1890 Sonntag den 25. Mai Erstes Blatt Nr. 120 Aints- unb Anzeigeblätt für den Areis Gieren Gratisbeilage: Gießener Kamitienötätter ■ rlnrttichev Theil stellen: b. c. •d. e. Pfingsten Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« folgenden Tag erscheinenden Stummer bi- Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«. »erden dem Anzeiger »tchentlich dreimal heigetegt. Gefunden: 1 Halskette, 1 Schiffchen von einer Nähmaschine, 1 Taschentuch, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Hammer, 1 Maßstab, 1 Regenschirm, 1 Fingerring, 1 Kragen, 1 Wagenkapsel, 1 Sack Kartoffeln, 1 Stück Band, 1 Spazierstock. Gießen, den 24. Mai 1890. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugniß; b) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den FreiwMgen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen militärberechtigten Lehranstalten) ' durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt fein muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg. - Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Deutsches Reich Berlin, 23. Mai. Von den Abgg. Richter und Gen. ist im Reichstage nachstehende Interpellation eingebracht worden: Wie denkt der Herr Reichskanzler über die Fortdauer der in den letzten Jahren für Elsaß-Lothringen erlassenen besonderen Bestimmungen in Betreff der Paßpflicht und der Aufenthaltsbeschränkungen ? — Der nachstehende Antrag der Abgg. Siegle u. Gen. ist dem Reichstage zugegangen: Der Reichstag wolle beschließen: den Reichskanzer zu ersuchen, statistische Ausnahmen über die Lage der arbeitenden Klassen, insbesondere über Arbeitszeit, die Lohnverhältnisse und Kosten der Lebenshaltung der Arbeiter in den verschiedenen Berufszweigen vornehmen zu lassen. — Die Militär- Commission des Reichstages hat sich gestern bis zum 6. Juni vertagt ZUgeht; die zur Ersatz-Reserve in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen ; die von der Ersatz-Commission als tauglich und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen; die von den Truppentheilen zur Disposition der Er- Biertkljähriger >6ounemt»tspteto4 2 Mark 20 Psg. mH Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Expedttt« und Drmkerei: Schutstr«ße Ar.). Fernsprecher 51. und sich an dem herrlichen Lenze erquickend. Wie schön und erquickend sind solche Tage für das von mancherlei Sorgen und Bängnissen beladene menschliche Gemüth, aber nur Diejenigen empfangen zu dem lieblichen Maienfeste den rechten dauernden Trost, die ihre Herzen der erhabenen Begeisterung öffnen und zuversichtlich mit dem Dichter denken und fühlen, der in seinem Frühlingsliede ausrust: „Nun, armes Herz, vergiß die Qual! Nun muß sich Alles, Alles wenden!" a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflichtigen; soweit denselben eine besondere Ladung zugeht; die zum Landsturm I in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen, soweit denselben eine besondere Ladung Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 23. Mai. Der Kaiser conserirte nach der Parade mit Caprivi und mit dem Schatzsecretär Marsch all. Berlin, 23. Mai. Der Kaiser rraf um 8 Uhr 20 Min. auf dem Bahnhofe in der Friedrichstraße ein und begab sich sofort nach dem Paradefeld. — Die Parade ist glänzend verlaufen. Nach dem Abreiten der Fronten nahm der Kaiser einen zweimaligen Vorbeimarsch der Garnison ab. Die Kaiserin sah mit der Erbprinzessin von Meiningen in einem sechsspännigen offenen Wagen dem Schauspiele zu. Nach der Parade ritt der Kaiser an der Spitze der Fahnencompagnie nach dem Schlosse, von der dichtgedrängten Menschenmenge überall enthusiastisch begrüßt. Berlin, 23. Mai. Der Bundesrath beschloß, vom 1. Juli ab eine Zwischenportostufe von 5 Pfennig für Drucksachen von 50 bis 100 Gramm einschließlich einzuführen. Der Bundesrath ermächtigte den Reichskanzler, Ausnahmen von dem Verbote der Ein- und Durchfuhr lebender Schafe aus Oesterreich-Ungarn und Rußland hinsichtlich einzelner Thiere zu Zuchtzwecken zuzulasien, ferner den bayerischen Wirthschaftsbesitzern in den Grenzbezirken, die während des Sommers benachbarte Weiden in den österreichischen Hochalpen mit Schafheerden beziehen, die Zurück- sührung der Schafe nebst den während der Weidezeit der Heerde zugewachsenen