wendet er zurück zu-r Sonne. Am liebsten aber weilt er auf dem Kappellenberge, einem ziemlich steilen Hügel innerhalb des Parks, auf welchem sich die Gräber seiner lieben Todten befinden. Ein Mausoleum, nach seinen eigenen Angaben auf- gesührt, umschließt dieselben. Hier ruhen seine Gemahlin, welche noch im jugendlichsten Alter am heiligen Abend des Jahres 1868 aus dem Leben schied, und die Mutter der- selben, Frau v. Burt, welche zugleich die Schwester Moltkes war. Trotz der Verschiedenheit im Alter war die Ehe Derjenigen, welche sie schlossen, die denkbar glücklichste. Die Bewohner von Creisau wissen noch manchen Zug davon zu erzählen, wie anmuthig, einfach die junge Frau sich ausnahm, wenn sie an der Seite des schon damals berühmten Mannes daher ging, wie innig sie darauf bedacht war, in sein Leben die kleinen Freuden zu flechten, an welche er, der Krieger und Gelehrte in einer Person, allein nimmer gedacht hätte. Als sie starb, war Moltke geradezu untröstlich. Alle Erfolge, welche er seither errungen, weder die Theilnahme des Monarchen, noch diejenige der Bevölkerung, konnten ihn seinen Schmerz verwinden, den Verlust vergessen machen. Wie sein ganzes Leben der Erinnerung an die so früh Verstorbene geweiht ist, so ist Creisau geradezu die Stätte eines Cultus für dieselbe. Das Mnusoleum auf dem Kappellenberg ist der Ort, wo/er am liebsten weilt,- so oft er Creisau besucht, steigt er schon vor der Ortschaft aus dem Wagen, um sich unbeachtet von einem Jeden auf einsamen Parkwegen zu stillem Gebet dorthin zu begeben, wo Diejenige ruht, welche ihm das theuerste Gut während seines ruhmgekrönten Erdendaseins gewesen,- hier, umrauscht von Linden und Ulmen, wird der große Schlachtendenker auch selber dereinst bestattet sein. * Moltkes Entwickelungsgang vom dänischen Lieutenant bis zum preußischen Generalfeldmarschall ist wohl der merkwürdigste, welchen die Zeitgeschichte aufzuweisen hat. Er stammt allerdings, gut deutsch, aus märkischem Blute, da seine Vorfahren an der Grenze von Mecklenburg und Brandenburg ansässig waren, aber zur Zeit der größten Zerrissenheit Deutschlands trat sein Vater in den Dienst Dänemarks, während seine Söhne gleichzeitig für denselben bestimmt: wurden. Ueber den Aufenthalt in Kopenhagen erzählt Moltke: „Ohne Verwandte und Bekannte in einer fremden Stadt, brachten wir daselbst eine recht freudlose Kindheit zu. Die Behandlung war streng, selbst hart, und heute, wo mein Urtheil doch unparteiisch darüber geworden ist, muß ich sagen, sie war zu streng, zu hart. Das einzig Gute, was diese Behandlung mit sich^brachte, war, daß wir uns früh an Entbehrungen aller Art gewöhnen mußten. Sonst habe ich jenem Aufenthalt keine angenehme Erinnerung bewahren können." Am Weihnachtstage des Jahres 1821 richtete der junge Offizier an König Friedrich VI. von Dänemark folgendes „Aller- unterthänigstes Promemoria: Ew. Majestät wage ich es, die allerunterthänigste Bitte um gnädige Entlassung aus dem dänischen Militärdienste vorzutragen. Da ich hoffe, in der preußischen Armee eine Anstellung zu finden und dort glaube, eines schnelleren Fortkommens als in Weiner bisherigen Stellung versichert sein zu dürfen, weil ich in diesem Falle seitens meiner dort befindlichen Familie eine Unterstützung finden kann, die ich hier entbehren muß, so habe ich Anlaß, eine solche Versetzung zu wünschen. Diesem meinem aller- unterthänigsten Gesuche darf ich noch die Bitte hinzufügen, eine dreimonatliche Gage als