wgsr "!*' Md«» t Spedition zurück- T-L^K.« *2*SM'**. lia^t^hiTÄßc 24. 'ihtmSsT^^ Vecktt. uT^r- WLuttzü ,S,:,'s.-U^ nfttuf wird gewarnt, »trloten gegangen. abRe6™ ____Ederstrahe 8. E^WttveMWtzf. »ft sucht für Gießen und 1 emen tüchtigen Vertreter Eigen Bedingungen. n unter „fruer11 a- d. Exped. _________________ 820 Wirbt wir- 1 t Bursche over auch alleinälterer Mann, der ein behandeln versieht, bet amten auf datz Land. * ,hesi. tzoft, Äievn. ;n Wche und Hausarbeit er- Diensimä-chen für alsbald _______________Plockftraße 2II. reaugehÄfeu 1. Februar er. 804 zabroisse, Rechtsanwalt. eutenGesach. ifitenfläfäSige «aafetvenfabti» ch unb Gemüse) sucht tüchtige r, die bet der Kundschaft gut ein« litfie cfferten mit Angabe renM8Ubl.I53anR«dol ürnberg^_____ ü-m-cherlehrMuch -5ag^aMorstraße^. uration Taunus, tag »en 26. 5««««r! Coiicert ituffSS! S- N0u! )ie »edSo« von mit «°-'°e 2 i tu m e r m • Personen■ R -ners. .Pfandleiher^ Ja8kowski- ine Frau > Nicht«, >LaiB6M^- I Franz19 ^ia Ti-^Unni «-L. |Franzl®Zj>g- s*ld"'ka^ Otto r^ / „■ -herer , |W28>n"*r"’ . M ]0 0* Nr. 22. Zweites Blatt. Sonntag den 26. Januar 1890 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamitienötäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. ießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger AVonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: SchulgraßeAr.I. Fernsprecher 51. Amts- unb Anzeigeblrrtt für den Nrerr Greben. Hratisö-ikqgk- Hießener^anÄienMter. rlnitlichrv Thsil. Bekanntmachung Nach Mittheilung Großh. Provinzialdirection Starkenburg ist die durch den Tod des Grobherzoglichen Rechnungsraths Langsdorf erledigte Stelle eines Rechners der Landeswaisenanstalt provisorisch dem Finanzaspiranten Philipp Jockel übertragen worden. Das Amtslocal desselben befindet sich Steirrsteaße 2 zu Darmstadt. Gießen, am 23. Januar 1890. - Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung. Nachstehende Polizeiverordnung für den Kreis Gießen wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht- Gießen, am 23. Januar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Polizerverordrmng, den Verkehr der Radfahrer aus öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen betreffend. Auf Grund des § 366 pos. 2, 3 und 10 des Reichsstrafgesetzbuchs wird für den Kreis Gießen unter Zustimmung des Kreisausschuffes mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 18. Januar 1890 zu Nr- M. I. 1563 hinsichtlich des Radfahr-(Velociped-)Ver- kehrs auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen verordnet, wie folgt: § 1. Das Fahren mit Velocipeden ist nur aus Fahrwegen gestattet. Trottoirs, Bankette und Fußwege dürfen nicht befahren werden. Das Fahren mit Zweirädern innerhalb der von der Süd-, West-, Nord- und Ostanlage begrenzten Theile der Provinzialhauptstadt Gießen ist ohne polizeiliche Erlaubniß nicht gestattet. § 2. Der Radfahrer ist zur gehörigen Vorsicht in der Leitung feines Fahrzeuges verpflichtet. Derselbe hat bei der Fahrt die rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten und entgegenkommenden Fuhrwerken, Reitern, Radfahrern, Viehtransporten und dergleichen rechtzeitig und soweit rechts auszuweichen, daß das sichere Vorbeifahren ermöglicht wird. Falls dies die Umstände oder die Oertlichkeit nicht gestatten, hat derselbe solange einzuhalten, bis die Bahn frei ist Letzteres hat insbesondere zu geschehen beim Zusammentreffen mit marschirenden Militärabtheilungen, öffentlichen Aufzügen, Leichenzügen und dergleichen. Das Vorbeifahren an eingeholten Fuhrwerken, Reitern, Radfahrern, Viehtransporten und dergleichen hat auf der linken Seite zu erfolgen. § 3. Durch Ortschaften sowie an entgegenkommenden und eingeholten Fuhrwerken rc. darf nur mit mäßiger Fahrgeschwindigkeit in angemeffener Entfernung und von mehreren Radfahrern nur hintereinander in einfacher Reihe vorbeigefahren werden Ebenso ist an Straßenwendungen und Straßenkreuzungen so langsam zu fahren, daß das Fahrzeug erforderlichen Falls auf der Stelle zum Anhalten gebracht werden kann. Scheut ein Pferd bei dem Zusammentreffen mit dem Velo- ciped, so hat der Radfahrer sofort anzuhalten. § 4. Das Umkreisen von Fuhrwerken und ähnliche Be- -wegungen, welche geeignet sind, den Verkehr zu stören und Menschen oder fremdes Eigenthum zu gefährden, sind verboten. § 5. Jedes in Fahrt befindliche Velociped muß mit einer leicht zu handhabenden, helltönenden Signalglocke und zur Nachtzeit mit einer hellleuchtenden Laterne versehen sein- § 6. Der Radfahrer hat die von ihm eingeholten und zur Nachtzeit auch die ihm begegnenden Fußgänger, Fuhrwerke, Reiter, Radfahrer, Viehtransporte und dergleichen durch laute Glockensignale und wenn diese unwirksam bleiben, mit der Pfeife auf seine Annäherung rechtzeitig aufmerksam zu machen. Auch an Straßenwendungen und Straßenkreuzungen ist rechtzeitig ein Glockensignal abzugeben. § 7. Den Radfahrern gegenüber haben Fußgänger, Reiter, Leiter von Fuhrwerken oder Viehtransporten ein solches Verhalten zu beobachten, welches denselben das Einhalten der ihnen obliegenden Verpflichtungen ermöglicht, insbesondere ist jede Handlung verboten, welche dahin abzielt, den Radfahrer am Fahren muthwilltg zu verhindern, ihm solches zu erschweren oder seine Person und sein Fahrzeug zu gefährden- § 8. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden, soweit nicht durch dieselben auf Grund anderer Strafbestimmungen höhere Strafen verwirkt sind, gemäß § 366 pos. 10 des Reichsstrafgesetzbuchs mit Geldstrafe bis zu Sechszig Mark oder mit Haft bis zu vierzehn Tagen bestraft. Gießen, den 23. Januar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, am 24. Januar 1890. Betr.: Die ortsgerichtlichen Berichterstattungen an die Großh. Amtsgerichte. Das Großh. Amtsgericht Gießen an die Gr. Ort-gerichte de- Bezirks. Durch das Edict, betreffend die Organisation der Ortsgerichte vom 16. October 1852, § 12, und die Instruction für die Ortsgerichte vom 26. October 1852, § 25, sind die Vorsteher der Ortsgerichte angewiesen, alle Sterbfälle, welche sich in ihrem Dienstbezirke ereignen, dem Gerichte unverzüglich und vor der Beerdigung des Verstorbenen anzuzeigen und es bleibt daher nicht der Beurtheilung der Ortsgerichtsvorsteher überlassen, ob ein Sterbfall ein gerichtliches Einschreiten erfordert, sondern sie müssen alle Sterbfälle alSbald zur Kenntniß der Gerichte bringen, auch dann, wenn im einzelnen Falle noch nähere Erkundigung einzuziehen wäre. Die Vervollständigung hat dann in einem Nachtragsberichte zu erfolgen. Wir bringen diese Vorschriften hiermit nochmals in Erinnerung, da seither in vielen Fällen die Sterbfallsanzeigen erst auf Abfordern unsererseits eingesendet wurden. Im Weiteren weisen wir Sie wiederholt an, alle ortsgerichtlichen Acten mit besonderem Begleitbericht an uns einzusenden, unsere Verfügungen dagegen bei Ihren Acten zu behalten (§ 10 genannter Instruction). Bevürfen einzelne Ihrer Arbeiten, etwa die Beantwortung von Fragen, der Berichtigung oder Vervollständigung, so hat dies in Nachträgen zu geschehen, die mit Datum und Unterschrift zu versehen sind. Die Adressen von anhereinzusendenden Acten sind stets an Großherzogliches Amtsgericht Gießen, nicht an einzelne Beamte desselben zu richten. Die Einsendung hat stets portofrei zu erfolgen. Schließlich bringen wir die vorgeschriebene Stempel-Verwendung bei Einsendung von Grundbuchs-Auszügen und Auszügen aus dem Hypothekenbuche, sowie bei Taxationen in Erinnerung. Fernere Nichtbeachtungen dieser Vorschriften werden unnachsichtliche Ordnungsstrafen zur Folge haben. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Fresenius. Deutscher Reichstag. 50. Plenarsitzung, Donnerstag, 23. Januar 1890, 11 Uhr. Die zweite Berathung des Socialistengesetzes wird sortgesetzt und zwar mit § 11, welcher die Zulässigkeit des Verbotes periodischer Druckschriften betrifft. ...................................................■■■!■■.......III III IHM....... IBT HIT I !■ Feuilleton. An Bord Maritime Plaudereien von Dr. S. (Fortsetzung aus Nr. 20.) Obgleich der Hai die Lockspeise gar' bald wittert, stürzt er sich doch nicht sogleich auf dieselbe, wie man bei seiner Gesräßigkeit annehmen könnte, sondern er umschwimmt die Speise erst einige Male, dann legt er sich au( die Seite — in welcher eigentümlichen Stellung der Hai in Folge der Einrichtung seiner Kauorgane stets seine Beute packt — und nun stürzt er mit einem förmlichen Satze aus das Fleisch zu, welches sammt Haken und Kette im Nu in dem fürchterlichen Rachen verschwindet. Jetzt wird das Angeltau rasch noch etwas abgewickelt, um dem Fisch das Verschlingen des Hakens zu erleichtern, und nun gilt es, das Tau so schnell wie möglich in die Höbe zu winden, denn sobald der Hai den Haken in seinem Innern suhlt, schlägt er mit dem Schwänze wie rasend um sich und macht die heftigsten Anstrengungen, sich von dem lästigen Hinderniß zu befreien, und obwohl das Tau über eine Rolle läuft, gehört doch die Kraft mehrerer Männer dazu, das gefangene Thier emporzuziehen- nicht selten ereignet es sich hierbei, daß der Hai sich noch vom Tau losreißt und mit dem Angelhaken in den Eingeweiden in die Tiesen des Meeres versinkt. Sobald der Hai aus das Verdeck gezogen ist, muß daran gegangen werden, seine Lendenmuskeln zu durchschneiden, eine bei der Wildheit des Thieres gar nicht leichte Operation. Ist dieselbe endlich gelungen, wobei nur die schärfsten Enterbeile zur Verwendung kommen, so wird dem Fische der Bauch ausgeschlitzt und der Magen ausgeschnitten, welcher bei einem Hai oft die seltsamsten und heterogensten Gegenstände enthält. Das Fleisch von jungen Haifischen schmeckt, paffend zubereitet, gar nicht übel ? beim Fleisch von alten Haien aber kann man sich die Zähne ausbeißen, so hart und lederartig ist dasselbe. Reben dem Fischfang gewähren auch ein Gang über das Deck, ein Tänzchen, Gesellschaftsspiele, bei schlechtem Wetter Domino, Schach, die Lectüre von Büchern — fast jeder elegante Dampfer weift eine kleine Bibliothek auf — u. s. w. Zerstreuung und Unterhaltung an Bord, aber das größte Vergnügen der Seereisenden ist und bleibt doch die Betrachtung des Meeres. Und welch ein weiter Spielraum öffnet sich hier für eine träumerische Phantasie, fern von der Welt und ihrem haftenden Treiben, im Schooße einer erhabenen Einsamkeit, zwischen dem Azur des Himmels und dem des Meeres, dem Heulen des Windes, beim Brüllen der Wogen, über dem Haupte die strahlende Sonne oder die funkelnde Sternenwelt und zu Füßen der unermeßliche Abgrund der' See! An schönen Tagen ist aus dem Meere Alles voll Glanz und Pracht. Meilenweit in der Runde entrollt sich dem Auge des Beobachters eine unermeßliche Ebene, so regelmäßig und spiegelglatt, daß man auf zwei Seemeilen weit einen Fisch wahrnehmen kann, der vielleicht die Oberfläche des