Lämmern unter Controlmaßregeln zu gestatten. Fulda, 23. Mai'. Im August findet hier wiederum eine Conferenz der preußischen Bischöfe statt. Wiesbaden, 23. Mai. Der Kaiser telegraphirte an die Wittwe Franseckys: „Ich erinnere mich in Dankbarkeit an die großen Verdienste, die Ihr verstorbener Gemahl sich um das Vaterland erworben hat. Mit mir trauert die Armee um den Tod des ausgezeichneten Generals. Ich spreche Ihnen bei dem schweren Verluste meine ausrichtige Theilnahme aus." Der Kaiser befahl die Beisetzung mit allen einem activen Generale zustehenden Ehren. Bamberg, 28. Mai. Erzbischof Friedrich ist heute Nacht gestorben. Bern, 23. Mai. Der Bundesrath Droz wurde vom Bundesrathscollegium ermächtigt, den revidirten deutschschweizerischen Niederlassungsvertrag zu unterzeichnen. Avignon, 23. Mai. Bei dem gestrigen Banket zu Ehren Carnots erinnerte dieser an die Haltung der Delegirten Avignons in der Nationalversammlung von 1790 und fügte hinzu, das jetzige Frankreich müsse die Verwirklichung der Prophezeiung der Väter anstreben und der Welt zeigen, daß es immer entschlossen sei, den ersten Platz auf dem Wege des Fortschritts, der Freiheit und der socialen Gerechtigkeit einzunehmen. Dazu bedürfe Frankreich des Friedens nach Außen und der Achtung der Welt, sowie den Einigkeit :m Innern. Betreffend: Das Ober-Crsatzgeschäft für 1890. Bekanntmachung. Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1890 wird im Kreise Bietzen m Freitag den 13. Juni im Rathhauje zu Lrch, Vormittags 81/2 Uhr, Samstag den 14. Juni in dem früheren Hofgerichtsgebäude (Brandplatz) zu Gietzen, Vormittags 8 Uhr, Montag den 16. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Dienstag den 17. Juni im Gasthaus „Zum Rappen" zu Grünberg, Vormittags 8 Uhr, stattsinden. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im Bezirk der 49. Infanterie- Brigade in sammtlichen Aushebungsorten zu ge- Allen hohen christlichen Festen ist ein erhabener herrlicher Idealismus, der die empfängliche Seele in eine höhere geistige Gemeinschaft hinaufhebt, eigen, und das liebliche, weihevolle Pfingstfest ist es, welches dem edelsten Idealismus, der siegesgewissen christlichen Begeisterung, die Strahlenkrone aufdrückt und aller Welt verkündet, welche wunderbare Glück und Segen spendende Macht dem Glauben an das Erhabene und Ewige und dem Vertrauen auf Gottes Allmacht und barmherzige Liebe innewohnt. Ein Häuflein bisher ganz unbekannter, schlichter Männer waren die Jünger Jesu, die sich an dem ersten hehren Pfingstseste in begeistertem Idealismus für die erhabene christliche Sache, für die Erlösung der Menschen aus finsterem Wahne und roher Barbarei, verbanden, und auch dem blödesten Auge sollte die Thatsache, daß sich im Laufe der Jahrhunderte das Christenthum die gesammte maßgebende Culturwelt zu seiner Domäne gemacht hat, beweisen, welche Kraft in dem edeln Idealismus enthalten ist. In einer Zeit, welche das Staats- und Völkerleben als in große Gegensätze gespalten zeigt und zwar in solche Gegensätze, welche zumeist ihren Grund in einer übertriebenen materialistischen Denk- und Lebensweise haben, erscheint es recht nothwendig, den Glauben an die Kraft und den höheren Werth der idealen Güter der Menschheit zu größeren Ehren zu bringen, als wie es mit demselben in vielen Volksschichten der Fall ist. In welch herrlicher, symbolischer Weise findet der christliche, siegreiche Idealismus zu Pfingsten doch auch seinen Wiederhall in der Natur. In Flur und Hain hat der Lenz seinen Einzug gehalten und die grünende und blühende Erde bräutlich geschmückt. Neues Leben und neue Lust erfüllt die Auen und Wälver und diese Lenzeslust erfüllt auch des Menschen Brust mit Freude und schönen Hoffnungen. Millionen von Menschen ziehen an diesen lieblichen Pfingsttagen hinaus in die köstliche Frühlingsnatur, Alltagsstaub und Alltagssorgen daheim in den engen Häusern und dumpfen Gassen lassend Der GHßever Anzeiger rrschenn täg(td), ertt Ausnahme deS MontagS. Die Gießener fatz-Behörden entlassenen Soldaten; f. