140.00 0 A Cctflber VI S5^ S5>0 1800 80-40 129.6- 411.23 I 2 U.50 159.31' 145-30 11690 64.50 1890. 219,15 9(10.00 '9125 154,15 fit & v* tobet M' ün. Aold-Reotk ‘in öd»1 --WML 's-ZD§ e der ®artfn^?^Bep k'tzts «Nd N;kar,«ei- ^4» 'TO Miner >u nTrnT.'^T' $ie> 0 * erbani dessen. «tag »en 24. SS. M" ischeU»t-khaltui>8 r"nddFiw»de l-d-t Im B M iss® aSSkfc ruf DllV-^ntblTtd) iat gf%Ä‘ Theater, Giessen. :ion: Adam Reiners), den 24. Oetober 1890: •ofessor Klint“. .Ven! n 4 Acten von Geijcrstam. Personen: [8818 Professor Adam Reiners, en Frau Adelheid Martin. id.Tocht Anni Reiners, öm Ida Unger. rum Rudolf Biebraoh. t, Muler Georg Fritzschler. ilk'ilator Heinrich Wioolt. teil «Elisabeth Bischoff. Karl Schreiner. lädchen Marie Herrmann. ;t $ ühr. Xntans 8 U\\r. Len 20- Oetober MO nhige Zeiten“. r-IKZnZ" «Sä. ZWs? fiÄä« bühidjmöbte^^— -___GrünberMratze 4. tx ineinönberÄ mer- uach der Straße gehen! n, ev. auch getrennt. ! der Eroed- d, U, ^ster Nabe der Aula ess nrr zu vermiethen. 1 der Erped. d. Bl. Nr. 249. 1890 Samstag dm 25. October Der -«eßeuer Zn-eiger ncschnnt täglich, e*t AuSnahm« de- Montag« Dit Gießener werden dem Anzeiger w-Hentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Vierteljähriger ASsnnementsPretO^ 2 Mark 20 Pfg. reh Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, rxpedNio« and Druckerei: -ch«tstr«ße Ar.Z« Kernfprecher 51. i Amts- ttnb Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. I ■ . —■■ I| ■ ■■ ■ II , I III ■ I Lil »!■■— ,j .MIL .JM»'. ■»- ■. 11 - 1 ■»' I -■ -1 1 ■-■Jj'l—^L—1_H »U1L... . Ul. „ ■IM.fflffBB'gBBB— ««»■»»< »°n »n,-i,.n JU brr Nachmittag, für dm tcfictfAflO» ickk-lrener ^kamisienlisäNer «»"-"-»"«ur-auk d-r In. mtb euflcmbr« nchm« f.<,mdm Ta, -rfchnnmdm Nnmm-r bi, «arm. IO Uhr. Grairsoeimge. Akamurknomrtrr. «n;-ig-n für dra „Gi-ß-n-r Anzkigkr- mtg-s«. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Zum Zwecke der Errichtung eines Denkmals für weiland Kaiser Wilhelm und Friedrich in Verbindung mit einem Kriegerdenkmal zu Alzey ist daselbst ein Ausschuß zusammengetreten, der behufs Vermehrung der Mittel für die Errichtung dieses Denkmals eine Verloosung von Mobiliargegenständen (Silbergegenständen, Möbelgarnituren, Erzeugnissen des Kunstfleißes) am 1. Februar 1891 zu veranstalten beabsichtigt. Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 10,000 Loose zum Preise von 1 das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 40% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden find. Großh. Ministerium des Innern und der-Justiz hat den Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet. Gießen, am 22. October 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird zur Kenntniß der Jnteresienten gebracht, daß der Vorstand der Tiesbau-Berufsgenoffenschaft zu Berlin für das Jahr 1890/91 für die Provinz Oberhefien den Herrn Kreis- und Provinzialingenieur Stahl zu Gießen als Vertrauensmann bezw. Beauftragten und Herrn Kreistechniker Eichler zu Bensheim als dessen Stellvertreter bestellt hat. Gießen, den 22. October 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Deutzctzes Äleiich. Darmstadt, 23. October. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben heute den von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser, König von Preußen zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am hiesigen Hose ernannten Legationsrath Freiherrn v. Plessen behufs Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens in besonderer Audienz zu empfangen geruht. Darmstadt, 23. Oclober. Die Einberufung des XXVII. Landtags wird voraussichtlich erst für Ende November oder Anfang December erfolgen, weil die Budgetarbeiten noch nicht zum Abschluß gekommen sein sollen. 5 Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 23. October. Betreffs der militärischen Beglückwünschung Moltkes ist vom Kaiser bestimmt worden: Vormittags 11% Uhr versammeln sich die Generalinspecteure, Generalseldmarschälle und commandirenden Generale im großen Saale der Moltke'schen Wohnung- gleichzeitig erwarten die erste Compagnie des zweiten Garderegiments mit sämmtlichen vorher aus dem Schloß abzuholenden Fahnen, einschließlich derjenigen des Colberg'schen Grenadier-Regiments Nr. 9, dessen Ches Moltke ist, sowie die erste Escadron der Garde- Cuirassiere mit Standarten am Siegesdenkmal die Ankunft des Kaisers. Sodann werden die Fahnen uud Standarten nach dem Versammlungssaal gebracht, nachdem der Kaiser zuvor eine Ansprache an die commandirenden Generale daselbst gehalten. Hierauf begeben sich der Generalstabschef Waldersce und Generallieutenant Wittich nach den Gemächern Moltkes, geleiten denselben als Ehrendienst vor den Kaiser, welcher dem Jubilar seine Glückwünsche, wie die der Armee darbringt. Die Fahnen und Standarten bleiben bis zum 27. ds. Mittags in der Wohnung Moltkes. Sobald der Kaiser das Generalstabsgebäude wieder verlassen hat, erscheinen die Prinzen des Königshauses, sowie die in der Armee dienenden Prinzen der souveränen Häuser zur Beglückwünschung. Berlin, 23. October. An dem vom Verein deutscher Studenten veranstalteten Moltkecommers nahmen zahlreiche Militärs, darunter Generaloberst Pape, die Generäle Meerscheidt, Schlieffen, Verdy und Sallbach, Admiral Goltz, mehrere Professoren, Gelehrte und Künstler Theil. Nach dem eröffnenden