ähnlicher Weise, wie das 1878 hier abgehattene, ausgesührt würde. Auch die Frage i bezüglich des Platzes zur Abhaltung des Festes wurde hierbei einer eingehenden Debatte unterzogen und die beiden Vorschläge, Oswalds Garten und Steins Etablissement aus ihre Zweckmäßigkeit geprüft. Die Abstimmung ergab, daß Oswalds Garten bezüglich seiner Größe und Lage als der geeignetste Platz befunden wurde. Weiter würde die Erbauung einer zweckentsprechenden größeren Bühne für Sänger I und Musik beschlossen. — Als ordentlicher Prosessor der Augenheilkunde wurde der außerordentliche Prosessor Dr. Vossius, seither in Königsberg, nach hier berufen. — Herr Postseeretär Ockel hier wurde zum Ober-Post- I directions-Secretür in Darmstadt ernannt. — Vor der Strafkammer wurde gestern ein junger • Mensch abgenrtheilt, welcher in einem hiesigen Geschäfte als Hausbursche bedienstet war und in unbewachten Augenblicken des öfteren die Ladeukasse um recht erhebliche Beträge plünderte. Ein Jahr Gesängniß ist die Sühne für die verschiedenen Be- gangenschasten. * Friedberg, 25. Februar. Ein Leichenzug, wie einen solchen Friedberg wohl noch nie gesehen hat, bewegte sich gestern Nachmittag 4 Uhr durch die Straßen unserer Stadt dem jüdischen Friedhöfe zu. Galt es doch, die irdischen Uebcrrefte des edlen, heldemnüthigen Jünglings, des 22jährigen Moritz Löb, dem Schooße der Erde zu übergeben, der am Samstag aus dem Nauheimer Teiche bei Errettung Anderer ertrank. Alle Civil- und Militär-Behörden, das Lehrer- und Predigerseminar, Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen Friedbergs und der ganzen Umgegend gaben dem Edlen das letzte Ehrengeleite. Ein Landauer Wagen, gefüllt mit prachtvollen Kränzen, Blumen, Palmzweigen mit Schleifen, alle gewidmet von christlichen Mitbürgern, fuhren un Zuge. Auch eine Schaar seiner christlichen Freundinnen, jede mit einem schönen Kranze, hatte sich dem Zuge angeschlossen- das Weinen und Schluchzen war weit vernehmbar. Der Verstorbene wollte Retter zweier Menschenleben werden, dabei verlor er sein eigenes Leben. Eingedenk des Spruches: „Stehe nicht zurück bei der Lebeusgesahr Deines Neben- menschen", schlug er sein Leben in die Schanze, nm die in Gefahr des Ertrinkens Schwebenden zu retten, was ihm leider nicht gelang. Unermeßlich groß ist der Schmerz seiner Eltern über den Verlust des einzigen, hoffnungsvollen Sohnes, der geliebt, geschätzt und geachtet wurde von allen Bewohnern Friedbergs, und ebensogroß ist die Theilnahme aller Einwohner. Wohl kann das Ehrengeleit, das ihm folgte, nach Tausenden gerechnet werden. In kernigSn, von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worten schilderte Herr Lehrer Ehrmann die edlen Tugenden des jungen Helden. Möge die Erde dem edlen Todten leicht jein! — Die Beerdigung der Frl. Deicke findet heute Nachmittag statt. Candidat Hotz ist nach seinem Heimathsort Laubach gebracht, er war der Sohn des dortigen pens. Lehrers. In 14 Tagen wäre sein Studium vollendet gewesen und sollte alsdann die Verlobung zwischen ihm und Frl. Deicke (der Ertrunkenen) stattfinden. Lauterbach. Am vergangenen Samstag Abend wurde zwischen den Stationen Burg- und Niedergemünden und