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. _ Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden beson- ' dere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Ter Vollzug der Ladungen ist innerhalb 5 Tagen anzuzeigen. Die Mr- , litärpflichtigen sind außerdem anzuweisen, ihre Loosungsjcheme mit zur Stelle zu bringen. • . , Die zur Benrtheilung von Reclamatlonen ui Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, |o ist der Grund hiervon berichtlich anzuzeigcn und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich auzugebcn, wohin derselbe verzogen ist. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober- Ersatz-Geschäfte selbst anwesend zu sein und sich darum zu .bemühen, daß die Militärpflichtigen rechtzeitig zur Stelle sind. Gießen, am 24. Mai 1890. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Jost, Regierungsrath. Hiehmer Anzeiger chenerat-Ickzcher Bekanntmachung, die Nachsuchuug der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grundihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvoll, ständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum ein- jährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbstgeschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. I Berlin, 23. Mai. Die Einnahmen an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern im deutschen Reich betrugen im April 39 802 901 JL, das ist gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahrs ein Mehr von 2 651188 an welchen die Zölle und die beiden Branntweinsteuern participiren. Bei der Zuckermaterialsteuer ist ein Minus von über 80 000 «X zu verzeichnen. London, 23. Mai. In Beantwortung einer erneuten Anfrage erklärte der Minister Smith im Unterhause, daß die Ratificirung der Zuckerconvention ohne vorherige Genehmigung des Parlaments unmöglich sei. London, 22. Mai. Im Unterhause erklärte der Unterstaatssecretär Fergusson, die Frage hinsichtlich Lamus (Ostafrika) sei durch einen Schiedsspruch zu Gunsten Englands entschieden- in Betreff der Inseln Mandau Patta bestehe die jetzige Politik Deutschlands und Englands in gegenseitiger Enthaltung. — Bei einem gestern Abend stattgehabten Banket der Londoner Schneidergilde erklärte Lord Salisbury aus das Entschiedenste, die britische Regierung habe keine Länderstriche in Afrika abgetreten, weil überhaupt noch keine Vereinbarung mit anderen Regierungen erfolgt sei- die Unterhandlungen beschränkten sich aus einen Meinungsaustausch und es sei überhaupt sehr fraglich, ob ein Uebereinkommen erzielt werden dürfte - jedenfalls würden die Interessen der Handelsgesellschaften, Missionen und Anderer berücksichtigt. Abgesehen von den Vorgängen in Afrika seien die Friedensaussichten niemals günstiger gewesen als augenblicklich. — Der Prinz und die Prinzessin Heinrich sind gestern nach Windsor zurückgekehrt und in Begleitung der Königin nach Balmoral abgereist. Kopenhagen, 23. Mai. Die Kronprinzessin wurde heute Morgen von einer Tochter entbunden. Bukarest, 23. Mai. Gestern wurde das National- fest feierlich begangen. Der König und der Erbprinz durchfuhren die Straßen und wurden überall lebhaft begrüßt. £ocoU» «nd provinzielle». Gießen, 24. Mai. — An Stelle des nach Darmstadt versetzten Lehrers Herrn Dr. Greim am hiesigen Realgymnasium ist Herr Dr. I. Kraus aus Hohensülzen ernannt worden. Friedberg, 23. Mai. Oberst Rogge vom Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 und der etatsm. Oberstlieutenant von Schlegell von demselben Regiment hatten heute die Ehre zur Großh. Tafel gezogen zu werden. — Sicherem Vernehmen nach werden sich morgen S. K. Hoh. der Großherzog, II. GG. HH. die Prinzessin Victoria, Prinzessin von Battenberg, und die Prinzessin Alix nebst gesammtem Gefolge, einer Einladung Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich folgend, nach Homburg zum Diner begeben. 