Hoch aus den Kaiser wurde die Nationalhymne gesungen. Garnisonprediger Rogge-Potsdam hielt die Festrede auf Moltke, Treitschke toastete auf die deutsche Armee, Stöcker auf die deutsche Jugend. Ein Glückwunsch- Telegramm wurde abgesandt. Ein Schreiben Moltkes spricht den Veranstaltern seinen Dank aus. Berlin, 23. Oclober. Der „Reichsanzeiger" enthält einen längeren Artikel über die hervorragende Thätigkeit der Staatsbahnverwaltung betreffs der Entwickelung des täglichen Verkehrs der Arbeiterbevölkerung zwischen ihren Wohnstätten und den großen Verkehrscentren. Die Arbeiter-Tages-Wochen- Rückfahrkarten 1889 sind darnach für Berlin, Breslau, Frankfurt a. M., Hannover, Hamburg, Köln und andere Hauptcentren, desgleichen für größere industrielle Plätze des rheinisch-westfälischen, Saarbrückener, Oberschlesischen und Waldenburger Kohlenreviers eingesührt. Im Jahre 1889 sind auf Arbeiterkarten fast 12 Millionen Fahrten — etwa 61/2 pCt. aller Fahrten — ausgesührt, wovon auf Berlin allein 7% Millionen entfallen. Sonach brauche die Preußische Verwaltung auch auf diesem Gebiete einen Vergleich mit anderen Ländern nicht zu scheuen. Berlin, 23. October. Die Deputationen derjenigen Städte, die Moltke das Ehrenbürgerrecht bereits verliehen haben oder einen Ehrenbürgerbrief überreichen wollen, werden Sonntag Nachmittag 1% Ul)r durch Moltke im Generalstabsgebäude empfangen. Berlin, 23. October. An der Conferenz unter Vorsitz des Staatssecretärs Bötticher wegen Vorbereitung eines handelspolitischen Abkommens mit Oesterreich nahmen Theil: der Generalconsul Jordan, Legationsrath Lindenfels, die Geheimräthe Hüber, Wermuth, Neumann, Regierungsrath Henle, Generalsteuerdirector Schomer, Geheimer Finanzrath Schmidt, die Geheimräthe Mosler, Thiel, Landrath Dr. Wentzel, der bayerische Generaldirector May, Geheimrath Landmann, sächsischer Zolldirector Golz, Geheimrath Bötticher, der württem- bergische Regierungsdirector Gaupp, Oberfinanzrath Fischer, der badische Zolldirector Lepique, der Ministerialrath Scheerer und der reichsländische llnterstaatssecretär Schraut. Berlin, 23. October. Die Zusammenkunft zwischen Caprivi und Crispi findet Zwischen dem 5. und 9. November in Mailand statt. Auf der Reise dorthin wird Caprivi München berühren. Berlin, 23. October. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Nach der Statistik des Reichsgesundheitsamts für das zweite Vierteljahr 1890 hat die Maul- und Klauenseuche weiter zugenommen. Die größte räumliche Verbreitung erlangte die Seuche in den Regierungsbezirken Breslau, Posen, Liegnitz, Arnsberg und im Schwarzwatdkreis. Frei waren Ende Juni Pommern, Schleswig-Holstein, beide Mecklenburg, Oldenburg, Altenburg, Coburg-Gotha, Anhalt, beide Schwarzburg, Waldeck, beide Reuß, Schaumburg-Lippe, Lübeck, Bremen und Hamburg. Berlin, 23. October. In einer A r b e i t e r i n n e n - V e r- sammlung erstattete gestern Frau Ihrer Bericht über den Hallenser Socialisten-Congreß. Rednerin sprach für vollständige Gleichstellung der Frau mit dem Maim. Ein Agitations-Ausschuß wurde gewählt mit dem Auftrage, häufige Versammlungen der Arbeiterinnen einzuberufen. In einer Resolution wird verlangt, daß die von Frauen ausgestellten Forderungen bereits von der heutigen Gesellschaft anerkannt werden und daß immer mehr Frauen und Mädchen sich der socialistischen Partei zuwenden. Feuilleton. Kleine Züge aus dem Men Moltkes. Von B. v. Wolfshagen. Mir erschien niemals eine Schilderung Moltkes zutreffender, als diejenige, welche einst ein Engländer in seine Heimath berichtet hat. „Zu den am meisten in Berlin Arbeitenden," sagte er, „gehören die Generalstabsosfiziere, eine Vereinigung des Bücherwurms mit dem Soldaten, sehr hoch in der öffentlichen Meinung und diese auch verdienend. Ihr Leiter ist Graf Moltke, der Schweiger. Ruhig, kalt, das ächte Abbild eines wahren, angestrengten, inneren Denkers, — so geht er aus der Straße, so bewegt er sich in Gesellschaft, so stand er auf dem Schlachtfelde mit kaltem, klaren Auge, von einem Punkte zum andern langsam schauend, die Aussichten von Sieg und Niederlage abwägend. Seine Ruhe erscheint geheimnißvoll, ja fast furchtbar, und es umgibt etwas seltsam Düsteres den schweigsamen, einsamen alten Mann. Wenn das Wetter gut ist, sieht man wohl einen sehr hohen, schlanken Herrn mit sehr Hellem, gelblichen Haar und einem bleichen, bartlosen, durchfurchten Gesicht, aus welchem ein Paar grauer Augen hervorleuchten, einhergehen, gehüllt in einen langen, dunklen Militärmantel, eine Mütze auf seinem schmalen Kopse, in einer tadellosen Generalsuniform, ein geborener Edelmann in jedem Zoll seiner aristokratischen, schlanken Figur, aufrechten Ganges, aber den Kopf, wie tief in Gedanken, etwas nach vorwärts gebeugt. Diesen Herrn sieht man dann leicht, langsam, geräuschlos das rothe Generalstabsgebäude am Königsplatz verlassen. Kein Mensch begleitet ihn- Jedermann, der ihm begegnet, schaut ihm aufmerksam nach- vorübergehende Soldaten stehen still und grüßen, der alte General dankt langsam, doch offenbar, ohne zu sehen, wer ihn gegrüßt. Wer der Mann ist, weiß ganz Berlin: es ist der Generalfeldmarschall Gras Helmuth von Moltke, einer der größten, seltensten, eigenartigsten Charactere, welche die Welt jemals erzeugt hat." Moltke ist in Berlin so populär, wie