Ehringshausen nach dem letzten von Gießen kommenden Zug der Oberhessischen Eisenbahn mit einem saustdicken Stein geworfen. Der Stein flog durch das Fenster und traf ein mitfahrendes zweijähriges Kind an den Kopf. Dasselbe mußte in Alsseld in ärztliche Behandlung gegeben werden. Lauterbach. Der am 13. Februar stattgefundene diesjährige erste Vichmarkt war trotz der winterlichen Witterung doch ziemlich befahren. Aufgetrieben waren: 239 Stück Rindvieh , 142 Stück Schweine und wurden ziemlich hohe Preise erziehlt. Es waren sehr viele Handelsleute, sogar welche , vom Rhein, eingetroffen und war der Handel sehr lebhaft. | Den höchsten Preis erzielte der Landwinh S. in R. für einen fetten Ochsen, welcher für 459 Mark verkauft wurde. Derselbe wurde von einem Handelsmaune erstanden, welcher ihn nach Köln verbringen wollte. — Der nächste Biehmarkt wird am 13. März abgehalten. (L. A.) Bad Nauheim, 25. Februar. Ein von Ober-Nosbach gcfcürtigter Knecht des Rollfuhrmaims Konrad Meier von hier, welcher Dung in's Feld gefahren hatte, verunglückte daselbst. Die Pferde waren nämlich scheu gelvvrden, der Verunglückte stürzte vom Wagen und die Räder des mit einem schweren Pfuhlfaß beladenen Wagens gingen über den Oberkörper. Da eine innere Verletzung der Brust conftatirt ist und starke Blutauswürse vorhanden sind, so wird der Verletzte jedenfalls schwerlich mit dem Leben davonkommen. vevinischtes. * Darmstadt, 25. Februar. Heute sind zwei Selbstmorde zu verzeichnen. Ein alleinstehender, von unheilbarer Krankheit befallener Mann hat sich heute Nacht in seiner Wohnung mittelst eines Messerstiches in die Brust getöbtet. — Ferner wurde heute Vormittag im Woog die Leiche eines etwa 20jährigen Dienstmädchens ausgefunden. *△ Mainz, 25. Februar. In einer zahlreich besuchten Versammlung beschloß heute Abend die hiesige nationalliberale Partei nach längeren Debatten, entsprechend dem am Vormittag gefaßten Beschlüsse der Vertrauensmänner deS Wahl kreises, bei der bevorstehenden Stichwahl zwischen Centrumscandidaten N. Racke und dem Socialisten Jöst sich der Wahl zu enthalten. In der Versammlung wurden vielfach Stimmen laut, die ein Eintreten für den Centrumscandidaten befürworteten, dieselben blieben aber bei der Abstimmung in der Minderheit. Durch diesen Beschluß der nationalliberalen Partei sind die Chancen des socialistischen Candidaten, der gegen seinen Gegner schon einen Vorsprung von 1500 Stimmen hat, wesentlich gestiegen. * Wetzlar, 24. Febrnar. Amtlich festgestelltes Resultat der Reichstagswahl: Krämer (Cartell) 8832, Dr. Alberti (freif.) 7268, v. Nassau (Antisem.) 3447, v. Rintelen (Cent.! ! 130, Paul (Soc.) 1073 Stimmen. Die Stichwahl zwischen Krämer und Alberti findet am 1. März statt. * Warschau, 22. Februar. Ein hier aufgedecktes $er' brechen bezüglich Ermordung kleiner Kinder führte zur Der I Haftung einer Hebamme als Hauptschuldigen, zweier Genol sinnen derselben und eines Bnrschen. Letzterer gestand, m Lause der Zeit 50 Kiuderleichen fortgeschafft zu haben. De> j großes Aufsehen erregende Vorfall hat zu weiteren Haus I suchnngen und Verhaftungen geführt. * Das mißverstandene Apport'l. Die Gelehrigkeit eine I Pudels hat einem Schlächtermeister in Berlin eine arg- | Verdrießlichkeit bereitet. Zn besagtem Meister kam W I Tage, wie das „D. T.