4- Steinheim, 23. Mai. Die Wahl des Bürgermeisters Otto Nicklas erhielt die landesherrliche Bestätigung. Der neue Bürgermeister wurde heute verpflichtet und wird in den nächsten Tagen in sein Amt eingewiesen werden. vertnischter * Berlin, 19. Mai. Der Hund als Lebensretter. Eine aufregende Scene spielte sich auf dem Spandauer Schiff- sahrtscanal ab. Eine Frau ging dort auf dem Promeuaden- wege mit ihren Kindern, einem Knaben, 6 Jahre alt, einem vierjährigen Mädchen und einem Säugling, den sie im Korbwagen fuhr, spazieren. Plötzlich wurde dem Knaben durch einen heftigen Windstoß der Strohhut vom Kopfe gerissen und die leichte Kopfbedeckung kollerte die steile Böschung hinab, unaufhaltsam dem Wasser zu. Der Knabe war seinem Hut nachgelaufen und schließlich, als er ihn erhaschen wollte, zum Entsetzen seiner nachschauenden Mutter, durch einen Fehltritt kopfüber in die kühlen Fluthen gestürzt. In diesem kritischen Augenblick kamen gerade zwei junge Leute des Weges, welche einen großen prächtigen Bernhardiner Hund mit sich führten. Die Gefahr, in der der Knabe schwebte, erkennend, wurde der Hund sofort seines Maulkorbes entledigt und sodann von seinem Herrn unter dem Commandoruf: „Marsch such verloren, Apport!" in das Wasser getrieben. Das kräftige, wohldressirte Thier packte auch richtig den aus- tauchenden Knaben mit den Zähnen an seiner Kleidung und schwamm mit seiner Bürde majestätisch dem Userrande zu. Der gelehrige Hund war dann auf Geheiß seines Herrn noch einmal ins Wasser gegangen und hatte auch den auf der Wasserfläche dahinschwimmenden Strohhut zurückgebracht. * Dortmund. Von unseren 36 practischen Aerzten besorgen jetzt 12 ihre Praxis mit Hilfe von Rädern, ein Beweis, daß das Radfahren in ärztlichen Kreisen für sehr gesund gehalten wird. Die Herren bedienen sich nach der „D. Ztg." fast sämmtlich der Dreiräder. Interessant ist, daß einer Dreirad fahren kann, trotzdem er ein künstliches rechtes Bein hat. Durch Anbringung eines sinnreichen Apparates ist es gelungen, ihm die Wohlthat des Radfahrens zu verschaffen. * Fulda, 18. Mai. Eine ergötzliche Heirathsge schichte passirte vor einigen Tagen in dem benachbarten Petersberg. Ein liebendes Pärchen — er achtzehn und sie neunzehn Lenze zählend — hatte sich entschlossen, den Bund für das Leben einzugehen. Der Hochzeitstag wurde festgesetzt, die Kuchen gebacken, Gäste und Musik waren bestellt, und so schien denn nichts mehr im Wege zu stehen. Ehe die kirchliche Einsegnung vor sich gehen konnte, mußte erst vor dem den Standesbeamten repräsentirenden Bürgermeister dem Gesetz genügt werden. Dieser ließ aber die schöne Hoffnung zu Wasser werden. Er las dem erstaunten Paare den Gesetzparagraphen vor, nach welchem das Mindestalter zum Hei- rathen zwanzig Jahre für den Bräutigam sein muß. So mußte dieses unverrichteter Sache wieder abziehen. Den schönen Hochzeitsschmaus wollten sie sich aber darum doch nicht entgehen lassen, und so wurde trotzdem gefeiert. * Auf der Rudelsburg in Thüringen soll am Pfingstsonntag das Denkmal, welches die deutschen Corpsstudenten Kaiser Wilhelm!., dem Begründer des Reichs, errichtet haben, enthüllt werden. Das Denkmal erhebt sich auf dem östlichen Theile des Höhenzuges, aus welchem die Ruine liegt und wird weit sichtbar sein. Die Gesammthöhe des aus wetterfestem Sandstein ausgeführten K u n st Werkes beträgt 12,50 m. Die vergoldete Inschrift der Tafel lautet: „Dem Andenken Sr. Majestät des hochseligeu Kaisers Wilhelm 1. in Treue und Verehrung die deutschen Corpsstudenten." Die Rückseite trägt die Inschrift: „Pfingsten 1890." Die Kosten der Errichtung werden sich auf ungefähr 30 000 Mark belaufen. Schöpfer des Denkmals ist Bildhauer Paul in Dresden. * Königsberg, 21. Mai. Verstümmeltes Tele - gramm. Eine Dame aus der Provinz hatte sich au eine Bekannte bei Hofe um Auskunft über die bei dem von Ihrer Majestät der Kaiserin, hier abzuhaltenden Empfang anzulegende Kleidung gewandt. Nicht wenig erstaunt war sie, als folgendes Telegramm bei ihr einlief: „Kalter Aufschnitt, halb sauer." Erst nach verschiedentlichem Hin- und Hertelegra- phiren ergab sich, daß das Telegramm lauten sollte: „Halber Ausschnitt (der Taille), Halbtrauer." * Ein wirklich seltener Fall ist kürzlich in Jeßnitz vorgekommen, nämlich, daß ein ganzes Haus weniger kostete als ein in demselben befindlicher — Ofen! Das Haus wurde von dem betreffenden Käufer auf Abbruch für 500 Mark erstanden - derselbe erhielt aber für den erwähnten Ofen 600 Mark. Der Ofen stammt aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrunderts und enthält Kacheln mit eingebrannten Bildern vom alten Dessauer, der Anna-Liese u. s. w.