"">°r fjofier 1890 Donnerstag den 25. September Wt. 223 7859 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt ffit? den Ktete Gieren Gralisöeikage: Gießener Aamitimßkätter Theil i) 2) 3) Schießübungen gerichtet )hlthätigkeit preNe: Magdeburg, 23. September. Beim zweiten Theil der Schießversuche wurde mit der 5,7 (Zentimeter* und 9110 94 30 80.20 3360 schweizerische Bundesver- diesmalige Session durch ein besonderes Interesse Annahme von Anzcitzin zu der Nachmittag- für den Agenten Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Am Horizonte der russischen Zollpolitik erscheint allmälich der schon längst angekündigte neue Tarif. Derselbe ist dieser Tage von der eigens hierzu eingesetzten Commission im Finanzministerium vorgelegt worden, welches ihn zunächst durch die Vertreter des Ministeriums, des Petersburger Börsencomites und der russischen Großindustrie prüfen lassen will, doch wird bereits jetzt das baldige Inkrafttreten des neuen Zolltarifs angekündigt. Ueber seine Einzelheiten verlautet zwar noch nichts Näheres, aber jedenfalls ist nicht im Geringsten zu bezweifeln, daß auch dieser neue Entwurf ganz in das System der consequenten wirtschaftlichen Absperrung Rußlands gegenüber dem Auslande passen wird. ®titn Oit Gießener W«»1lien5tä1ter «erden dem Anzeiger »rchenklich dreimal beifldtgt. zur Theilnahme an den erwähnten wurde. Am Montag ist in Bern "die sammlung zusammengetreten, deren die Vorgänge im Canton Tessin 220.50 102.i 0 17375 Der -Kheuer Anzeiger erschein, :äglich, *lt Ausnahme deS Montags. ZH77^F-bkPl-° I0noorent< lienet Rente Iberrente t m . jn tüchtiges Mädchen für October gesucht. „ Bleichstrahe 12.___________ «de Amme sofort * , , 7826 nhofstraße 64 I. W ein gis-ht-s Mich, für die Vormittagsstunden, ) zur Beaufsichtigung eines Marburgerstraße 20. n Arbeiter, welcher die Ätifttti det dauernde Beschäftigung, in der Exped. d. Bl. erlangt hat. Der Nationalrath wie der Ständerath sind denn auch von ihren Präsidenten mit Ansprachen eröffnet worden, in denen der Revolution im Tessin gedacht und dem Vorgehen des Bundesrathes daselbst volle Anerkennung gezollt wurde und man darf hieraus schließen, daß das eidgenössische Parlament auch den ferneren Maßnahmen^er obersten Bundesbehörde im Canton Tessin zustimmen wird. Der Bundesrath wird in seiner Botschaft über^die im Tessin bei den eidgenössischen Rüthen die ÄchchträgliWWSenehmigung der bewaffneten Intervention u. sLH> sowiWne Ermächtigung beantragen, die getroffenen Bun'desmaßregeln im Tessin auch ferner provisorisch aufrecht erhalten zu dürfen. Weiter sucht der Bundesrath um die Erlaubniß nach, den Bestand der Oecupationstruppen erforderlichen Falls zu vermehren und die Anstrengungen zur Beruhigung der Tessiner Bevölkerung fortzusetzen. 50^ ' 7858 Insel Helgoland. Für morgen ist eine Fahrt nach Helgoland projectirt. Bem, 23. September. Die Berathung der Tessiner Angelegenheit im Nationalrath ist aus nächsten Freitag sestgesetzt. Bem, 23. September. Der Nationalrath beschloß einstimmig für die Bundesverfassung eine neue Bestimmung, wonach zum Verlangen einer Volksabstimmung über Revision der Bundesverfassung oder Aufnahme eines neuen Artikels in dieselbe eine Stimmenzahl von 50000 erforderlich sein soll. Bem, 23. September. Der Ständerath stimmte folgender Motion Wirz zu: Der Bundesrath solle erwägen, ob nicht aus dem Wege internationaler Unterhandlungen die Sonntagsruhe sür die bei den öffentlichen Transportanstalten Angestellten, insbesondere durch thunlichste Einstellung Les Güterzugsdienstes an Sonntagen, weiter gefördert werden könne. Wien, 23. September. Der Botschafter Reuß gab gestern zu Ehren des Gesandten v. Schlözer ein Diner - es nahmen Theil die Minister Kalnoky und Szögyenyi und der Nuntius Galimberü. v. Schlözer ist heute zum Diner bei Kalnoky geladen- er reist morgen nach Rom zurück. Troppau, 23. September. In drei Kohlengruben bei Dombrau ist ein Strike ausgebrochen. 2000 Arbeiter verweigern die Einfahrt- sie ziehen längs der Montanbahn nach Ostrau. Bisher sind keine Ruhestörungen vorgekommen. Militär ist nach den Kohlengruben beordert. Budapest, 23. September. Competenterseits wird versichert, daß die Verhandlungen betreffend Regelung der serbischen Schweineeinfuhr noch beim Ackerbauministerium in Schwebe sind. „Nemzet" hält daran fest, es handle sich nicht um die Aushebung des Einfuhrverbots, sondern um Einführung von Erleichterungen. Der „Pester Lloyd" characterisirt letztere als leichte Uebergangsbestimm- ungen. Paris, 21. September. Herr Tisserand, Director der Abtheilung für Ackerbau im Ministerium, machte über die Ernte in Frankreich folgende Mittheilung: Von 1860—1870 betrug unsere Ernte, Elsaß-Lothringen mit einbegriffen, im Durchschnitt 98 Millionen Hectoliter. Von 1870—1880 108 Millionen. An ^diesem Fortschritt haben sicherlich die seit 5—6 Jahren auf allen Punkten des Landes eingerichteten Versuchs- und Musterstationen großen Antheil gehabt. Es existiren derselben augenblicklich 18 000. Sie haben uns 150000 Francs gekostet- aber wie viel Millionen haben sie eingebracht. Paris, 23. September. Die Opfer an Menschenleben bei den jüngsten Senegal-Ueberschwemmungen werden aus 3000 geschätzt. Die Eingeborenen von Kayes und aus der Umgegend sind von allen Lebensmitteln entblößt und die Situation am Senegal ist sehr kritisch. Calais, 23. September. Gegen 3000 Tüllarbeiter beschlossen, die Anträge des Vermittlungscomites abzulehnen. Delegirte der Trades Unions von Nottingham wohnten der Versammlung bei und versprachen den Strikenden die moralische und pecuniäre Hilfe aller englischen Arbeitersyndicate. Der allgemeine Ausstand dauert fort. Saint Etienne, 23. September. Eine Versammlung von Delegirten der Bergleute forderte von der Gesellschaft von Firminy eine Erhöhung des Tagelohns um einen Franc und gewiffe Unterstützungen im Erkrankungsfalle, widrigenfalls sie für den 25. September zu striken drohen. Rom, 23. September. „Capitan Fracassa" meldet: Der gestrige Ministerrath beschäftigte sich mir den allgemeinen Wahlen. Herr Crispi besprach auch den Austritt Seismit- Dodas, alle Minister billigten die Art der Lösung. Der Ministerrath beschäftigte sich ferner länger mit dem Budget. Rom, 