-Bl." schreibt, ein Gerichtsvollzieher I bei dessen Eintritt der Meister schnell die mit 40 Mark gf füllte Geldtasche unter das Sopha warf. Diesen Wurf mod)1; wohl des Schlächters Pudel, der sich im Zimmer tummelt« I als eine Aufforderung betrachten, feine Kunststückchen zu zeige' EnA , Ri fot, {J °-i>, die AbastaS £r«ttunq»!* ' d°s &S 'Slinge - °S°nd A । ,et Sagen :,rn mit l* ymetö einer ß(tPn 7? ' a!lt« Souohnm Mme nller h § * i°lg'°, w j, °" H°>zen fD„ ^7°H°n«eh »"■ Möge b» -,c Settbigunj bn Ml, -r legt bä 4 ragen wäre feit dann die Verlob^ lkenen) stattfinden, lstag Abend foiirlt Bünden undEhmgz mmenden Zug h den (Stein geworfen ®f ein mitsahrendü be mußte in Alsseü stattgesundene die- interlichen Witterunz !n: 239 Stüd » ziemlich hohe PreHi fteute, sogar welch Handel sehr lebhaß oirih S. in R. fii Hart verkauft rourk nc erstanden, welchn äer nächste MehmatK (L. A.i n von Ober-Wach Konrad Meier m tte, oernngli'lkkti cheu geworden, d Mer des mit eine xiyn Ä>er den Oto x Brust conftatirt - id, so wird der A -n davonkoMen. :e find zwei Selbll -nber, von uliheilbmi leute Nacht in N in die Brust gtW Woog die Leiche em lufaesunden. , »er Mrerch M# hjqs,ziMt,°°°U" kchend dem ien6mW 6‘§ Mhl d®*1, btw Socioliltin 3 ;n der 8W** ein Einmten f« . eiben bliebe« * ' D«Ä diese« ®* bane«i=§i°cial< S? 8ot,p K!ch-ll'-s w* 5 ’®2 Dr. M ® Äelen® SÄ'q flfted Zweier b«1*"'t jefi»«1'. i wetteten hak r ■ e®S5 in ®e*., taK 1 Item dÄjchiM L ein ctl H'^ien denn schnell fuhr er unter das Sopha, apportirtc die Geld lasche und ließ 'sie sich willig von dem Gerichtsvollzieher abnehmen. Als der Beamte den verdutzten Meister verlassen hatte, soll dieser seinem gelehrigen Pndel eine hübsche $e< lohnnng zuerkannt haben, deren Empfang von dem Vierfüßler mit lautem Geheul quittirt wurde. * Metz, 23. Februar. Bei einer heute stattgehabten Fenerwehrübnng brach eine Rettungsleiter, wobei sechs Mann verunglückten. Einer ist tobt, zwei sind schwer und drei leichter verletzt. _______________________________________ Univerfitäts«Nachrichten. — Aus Götttnqen schreibt man: Professor v. Wtlamo- witz-Moelendorff, Lehrer der classischen Philologie an unserer llnioerfität, wird in den nächsten Tagen eine mehrmonatltche Studienreise nach Griechenland antreten. — Nachdem Professor Dr. theol. Hofm ann sich in Folge Krankheit von dem Amte des ersten Universitätslehrers und Leiters des Homiletischen Seminars an der Universität ß?ipnp hat entbinden lassen, ist an seine Stelle Professor Dr. theol. Rietfchel getreten, dessen Stelle als zwUter Universitätsprediger und Leiter des Katechettschen Seminars dem außerordentlichen Professor Licentiat Dr. Ewald übertragen ist. wyywmtagwirw .wiwii w ■ imn/KMOi mMmr jwmw 1 im Siteratur und "Kunft. — Das soeben erschienene Heft 14 der illustrirten Familienzeitschrift »Univetfum* enthält: Sophie Ir .iqhaus, Eine Versuchung. Roman (Fortsetzung). — Helene Prchler, Der deutsche Netchspostdampfer Kaiser Wilhelm II. Mil Illustrationen von W. Gause. — August Stlberstein, Das Richtigmachen. Eine weitere Dorfgeschichte (Schluß.) — Otto Waldau/ Londoner Ver- Inchrsmittel. — Josef Herrings. Meine Erbschaft. Eine humoristische Schilderung aue dem deutsch - amerikanischen Leben. — Carl 1-. Vincenti, Kaiser Josef II. Zur Sacularfeier feines Todes am 2:0. Februar. — Eufemia Gräfin Ballestrem, Die Falkner vom Falkenhof. Roman. (Fortsetzung.) — Otto Waldau: John Burns. — Vom rauchschwachen Pulver. — Adolf Feldmann, ^gnaz von Döllinger. — Das königliche Residenzschloß Laeken bei Brüssel. — Adolf Feldmann, Der Georgsritterorden in Bayern. — G. van Muyden, Automatische Photographie. — Ferner die Kunstbeilagen: L. Ferrari, Mein Herzblatt. (Lichtdruck.) — SI. Kowalski-Wierusz, Lustige Fahrt. — I. F. Gretsch, Das Tischgebet. — W. I. Martens, Blumenkenner. — A. Schröder, Der Trinker. — Pieiö des Heftes 50 Schiff-nachrichten. Bremen, 24. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.] Oer fL-chnelldampfer Saale, Capitän H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. Februar von Bremen und am 14. Februar von Southampton abgegangen war, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 24. Februar. sPer transatlantischen Telegraph.] Oer Postdampfer Wefer, Capitän H. Bruns, vom Norddeuschen L loyd in Bremen, welcher am 6. Februar von Bremen abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore an- xiekommen. Der Postdampfer „Pennland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 23. Februar wohlbehalten in Newyork rngekommen. verkehr, Land- nnd DolCswirttyfc^aft« - Der Hafer als diätetisches Heilmittel. Machdruck verboten.) Als diäletttches Hettmutel finü Du jpiferförner ganz besonders zu empfehlen bei G.r efenden. I sie wegen rarer leichten Verdaulichk.it die Verdauui'gsorgar e nicht belästigen, nicht blähen, keine Säurebtldung v ranlossm unb ca< t vorzüglich nähren. Die Samenschalen sollen einen die Verdaue g bt leben''en Stoff enthalten. Braungeröttelen Haier gibt^ man mit g-ngein Nutze-- herunter: gekommenen, bletchsüchtigen ZoiC'Cn, feriui g uen Durchfall, win derfeli c in Schwäche der Verdauungso'gone b.gründet ist. Ganz besonders wi-d er für Schafe (mit ein Drittel gerösteter Linsen, Wachholderbeeren, Eisen, Wermut d) aerühmt. — Hafergrütze (40 Gramm in zwei Liter Wasser gttvchl) ist für Thtere, die an Durchfällen und leichten Darmentzündungen leiden, ein reizmilderndes und e,«bullendes Mittel. Mit wenig Wasser gekocht, verwendet man die Hafergrütze zum erwerchcnden Umschlag. Aehnliche Wirkung haben die Hasirmchlsuppen. Die „Deutsche B6n6dictine-$iqueur= Jabrik Maidttwurg i. Schl." und ihre KiedaiUe. In einem „gut Abwckr" über sch riebsnen Zeitungsartikel versucht die »Deutsche Benedictine-Liqueur-Fabrik Waldenburg i. Schl." unserer Behauptung, dutz sie auf der letztjährtgrn Pariser Weltausstellung weder vertreten gewesen, noch prämiirt worden sei durch die Erklärung austzuweichen es habe neben jener noch eine andere Ausstellung unter der Bezeichnung „Exposition internationale de produits aliinentaires et hygie- niqnese<, nach ihrer Ur Versetzung »Special-Welt- ausstellun« (!) von Nahrungsmitteln und hygienischen Erzeugnissen", stattgefundsn, von welcher ihr die goldene Medaille zuerkauut worden