- er ist im Auftrage des Herzogs von Anhalt gekauft worden, und wird in Dessau an geeigneter Stelle ausgestellt. * Düffeldorf, 18. Mai. Der hiesige „Tägl. Anzeiger" schreibt: Die in der Stadt cireulirendeu Gerüchte über die Verabschiedung des Prinzen Wilhelm zu Sachsen-Weimar leiden an starker Uebertreibung. That- sache ist, daß der Prinz auf Wunsch des Großherzogs von Sachsen-Weimar sein Abschiedsgesuch eingereicht hat. Unrichtig sind jedoch die Angaben über das Vorhandensein einer Schulden maffe, insbesondere an Spielschulden und deren Abtragung in Jahresraten. Vielmehr wird uns von befugter Seite mitgetheilt, daß sämmtliche eingehende Rechnungen ihre sofortige Erledigung finden. Auch die Stellung des Prinzen unter Curatel sei nicht der Thatsache entsprechend. *— Gewiß noch nie dagewesen ist eine Liebesaffaire, welche kürzlich in Berlin ihren forme (len Abschluß in Standesamt und Kirche gefunden hat. Ein wohlhabender Berliner Kaufmann, ein Herr G., hat in voriger Woche seine ehemalige Amme geheimthet. Die jetzige „junge Frau" war siebzehn Jahre alt, als sie als Amme für ihren jetzigen Mann von dessen Eltern engagirt wurde- der „glückliche Ehemann" steht zur Zeit in der Mitte der Zwanziger. Die Familie des Letzteren soll über die Wendung der Angelegenheit nicht gerade sehr erfreut sein. Ben Akiba, verhülle Dein Haupt! * In sechs Stunden durch sieben deutsche Länder. Wenn man von Rudolstadt, dieser schön gelegenen Haupt- und Residenzstadt des Fürstenthums Schwarzburg-Rudolstadt an der Saale, die Reise in östlicher Richtung beginnt, kommt man in einer halben Stunde nach dem Dorfe Ammelstädt, Herzogtum Altenburg, von hier aus in anderthalb Stunden durch ein zum Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt gehöriges Dorf Teichröda nach Stadt Remda, Großherzogthum Weimar, von da in zwei Stunden nach Witzleben, Schwarzburg-Son- dershausen, von da in einer halben Stunde nach Osthaufen, Herzogthum Sachsen-Meiningen, dann in fünfviertel Stunden durch das große schwarzburg-rudolstädtische Kirchdorf Eix- leben nach Kirchheim, Königreich Preußen, und von da nach dem Städtchen Ichtershausen, Herzogthum Gotha, also Summa Summarum in sechs Stunden durch sieben deutsche Länder. * Stanley verlobt. Henry M. Stanley und Miß Dorothy Tennaut empfehlen sich als Verlobte. Die Verlobungsanzeige kommt aus London. Der berühmte Afrikaforscher war bisher als „Weiberfeind" verschrieen, und die Thatsache, daß er, dessen Haupthaar schneeweiß ist und der in Bälde sein 50. Lebensjahr vollendet, sich doch noch entschlossen hat, in den heiligen Stand der Ehe zu treten, macht in England begreifliches Aufsehen. Miß Dorothy Tennaut erfreut sich in England als Malerin eines vortheilhaften Rufes- von ihrem Älter schweigt des Drahtes Höflichkeit. Die Vermählung soll im Juli stattfinden. Univevfitüt»«Nachrichten. — Die katholische theologische Fakultät der Universität zu Breslau hat den Licentiaten und Pfarrer Swientek in Czarno- wanz zum Doctor der Theologie ernannt. — In Marburg feierte dieser Tage der Wirkl. Geh. Ratl Dr. Wetzel, der von 1840—1851 als Professor der Rechte an der Universität Marburg wirkte, fein 50jähriges Doctorjubiläum. — Der Verband der Studirenden der Technischen Hochschule zuDresden, welcher bei Gelegenheit des Rücktrittes des Geh. Raths Professor Dr. Zenner von der Leitung der Hochschule denselben durch eine glanzvolle Auffahrt und eine Ansprache seines damaligen Vorsitzenden, Stud. v. Alberti, feierte, hat, wie die „Tägl. Rundschau" erfährt, als ein bleibendes Zeichen seiner dankbaren Gesinnung eine Adresse gestiftet. — In Erlangen ist Profeffor Adam Flasch zum Ordinarius für Archäologie ernannt worden- Dr. Flasch trat 1868 zuerst mit selbstständigen Forschungen in den Berichten der philologischen Gesellschaft in Würzburg an die Oeffentlichkeit. — In Würzburg feierte der ordentliche Profeffor der Staats- wiffenschaften Dr. C. v. Edel sein bOjähriges Jubiläum als Doctor und als Professor. Der Jubilar, der am 10. August 1806 geboren ist, hält keine Vorlesungen mehr. — In einem von Prof. Dr. Petersilie im Deutschen Real- schulmänner-Veretn (Abtheilung Berlin) gehaltenen Vortrag über das Verhältniß der Bevölkerung zum Besuch der Universitäten, welcher im Märzheft des „Eentralorgans für die Interessen des Realschulwesens" veröffentlicht ist, wird das Anwachsen der Studirenden auf den Hochschulen aller Art im Deutschen Reiche seit dem Jahre 1869 