23. September. Dem militärischen Fachblatte „Esercito Jtaliano" zufolge verhandelte der gestrige Ministerrath über die in allen Ministerien, auch im Kriegsministerium durchzusührenden Ersparungen. Der Kriegsminister soll beabsichtigen, alles Mögliche zu thun, um die Militärausgaben herabzumindern, ohne jedoch dadurch die Solidität der Armeeorganisation zu verringern; diesbezügliche Studien habe er bereits in Angriff genommen. Florenz, 23. September. Auf der kürzlich eröffneten electrischen Trambahn Florenz-Fiesole hat sich ein Unfall ereignet. Man zählt 6 Todre und 12 Verwundete. Sansibar, 23. September. Der deutsche Reichsangehörige Künzel, welcher mit acht Deutschen kürzlich in Lamu gelandet war, gerieth am 15. September in der Stadt Witu mit den Einwohnern in Streit. Hierbei wurden Künzle und sieben seiner Gefährten getödtet- einer entkam. Die Untersuchung ist angeordnet. Bombay, 23. September. (Meldung des Bureau Reuter.) In Cambay (Provinz Guzerate) ist in Folge einer neuen Vermessung des Grund und Bodens eine kleine Revolte erfolgt. Die aus Wunsch des Nabab vom englischen politischen Agenten gesandten Truppen stießen mit der bewaffneten Menge zusammen, wobei 13 Unterthanen des Nabab getödtet und 20 verwundet wurden. Sydney, 23. September. (Meldung des Bureau Reuter.) Die vereinigten Dampfschisfsrheder schlossen nach einer Conserenz Hierselbst mit Maschinisten der Marine einen dreijährigen Contract zu erhöhten Lohnsätzen, wodurch dieselben sich verpflichteten, unter keinen Umständen dem Ausstande sich anzuschließen. --- XL Jahresversammlung des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit. — Frankfurt a. M., 23. September. Die laufende Woche ist für Frankfurt vom Anfang bis zum Ende eine socialpolitische. Mit der Versammlung des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat sie begonnen, mit den Verhandlungen des Vereins für Socialpolitik wird sie schließen und in der Mitte liegen die Berathungs- tage des Vereins, den die Rubrik bezeichnet. In der „Loge Sokrates" wurde heute Vormittag kurz nach 9 Uhr die erste Hauptversammlung des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit durch den Abgeordneten Seyffardt-Creseld eröffnet. Namens der Regierung begrüßte Oberregierungsrath Steinsius-Wiesbaden in Vertretung des Regierungspräsidenten die Versammlung, Namens der Stadt Frankfurt hieß Bürgermeister Dr. Heussen- stamm und Namens des Freien Deutschen Hochstifts Pros. Dr. Valentin die Anwesenden willkommen. Nach mehreren geschäftlichen Mittheilungen, aus denen hervorgehoben sein mag, daß der Verein bei 7000 Mk. Einnahme einen Ueberschuß von 1300 Mk. zu erzielen hofft, und verschiedenen Einladungen zu den in Aussicht genommenen Besichtigungen und Vergnügungen, referirte Kalle-Wiesbaden über den StanddesHaushaltungsunter richt s. Den Ausführungen ist zu entnehmen, daß die Frage des Haushaltungsunterrichts im verflossenen Jahre wesentliche Fortschritte gemacht hat. 100 derartige Anstalten sind neu gegründet worden. Es wird dahin gestrebt, den Haushaltungsunterricht in die Volksschulen einzusühren, wie es im Badischen bereits mehrfach der Fall ist. Vom Zustandekommen der Gewerbenovelle wird gehofft, daß sie das Jnslebentreten einer größeren Anzahl solcher Schulen bewirkt. Die Frage des Haushaltungsunterrichts wird übrigens aus der nächstjährigen Versammlung Gegenstand eingehenderer Berathung sein. Bürgermeister Dr. Münster berg-Iserlohn berichtete hierauf über die Krage des Land ar men wese ns. Seine Ausführungen gipfelten in folgenden Thesen: 1) Die geltende Armengesetzgebung wird als reformbedürftig anerkannt. 2) Als wesentlichster Bestandtheil dieser Reform ist die ausgedehntere Betheiligung der größeren Communalverbände an den Lasten der Armenpflege, sowie die Bildung leistungsfähigerer Ortsarmenverbände im Sinne der von dem Deutschen Verein für Armenpflege und Wohlthätigkeit im I. 1886 ausgestellten Thesen zu betrachten. 3) Eine alsbaldige Aenderung der geltenden Armengesetzgebung ist in folgenden Richtungen erwünscht: a. Herabsetzung der für den Erwerb und Verlust des Unterstützungswohnsitzes maßgebenden Altersgrenze auf das 21. Lebensjahr (§§ 10 und 27 des U.-W.-G.) - b. Aufnahme einer Bestimmung in den § 14 Abs. 2 des U.-W.-G., wonach auch der von dem verpflichteten Armenverbande gestellte Antrag auf Uebernahme des Unterstützten die Frist unterbricht- c. Ausdehnung der Bestimmungen des § 29 des U.-W.-G. aus Fabrik- und gewöhnliche Lohnarbeiter, sowie Privatbeamte, deren Einkommen den Betrag von 2000 Mk. jährlich nicht übersteigt, und Erstreckung der dem Dienst- bezw. Arbeitsorte hiernach obliegenden Fürsorgepflicht von 6 auf 13 Wochen - d. Ergänzung des § 3 unter b des U.-W.-G. durch folgenden Zusatz: „Kann nicht ausgemittelt werden, ob und wo der Unterstützte einen Unterstützungswohnsitz hat, so trifft die Verpflichtung zur Kostenerstattung den Landarmenverband nur dann, wenn der fordernde Ortsarmenverband darthut, daß er sorgfältig bemüht gewesen ist, den richtigen Unterstützungswohnsitz zu ermitteln"- e. Übertragung der letztinstanzlichen Entscheidung in allen Armenstreitsachen an das Bundesamt für Heimath- wesen- f. Ergänzung der Reichs- bezw. Landesgesetzgebung durch Artikel 11 —14 des preußischen Gesetzes vom 21. Mai 1855 entsprechende Vorschriften, sowie event. entsprechende Abänderung von §361 Ziff. 3, 4, 5, 7 u. 8 des R.- Str.-G.-B. 4) Im Uebrigen ist nach den vorgenommenen Erhebungen ein dringendes Bedürfniß, mit einer Aenderung der Grundlagen der gegenwärtigen Gesetzgebung über das Landarmenwesen und den Unterstützungswohnsitz schon jetzt vorzugehen, nicht anzuerkennen. Die Entscheidung über eine Aenderung dieser Grundlagen ist jedenfalls bis zu dem Zeitpunkte auszusetzen, wo die Ergebnisse der vorbezeichneten Reformen und der socialpolitischen Gesetzgebung des Deutschen Reiches vollständig vorliegen werden. 