kaum zuvor irgend ein deutscher Militär. Aber die Art und Weise, wie man ihm diese Beliebtheit beweist, unterscheidet sich sehr augenfällig von derjenigen, welche einst dem alten Wrangel dargebracht wurde. Mit jenem trieb der Janhagel nämlich eine Art „Hetz", welche ost geradezu in Unart ausartete, während Moltke in einer ganz anderen Art gefeiert wird. Vor Allem zeigt sich die in Berlin wohl unerhörte Erscheinung, daß ihm die gesummte Bevölkerung ohne Rücksicht auf politische Partei- stellung in gleichem Maße ergeben ist. Man darf von ihm in der That behaupten, was sonst nur von gekrönten Häuptern gilt: er steht über den Parteien. Dazu trägt natürlich nicht wenig die Achtung bei, welche der greise Feldmarschall vor einer jeden politischen Meinung zeigt, auch wenn sie der seinigen stracks zuwiderläuft. Ebenso bekannt ist seine Duldsamkeit in consessioneller Hinsicht, wiewohl er selber kirchlich absolut strenggläubig ist. Seine Gefälligkeit einem Jeden gegenüber, welcher sich mit einem Anliegen an ihn wendet, entspricht ganz dieser humanen Lebensanschauung auf den soeben angeführten Gebieten. Besonders hat die Journalistik Veranlassung, Moltke Dank zu wissen, da sie schwerlich von ihm eine ablehnende Antwort erhält, wenn sie einmal seiner bedarf. Das hat sich in dem Kriege gegen Frankreich gezeigt, wo die Berichterstattung an wahrheitsliebende Journale von ihm in einer zuvor nie gekannten Weise gefördert wurde. Was er selbst als Schriftsteller geleistet, ist zu bekannt, um nochmals gewürdigt zu werden. Er hat ^den militärischen Styl, welcher ehedem bepackt war von Ausdrücken, die Niemand verstand, zu einer classischen Reinheit und Gefälligkeit gebracht. Die Nachwelt steht ihm darum mit zwiefacher Aufgabe gegenüber: sie hat sich nicht nur mit dem großen Stratege zu beschäftigen, dessen Thaten mit ehernem Griffel in die Weltgeschichte geschrieben wurden, sondern auch mit dem Schriftsteller, welcher es verstanden, einen überaus wichtigen Zweig der modernen Literatur von den ihm bisher anhaftenden Mißbräuchen zu befreien. * Wenn ihm der Berliner etwas nicht verzeiht, so ist eS allein der Umstand, daß man sich von ihm zu wenig zu erzählen weiß. Wittwer, abgeschlossen von der Welt, ernst wie ein Soldat, arbeitsam wie ein Gelehrter, kommt Moltke allerdings wenig oder gar nicht in Berührung mit dem Volke, welches ihn ebenso liebt, wie er ein Herz für dasselbe hat. Aber gleichwohl sähe man es gern, wenn man eine witzige Aeußerung von ihm zu erzählen wüßte, eine Anecdote, geeignet, die Runde am Stammtisch des Wirthshauses zu machen. Die Ausbeute daran fällt für den Sammler überaus kärglich aus, wobei es für den großen Schweiger charac- teristisch ist, daß er in diesen Anecdoten niemals Subject, sondern stets Object derselben ist. „Was für ein Unterschied ist zwischen Moltke und einer Uhr?" lautet eine beliebte Räthselfrage, mit welcher der Berliner gern den Fremden „hineinzulegen" pflegt. Und die Antwort, welche der Fragesteller, wie natürlich immer bei solchen Geistesproducten, selber ertheilen muß, gibt als Auskunft: „Die Uhr macht Tik-Tak und Moltke Tak-tik". Wenn der große Schweiger einmal redend in einem Begebniß angeführt wird, so spricht er selbstverständlich so wenig wie möglich. Als die Franzosen bei Tongking jene bekannte Schlappe erlitten hatten, wurde Moltke bei irgend einer Gelegenheit von einem ihm bekannten Vertreter der „großen Nation" über die damalige Lage deS franco-chinesischen Conflicts interpellirt. „Würde es," fragt er schließlich mit Emphase den berühmten Schlachtendenker, „den deutschen Truppen in der nämlich kritischen Situation etwa besser ergangen sein? Was hätten dieselben an unserer Stelle anders gethan?" — worauf Moltke kurz antwortete: „Gesiegt!" (Schluß folgt.) Potsdam, 23. October. Der Kaiser ist Nachmittags [ 2j/2 Uhr zu den Jagden in Blankenburg abgereist. Blankenburg im Harz, 23. October. Der Kaiser traf hier um 51 /2 Uhr Nachmittags ein und wurde vom Prinzregenten von Braunschweig herzlich bewillkommnet. Die Ausfahrt erfolgte durch in Tannengrün, Flaggenschmnck und Illumination prangende Straßen, in welchen die Vereine Spalier bildeten. Schweidnitz, 23. October. Der Landrath und die Kreis- deputirten des Kreises Schweidnitz begeben sich anläßlich der Geburtstagsfeier Moltkes zur Gratulation nach Berlin. Gestern überreichte die Ritterschaft des Kreises Waldenburg und Schweidnitz durch eine Deputation ein Album mit den Ansichten ihrer Herrensitze. München, 23. October. Die „Allg. Ztg." erfährt, daß Moltke vom Prinzregenten eine besondere Auszeichnung zugedacht sei. — Der frühere Kriegsminister Verdy erhielt das Großkreuz deö Bayerischen Militärverdienstordens. Augsburg, 23. October. Der Verbandstag der schwäbisch enDar le hnskassen-Ve reine beschloß eine Petition an den Reichstag um eine Revision und Verschärfung des Wuchergesetzes. Speyer, 23. October. Am nächsten Sonntag finden in allen größeren Orten Festlichkeiten zu Ehren Moltkes statt, an denen die Milirärverwaltungsbehörden und zahlreiche patriotische Vereine sich betheiligen werden. Trencfin (Ungarn), 23. October. Auf telegraphischen Befehl begab sich eine Deputation aus vier Offizieren des 71. Infanterie-Regiments nach Berlin, um Moltke, dem Inhaber des Regiments, zu seinem Geburtstage die