durch folgende Zahlen veranschaulicht: Studirende Bewohner 1869 17,631 40,492,000 2297 auf je 1 Studirenden 1872 20,418 41,228,000 2019 do. 1875 23,261 42,516,000 1828 do. 1880 26,032 45,093,000 1732 do. 1885 31,755 46.705,000 1471 do. 1888 34,118 48,056,000 1400 do. Die Zahl der Studirenden hat sich mithin innerhalb 20 Jahren verdoppelt. Diese Vermehrung fällt jedoch auf die Universitäten, nicht aber auf die Technischen Hochschulen. Folgende von Herrn Dr. Petersilie aufgestellte statistische Tabelle verbreitet sich über den Besuch der verschiedenen Arten von Hochschulen: Es zählten Studirende: 1888 die 1869 1872 1875 1880 1885 22 Universitäten 13,674 15,201 16,726 21,210 27,265 29,057 9 Techn. Hochschulen 2,928 4,163 5,449 3 377 2,549 2,887 4 Forstaksdemlen 261 317 269 394 394 386 3 Bergakademien 5 Thierärztliche Hoch- 144 168 264 262 344 343 schulen 267 271 284 436 735 962 4 Landw. Hochschulen 357 298 269 353 468 483 Zusammen 17,631 20,418 23,261 26,032 31,755 34,118 Der Herr Verfasser fordert angesichts dieser Erscheinung für die nächsten Jahre zum Studium der technischen Fächer auf, da es demnächst nach seiner Ansicht an Baumeistern, durchgebildelen Maschtnentechnikern, Hütteningenieuren u. s. w. fehlen werde. Herr Dr. Petersilie ist Beamter des Statistischen Amts in Berlin. verkehr, Land- unb Volkswirthsehaft. — Die große internationale Gartenbau-Ausstellung, welche vom 25. April bis 5. Mai in Berlin ftattfanb, hat gezeigt, daß die ernsthaften Bestrebungen, welche in der jüngsten Zeit auf die Verbesserung der Obst- und Gemüse-Verwcrthung gerichtet wurden, bereits gute Früchte tragen. In fast allen Gauen des Reiches sind in Bezug auf Auswahl best geeigneter Sorten, bessere Pflege beim Anbau, sorgfältiges Auslesen der Früchte zum Frischverkauf und derjenigen zur Verarbeitung erfreuliche Fortschritte wahrzunehmen. Die rentable Herstellung von Fruchtsäften, Obstweinen und Wein und diejenige guter Dörr-Prsducte aus Obst und Gemüsen hat in allen Bezirken Terrain gewonnen. Hand in Hand mit diesen Bestrebungen geht auch jene, die zur Obst- und Gemüseverwerthung dienenden Maschinen immer mehr zu vervollkommnen, auf welchem Gebiete die bekannte Firma PH. Mayfarth & Eo., Fabriken land- wirthschastlicher Maschinen, Frankfurt a. M., Berlin N. und Wien sich bereits die größten Verdienste erworben hat. Dies fand auch wieder auf der Berliner Ausstellung volle Anerkennung, indem genannter Firma für ihre D-rr-Apparate Patent Dr. Ryder, ferner für die besten Obst- und Traubenkeltern, sowie für ihre sonstigen Maschinen zur Obstverwerthung drei erste Preise zuerkannt wurden. Gietze«, 24. Mai. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Md. 1,08—1,22, Hühnereier 1 St. 5, 2 St.--H, Enteneier 1 St. 5—6 H, 2 St. — Ganseeier 10— H, Käse pr. St. 5—6 Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen vr. Ltter 30 4, Tauben pr. Paar JL 0,60-0,90, Hühner pr. Stück X 1,30-160, Hahnen pr. St. X 1,50-1,80, Enten pr. Stück vtt 2,00—2,30, Gänse pr. Psd. 50—60 Ochsenfleisch pr. Psd. 68—72 H, Knh-> und Rindfleisch 60—62 Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 56—68 4, Kalbfleisch 52—60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo vM 3,00—3,50, Weißkraut pr. St. 6—8 3), Zwiebeln per Centner JL 17,50—00,00, Milch per Liter 12—18 H, Kirschen per Psd. 70 — In 31. Auflage ist soeben das »Adretzbrrch dr* deutsche« Zeitschriften und der hervorragenden politische« Tages« blätter für 1890* (Leipzig, Expeduion des Zeitschriften-Ädreß- buchs. 324 S. Preis geb. 4 Mk.) erschienen, ein für viele recht practtsches Werk. Schriftsteller, Gelehrte, Bibliothekare rc., sowie überhaupt Jeder, der mit Zeitschrtften-Redactionen und -Expeditionen geschäftlich trgenbroie, zu thun hat, wird es der Ausführlichkeit und Genauigkeit seiner Angaben wegen mit vielem Nutzen gebrauchen können, wahrend der inserirenden Geschäftswelt es einzig dadurch ermöglicht wird, die für sie geeigneten Blätter richtig auszuwählen und das Jnseratenbudget in selbständiger Weise genau auszustellen. Wir empfehlen es diesen Kreisen aufs Angelegentlichste, den» es ist weitaus das beste aller bestehenden Verzeichnisse dieser Art. Beim Herannahen des Frühlings machen sich in der Familie wie bei dem Einzelnen die verschiedensten Bedürfnisse für die wärmere Jahreszeit geltend. 