sei. Das dieser Erklärung angefügte notarielle Zeugnitz wiederum nennt einen Concours (Wettbewerb) international de produits alimentaires et hygieniques alS Verleiher dieser Auszeichnung. Wie immer diese auffallende Differenz zu erklären sein mag r in jedem Kalle steht fest, daß die Ankündigungen und Reclameartikel des Waldenburger Destillateurs weder jener »Special-Weltausstellung", noch dieses »Wettbewerbes irgendwie Erwähnung thun; vielmehr lauten die ersteren schlechthin: „Benedictine Waldenburg. Preisgekrönt mit der goldenen Medaille Paris 1889" und die letztere entweder: »Die Ausstellungs-Jury Paris 1889 hat den Benedictine Waldenburg als den vorzüglichsten bezeichnet", oder »Die Jury der Internationalen Ausstellung PariS 1889 hat einstimmig dem Benedictine Waldenburg den ersten Preis in Form einer goldenen Medaille zuerkannt." Man beabfichtigt also einfach, dem Publikum vorzuspiegeln, datz das Waldenburger Erzeugnitz auf der Pariser Weltausstellung die goldene Medaille erhalten habe, sowie datz das letztere mit dem franzöfischen Benedictine auf dieser Ausstellung in Concurrenz getreten und von deren Jury demselben vorgezogen worden sei. Allein auch eine Internationale Ausstellung (Special-Weltausstellung) von Nahrungsmitteln u. s. w. hat im Jahre 1889 neben der Weltausstellung Nicht stattgefunden. und waS es mit dem sogenannten »internationalen Wettbewerbe" (Concours international), welcher al» ote Bezugsquelle der Waldenburger Medaille allein noch übrig bleibt, für eine Bewandtnitz habe, ergibt sich aus Folgendem: Nachdem eifrige Nachforschungen uns auf die Spur dieses in Pariser industriellen Kreisen völlig unbekannten Unternehmens geführt und wir uns an drffen «.Director mit dem Ersuchen um Aufschlutz über den Concours1' und über die von demselben der ^Waloenburgee Benediotine- Ltqueurfabrir" verliehene Auszeichnung gewendet, theilte uns dieser Herr unter dem 3. Februar dieses Jahres brieflich mit, . der von ihm und Anderen veranstaltet gewesene Concours International, für welchen die demselben durch einen belgischen Agenten »zugeführte" »Walden- vurger Liqueurfavrik" einige Flaschen sogenannten »Schlesischen Gevirgs- Lräuterliqueur", aber keinen Benedic- tine-Liqueur ein gesendet, habe einen absolut privaten Character gehabt; die Thüren seien stets verschlossen gewesen nnd man habe dem Publikum den Eintritt nicht gestaltet. Für den streng »vriva-en" Eharacter dieses eigenartigen „Concours“ spricht freilich nicht minder der Umstand, -atz die onf den auch Deutschland verthcilten Prospccten alS »Comite Mitglieder" namhaft gemachten Herren, insbesondere der an der Spitze des »Comite" genannte Herr General Henrion-Bertier, die Herren Generalkonsul Houle, Generalkonsul Meulemans, Consul Bresson, Consul De Costa de Moraes, H. Roederer (vom Hause Theophile Roederer & Co ) und Director A. Cazaux uns schriftlich erklärt haben, ihre Namen seien gänzlich ohne ihr Wissen und ohne ihre Genehmigung auf den Profpect des ihnen vollständig unbekannten „Concours international de produits alimentaires et hygieniques“ gesetzt worden. Die »Deutsche Benedictine-Liqueur-Fabrik Waldenburg i. Schl." hat also weder von der »Pariser Ausstellung 1889", noch von einer Internationalen »Special-Weltausstellung" eine Medaille ober irgend welche sonstige Auszeichnung erhalten und der sogenannte „Concours international“. welchem sie ihre »Prämiirung" verdankt, war ttt Wirklichkeit nichts als eins jener »Privatrtabl.ffements", welche es sich zur Aufgabe machen, auszeichnungobedürfttgen Jndusirietteu die Erlangung von Medaillen und Ehrendiplomen zu erleichtern. Fecamp, den 8. Februar 1890. Der Generaldirector der SociSte Anonyme de la Distillerie de la Liquem* Benedictine de l’Abbaye de fecamp. 1662 A. Legrand alne. Briefkasten. Mehrere Anfragende, vpa — Volapük. Herrn C. W., Darmstadt. Soll geschehen Gruß. Betamrtmachmlg. Damit die zum weiteren Ausbau der Stadtfernsprech - Einrichtung in GieHen erforderlichen Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig in Angriff genommen werden können, werden diejenigen Personen, welche ihre Wohnungen, bez Geschäftsräume rc. im Laufe dieses Jahres mit der gemannten Stadtiernsprech-Einrichtung verbinden wollen, ersucht, ihre Anmeldungen recht bald, fpäiesteuS bis zum 1. März d. Is. an das Kaiserliche Postamt in Gießen eiuzusenden. Nur für die bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der Anschlüsse Kr den ersten Bauabschnitt des laufenden Jahres in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüffe können erst im nächsten Bauabschnitt zur Ausführung gelangen. Darmstadt, 4. Februar 1890. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. ____________________ Clav el.____________________________ Bekanntmachung. Betr.: Die R-ichstagswahlen. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Kaufmann Karl Loos dahier zum Stellvertreter des Wahlvorstehers des II. Wahlbezirks der Stadt Gießen für die bevorstehende engere Wahl zum Iieichstage ernannt worden ist. Gießen, den 25 Februar 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 1684 Bekanntmachung. Das HebregiKev pro 1890 liegt beim Unterzeichneten für jeden Jntereffenten 8 Tage zur Einsicht offen und können nach Ablauf dieser Frist spätere Reklamationen nicht mehr berücksichtigt werden. Gießen, den 26. Februar 1890. Der Vorstand der israelitischen Religionsgesellschaft. ____A. Marcus.____________________1671 Holzverstetgerung im M Pichen Schuhdrfirk Langsdorf. Montag den 3. März d. I», Morgens 10 Uhr- sollen in obigem Bezirk: 1 Eichen-Schnittholzstamm — 1,34 fm, 12 Eichen, Schwellen- und Wagnerholz — 7 fm, t Linde — 0,55 fm, 11 Buchen-Stämme von 38—49 cm Durchm. — 9,14 fm, 3 Fichten von 5 m Länge = 2,33 fm, 539 Fichten-Stangen, zu Latten, Leiterbäumen und dergl. geeignet, jvwie gleichzeitig je nach der Nummernfolge: 76 Raummeter Buchen-Scheitholz, 163 „ Eichen- und Buchen-Prügelholz, 362 „ Buchen-Reiser, 61 „ Buchen-Stockholz, 1 Eichen-Stock, zum Ambos geeignet, öffentlich verkauft werden. — Zusammenkunft am Langsdorf—Nonnen- rother Weg. Hungen, den 25. Februar 1890. < Fürstliches Rentamt. Demme. 