5) Es ist erwünscht, daß die Regelung der Fürsorgepflicht der öffentlichen Verbände in Bayern und Elsaß-Lothringen mit der Reichsgesetzgebung in Einklang gebracht werde. Die Thesen wurden in der vorstehenden Fassung nach einer lebhaften Discussion angenommen, in welcher namentlich von Städten des Rheinlands gegen die Aussicht, welche ein Beamter des rheinischen Landarmenverbandes ausüben würde, Einspruch erhoben wurde. Andere Redner sprachen sich für das Aufsichtsrecht aus. Die Frage im deutschen Armenwesen läuft darauf hinaus: „Heimathsrecht oder Unterstützungswohnsitz?" Es ist eine Enquete angestellt worden und von den eingelausenen Ant- Worten erklären sich 70 sür die Beibehaltung der jetzigen gesetzlichen Bestimmungen, 30 sür die Rückkehr zum Heimathsrecht und 20 sür Uebertragung der Armenlasten aus noch größere Verbände. Nach 2 Uhr schloß die heutige Sitzung. Für morgen stehen: die Wohnungsfrage und die Grenzen der Wohlthätigkeit aus der Tagesordnung. totale« nnfr protHnslellc». Gießen, 24. September. — D-y. In der Nacht vom 22. zum 23. d. M. entschlief dahier Fräulein Caroline Henry im 86. Lebensjahre. Unsere Gemeinde betrauert in ihr eine Dame, die, so anspruchslos und still ihre Lebenszeit verlief, durch ihr ungewöhnlich langes und unermüdliches Wirken als Lehrerin an der höheren Mädchenschule, sowie durch ihre gemeinnützige, reichgesegnete Thätigkeit in der Geschichte unserer Schulen wie unserer Wohlthätigkeitsanstalten und damit in der Geschichte eines wesentlichen Theils der Entwickelung unserer Stadt in dem letzten halben Jahrhundert einen bleibenden Namen verdient. Ihr einfaches, in treuer Berufsarbeit dahin- gehendes Leben, ihr durchaus selbstständiger, origineller Character, ihr zielbewußtes, selbstloses, mit voller Hingabe verbundenes Streben, ihr in mancherlei Selbstverleugnung, Geduld und Ergebung bewährter christlicher Sinn, ihre wunderbare Geistesfrische, die sie bis an ihr Ende im Dienste ihrer Mitmenschen zu verwerlhen suchte, sichern ihr die Dankbarkeit ihrer ungemein zahlreichen, nach Tausenden zählenden Schülerinnen, wie aller Derer, die solche Gaben zu würdigen wissen. Seit mehr denn 50 Jahren ganz alleinstehend, hat sie an mancher gemeinnützigen Unternehmung thatkräftig mitgearbeitet. Daß sie bei der Gründung und Entwickelung von Kleinkinderschule und Frauenverein thätig war, ist in weiten Kreisen bekannt. Hier soll nur besonders aus das hingewiesen werden, was in den letzten Monaten, man kann sagen, der Inhalt ihrer Gedanken und Wünsche sür ihre Stadt ausmachte, aus den Plan der Gründung einer Heimstätte für alleinstehende ältere Damen. Sie hatte diesen Gedanken mit frischer Begeisterung erfaßt und unter Freunden anregend und ermunternd besprochen. Sollte sie seine Ausführung auch nicht mehr erleben, so durfte sie doch noch einen frischen Anfang der Unternehmung schauen, indem sie aus Anregung einiger ihrer Schülerinnen durch eine Sammlung unter Mitschülerinnen zu ihrem jüngsten Geburtstage mit der zwar noch bescheidenen, aber für die Kürze der Zeit nicht unerheblichen Summe von circa 1500 Mk. — die sich seither noch vergrößert hat — als erste Grundlage einer Henry- stiftung zum Besten eines Frauenheims überrascht wurde. Wie glücklich und dankbar sie für dieses Zeichen der Liebe zu ihr, wie des Verständnisses für ihren Plan war, haben Diejenigen wahrnehmen können, welchen es vergönnt war, mit ihr über diese Angelegenheit zu reden und zu be- rathen. Am 25. August d. I. durfte sie jenen Tag feiern. Gerade ein Monat später schließt sich über ihrem irdischen Theil der Grabeshügel. Wie aber die dankbare Erinnerung an die Entschlafene bleiben wird, so möge auch die Weiterführung der Henrystiftung in ihrem Sinne bei allen Freunden gemeinnütziger Wirksamkeit stets hilfbereite Herzen und Hände finden und der Tag bald kommen, wo ihr in der Eröffnung des Frauenheims ein bleibendes, segenstiftendes Denkmal gefetzt wird. — Die obligatorische Fortbildungsschule wird in sämmt- lichen Gemeinden des Großherzogthums spätestens am 3. November eröffnet, sie darf vor 4 bis 5 Monaten nicht geschlossen werden. § Klein Linden, 23. September. Nachdem in unserer nicht vereinsarmen Gemeinde.vor einem Jahre nach dem Beispiele einiger Nachbargemeinden auch hier ein Turnverein ins Leben getreten ist, feierte derselbe verflossenen Sonntag sein erstes Stistungssest. Dasselbe war mit einem Preis- und Schauturnen verbunden und lieferte nicht geringe Resultate, indem die Mehrzahl der Betheiligten Preise errangen. Nach der Preisvertheilung verschönerte der Gesangverein „Arion" dieses Fest durch einige wohlgelungene Gesangsvorträge. Möge der junge Turnverein auch in dem folgenden Vereinsjahre seine Kräste so ausbilden, daß sie zur Zeit der Nothwendigkeit zum Heile des Vaterlandes herangezogen werden können. -ck. Appenrod, 23. September. Eine unserer Einwohner- schast und allen Theilnehmern unvergeßliche Feier, die Einweihung unserer neu erbauten Kirche, fand am verflossenen Sonntage statt. Bekanntlich war die Kirche nebst der Schule dem großen Brande, der vor fünf Jahren fast das ganze Dorf einäfcherte, zum Opfer gefallen. Schon dieses Bewußtsein, das sich mit dem Gefühl des Dankes für den verhältnißmäßig sehr raschen Wiederaufbau des Gotteshauses verschmolz, sowie der einzig prächtige Herbstsonntag versetzte alle Festtheilnehmer in eine weihevolle Festesstimmung. Um 10 Uhr Morgens nahm der Festzug seine Ausstellung am Schulhause und begab sich hiernach nach der Kirche. Den hübschen Zug eröffnete eine Musikcapelle, dann folgte die Schuljugend, hiernach die weißgekleideten Festjungsrauen, sodann die Ehrengäste, worunter Herr Prälat Dr. Habicht- Darmstadt, Herr Kreisrath v. Grolmann-Alsseld, Herr Decan Müller-Alsseld u. a., dann folgte der Kirchenvorstand und den Schluß machend die übrigen Festgäste. An der Kirche angekommen, machte der Zug Halt- vor ihrem Portale gedachte Herr Kreisbaumeister Schnitzel-Grünberg in warmen, gefühlvollen Worten des großen Brandunglücks vor fünf Jahren, das die alte Kirche in Asche legte, sodann rühmte er die Wohlthätigkeit der Christenmenschen/die Opserbereitschast der Gemeinde, das Entgegenkommen des Kreisamts und der Kirchenbehörde, wodurch es allein möglich geworden, daß des neuen Baues Thurm so bald wieder zum Himmel rage und übergab den Schlüssel Herrn Kreisrath von Grolmanu, der in kurzen, markigen Worten denselben dem Herrn Prälaten Habicht überreichte. Nachdem dieser in kurzer Ansprache tief ergreifende Worte zur Festversammlung gesprochen, erfolgte der Aufschluß der Thore. Nun