Unterstützung ausbezahlt zu erhalten, damit ich im Stande bin, die Kosten der Reise, welche in meinen bedrängten Umständen sehr drückend sind, zu bestreiten u. s. w." . . . Das ist derselbe Helmuth v. Moltke, welcher heute sein 70jähriges Jubiläum als Krieger feiert, der Mitbegründer des jungen deutschen Reiches, von dem kein Geringerer als Fürst Bismarck noch in einer Reichstagssitzung vom Jahre 1885, auf ihn weisend, sagte: „Wollen Sie den Mann sehen, welchem wir die Wiederherstellung des deutschen Reiches verdanken, dann blicken Sie dahin." itt. SS?*’M Ust «WWTai! im Kr. 259. Zweites Blatt, «omiiag iicu 26. Octodcr Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener M«mirienvlLlier werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mzeiger. Vierteljähriger AVonnementspreiLi 2 Mark 20 Pfg. mit Dringcrlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: SchutgraßeNr.I. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. I Hr-ti-Eag.- Mß-n-r IamM-nMtt-r. | Net 8 Uf)t. 2" Vorstand. w §ttrn Mr vou ; Schlachthaus. ffrrib-«k. 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In der Zeit von Mitte October bis December entschlüpft der Frostnachtspanner seiner Puppe und klettert dec weibliche Schmetterling an den Stämmen der Obstbäume empor, um in den Knospen seine Eier abzulegen, welchen im nächsten Frühjahr kleine Räupchen entschlüpfen, die sofort an den Blüthen zu sreffen anfangen und alle Bemühungen zu ihrer Vernichtung zu Schanden machen. Es ist deshalb von Wichtigkeit, den Schmetterlingen den Zutritt zu den Zweigen und Knospen zu erwehren, was am gründlichsten durch Anlegung von sogenannten Kleberingen (Klebegürteln) erreicht wird. Zur Herstellung von Kleberingen ist Brumataleim oder auch folgende Maffe geeignet: 5 kg Mböl und 1 kg Schweinefett, tüchtig gekocht; 1 kg dicker Terpentin und die gleiche Menge Kolophonium für sich zusammengeschmolzen und dann unter fleißigem Umrühren der ersten Mischung zugesetzt. Die so erhaltene sehr klebrige Maffe wird auf 10 cm breite Papierstreisen, welche fest um die Bäume zu binden sind, aufgetragen und muß, falls sie nach einigen Monaten zu zähe geworden ist, erneuert werden. Wir fordern hiermit die Baumbesitzer zur Vertilgung des Frostnachtspanners durch Anlegung von Kleberingen unter dem Anfügen auf, daß der Stadtgärtner und das Feldschutzpersonal zur Ertheilung jeder gewünschten Auskunft angewiesen sind. Gießen, den 20. October 1890. Großherzoglichr Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Verrtsches Aeictz. Darmstadt, 23. Oct ob er. Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 27) enthält u. A.: Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Sergeanten Heinrich Grau von der 4. Compagnie des hessischen Pionier-Bataillons Nr. 11 in Anerkennung der von demselben am 28. Juni l. I. mit Muth und Entschlossenheit vollzogenen Rettung der neunjährigen Franziska Wagner aus Castel vonr Tode des Ertrinkens eine Geldprämie von 40 Mk. zu bewilligen geruht. Feuilleton. Kleine Züge aus dem geben Moltkes. Pon B. v. Wolfshagen. (Schluß.) Bekannt sind die herzlichen Beziehungen zwischen dem greisen Strategen und Kaiser Friedrich Ul. Der Letztere sand in seiner gemüthvoll-heireren Weise sein besonderes Vergnügen darin, wenn er dem schweigsamen Feldmarschall eine Ovation verschaffen konnte. Als Kaiser Friedrich als Kronprinz nun einst die alte thüringische Gartenstadt Erfurt besuchte, bewillkommnete ihn die Jugend mit herzlichen