Glückwünsche des Regiments zu überbringen. Paris, 23. October. Der Mmisterrath sprach sich für die Nothwendigkeit aus, ein neues telegraphisches Kabel zwischen Frankreich und Dänemark herzustellen, um den häufig jetzt vorkommenden Verkehrs-Unterbrechungen abzuhelfen. Paris, 23. October. Das „XIV. Sieclc" veröffentlicht eine Erklärung Boulangers, welche die Beschuldigungen der „Coulisses du jßoulangisme6 widerlegen soll. Boulanger bestreitet, vom Nätionalcomite Subsidien erhalten zu haben - er habe im Gegentheil seine Ersparnisse (10,000 Francs) zu- gesetzt. Beim Austritt aus der Armee bot ihm Dillon die riöthlgen Summen für den politischen Feldzug an- außerdem erhielt er von verschiedenen Personen ungefähr 260,000 Fr., ferner vom Buchhändler Rouff 100,000 Fr. für fein Buch „Die deutsche Invasion". Seine persönlichen Ausgaben betrugen mit dem Secretariat -jährlich 75,000 Frcs., die ersten Kosten seiner Wahl 25,u00 Fr. Der Aufenthalt in Brüssel kostete monatlich 10,000 Fr.- für Unterstützungen von Comits- mitgliedern, für die Presse und die Wahlagitation wurden 200,000 Fr. verausgabt. Die Subsidien der Herzogin Uzes und des Barons Mackau habe er nicht in Anspruch genommen. Er habe seine Pension, 100,000 Fr. vom Buchhändler und das Anerbieten von einer Million für Vorlesungen geopfert, um den letzten Wahlkampf zu unternehmen. Madrid, 23. October. Die Commission für die Revision des Zolltarifs empfiehlt der Regierung die Kündigung sämmtlicher Handelsverträge für den Februar des nächsten Jahres und die Einführung eines neuen Tarifs auf mindestens 5, längstens 10 Jahre. Petersburg, 23. October. Der „Regierungsbote" veröffentlicht ein Bulletin über den Großfürsten Nicolai Nico lajewitsch den Aelteren. Eine andauernde Krankheit der Kinnlade und die Influenza im November 1889 hätten die Gesundheit des Großfürsten derangirt und eine heftige Nervenerschütterung hervorgerufen. Das warme Klima und Ruhe hätten Hoffnung auf Genesung gegeben, aber eine plötzliche Complicaüon habe eine schroffe Verschärfung der Krankheit verursacht. Hartnäckige Schlaflosigkeit und trübe Stimmung quälen den Kranken. Die Nacht auf den 22. ds. habe der Großfürst unruhig verbracht. Cecotes tmO provinzielles. Gießen, 24. October. — Sitzung der Stadtverordneten am 23. October. Anwesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Habenicht, Homberger, Heyligen- staedt, Hoch, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Schopbach, Simon, Dr. Thaer und Wallenfels. Unter den vom Stifter verfügten Bedingungen wird die Vergebung einer vacanten Pfründe aus der Löber-Stistung vorgenommen. — Die vorliegenden drei Gesuche um Ertheilung der Concession zum Wtrthschaftsbetrieb sollen, da es sich um Fortführung bestehender Wirtschaften handelt, hinsichtlich der Bedürfnißfrage befürwortet werden. Herr Ehr. Bieker beabsichtigt, die Wirthschaft in seinem Hause (Restauration Bramm) selbst zu betreiben, Herr Konrad Müller die Ed. Riemer'sche Wirthschaft an der Wolsstraße, Herr Fr. Schächer die Wirthschaft zur Germania zu übernehmen. — Herrn Schlossermeister Martin Dörr war auf Grund des § 18 des Ortsbaustatuts die Errichtung einer Feuerungsanlage in einem Nebenbau seines Hauses an der Nordanlage untersagt worden - das dieserhalb von Genanntem an Großh. Ministerium gerichtete Gesuch um Dispensation von den Bestimmungen des angezogenen Paragraphen soll befürwortet werden. — Das Gesuch der Garnison-Verwaltung Gießen um Erlaubniß zur Anlegung einer Rohrleitung von dem zwischen der Zeughauskaserne und dem Wagenschuppen dezw. Exercierhause an der Ostanlage gelegenen Turnplätze nach dem Schoorgraben wird genehmigt. — Gemäß des am 18. Sept. d. I. gefaßten Beschlusses, den Bewohnern der Sandgasse die Entnahme von Wasser aus dem Brunnen des alten Arre st Hauses durch Anlage einer geschleiften Pumpe zu ermöglichen, ist Voranschlag über die entstehenden Kosten im Betrage von 240 Mk. vorgelegt worden. Die Versammlung genehmigte den Voranschlag. — Die Anlagen i in P hi lo- ? sopheuwald betreffend theilt Großh. Obersörsterci mit, daß die Reinhaltung der Wege in denselben mit verhältniß- mäßig hohen Kosten verbunden sei, die erspart werden könnten, wenn sich die Stadt damit einverstanden erklärte, daß Herrn Balser in Rödgen die Reinigung der Wege, zu der er sich gegen kostenlose Ueberlassung des Laubes bereit erklärte, übertragen würde. Die Versammlung ist mit dem hierüber von Großh. Oberförsterei vorgelegteti Protokoll einverstanden. Herr Löber wünscht, um den Philosophenwald anziehender zu machen, Umwandlung des vorderen Thcils desselben in einen Waldpark und Bepflanzung des Wiesenweges dahin mit Linden oder Kugelakazien. Herr Wallenfels spricht sich dagegen ans- dem Philosophenwald möge der Character als Wald bewahrt werden, in Gießen fehle es an Spazierwegen nicht. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß Herr Löber Vorschläge machen möge, wie er sich die Umwandlung vorstelle. Herr Löber sagt eine diesbezügliche Vorlage für eine spätere Sitzung zu. — Herr Eduard Engler hat die Vogel'sche Bleiche zwischen Löberstraße und Ludwigstraße pachtweise übernommen und ersucht um Belassung eines über die Wieseck führenden, lediglich beim Spülen der Wäsche benutzten Steges, gegen welche der Pächter der rechtsseitigen Wieseckböschung Einspruch erhoben hat. Es wird beschlossen, dem GesuchsteÜer die Anlage des Steges zu gestatten, sofern der Steg gegen das rechte Wieseckufer abgeschlossen und bei drohendem Hochwasser entfernt wird - außerdem soll Herr Engler eine jährliche Pacht von 2 Mk. entrichten. Mitbestimmend für diesen Beschluß war, daß das Bestehen einer Bleiche in dieser Gegend, als im öffentlichen Interesse liegend, nicht erschwert werden solle. — Das Gesuch des Herrn L. Huhn um Erdauffüllung in der Goethestraße, wird genehmigt. — Herrn I. Bernhardt soll die Erlaubniß zur Beseitigung eines entbehrlich gewordenen städtischen Grabens in der Schwarzlach gestattet werden, sofern Gesuchsteller das betr. Grabengelände käuflich erwirbt, lieber die Festsetzung der Grabengrenze wird später Beschluß gefaßt. — Der Vorstand der israelitischen Religionsgesellschaft hatte vor Jahresfrist um weitere Ueberlassung von Gelände neben dem bereits im Besitz der Gesellschaft befindlichen Begräbnißplatze auf dem Friedhöfe, reff). Reservirung des Geländes für später nachgesucht. Dem Gesuche war nach einem Beschlüsse der Stadtverordneten vom 18. April d. Q.. unter der Bedingung stattgegeben worden, daß die israelitische Religionsgesellschaft 8 Mk. pro Quadrat- Meter Gelände entrichtet, mit Zahlungsfrist bis 1. April 1893. Das neuerdings eingelegte Gebot von 5 Mk. pro Quadrat- Meter soll nicht acceptirt, sondern auf dem früheren Beschlüsse beharrt werden. — Das Kaufgesuch des Herrn Ehr. Haubach I. (es handelt sich um ein in Flur 2 Nr. 75/76 an der Lahn gelegenes Grundstück) wird abgelehnt. — Die Wiesen hinter den Eichen sollen auch für .kommenden Winter dem Eisverein ohne Entschädigung zur Anlage einer Eisbahn überlassen werden, nachdem der Eisverein wieder, wie im Vorjahre, die Ueberlassung von 2000 Tageskarten an fleißige Schüler und Schülerinnen der Stadtschulen in Aussicht gestellt hat. — lieber die Ueberlassung eines Weges nach dem Hardtberg Seitens des Herrn Gutsbesitzer Sch lenke ist schon in einer früheren Sitzung verhandelt worden. Herr Schlenke hatte sich erboten, die ihm gehörende Wegstrecke zwischen der Valentin'schen Besitzung und dem Hardthofe unentgeltlich an die Stadt abzutreten, wenn dieselbe den Ausbau und die Unterhaltung der Straße bis zur Landesgrenze gegen Gleiberg hin übernimmt. Die Stadtverorbneten- Versammlung hatte sich mit der Uebernahme der Straße einverstanden erklärt, vorbehaltlich der späteren Uebernahme auf den Kreis. Der Kreisausschuß hat sich zur Uebernahme der Straße bereit erklärt und nur einige Ausstellungen in Betreff der Steigungsverhältnisse bezeichneten Weges gemacht, wodurch die auf 19400 Mk. veranschlagten Kosten sich um 450 Mk. erhöhen würden. Da indeß Herr Schlenke sich bereit erklärt hat, neben der auf über 1900 Mk. bewertheten Geländeabtretung die Anfahrt und das Brechen der zum Bau der Straße zu verwendenden Hardtsteine (veranschlagt zu 500 Mk.) ohne Entschädigung ausführen zu taffen, so ermäßigen sich die Kosten auf 19 350 Mk. Es wird Eingehen auf das Project und Einstellung der Kosten in den nächsten städtischen Voranschlag beschlossen. Mit Herstellung dieses Weges wird eine bessere Verbindung für Fuhrwerke nach dem Gleiberg erreicht. — Der Antrag Großh. Steuer-Commissariats auf Erneuerung des Namens-Verzeichnisses zum Grundbuch der Gemarkung Gießen wird vertagt, da über das Ergebniß der Zusammenlegung der Grundstücke, die womöglich in einem neuen Verzeichniß mit berücksichtigt werden soll, noch Erhebungen anzustellen sind. — In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde gelegentlich der Vergebung der Lober'schen Stiftungszinsen auf die Thatsache hingewiefen, daß die Zahl der Bewerber um die Stiftung, von denen nur ein Gesuch berücksichtigt werden konnte, eine ziemlich große sei, während für die zur Zeit vacanten drei Pfründen aus der Plock'schen Stiftung keine Bewerbungen eingelaufen seien. Die Gründe, warum so wenig von Seiten der Hülssbedürftigen um Unterstützung aus der Plock'schen Stiftung eingekommen wird, liegt wohl in der Scheu vor dem Hospital, die zwar erklärlich, aber nicht in dem Maße gerechtfertigt ist, wie angenommen wird. In den die Plock'sche Stiftung betreffenden Verhandlungen der Stadtverordneten ist schon mehrfach bemerkt worden, daß der Ertrag einer Pfründe eine im Verhältniß zu den übrigen Hospitaliten bessere Verpflegung und Unterbringung (die Plock'schen Pfründner erhalten ein besonderes Zimmer) im Hospitale ermögliche und sonach keine Veranlassung für die Hülssbedürftigen vorliege, von einer Bewerbung um Mitgenuß der Stiftungszinsen abzusehen. Eine Uebersicht über Diejenigen, die sich um den Mitgenuß einer anderen Stiftung beworben, aus der die Unterstützung in baarem Gelde erfolgt, belehrt offenbar, daß besonders die mit einem Leiden behafteten oder sonst gänzlich erwerbsunfähigen l Personen wohl am besten im Hospital aufbewahrt sind. Der Plock'schen Stiftung droht auf der einen Seite eine vom Stifter nicht beabsichtigte Capilalanhäusvng, während andererseits die Armenkasse zwecklos belastet wird infolge Unterstützung solcher, die eine Pfründe aus dem oben angeführten Grunde ausschlagen. Zweck dieser Zeilen ist, Angehörige und Bekannte von hier geborenen und unbescholtenen Hilfsbedürftigen beiderlei Geschlechtes auf die durch die Plock'sche Stiftung