aber ein Gedränge! Jeder wollte zuerst in die Kirche, Jeder wollte sich ein Plätzchen sichern und Viele sahen schon von vornherein ein, daß das eben nicht möglich, weil die wohl geräumige Kirche doch unmöglich eine solche Anzahl Gäste fassen konnte. Schön und stimmungsvoll leitete der Kirchengesangverein Appenrod unter der tüchtigen Leitung des Lehrers Maurer die eigentliche Weiheseier ein mit dem Liede „Macht hoch die Thüre, die Thore weit". In vollendet klaren, tief fesselnden Worten sprach hieraus Herr Prälat Habicht die Weihrede: Altar, Kanzel, Orgel und Glocken weihend. Mit Spannung hatte man schon im Anfang der Feierlichkeit dem Vorführen der neuen Orgel aus der rühmlichst bekannten Orgelsabrik des Herrn Bernhardt aus Gambach entgegengesehen. Jetzt nach dem Weihspruch fiel die Orgel ein. Mächtig erbrausten ihre ! Töne unter der Meisterhand des als Orgel-Techniker an- gentn101 hie M der el"i .artesi[“1'9* Mfl« attl d-- * (nt Jann ' btt D?e i»mit de" 01 Äe durch 8*teh r Thal 3llt 8‘! Tr°°dt H Herr Wtx n, ,u allen U*1 „ Haus-, - s-i« 7 B d-S I «t®ale* i[t Olh8 zarte" ® d s-s £(tet W-ise verl-m e» Leu Gast- mt miusmeuMitt-M U h-rzerich'eteu «aal md diese Rachseier verl Reihe der Toaste bei Kreisrach W Hach auf &■ MM , Kochi. Hoheit unfern ® Habicht Hirte auf daS Appenrod, Herr Decan - der Kirche, Kreisbaumeijl antwortend, aus das Wc gießers und aller übrigen Möge Gott von der neue wie der alten widerfahret Was den Bau der Kirche seinem Erbauer, Herrn alle Ehre. Stilvoll im bindung und sehr zweckvo die Vorzüge der schönen v< Mainz, 23. Sept stellung des Landwirt! zahlenden Personen besu -22 500 M. erzielt wur Wartungen, indem der ■ den Eintrittskarten in hatte. Das vielseits be Bon hiesigen Mitg Wchtigt, znr Bekän ti/chen Äesirebunge sich hauMchlich mit bei eignerer Schriften befasse- hervorragenden SJarteimiti >st für hie ndchsten " Aussicht genommen, m i ■genommen roerben joll. Begin» des toi Sh UR a 7 ^»derM 0« inefem Gedenkt«» i?™’ dih°'chssen rek Enunz der nehmen wird. * 1° durch h hm x a. M ’*«?**" Weite 5”'21' Septei ^Vfiihrt. US' Sn Ni .""'“i wSS i,1" 'ä; -... SÄ n^xV\ Angabe ■1,tl^er(5inn iht eU9nun9/ . 'hr Ende im'iV\tButlber= ihr bi* 'hrer "°ch Tau end ®?n!bat= >°lch-Gaben :n ganz anemft,Sb'aen rne6mung tbathäk6, ^at thatia war ift L 9 r.»-Dr- n & „ meunden an- "bJt£F«4VS einen Ä'ftÄJ W» Zer Zen nicht * ~ 'e sich seither Grundlage einer Henry- rauenheims überrascht _ 'ie Wr ^eses Zeichen der ses für ihren Plan war, . nen, welchen es vergönnt heil zu reden und zu be- lrste sw jenen Tag feiern, sich über ihrem irdischen c die dankbare Erinnerung so möge auch die Weiter- t Sinne bei allen Freunden ilsbereite Herzen und Hände , wo ihr in der Eröffnung segenstiftendes Denkmal ge- dullgsschllle wird in sämmt- hums spätestens am 3. No- bis 5 Monaten nicht ge- er. Nachdem in unserer nicht t Jahre nach dem Beispiele ein Zurnbetein ins Leben ffenen Sonntag sein erstes einem Preis- und Schau- : geringe Resultate, indem eise errangen. Nach der esangverein „Arm" dieses sangsvorträge. Möge der laenden Vereinsjahre seme . Zeit der Nothwendtgkeit gezogen werden können. Eine unserer Einwohner- ‘ergebe F-i-r, » ®‘» [Uten Kirch-, «« iem cfl8 ” f Sä«”» [tfcopette, bw f J Herr P °" fiett®ec»« ota«ntls®8Le Lrftonii n«d [te * « Portale ze- ialt, w warm-n, »itzel^rünberg ' ,n BrandunO Ai»- te9to Mich-"' Ckt6«®'6 ).,= a,räunWe 9 Schönun ivt)i 8,. fonnte' „rnii ^/er Murer »ig«, d Di» 11 S. Wort-" , M' f ^'lnd-n . >i-°' zStih«»'- hatte MÜ* Jw Sp°"", Ä-°htt KfraSäS® „n» ‘ OTtlL nedi Jm v \ wesenden Herrn Seminarlehrers Schmidt-Friedberg. War Las schöne Orgelspiel an und für sich reizend, so entzückte nicht minder die prächtige Instrumentation der Orgel, die zarte Klangfarbe der einzelnen Töne, die excrcte Intonation der einzelnen Register alle Zuhörer. Nach dem Vorführen der Orgel begann der erste Gottesdienst im eingeweihten Gotteshaufe mit dem von der Gemeinde gesungenen Liede „Komm heiliger Geist". Hieran schloß sich eine schön ausgeführte Liturgie durch den Ortsgeistlichen unter Mitwirkung des in der That gut geschulten-Kirchenchors- sodann hielt Herr Pfarrer Traudt die eigentliche Festrede. Aus dem Herzen kam sie, zu allen Herzen drang sie. An den letzten Vers des Hauptliedes schloß sich sodann die erste Abendmahls- jeier im neuen Haufe, durch Herrn Decan Müller-Alsfeld «celebrirt. Während des Abendmahls ertönte auf dem sanft- zarten Salcional der Orgel ein liebliches Adagio von Peter Müller, dem sel. Vater des Decans, ausgeführt von Herrn Seminarlehrer Schmidt, gewiß eine feine Courloisie des letzteren Herrn. Hiermit war die Feier beendet und nun erschallte in mächtigen Tönen der Schlußgefaug der Gemeinde: „Nun danket alle Gott". — Nach der in würdigster und schönster Weise verlaufenen kirchlichen Feier begaben sich die eingeladenen Gäste mit den Vertretern der Behörden zur gemeinsamen Mittagstafel und Nachfeier in den wirklich prachtvoll hergerichteten Saal des Ortsbürgermeisters Herrn Wolf und diese Nachfeier verlief in gleich gelungenster Weife. Die Reihe der Toaste bei der opulenten Tafel eröffnete Herr Kreisrath von Grolmann in zündenden Worten mit einem Hoch auf Se. Majestät unseren Kaiser Wilhelm II. und Se. König!. Hoheit unfern Großherzog Ludwig IV. Herr Prälat Habicht toastirte auf das Wohl und Gedeihen der Gemeinde Appenrod, Herr Decan Müller auf den tüchtigen Baumeister der Kirche, Kreisbaumeister Schnitzel und letzterer, hierauf antwortend, auf das Wohl des Orgelbauers, des Glockengießers und aller übrigen Arbeiter an der neuerbauten Kirche. Möge Gott von der neuerbauten Kirche ein ähnliches Geschick, wie der alten widerfahren, für alle Zeiten gnädig abwenden! Was den Bau der Kirche selbst betrifft, so macht derselbe seinem Erbauer, Herrn Kreisbaumeister Schnitzel-Grünberg, alle Ehre. Stilvoll im Aeußeren, damit harmonische Verbindung und sehr zweckvolle Einrichtung im Innern, das sind die Vorzüge der schönen Kirche. ■ H ,11! I । । . ........ —. I» vermischte-. A Mainz, 23. September. Die gestern geschlossene Aus- stellung des Landwirthschastlichen Vereins war von 30000 zahlenden Personen besucht, von welchen eine Einnahme von 22 500 Mk. erzielt wurde. Das Resultat übertrifft alle Erwartungen, indem der Festausschuß nur eine Einnahme von den Eintrittskarten in der Höhe von 5000 Mk. vorgesehen hatte. Das vielseirs befürchtete Deficit tritt demnach nicht ein. Von hiesigen Mitgliedern der Centrumspartei ist be- .absichtigt, zur Bekämpfung der socialdemokra- tischen Bestrebungen hier einen Verein zu gründen, der sich hauptsächlich mit der Herausgabe und Verbreitung geeigneter Schriften befassen soll. Eine Vorbesprechung unter hervorragenden Parteimitgliedern hat bereits stattgefunden, und ist für die nächsten Tage eine öffentliche Versammlung in Aussicht genommen, in welcher die Constituirung des Vereins vorgenommen werden soll. Mit Beginn des kommenden Jahres — den 23. Januar — feiert das hier garnisonirende hessische Infanterie-Regiment Nr. 118 den hundertjährigen Gedenktag seines Bestehens. Zu diesem Gedenktag sind größere Festlichkeiten in Aussicht genommen, an welchen mit Rücksicht darauf, daß das Regiment sich aus Rheinhessen rekrutirt, voraussichtlich auch die Civil- bevölkerung der diesseitigen Provinz lebhaften Antheil nehmen wird. * Mainz, 21. September. Ein Bauer, dessen Ochse preisgekrönt wurde, umhängte den Hals des Ochsen mit dem farbigen Bande, sich selbst aber steckte er die Schleife an und zog so durch die Stadt und in fein Heimathsdors. * Frankfurt a. M., 23. September. Heute früh 6 Uhr wurde im Rondell vor dem Zoologischen Garten die Leiche eines neugeborenen ausgewachsenen Kindes weiblichen Geschlechts ohne jede Umhüllung ausgefunden und nach dem Sachsenhäuser Friedhof verbracht. Das Kind scheint erst in der verflossenen Nacht geboren zu sein. * Berlin, 21. September. Abermals hat die ungeschickt gesteckte Hutnadel einer Dame einen schweren Unfall herbeigeführt. In einem Coupöe eines von Grünau nach Berlin fahrenden Zuges hatte sich vorgestern während der Fahrt eine junge Dame an das Fenster gestellt, um hinauszublicken. Als der Zug hinter Johannisthal in schnellerem Tempo eine Curve passirte, verlor in Folge des plötzlichen Rucks die Dame das Gleichgewicht und fiel der Bank zu. Sie stieß hierbei gegen einen Herrn und traf ihn mit ihrer Hutnadel so unglücklich in das linke Auge, daß die Nadel sich tief einbohrte. In Berlin eingetroffen, ward der Verletzte zunächst in der Sanitätswache auf dem Görlitzer Bahnhofe verbunden und dann nach der Universitätsklinik übergeführt, doch dürfte das Auge verloren fein. * Berlin, 22. September. Wieder hat sich ein ungewöhnliches Brand Unglück gestern hier ereignet. Bei einer Hochzeitsfeier in einem Hause der neuen Hochstraße bei einer Familie Zeidler ist in einem Zimmer, in dem sich 30 Personen befanden, eine hängende Petroleumlampe durch einen Zufall herabgefchleudert worden und explodirt. Die Möbel des Zimmers und 10 Personen wurden in Brand gesetzt, von denen eine, ein junges Mädchen, anscheinend tödtliche, noch drei andere Gäste schwere, die Uebrigen leichte Brandwunden davongetragen haben. * Berlin, 22. September. Daß Vater und Sohn gleichzeitig eine Schule besuchen, ist gewiß ein seltenes Vorkommniß. Auf einem im Centrum der Stadt gelegenen Gymnasium macht ein 32jähriger Mann fein Abiturienten- Examen, während sein 6 jähriges Söhnchen die unterste Vorschulklasse derselben Lehranstalt besucht. Herr S., der früher Procurist eines Bankhauses war, ist durch eine bedeutende Erbschaft in den Stand gesetzt, daß er seinen Lieblingswunsch, Medicin zu studiren, erfüllen kann. Er versucht jetzt, das Abiturienten-Examen nachzuholen und so kommt es, daß Vater und Sohn, die Büchermappe unter dem Arm, tagtäglich zu gleicher Zeit die Schule besuchen. * Berlin, 21. September. Die Troika, ein Geschenk ^des Zaren an den Kaiser Wilhelm, belebt jetzt täglich die Straßen von Potsdam. Schon von Weitem hört man das Schellengeklingel, und namentlich sind es die prachtvollen drei Füchse, die das Entzücken der Kenner erregen. Bei den täglichen Ausfahrten handelt es sich darum, die Pferde einzufahren und dem Kutscher, einem Armenier von Geburt, Localkenntnisse von Potsdam und der Umgebung zu verschaffen. Der Wagen führt außer ihm einen Diener auf dem Bock und zwei Marstallbeamte mit sich, die im Fond Platz nehmen. * Marburg, 22. September. Eine von hier gebürtige junge Frau, welche vor Kurzem aus dem Auslande zurückkehrte, stürzte sich gestern Morgen mit einem 3 Wochen alten Kinde am Wehrdaer Weg in die Lahn. Das Verhalten der Frau in den letzten Tagen berechtigt zu der Annahme, daß die That nicht im Zustande voller Zurechnungsfähigkeit begangen worden ist. * Fulda, 20. September. Eine beunruhigende Massenerkrankung hält gegenwärtig die Gemüther der Einwohner von Fulda und Umgegend in Aufregung. Von den Theil- nehmern an der vom 19. bis 21. Juli dort stattgehabten Generalversammlung des „Verbandes hessischer Bienenzüchter- Vereine" find mehr als dreißig unter ganz gleichen Symptomen: gastrischem Fieber mit typhösem Uebergang erkrankt und bereits vier von diesen, lauter Männer in kräftigem Alter, gestorben; unter ihnen der um die Verbreitung und Weiterbildung der Bienenzucht im Rhöngebiete hochverdiente Vorstand des Rhöner Bienenzüchter-Vereins, Pfarrer Nicolaus Füller in Eichenzell, und der Realgymnasiallehrer Mänz von Cassel, früher Assistent an der Sternwarte in Berlin, ein hochbegabter Mathematiker. Von den übrigen Erkrankten liegt noch ein großer Theil schwer darnieder, und es scheint daher nur natürlich, daß in ärztlichen Kreisen und im Publikum über die Ursache dieser Erkrankungen mannigfache, auf jene Festlichkeiten zurückleitende Vermuthungen laut wurden, deren Richtigkeit oder Grundlosigkeit zu ermitteln und festzustellen voraussichtlich unserer oberen Sanitätsbehörde gelingen wird. Görlitz, 22. September. Der königl. Musikdirector Philipp, der soeben aus dem Manöver, wo ihm der Kaiser das goldene Ehrenzeichen verliehen hatte, mit der Regimentscapelle hierher zurückgekehrt war, stürzte durch Unvorsichtigkeit kopfüber aus einem Fenster seiner im dritten Stock gelegenen Wohnung und war sofort tobt. * Das Einladungs-Inserat des Ausstellungs-Comitvs für die landwirthfchaftliche Ausstellung in Coburg ist in der „Zeitung" in Coburg folgendermaßen unterzeichnet: Das Ausftellungs-Comite: KandwiNhschaftliche Umschau. △ «us Oberhelsen, 21. September. Herbsttag- und Nachtgleiche ist herangekommen! Nun eilt die Sonne rasch ihrem tiefsten Stande zu; ihre Strahlen fallen schräger zur Erde nieder und büßen an Kraft ein. Die Nächte werden kühler und länger, feuchte Nebel lagern früh Morgens über den Fluren, es wird frischer. Drum rüste, wackrer Landwtrth, daß Du Deine noth- wendigen Arbeiten alle gut und sorgfältig beendigst, ehe der Nordwind die weiße Decke über Mutter Erde ausbreitet und Dir Deine Werkstätte, Flur und Feld und Wiese, verschlossen wird. Wie wett sind wir nun bis jetzt gekommen und wie stehen wir? fragt sich heute, am Herbstanfange, ganz gewiß mancher denkende Landwtrth. Vor allem anderen ist er dankbar für den rrnvergleich- lichen September, den der heilige Aegidius (1. September) in fo gediegener Weife inaugurirt hat. Wir lernen auch daraus, daß sich nichts mehr ausgletcht als das Wetter. Der Monat Mai war fchön, Monat Juni war es theilweise, Juli und August ließen viel zu wünschen übrig. Nun kommt der wackere September und heilt fast alle Wunden. Welch herrliche Grummeternte hat er uns be- fcheert. Wagen um Wagen werden eingescheuert; grün und duftig präsentirt es stch wie chinesischer Thee und daneben ein schönes Quantum. „Man möchte selber htneinbeißen, so köstlich sieht eS aus," sprach ein begüterterter Oeconom zum Schreiber dieser Zeilen, als drei hochbeladene Wagen vorüberfuhren. „Und wissen Sie," fuhr er fort, „mit dem Heu war ich frühe daran, damit die Halme nicht verholzen und daS Futter nicht an Qualität einbüßt; zugleich tra ich gutes Wetter, erst später trat Regen ein. Mit dem Grummet bin ich später dran, erhalte dadurch besser ausgewachsenes Gras und traf wieder ausgezeichnetes Wetter. So vieles und so vorzügliches Futter hatte ich, seit ich das Gut vom Vater übernahm, nicht im Hause." — Man kann annehmen, daß dies in der ganzen Provinz, mehr oder weniger, je nach feuchter oder trockener Lage zutrtfft. Die Obsternte rückt näher heran. Es wird hiermit driugenb vor zu frühem Abnehmen gewarnt. Wir sind gegen das Vorjahr um drei Wochen zurück. Der herrliche September hat davon etwa acht Tage wieder eingebracht. Das andere Manko bliebe noch zu ersetzen. Wer das Obst zu frühe abmacht, schadet sich in der Qualität ganz enorm. Der Sonnenschein bildet gerade jetzt im Obste, in der Traube, in der Rübe fleißig Zucker und die milden Nächte unterstützen den Veredelungsproceß in effectvollster Weise. Aber wenn hie und da ein Unkluger anfängt, Obst abzumachen, werden zehn andere mit fortgerissen und Zureden hilft nicht mehr. Leider steht es ja richtig, daß das Obst unzähligen Gefahren von Menschen und Thiererr ausgesetzt ist. Man verschärfe und verdoppele die Aufsicht und das Personal und lasse möglichst lange hängen. Wer hat nicht schon eine Zwetsche, einen Apfel, eine Birne im November von Bäumen, wo sie aus Versehen hängen blieben, abgenommen und verzehrt, dabei aber mit Staunen und Verwunderung den köstlichen Geschmack gefunden gegenüber den früher abgemachten Früchten. Durch völliges Ausreisen wird das Obst haltbarer und preiswürdiger. Der rationelle Landwirth muß heutzutage darauf hinarbeiten, nicht etwa große Massen geringwerthiger Producte zu erzeugen, sondern er muß — wie in Kunst und Industrie — Feines, Werth- volles erzielen, was am meisten gesucht und am besten bezahlt wird. Bei dem Obste kommt noch dazu, daß das Abmachen des reifen Obstes dem Baume bei Weitem nicht so sehr schadet, wie das Abmachen des unreifen. Ich habe kürzlich bei der Zwetschenernte und dem Abnehmen der halbreifen Früchte von den Nachtheilen ?c. ge- prochen, weßhalb hier nicht wetter darüber gehandelt werden soll. Nur noch so viel: In Norddeutschland würde es Niemand so leicht roagen, mit langen Stangen und Prügeln auf den beladenen Obstbäumen herumzuhauen, wie es bei uns geschieht. Die Nachbarn würden mit Fingern auf die Unvernünftigen hinzeigen und ihnen sogar Vorhalt machen. Man läßt dorten das Obst tüchtig ausreifen, bricht mit der Hand und mit dem Obstbrecher, was zu erreichen ist und schüttelt das Uebrige vorsichtig ab. Von Hauen und Prügeln weiß man nichts. Ueber die Obstpreise kann ich nun auch schon Einiges berichten. Man hat Frühzwetschen zu 5«x pro Eentner abgegeben, konnte aber den Preis nicht halten, denn manche Gegenden habm eine Unmasse Zwetschen zu erwarten. Birnen zum bereiten von Latwerge (Honig) werden mit 6 bis 6 50 H bezahlt. Aepfel habm noch keinen rechten Preis. Wer klug ist, wartet noch einige Zeit zu. Der treffliche September hat seine Wirkung besonders auch auf das Gemüse erstreckt. In günstigen Lagen und regelrecht behandelten Aeckern gibt es Weißkrauthäupter, die factisch so groß wie Pflugräder geworden sind. Manche Häupter springen sogar wegen übergroßer Stärke auf. Wirsing, Blumenkohl, Rosenkohl, Rotbkraut, weiße und gelbe Rüben, Zwiebel, Schwarzwurzel und wie sie alle heißen mögen, haben durch die warmen vierundzwanzig Tage sämmt- lich an Qualität und Quantität gewonnen. Die Stangenbohnen haben von Neuem angefangen zu blühen und Früchte zu bringen, ein feltener Fall um diese Zeit. Mit dem Ausmachen der Kartoffeln hat man an den meisten Orten begonnen. Der September hat Krankheit und FLulniß zum Stillstände gebracht. In trockenm warmen Lagen hat es eine Unmasse von Kartoffeln gegeben; Sack reiht stch an Sack; man halt es fast nicht für möglich, daß die Knollen alle in der Erde gewachsen sein könnten. In nassen schweren Lagen ist dies natürlich nicht zutreffend: aber so viel ist gewiß, daß es viele und gute Kartoffeln gibt und daß sie nicht hochpreisig werden können. Nebm diesen Resultaten nimmt sich die Ansicht eines biederen Bauern nicht übel aus, den ich gestern sprach. „Na, mein Werthefter", sagte ich, „es gibt viele und gute Früchte, Obst, Kartoffeln, Futter und Gemüse. Alle diese Sachen, besonders aber das Vieh, haben hohe Preise; gewiß seid Ihr dieses Jahr recht zufrieden?" — „Ha naa! atch glaab nält!" war die Antwort. — „Und warum nicht?" — „Wisse Se, e rechter Bauer is nie nit ganz un goar zesriede, er Hot immer noch ebbes zu wünsche übrig."] Die Antwort ist so ursprünglich aus dem Leben gegriffen, daß ich mir nicht versagen konnte, sie hier folgen zu