Hochrufen. Da neigte sich der hohe Herr aus dem Wagen und ries: „Jungens, hinter mir kommt Moltke! Da müßt ihr .noch mehr schreien!" Und man kann sich denken, in welches naturwüchsige Concert die liebe Straßenjugend den großen Schweiger, welcher erst später erfuhr, wem er einen solchen stürmischen Empfang zu danken, gehüllt hat. Die Erinnerungen an Moltke sind auf das Innigste verflochten mit dem Generalstabsgeöäude in Berlin, dem heiteren, rothen Palast am Königsplatz, von welchem der Berliner schlechtweg „bei Moltke" spricht. Gleichwohl wird die Nachwelt jene eher auf dem Gute suchen müssen, in welchem der Feldmarschall seine Villeggiatur zu verleben pflegt. Es ist dies Schloß Creisau in Schlesien, hart an der böhmischen Grenze gelegen. Hier wandelt sich der greise Schlachtendenker zum emsigsten Landwirth, zum sorgsamsten Hortilogen um. Es ist ein hoch anziehendes Bild, wenn man den berühmten Mann, bewaffnet mit einer Säge und Gartenscheere, die Parkwege einherschreiten sieht. Hier fällt ein Ast, dort ein Zweig unter seiner fürsorglichen Hand- einen jugendlichen Stamm, welchen der Gewitterregen niedergebogen, richtet er wieder empor, eine Blüthe, welche sich dem Boden zugeneigt, Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, Abthetlung für Bauwesen, die Prüfung für Kreisbauaufseher betreffend. Uebersicht der Umlagen der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Worms für 1890—91 betr. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht: Am 14. September dem Pfarrer Hermann Kellner zu Worms die evangel. Pfarrstelle zu Seeheim zu übertragen. Am 20. September dem von dem Herrn Fürsten zu Solms-Hohensolms-Lich präsentirten Pfarrer Julius Adler zu Grebenau die evangelische Pfarrstelle zu Langsdorf zu übertragen. Am 1. September wurden dem Schullehrer Philipp Hes- singer zu Wimpfen a. B., sowie den Schulamtsaspiranten Conrad Strauch aus Homberg und Friedrich Reinheimer aus Kilsbach Lehrerstellen an der gemeinsamen Musterschule zu Friedberg übertragen- am 24. September wurde die prov. Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Mainz Bertha Bernhard zur Lehrerin an dieser Schule mit Wirkung vom 1. October an ernannt - am 27. September wurde dem Schulamtsaspiranten Carl Bauer aus Oppenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Odernheim übertragen- am 28. September wurde der von dem Herrn Grafen zu Stolberg-Wernigerode-Gedern auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gedern präsentirte Schullehrer Carl Roth zu Ober-Seemen für diese Stelle bestätigt- am 30. September wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Rein aus Allen- dorf a. d. Lda. eine.Lehrerstelle an der gemeinsamen Musterschule zu Friedberg, am 1. October wurde dem Schulverwalter Jakob Riegel zu Viernheim eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Hirschhorn, am 3. October wurde dem Schullehrer Georg Schäfer zu Wald-Michelbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gelnhaar, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Augustin Otto zu Wald-Michelbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Froschhausen übertragen- an demselben Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Birstein auf eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Offenbach präsentirte Schulamtsaspirant Friedrich Elbert aus Hainstadt und die von Hochdemselben auf eine Lehrerinnenstelle an derselben Schule präsentirte Schulamtsaspirantin Sophie Fuchs aus Darmstadt