Wassers kräuselt. Mit dem Einbrüche der Nacht verschwindet der lebhafte Farbenton des Himmels, das Meer umdüstert sich und Wind und Wellen scheinen bei der nächtlichen Stille zu entschlafen. Die Sonne entfaltet beim Untergange auf dem Meere eine größere Pracht als beim Aufgange, große, dichte Wolken geben dem scheidenden Tages- gestirn einen wunderbaren Wiederschein und die reichste Phantasie ist nicht im Stande, solche malerische Landschaften, Alpengipfel, Burgen und Ruinen auf die Leinwand zu zaubern, wie sie sich hier in der Luft abspiegeln, entstehen und wieder vergehen. Noch großartiger ist der Anblick des Meeres, wenn die Nacht vollkommen hereingebrochen ist. Rings um das Schiff leuchtet das Wasser in phosphorescirendem Glanze, hervorgebracht durch unzählige, niedrig organisirte Meeresgeschöpfe, wie z. B. die Quallen, und Lichtkreise verbreitenWch bis in bedeutender Tiefe mit ungeschwächtem Glanze. Entschieden ist das Meeresleuchten die herrlichste und entzückendste Erscheinung, welche eine nächtliche Meeresfahrt darbietet, und erinnert sie unwillkürlich an die alte Mythe vom Sonnengott Phöbus, dem die Nymphen die Fackeln vorantragen, ihm zum Brautlager der schaumgeborenen Venus leuchtend. Diese Lichter und Reflexe, diese Sterne des Meeres, der erfrischende Nachtwind, welcher von der nächsten Küste vielleicht köstliche Wohlgerüche mit sich führt, der sternenbesäte Himmel, der in ganz anderem Glanze als bei uns leuchtende Mond — dies alles gestaltet eine nächtliche Fahrt in den Tropenmeeren zu einem einzig dastehenden Genüsse und in mir wenigstens lebt die Erinnerung an jene märchenhaften nächtlichen Meerfahrten noch in voller Stärke nach. Gewiß, wenn Wind und Wetter günstig sind, wenn der Himmel lacht und das Meer wie ein Kind in der Wiege lächelt, da ist eine Seereise etwas sehr Angenehmes. Aber leider bleibt das freundliche Bild nicht so und wenn der Sturm das Meer bis in seine Tiefen aufwühlt und aus den Wogen schwarze Schluchten formt, in welche er das Schiff wie eine Nußschale hineinschleudert, wenn die Wogen sich zu schaumgekrönten Bergen austhürmen, die donnernd gegen das Schiff heranstürmen, über dasselbe Hinwegrasen, dann hört das Angenehme auf und furchtbare, grausige, aber immer interessante Bilder treten an seine Stelle. Ein Sturm gleicht nicht dem andern und kommt hierbei viel auf das Meer, in welchem er ausbricht, und aus das Schiff an, das ihn auszuhalten hat. Ein Sturm aus offenem, weitem Ocean ist etwas anders als ein solcher auf Meeresflächen, die von nahen Küsten eingeengt sind, und es ist ferner etwas anders, ob man auf einem Dampfer oder einem Segelschiffe vom Sturm überfallen wird. Die Stürme z. B. im Canal zwischen Frankreich und England, im Biscayischen Meerbusen, im Golf von Mexiko sind gewöhnlich weit heftiger und gefährlicher als Eine weitere Debatte findet nicht statt. § 11 wird unverändert nach den Commissionsbeschlüssen angenommen; ebenso die §§ 12 bis 21 ohne weitere Debatte und unter Ablehnung der hierzu vorliegenden Anträge der Conservativen, welche ans Wiederherstellung der Regierungs-Vorlage gehen. § 22 behandelt die Zusammensetzung der Reichs-Beschwerde- Commission. Abg. Ku le mann (natl.) befürwortet die hier vorgeschlagene neue Zusammensetzung der Reichs-Beschwerde- Commission, die in ihrer neuen Zusammensetzung größere Rechtsgarantien biet als früher. Abg. Grillen berg er (Soc.): Die ganze Commission biete überhaupt keine Rechtsgarantie, sie verfahre ganz nach Willkür. Redner hat das persönlich erfahren. Er gab einen Geschichtskalender heraus, dessen Inhalt einem liberalen Geschichtswerk entnommen war. Die Beschlagnahme erfolgte telegraphisch an demselben Tage, wo Redner einen öffentlichen Vortrag gehalten hatte. Die Entscheidung in der Beschwerde-Commission wurde so lange verschleppt, bis der Kalender werthlos geworden war. In letzter Zeit sind die Entscheidungen der Reichscommission besser geworden, allein das ist wahrscheinlich nur der Fall, um erst das Gesetz unter Dach und Fach zu bringen. Wenn das Ziel erst erreicht ist, dann wird die Commission das Versäumte doppelt nachholen. Das Hinausschleppen begründeter Beschwerden hat in zahlreichen Fällen stattgefunden und viele Existenzen ruinirt. § 22 wird unverändert nach den Commissionsbeschlüsten angenommen. § 23 hat in der Commission die Aenderuug erhalten, daß die Verhandlungen der Reichscommission in öffentlicher Sitzung stattfinden, während die Vorlage das Verfahren in nicht öffentlicher Sitzung vorschreibt. Der Antrag der Conservativen bezweckt Wiederherstellung der Vorlage. Abg. Hegel (cons.) begründet diesen Antrag. Wenn man die Socialdemokratie bekämpfen will, so wird die Oeffent- lichkeit des Verfahrens diese Absicht vereiteln, ja das Gegen- theil des gewollten Zweckes erreichen. Der durch die Bestimmungen der Civilprozeßordnung ermöglichte Ausschluß der Oeffentlichkeit in gewissen Fällen reicht nicht aus. Abg. Ku l em ann (natl.) vertheidigt die Beschlüsse der Commission. Der Ausschluß der Oeffentlichkeit, soweit die Civilprozeßordnung ihn gestattet, sei vollständig ausreichend. Minister Herrfurth bittet, den conservativen Antrag in diesem Falle sowohl, wie auch in den übrigen wesentlichen Punkten anzunehmen. Das Gesetz habe sich gut bewährt - Ruhe und Ordnung sei mit demselben aufrecht erhalten- aber ein bedenklicher Mangel war die Fristbestimmung. Aus diesem Grunde sah sich die Regierung veranlaßt, eine Reihe von Polizeimaßregeln, zu denen das Gesetz autorisirt, aufzugeben und an deren Stelle Rechtsgarantien zu setzen, um ein dauerndes Gesetz zu erreichen. Die Socialdemokratie sei ja allerdings antimonarchisch, aber ihr Hauptaugriff richtet sich gegen die sogenannte capitalistische Productionsweise - diejenigen sind also bei ;er Sache am meisten interessirt, die hier Abmilderungen beantragen. Ihnen kann man sagen: Tua res agitur! In jeder socialdemokratischen Versammlung wird, wenn auch unbewußt, der Aufruhr geschürt und wenn einmal die Massen erregt sein werden, dann werden auch die Führer mit hingerissen werden und man wird ihnen sagen können: Du glaubst zu schieben und Du wirst geschoben! Um diese Gefahren zu beseitigen, ist das Gesetz nöthig, hat es sich bewährt und empfiehlt sich keine zu große Abmilderung des alten Gesetzes. Nach kurzen Bemerkungen des Abg. Klemm-Sachsen (cons.), der sich für den conservativen Antrag erklärt, und des Abg. Kulemann (natl.) wird § 23 in der Commissionsfassung angenommen, der conservative Antrag abgelehnt. Es folgt § 24 der Vorlage, welcher die Ausweisungs- befugniß enthält. Die Commission beantragt, diesen Paragraph zu streichen. diejenigen weit draußen im offenen Ocean, weil dort der verhältnißmäßig enge Spielraum die Wuth des Sturmes verdoppelt. Bei jedem Sturm droht die größte Gefahr von der Küste, so seltsam dies vielleicht auch einer „Landratte" erscheinen mag, aber die Gefahr, von dem Sturme gegen die Küste geschleudert zu werden, ist für das Schiff weit größer und näherliegender, als diejenige, in den empörten Wogen selbst unterzugehen, und der erfahrene Seemann fürchtet daher auch bei einem Sturme nichts so sehr, als die Nähe des Landes. Deßhalb fahren auch die Schiffe, die in einer offenen Rhede liegen, in welcher sie vor dem Sturme nicht hinlänglich geschützt sind, in die hohe See hinaus, sobald ein Sturm herannaht, und sie sind draußen in der That alsdann besser ausgehoben als in der Nähe des Landes, wenn sie sich eben nicht in einem vollständig geschützten Hafen befinden. Wird ein Schiff vom Sturme überrascht, so weht der Wind entweder von hinten oder von vorn. Im ersteren Falle geht das Schiff, sofern ihm nicht die Hilfe des Dampfes zur Seite steht, wohin der Wind es treibt, und es wird nur daraus geachtet, daß das Schiff nicht der Küste zugetrieben wird. Kommt aber der Wind von vorn, so versucht das Schiff in einem möglichst kleinen Winkel dem Wind entgegenzufahren, und erweist sich dies als unausführbar, so'bleibt nichts übrig, als beizulegen, das heißt, es werden alle Segel eingezogen, das Steuer festgebunden und somit versetzt man das Schiff in einen vollkommen passiven Zustand, wodurch bezweckt wird, dasselbe möglichst aus seiner Bahn zu erhalten. Oft ist jedoch das Beilegen nicht räthlich, zumal wenn die Wogen in einer Weise gegen das ruhig daliegende Schiff anprallen, welche die Befürchtung eines Lecks nahe legen. Die Stöße einer empörten See sind auch wirklich entsetzlich und reißen manchmal gleich durch einen einzigen Anprall das Steuerhäuschen oder die Küche, die wie ein Schilderhaus an dem Verdeck sehr stark befestigt ist, mit sich fort. (Schluß folgt.) Von konservativer Seite ist Wiederherstellung der Vorlage auch hier beantragt. Abg. Dr. Buhl (natl.): Das Gesetz als ein dauerndes zu bewilligen, ist den Nationalliberalen nur möglich, wenn die Ausweisungsbefugniß fortfällt. Diese Ausweisungen haben auch schädlich gewirkt, denn die Agitatoren, welche ausgewiesen wurden, wirkten au den Orten, wohin sie kamen, viel schädlicher als da, wo sie ausgewiesen wurden und sie verschleppten die socialistischen Ideen nach Orten, wo sie bis dahin unbekannt waren. Unter diesen Umständen empfahl sich die Beseitigung der Ausweisung, und wir glauben damit dem Staate besser zu dienen, als mit der Ausweisungsbefugniß - von der Gefahr, welche die Socialdemokratie für den Staat darstellt, sind auch wir durchdrungen. Abg. v. Helldor ff (cons.) bedauert die Abschwächung des Gesetzes - schon diejenigen Abmilderungen sind bedenklich, die von der Regierung bewilligt sind - weitergehende Abschwächungen sind gefährlich. Die Ausweisungsbefugniß ist unentbehrlich. Wird sie vom Hause nicht bewilligt, so werden wir gegen das ganze Gesetz stimmen, denn wir sind überzeugt, daß der nächste Reichstag die Ausweisungsbefugniß nicht versagen wird. Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Für die Bewilligung der dauernden Ausweisungsbefugniß kann das Centrum nicht stimmen. Die Ausweisung hat ihren Zweck nicht erreicht - sie hat im Gegentheil die Grundsätze der Socialdemokratie in immer weitere Kreise getragen. Die socialdemokratischen Anschauungen sind gemeingefährlich. Leider geht die Wissenschaft immer mehr auf diese Ideen ein, die ja für die großen Massen sehr angenehm sind. Es wäre zu wünschen gewesen, daß die Socialdemokratie mit größerer Entschiedenheit gegen die Anarchisten Front gemacht hätte, als es geschehen ist- wir sind Gegner der Socialdemokratie und bleiben es. Die Schulen sind heute schon nicht mehr darnach beschaffen, um die Socialdemokratie zu bekämpfen. Religion muß erhalten werden, wo sie noch ist und wieder aufgerichtet werden, wo sie nicht mehr ist. Aber die modernen Staatsmänner scheinen zu glauben, daß Religion nur noch vom Staate gelehrt werden müsse. — Ein theilweiser Umschwung ist in Preußen eingetreten, aber nicht in ausreichendem Maße. Man gebe uns Freiheit für unsere Kirche und die sociale Gefahr wird sich mildern. Aber der Staat wird das nicht eher glauben, bis es ihm ad oculus demonstrirt wird. Eine strenge Handhabung der kriminellen Gesetze darf nicht versäumt werden. Auch die Förderung der Arbeiterschutzgesetzgebung würde einen guten Eindruck machen. Ich folge der Regierung gern, wenn sie auf rechte« Wegen ist, aus Irrwegen nie! Abg. v. Kardorss (Rp.): Der Hinweis des Abg. Windthorst aus das Schulwesen trifft doch nicht zu. Auch in London, wo die Schule vollständig in den Händen des Clerus liegt, wie in Frankreich, gewinnt die Socialdemokratie immer mehr an Boden. — Die Reichspartei ist in der Frage der Ausweisungsbefugniß getheilter Meinung. Redner persönlich glaubt, daß die Ausweisungen mehr geschadet als genützt haben. Es wird auch schwerlich für diese Ausweisungsbefugniß eine Mehrheit im Hause zu erlangen sein. § 24, die Ausweisungsbefugniß enthaltend, wird hieraus gegen die Stimmen der Conservativen und einiger Mitglieder der Reichspartei abgelehnt. Sodann wendet sich die Berathung zu Art. I der Vorlage, bei der es sich wesentlich um die Fristbestimmung handelt, deren Fortfall die Regierung verlangr. Abg. Reichensperger (Ctt.) ist gegen die Fristbeseitigung. Er kann für dieselbe nicht stimmen, obwohl er das Bestreben der Socialdemokratie stets bekämpft. Abg. Munckel (dfr.): Was an dem Gesetz gemildert wird, das wiegt die Fristbeseitigung nicht auf. Man will aus dem Ausnahme-Gesetz ein Special-Gesetz machen. Nun könne man zwar ein solches Gesetz machen- aber das Gesetz verletzt das Nechtsbewußtsein der Bevölkerung. Was wir von dem Gesetz gesehen haben, das spricht gegen die Behauptung, daß es die Socialdemokratie im Zaume halte. Das Gesetz ist lediglich ein Knüppel, um mit dem Abg. Windthorst zu reden, den man den Behörden in die Hand gibt. Das Gesetz ist hochrevolutionär, weil es die bestehende Rechtsordnung aufhebt. Der Minister des Innern sprach davon, daß die Socialdemokratie die Grundlagen der staatlichen Ordnung uegire- das kann man aber von Vielen sagen. Man hat es vom Centrum und von allen Reichsfeinden gesagt. Wer die staatliche Ordnung verletzt, den strafen wir - aber kein Mensch wird sich doch sagen können: Wer gestohlen hat, der soll wieder bestohlen werden. Ideen soll man nicht verfolgen- am allerwenigsten durch den Schutzmann, da kommt nur Willkür heraus. Bedenken Sie doch, daß das Gesetz gegen jede Partei angewendet werden kann. Sorgen Sie dafür, daß man diesem Reichstage nicht einmal uachsage: Er war consequent! Aus einer unbegründeten Besorgniß hervorgegangen, hat er mit einem Acte unbegründeter Besorgniß geendet. (Lebhaftes Zischen und Bravo!) Abg. Ku le mann (nl.): Mit den allgemeinen Strafbestimmungen kommt man nicht aus gegenüber einer Partei, welche die Grundlagen der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung negirt- einer solchen Partei gegenüber rechtfertigt sich auch das fristlose Gesetz. Hierauf wird die Debatte geschlossen. Nach einem Schlußwort des Referenten Abg. Kurtz (cons.) wird über die Fristbeseitigung namentlich abgestimmt. Dieselbe wird mit 166 gegen 111 Stimmen angenommen. Damit ist die Vorlage in zweiter Lesung genehmigt und die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung: Freitag 1 Uhr. Tagesordnung: Rechnungssachen, Etatsreste, Petitionen. Schluß 33/4 Uhr. 51. Plenarsitzung. Freitag den 24. Januar 1890, 1 Uhr. Das „Etats - Control - Gesetz pro 1889/90" wird in 3. Lesung genehmigt. Sodann werden noch einige zurückgestetlte Titel des Etats in 3. Lesung berathen, darunter namentlich die Position „Zum Ausbau des Auswärtigen Amtes 187 000 Mk.", welche als Ergänzungs-Etat eingebracht wurde und die cal- culatorisch sestgestellten Beträge der Matrikularbeiträge in Verbindung mit dem Anleihegesetze und Anträgen. Die Etatspositionen werden debattelos bewilligt. Das Etatsgesetz wird in der Gesammtabstimmung genehmigt, ebenso das Anleihegesetz. Damit ist die 3. Etatsberathung beendet. Es folgt die Berathung der zum Etat eiugebrachten Anträge. Es wird debattelos einstimmig angenommen der Antrag Dr. Baumbach und Gen. aus Vorlegung eines Gesetzentwurfs betr. den weiteren Ausbau der Gewerbeordnung in der Richtung der Beschränkung der Sonntagsarbeit sowie der Frauen- und Kinderarbeit, ferner der Antrag der Budget - Commission bezüglich der Besoldungsverbesserungen der Beamten. Die einzelnen Antragsteller haben ihre Anträge zurückgezogen, die Regierung hat früher bereits erklärt, daß sie mit dem Commissionsantrage einverstanden sei. Es folgt die Berathung des Antrages Richter- Schrader betr. die Verbilligung der Eisenbahn-Tarife für ausländische Kohlen. Die Commission hat mit 5 gegen 5 Stimmen beantragt, den Antrag abzulehnen. Abg. Siegle (nl.) erklärt sich unter Berufung aus das Gutachten verschiedener Handelskammern für den Richterschen Antrag. Fürst H a tz s e l d t - Trachenberg (Rp.): Nachdem die Ansprüche der Arbeiter ein geradezu sinnloses Maß angenommen haben und die Begehrlichkeit der Arbeiter noch immer weiter geht, kann man sich für den Antrag nicht entschließen. Diese Anforderungen kann man nicht befriedigen, wenn man die heimischen Kohlen durch billige auswärtige Kohlen im Preise herunterdrückt. Abg. Graf Stolberg-Wernigerode (cons.): Die Frage würde, wenn ein Nothstand vorläge, vor das preußische Abgeordnetenhaus gehören- dort würde nicht bloß die Frage einer Ermäßigung der Kohlentarife, sondern auch für andere Massengüter, wie z. B. Getreide, zu erwägen sein. Abg. Schrader (dfr.): Nachdem die Verstaatlichung der Eisenbahnen die Möglichkeit gegeben hat, durch eine Tarifermäßigung auf die Gestaltung der Kohlenpreise einzuwirken, kann man vor einer solchen Maßregel um so weniger Bedenken tragen, als die gegenwärtigen Verhältnisse lediglich zur Folge gehabt haben, daß die deutsche Kohlenindustrie theurer für das Inland aber billig für das Ausland liefert. Gelingt es, dieses Mißverhältniß zu beseitigen, so wird eine Verbilligung der Kohlenpreise möglich sein, ohne daß die' Kohlenindustrie Schaden leidet. Die preußische Regierung möge durch Verbesserung der Verkehrswege in Schlesien und Westfalen Abhülfe schaffen, wenn nicht ernste Calamitäten eintreten sollen. Dem Wagenmangel muß abgeholfen werden, die Tragfähigkeit der Wagen könnte erhöht werden. Bundescommissar Geh.-Rath Dr. Schultz bestreiket, daß die preußische Regierung ein Monopol in dem Umfange besitze, wie der Abg. Schrader dies dargestellt. Abg. Graf Kanitz (cons.) bedauert die enorm hohen Kohlenpreise, fürchtet aber, daß der Antrag Schrader kein geeignetes Mittel ist, diese theuren Preise zu beseitigen. Hoffentlich sind diese theuren Preise nur vorübergehende, und durch solche vorübergehende Erscheinungen darf man sich nicht verleiten lassen, Tarif-Aenderungen oder Zolländerungen vorzunehmeu. Bedauerlich ist, daß die Theurung hauptsächlich hervorgerufeu wird durch einen ungesunden Zwischenhandel, der sich auf die Kohlenproduction geworfen hat. Aus diesem Grunde empfiehlt sich die Ablehnung des Antrages Richter-Schrader. Abg. Szmula (Ctr) fürchtet, daß die oberschlesische Kohle durch Verbilligung der englischen Kohle schwere Nachtheile in ihrem Absatzgebiete leiden würde. Die Verkehrsbahnen in Schlesien sind mangelhaft. Durch ihre Verbesserung würde man dem Kohlenmangel entgcgenwirken. Abg. Stumm (Rp.): Der Wagenmangel war zur Zeit der Privatbahn-Verwaltu:ig viel größer als heute. Alle diese heutigen Mängel entstammen noch aus der früheren Privatbahn-Verwaltung. Dazu kommt, daß der Verkehr einen plötzlichen bedeutenden Aufschwung genommen hat, auf den die Privatbahnen nicht vorbereitet sein konnten. Die gegenwärtigen Preisverhältnisse sind nicht normal. Aus diesem Grunde hat sich auch der Landeseisenbahnrath geweigert, in diese Verhältnisse durch Tarisänderungen einzugreifen - sobald wir feste, normale Verhältnisse haben, wird auch die Regelung der Tarife erfolgen. Der Antrag Schrader-Richter ist schädlich und bittet Redner, diesen Antrag abzulehnen. Abg. v. Mirbach (cons.): Die hohen Kohlenpreise kommen den großen Waldbesitzern, also Gemeinden, Verbänden u. s. w., zu Gute. Die Kohlen- und Holztarife müssen sich gegenseitig ergänzen. Auch den kleinen Grundbesitzern, welche Torf produciren und daraus einen erheblichen Theil ihrer Baareinnahmen beziehen, kommen theure Kohlenpreise zu Statten. Nach längerer Debatte wird, dem Vorschläge der Commission gemäß, der Antrag Richter-Schrader abgelehnt. Petitionen, betreffend die deutschen Schutzgebiete in Südwestafrika und die Unterdrückung des Sclavenhandels, werden durch die Etatsberathung und die dort stattgehabte Beschlußfassung für erledigt erachtet. Eine weitere Petition, betr. Rückgewähr von Roheisenzoll, wird dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesen. Weitere Petitionen um Berücksichtigung der kleinen land- wirthschastlichen Brennereien bei der Neucontingentirung beantragt die Commission, theils dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen, theils durch motivirte Tagesordnung zü erledigen. Das Haus beschließt gemäß dieser Anträge nach kurzer Debatte. Samstag 10 Uhr: Dritte Lesung des Socialisten- gesetzes. Schluß 43/4 Uhr. Vorzüge. Krämer. 650 483] Ferd. Drebes. 769 Linderungs- Influenza mittel bei — 149 Exportbier, hellfarbig (Wiener Brauart) Jedes Quantum frei in’s Haus. 768 Neuen BLue 7. 155 4 von 369 146 4 — Telephon Nr. L. — [659 160 25 Ctmr. und a © Klasse, o n 3 776 340 385 365 5 f Menado- f.Bourbon- extraf. Mocoa- H rr I. II. III. p< a D. W. Karnbach Kirchenplatz 18. Laubenheimer Niersteiner Binger Eisler Ober-Ingelheimer (Nothwein ) CQ L 8 -n § W Der Bürgermeister: Schneider. Gießen, 17. Januar 1890. Großh. Amtsgericht Kullmann. Jedem gestattet. Gießen, 16. Januar 1890. Großh. Amtsgericht. Kullmann Holzversteigerung. Mittwoch den 29. Januar er., Vormittags von 9 Uhr ab, sollen im hiesigen Gemeindewald, Districten Hain und Dernburgswald: Eichen-Stämme mit 118,17 Festmeter erster Qualität, worunter Stämme von 18 Meter lang und 46 Ctmr. Durchmesser, Buchen-Stämme mit 3,10 Fest- meter, von 4—7 Meter lang und 45 Ctmr. Durchmesser, Fichten-Stämme mit 33,63 Festmeter erster Qualität von 6 bis Jeikgebotenes. Für Kellner. Frack und Westen sind billig zu verkaufen, nach Maß ohne Preiserhöhung. 610] Eine Schmiede mit vollst. Inventar und Wohnung in einem wohlhabenden Orte, an welchem sich nur noch eine Schmiede befindet, ist wegen Sterbefalles zu verpachten. Nähere Auskunft ertheilt Wilh. Steup, Burkhardsfelden. a Mk. 1.75 die ganze Flasche, „ 1.10 die halbe Flasche. Gg. Scherer & Co., Langen. AI leimige Niederlage G. C. Windecker Seltersweg 2, Ecke am Kreuz. Sombart’s Patent- Gasmotor. Einfachste, solide Construction. Geringster Gasverbrauch! Ruhiger u. regelmässiger Gang. Billiger Preis! Aufstellung leicht. Bui.SombartACo. Magdeburg (Friedrtohietedt.. Bekanntmachung. In unserem Genossenschaftsregister ist folgender Eintrag vollzogen: Laut Statut vom 23. 