gebotene Hülfe aufmerksam zu machen. — Eine Versammlung von Bürgermeistern solcher Städte des Großherzogthums, in denen die Städteordnung eingeführt ist (Darmstadt, Mainz, Gießen, Offenbach, Worms, Bingen und Alzey) findet nächsten Montag in Mainz statt. Es sollen communale Angelegenheiten beroorragenber Bedeutung zur Berathnng kommen. Butzbach, 21. October. Der-Gutspächter Johannes Heil von Dorheim, der sich nebst seiner Frau auf dem vor einigen Jahren in der Nähe von Würzburg verunglückten Eisenbahnzug befunden hatte, wurde so schwer verletzt, daß sein Leben monatelang in Gefahr schwebte. Das Schlimmste wurde zwar abgewendet, doch war seitdem seine Gesundheit ernstlich erschüttert. Jetzt erlag er in Darmstadt, wo er die letzten Jahre verlebt hat, seinen langjährigen Leiden. Von der Eisenbahngesellschaft hat er eineJabrespension von 5000 Mk. bezogen. § Herchcnhain, 22. October. Nächsten Sonntag findet die feierliche Einweihung unseres Schul Hauses statt. Dasselbe wurde schon seit vorigem Jahre von der Schule benutzt, doch mußte die Einweihung bis jetzt hinausgeschoben werden. § Grebenhain, 23. October. Der Forstwart Jäger von hier erntete heute eine gewöhnliche Erd-Kohl rabe, welche das respectable Gewicht von 25 Psund hatte. Verm-ischtes. * Darmstadt, 21. October. Zu dem Zwecke der definitiven Constituirung eines „Evangelischen Pfarrvereins für das Großh erzogthum Hessen" findet im Lause des Monats November in Frankfurt a. M. eine Versammlung sämmtlicher hessischen evangelischen Geistlichen statt. In einer dieser Tage in Gießen abgehaltenen Versammlung wurde hervorgehoben, daß der Verein weder eine Oppositionspartei, noch ein Antisemitenclub, noch eine Strebe- und Agitationsgesellschaft fein wolle, der Verein wolle lediglich unter steter Berücksichtigung der Lebensbedingungen und Lebensaufgabe der evangelischen Kirche die berechtigten Anliegen des geistlichen Standes vertreten, und zwar in den Grenzen und mit den Mitteln, wie sie durch die Eigenart einer, freien Vereinigung bedingt und gegeben seien. * Mainz, 20. October. Am Samstag war ein hiesiger Dachdeckermeister mit seinem Sohn auf dem Dach eines Hauses beschäftigt. Während der Sohn sich auf einen Augenblick entfernt hatte, wurde der Vater von einem Schlaganfall getroffen und blieb sofort tobt. Die Leiche kollerte das Dach herab, blieb aber im Kändel hängen. Es kostete den Berufsgenoffen keine geringe Mühe, die Leiche des auf dem Dach verstorbenen Dachdeckers herunter zu schaffen. — Die Hinterbliebenen des Verstorbenen, der erst am 3. d. M. der Mainzer Sterbekasse beigetreten war, erhielten von derselben 827 Mk. 10 Pf. * Worms, 21. October. Im „Cafe Weiß" Hierselbst findet am 30. October eine Versammlung des Lanbesaus- fchuffes zur Abschaffung der'Wein st euer in Hessen statt. Zugleich soll dabei auch die sogen. „Bedürfnißfrage" einer eingehenden Erörterung unterzogen werden. * Berlin, 23. October. In einem Hause der Jahnstraße hat der frühere Landwirth Gast, offenbar in Folge von Nahrungssorgen, sich selbst und seine 5 Kinder von 14 bis 2 Jahren vergiftet. Er brachte den Kindern das Gift in Abwesenheit der Mutter durch Zuckerwerk bei, Gast und drei Kinder wurden tobt aufgefunben- zwei Kinber, bie bas Gift nicht vollstänbig verschluckt und zum Theil ausgebrochen hatten, sind am Leben und außer Gefahr. * Frankfurt, 23. October. Der Portefeuiller Hahn, der am Montag das Attentat auf seine Geliebte Kaltwaffer verübte, hat in der vergangenen Nacht in dem Untersuchungs- gefängniß seinem Leben ein Ende gemacht - er wurde heute Morgen tobt an einem Thürpfosten hängend aufgefunben. Der im Heiliggeistspital aufgenommenen Kaltwaffer geht es verhältnißmäßig gut, sie wirb in kurzer Zeit roieber her- gestellt sein. * Frankfurt a. M., 23. October. Bei sämmtlichen hiesigen Verkaufsstellen ber „Volksstimme" hat die Polizei gestern Haussuchung nach den mit Beschlag belegte« Nummern ohne Erfolg vorgenommen. * Vor dem Militärbezirksgericht in München wurde gegen einen Unteroffizier verhandelt, der einem Soldaten eine Ohrfeige gegeben, weil er zu der Zeit noch im Stalle zu thun hatte, in der er vom Unteroffizier zur Vorstellung wegen unsauberer Säbelscheide besohlen' war. Der Unteroffizier erhielt drei Tage Mittelarrest. Der geohrseigte Soldat erhielt indessen ebenfalls drei Tage Mittelarrest, und zwar deshalb, weil er die Ohrfeige nicht sofort zur Anzeige gebracht hatte. Verfett, Cawb* ttnfc - Umtausch von Postwerth-eichen. Um dem Publikum die Benutzung der mit eingesUmpellem Postwertbzeichen versehenen Postanweisungen zu 20Psg. zu erleichtern, ist aeftattet, diese Formulare, falls sie in den Händen des Publikums verderben, ohne Weiteres einzeln oder in größerer Zahl gegen gleichwerthtge neue Formulare kostenfrei umzutauschen. Nicht so bei Postkarten und Streifbänder» mit eingedrucktem Werthstempel. Diese sollen im Allgemeinen nicht umgetauscht weiden, sondern, wenn verdorben, zu Lasten des Besitzers verfallen. Um indessen auch hierbei unnötbige Härten auszuschließen, ist neuerer Zeit nachgegeben worden, daß Postkarten und gestempelte Streifbänder, wenn unbenutzt verdorben (verschrieben, beschmutzt rc.), in Mengen von mindestens je 100 Stück umgetauscht werden können, doch soll in jedem Falle zuvor die Genehmigung des Reich^poftamts eingkhoit werden. Eine Verwendung der aus Postanweisunge», Postkarten oder Streifbändern ausgeschnittenen Werthstempel iß bekanntlich unter keinen Umständen statthaft. Der 8otanfd)lc liegt vom 21. d. M an unserem Bureau offen. Bellersheim, den 2 Großherz Iniri ®'2Juni MW Köchle. Ä’Lftots dort das nod) M Wnlsttttiun, i "^Äe Ü die lM< SM: M »UÄ«™ i" ®™" KÄUm M R'M°r 225 »! 