für diese Stellen bestätigt - am 16. October wurde dem Schulamtsaspiranten Philipp Rupp aus Framersheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Esselborn übertragen. Dem Pfarrer Bernhard Wiedemann zu Bretzenheim wurde die katholische Pfarrstelle von St. Martin zu Worms mit Wirkung vom 15. October an, am 20. September wurde dem Pfarrverwalter Bernbach zu Dietersheim die kath. Psarrstelle daselbst übertragen. CocaUs rrnd protHttiteites* Gießen, 25. October. — Wir kommen jetzt in die rechte Einkaufszeit hinein. Bis Weihnachten und zu Weihnachten ist die vcrhältnißmäßig flotteste Geschäftszeit für viele Gewerbebetriebe- Hausstand und Wirthschaft machen ihre Ansprüche geltend, die zum Beginn des Winters unbedingt berücksichtigt sein wollen. Und da man ein treffendes Wort nie oft genug sagen kann, wollen wir heute unsere freundliche Erinnerung an das gesammte Publikum wiederholen, bei seinen Einkäufen an erster Stelle die Geschäftswelt unserer Stadt berücksichtigen zu wollen. Damit soll kein Feldzug gegen andere gute und solide Geschäfte in anderen Städten eröffnet sein, beileibe nicht, aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute nah liegt? Und des Guten wird so viel geboten, daß es nicht nöthig ist, wenigstens vielfach nicht, außerhalb sich umzusehen. Früher galt es bekanntlich als fein, für theures Geld im Auslande zu kaufen. Die deutsche Industrie producirte zwar ebenso gut und billiger, aber das schadete nichts, es war doch nobler. Von der Vorliebe für ausländische Producte ist man nun glücklicherweise etwas abgekommen, aber dafür gilt es nun als besondere Leistung noch, von irgend wo anders her zu beziehen, um sagen zu können, daß Alles von dec besten Qualität sei. Ein noch größeres Vergnügen ist es aber, sagen zu können: „Alles aus unserer Stadt und es ist vorzüglich!" Dazu liegt in der Sache auch ein wichtiges sociales Motiv. Die Unterstützung der eigenen Geschäftswelt sichert einen flotteren Geldumsatz am Orte, wovon denn auch die minder bemittelteren Kreise ihren Vortheil haben. Es ist nicht kleinlich, sondern nur practisch, wenn man den Rath befolgt, für gewisse Grenzen das Geld in der Stadt zu lassen, und zud^m wäscht eine Hand auch die andere. Der Vortheil, welcher aus diesem Verfahren entspringt, wird sich sehr schnell und sehr deutlich . ergeben und zudem werden auch sicher alle Wünsche befriedigt werden, wenn man mit der Bestellung nicht bis zur letzten Minute wartet. Dann kann aber auch ein Weltgeschäft mit der Erledigung der Bestellung in Verlegenheit kommen. Also nicht wahr, es soll in diesem Winter immer mehr darauf geachtet werden, daß, soweit es angängig, zu Hause gekauft und das Geld in der Stadt gelassen wird?! Dem Käufer nützt es, denn er profitirt dabei fast immer, dem Verkäufer gleichfalls und dem Gemeinwesen erst recht! — Die Petroleum-Saison tritt wiederum in ihre Rechte, und damit zugleich die Mahnung zur Vorsicht. — Es genügt nicht nur, behutsam mit der brennenden Lampe umzugehen, sondern es ist auch ebenso nothwendig, die Gefahr des Ex- plodirens durch die größte Reinlichkeit möglichst abzuwenden, sowie durch pünktliche Beobachtung einiger unerläßlicher Sicherheits-Maßregeln, die zur Vermeidung drohender Gefahr niemals außer Acht gelassen werden sollten. — Es genügt also nicht nur, tagtäglich sorgfältig, bei Tagesbeleuchtung, Docht und Brenner von allen kohligen Resten zu befreien und den Docht hübsch gleichmäßig zu schneiden, sowie die Luftzüge