'November 1889 hat sich unter der Firma „Land- wirthschastlicher Consumverein Leihgestern , eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht" mit Sitz in Leihgestern eine Genossenschaft zum Zweck gemeinschaftlichen Einkaufs von Verbrauchsstoffen und Gegenständen des landwirthschaftlichen Betriebs, sowie gemeinschaftlichen Verkaufs landwirthschaftltcher Ergebnisse gebildet. Ihre Bekanntmachungen erfolgen unter der Firma der Genossen schäft, gezeichnet von zwei Vorstandsmitgliedern, in der deutschen land- wirthschaftlichenGen.ssenschafts-Presse. Willenserklärung und Zeichnung des Vorstandes muß durch zwei Vorstandsmitglieder erfdgen; die Zeichnung geschieht durch Beifügen Der Namens- unterschristen zu der Firma. Die Mitglieder des Vorstandes sind: 1) Kaspar Seipp ILI. in Leihgestern, Director, 2) PeterDamm in Leihgestern, Rendant, 3) Johannes Seipp XV. in Leihgestern, Stellvertreter des DirectorS, 4) Ludwig Mattern in Leihgestern, 5) Johannes Seipp XIII. in Leihgestern. Einsicht der Liste der Genossen ist während der Dienststunden des Gerichts Jagd-Vcrpachtimg. Donnerstag den 6, Februar 1890, Nachmittags 2 Uhr, soll die hiesige Gemeinde-Wald- und Feldjagd auf dem Bureau des Unterzeichneten anderweit auf 6 Jahre verpachtet werden. Kesselbach, am 20. Januar 1890. Großhh. Bürgermeisterei Keffelbach. Stein. 683 Gegen Influenza, Husten u.s.w. Mal?-Extrac1 undMalz-Extraci- Husten-CarameUen von L. H. Pietsch & Co., Breslau, Seit 12 Jahren in guter sanitärer Wirkung, durch Erfahrung und tausende von Dankschreiben festgeftellt, unübertrefflich bei Nebeln der Ath« mungSorgane, und daher ärztlich gern empfohlen bei Husten Heiserkeit, Verschleimung. Hals- und Brustleiven rc. rc. Zu haben in Gießen bei ärztlich empfohlen — Liter - Flasche Mk. 2.—. — fjfjsteurtp Rum, Arac, Punsch-Essenzen etc., etc., t/i Flasche von Mk. 2.—, i/2 Flasche von Mk. 1.50 an Moussir. Rheinweine: Kupferberg, Gold, Silber u- Kupfer, Schloss Wilhelm, Hochheimer, v53Chvnblu1(moufsirenderRothwein), Spirituosen, Liqueure und Essenzen empfiehlt Friedrich Stooss, Düugerstreumascbiue, Pat. Scklör, für alle künstlichen Düngerarten und Mengen; Verschmieren nicht möglich. Eoncurrenz * Hackmafcbine für Rüben und Getreide, vollkommenste und leichteste aller Hebel-Hackmaschinen der Neuzeit empfiehlt zu Original-Fabrikpreisen Heinrich Hütter, Frankfurt a. Dk, General-Vertreter der Firma W. Siederöleben & Eo., Bernburg. __________________für ganz Süddentsckland.____________ pbo 16 Meter lang Durchmesser, Fichten-Stangen u tf 1.70 1.80 2.- Heu u. Grummet verkauft 708 I. Balser, mittlere Bleiche. Haus-Verkauf. Wohnhaus in Mitte der Stadt, geeignet für fast jeden Handwerker, Bäcker, Metzger, Schuhmacher, Schneider rc rc-,zuverkaufen. Laden kann eingerichtet werden 161 Zu befragen in der^Expch. fc- JBL__ Gelbgraue, ca. 11 Monate alte deutsche Dogge (Rüde), gut coupirt, 70—7o cm Schul- terböhe, regelrecht tragende dünne Ruthe, wachsam und treu, wegen Abreise zu verkaufen. Näheres bet [775 Ferd. Schmidt, Wetzsteingasse 31. Internationale Ausstellung Cöln a. Rb. 1889: Goldene Medaille. FHedr.L*oinGiessen. Deutsche Schaumwein-Fabrik Wachenheim (Rheinpfalz) empfiehlt ihre patentirten aus reinem Naturwein ohne Zusätze von Spirituosen und ohne Einpumpen von Kohlensäure hergestellten, von ärztlichen Autoritäten günstigst begutachteten Schaumweine Kinderwagen in größter Aus- wähl zu billigsten Preisen bei [511 HA. Kilbtnger, p L- Senners Rchf' Hochfeine Wein-Essige, vorzügliche Speise- und Einmach- Essige, per Liter 15, 18 und 24 Pf- Feinsten deutschen versteigert werden. Die Zusammenkunft ist um die bestimmte Stunde im Distcict Hain unmittelbar am Ort Bieber. Rodheim a d. Bieber, am 24. Januar 1890. August Sehlessinger, Giessen, Spedition, Rollfuhrwerk und Lagerung, empfiehlt seinen regelmässigen SammelladtingS- verkehr von und nach allen Richtungen, wie auch seinen regelmässigen Paketverkehr nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Canada. Bau-, Werk- und Nutz holzversteigerung. Mittwoch den 29. Januar soll im Steinbacher Gemeindewald, Districte Ameisekopf und Heegkopf, versteigert werden: 680 Stück Kiefern- und Fichtenstämme von 15—38 cm Durchmesser. 6—18 m Länge 300,37 im. 172 Fichten-Derbstangen 15,43 fm, 34 Reisstangen 0,92 fm. Der Anfanist Morgens 9 Ubr am Buieckerwea auf dem Ameisekopf. Steinback, 17. Januar 1890. Großh Bürgermeisterei Steinbach Zur Ballsaison empfehlen: Gestsckte Klcider, Tülle, Spitzen, Blümers, Schärpen und andere Bänder in Atlas und Moirde. 3Mr Für iU»»*Uer»(le« w ist unser Lager in allen Artikeln gut sortirt. [507 Vorlagen?u Masken-Anrügen stehen M Verfügung. Kreppet täglich frisch bei [410 Aug. Noll im Stern. Lagerbier, hellfarbig (Wiener Brauart) per Flasche IS " 20 „ 23 „ 153 Die besten Säemafchinen für bergiges und ebenes Terrain sind und bleiben trotz allen anderen R^amen die weltberühmten Siedersleben'schen Saxonia. und Normal-Dmus. Diese Maschinen werden in sieben verschiedenen AusführungenZündln.Spurwetten von Vi, 1, IV«, IV-, 1,60. 18/4, 1,88, 2, 2V« 21/,, 3 3V- und 4 Meter mü ieder gewünschten Reihenzahl, mit Hintersteuer, einfachem Vordersteuer oder Pat -Zahnbogen, Vordersteuer geliefert. I Einfachster Säemechanismus aller Drillmaschinen, vatentirt D.-R.-P. m . \ Nr. 30220, die Maschinen können daher dem unkundigsten Knechte Besondere l anvertraut werden. — Neueste bequeme Saatkasten-Entleerung. — Kein Gummi an der Säewelle, demnach auch kein Der- stopfen denkbar. f Aeußerst solide und dauerhafte Ausführung. Bekanntmachung. In unserem Genossenschastsregister ist eingetragen, daß der nach dem geänderten Statut des landwirthfchast- lichen Consumvereins Climbach, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, neu gewählte Vorstand dieses Consumvereins aus folgenden Personen besteht: 1) Peter Stein in Climbach, Director, 2) Heinrich Römer III. daselbst, Rendant, Z) Philipp Backhaus daselbst, Stellvertreter des DirectorS, 4) Ludwig Wißner I. daselbst, Controleur. Mein Haus suche unter sehr günstiaen Bedingung geu zu verkaufen. F. Holberg, [603 Ktrchenplatz 8. zugSquelle Kieler Sprotten täglich frisch geräuchert, große 1 Kiste 120 Stück 2,00 X, 2 Kst 3,50 X, mittel 1 Kiste 240 Stück 1,50 X, 2 Kst. 2/0-3,00 X, Bücklinge 1 Kiste 40-45 St. 1,80-2.00 X, frische Schellfische, Schollen, Dorsch, Cab- liau, ausgeweidet, Postkiste 2.50—2,80 X, versendet gegen Nachnahme F. Hörich, Fischräucherei, 370 Altona bei Hamburg. Oie Flaschenbierhandlung von Daniel Heil Linbenplatz 3 empfiehlt: Bier der Arlirn-Brsuerri Gießen: Salz von der Großherzogl. Saline Bad-Nauhelm aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leicht- loslichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Badesalz, Eissalz, Mutterlauge, letztere in Salinenkannen, alles bester Qualität, wie allgemein anerkannt, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bet Herrn Kaufmann Carl Bieler auf dem Kreuz in Gießen. Grossh. Salinen- und Bergamt Bad-Nauheim. Jäger. [ Durch vorzügl. neue Brennmethode kräftiges feines Aroma. Große Ersparniß Nur ächt in Packeten mit Schutzmarke „Elephant" versehen von 1, V3 u. Vt Pfund- Niederlagen in: Gießen bei: August Noll, H. Hansel. Lick» bei: I. Häuser.[373 754] Mein HauS am Marktplatz, worin über 60 Jahre Colonial, Specerei- und Manufactur Geschäft nvt gutem Erfolg betrieben wurde, ist mit Ladeneinrichtung Familienverhältnisse wegen vom 1. April an zu oermiethen, ev. auch später zu verkaufen. Biedenkopf. Theodor Hosch. Wichtig für Hausfrsuen. Die Holländische Kaffee-Brennerei H. Disque & Co., Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke Elephanten-Kaffer wegen ihrer Güte und Billigkeit so berühmten und nach Dr. von Liebigs Vorschrift gebrannte hochfeine Qualität Kaffees: f. Westindische Mischung, per Vr Ko. X 1.60 (kein Geheimmittel) bestehend aus Antlpyrln, Phenacetin, Kha- barber Cahnus, Chinarinde. — Viel wirksamer als pures Aoti- nyrin. - Jede Migräne und Kopfschmerz wird nach Genuss von 3-5 Pastillen schnell und dauernd beseitigt. - Elegante Verpackung, um überallhin wie; em» Bonbonniere mitzunehmen. - Preis Mk. 1.50 mit Gebrauchsanweisung; (bdhg« als die Arzneitaxe.) Zu haben nur In den Apotheke*. Falle irgendwo nicht vorräthig, jedenfalls zu beziehen von nachstehenden Depots • Hirsch-Apotheke in Glessen. 145 hQlnehtIi(h k- lel des Jt Ak« lnttä9en. in Das e6cnfo i)Qä l3 ”irb beendet " ''g'«Jir^ten Aa- 'b°a der m,"9 nnez i der s foet * «? etu"9tn « srL° ° fr feL Set.”“ hejn “ "°ch immer «eiter e|it|d)[ie6eii. .;‘9en' l»rnn man bie 9e Neu int Preise ?»°d- M): 8ie «S°'d°rdaspr-Mche "ld|t b,«B die Fraqe °ach Üir andere eviDagen sein. Cm. bie Verstmlichunz hat, durch eine o« Kohlenpreise einzu- ■ Q^reSel um so hieniaer 9en Verhältnisse lediglich .Rutsche Kohlenindusttie 'ür das Ausland liefert, beseitigen, so wird eine h sein, ohne daß die' ' preußische Regierung 'swege in Schlesien und licht ernste Calamitäten musi abgeholsen werden, erhöht werden. Dr. Schultz bestreitet, onopol in bem Umfang largesM inert bie enorm hohen Antrag Schrader kein Preise zu beseitigen. iut vorübergehende, und nungen darf man sich igen oder Zoüänderuugen die Theurung hauptsäch- :n ungesunden Zwischen- iction geworfen hat. Ans Ablehnung des Antrages , daß die oderschlesische chen Kohle schwere Nach- roiirbc. Die Verkehrs- Durch ihre Verbesseentgegenwirken. Dagenmangel war zur größer als heute. Alle „och aus der ftüheren daß der Verkehr men inommen hat/ aus en 11 konnten. Die gegen- normal ib-hmath g-m-g-tt, « aen einzugrelMi mrd°u»^«9 chroder-Rich'n 'st nd H°^Ä»ern, * ien Grundbesitzern,. ^xaWS»tc in h t0rt ft«»9* nd ■ Ä °°n 'ucf9r®;li6etn)icf=1'', rrvu3l,n0 [[einen l«» der ^iruug Jiti|ton"r9 .11r »• pr. Fl. X. 0.80, tf 11 11 1 „ „ 1.20, ...... 1.50. do. dunkelfarbig (Bayr. Brauart) gasthaus zum wkitzeu Roß 3W Neuenweg w hält sich dem reisenden Publikum bestens empfohlen. Gute Betten! — Billige Preise! 693 Jogis von 30. 50 Dfg. und Mark 1.—.__ ßalmtetstr. LOrty empfiehlt ein reichhaltiges Lager in Küchen- und Haushaltartikeln, Bürsten-, Korb- und Küftwaarcn. Z Dienstag den 28. Januar, Nachmittags von 2 Uhr an, werden die dem Herrn Andreas Heid- mann gehörigen Mobilien im »Gam- brinus^, Wetzsteingasse 39, versteigert. Dabei sind: 2 gute vollst. Betten, 1 Sopha, Stühle, Kleiderschrank, 2 Tische, Nachttisch, Kinderwagen, Küchenschrank mitGlas- aufsatz, Küchengeräthe, Frauenkleider, Betttücher und anderes Weißzeug, sowie einige Bilder, 2 Uhren rc. 765] Im Auftrag: Louis Rothenberger, Taxator. Friedb. Pferdeloose, Ziehung 15 Februar, [574 empfiehlt JultuS Wallach, Meinen an die Stein- und Dammstraße grenzenden, 5818 qm großen Bleichgarten nebst Hofraitye verkaufe ich zu dem Preis von 22 0 0 X, eventuell auch 500 X billiger. 