1669 Bekanntmachung. Die in Nr. 48 d. Bl auf den 1» März er. verlegte Holzversteigerung b* LariS, Gießen und Berlin. Der kleine Holzberechner für de« Holz-Handel und -Verkehr. Von Eugen LariS, Redacteur des „Handelsblatt für Walderzeugnisse." Dieses Büchlein, welches in den interesfirten Kreisen sich schnell Eingang verschaffte, bat folgenden Inhalt: t , Cubiktabelle zur Bestimmung des Cubik-Jnhaltes runder Holzer. — Tafel zur Verwandlung rheinischer Cubikfuß in Cubikmeter. — Erläuterung der metrischen Maß- und Gewichtseintheilang. — Tafel zur Verwandlung von Cubikmetern in rheinische Cubikfuß. — Kreisstachentafel. — Verhältnißzahlen. — Tafeln zur Be« stimmung des Cubikinhaltes der gangbarsten Brettersorten, Balken und Kanthölzer. — Wichtige Zahlen und Formeln zur Körper- und Flächen-Berechnung. — Tafeln zur Verwandlung von Metern in rheinische Fuß. — Tafel zur Verwandlung rheinischer Fuß in Meter und Zoll in Centimeter. — Tafel zur Bestimmung der Dimensionsverhältnisse beim Rundholz-Beschlag. — Tabelle zur Maß- und Gewichts - vergleichung in den deutschen und außerdeutschen Staaten. — Verhältnißzahlen — Kurze Notizen über die Einheitsmaße im Holzhandels-Verkehr zur See. — Preis- vergleichungs-Tabelle zwischen dem rheinischen Cubikfuß und Cubikmeter. — vergleichungs-Tabelle zwischen dem Cubikmeter und dem Quadratmeter (Bretter). — Preisvergleichunas-Tabelle zwischen Fuß (rhein.) und lauf. Meter; Ruthen und lauf. Meter und UlRuthen und lauf. Meter. — Preisvergleichungs-Tabelle zwischen dem Quadratfuß und Qu-idratmeter. — Preisvergleichungs-Tabelle zwischen dem Schock und dem lauf. Meter; Bretter, Lattön rc. — Tabelle zur Ablesung des Cubik-Jnboltes eines Schock rc Duicy jede Buchhandlung zu beziehen. — Preis Mark i.—. ,, 1.-, „ 1.20, „ 1.50. Vermischte Anzeigen. Die Beleidigung und ausgesprochenen Worte gegen beide Fräulein Herbert nehme ich als Unwahrheit zurück. 1674] Frau Elise Wißoer II. 1690] Ein Accordant zum Back- steinmachen gesucht von I. Dern, Frankfurterftratze 86» 1688] Ein Junge, der das Wagnergeschäft erlernen will, gesucht. 107.00 4 pCt- Ungar. Goldrente 122.23 5 „ Italiener Rente wattige Vettrauensmänner verstärkte Wahlausschuß der uat.-liberaleu Partei hat einstimmig beschlvsseu, es den Wählern bei der bevorstehenden Stichwahl zu überlassen, nach bestem Wissen und Gewissen ihre Entscheidung zu treffen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme die reichen Blumenspenden bei dem Ableben Begräbniss unserer unvergesslichen Frau Sophie Römer Gießen, 25 Februar 1890. Der Wahlausschuß -er natioualliberalen Partei frau Müller, Löwengasse._____________ l')C2] Ein Commis, dem Abends einige Stunden zur Verfügung stehen, wünscht schriftliche Arbeiten, eventuell Buch- ! führung zu besorgen. Offerten ßub P. F. an die Expedition dieses Blattcs.____________________________ 1667] Suche zu Ostern einen braven Jungen als Lehrling. Carl Berg, Schuhmachermeister. 1597] Ein Knecht zu einem Pferd gesucht bei I. Dern, Frankfurter straße 76. 1679] Ein braves, reinliches Mädchen 4 „ Preuß. ConsolS in gesetztem Alter, gesucht in eine kleine * * * Familie für Küche und Hausarbeit bis! zum 1. April- 1 Disconto-Commandit-Antheile Ludwigsstraße 10, 2. Stock. Darmstädter Bank-Actten 1678] Gesucht wird ein Mädchen, Dresdener „ . C. Roth, Wallthorstraße 5. Rhein-Weine „Cöln 1889. 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