des Brenners alle Tage gut zu reinigen und schadhaft gewordene Brenner gleich durch neue zu ersetzen, — man muß auch sorgsam daraus achten, daß der Docht beim Einziehen in den Brenner gänzlich rein und trocken, und nicht zu dünn für die Lampe sei, außerdem aber darf er niemals trocken werden dadurch, daß das Petroleum völlig ausbrennt, bevor neues anfgegossen wird, sondern muß stets in dasselbe eintauchen. Was nun das Füllen des Behälters anbetrifft, so muß selbstverständlich alles Ein- und Umgießen von Petroleum bei Tageslicht geschehen, nie jedoch in der gefährlichen Nachbarschaft von Feuer oder Licht, ebensowenig, als Jemand es sich einsallen lassen darf, die Waghalsigkeit so weit zu treiben, indem er gar Petroleum in eine bereits brennende Lampe nachfüllt. — Endlich muß nicht nur der Petroleumkasten der Lampe selbst vor jeder Erwärmung bewahrt bleiben, sondern auch das Gesäß, womöglich Blechgesäß, in welchem man es aufbewahrt, das also stets an einem kühlen Ort sich zu befinden hat. — Achtet man ferner wohl darauf, daß die Lampe beim Brennen ja nicht hernntergeschraubt, das heißt dunkler gemacht wird, weil dies den Brenner erhitzen, ober gefährliche, übelriechende Gase erzeugen würde, und löscht man schließlich die Lampe vorsichtig durch geringes Niederdrehen des Dochtes und dann leichtes Ueberblasen des Cylin- dcrs aus, so hat man wohl so ziemlich Sorge getragen für Alles, was nicht nur saubere, ordentlich brennende Beleuchtung zur Folge har, sondern zugleich auch den Erfolg besitzt, nach Möglichkeit vorzubeugen den häufigen Un- und Unglücks- jällen in der „Petroleum-Saison". vermischte». * Eine rothe Nase gehört zwar nicht zu den hervorragenden körperlichen Reizen, aber ein tapferer Mann wird sich voll Würde mit ihr abzufinden wissen. Schlimmer ist es für unsere holde Weiblichkeit, wenn sich das Näschen mit jener glühenden Röche überzieht, die sich so unangenehm von | dem zarten Teint des Gesichtes abhebt. Die naßkalte Witte- । rung der Herbsttage bringt aber rothe Nasen und Näschen in ! Menge als eine Folge jener lästigen Krankheit, die um diese । Zeit eine ungeheuere Verbreitung findet — des Schnupfens. Wenn wir nun auch unseren Leserinnen nicht sagen können, wie die Nasenröthe schleunigst zu beseitigen ist, so können wir ihnen einen kleinen Rath zur Verhütung derselben geben. Der Schnupfen entsteht meist in Folge von Erkältung der äußeren Haut, besonders der Füße, ferner durch Einathmen von heißer Luft, nachdem man vorher in kühler gewesen ist. Hieraus ergeben sich von selbst die gebotenen Vorbeugungsmaßregeln. Eine erfolgreiche Behandlung des Schnupfens ist schwierig. In den meisten Fällen wird der acute Schnupfen noch am sichersten durch starkes Schwitzen beseitigt. Bei Säuglingen kann der Schnupfen leicht gefährlich werden, weil die Verstopfung der Nasenlöcher das Saugen erschwert. Es ist notbwendig, daß man die Nasenlöcher durch vorsichtiges Ausspritzen mit lauwarmem Wasser von dem vorhandenen (Secret befreit, und daß man ihnen, so lange das Saugen erschwert ist, die Milch mit dem Theelöffel oder der Schnabeltasse zuführt. * Praktisches Christenthum. Um die Lage der Arbeiter, ihre Anschauungen, ihr materielles und geistiges Wesen aus eigener Anschauung kennen zu lernen, hat ein junger Theologe aus Dresden mehrere Monate hindurch in einer Maschinenfabrik zu Chemnitz als Handarbeiter Beschäftigung gesunden. Unerkannt hat er in dieser Zeit das Leben eines armen Fabrikarbeiters