394 Hch. Schmidt, Wallthorstraße 46. la. Sauerkraut und Bohne» empfiehlt die Gemüsehandlung [269 I. Hankel, Schloßgaffe 6. Rhein - Wein© : b. GO Pf. 122 PLATIN-ÄNSTRICH-FAR BEN Das conservatxve Wahleomite Gesangverein Heiterkeit Zubeh. ml ruhige Leute preiswürdig per !• Marz zu vermtethen. Grünbergerstraße 89, parterre. 577 Karten für Nichtmitglieder sind zu haben bei H. Wissner, Sonnenstrasse. Extractum malti u >> M. Levi, Schirmfabrik. 680 Verpflegung, billigste Preise. ;ft erthellc: Der Vormund: Friedrich Noll . (j *. * v v t » vm vv u 11, - • ". jjvvu-wa., xjMULTuiageat, Ltainz. Bleichstraße Nr. 9. [774 j w- KHppstein in Langsdorf. 371 ließet MO^ch- w Wuquets, Krön)«- sich zu verheiraten. Herren und dergleichen aalten sofort unter der denkbar größten Dis-rertiat stillinst Kf)| ^^,cretl0N Näheres durch GencrcU-Änrei- OU1 r* «RTk AZ A OA (ir T5H7" MUT g----... Ä .. >> «uyrceb ourcu ^>encrai-uznzci- iMTger Berlin SW. 61. Porto 20 Pf.dE W« Wipper, Mäusburg 1- 379 Kaplansgaste. die Französisch, Englisch, Italienisch, Asterweg £<» I. Klmgelhösstr, I 737 Hefehandlung 697] Ein braves Dienstmädchen mit 389] Logis und einz. Zimmer, gleich beziehb., zu oerm. Neuen Bäue 20. Laden [403 1 Mark. 741 [583 Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. kreise Gießen 756 Die Direktion der Großh. Veterinäranstalt. Pros, vr. Pflug. Frau Louise WallenfelS, Kirchenplatz 21, I. im Saale des Cafe Leib, Der Vorstand Rahmcr, Physiologie, broschiert M.5.— gebunden M. 6.— Alsberg, Anthropologie, brosch. M. 6.— gebunden M. 7.— Noßmäßler-Engel, Die Geschichte der Erde, 4. Aufl., br. M. 6, geb.M.7. Roßmäßlcr, Die vier Jahreszeiten 6. Aufl.. br. M. 5, geb. 2ft. 7. Clarus Sterne, Die aügem. Weltan- schauung, br. M. 6., geb. M. 7.50. Klein, Allgcm. Himmelskunde, 2. Aufl. br. M. 5.—, geb. M. 6.—. Dieses reine concentrirte Malz- Extract ist in jeder Apotheke zu haben als das beste und reellste diätetische Mittel bei Husten, Heiserkeit, Katarrh, Athmungsbeschwerden, überhaupt Brust- und Halsleiden. Es befördert den Auswurf und lindert den Reiz der Schleimhäute, ist äusserst leichtverdaulich und, weil sehr nahrhaft, ein vorzügliches Kräftigungsmittel sowohl rein, als mit Eisen, mit Chinin, mit Kalk, mit Leberthran (•siehe Prospect). Als Hausmittel in vielen Familien beliebt. Steinsflarten. Mittagstisch im Abonnement 83 Pfg. und Geschäfts - Verlegung Bon heute ab befindet fich mein Laden von Rometfch 8t Co. in Kitzingen bieten vollständigen Schutz gegen Rost und Einflüsse von Wind und Wetter. Garantie für größte Haltbarkeit und außergewöhnliche Deckkraft. i Hey, Prof. Dr. W., Spezielle Zoologie, Bd. I., br. M. 4., geb. M. 5. Ledebur, Die Metalle, br. M. 3.50, geb. M. 4.50. Clarus, Die rationelle Ernährung, Äussoröerimg. Nachdem mein Sohn Friedrich, als Metzger in der Lehre bei Herrn Emil Schmidt in Gießen, seit dem 2. Januar d. I.'spurlos verschwunden, und da er an diesem Tage von seinem Meister Morgens 6y2 Uhr nach dem benachbarten Wismar geschickt wurde, um daselbst ein Stück Vieh zu holen, so liegt die Vermuthung nahe, daß demselben auf irgend eine Art Alleinverkauf für Giessen und Oberliessen bei 526]EmyFisclebac^i. Gichen. Malzextract-Bonbons sind die wirksamsten und angenehmsten Hustenbonbons, die den grossen Vorzug besitzen, keine Säure zu erzeugen und auch bei längerem Gebrauche nicht zu widerstehen. — In gelben Pergamenttäschchen zu 20 u. .40 Pf. und in Blechdosen zu 40 Pf. in jeder Apotheke zu haben. Wegen der vielen Nachahmungen ist die Firma „Loeflund“ wohl zu beachten. Gesellschaft für Fabrikation diätetischer Produkte Ed. Eoeflund & Co., Stuttgart. 8924 Samstag den L Februar«, Abends S Uhr: Fahnenweihe mit CO1TCEBT und BALL Mittwoch den 29. Januar, Nachmittags 3 Uhr: diiisiTViiiivi' l'iiniiviTSiiiiiiiiliiii!? auf Lonys Bierkeller zu Gießen. Tagesordnung: Definitive Aufstellung eines Cau- didaten für die bevorstehenden Reichstagswahlen im Wahl-- Hübner, I. G., Pflanzenattas, 6. Aufl., nras Ausg., fort. M. 4.50. von Martens u. Kemmler, Flora von Württemberg und Hohenzollern, Band I u. II., brosch. M. 10.50-- 773] Ein schönes Stübchen mit Bett zu Unentbehrlich für Eisenba hnzwecke, Maschinen-. vermiethew Mäusburg^ Zucker- und Ga-fabriken, Brauereien und 770] Gut moblirtes Zimmer zu ver- miethen. L. Basiert Wittwe. 1 Seltersweg Ü, Vorderhaus. 231] Mäusburg 1 ist der Laden mit oder ohne Logis per 1. April zu vermiethen. 5‘ 0] Ein Schmiedlehrling gesucht. Theodor Bogt, Löwengasse 15. 648] 3800 Mark auf zweite Hypothek zu leihen gesucht. Näheres in der Exped d. Bl. Pianinos, ÄS JLeihanstalt. Clavierstimmen u. Reparaturen werden solid und billigst ausgeführt. [1687 6. D. Gebauer, Seitersw. 67. Spanisch,Portugiesisch,Holländisch, Dänisch, Schwedisch oder Russisch wirklich NW" sprechen lernen wollen- Gratis und franco zu beziehen durch die Nofenthak'sche Verlagshandlung inLeipzig. , Als alleiniger Vertreter einer der größten 'Hypothekenbanken vermittele ich die Beleihung von Immobilien zu günstigen Bedingungen. 7640 W.»aTLensteln,Schillerstr.27. Aöpfe, Tuffen, Dreher, Haarketten, Bouquets u. s. w- werden schön und dauerhaft an- gefertigt von [6013 Fr. Weicker, Neustadt 33. IMP MHI— IIIMMMMMMMMMMw Ein wahrer Schatz für die unglücklichen Opfer der Selbstbefleckung (Onanie) und geheimen Ausschweifungen ist das berühmte Werk: [416 Dr. Ketaus Äelbftbewahrung 80. Aufl. Mit 27 Abbild Preis 3 Mark. Lese es Jeder, der an den schrecklichen Folgen dieses Lasters leidet, seine aufrichtigen Belehrungen retten jährlich Tausende vom stchern Tode. Zu beziehen durch das BerlagS-Magazin tn Leipzig, Neumarkt 34, sowie d. j. Buchhandlg. Osfeue Stelle. Die Stelle eines 2. Dieners an Großh. Beterinäranstalt ist bis 1. März d I neu zu besetzen- Mit dieser Stelle sind 600 JL jährliche Remuneration, gegen 50 JL unständige Bezüge, freie Wohnung und Heizung und Beleuchtung derselben verbunden. Gesunde, kräftige, womöglich verheirathete Männer, die mit Pferden u- s. w. umzugehen verstehen, werden hiermit aufgefordert, sich längstens bis zum 8. Februar unter Vorlage ihrer Zeugnisse bet Unterzeichnetem in dessen Prioatwohnung (Bleichstraße) Nachmittags um 3 Uhr zu melden- Militäranwärter können bevorzugt werden- Gießen, den 17. Januar 1890. der Bcokc &3 TJarsily, Antwerpen S1- 3. Bothof, Generalagent, Mainz, mit angrenzendem großem Comptoir und schöner geräumiger Wohnung, sowie Wasserleitung, per 1. April d. I. zu Der; miethen. I. Klein „zur Stadt Berlin". 538] Kleiner Laden mit oder ohne Wohnung zu vermiethen. G. Harms, Neustadt 48. Laden, sehr geräumig, mit zwei großen Schaufenstern, zu vermiethen. 474] I. Happel, Neustadt 56, WÄMLmH !' Iioiße Stern Linie - ! König. Velg. Postdampfer von 1 ^ntwerperäg 604] Freundliche Mansardenwohnung v. 4 Z. u. Wasserl. nebst Zub. zu verm. __Kirchenplatz 11. r 698] Ecke der Ludwigs- und Bleich- straße Nr. 26 ist der mittlere Stock (7 Zimmer mit Zubehör) per 1. April zu vermiethen. Julins Hoch. 605] LogiS (3—4 Zimmer nebst Zubehör) an ruhige Leute. SelterSweg 31. 274] Ein freundliches 2ogis von drei Zimmern mit Zubehör ist per 1. Februar oder später in der Bahnhofstraße 53 im 2. Stock zu vermiethen._________________ 186] Goethestraße 16: 1. Stock zu ver- miethen, 4 Zimmer mit Zubehör. W. Seipp, Ludwigsstraße 28. Placat-Fahrpläiie in der X Expedition des „Giessener Anzeiger dÄ L. JL■■ _ _ Hochstamme und Zwergbaume, BH ShSIS H B WMMWd bedeutende Borrathe. Obst- mRBfH vaumschulen o Karl Umber irr Laubenhelm b. Mainz. — Kataloge umsonst. [368 Popolär-naturmssenschM. Uerlag von Otto Weisert, Stuttgart. | Nieder-Wöllstadt, 24. Januar 1890. Karl Ludwig Wirth, 780] Maurernuister. werden für 1 JL an- gefertigt, Perrücken, ToupeS, Scheitel nach Maß. Theater» Perrücken und Bürte leihweise. Zöpfe werden gefärbt bet [622 Georg Petri Wwe. Nachf., Seltersweg 43. 710] Ein braves Dienstmädchen zum 25. März gesucht. ________I. Balser, mittlere Bleiche. 719] Ein junges Mädchen aus guter Familie, welches Talent zu Handarbeiten hat, in ein feines Geschäft tn die Lehre gesucht. Offerten unter L. K. 92 erbeten. s Wermischte Anzeigen. 772] Gesucht zwei HauSmüdchen für» hier und ausw., sow e. Mädchen» das bügeln kann, nach ausw. Näh. bei Frau Hüttenberger, Seltersmeg 52. 764] Kleines Hündchen zugelaufen. Kuhl, Neustadt 53. Alle Forderungen an die Vormundschaft über Fräulein Johanna Nollund an Frau Helene Keßler, geb. Noll, sind mir, vom heutigen Tage an gerechnet, binnen 14 Tagen zuzustellen; später eingereichte Rechnungen werden von mir nicht mehr berücksichtigt. Gießen, den 25.-Januar 1890. Ein tüchtiger und solider Maschinist zum sofortigen Eintritt gesucht. Offerten beliebe man unter Chiffre Ar Gr. 20 an dre Expedition d. Bl. gelangen zu lassen. [748 BuranferliguiiflS von Ball- und Gesellschaftskleidern tn und außer dem Hause empfiehlt sich M. FrieHe, Caplansgaffe 21. Ausgekämntte Haares kauft H. Plank, Kaplansgaffe. Wohnungsgesuch. Suche per sofort eine Parterre-Wohnung, möglichst mit Hof oder Garten, innerhalb der Stadt. Wittwe Rothe, 729 Kindergärtnerin. ein Unglück zugestoßen er vielleicht guten^Zeuz« in der Lahn verunglückt ist. Da nun ~ ~ ~ - ■ bis jetzt allen Nachforschungen ungeachtet noch keine Spur von demselben ermittelt wurde, so bitte ich nochmals alle diejenigen, welche über den Verbleib desselben das Geringste anzugeben wissen, an mich oder die nächste Polizeibehörde gefl. umgehend Nachricht ergehen zu lassen. Iermietßungen. 766] Zwei Familienlogis nebst Stal lung und Grabland zu vermiethen. Frankfurterstraße Nr. 165, vis-a-vis dem neuen Maschinen-Schuppen. 148] Ein kleines Logis zu vermiethen. Näheres K. KleeS, Südanlage 18. 43] Die mittlere Wohnung meines Hauses, 8 Zimmer, ist durch Wegzug des Herrn Suermondt für 1. April zu vermiethen. Wasserleitung, Garten- antheil. Bis zu 4 Zimmern und 5 Kammern in der Mansarde können zugegeben werden. Dr. A. Mettenheimer, _______________Frankfurterstraße 6 159] Die Bel-Etage meines Hauses, bestehend aus 8 Zimmern, Wasserleitung, Bleichplatz und allem Zubehör, pr. 1. April event. früher, zu vermiethen. ___________August Ackermann. 48] Gartenstraße 13 ist der mittlere Stock, enth. 7 Zimmer nebst allem Zubehör, per 1. oder V. April zu vermiethen. Näheres bei Herrn Architect Stein. 147] Eine Wohnung, 4 Zimmer und Zubehör mit Wasserleitung im Limpert- schen Hause am Asterweg zu vermiejhen. 154] Der 2. Stock, 3 Zimmer, Küche u. J. w., sogleich beziehbar, zu vermiethen bei H. Schomber, Rodheimerstraße 56. 160] Eine Mansardenwohnung"mit Wasserleitung und allem Zubehör, Preis Mark 160.— das Jahr, per 25. Januar d. I. oder später, nur an ruhige Leute zu vermiethen. Frankfurterstraße 36. 