lassen. Universität» « Nachrichten. — Das studentische Eomits in Berlin zur Veranstaltung des Moltke-Eommerses, welcher zur Feier des 90.Geburtstages des greifen General-Feldmarschalls daselbst stattfinden soll, hat soeben beschlossen, einen Wettbewerb aller Studirenden deutscher Hochschulm zur Abfassung eines Festliedes zu veranstalten. Die Einreichung der mit einem Motto versehenen Zuschriften hat bis zum 23. October d. I. an Herrn atud. jur. 2Bilfe, Plan-Ufer 8, zu erfolgen. Als Preisrichter bienen die Mitglieder des Comit6s. Das gewählte Lied wird durch eine preiswürdige Dedication und Namensnennung des Dichters gekrönt werden. Literatur unO Unnst. — Allen Jagdliebhabern dürfte die Mittheilung von hohem Interesse und gewiß sehr erwünscht sein, daß soeben ein Blatt zu erscheinen beginnt, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, das bisher wenig gepflegte große Gebiet des deutschen Jägerhumors den Interessenten in ansprechender, in unserer heimischen Literatur noch nichts vertretenen Form zugängig zu machen. Waidmännifche Fliesende Blätter nennt sich dieses neue, im Verlage der bekannten Firma Haasenstein u. Vogler A.-G. erscheinende Unternehmen , das sich, nach der uns vorliegenden Probenummer zu urtheilen, sicherlich bald der Sympathien der beteiligten Jägerkreise erfreuen wird, denen es hiermit bestens empfohlen fei. Gerichtliche Entscheidungen. — Mutz -Nordhäuser Branntwein" aus Nordhause« sein- Von nicht zu unterschätzender principieller Bedeutung für die Nordhäuser Branntwein Industrie sind zwei neuerdings von verschiedenen Gerichten gefällte Erkenntniffe. In beiden Fällen hatten Verkäufer von Branntwein nicht von Nordhausen stammenden, anderweitig hergestellten Branntwein als „Nordhäuser" verkauft, und fand dieserhalb wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz vom 14. Mai 1879 Bestrafung statt. Beide Urtheile gehen von der Auf- faffung aus, daß „Nordhäuser" Branntwein unbedingt aus Nord- Hausen bezogen sein muß. Aehnliche Urtheile liegen übrigens aus den letzten Jahren betreffs des bayerischen Bieres vor. verkehr, Land- und volkswirthschaft. — Die kaiserl. Oberpostdirection in Berlin hat den Mietheru von Fernsprechapparaten mitgetheilt, daß nach einer kürzlich ergangenen Bestimmung des Reichspostamts künftig für die Ueberlaffung von FernsprechZwischeustellen die Gebühr von 150 JL jährlich erhoben werden soll, während bisher für einen solchen Nebenapparat nur eine jährliche Vergütung von 20 JL zu entrichten war. Die Interessenten sollen sich alsbald erklären, ob sie im gegebenen Falle die weitere Gebühr von 150 entrichten wollen. Bei einem Verzicht würde der Nebenapparat mit dem 1. Januar 1891 eingezogen werden. — Die Kosten der elektrischen Beleuchtung der Eisendahnwagen werden in einer durch die Blätter gegangenen Notiz aus der Fachzeitschrift Prometheus als so hoch hingestellt, daß aus diesem Grunde eine Einführung derselben vorläufig unmöglich sei. Der Hauptgrund dürfte jedoch, wie eine Eorrespondenz von eisenbahn- technischer Seite erfährt, der sein, daß durch allgemeine Einführung der electrischen Beleuchtung auf den Bahnen die mit großen Kosten seitens der Betriebsverwaltungen errichteten Fettgasanstalten ent- werthet werden würden. Bei den Versuchen, welche die Maschinenfabrik Eßlingen schon im Jahre 1886 auf der Strecke Stuttgart-Hall mit electrischer Beleuchtung der Wagen unternahm, stellten sich die Kosten pro Glühlicht auf ca. 3 H in der Stunde, die der Fettgaslampe betragen dagegen 3,5—4,8 H in demselben Zeitraum. Auch die Einrichtungskosten der electrischen Anlage sind nur um wenig theurer als die der Fettgasbeleuchtung, und dieser Umstand wird auch wieder ausgewogen durch die Ersparniß an Bedienung bei der electrischen Zugbeleuchtung, welche man als eine fast vollkommen selbsttätige bezeichnen kann. Im Uebrigen sei daran erinnert, daß im Auslande verschiedentlich die electrische Beleuchtung der Eisenbahnwagen durchgeführt ist. Lauterbach 20. September Fruchtpreise. Es waren angefahren 150 Kilo Weizen (^t 19.— pr. 100 Kilo), 6750 Kilo Korn (vM 18.85), — Kilo Gerste ( 78991 Eine Ara«, die gut koche« Ten-evr fest Wilh. Krämer, Ludwigstraße 24. Reichökrrck-DtSeont Schiffenberg pCt. — frankfurter Bank-Dikcont 4 vEt. 4 260.39 198.72 2873.49 7827.76 91 10 94 40 80 20 83 20 174.90 113 50 98 80 163.50 229.25 22050 102.00 173 75 ReichSaulrVrr Preuß. CenfolS 4 pCt- 3Vi , 1 , 8Vt . Der Rentmeister: Schmidt. Gießener (Wohlthätigkeits- '-,'30 50 1 4 50 165 20 173 00 273 87 109 37 225 7 111 25 3275.— 4086.36 neue Geschäftsjahr beginnt mit einem Bestände von 128 Mitgliedern- Main-Weser-Hütte, 23. September 1890. Consum-Verein der Mam-Meser-Hütte, Buschtherader Elbethal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost , West Gelsenkirchener Ver. Kon.- und Laurahütte-Act. Cefterr. Alpine-Montan Anaa Singer geprüfte Lehrerin. Oesterr. Credttacrien Oesterr. StaatsbuLn-Actrev Dortmunder Univn»2k1ifa Darmstädter Bankactten ventar Zuschreibung zum Reservefonds Zinsen an die Mitglieder Dividende an die Mitglieder ______ unter Leitung des Obersten W. F. Cody (Buffalo Bill), früher Pfadfinder der Vereinigten Staaten - Armee, statt. 200 Indianer, Cowboys, Pfadfinder, Scharfschützen und Reiter. — I75 Ponnies, Maulthiere, wilde Pferde und Büffel. der Beitreibung zu erfolgen. Gießen, 22. September 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. glieder Reservefonds Gewinn- und Conto Soll. An Abschreibung auf Jn- Bon heute ab befindet sich meine Wohnung und Geschäft Bleichstrasse 22 Maurergesellen, Donnerstag den 25. d. M , Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bramm'schen Hofraithe dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Pianino, 2 Ladenschranke, diverse Mobilien, verschiedene Gold- und Silbersachen. Gießen, den 23. September 1890. «ngel, 7895 Gr. Gerichtsvollzieher. Weinversteigerung. Freitag den 26. ds. Mts., Nachmittags 2 Uhr, im Gasthause,$««t Adler", Marktplatz Nr. 20 dahier (Eingang sowohl vom Markt wie vom Burggraben aus), laßtdieUngarwein-Großhandlung Franz Schtrmann aus Frankfurt a-M-, gemäß 8 343 des H.G B, auf Gefahr und Rechnung eines Dritten: 190 Stück 1/1, 1/z und V» Originalstaschen Ungarwei« (To- kayer Ausbruch) durch den Unterzeichneten öffentlich gegen Baarzahlung versteigern- Versteigerung bestimmt. Engel, 437.87 219 62 162.00 If 020 99 20 188 20 156 30 99 90 Obstvcrsteigmmg. Freitag den 26. d. M., von Morgens 9 Uhr ansangmd, soll das hiesige Gemeindeobst, bestehend in einer großen Quantität Aepfeln, Birnen und Zwetschen, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im Ort. Bersrod, am 22. September 1890. Großh. Bürgermeisterei Bersrod. Bocher. 