geführt, in diesen Kreisen gewohnt, gegessen und seine freie Zeit zugebracht. Der junge Mann wurde hierzu veranlaßt durch das Bestreben, die Wahrheit zu finden und die Mühe des Arbeiters selbst zu empfinden, um dereinst als Geistlicher für die Bedürfnisse der unteren Schichten Verständniß zu besitzen. * Der „Gänsemarsch", wie ihn „aiiimirt" von der Kneipe heimkehrende Leure wohl ab und zu aufzusühren belieben, ist von einem Berliner Schöffengericht als „grober Unfug" erklärt worden. Fünf Krankenwärter der Charite, welche auf j dem Heimwege von einer Geburtstagsfeier sich besagtem sinnreichen Vergnügen Hingaben, wurden zu je fünf Mark verknurrt. verkehr, Land- und Volkswirthschaft. — Um Getreidesäcke widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, welche leicht ein Faulen und Mürbewerden bedingt, zu machen, mutz man sie einen Tag in eine gerbsäurehaltige Lauge legen. Die Gerbsäure, welche in die Flachs- refp. Hanffasern eindringt, macht diese, ähnlich wie die thieriscben Häute beim Gerben, 'viderstandsfähia gegen Fäulniß. Die Lauge bei eitet man sich aus Eschenlohe, welche mit ungefähr dem 15fachen Gewicht Wassers ausgekocht wird. Mey's Sloffkragen, Manschetten und Vorhemdchen, aus starkem peraauirnlähnUchen Papier gefenigt und um letnen- ähnlichem Wedstoff überzogen, schm g-nz wie Lernenwäiche aus. Mey's Stoffkragen übetireffen bie Letnenkragen dadurch, daß sie niemals kratzen oder uiben> wie es schlecht gebügelte Lemenkragen stets tbun. Mey's Stoffwäsche steht in Bezug auf Schnitt und bequemes Passen trotz a u b e r o i b e m 11 d) e r Billigkeit unerreicht da. Sie kostet kaum mehr als das Waschloyn leinener Wäsche und beseitigt doch sowohl all-: Differenzen mit der Wäscherin, als auch brn Aerger der Hausfrau über die beim Waschen oder Plätien verdorbene Leinen- wäschi-. Mey's Stoffkragen sind ganz besonders prcctisch für Knaben jeden Alters. Auf Reisen ist Mey's Stoffwäsche die bequemste, weil bei ihr das Mittub-en der benutzten Wasche fortfällt. 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Nußcokes, für Stubenheizung zerkleinert ....... „ 1.25 „ „ „ „ Die Anfuhr an da- Hau- erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindestens S Centnern und werden für dieselbe 3 Pfg pr. Ctr. berechnet; von Herrn Emil Pistor werden auch kleinere Quantitäten als 5 Centner zugeschickt. 7672 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Zur gefälligeu Beachtung! Wir machen unsere größeren Cokesabnehmer, besonders die mit Fuhrwerken aus der Umgegend kommenden, darauf aufmerksam, daß es sich für dieselben empfiehlt, ihren Cokesbedarf recht bald zu entnehmen, da mit Eintritt stärkerer Kälte der Andrang zu unserem Cokeslager erfahrungsgemäß ein so großer ist, daß wir nicht immer in der Lage sind, in der gewünschten schnellen Weise verladen zu können- D. O. #ir. 2lt I 1 I Montags " jit M®”, ( r‘ bnll w«n SZ«"1 ' 6ci«ik9<- Am „11,nM T-« -r^"E Dm Wieset Das m die Grojh. % Wir erinnern Sie ftd, wiederholt 22. September l. I- - Bt! Nachstehende Bekat bringen wir hiermit zr Gießen, den 21 Grobherz Bk Wegen des Ueb seuche im Kreise Fri< Haltung von Viehmä verboten. Ebenso w Kreist Friedberg hier Butzbacher Schw^ Faselmarkt finben Sriebberg, be. Mtoo ( betreffend-. Herds $«8®tofc an die Gevhh. „ Nachstehend! Be zur öffentli^ei > Ä '""ÄL S3i Mt Men gchöche 3M Sani z, der Erfahr } bet «nnf^ften „ jllt SeftiKuitg h g°Smgen istJ am r »a A 18 berg ^on ^ll^et( 15 '»SS‘‘ L'L ^atzk 'W kl*ien, *^1Q