251] Logis, 3 Zimmer mit Zubehör, Hinterhaus, per 1. April zu vermiethen. Bleichstraße 12. 90] Logis und möblirtes Zimmer zu vermiethen.___________Tiefenweg 6. 63] Ein schönes FamilienlogtS im 1. Stock, bestehend aus 5 Zimmern, Kammer, Wasserleitung und allem Zubehör, ist per 1. oder 15. April zu ver- miethen. Moritz Semmler, Wallthorstr. 15. 53] Mehrere schöne Familienlogis im Hause Gartenstraße Nr. 38, bestehend in 5 Zimmern, Küche, Corridor und allen Bequemlichkeiten, nebst großem Garten- antheil, sofort oder später beziehbar, zu vermiethen. Näheres Nordanlage 33. 720] In meinem Hause in der Eder- straße 7 ist der Mansardenstock mit 3 Zimmern, Corridorabschluß, Küche, Speisekammer, Wasserleitung, Kellerund Speicherräume vom 1. Februar ab zu vermiethen. Jacob Helsenbein, _______Marburgerstr. 83. 601] Hammstraße Nr. 12 ein kleines Familien-Logis mit Zubehör zu vermtethen. Näheres_____________Lahnstraße 11. 176] Der zweite Stock meines Hauses Kreuzplatz 3 per 1 April a. c. anderweit zu vermiethen. _______Hermann Mettenheimer. 95] Die Bel - Etage meines Hauses, Ludwigsplatz 9, ist in Folge Berufung des Herrn Professor von Hippel nach Königsberg zum 1. April d. I. zu ver- miethen._________________Mylius. 84] Möbl. Zimmer zu vermtethen. 7 Altcestraße 19, Nebenhaus. 185] Schön möblirtes Zimmer sofort zu vermiethen. Bahnhofstraße 61 III. 589] Gut möbl. Zimmer vermiethet ________A. «ehrend, Marktstr. 32. 682] Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen.____________Gambrinus. 573] Zwei möbl. Zimmer mit od- ohne Kost zu vermiethen. Steinstr. 50 II. 618] Zwei möblirte Zimmer, ein großes und ein kleines, zu vermtethen. Asterweg 5. Wpftfür V S&Z Eh WOFt HB All6 393] ~ " —----------- Me—-----—ML M schnelle Fahrten, gute Sonntag den 26. Januar. (Stc^etter Anzeiger. Beilage zu Nr. 22. - 1890 Die deutschen Creditverhältnisse Gießen, 25. Januar. „Ist es den vielen Creditbeanspruchenden nicht möglich, sofort Deckung für entnommene Maaren zu geben?" Mit dieser Frage leitete Herr Will). Köser seinen am 18. er. in der Restauration „Bavaria" gehaltenen Vortrag über „die mißliche Lage der deutschen Creditverhältnisse" ein. Redner glaubte mit Bestimmtheit annehmen und behaupten zu dürfen, daß die vorwiegend größte Mehrheit durch sofortige Zahlung in keiner Weise derangirt würde. Er characterisirte an Hand von Beispielen die vielseitigen Arten von Credit- nehmenden und deren Gepflogenheiten, diejenigen des tagtäglichen Lebens sowohl wie der Bauernfänger, Hochstapler u. s. w., schilderte, welche Nachtheile solche der Geschäftswelt brächten, und wie unbedingt nothwendig es sei, aus dem Gebiete der Creditverhältnisse Reformen, das Baarsystem, anzustreben. Credit wäre nothwendig, ohne solchen wäre der heutige Welthandel undenkbar, aber zwischen dem Credit des Welthandels und der in Deutschland, namentlich im Kleinverkehr, beliebten Art des Creditgebens und -nehmens, vulgo Pump, bestehe ein großer Unterschied. Der Welthandel kenne nur einen streng präcisirten, fixirten Credit, während beim Pump der Gläubiger auf die Launen des Schuldners angewiesen sei, hierdurch aber Zinsverlust, nicht selten Ausfälle, Gerichts-, Anwaltskosten u. dgl. erleide. Naturgemäß wäre aber jeder Gewerbetreibende gezwungen, seine Ausfälle zu assecuriren, er könne dies nicht anders, als durch entsprechenden Aufschlag auf seine Preise, der reelle, zahlungsfähige Käufer müsse also die Ausfälle decken Helsen. Nicht zu verkennen sei, daß die Gewerbetreibenden die gegenwärtige mißliche Lage zum großen Theil durch ihre Vorurtheile und falsche Rücksichten mitverschulden. Dringend wäre denselben anzurathen, den Pump endlich zu quittiren und angebrachten, nicht zu umgehenden Credit nur gegen kurzes fixirtes Ziel, event. gegen Accept zu geben, dem sofort zahlenden Käufer aber für sein baares Geld und anständige Gesinnung ein Aequivalent (Sconto) zu gewähren. Im kaufmännischen Verkehr sei dies eine allgemein übliche Usance und Verpflanzung derselben aus den Boden der übrigen Gewerbe würde ebenfalls segensreich wirken. Mit dem Baarsystem würde allerdings die allgemein herrschende Verkaufswuth einen Dämpfer erhalten, dafür aber eine Menge nutzloser Spesen erspart und das Geschäft der einzelnen Plätze geregelter werden. Als weitere Frucht unserer Creditverhältnisse schilderte Redner das Nennen und Jagen nach Geschäftsabschlüssen im kaufmännischen Verkehr, wodurch viele Geschäftsleute an zu großem Waarenlager krankten, ausgenutzt würden in Folge Gutmüthigkeit und Characterschwäche und schließlich ihren Ruin fänden, das Etabliren ohne oder ohne genügende Mittel, das in der Regel stattfindende Gebühren dieser Geschäftsleute, das stets wachsende Accordiren und Falliren, die' Beeinträchtigung der Concurrenzkraft dem Auslande gegenüber u. s. w. Redner beleuchtete das Princip der Banken und Bankiers, wie man es als selbstverständlich und usancegemäß fände, daß solche nicht allein die größtmöglichste Sicherheit verlangten, sondern auch erhielten, und welch ein krasser Unterschied zwischen dem Geld- und Waarencredit herrsche, ferner, an Hand von Beispielen, wie nur unter den gegenwärtigen Creditverhältnissen die eherne Hand des Capitals sich so mächtig zeigen könne. Zu jedem Gewerbe gehörten entsprechende Baarmittel, nie dürfe der Credit das Betriebs- capital bilden, aber selbst bei Vorhandensein dieser Voraussetzungen würde gar zu häufig die Dispositionsfähigkeit durch unsere Creditverhältnisse gehemmt. Bezüglich der Vorthelle, die das Baarsystem dem Publikum böte, führte Redner aus, daß sich solche schon durch das bei dem Baarsystem ergebende geringere Betriebscapital und den häufigeren Umschlag desselben theilweise ergäben. Unter den heutigen Verhältnissen wäre ein zweimaliger Umschlag des Betriebscapitals im Durchschnitt nicht möglich. Nähme man nur an, ein Geschäft habe bei einem Betriebscapital von 20,000 Mk. einen Jahresumsatz von 30,000 Mk. (U/zmaliger Umschlag) mit 15 pCt. Avance, so ergäbe dieses einen B.-Gewinn von Mk. 4500, nach Abzug von 5 pCt. Zinsen aus dem Betriebscapital restiren Mk. 3500. Schlage dasselbe dahingegen ein Capital von Mk. 3000 zehnmal im Jahre um, so könnte solches den gleichen Gewinn (Mk. 3500) und Deckung der Zinsen des Betriebscapitals schon mit ■« irilll'ilWMMMMMM————— ^2*/g pCt. Avance erzielen. Die Differenz betrüge hier schon 25/6 pCt. Rechne man hierzu noch die Vortheile beim Ein- kaus Seitens der Gewerbetreibenden, welche die heutigen Verhältnisse vielfach hemmen, den Sconlogenuß, ferner den Wegfall Don Verlusten, Zinsen n. s. w., was sich heute alle auf die Maare abwälzt, wie fielen da die Vortheile des Baarverkaufs in die Augen! Den besten Beweis für die Richtigkeit dieser Anschauung lieferten die in den letzten Decennien entstandenen und zu einer ungeahnten Höhe und Bedeutung gelangten Ramsch-, Versandtgeschäfte rc. Diese Geschäfte bassten auf dem Baarsystem, schlügen ihr Capital rasch und oft um, hätten keine Ausfälle u. dgl., und dasselbe Publikum, welches beim einheimischen Kaufmann und Gewerbetreibenden anschreiben ließe, kaufe dorten gegen baar wegen anscheinender, jedoch nur durch das Baarsystem hervorgerusener Vortheile. Nachdem Redner noch das Begehren des offenen Bank- credits mit Wegfall einer Sicherheitsleistung und das Problem der Creditversicherung beleuchtet und diese Bestrebungen nichts weniger wie günstig characterisirt hatte, trat derselbe der Frage näher: Mas kann die Verhältnisse bessern, was kann Helsen? Hätte das große Publikum Verständniß für diese Frage, so würde sich solche bald von selbst erledigen. Aber dieses fehlt und wäre daher die Gesetzgebung, Handelskammern, Gewerbe-, Handwerker-, Volksbildungsvereine u. s. w., welche die Lösung dieser Frage in die Hand zu nehmen hätten. Was Beihülfe der Gesetzgebung anlangt, so wäre Abkürzung der Verjährungsfristen, Verjährung nach Monaten oder noch kürzere Zeit anzustreben, ferner eine Verbesserung im Mahnverfahren, hinsichtlich des Widerspruchs bei einem Zahlungsbefehl vielleicht, daß der Widerspruch zu begründen und bei sich später herausstellenden unrichtigen Angaben zu bestrafen, oder daß der eingeklagte Betrag zu deponiren sei. Ferner müsse das Accordiren und Bankerottiren höher gehängt und die Grenze des strafbaren Bankerotts erweitert werden u. l"w. Da nun das mündige deutsche Volk den größten Einfluß auf dieGesetzgebung durch die Reichstagswahlen habe, so wäre es für jeden Gewerbetreibenden im eigenen wohlverstandenen Interesse geboten, dem Candidaten auf den Zahn zu fühlen, ob demselben Verständ- niß für die mit der Politik nichts zu thun habende Creditsrage innewohnt, ob derselbe geeignete Anträge in angeführtem Sinne einzubringen oder mit aller Kraft zu unterstützen gezeigt sei. Im Weiteren wäre es Pflicht und Sache der Handelskammern, Gewerbe-, Handwerker-, Volksbildnngs- und aller sonstigen im Erwerbsleben stehenden Corporationen, offen zu erklären, daß jeder Pump für unsere Zeit unrationell und für den Nationalwohlstand geradezu schädigend sei. Ebenso wäre auf Schaffung von Usancen und Nornien hinsichtlich der Regulirungssrage, auf bereits erwähnte Einführung von Sconto im Kleinverkehr von gewissen Beträgen ab, damit das Publikum greifbare Vortheile vor sich sieht, und dergl. hinzuwirken- kurz und gut, es müsse mit allen möglichen Mitteln auf das große Publikum eingewirkt werden. Pflicht unserer siebenten Großmacht, der Presse, wäre es auch, dem Mythus unserer Zeit, dem Baarsystem das Wort zu reden und die offenkundigen Schäden unseres gegenwärtigen Systems bis zu dessen Beseitigung immer wieder in die Oeffentlichkeit zu bringen. So lange das Baarsystem jedoch noch nicht durchgeführt sei, empfiehlt Redner allen Gewerbetreibenden dringend Beachtung der Rathschläge der Osnabrücker Handelskammer. Solche rügt in ihrem letzten Jahresberichte die übertriebene Furcht vor rechtzeitiger Ueberreichung der Rechnung, die Gepflogenheit der Jahresrechnungen, welche jeder gesunden Ueberlegung ins Gesicht schlage, das Vorurtheil, Ueberreichung der Rechnung bei Ablieferung der Waare oder Arbeit involvire gewissermaßen etwas Beleidigendes u. s. w. und räth dringend im Interesse der Volkswohlfahrt, diesen Zopf ab- zustreisen und so lange das Baarsystem noch nicht durchgeführt sei, sofortige (mit kurzem Ziel) event. monatliche, wenigstens aber vierteljährliche Rechnung zur Regel werden zu lassen. Ferner empfiehlt Redner die weitgehendste Benutzung der Vereine zum Schutze gegen schädliches Creditgeben, sowie als nachahmenswerthes Beispiel das Vorgehen eines Schuhmachers in Altenfeld, welcher mit geeigneter Moüvirung bekannt gab, daß er sein Schuhmacherborgkundengeschäft aufgebe und nur noch gegen baar liefere. Hiermit haben wir im Wesentlichen die Hauptpunkte des beregten mit großem Beifall aufgenommenen 1 x/2 stündigen Vortrages kurz