6«tte er b*ibm jite, reichlich 2000 Wit ; Verding der Anlieferung der zur V Grundeigenthutns der Eiset | strecke von Niederwalgern ’1 Hausen erforderlichen M steine aus (Granit-Wndli falt, Dolcm't, festem (5cnb] aus Cemeutbeton, im ittmin: Donnerstag »embttlßtio, Vormittag ,m. Mntylmmir öes Mer Mers Stn^n zu @ MIez Wieeba^.u Lam vckibst einigen und die y wn oO Psenmgen von 1 wetbett. Lufchlagsfrisi 4 $ Sag WAtzWii R„?^^Rabenai *77 ist wegen Bersch mündrgt worden. N'Wäfie mit betr Smtäger ——Sammler. ÄftV“ 10008&be“^tt& camp. W. ein LvW einen Sej., . In9- tüQhrenh !lJ donr ivirb S *er: dein Obe.. Unter= 8»** riQsenb« Sebeut®J ^Johannes He^ ta“U °U' dm tM , »erungöüen Mw« berieft, dai . ■ D»s Styitnmfte l‘btm G-Iundh it &**?*''* *F8*. $on Pension von 5000M. *" e«nntag fintet ^Schulhauses statt. * von der Schule s jetzt hknausgescho-en- Forstivart Jäger von )-Kohtrabe, welche 1 hatte. CiteratnY unb Ktmfc — Der Pfarrer von Helgoland. Als im Jahre 1314 durch den Frtedensschluß mit Dänemark das Felsenetland Helgoland an England abgetreten wurde, herrschte darüber bet den Engländern die größte Freude. Kein Wunder! Hatten sie doch wieder einmal eine Insel annectirt, was ja bekanntlich das Hauptvergnugen dieses Jnselvolkes ist. Auf Helgoland amttrte nun damgjs ein alter würdiger Pastor, der von der dänischen Regierung nur ein geringes Gehalt empfangen batte, 300 oder 400 „Rigsdaler", wir wissen nicht genau, wie viel. Der brave Mann kam nun auf den gescheidten Gedanken, doch auch etwas zu profitiren bei Gelegenheit der großen politischen Umwälzung, welche ihn und seine Gemeinde betroffen. Er setzte sich also hin und verfaßte eine ganz gehorsamste Bittschrift, in welcher er um Zulage von 100 Rtgsdaler bat. Run pflegte man damals in Dänemark und Schleswig-Holstein für „Rigsdaler" ein 1 eigenthümltches Zeichen zu machen, nämlich ein kleines „r" mit ^igen Strichen darunter oder daran, nach eines Jeden Belieben, und gewöhnlich wurde dies Zeichen sehr flüchtig und oft kaum erkennbar gemacht, was aber nicht störte, da aus alter Gewohnheit Jedermann im Lande stets sicher die Hieroglyphe zu errathen vermochte. Richt so in London im Ministerium, als das Schreiben i des Helgoländer Pastors dort anlangte. Man kannte dort gar nicht 1 das Rigsdalerzeichen, welches der Pastor, wenn auch unabsichtlich, noch ganz besonders unleserlich gemacht zu haben scheint. Auch der Uebersetzer im Ministerium, der das deutsche Schriftstück ins Englische übertrug, wußte das Zeichen nicht zu enträtseln, aber er dachte sich, es solle wohl die Chiffre für „Pfund Sterling" bedeuten, für dessen regelrechte mustergiltige Schreibung es dem Pastor dec ganz neu annectirten. Insel noch an der nöthigen Hebung fehle. In ! England rechnet man ja nach Pfund Sterling, und England war i schon damals sehr reich, 100 Pfund Sterling erschienen einem englischen Minister als eine wahre Lappalie. Stach einigen Wochen erhielt also unser Pastor auf Helgoland ein amtliches Schreiben aus London, wodurch ihm huldvollst mirgetheilt wurde, daß die Regierung seine Ausführungen in Erwägung gezogen habe und denselben zu- fttmme — man bewillige in Gnaden seine Bitte und gewähre ihm eine Zulage von 100 Pfund Sterling. Der brave Pastor machte große Augen, als er dies las. Denn das war ein ganz unverhofftes Glück. Um 100 Rigsdaler (1 — 2 Mark 25 Pfennig), also um i 225 Mark hatte er bescheiden gebeten, nun erhielt er fast das Zehn- ! fache, reichlich 2000 Mark. Diese hübsche Anecdote entnehmen wir dem soeben den 26. Jabr- aang beginnenden iUuftrirten Familienjournal »DaS Buch für Alle", aus dessen sonstigem, überaus fesselndem Inhalt wir nur noch den in weitesten Kreisen Aufsehen erregenden Zeitroman „Die Hexe von Pera" von dem bekannten Romanschriftsteller Johannes Emmer hervorheben wollen. Wir verfehlen nicht, Allen denen, die gern einmal „etwas Anderes" lesen wollen als die gewöhnliche Romankost, die Lectüre der „Hexe von Pera" zu empfehlen. Ein Preisrathsel, dessen Löser das humoristische Prachtwerk „Der Sonnenschein von Lothar Meggendorfer erhalten, übt besondere Anziehungskraft. — Von der neuen Vierzehnlagheft-Ausgabe der »Modernen Ättttfi* (Berlin, Rich. Bong) liegen jetzt das zweite und dritte Heft vor, welche die Erwartungen und Hoffnungen, denen wir nach Erscheinen des ersten Heftes Ausdruck gaben, in jeder Weise erfüllen. Die Ausstattung ist dieselbe, überaus glänzende; prachtvolle Holzschnitte wechseln mit in leuchtenden Farben wiedergegebenen Aquarell- Facstmile-Blättern ab, welche eine ganz neue, eigenartige JUustrations- technik repräsentiren. Besonders anmulhig sind ferner die Bilder, welcher auf den ebenfalls in mehreren Farben gedruckten Umschlägen sich befinden. Unter den prächtigen Holzschnitten verdienen namentlich die beiden Doppelblätter „Das unterbrochene Duell" von I. Garnelo und „Judith" von R. Sichel das höchste Lob. Der Preis für jedes Heft der Vierzehntagsheft-Ausgabe der „Modernen Kunst" beträgt nur 60 Pfa. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und Post- anstalten cm. Verkehr, Ca*6>« u»b VHlk-wirtWchsft. Butzbach , 22. October. Wochen markt. Butter kostete per Pfund JL 1,00-0,00, Käse per Pfund 45-46 H, Eier zwei Stück 15 Strapazir-Tuche für Männer- und Knabenkleider garantirt solid und extra haltbar ä Mik. 3.75 pr. Mir. versenden portofrei birect jedes beliebige Quantum Buxkin-Fabrik-TöM Oettinger & Co., Frankfurt a. M. Muster-Auswahl umgehend franko. 1168 Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 21. Sonntag nach Trinitatis, 26. October: Ernte-Dankfest. Vormittags 8Vr Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Collecte nach den Gottesdiensten für den Kirchbaufonds. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Bibelstunde am Montag den 27. October, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Jakobusbries Cap. 1, von Vers 19 an: das seligmachende Gotteswort, Hören und Thun desselben. Pfarrer vr. Naumann. , Am Sonntag den 2. November feiern wir das Ref ormations- fest; an diesem Sonntag wird Beichte und heiliges Abendmahl gehalten im Vormittagsgottesdienst; nach den Gottesdiensten wird eine Collecte erhoben für die Gustav-Adolf-Stiftung. Die Psarrgeschüfte in der Woche vom 26. October bis 1. November besorgt Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. 22. Sonntag nach Pfingsten, 26. October: Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um W Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; um V27 Uhr Austheilung der hl. Communion; um V-8 Uhr Frühmesse; um 8/JO Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um V-3 Uhr Christenlehre und darauf Andacht für die Abgestorbenen der Gemeinde. Abends um 6 Uhr Rosenkranzandacht. Dienstag und Freitag: Abends um 6 Uhr Rosenkranzandacht. _____________ Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, 25. October. Freitag Abend 445 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3*> Uhr, Samstag Abend 530 Uhr. f. dm Zwecke der desmi- ischen Psarrvereins Üen" findet im Laufe a. M. eine Peffamrn- en Geistlichen statt. In ehaltenen Versammlung weder eine Oppositionseine Strebe- und Agi- iin wolle lediglich unter igungen und Lebensauf- wechtiglen Anliegen des- >ar in den Grenzen und ! Eigenart einer, freien m. mslag war ein hiesiger auf bem Dach eines k fich auf einen Augen- von einem Sch-^g- t. Die Leiche kollerte { hängen. U he, die Leiche des auf ^runter zu schaffen. -- n, dn'erft am L.d.M. war, erhielten von der- „Safe Wch" N* Ölung des MS °y*L W 14 bi« mtrf ®a?b“e8 gift jS&*.** in« M " ” et wutbe em* . .„fgesundev. en hegend °7 kurzer Zen iävnniliche« ’w «xüi» S ü und hatte. um W Uw» Alt** " und^tzirc.), fefS» w»® V BeLanntrnachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bellersheim für 1891/92 liegt vom 27. d. M an 8 Tage lang zur Einsicht aller Betheiligten aus unserem Bureau offen. Bellersheim, den 23 October 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Bellersheim Bopp-8923 Brumaialeimk Drogenhandlung Otto Schaaf. R892] Ein schöner Papageikäfig zu verkaufen. __Frankfurterstraße 44, parterre. Gußwaaren. Füllregulirofen, Steßulir» kochofen, Wirthfchafts ofen, Herde re. rc. empfiehlt zu billigsten Preise« J. Happel, 6948 Neustadt 56. Verdingung Schellfische 21 Marktplatz 21. Z« verkaufen MumMteim 8828 [8914 sind eingetroffen. Fritz ÄTowack, Seltersweg. BibliS. 8881 Philipp Rabeuauvon Großen- Buseck ist wegen Verschwendung entmündigt worden. Rechtsgeschäfte mit demselben können gültig nur unter Zustimmung seines Curators, des Philipp Schmidt III. vonGroßen-Buseckabgeschloffen werden. Gießen, 18. October 1890. Großh. Amtsgericht. Stammler. Sämrntliche Neuheiten in Taschentüchern Froitag Nachmittag und SamStag früh trifft auf dem Brandplatze Ueberrheiner Weißkraut, gelbe Rüben uud sonstiges Gemüse ein. Michael Seih. Am Montag den 27. Oe- tober d. 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Mit Beginn dieses Semesters eröffne ich Unterrichts - Curse, sowohl für Anfänger als auch für Vorgeschrittene, in Abtheilungen von zwei, drei und mehr Schülern und Schülerinnen in folgenden Fächern: Clavierfpiel, Solo- und Ghorgesang, Gnfemble- fpiel, Harmonielehre, Contrapunkt und Compo- fition-lehre. Mit Ausnahme von Montag nehme ich täglich von 12—1 Uhr Mittags Anmeldungen in meiner Wohnung, Ludwigstraße 4 II, entgegen. Gießen, im October 1890. Adolf FelcBaraer, 8524 Großh. UniverstlSts-Mufckdireclor. Akademischer Gesangverein. Freitag den 31. Oetober, 8 Uhr Abends, beginnen die Proben ^für das zur nächsten Aufführung bestimmte Werk: „Der Nose Pilgerfahrt" von Rob. Schumann. Anmeldungen neuer Mitglieder nimmt der akademische Musikdirector an den Uebungsabenden in der kleinen Aula bis spätestens Montag den 3. November entgegen. 8789 Der Vorstand. Junge Mädchen finden zu ihrer Fortbildung, sowie 'Ausbildung im ■ Haushalte und gesellschaftlichen Formen sehr gute billige Pension. ■ Vollständiger Unterricht einer höheren Töchterschule Stets engl. und franz. ■ Conversatton. — Musik im Hause. — Beste Referenzen in Würzburg, sowie M in der Exped. d. Bl. hier. — Eintritt jederzeit. Vorsteherin (staatl. gepr.) JES. Trosse, 8891) Würzburg, Neubaustr. 60. H SEEMKWt wa Westanlage 45. *M8 Glessen — Seltersweg 67 — 2980