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Zu haben ä «X 1.20 pro Büchse in allen Apotheken, Drogen- und Colonialwaarenhandlungen. [7 Auszug aus -en Stun-esamt-registern der Stadt Gieße«. Elnfgebote* Mai: 17. Friedrich Schmidt, Fabrikarbeiter zu Gießen, mit Anna Katharine Hengst von Krofdorf. 19. Wilhelm Gustav Kramer, Tapezier zu Offenbach a. M., mit Catharine Krug von Gießen. 19. Johannes Peter Kern, Fabrikarbeiter zu Altendorf, mtt Karoltne Großmann daselbst. 22. Ludwig Röhrshetm, Schneider zu Krofdorf, mit Elisabeths Mattern zu Lollar. Eheschließungen. Mai: 21. Heinrich Knoll, Lehrer zu Ettingshausen, mit Anna Maria Katharine Bräuning von Kolbenmühle. 21. Johann Ludwig Herpig von Coburg. Taglöbner dahier, mit Martha Becker von Hachborn, wohnhaft dahier. 21. Wilhelm Heinrich Brück, Handelsmann dahier, mit Christine Weynandt von Großen-Ltnden. Geborene. Mai: 15. Dem Fußoendarm Georg Schröbel eine Tochter, Emma Elisabetha Anna. 15. Dem Schuhmacher Karl Amend eine Tochter, Elisabeth Wilhelmine Marie. 15. Dem Bahnhofsrestaurateur Jean Kirch eine Tochter. 16. Dem Kupferschmied Karl Ludwig Petri ein Sohn, Karl Ludwig Wilhelm. 17. Dem Möbelhändler Georg Reiber eine Tochter. 18. Dem Taglöhner Christoph Wagner III. ein Sohn, Georg Karl. 18. Dem Lohndiener Friedrich Arndt eine Tochter, Minna Auguste Dora. 19. Dem Chemiker Dr. Karl Kempff ein Sohn, Carl Georg Ferdinand Emil. 21. Dem Hilfsbremser bei der Main-Weser-Bahn Johann Hofmann eine Tochter. Gestorbene. Mai: 18. Helene Salmen, geb. Mai, 23 Jahre alt, Ehefrau von Taglöhner Konrad Salmen zu Westernohe. 18. Heinrich Franz Christoph Bieker, 7 Monate alt, Sohn von Kaufmann Christoph Bieker dahier. 19. Marte Gr ößer, 26 Tage alt, Tochter von Schneider Ludwig Größer dahier. 19 Louise Hölz, 14 Jahre alt, Tochter von Ackersmann Georg Hölz von Lützellinden. 20. Christine Theiß, 10 Monate alt, Tochter von Marmorarbeiter Wilhelm Theiß zu Niedergirmes. 21. Christine Pfeil, 3 Jahre alt, Tochter von Wirth Ludwig Pfeil Wtttwe dahier. 21. Helene Michel, geb. Michel, 74 Jahre alt, Ehefrau von Schuhmacher Georg Michel dahier. 22. Friedrich Dechett, l8/< Jahre alt, Sohn von Lackirer Philipp Dechert zu Heuchelheim. Auszug aus -en Nirchenbüchern der Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Getränte. Den 21. Mai. Heinrich Knoll, Lehrer zu Ettingshausen,^ und Anna Maria Katharina Bräuning, Tochter des verstorbenen Müllers Jost Bräuning auf der Kolbenmühle bei Harbach. Denselben. Wilhelm Hammel, Wirth, ein Wittwer, und Luise Katharine Rühl, Tochter des Kaufmanns Karl Rühl zu Gießen. Den 23. Mai. Wilhelm Heinrich Brück, Handelsmann, ein Wittwer, und Christine Weynandt, Tochter des verstorbenen Sattlers Johannes Weynandt, von Großen-Ltnden. Getankte. Den 18. Mai. Dem Calculator Wilhelm Kesting ein Sohn, Heinrich, geboren dm 12. April. Denselben. Dem Metzger Franz Schmidt ein Sohn, Friedrich Ludwig Georg Konrad, geboren den 29. April. Denselben. Dem Packer Johannes Rinn eine Tochter, Katharina Marie Elisabeth, geboren den 28. April. Denselben. Dem Schmied Friedrich Müller ein Sohn, Friedrich» geboren den 30. März. Denselben. Dem Straßenwärter Ludwig Kreiling eine Tochter, Margarethe Elise, geboren den 20. April. Beerdigte. Den 23. Mai. Helene Michel, geb. Michel, Ehefrau des Schuhmachers Georg Michel, alt 74 Jahre, starb den 21. Mai. Temperatur der Kahn und der Lust am 24. Mai, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15, Luft 20^2 Gr. Rübsamen. Neubau von Kliniken zu Gießen. Es sind für genannten Neubau Chaussirungsarbeiten im Betrage von; ca. 9000 «X zu vergeben und können | die Voranschläge und Bedingungen' hierzu aus unserem Baubureau der Kliniken täglich eingesehen werden. Die Offerten sind ebendaselbst bis zum 31. Mai, BormittagslvUhr, einzureichen. Gießen, den 23. Mai 1890. Großh Kreisbauamt Gießen. I. V-: 4615 _Zimmer, Kreisbau-Asseffor. Consumverein C. G. Großm-Buseck. Emhallllgk-Berßeigknmg Dien-te g den 27. ds. Mt-., von Morgens 9 Uhr an. Für den Vorstand: 4599] Director H. 