scizzirt. Gegen Ende seines Vortrages sagte Redner: Sollten meine Schilderungen zur Einkehr manchen schlechten Zahlers beitragen, sollten gut situirte Leute, welche sich bis dahin nichts Böses dabei dachten, wenn sie Jahr und Tag anschreiben ließen, sich der Mühe unterziehen, geschilderte Verhältnisse zu prüfen, sollten endlich die Gewerbetreibenden, Kaufleute sowohl wie Handwerker, aus ihrer theilweisen Lethargie erwachen, so würde ich dieses mit Freuden begrüßen und mein Vortrag hätte feinen Zweck erreicht. Wir schließen uns den Ausführungen des Redners in gleichem Sinne an. Auch wir empfehlen Jedem und namentlich allen Gewerbetreibenden, das Baarsystem, welches nicht allein für den Einzelnen, sondern auch für unsere Volkswohl- fafjrt von weitgehender Bedeutung und unberechenbarem Nutzen ist, mit allen Kräften und allen Mitteln ernstlich anzustreben und hierauf hinzielende Bestrebungen thatkräftig zu unterstützen. vermischtes. * Große Heiterkeit verursachte am ersten Weihnachts- Fe'ertage den zum Appell angetretenen Marssöhnen in Berlin der Inhalt einer Postkarte. Der Feldwebel hatte nach Erledigung der Dienstgeschäfte die für die Compagnie eingegangenen Briefschaften ausgegeben und nachdem sämmtliche Adressaten vor die Front gerufen und wieder in Reih und ®lieb getreten waren, ließ er die Compagnie zum Kreise rechts und links schwenken und sprach, eine Postkarte über seinem Haupte schwingend: „Ein Unicum von Schriftstück an einen gewissen nicht existirenden Herrn Füsilier Amor, von mehr schwerer, als zarter Hand ist hier in meiner Lamäng. Wem gehört denn das Dingskirchen he?! — Na, so sperrt mal gefälligst Eure Windmühlenflügel auf und hört zu, was da die holde unbekannte Küchenfee oder das Fräulein für Alles dem anonymen Adonis recte Amor schreibt, der sich nachher auf meiner Bude das Geschreibsel abholen kann, falls er sich schenieren sollte, sich vor versammeltem Kriegsvolk als Don Juan zu bekennen," fährt die Compagniemutter fort und begann den Inhalt der Karte zu verlesen, welcher folgendermaßen lautete: „Ungetreuer Herr Amor,- Ob' Du wohl so wirklich heißt, mein Geliebter? Daß Du mir am Heiligabend hast fitzen laffen, war Dumm von Dich. Meine Herrschaft hatte mich erlaubt, Dir zu empfangen und mir reichlich mit Geld, Kuchen, Süßigkeiten und Sachen bedenkt. Drei Pullen Bier, Zijarren und warmes Abendbrod lauerten aus Dir mein Aujust. Wenn Du Dir von wegen Jeschenke scheniert haben dhuft zu kommen, so war bet unsinnig, denn ein Soldat und dazu noch so'n Gemeiner wie Du ist feen Rentje, wie meine Herschaft is. Komm am zweiten Feier- tag, wo ich meinen Ausjetag habe, mir abholen, wir jehen dann zum Ball und Deine Geschenke lauern noch auf Dir. Was ick Dir beim Weihnachsmann bestellt habe, wird Dir sehr angenehm sind, aber laß mir nicht sitzen. Indem ick Dir im Seifte an mein Herz drücke, küßt Dir durch die Luft tausendmal Dein Goldkind Else B..... Uebrigens, wenn Dn kommst, frage nicht nach Else, sondern nach Marie: bei Rentje s heißen die Mädchen für Alles immer alle Marie uni) Du, als mein angeblicher Cousin mußt bet boch wissen, also verplappere Dir nicht, Amorchen." — „Na", meinte ber Felbwebel, sich schmunzelnb um seine Achse brehenb, „wer ist benn von Euch ber Glückliche, bem diese Karte gehört? Als Niemand antwortet, trat der Unteroffizier du jour vor und sagte: „Herr Feldwebel, das dürfte ein Schreiben t)on eine, von die 3 Brautens sein, die dem Arrestanten M. gehören." So nehmen Sie das Schriftstück an sich und geben Sie es bem Engrosliebhaber, wenn er heute Nachmittag aus bem Loch entlassen wird," meinte der Gestrenge und ließ die Mannschaft abtreten. Pfarrer, Lehrer, Gutsbesitzer, Beamte rc. rauchen mit Vorliebe d. T ®- ®**W in ®"f‘" °' 10 Wb-bfe Schwarze und farbige Seidenstoffe direkt ans der Fabrik von von Elten & Keussen, Crefeld also aus erster Hand, in jedem Maas zu beziehen. Man I verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. H Bekanntmachung. Die Landbriefträger führen auf ihren Bestellgängen Bücher mit sich, welche zur Eintragung der ihnen vom Publikum zur Beförderung nach der nächsten Postanstalt übergebenen Sendungen mit Werthangabe, Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnlichen Packete und Nachnahmesendungen bestimmt sind und zur größeren Sicherheit für die richtige und rechtzeitige Ablieferung dieser Gegenstände dienen. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Landbriefträger demselben das Buch vorzulegen. Bei Eintragung des Gegenstandes seitens des Landbriesträgers muß dem Absender auf Verlangen durch Vorlegen des Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten richtigen Eintragung gewährt werden. Da diese Einrichtung und das dem Publikum durch dieselbe gebotene Mittel zu feiner Sicherstellung immer noch nicht genügend bekannt zu fein scheint, so wird auf das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht. Darmstadt, den 4. Januar 1890. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. Clavel. 744] Ein braves tüchtige- Mädchen per 25. März gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. 715] Für ein hiesiges Hotel wird ein erster HauSbrrrsche gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. Medicinal-Tokayer in Vr Literflaschen 2 Mark, „ V< „ 1 „ • Vs , 50 Psg. Aechten sranU. Cognac in Vi und Vr Flaschen in verschiedenen Preislagen empfiehlt 521 Daniel Heil, Lrndenplatz 3. Ost-Indische Theehandlung Georg F. Abich Wiesbaden direct Import., ausgezeichnete frische und sehr preiswerthe Thees in Paketen von Vi, Vs, V* Pfund zu 2.50, 3.—, 3.20 und 4.— per Pfd. bestens empfohlen. Niederlage in Gießen bei F. LachmaniJu 422] Südanlage 15 I. Josef Grütters Göttertrank An aus den edelsten ostindischen Kräutern und Wurzeln destillirter hochfeiner aromatischer Magenbitter von vorzüglich sanitärer Wirkung und köstlichem Geschmack, empfohlen von vielen ärztlichen Autoritäten, als magenerwärmend und ut2x»>- magenstärkend, analytisch.chemisch unter- .. . _ sucht von Dr. Hans Brackebusch, beeidigter Ehester m Berlin. - Zu haben in V-, V. u. «/, Liter- flaschen bei । Ohr. Ludw. Thomas, Wallthorstr. 23, Maschinen Treibriemen circa 1000 Meter, 30—150 mm, empfiehlt in bester Qualität bMgst der V°n 5651 K.ilbitigePs Louis Senner Nachfolger, Giessen -nnahul» v folgenden Ta, ' wer Li, . ^eek d°ß es .^nnerul land 0 ju b k-it qTcNbt Wtt hat r«e«? »en' ' der b,i D'r , *fi5 Ä* •‘jwu* ri-E ^rhtn W” ^n' ivcrd^ , wöd)ent^ btigtlrgu Die letz Reichstages Anbetracht il diesem Zeitrai Abgesehen vo innsangreichc" 22. October ßel, während dings erst ge; mit dem Etc Bildung zwei rathen und j gehörte die' welche zwar zu scharfen po/itik führt Neujahr zug Postdampferl lebhafter Be zur Annahme noch im alte, nähme mit g Bimetallisten Vorlage zu? hatte sich bei anträgen au ein geringer abgelebt odi nehmigten Mn vativen auf 6 Handwerker, sogenannten G Freisinnigen o tär-Sttasgeric Die ®n haben nmmeh Form abgeleh schreiben an Arbeiter dies werden, ist Theil bet rh allgemeinen 9 W noch ein Das Pri Washington bi Samoa-Frage Das Protokoll wirksamen und langen durch d Bismarck, ]eitl nächtigten. , JWünbn Andels mit Po des Majors B entsendet und .egierung ftmi * gegen d o"wal der bek 6™ Zeitigen auf der 3iiiftc di, „3" Nm Sorten nati Jagdvrrpachtnng. Die der Gemeinde Albach zustehende Wald- u. Feldjagd soll Montag den 3. Februar, Vormittags 10 Uhr, aus dem Bureau unterzeichneter Bürgermeisterei unter den int Versteigerungstermine bekannt gegebenen Bedingungen öffentlich meistbietend auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Albach am 24. Januar 1890. Großherzogl. Bürgermeisterei Albach. Balser. 805 Iagüverpachtung. Donner-tag, 6» Februar d. I«, Nachmittags 2 Ubr soll aus dem Bürgermeisterei-Bureau dahier die hiesige Gemeinde-Jagd aus weitere 6 Jahre verpachtet werden. Saasen, am 24. Januar 1890. Großherzogl. Bürgermeisterei Saasen. Schmitt. 788 Aeikgeöolenes. Iagd-Palrmirn, Cal. 16, per Hundert Jt 6.50, empfiehlt A. Dickore, 1 Bahnhofstraße 15. Schaufenster-Rouleaux in feinster Ausführung liefert billigst Heinrich Hocbstätter, 470] Schloßgaffe 19. 443] Flüssige natürliche Kohlensäure in unübertroffener Reinheit aus dem abfließenden Mineralwasser gewonnen, empfehlen zur Selterswasserfabrikation und zum Bierausschank: Schwalheimer Brunnen-Comptoir: CordrS & Ellgatz [443 i. Schwalheim i Hessen (©tat. Nauheim). Fernsprecher 51. Schulstrasse 7. Vorhandene Stempel können benutzt werden. rief- und Packetsiegel- Marken in Prägedruck werden schnell und billig angefertigt in der rühl’schen Druckerei non 251.62-244.— 203.00-191.25 193.20-180.25 182.75-175.75 180.00-176.25 278.50-246.25 234.40-206.10 209.75-187.00 256.50-241.75 130 40-120.25 176.00-167.10 Seit Wochen und Monaten ergehen von allen Seiten Warnungen eindringlichster Art an die Börse und das specultrende Publikum, ohne daß dieselben Beherzigung finden. Jetzt haben Ereignisse gesprochen, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen, aber auch jetzt noch ist kein bemerkenswert!), r Eindruck zu erkennen. Nach colossalen Coursrückgängen, die unter normalen Umständen eine durchgreifende Säuberung der Börse herbeigeführt hätten, ist die Lage, soweit sich dieselbe beute überblicken läßt, kaum verändert und es bleibt selbst zweifelhaft, ob die überschwänglichen Hoffnungen, welche bisher an die Coursentwicklung geknüpft wurden, auf ein verständiges Maß zurückgeführt worden sind. Nachdem am Samstag die Börse in ziemlich schwacher Haltung, bei jedoch mäßigen Coursabschwächungen verkehrt hatte, trat nach Schluß der offictellen Geschäftsstunden und besonders Abends ein ungeheuerer Courssturz ein. Die Bestätigung, welche die Gerüchte über die Forderung einer 50°/otgen Lohnerhöhung der Arbeiter gefunden hatten, gaben den äußeren Anlaß zu dieser Panik, die wie Wirbelsturm über die Börse ging, und in wenigen Stunden die stolzen Coursgebäude zusammenfegte, daß selbst den größten Optimisten der Muth entsank, und der Krach wirklich gekommen schien. Nachstehende Vergleichung der Freitags-Schlußcourse mit den niedrigsten Berliner Nottrungen des folgenden Montags mag ein Bild von dem Umfang der Coursrückgänge geben: Disconto-Command. Berliner Handels-Gesell. Dresdener Bank Darmstädter Bank Credit-Actten Harpener Bergw. Hibernta Bergw. Gelsenkirchener Bergw. Bochumer Gußstahl Dortmunder Union Larau-Act. Dazu muß bemerkt werden, daß dieser Courssturz sich in der Hauptsache in der Zeil bis Samstag Abend, also innerhalb weniger Stunden vollzog, und die Woche schloß daher mit außerordentlich trüben Aussichten auf die Zukunft. Allein schon Sonntag besserte sich die Lage. Umfassende Kaufaufträge — wiederum aus Kreisen des PublrkumS — traten dem drängenden Angebot entgegen, und brachten die rückläufige Bewegung zum Stillstand. Am Montag freilich, als Berlin zum ersten