7870 Voratel langen täglich 3 Uhr und 7 Uhr Abends. Kassen-Oeffnung 2 Uhr und 6 Uhr Abends. Preise der Plätze: Erster Platz Mk. 4, Zweiter Platz Mk. 3, Dritter Platz Mk. 2, Vierter Platz Mk. I.—. Eingang für die ersten drei Plätze: Ginheimerstrasse gegenüber Grüneburgweg. Eingang für den vierten Platz: Ginheimerstrasse nächst Leonhardsbrunn. Für Actionaire, Abonnenten und Besucher des Palmengartens: Eingang durch den Garten. B®- Der Platz ist Abends brillant beleuchtet. Nur Sitzplätze, keine Stehplätze. — Platz für 8000 Personen. — Bedeckte Tribüne für ersten und zweiten Platz. Hochachtungsvoll Aug. Saame, Weinhandlung. —I ./knkauf alter Bücher u. Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bucher erbittet die [579 J. Ricker’scbe Buchhandlung Giessen. Donnerstag Abend Sch^llfiseh© DtSconto-Comm. Darmstädter Bcurk-Act Dresdener Bank-Act. Berliner Handelsges. Oester c. Credit-Aer. Wiener Bankverein?-Act- Oesterr. Staats babn Lombard. Eisenbah ’ Der Verein zählte am Beginn des Geschäftsjahres Hinzugetreten im Lause des Geschäftsjahres Aitherelub Verein). Handlanger sofort gesucht. B. Strauch Obstversteigerung. Freitag den 26. September 1890, von Mittags 12 Uhr an, soll das Obst aus den Freiherrlich von Nordeck zur Rabenau'schen Gärten in der Gemarkung Alten-Buseck in Abteilungen öffentlich versteigert werden- Rabenau, 22. September 1890. Sonntag den 28. September, Abends 7^Uhr: Zrthereoneert auf Lorrys Bierkeller. Entree für Mitglieder gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte frei. Nichtmitglieder 20 — Programme 5 H an der Kaffe. NB. Die Einnahmen werden zur Weihnachtsbescheerung für arme Kinder verwendet. 7875 Der Borstand. Bekanntmachung. Die Berichtigung der im Monat September 1890 gerichtlich erkannten Forst- und Feldstrafen hat in den ersten 28 Tagen deS MonatS Oetober 1890 und zwar mit Ausschluß des 12., 13. und 14., an die Großh. DistrietS-Ginnehmerei Gießen I» bei Meidung Di rconto t# c £ ■ uü- V. > Harper er Ostpreußen Bochumer Deutscher Perl-Kaffee zu baben in ganzen Pfund-Packeten zu 40 Pfennig, in halben Pfund- Packeten zu 20 Pfennig in den meisten Colonialwaaren-Handlungen hier und der Umgegend. __7882 Haben« Per Saldo-Vortrag «X 7.39 „ Gewinn auf Maaren ,, 4246.97 Von Dienstag den 30. September finden im Neugarten auf nur kurze Zeit Vorstellungen von Buffalo Bill s Wild West »« E. Wassersehleben, SandMschüf^ ^rLNkfmrter BSess bs« 24. September 1SV0. Schlußeom-l- l Uhr 15 Mia Verloren 7901 wurde am letzten Sonntag vom Schiffenberg nach der Goetheftraße ein Brillantohrring in Silber gefaßt- Der Finder wird gebeten, denselben gegen Belohnung abzugeben Goetheftraße Nr-11, 1 Treppe. 7678) Der Consttw - Verein der Main-Weser-Hütte zu Lollar sucht einen gewandten und zuverlässigen Ladengehülfen. Bewerber, welche m der Colontalwaaren- branche Erfahrungen besitzen, wollen ihre Offerten unter Angabe der Ansprüche dem Vorstand des Vereins einreichen. 1^6 90 4 pCt. Ungar. Goldrente 99 45 5 n Italiener Rente 106 50 Oesterr. Stlberrente 99.45 Ruff. Orient IU. Actlva» Inventar Cassabestand „ Debitoren (Ausstände) „ Maarenbestand „ Versteigerung. Im Hofe des Oeconomatsgebäudes aus dem Brand dahier sollen am SamStag den 27. dS. MtS., Vormittags 9 Uhr, alte abgängige Bauhölzer loosweise meistbietend versteigert werden Gießen, den 23. September 1890. Großh Kreirbauamt Gießen. I. V : 7871 Zimmer, Kreisbau-Asseffor. MobMar-Dersteigemng. Montag den 89. September, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Weserstratze 12 im Hause des Herrn Briefträger Tod wegzugshalber nachbenannte vorzüglich gut erhaltene fast neue Möbel und sonstige Gegenstände, namentl. Kleiderschrüuke (1 Ehiffoniere), Commode Waschschrank, Nachttische, vorzügl. Sopha, Stühle, Tisch, Bettstellen mit und ohne Sprungfederein- läge«, Spiegel, oval mit Golvrah- men und andere, Küchenfchrank mit Glasaufsatz, gutes Küchengeschirr aller Art 2c. rc. — NB. Eine vorzügliche im besten Zustand befindliche, wenig gebrauchte Singer-Nähmaschine. s7872 I. Rothenberger, Ger.-Tax., Lindenpl.8. Heute Nacht verschied in Köln sanft, nach langem, schweren Leiden unser innigst geliebter theurer Gatte, Vater, Grossvater, Schwiegervater und Bruder Or». Hermann Grieben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dr. Eduard Molly und Frau 788i Charitas, geb. Griebeu. Giessen, den 24. September 1890. Todes-Anzeige. Teilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mittheilung, daß meine innigstgeliebte Gattin, unsere gute Mutter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Elisabeth® Wacker geb. Ochse gestern Nachmittag 5 Va Uhr nach langem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bittet Im Namen der Hinterbliebenen: Wilhelm Wacker. Gießen, den 24. September 1890. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr von der Klinik aus statt. 7893 Dies ist die Truppe, welche durch ihre grossartigen Erfolge in R w- York, London (Jubiläum der Königin), Paris (Weltausstellung), Spanien, Italien, München, Wien, Dresden, Berlin und Hamburg jetzt weltbekannt geworden ist. — Vorverkauf der Billete bei Lina Schott, Theaterplatz, Frankfurt a. M. Der Unterricht in meiner Schule beginnt wieder am 1. Oetober. Neue Anmeldungen nehme ich in meiner Wohnung, Schiffenbergerstraße 7, entgegen. Achtungsvoll 7874] Für einen hiesigen Gasthof wird ein junger Mann von 15 bis 16 Jahren als zweiter Hausbursche gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl.__ 7867] Eine erste Kraft wird unter günstigsten Bedingungen als Haupte Vertreter einer deutschen Unfalloersiche- rungs-Actiengesellschaft für Gießen und Umgegend gesucht. Gefl. 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Die hmen Arger Eckige gehalten werter « »erben hierbei Sammlung biniU[