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Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahres-Rechnung und Bilanz, sowie über die dem Vorstande und Aufnchtsrathe zu er- theilende Decharge; 5. Vertheilung des Reingewinnes; 6. Mittheilung des Berichtes des VerbandS-Directors über die vorgenommene Revision unserer Bank, resp. Beschlußfassung hierüber. Der Geschäftsbericht pro 1889 liegt der heutigen Nr. ,120 des Gießener Anzeigers bei. 4603 Gießen, 23. Mai 1890. Gewerbebank zu Gießen (eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht). I. Haustein, Vorsitzender des Aufsichtsrathes. Soeben erschien: i dressbuch der deutschen Zeitschriften f| und der hervorragendsten politischen Tagesblätter. 31. Jahrg. 1890. 40. 324 8. Gebd Jt. 4. „Unbedingt weitaus das Beste aller ähnlichen Werke*. (Börsenbl. f. d. Deutschen Buchhandel.) Verlag der Exped des Zeitschriften - Adressbuchs in Leipzig. Ortskrankenkasse Gießen. Generalversammlung in der Restauration Jentzen „Rebstock" Freitag den 30. Mar, Abends 8Vr Uhr. Tagesordnung: Beschlußfassung über die Abnahme der Rechnung des Vorjahres. 4585________________________________Der Vorstand. Die diesjährige Generalversammlung deS Thierfchutz-Dereins für Gießen wird am 3 Juni, AbendS 8 Uhr im Postkeller abgehalten. Die Mitglieder des Vereins sind hierzu höflichst eingeladen. Für diese Versammlung ist folgende Tagesordnung festgesetzt: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Rechnmigsvorlage. 3. Vorstandswahl. 4596 Spar-u.Vorschuß-VercinWieseck (S G. m. unbeschr. Haftpfl ). Montag den 2. Juni, Abend- 9 Uhr bei Wirth Georg Erb Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Statutenänderung. 2. Ausschluß von Mitgliedern. Für den Aufsichtsrath: 4601__Dorfeld. SchönsterGlanz ausMäsche wirb selbst der ungeübten Hand garantirt durch den höchst einfachen Gebrauch der weltberühmten Amerikanischen Glanz-Stärke von Fritz Schulz jun., Leipzig. Preis pro $atet 20 Pfg. Nur ächt, wenn jedes Paker nebenstehenden Globus (Schutzmarke) trägt. Prüfet und «rtheilet selbst! 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Feiertage: Für die Feiertage: Bockbier im Zapf Gesucht eine schöne Wohnung von 3—4 Zimmern nebst Zubehör von einer ruhigen Familie per 1 September. Offerten unter W. Am 3. Vfingstfeiertag GROSSES COXCERT, ausgeführt von der Gießener Civilkapelle unter Direction des Herrn Gröninger. 4589 Anfang 3 Uhr. — Von 6 Uhr an BALL, Sonntag, den 1. Juni: ? grosse Concwte der ganzen Capelle des Hess. Jäger-Bataillons Nr. 11 aus Marburg unter Leitung des Stabshornisten Herrn L. Hintze. 1. Coneert von ’/24 Uhr bi- 7 Uhr. Am 3. Pfingstfeiertag: SW Tanzunterhaltung Schiffenbergertha! 4 pCt- ReichSanlethe 3Vb , z 4 „ Preuß. ConsolS SV, , Steins Garten. 2. Pfingstfeiertag Anfang 3 Uhr. [4627] Kchmtm der WiierMhIe. Die Eröffnung meiner Gartenwirthfebaft beehre ich mich mit der Bitte um geneigten Zuspruch auf dem Schützen Haus. Tagesordnung: 1. Betheiligung bei dem diesjährigen Sängerfeste des Lahnthal-Sängerbundes; 2. Angelegenheit des X. deutschen Schützenfestes in Berlin. Der Vorstand. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise inniger Theilnahme an dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen Kindes Christine sowie für die überaus reiche Blumenspende sprechen den herzlichsten Hotel Prinz Carl in Giessen. Einem geehrten Publicum hiermit die ergebene Mittheilung, dass ich meine neu hergerichteten GarteolocalitAten §. 7. g. Mittw, 28. Mai, Abd. 8 A Bea.-W. Ball Oesterr. Ereditactien Oesterr. StaatSbahn-Actiev Dortmunder Union-Actten Darmstädter Bankactten vau E. Wasserschleben, Barckgelryä'l. Vörs« vom 24. Mai <880. Schlutzcouri- 1 Uhr 15 Min. 96 75 Harper er 89.30 Ostpreußen 158.30 Bochumer Gutzstahlaetten Tendenz; ruhig. FchichenvereinGießen Mittwoch den 28. Mai, Abends 9 Uhr 107 40 4 pCt. Ungar. Goldrentr 5 „ Italiener Rente Gießener Bürgerbräu im Ausschank. 4620 J. Arnold. Wieseck. Restauration zum Gambriuus Am 2. pfingstfeiertag: Tanzbetufligung.' Bei günstiger Witterung im Garten. 4628 4 pCt. Gießener Obligationen —.— 15 pCt. 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O g Alles wohl. [4633 g O Giessen, 24. Mai 1890. Q g Justizrath Halst» g oaooaDexDoooaoaoaoa Reingehaltene Exemplare von Nr 109 deS „Gießener Anzeiger" vom Jahre 1890 werden zurückgekauft von der Expedition, Echnlstraße 7. 46