Male wieder in Action trat, gingen die Course etwas weiter zurück, da zahlreiche Engagements, für welche die hinterlegten Depots nicht mehr ausreichten, zur zwangsweisen Auflösung kamen. Aber nach Erledigung dieser Verkäufe machten sich Meinungskäufe und Deckungen von Neuem geltend, und schon die Nachbörse schloß zu bedeutend besseren Coursen. Dieser Beweis der Spannkraft schien in Kreisen des Publikums alle Befürchtungen über den Ernst der Lage zu zerstreuen, die Aufträge liefen massenhaft ein, und Jeder schien sich zu beeilen, von der günstigen Gelegenheit, zu billigen Courfen zu kaufen, Nutzen zu ziehen. Die Folge war ein rapides Steigen der Course, und wenn nicht eine abermalige Abschwächung am Donnerstag die Course wieder zurückgeworfen hätte, so wäre heute wahrscheinlich von dem großen Rückgänge wenig mehr zu bemerken. Ich glaube nicht fehl zu gehen in der Annahme, daß der übergroße Eifer, mit welchem das Publikum kaufend an den Markt drängte, sich stützt auf den Glauben, der Courssturz sei nur ein geschicktes Manöver der Baisscpartei. Es kann gewiß nicht bestritten werden, daß formte Abgaben eine große Rolle dabei gespielt haben, aber man darf sich doch nicht verhehlen, daß die wahre Ursache in den Engagementsverhältnissen der Börse liegt. Die Forderung der Arbeiter allein hätte eine solche Wirkung nicht her vorbringen können, denn Niemand glaubt, daß dieselbe bewilligt wird, oder daß die Arbeiter verblendet genug wären, deren Bewilligung zu erpressen. Ader die Stellung der Forderung gab den Anlaß zu einer theilweisen Auflösung bestehender Engagements, und nur die Größe des daraus resultirenden plötzlichen Angebots kann eine derartige Wirkung auf die Course erklären. Das Eingreifen des Publikums hat diesmal größeres Unglück abgewandt, aber ein ähnlicher Verkaufsandrang kann bei irgendwelchem Anlaß neu hervortreten, und wer will sagen, wie weit die Course fallen, wenn das enorme Material, welches Rheinland und Westfalen seit Monaten ausgenommen hat, plötzlich an den Markt geworfen wird. Allerdings mögen sich die inneren Verhältnisse der Börse durch das Anwachsen der Baisse Engagements etwas gebessert Haden, aber aus dem Montanmarkt — und nur in diesem liegt die Schwäche des Marktes — sind Baisse Engagements nur in wenigen Papieren möglich, für die lange Reihe der Cassawerthe, in welchen ebenfalls große auf Credit beruhende Positionen bestehen, extftirt kein Gegengewicht. Man darf nicht müde werden, diese Dinge zu betonen, denn die Verhältnisse haben sich derartig zugespitzt, daß sie den Ausschlag gebenden Factor in der Coursentwickelung der nächsten Zukunft bilden werden. Geld ist in den letzten Tagen etwas leichter geworden, die Reichsbank ist wieder in die Grenze der Notensteuer zurückgekehrt und scheint jetzt das im Lande befindliche fremde Gold zur Stärkung ihres Metallschatzes und um ausländischer Nachfrage begegnen zu können, aufzukaufen. Das Alles mag als günstiges Zeichen hingenommen werden, für die Börse wird es erst in zweiter Linie von Bedeutung, denn diese leidet vornehmlich an Creditmangel. Zudem ist diese Besserung auch zu geringfügig, um zu weitgehenden Hoffnungen Veranlassung zu geben. Der Ultimo steht wieder vor der Thür und mit ihm werden neue Anforderungen an den Geldmarkt herantreten. Der große Zug in der Coursbewegung der Woche ist so gleichmäßig auf fast allen Gebieten zum Ausdruck gekommen, daß von Einzelheiten des Verkehrs wenig zu berichten ist. Nur Renten Haden sich vorzüglich gehalten und zeigten selbst zur Zeit der größten Coursrückgänge ein kaum bemerkbares Schwanken. Heute am Wochenschluß erscheinen Ungarn und Spanier etwas gebessert. Bahnen wurden von dem allgemeinen Rückgang mitbetroffen, besonders Lübeck-Büchner, die sich auch nicht erholen konnten und heute 6 o/g schlechter notiren. Börfemvoch-ub-richt Wasser schieben, Bankgeschäft Eourse der Frankfurter Börse Staatsanleihen. Mainzer verloren ca. 2o/0. Bei österreichischen Bahnen beschränkt sich der Rückgang auf einen theilweisen Verlust der in dec Vorwoche erzielten Avancen Dies gilt namentlich von Elbthal, Böhmische West- und Nord-Bahn, während Buschtherader noch ca. 3% gewonnen haben Fortgesetzt schwach liegen Staatsbahn in Folge persönlicher Differenzen in der Verwaltung, Lombarden weichm nur langsam. Banken haben sich kräf ig erholen können, namentlich Credit-Actien, die kaum unter dem vorwöchentltchen Stand notiren. Gerüchte über Capitalserhöhung der Ungarischen Creditbank haben bei dieser Erholung mitaewirkt. Wiener Unionbank sind 7fL besser. Deutsche Banken schließen noch beträchtlich unter dem oorwöchentlichen Niveau Es notiren Disconto und Darmstädter Bank je 4%, Handelsgesellschaft 7%, Dresdner Bank 6% schlechter. Cassabanken bleiben behauptet. Jndustrie-Actien sind fast durchgängig schwächer. Privat-Discont 4°/0. Cours vom 17./I. 24./I. Cours vom 17./I. 24./I. 4% Hessische Obligation. 105.70] 105 75 4'/s0/oPortug.-A. 88 u.89 96.— 95.80 „ Bauern .... 106.70 106.45 5% amort. Serb. Gold- „ Baden..... 104.25 104 25 Rente .... 84.15 84.40 3o/oSächsische Rente. . 94.50 94.20 5o/oSerbtscheEisenbahn- 3Va°/o BremerStaatsanl. —.— —.- Hyp.-Obl. L. A. . 85.80 87.— „ Hamb.Staatsrente 102.40 102.10 4o/ySchwed.Obltg.l880r 102.65 102.90 40/0 Oestr. Goldrente . 95.20 94.95 lo/o Türken cono. . 17.85 17.75 „ GriechischeMonopol- 50/0 priv. Egypter. . . 104.05 104.25 Anleihe . . . 76.85 75.60 „ Argent. Gold - Anl. 5o/v Rumänische Rente . 98.25 98.15 0. 1887 ... 90.50 90.35 W/o Russische Anl. . 101.70 101.40 Msenbahn-PrioritLteir. 4°/0 Pfälz. Ludwtgsbahn 5% Südbahn Lombarden 102.20 102.30 (Bexbach) . . . 104 — 104.10 4o/o do. do. -■ . — 100.15 „ Hessische Ludwtgsb. 30/0 do. do. 64.25 64.— 68/69 garant. . —.— 103.25 40/0 Prag-Duxer Gold . 101.45 101.45 „ Elisabethb. steuerfrei „ Rudolf Gold (Salzk.) 101.30 101.30 Gold .... 102.— 101.90 „ Franz-Joses Silber 84.50 84.— 5o/o Oestr. Staatsbahn. 107.10 106.80 3% staatl. garant. Jtal. 4°/o do. do. 101.10 101.20 Eisenbahn . . 58.25 58.10 3°/o do. do. 3% Ltvorneser . . . 64.20 65 25 I.—VIII.Emiss.. 84.— 83.70 4o/gRuss.Südw.-Eisenb. 92.65 92.30 3% do. Ergänzungsnetz 80.95 80.90 4o/g Wladikawkas garnt. 92.— 92.— 50/0 Nordwestbahn Gold 107.20 107.75 40/0 gar. Sar dtn.Sec.stfr. 87.65 87.65 «isenbahn-Actien. Ludwigshafen-Bexbach. 233.90 233.— Lübeck-Büchner . . . 176.30 170.40 Hessische Ludwigsbahn. 120.25 118.50 Mecklenburger . . . 164.— 163.70 Pfälzische Nordbahn . 125.— 125.10 Gotthardt..... 166.20 166.60 Martenburger-Mlawka. 53.90 52.70 Jtal. Mtttelmeer . . 108.50 107.60 BankAetien. Deutsche Reichsbank . 136.95 137.40 Dresdener Bank. . . 189.10 183 90 Berlin. Handelsgesellsch. 200.30 193.60 Mitteldeutsche Credttd. . 118.— 116 50 Deutsche Bank . . . 176.30 174.90 Wiener Bank-Verein . 107 62 106.55 DeutscheGenossenschftsb. Württemb. Vereinsbank 127.50 127.— o.Soergel,ParrisiusLCo. 134.80 134.50 Andnftrie-Papiere. Btndtng-Braueret . . 166.70 166.50 Deutsche Verlagsanstalt 280.50 280.— Stern- do. (Oberrad) 133.40 133.10 Farbwerke,oorm.Metster, Bad. Anilin- u. Soda- Lucius & Brüning. 276.80 273.— fabrik .... 280.50 279.50 Riebeck'scheMontanwerke 199 80 200.— Pfandbriefe. 4<>/o Franks. Hyp.-Pfdbr. 4o/gDeutscheGrundschld.- v. 86 ab . . . 102.65 —.— Bk.-Psandbr. . 101.50 101.50 3V20/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 98.60 98.60 31/2% do...... 98.50 98.50 4o/oPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- 3V2°/o Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 101.60 101.60 Psandbr. . . . 97.40 97.40 31/2o/o do...... 98.50 98.50 4P/o Meininger Pfandbr. 101.50 101.50 4% Preuß. Centr.-Bod.- Cred.-Pfandbr. bis 1885 ..... 102.15 102 10 Loose. Oestr. 1860rfl.500-Loose 125.55 124.70 Braunschweig. 20 Thlr.- „ 1854rfl. 250- „ 119.70 ------_------ Loose .... 107.60 107.50 4% Meininger Prämien- 3o/o Oldenburger Loose . 132.10 133.35 Pfandbr. . . . 131.85 132.20 3l/,o/oKöln Mtndn.Loose 139.50 139.30 Amerikanische «isenbahn-BondS. 60/oChic.Milw.f.St.Paul 40/0 Chicago Burlington Prt., rückzablb. 1910 . 118.— 116.20 Nebraska 1927 . . 90.75 91.— 5o/oChtc.Milw.f.St.Paul 41/2% California Pacif. Prt., rückzahlb. 1921 . 105.40 105.05 I. M., rückzahlb. 1912 105.60 105.60 6°/oCentr.Pacif.I.Mrtg. 60/oPacis.ofMissourt con- rückzahlb. 1896 . . 110.40 111.— soltdated I. M. r. 1920 108.10 108.10 Diverse Obligationen. 5% Buderus-Obligat. . 104.— I 104.05 I 41/2% G- af.Henkelv.Don- 1 nersmark, rückz. A 105 105 — 105.30 fh Pfund für cVft « Pfund vorzüglich gute c4C Iw*— 9 Pfund la. Halbdaunen o4t 1 »D » Schliemann & Kähler in Hamburg versendet portofrei gegen Nachnahme LL Bettfedern von 6000 Francs Prämie der Stadt Brüssel für besten Gasofen. J. G. Houhen Solin Carl, Aachen. Referenz: Jede Gasanstalt. für Gas. Liefern sofort heisses Wasser. Ueberraschend schnelle Erwärmung eines Bades bei 0.7 cbm. Gasconsuni. 5 6 goldene und 5 silb.Medaillen. «Iil Abführung der Heizgase, für Salons, Wohn- ochlaf- und Krankenzimmer, grosse Säle, Kirchen Aachener Badeöfen Hamburg - Amerikanische Zahlreiche ZEUGNISSE der ersten medicinischen Autoritäten in Homberg a. d. O. [6583 Höchste Auszeichnung j Cöln 1889 j Verkaufsstelle Giessen: lieh. Wallach, Markt 8. Goldene Medaille. Silberne Medaille. Hävro—Newyork. Stettin—Newyork. II aniburg—W estindien. Hamburg—Havana. Sonntags bis Mittag 12 Uhr. Die Zellen sind durch Dampf geheizt. Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen sind sämmtliche Bade Extrakte, als: Fichtennadel', Malz-, Loh- und Weizenkleie-Extracte zu haben IMF Abonnements werden jederzeit entgegengenommen. 'eWUL 'ersuchen Sie geil. 455 Schusters Caffee. bei Andreas Euler. Täglich geöffnet von 6 Uhr Morgens bis *7 Uhr Abends 32 Auszeichnungen, worunter 12 Ehrendiplome und 14 Gold. Medaillen. Postdampfschiffahpt Hamburg-NewYork Southampton anlaufend Oceanfahri 7 Tage. Ausserdem regelmässige Postdampfer-Verbindung zwischen Rcbactton; L. Scheyda. — Druck und Verla, der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gieße» Vollständiges Nahrungsmittel für kleine Kinder. Ersatz bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und vollständig verdaulich, desshalb auch EBWACHSENEH bei MAGENLEIDEN bestens empfohlen. Zum Schutz gegen die zahlreichen Nachahmungen führt jede Büchse die Unterschrift des Erfinders Henri Nesti^. Verkauf in allen Apotheken und Droguen-Handiangen. 66 Das Haus Nestle hat an der Pariser Weltausstellung 1889 die höchsten Auszeichnungen, einen GROSSEN PREIS und eine GOLDENE MEDAILLE erhalten. H. NESTLE'S KINDERMEHL 3Ojähriger Erfolg. —Z—. Hamburg—Baltimore. Hamburg—Mexico. Nähere Auskunft ertheilt: Der Generalagent: J. F. Hillebrand in Mainz, S. Elsoffer in Giessen, Jos. Gottlieb in Nidda, Jobs. Walther in Stockheim, Leopold Stern II. in Schotten, Th. Andreas in Bad-Nau heim, L. Waldbaum in Wohnbach, Louis Gnifkowsky